Personenkomitee Stolpersteine: Unterschied zwischen den Versionen
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Datei:Stolperstein_Michael_Kritzinger.jpg|Stolperstein für [[Michael Kritzinger]] (* [[1889]], † [[1943]]); in der [[Bayerhamerstraße]] Nr. | Datei:Stolperstein_Michael_Kritzinger.jpg|Stolperstein für [[Michael Kritzinger]] (* [[1889]], † [[1943]]); in der [[Bayerhamerstraße]] Nr. 5 | ||
Datei:Stolperstein_Hubert_Ranzenberger.jpg|Stolperstein für [[Hubert Ranzenberger]] (* [[1901]], † [[1944]]); in der [[Schallmooser Hauptstraße]] Nr. 8 | Datei:Stolperstein_Hubert_Ranzenberger.jpg|Stolperstein für [[Hubert Ranzenberger]] (* [[1901]], † [[1944]]); in der [[Schallmooser Hauptstraße]] Nr. 8 | ||
Datei:Stolperstein_Victor_Goldschmidt.jpg|Stolperstein für [[Victor Goldschmidt]](* [[1853]], † [[1933]]); in der [[Paris-Lodron-Straße]] Nr. 18 | Datei:Stolperstein_Victor_Goldschmidt.jpg|Stolperstein für [[Victor Goldschmidt]](* [[1853]], † [[1933]]); in der [[Paris-Lodron-Straße]] Nr. 18 | ||
Version vom 4. Juli 2014, 17:39 Uhr






Das Personenkomitee Stolpersteine ist eine private Initiative, die in der Stadt Salzburg gemeinsam mit dem deutschen Künstler Gunter Demnig sogenannte »Stolpersteine« verlegt. Diese Mahnmale erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurden.
Hintergrund
Das Projekt richtet sich gegen das Vergessen. Stolpersteine sollen Passanten nicht zum Stolpern bringen, sondern zum Nachdenken: darüber, dass an diesem Ort Menschen wohnten, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Stolpersteine wollen die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas, von Zwangsarbeitern und von Euthanasieopfern im Nationalsozialismus lebendig erhalten. Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt durch »Pflastersteine« aus Messing, die vor der letzten selbst gewählten Wohnadresse des Opfers in den Boden eingelassen werden. Der Text beginnt in der Regel mit »Hier wohnte«, gefolgt vom Namen, dem Geburtsjahrgang und einzelfallabhängigen Texten, häufig dem Deportationsjahr und dem Todesort.
Seit 1995 hat Gunter Demnig rund 35.000 Steine in 750 Städten und Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Italien, Frankreich, Belgien, Österreich (12 Orte), Tschechien, der Ukraine und Ungarn gesetzt.
Bereits am 19. Juli 1997 kam es in St. Georgen bei Salzburg zur ersten Stolpersteinverlegung außerhalb Deutschlands. Gedenkdienst-Gründer Andreas Maislinger hatte Gunter Demnig eingeladen für die Zeugen Jehovas Johann Nobis und Matthias Nobis vor ihrem Geburtshaus in Holzhausen Stolpersteine zu verlegen. Fritz Amerhauser war der erste Bürgermeister der eine Genehmigung für die Verlegung gab. In Deutschland erhielt Gunter Demnig erst drei Jahre später die erste offizielle Genehmigung.
Das Komitee
In dem überparteilichen Personenkomitee Stolpersteine sind Privatpersonen wie Politiker der Gemeinderatsfraktionen von Bürgerliste, SPÖ und ÖVP vertreten. Als Initiatoren treten Ingeborg Haller von der Bürgerliste und Thomas Randisek vom Dachverband Salzburger Kulturstätten auf.
Rund 280 Salzburger und Salzburgerinnen haben sich mittlerweile dem Personenkomitee Stolpersteine angeschlossen - darunter Erzbischof Alois Kothgasser, Marko Feingold von der Israelitischen Kultusgemeinde, der Schriftsteller Karl-Markus Gauß, Arbeiterkammer-Direktor Gerhard Schmidt sowie Salzburger Politiker. Im Dezember 2013 wurde das Personenkomitee Stolpersteine mit dem »Rose für Menschenrechte 2013« der Stadt Salzburg ausgezeichnet.
Die Stolpersteine
217 Stolpersteine wurden in der Stadt Salzburg bereits auf öffentlichem Grund verlegt. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnadressen der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen und gehen nach der Verlegung in das Eigentum der Stadt Salzburg über. Finanziert wird die Aktion über Patenschaften von Privatpersonen - zum Preis von je 120 Euro.
Bislang konnten die Biografien von rund 235 Opfern von den Historikern Gert Kerschbaumer, Johannes Hofinger und Helga Embacher in der Stadt Salzburg recherchiert werden. Es wird darauf geachtet, möglichst alle Opfergruppen zu berücksichtigen. Die Biografien aller ermordeten Juden, Roma und Sinti wurden überhaupt erst im Zusammenhang mit der Aktion Stolpersteine ermittelt, womit große Forschungslücken geschlossen werden.
Mittlerweile konnten auch einige Opfer, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet wurden, ermittelt werden. Zudem konnten Schicksalsverläufe von Frauen, die Liebesbeziehungen zu Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern hatten, recherchiert werden. Alle Opfergruppen wurden über das Befreiungsjahr 1945 hinaus in unterschiedlicher Intensität diskriminiert.
In der Stadt Salzburg wurden die ersten zwölf Stolpersteine am 22. August 2007 von Gunter Demnig verlegt, die zweite Tranche (26 Stolpersteine) folgte am 27. und 28. August 2008, eine dritte Serie von 29 Stolpersteinen am 22. Juni 2009: Unter anderem sechs Stolpersteine in Salzburg-Maxglan für die insgesamt 17 ermordeten Kinder von Roma und Sinti, die im Zigeunerlager Maxglan inhaftiert waren. Die bislang letzte Verlegung von 27 neuen Stolpersteinen in der Stadt Salzburg fand am 21. und 22. Juli 2010 statt. 2011 wurden die drei Stolpersteine für Max, Henriette und Gisela Neuwirth (Arenbergstr. 33) entwendet. Das Personenkomitee Stolpersteine hat Anzeige erstattet und die Steine ersetzt.
Die bislang vorletzte Verlegung von Stolpersteinen in der Stadt Salzburg fand am 6. Juli und 7. Juli 2011 statt, 2012 wurde eine neue Tranche von 39 Stolpersteinen am 22. und 23. März verlegt. Eine weitere Serie von insgesamt 38 Stolpersteinen wurde am 18. April und am 19. April 2013, sowie am 13. Mai 2013 verlegt. 23 Stolpersteine folgen am 2. Juli und am 3. Juli 2014.
Biografien der Opfer und Verlegeorte der Stolpersteine - im Speziellen ein Verzeichnis der von Salzburg nach Auschwitz deportierten Sinti - sind auf der Internetseite des Personenkomitees zu finden.
Rechtsextremer Vandalismus
Im Herbst des Jahres 2013 wurden insgesamt 31 Gedenksteine für Opfer des Nationalsozialismus im Andräviertel mit Teer beschmiert und somit geschändet. Die Salzburger Polizei konnte am 25. Oktober 2013 einen einschlägig vorbestraften 20jährigen aus der rechtsextremen Szene als Täter ermitteln.
Bildergalerie der Stolpersteine
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Stolperstein für Anton Schubert in der Stadlhofstraße Nr. 8
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Stolperstein für Walter Schwarz am Alten Markt Nr. 12
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Stolperstein für Heinrich Schönberg in der Chiemseegasse Nr. 6
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Stolperstein für Amalie Löwy und Ludwig Fischer und seine Frau Emilie Fischer in der Franz-Josef-Straße Nr. 12
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Stolperstein für Margarete Wraubeck in der Haydnstraße Nr. 5
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Stolperstein für Hugo Singer, seine Frau Paula Singer und deren gemeinsamer Sohn Egon Singer in der Franz-Josef-Straße Nr. 9
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Stolperstein für Arthur Bondy, seine Frau Irma Bondy, sowie Arthurs Bruder Otto Bondy und Rachel Rosenmann in der Neutorstraße Nr. 20
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Stolperstein für Richard Holleis in der Kaserngasse Nr. 7
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Stolperstein für Daniel Bonyhadi, dessen Söhne aus. 1. Ehe, Edgar Bonyhadi und aus 2. Ehe Ludwig Bonyhadi , sowie Ludwigs Ehefrau Gertrude Bonyhadi und Anna Pollak, weiters Johann Langer und Natalie Rosenthal; in der Rainerstraße Nr. 4
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Stolperstein für Anna Maria Wahl in der Hubert-Sattler-Gasse Nr. 7
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Stolperstein für Oskar Goldfuss in der Getreidegasse Nr. 47
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Stolperstein für Sossie Wagen und Witthold Wagen, sowie für Margarethe Etlinger in der Ernest-Thun-Straße Nr. 7
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Stolperstein für Josefa Sölva im Salzachgässchen Nr. 3
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Stolperstein für Rudolf Erich Müller am Mirabellplatz Nr. 6
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Stolperstein für Abraham Morpurgo, dessen Tochter Edith Morpurgo, sowie für Hermine Bechinsky an der Ecke Rainerstraße Nr. 15/Hans-Prodinger-Straße Nr. 19
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Stolperstein für Leo Köhler in der Plainstraße Nr. 18
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Stolperstein für Adolf Aron Weiss in der Vierthalerstraße Nr. 5
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Stolperstein für Johann Gorup in der Brodgasse Nr. 3
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Stolperstein für Rudolf Gruber in der Brodgasse Nr. 1
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Stolperstein für Käthe Huemer in der Schallmooser Hauptstraße Nr. 29
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Stolperstein für Felix Klar in der Bayerhamerstraße Nr. 3
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Stolperstein für Rosa Engländer in der Griesgasse Nr. 17
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Stolperstein für August Gruber am Herbert-von-Karajan-Platz Nr. 2
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Stolperstein für Johann Facinelli in der Rupertgasse Nr. 13
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Stolperstein für Günther Erlbeck in der Franz-Josef-Straße Nr. 14
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Stolperstein für Alfred Schulhof am Rudolfskai Nr. 52
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Stolperstein für Max Neuwirth (* 1892, † 1941), Henriette Neuwirth (* 1893, † 1942); Schwester von Rosa Engländer; und Gisela Neuwirth (* 1921, † 1942); in der Arenbergstraße Nr. 33
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Stolperstein für Alois Hattinger (* 1880, † 1944) und Josefine Kubin (* 1911, † 1941); in der Franz-Josef-Straße Nr. 4
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Stolperstein für Karl Steinocher (Widerstandskämpfer) (* 1894, † 1945); in der Bucklreuthstraße Nr. 13
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Stolperstein für Johanna Klein (* 1859, † 1943 ) und Elsbeth Bulla (* 1877, † 1944 ) ; in der Markus-Sittikus-Straße Nr. 15
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Stolperstein für Susanne Legerer (* 1919, † 1941); an der Ecke Josef-Schwer-Gasse Nr. 3/Weihergasse Nr. 3
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Stolperstein für Gottfried Neunhäuserer (* 1882, † 1941) und Jakob Förtsch (* 1896, † 1944); im Innenhof des Stiftes St. Peter
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Stolperstein für Marianne Innerberger (* 1901; † 1942); an der Ecke Linzer Bundesstraße Nr. 36/Franz-Hattinger-Straße Nr. 1
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Stolperstein für Anna Reindl (* 1903; † 1942) und Anton Reindl (* 1903; † 1942); in der Kreuzstraße Nr. 9
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Stolperstein für Johann Belousov (* 1938; † 1941); in der Werkstättenstraße Nr. 12
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Stolperstein für Marie Schmalzbach (geborene Pirak) (* 1901; † um/nach 1943) und Herbert Schmalzbach (* 1929; † um/nach 1943); an der Ecke Linzergasse Nr. 53/Wolf-Dietrich-Straße Nr. 2
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Stolperstein für die Opfer des Zigeunerlager Maxglan am Schwarzgrabenweg
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Stolperstein für Anton Brugger (* 1911, † 1943); an der Ecke Josef-Schwer-Gasse Nr. 8/Eniglstraße Nr. 4
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Stolperstein für Richard Metzl (* 1870, † 1941); in der Leopoldskronstraße Nr. 56 bis Nr. 58, vor dem Schloss Leopoldskron
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Stolperstein für Max Reinhardt (* 1873, † 1943); in der Leopoldskronstraße Nr. 56 bis Nr. 58, vor dem Schloss Leopoldskron
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Stolperstein für Heinrich Gittler (* 1916, + 1943); in der Ulrike-Gschwandtner-Straße Nr. 5 bei der Bushaltestelle
Weiterführend
Für Informationen zum Thema, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag »Stolpersteine«in der deutschsprachigen Wikipedia.
Quellen
- Stadtnachrichten
- 16.10.2013: Beschmierung der Stolpersteine
- 17.10.2013: Reinigung der Stolpersteine
- 25.10.2013: Täter gefasst
- 04.11.2013: Weitere Beschmierung der Stolpersteine, diesmal in der Rainerstraße
- 02.12.2013: Weiterer Täter gefasst
- 07.04.2014: Weitere Beschmierung der Stolpersteine, diesmal vor dem Landestheater am Makartplatz