Altstadt von Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | {{Dieser Artikel|behandelt die '''Altstadt am linken Salzachufer'''. | + | {{Dieser Artikel|gibt einen Überblick über die '''Salzburger Altstadtteile''' und behandelt im Detail die '''Altstadt am linken Salzachufer'''. Der Altstadtteil am rechten Salzachufer wird im Artikel [[Altstadt (rechtes Salzachufer)]] behandelt.}} |
| − | [[Datei: | + | {| cellpadding="2" style="float: right; width: 300px; background: #e3e3e3; margin-left: 1em; border: 1px solid #cccccc; border-spacing: 1px;" |
| − | + | ! colspan="2" | Stadtteilbild | |
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| − | + | | colspan="2" | [[Datei:Salzburg Altstadt Kaiviertel Gerald Lehner 03 Juni 2023.jpg|thumb|center|300px|Blick auf die Altstadt.]] | |
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| − | + | | colspan="2" | [[Bild:Salzburger Altstadt Plan.jpg|280px|Die Salzburger Altstadt.]] | |
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| − | [[ | + | ! colspan="2" | Daten der gesamten Altstadt (2021)<ref>''Wohnen in Salzburg Stadt & Umgebung 2021'', Herausgeber Team Rauscher Immobilien GmbH</ref> |
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| + | | Fläche: || 2,37 km² (3,6 %)<ref>Anteil an der gesamten Stadtfläche</ref> | ||
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| + | | Einwohner: || 4 265 (2,75 %)<ref>Anteil an der gesamten Stadtbevölkerung</ref> | ||
| + | |- bgcolor="#ffffff" | ||
| + | | Einwohner pro km²: || 1 800 | ||
| + | |- bgcolor="#ffffff" | ||
| + | | Haltestelle<br />öffentlicher Verkehr: || 28 | ||
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| + | | Radwege: || 7,3 km | ||
| + | |- bgcolor="#ffffff" | ||
| + | | Nahversorger: || 29 | ||
| + | |- bgcolor="#ffffff" | ||
| + | | Altersverteilung: ||7,6 % bis 14 Jahre<br /> 12,7 % 15–24 Jahre<br />'''36,3''' % 25–44 Jahre<br />26,2 % 45–64 Jahre<br />17,0 % ab 65 Jahre<br /> | ||
| + | |- bgcolor="#ffffff" | ||
| + | | Wohnungsgrößen: ||'''23,8''' unter 45 m²<br /> 19,5 % 45–59 m²<br /> 14,7 % 60–75 m²<br />14,1 % 75–90 m��<br />14,6 % 90–120 m²<br />6,4 % 120–150 m²<br /> 6,9% über 150 m³ | ||
| + | |- | ||
| + | ! colspan="2" | Kaufpreise €/m²(2021) | ||
| + | |- bgcolor="#ffffff" | ||
| + | | Wohnungen neu : || 7.213–9.917 | ||
| + | |- bgcolor="#ffffff" | ||
| + | | Wohnungen gebraucht: || 5.098–8.600 | ||
| + | |- bgcolor="#ffffff" | ||
| + | | Wohnungen<br />Miete €/m²: || 11,6–19,4 | ||
| + | |} | ||
| + | Die '''Altstadt von Salzburg''' umfasst die an beiden Flussufern, rechts und links der [[Salzach]] gelegene historische Altstadt<ref>vergleiche: älteste Ansicht von Salzburg um 1460, [[Schedelsche Weltchronik]]</ref> der [[Stadt Salzburg|Landeshauptstadt Salzburg]] zwischen dem [[Mönchsberg]] und dem [[Kapuzinerberg]]. | ||
| + | |||
| + | == Geografie == | ||
| + | [[Datei:Hohensalzburg-mw 2.jpg|thumb|Die Altstadt vom [[Müllnersteg]] gesehen.]] | ||
| + | Die orographisch links der Salzach ist das Kerngebiet der Altstadt. Die linke Altstadt hat in etwa eine Breite von 400 Metern in Nord-Süd-Richtung und eine Länge von etwa 1 300 Metern in West-Ost-Richtung. Ihr Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 34 Hektar und befindet sich auf einer mittleren Höhe von 424 [[m ü. A.]] ([[Residenzplatz]]). | ||
| − | + | Die linke Altstadt erstreckt sich vom [[Klausentor]] im Westen und dem [[Rudolfsplatz]] im Osten, sowie dem Flusslauf der [[Salzach]] im Norden und dem Mönchsberg im Süden. Diese besondere Lage bot eine sehr hohe strategische Sicherheit. Im Nordwesten bot der [[Müllner Hügel]] mit der alten Vorstadt [[Mülln]] eine gute Möglichkeit, den Zugang zu kontrollieren. Der Mönchsberg, einer der [[Salzburger Stadtberge]], bildet an drei Seiten einen unüberwindlichen natürlichen Schutzwall. An der vierte Seite liegt die Salzach als natürliche Grenze, die auch leicht zu schützen war. | |
| − | Die | ||
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| − | |||
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| − | + | Vom [[Almkanal]] führen vom [[Stiftsarm]] mehrere Seitenkanäle durch die Altstadt, ebenso wie der [[Neutorarm]], der vom [[Müllner Arm]] des Almkanals abzweigt. | |
| − | + | == Bevölkerung == | |
| + | In der Altstadt leben 4 235 Bewohner.<ref>Quelle ''Wohnen in der Stadt Salzburg'', Marktbericht 2019, Herausgeber [[Team Rauscher Immobilien GmbH]], 2019</ref> Im [[18. Jahrhundert]] lebten in der historischen Altstadt beider Uferseiten noch etwa 15 000 Menschen. | ||
== UNESCO Weltkulturerbe == | == UNESCO Weltkulturerbe == | ||
| − | Der Altstadt der Stadt Salzburg (einschließlich [[Festungsberg]], | + | [[Datei:Salzburg Kapitelplatz Altstadt Kapuzinerberg.jpg|thumb|In der Bildmitte der [[Dom zu den Hll. Rupert und Virgil]], rechts davon die [[Neue Residenz]] und darunter die [[Kanonikalhaus|Kanonikalhäuser]]. Im oberen Bildteil sieht man den [[Kapuzinerberg]] mit dem [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]].]] |
| + | Der Altstadt der Stadt Salzburg (einschließlich [[Festungsberg]], Mönchsberg, [[Inneres Nonntal]], [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsseitige Altstadt]] und [[Kapuzinerberg]]) wurde am [[7. Dezember]] [[1996]] von der [[UNESCO]] die Auszeichnung [[Weltkulturerbe]] verliehen. Diese Auszeichnung erfolgte u. a. mit der folgenden Begründung: | ||
| − | " | + | "Als geistliches Zentrum Mitteleuropas reicht die Bedeutung der ehemaligen fürsterzbischöflichen Residenzstadt Salzburg bis in die Frühzeit der abendländischen Kultur zurück. Der Bischofssitz, das älteste kontinuierlich bestehende [[Erzbistum Salzburg|Erzbistum]] nördlich der [[Alpen]], der [[Dom]] und die ebenfalls in die karolingische Zeit zurückgehenden, bis heute in lebendige Tradition erhaltenen Klöster von [[Erzabtei St. Peter|St. Peter]] und [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Nonnberg]] bilden die Kern, von der die bauliche Entwicklung der in ihrer historischen Konzeption und Substanz wohl erhaltenen Stadt ausging. Die [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe]] beschäftigten durch alle Jahrhunderte bedeutende Künstler ihrer Zeit. Ein lebendiges Ineinander vielfältiger [[Mittelalter|mittelalterlicher]] und[[barock]]er Baudenkmale fügt sich in der Altstadt zu einem einzigartigen, von der [[Festung Hohensalzburg]] dominierten städtebaulichen Ensemble zusammen. Unter der eindrucksvollen Silhouette der Türme und Kuppeln der vielen Kirchen reihen sich die geschlossenen Fassadenprospekte der [[Bürgerstadt|Bürgerhäuser]] an den Plätzen und verwinkelten Gassen links und rechts der Salzach. Die mit dem Genius Loci [[Wolfgang Amadé Mozart]] verbunden Musik- und [[Salzburger Festspiele|Festspieltradition]] gehört mit zum besonderen Flair dieses unikalen Stadtdenkmales." |
| − | + | Eine [[Altstadtkommission]] wacht darüber, dass alle baulichen Veränderungen im Einklang mit diesem Titel Weltkulturerbe stehen. | |
| − | |||
| − | == | + | == Viertel der Altstadt == |
| − | Historisch | + | Historisch kann man die Altstadt wegen der Grundbesitzverhältnisse in eine [[Fürstenstadt]], eine [[Mönchsstadt]] und eine [[Bürgerstadt]] unterteilen, die über Jahrhunderte streng getrennt waren. Heute unterscheidet man auch das [[Kaiviertel]], den [[St.-Peter-Bezirk]] und den [[Festspielbezirk]]. |
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| + | == Bauwerke == | ||
| + | :''Hauptartikel [[Denkmalgeschützte Objekte in der Salzburger Altstadt]]'' | ||
| + | :''Hauptartikel [[Kapellen und Kirchen in der Salzburger Altstadt]] | ||
| + | :''Hauptartikel [[Kleindenkmäler und Kunstwerke in der Salzburger Altstadt]] | ||
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| + | [[Bild:Salzburg_UNESCO_Weltkulturerbe_2010.jpg|thumb|Salzburg, UNESCO-[[Weltkulturerbe]], gesehen vom [[Kapuzinerberg]].]] | ||
| + | [[Bild:Altstadt_1.jpg|thumb|Die Salzburger Altstadt vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen.]] | ||
| + | [[Datei:Festung Hohensalzburg Nonnberg Altstadt Februar 02 2020.jpg|thumb|Die Altstadt von Süden mit der [[Festung Hohensalzburg]] und im Vordergrund [[Nonntal]].]] | ||
| + | [[Datei:Altstadt von Süden mit Festung Hohensalzburg und Nonnberg.jpg|thumb|Die Altstadt von Süden mit Festung Hohensalzburg und [[Nonnberg]], Sommer 2022.]] | ||
| − | === | + | === Kirchen der Altstadt === |
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[[Datei:Altstadt Salzburg Herbst.jpg|thumb|herbstlicher Blick vom [[Mönchsberg]] auf die Altstadt von Salzburg: in der Mitte die [[Franziskanerkirche]], dahinter der [[Salzburger Dom]], rechts von der Franziskanerkirche das [[Franziskanerkloster]] (ehemals [[Petersfrauen]])]] | [[Datei:Altstadt Salzburg Herbst.jpg|thumb|herbstlicher Blick vom [[Mönchsberg]] auf die Altstadt von Salzburg: in der Mitte die [[Franziskanerkirche]], dahinter der [[Salzburger Dom]], rechts von der Franziskanerkirche das [[Franziskanerkloster]] (ehemals [[Petersfrauen]])]] | ||
| + | :''Hauptartikel [[Kapellen und Kirchen in der Stadt Salzburg]] | ||
==== Salzburger Dom ==== | ==== Salzburger Dom ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Salzburger Dom]] |
| − | Das zentrale kirchliche Gebäude der Stadt Salzburg ist der den | + | Das zentrale kirchliche Gebäude der Stadt Salzburg ist der den Heiligen [[Rupert von Salzburg|Rupert]] und [[Virgil]] geweihte Salzburger Dom. Der älteste Vorgängerbau des heutigen Domes wurde von [[767]] bis [[774]] unter Bischof Virgil errichtet, der mit seinen drei Kirchenschiffen einer der größten Kirchenbauten des [[8. Jahrhundert]]s war. |
| − | Als der Dom bei einem [[Brände Salzburger Dom|Brand]] [[1598]] schwer beschädigt wurde, ließ | + | Als der Dom bei einem [[Brände Salzburger Dom|Brand]] [[1598]] schwer beschädigt wurde, ließ Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ihn abreißen, um einen noch größeren zu bauen. Sein Nachfolger [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] entfernte aber die fertig gestellten ersten Fundamente und begann mit einem kleineren Dombauwerk. Dieser (heutige) Dom, von Dombaumeister [[Santino Solari]] geplant, konnte [[1628]] unter [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] eingeweiht werden. |
==== Stiftskirche St. Peter ==== | ==== Stiftskirche St. Peter ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Stiftskirche St. Peter]] |
Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um [[696]] errichtet, als Rupert von Worms (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende [[Romanik|romanische]] Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der [[1125]] bis [[1143]] erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem [[9. Jahrhundert]]. | Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um [[696]] errichtet, als Rupert von Worms (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende [[Romanik|romanische]] Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der [[1125]] bis [[1143]] erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem [[9. Jahrhundert]]. | ||
| − | ==== | + | ==== Filialkirche zum hl. Michael ==== |
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Filialkirche zum hl. Michael]] |
| − | Die | + | Die Filialkirche zum hl. Michael am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] ist die älteste Pfarrkirche der Stadt Salzburg. |
| − | ==== | + | ==== Kirche Mariae Himmelfahrt der Benediktinerinnenabtei Nonnberg ==== |
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Kirche Mariae Himmelfahrt (Abtei Nonnberg)|Kirche Mariae Himmelfahrt]] |
| − | Um [[715]] gründete Hruodpert (Rupert von Worms) am [[Nonnberg]] | + | Um [[715]] gründete Hruodpert (Rupert von Worms) am [[Nonnberg]] die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]], das heute weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition. Ruperts Nichte [[Erentrudis]] war die erste [[Äbtissin vom Nonnberg|Äbtissin]]. |
==== Bürgerspitalskirche St. Blasius ==== | ==== Bürgerspitalskirche St. Blasius ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Bürgerspitalskirche St. Blasius]] |
[[Bild:Blasius_2.jpg|thumb|[[Bürgerspitalskirche St. Blasius]]]] | [[Bild:Blasius_2.jpg|thumb|[[Bürgerspitalskirche St. Blasius]]]] | ||
| − | Schon die [[ | + | Schon die [[Benediktinerstift Admont|Admonter]] Mönche bauten hier auf ihrem Grund eine erste Kapelle, die ihrem Schutzpatron, dem heiligen Blasius geweiht war. Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] ließ nach erfolgtem Grundtausch mit den Mönchen hier [[1327]] ein [[Armen- und Krankenfürsorge (historisch)|Spital für kranke, alte und sieche Bürger der Stadt]] errichten, wo zumindest eine Grundversorgung und eine Betreuung sichergestellt werden sollte. [[1330]] wurde für das neue Spital der in Grundzügen bis heute erhaltene dreischiffige Kirchenbau mit seinem Kreuzrippengewölbe geschaffen. |
==== Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau ==== | ==== Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau]] |
| − | Die erste Kirche ist vermutlich älter als der Dombau des hl. [[Virgil]]. Sie war dabei ursprünglich Tauf- und Synodalkirche der Stadt. Zwischen [[1130]] und [[1583]] war sie zudem Klosterkirche der [[Petersfrauen]]. Von [[1189]] bis [[1635]] wurde sie Pfarrkirche der Stadt (vorher war dies die | + | Die erste Kirche ist vermutlich älter als der [[Salzburger_Dom#Virgilianische_Dom|Dombau]] des hl. [[Virgil]]. Sie war dabei ursprünglich Tauf- und Synodalkirche der Stadt. Zwischen [[1130]] und [[1583]] war sie zudem Klosterkirche der [[Petersfrauen]]. Von [[1189]] bis [[1635]] wurde sie Pfarrkirche der Stadt (vorher war dies die Filialkirche zum hl. Michael, nachher der Dom). Eine neue Weihe der Kirche im Jahr [[1223]] lässt auf einen damals eben fertig gestellten Neubau schließen. Die heutige Kirche dürfte im Langhausbereich aber bereits ins [[12. Jahrhundert]] zurückreichen. |
==== Kollegienkirche (Universitätskirche) ==== | ==== Kollegienkirche (Universitätskirche) ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Kollegienkirche]] |
| − | [[Bild:Universitaetskirche_2.jpg|thumb|Die [[Kollegienkirche]] vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen]] | + | [[Bild:Universitaetskirche_2.jpg|thumb|Die [[Kollegienkirche]] vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen.]] |
| − | + | Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], der Stifter der Kirche, setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um. Der Architekt der Kollegienkirche war Johann [[Fischer von Erlach]]. Die Kirche ist heute der bedeutendste Kirchenbau der Stadt Salzburg neben dem Salzburger Dom, ein Hauptwerk des Barockarchitekten Erlach und ein Kirchenbau von internationalem Rang. | |
==== Kajetanerkirche St. Maximilian ==== | ==== Kajetanerkirche St. Maximilian ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Kajetanerkirche St. Maximilian]] |
| − | Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit dem angeschlossenen [[Krankenhaus der Barmherzigen Brüder]], nächst dem | + | Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit dem angeschlossenen [[Krankenhaus der Barmherzigen Brüder]], nächst dem ehemaligen, heute nicht mehr bestehenden [[Salzburger Stadttore|Stadttor]] (Inneres [[Nonntalertor]], Inneres Erentrudistor) gelegen, sehr alt. Urkundlich stand hier schon [[1150]] eine Kirche und ein [[Armen- und Krankenfürsorge (historisch)|Spital]]. In ihrer Nähe befand sich aber auch das [[Salzburger Badehäuser|Raplbad]], in dem der Arzt [[Theophrast von Hohenheim]], genannt Paracelsus, wirkte. Im Jahr [[1684]] erfolgte durch Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] die Stiftung eines Priesterseminars unter Leitung der Theatiner (allgemein nach ihrem Gründer Kajetaner genannt). |
==== Ursulinenkirche St. Markus ==== | ==== Ursulinenkirche St. Markus ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Ursulinenkirche St. Markus]] |
[[Bild:Markuskirche 1.JPG|thumb|Die Markuskirche in der Altstadt]] | [[Bild:Markuskirche 1.JPG|thumb|Die Markuskirche in der Altstadt]] | ||
| − | Dem | + | Dem Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein waren als Landesfürsten soziale Aufgaben stets wichtig. So berief er [[1695]] zur besseren Bildung der weiblichen Jugend die [[Ursulinen]] nach Salzburg, die zuerst außerhalb der Stadt im heutigen [[Schloss Arenberg]] (früher [[Schloss Bürgelstein]]) untergebracht wurde, bald aber stadtnahe zum [[Klausentor]] hin übersiedelte. [[1699]] wurde hier daher der Grundstein für das [[Ursulinenkloster Stadt Salzburg|Ursulinenkloster]] und die angeschlossene Kirche St. Markus gelegt. |
| + | |||
| + | Das Kloster der Ursulinen mit seinem angeschlossenen [[Privatgymnasium St. Ursula]] wurde [[1957]] nach [[Aigen]]-[[Glas]] verlegt, die ehemaligen Klosterräume werden seit [[1959]] weitgehend vom Naturkundemuseum [[Haus der Natur]] genutzt. | ||
| − | + | === Historische Profanbauten === | |
| + | [[Datei:Salzburg Altstadt Festung Hohensalzburg um 1875.jpg|thumb|Blick vom [[Kapuzinerberg]] auf die Altstadt und die [[Festung Hohensalzburg]] um 1875.]] | ||
| + | [[Datei:Salzburg Altstadt Festung Hohensalzburg 1933.jpg|thumb|Die Altstadt mit der Festung Hohensalzburg 1933.]] | ||
| + | [[Datei:Altstadt Salzburg 1957 Hohensalzburg Nonnberg Nonntal.jpg|thumb|Die Altstadt mit der Festung Hohensalzburg 1952.]] | ||
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==== Alte Salzburger Residenz ==== | ==== Alte Salzburger Residenz ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Alte Residenz]] |
| − | Die ''Alte Residenz'' ist die historische fürsterzbischöfliche Palastanlage. Sie liegt zwischen dem heutigen [[Residenzplatz]], dem [[Alter Markt|Alten Markt]], der heutigen [[Sigmund-Haffner-Gasse]] und dem [[Domplatz]]. Sie ist erstmals um [[1120]] urkundlich nachgewiesen. Neubauten erfolgten vor allem im [[15. Jahrhundert|15.]] und [[16. Jahrhundert]], vor allem unter | + | Die ''Alte Residenz'' ist die historische fürsterzbischöfliche Palastanlage. Sie liegt zwischen dem heutigen [[Residenzplatz]], dem [[Alter Markt|Alten Markt]], der heutigen [[Sigmund-Haffner-Gasse]] und dem [[Domplatz]]. Sie ist erstmals um [[1120]] urkundlich nachgewiesen. Neubauten erfolgten vor allem im [[15. Jahrhundert|15.]] und [[16. Jahrhundert]], vor allem unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. |
==== Neue Salzburger Residenz ==== | ==== Neue Salzburger Residenz ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Neue Residenz]] |
| − | Die ''Neue Residenz'' errichtete Wolf Dietrich von Raitenau um [[1600]]. | + | Die ''Neue Residenz'' errichtete Wolf Dietrich von Raitenau um [[1600]]. Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] ließ [[1786]] das dortige Zeughaus<ref>[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke]]</ref> räumen und größtenteils zu Verwaltungsräumen umbauen. Seit 2007 befindet sich in der Neuen Residenz das [[Salzburg Museum]]. Hier ist auch das bekannte [[Panorama Museum|Sattler-Panorama]] zu bewundern, das [[Johann Michael Sattler]] mit Hilfe von [[Friedrich Loos]] (Landschaft) und [[Johann Schindler]] (Figuren) malte. Im Gebäudekomplex ist auch das [[Salzburger Heimatwerk]] untergebracht. |
| − | Für das [[Glockenspiel]] wurde der von Wolf Dietrich von Raitenau dem Bau vorgesetzte, ursprünglich fünfgeschossige Turm um [[1701]] aufgestockt. | + | Für das [[Salzburger Glockenspiel]] wurde der von Wolf Dietrich von Raitenau dem Bau vorgesetzte, ursprünglich fünfgeschossige Turm um [[1701]] aufgestockt. |
| − | ==== Alte Universität mit | + | ==== Alte Universität mit Sacellum und Großer Aula==== |
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Alte Universität]] |
| − | Der äußerlich schlichte Bau der alten | + | Der äußerlich schlichte Bau der alten [[Benediktineruniversität]] wurde [[1618]] begonnen, als [[Markus Sittikus von Hohenems]] den Vorläufer der [[Universität Salzburg]], das erste Salzburger [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Benediktinergymnasium]] gründete. Damals entstand auch die dem hl. Borromäus geweihte Kapelle des ''[[Sacellum]]''. [[1627]] begann unter der Leitung Santino Solaris der Ausbau des Gebäudes für die [[1623]] begründete neue Benediktineruniversität. Nach [[1630]] wurde der Nordflügel mit der [[Große Aula|Großen Aula]] erbaut, [[1652]] bis [[1655]] der Bau des Südflügels. |
==== Rathaus ==== | ==== Rathaus ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Salzburger Rathaus]] |
| − | Das Rathaus ist heute ein viergeschossiger Bau mit [[Rokoko]]<nowiki>fassade</nowiki> und einem Stadtbild prägenden charakteristischem kleinen Turm. Es wurde im [[14. Jahrhundert]] als Wohnhaus des Patriziergeschlechtes der [[Keutzl]] (''Keutzlturm'') genutzt und wurde [[1407]] von der Stadtgemeinde erworben. Unter | + | Das Rathaus ist heute ein viergeschossiger Bau mit [[Rokoko]]<nowiki>fassade</nowiki> und einem Stadtbild prägenden charakteristischem kleinen Turm. Es wurde im [[14. Jahrhundert]] als Wohnhaus des Patriziergeschlechtes der [[Keutzl]] (''Keutzlturm'') genutzt und wurde [[1407]] von der Stadtgemeinde erworben. Unter Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems von [[1616]] bis [[1618]] vollständig umgebaut. Die heutige Rokokofassade kam [[1772]] hinzu. |
| − | Heute ist das Gebäude im Erdgeschoß von Geschäften, sonst aber von [[Magistrat Salzburg|Magistratsabteilungen]] genutzt. Die regelmäßigen Sitzungen des [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderates der Stadt Salzburg]] finden hier im | + | Heute ist das Gebäude im Erdgeschoß von Geschäften, sonst aber von [[Magistrat Salzburg|Magistratsabteilungen]] genutzt. Die regelmäßigen Sitzungen des [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderates der Stadt Salzburg]] finden hier im großen Saal im zweiten Stock statt. 2011/2012 wurde es komplett renoviert. |
Unmittelbar neben dem Rathaus steht das vermutlich älteste erhaltene Patrizierhaus der Stadt Salzburg - das Haus [[Kranzlmarkt]] Nr. 3. | Unmittelbar neben dem Rathaus steht das vermutlich älteste erhaltene Patrizierhaus der Stadt Salzburg - das Haus [[Kranzlmarkt]] Nr. 3. | ||
==== Hofmarstall (Festspielhaus), Felsenreitschule und Marstallschwemme ==== | ==== Hofmarstall (Festspielhaus), Felsenreitschule und Marstallschwemme ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Hofmarstall]] |
| − | Der Hofmarstall wurde in der Anlage mit seiner langgestreckten Front zur [[Hofstallgasse]] von | + | Der Hofmarstall wurde in der Anlage mit seiner langgestreckten Front zur [[Hofstallgasse]] von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau errichtet. [[1662]] folgte eine Erweiterung, sowie die Errichtung der [[Winterreitschule]]. Ein weiterer Ausbau erfolgte unter Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein. Die Sommerreitschule und die Fassade der nördliche Schmalseite zum (heutigen) [[Herbert-von-Karajan-Platz]] und zur [[Pferdeschwemme (Sigmundstor)|Marstallschwemme]] hin wurde nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach [[1693]]–[[1694]] gestaltet. |
| − | In der [[ | + | In der [[Herzogtum Salzburg|Zeit der Monarchie]] war der Hofmarstall als Kavalleriekaserne genutzt. [[1925]] erfolgte der ersten Umbau zum [[Kleines Festspielhaus|Kleinen Festspielhaus]] für die [[Salzburger Festspiele]] unter Architekt [[Eduard Hütter]], [[1926]] und [[1937]]/[[1938|38]] weiterer Ausbau unter Architekt [[Clemens Holzmeister]]. Nach Übersiedlung des [[Haus der Natur|Hauses der Natur]] in das ehemalige Ursulinenkloster ([[1956]]) kam bis [[1960]] zum Neubau des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]] nach Plänen von Clemens Holzmeister. |
| − | Die [[Felsenreitschule]] wurde [[1693]] unter | + | Die [[Felsenreitschule]] wurde [[1693]] unter Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein vermutlich nach Entwürfen von Johann Bernhard Fischer von Erlach ausgestaltet. Dieser Ort dient heute auch als Aufführungsstätte für die [[Salzburger Festspiele]]. |
Die ''Marstallschwemme'', bekannter unter dem Namen ''Pferdeschwemme'', wurde im Zuge der Neugestaltung des Hofmarstalles durch Johann Bernhard Fischer von Erlach konzipiert. | Die ''Marstallschwemme'', bekannter unter dem Namen ''Pferdeschwemme'', wurde im Zuge der Neugestaltung des Hofmarstalles durch Johann Bernhard Fischer von Erlach konzipiert. | ||
| − | ==== Sigmundstor | + | ==== Neutor oder Sigmundstor ==== |
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Neutor]] |
| − | Der erste Versuch, den Berg zu durchschneiden, [[1676]] bis [[1687]] unter | + | Der erste Versuch, den Berg zu durchschneiden, [[1676]] bis [[1687]] unter Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]], schlug fehl. Erst [[1766]] konnte der Tunnel eröffnet werden. |
==== Reste alter Wehranlagen abseits der Festung ==== | ==== Reste alter Wehranlagen abseits der Festung ==== | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Stadtbefestigungen]] |
| − | Aus der Zeit der ''' | + | Aus der Zeit der '''ersten Stadtbefestigung''' (um [[1280]]) stammen: |
| − | * Stadtmauerreste in Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des [[Rathaus]]es) | + | * Stadtmauerreste in Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des [[Rathaus]]es) |
* Der ''Rote Turm'' (heute [[Freyschlösschen]]) und der [[Lambergturm]] am [[Mönchsberg]] (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg ([[Richterhöhe]]). | * Der ''Rote Turm'' (heute [[Freyschlösschen]]) und der [[Lambergturm]] am [[Mönchsberg]] (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg ([[Richterhöhe]]). | ||
| − | * Wehrmauern | + | * Wehrmauern bei der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und das [[Stadttore in Salzburg|Stadttor]] [[Äußeres Nonnbergtor|Nonnbergtor]] |
| − | Aus der Zeit der ''' | + | Aus der Zeit der '''zweiten Stadtbefestigung''' (etwa [[1470]] - [[1490]]) stammen: |
* Die [[Bürgerwehr]] am Mönchsberg, ein achttürmiger Stadtmauerteil mit doppeltem Mauerzug samt aufgesetzten Wehrgängen (über Sigmundstor), [[2005]]/[[2006]] fanden erste Restaurierungsarbeiten unter Leitung von Ing. [[Rüdiger Schobersberger]] statt | * Die [[Bürgerwehr]] am Mönchsberg, ein achttürmiger Stadtmauerteil mit doppeltem Mauerzug samt aufgesetzten Wehrgängen (über Sigmundstor), [[2005]]/[[2006]] fanden erste Restaurierungsarbeiten unter Leitung von Ing. [[Rüdiger Schobersberger]] statt | ||
| − | * | + | * Das [[Inneres Nonntaler Tor|Innere Nonntaler Tor]], dessen Reste sich heute im Keller des Hauses [[Schanzlgasse]] 14 ([[Landeskindergarten Schanzlgasse|Landeskindergarten]]) befinden. |
| − | Aus der Zeit der ''' | + | Aus der Zeit der '''dritte Stadtbefestigung''' (um [[1620]] bis[[1648]], der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] stammen: |
| − | * [[Müllner Schanze]] als dreistufige Wehranlage mit [[Augustinerpforte]] und [[Monikapforte]] und nächstgelegen dem Gstätten-Kavalier ([[Humboldtterrasse]]). Der vordere Wehrgraben ist heute zugeschüttet und durch einen serpentinenartigen Straßenneubau stark beeinträchtigt. | + | * [[Müllner Schanze]] als dreistufige Wehranlage mit [[Augustinerpforte (Mönchsberg)|Augustinerpforte]] und [[Monikapforte (Müllner Schanze)|Monikapforte]] und nächstgelegen dem Gstätten-Kavalier ([[Humboldtterrasse]]). Der vordere Wehrgraben ist heute zugeschüttet und durch einen serpentinenartigen Straßenneubau stark beeinträchtigt. |
| − | * durchgehender Wehrmauernzug und skarpierte Felsen des Mönchsbergs (in der ersten Anlage älter) mit Wehrtürmen des Lodronschen Zwingers der heutigen [[Richterhöhe]] | + | * durchgehender Wehrmauernzug und skarpierte Felsen des Mönchsbergs (in der ersten Anlage älter) mit Wehrtürmen des Lodronschen Zwingers der heutigen [[Richterhöhe]] |
| − | * Die | + | * Die "[[Katze (Bastei)|Katze]]" (in der ersten Anlage älter) |
| − | * Stadtmauerrest am [[Rudolfskai]] beiderseits des ehemaligen [[ | + | * Stadtmauerrest am [[Rudolfskai]] beiderseits des ehemaligen [[Michaelstor]]es, |
* Stadtmauerrest in der [[Basteigasse]] | * Stadtmauerrest in der [[Basteigasse]] | ||
* Das [[Gstättentor]] ([[1618]], erste Anlage [[1280]]) | * Das [[Gstättentor]] ([[1618]], erste Anlage [[1280]]) | ||
* Das [[Klausentor]] ([[1612]], erste Anlage um [[1280]]) | * Das [[Klausentor]] ([[1612]], erste Anlage um [[1280]]) | ||
| − | == | + | == Historische Gassen und Plätze == |
| + | [[Datei:UNESCO Weltkulturerbe Altstadt von Salzburg mit Festung Hohensalzburg.jpg|thumb|Die [[UNESCO Weltkulturerbe]]-Altstadt der [[Stadt Salzburg]], Aufnahme von der [[Humboldtterrasse]] auf dem [[Mönchsberg]].]] | ||
=== Domplatz mit der Mariensäule === | === Domplatz mit der Mariensäule === | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Domplatz]] |
| − | Der allseitig geschlossene Domplatz vor der Domfassade ist durch Arkaden, den von [[Giovanni Antonio Daria]] errichteten [[Dombögen]] mit dem Residenzplatz und dem [[Kapitelplatz]], sowie mit weiteren Arkaden mit der [[Franziskanergasse]] verbunden. Südseitig schließt der Konventtraktes der Erzabtei St. Peter an, nordseitig die alte Residenz. | + | Der allseitig geschlossene Domplatz vor der Domfassade ist durch Arkaden, den von [[Giovanni Antonio Daria]] errichteten [[Dombögen]] mit dem Residenzplatz und dem [[Kapitelplatz]], sowie mit weiteren Arkaden mit der [[Franziskanergasse]] verbunden. Südseitig schließt der Konventtraktes der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]] an, nordseitig die alte Residenz. |
| − | Am Domplatz vor der Domfassade finden im Rahmen der Salzburger Festspiele seit [[1920]] alljährlich die Aufführungen des "[[Jedermann]]" von [[Hugo von Hofmannsthal]] statt. | + | Am Domplatz vor der Domfassade finden im Rahmen der [[Salzburger Festspiele]] seit [[1920]] alljährlich die Aufführungen des "[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]" von [[Hugo von Hofmannsthal]] statt. |
| − | Im Mittelpunkt des Platzes steht die [[Mariensäule am Domplatz|Mariensäule]], [[1776]] bis [[1771]] | + | Im Mittelpunkt des Platzes steht die [[Mariensäule am Domplatz|Mariensäule]], [[1776]] bis [[1771]] von [[Wolfgang Hagenauer]] und [[Johann Baptist Hagenauer]] aus Blei eine auf einem Wolkenberg und einer Weltkugel thronende Statue der Maria Immaculata errichtet, die an den vier Seiten von je einer allegorischen Figur (Engel, Teufel, Wahrheit und Kirche) umgeben ist. |
=== Kapitelplatz mit Kapitelschwemme === | === Kapitelplatz mit Kapitelschwemme === | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Kapitelplatz]] |
| − | Der Kapitelplatz, ein weitläufige Platz, blickt gegen Süden zum Dom, gegen Osten zur Domprobstei und zum [[Erzbischöfliches Palais|Erzbischöflichen Palais]] und nach Süden zur [[Festung Hohensalzburg|Festung]] und zur [[Kapitelschwemme]]. Dahinter schließen [[Kardinal-Schwarzenberg-Haus]], [[Salzburger Dom|Domkapitel]] und der Mühlenhof der Erzabtei St. Peter an. Im Westen des Platzes folgt der Noviziattrakt der Erzabtei St. Peter. | + | Der Kapitelplatz, ein weitläufige Platz, blickt gegen Süden zum Dom, gegen Osten zur Domprobstei und zum [[Erzbischöfliches Palais|Erzbischöflichen Palais]] und nach Süden zur [[Festung Hohensalzburg|Festung]] und zur [[Kapitelschwemme]]. Dahinter schließen [[Kardinal-Schwarzenberg-Haus]], [[Salzburger Dom|Domkapitel]] und der [[Mühlenhof der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Mühlenhof]] der Erzabtei St. Peter an. Im Westen des Platzes folgt der Noviziattrakt der Erzabtei St. Peter. |
=== Residenzplatz mit Residenzbrunnen === | === Residenzplatz mit Residenzbrunnen === | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | [[Datei:Residenzplatz Mozartplatz.jpg|thumb|Blick von den nördlichen [[Dombögen]] über den [[Residenzplatz]] mit dem [[Residenzbrunnen]] hin zum [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]], links die [[Filialkirche zum hl. Michael]], rechts das [[Salzburger Glockenspiel]].]] |
| − | Der Residenzplatz, in seiner heutigen Größe, ist unter Schleifung von Bürgerhäusern und Entfernung des alten [[Domfriedhof]]es durch | + | : ''Hauptartikel [[Residenzplatz]] |
| + | Der Residenzplatz, in seiner heutigen Größe, ist unter Schleifung von Bürgerhäusern und Entfernung des alten [[Domfriedhof]]es durch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau entstanden und ist ein repräsentativer prunkvoller Vorplatz der fürsterzbischöflichen Residenzen. Im Mittelpunkt steht der [[Residenzbrunnen]], ein monumentaler Brunnen, der zwischen [[1656]] und [[1661]] im Auftrag von Fürsterzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] geschaffen wurde und wohl von [[Tommaso di Garona]] ausgeführt wurde. | ||
=== Mozartplatz === | === Mozartplatz === | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] |
| − | Der Mozartplatz ist ein repräsentativer rechteckiger Platz vor der neuen Residenz, der durch den Abbruch | + | Der Mozartplatz ist ein repräsentativer rechteckiger Platz vor der neuen Residenz, der ab [[1588]] durch den Abbruch mehrerer Bürgerhäuser unter Wolf Dietrich von Raitenau angelegt wurde. Heute steht in der Mitte des Platz auf einem Sockel das [[Mozart-Denkmal am Mozartplatz|Denkmal]] für [[Wolfgang Amadé Mozart]], das [[1842]] von Künstler [[Ludwig von Schwanthaler]] geschaffen und von [[Johann Stiglmaier]] in Bronze gegossen wurde. |
=== Waagplatz === | === Waagplatz === | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Waagplatz]] |
| − | Der im Nordwesten an den Mozartplatz angrenzende kleine Waagplatz ist ein | + | Der im Nordwesten an den Mozartplatz angrenzende kleine Waagplatz ist ein vieleckiger Platz, der ursprünglich als ältester [[Salzburger Märkte|Marktplatz]] und [[Schranne (Recht)|Gerichtsplatz]] diente. Hier befanden sich die [[Stadttrinkstube]], die [[Schranne]] und die [[Pfalz]]. |
=== Getreidegasse === | === Getreidegasse === | ||
| − | : | + | : ''Hauptartikel [[Getreidegasse]] |
Diese uralte Gasse liegt in der Altstadt und ist heute Salzburgs berühmteste Einkaufsstraße. Ihr besonderer Charakter ergab sich früher durch die zahlreichen schmiedeeisernen [[Hauszeichen und Zunftzeichen in der Salzburger Altstadt|Zunftzeichen]], die heute leider schon häufig von internationalen Markenschildern abgelöst wurden. | Diese uralte Gasse liegt in der Altstadt und ist heute Salzburgs berühmteste Einkaufsstraße. Ihr besonderer Charakter ergab sich früher durch die zahlreichen schmiedeeisernen [[Hauszeichen und Zunftzeichen in der Salzburger Altstadt|Zunftzeichen]], die heute leider schon häufig von internationalen Markenschildern abgelöst wurden. | ||
=== Sigmund-Haffner-Gasse === | === Sigmund-Haffner-Gasse === | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Sigmund-Haffner-Gasse]] |
| − | Die | + | Die Sigmund-Haffner-Gasse ist nach dem gleichnamigen [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]], [[Sigmund Haffner]], in der Zeit von [[1768]] bis [[1772]], benannt. |
=== Kaigasse und Kaiviertel === | === Kaigasse und Kaiviertel === | ||
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Kaiviertel]] |
| − | Das Kaiviertel entwickelte sich entlang des einstigen Hauptstraßenzuges vom Domplatz über den Kajetanerplatz und das Erentrudistor (später Kajetanertor) nach [[Hallein]] und [[Berchtesgaden]]. Die Gasse setzt sich aus mehreren mittelalterlichen Gassen zusammen und | + | Das Kaiviertel entwickelte sich entlang des einstigen Hauptstraßenzuges vom Domplatz über den Kajetanerplatz und das Erentrudistor (später Kajetanertor) nach [[Hallein]] und [[Berchtesgaden]]. Die Gasse setzt sich aus mehreren mittelalterlichen Gassen zusammen und wurde ab dem [[12. Jahrhundert]] allmählich bebaut. |
| − | === Alter Markt mit | + | === Alter Markt mit Florianibrunnen === |
| − | : | + | : ''Hauptartikel [[Alter Markt]] |
| − | Der Alte Markt, der zweitälteste Handelsplatz in der Altstadt, wurde im | + | Der Alte Markt, der zweitälteste Handelsplatz in der Altstadt, wurde im Früh[[mittelalter]] ([[13. Jahrhundert]]) planmäßig angelegt. An diesen städtischen Marktplatz schlossen einst der Milchmarkt und Kräutermarkt, der Rüben- und Krautmarkt und der Hafnermarkt an. Heute wird er von einer stattlichen Zeilen von Bürgerhäusern umrahmt, deren Kern meist ins Mittelalter reicht, die aber vielfach frühneuzeitlich überprägt sind. |
| − | In der Mitte des Alten Marktes steht heute der Marktbrunnen, der [[Alter Markt | + | In der Mitte des Alten Marktes steht heute der Marktbrunnen, der [[Florianibrunnen (Alter Markt)|Florianibrunnen]], der urkundlich anstelle eines alten Ziehbrunnens [[1488]] hier errichtet wurde, als erstmals [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Wasser]] vom [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] über die [[Staatsbrücke|Stadtbrücke]] bis zum Alten Markt geleitet werden konnte. Am südwestlichen Eck befindet sich das bekannte [[Café Tomaselli]]. |
== Historische Friedhöfe und Gärten == | == Historische Friedhöfe und Gärten == | ||
| − | === | + | [[Datei:Salzburger Altstadt Festspielbezirk Alte Universität.jpg|thumb|Blick über die Altstadt von Salzburg, von links: Die [[Getreidegasse]], der [[Universitätsplatz]] mit der [[Alte Universität|Alten Universtität]], die [[Hofstallgasse]] und rechts den ehemaligen [[Hofmarstall]]s, heute Teil des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]]. Im oberen rechten Bildteil: der [[Salzburger Dom]], die [[Franziskanerkirche]], [[St. Peter]] und darüber die [[Festung Hohensalzburg]]. Rechts unten der [[Herbert-von-Karajan-Platz]] mit der [[Pferdeschwemme (Hofmarstallschwemme)|Pferdeschwemme]]. Die grünen Bäume in der Mitte des Bildes zeigen den Standort des [[Wilhelm-Furtwängler-Garten]]s an.]] |
| − | : ''Hauptartikel | + | === Friedhof von St. Peter === |
| − | Der | + | : ''Hauptartikel [[Friedhof von St. Peter]] |
| + | Der Friedhof von St. Peter ist neben dem Friedhof der Benediktinerinnenabtei Nonnberg die älteste noch bestehende christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt. | ||
| − | Durch seine Lage am Fuß des [[ | + | Durch seine Lage am Fuß des [[Mönchsberg]]s und sein malerisches Gelände war der Friedhof von St. Peter ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des [[19. Jahrhundert]]s. Im Friedhof von St. Peter finden sich in den Berg hinein gehauene sogenannte [[Katakomben]]. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Hier sind die [[Gertraudenkapelle]] und die [[Maximuskapelle]] zu finden. |
| − | === Botanischer Garten | + | === Botanischer Garten (heute Wilhelm-Furtwängler-Garten) === |
| − | : ''Hauptartikel: [[ | + | : ''Hauptartikel [[Botanischer Garten]] |
| + | : ''Hauptartikel [[Wilhelm-Furtwängler-Garten]] | ||
Bis ins [[16. Jahrhundert]] befand sich hier ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der Frauengarten der Petersfrauen oder Frohngarten. Unter Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] wurde (schon [[1617]] war ein akademisches Gymnasium errichtet worden) [[1622]] im Bereich dieses Gartens die [[Benediktineruniversität]] unter maßgeblicher Leitung der Erzabtei St. Peter errichtet. | Bis ins [[16. Jahrhundert]] befand sich hier ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der Frauengarten der Petersfrauen oder Frohngarten. Unter Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] wurde (schon [[1617]] war ein akademisches Gymnasium errichtet worden) [[1622]] im Bereich dieses Gartens die [[Benediktineruniversität]] unter maßgeblicher Leitung der Erzabtei St. Peter errichtet. | ||
Zwischen [[1820]] und [[1941]] war der Garten wieder botanischer Garten. [[1835]] wurde er offiziell zum ''k. k. botanischen Garten'' der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt. Heute bestehen nur mehr ein paar Bäume, wie der große [[Ginko]]<nowiki>baum</nowiki> und die Tränen-[[Kiefer]], beide um etwa [[1850]] gepflanzt und Relikte des alten Botanischen Gartens. | Zwischen [[1820]] und [[1941]] war der Garten wieder botanischer Garten. [[1835]] wurde er offiziell zum ''k. k. botanischen Garten'' der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt. Heute bestehen nur mehr ein paar Bäume, wie der große [[Ginko]]<nowiki>baum</nowiki> und die Tränen-[[Kiefer]], beide um etwa [[1850]] gepflanzt und Relikte des alten Botanischen Gartens. | ||
| − | == | + | == Klöster == |
Nicht mehr bestehende Klostergemeinschaften im Altstadtgebiet sind vor allem das Kloster der der Domfrauen, der [[Petersfrauen]] (heute von den Franziskanern genutzt) und das Kloster der Theatiner (Kajetaner). | Nicht mehr bestehende Klostergemeinschaften im Altstadtgebiet sind vor allem das Kloster der der Domfrauen, der [[Petersfrauen]] (heute von den Franziskanern genutzt) und das Kloster der Theatiner (Kajetaner). | ||
| − | === | + | === Benediktiner-Erzabtei St. Peter === |
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]] |
| − | Die Erzabtei St. Peter ist das älteste bestehende Kloster im deutschen Sprachraum, das um [[696]] (nach Haustradition [[582]]) gegründet bzw. erneuert wurde und auf einer seit der Spätantike bestehenden Klostergemeinschaft aufbauen dürfte. Die Erzabtei St. Peter besitzt eine bedeutende Sammlung von Malereien und Plastiken und vor allem von wertvollen Büchern und Urkunden. Das [[Verbrüderungsbuch von St. Peter|Verbrüderungsbuch]] des Klosters ist das älteste erhaltene Schriftstück auf dem Gebiet des heutigen Österreich. | + | Die Benediktiner-Erzabtei St. Peter ist das älteste bestehende Kloster im deutschen Sprachraum, das um [[696]] (nach Haustradition [[582]]) gegründet bzw. erneuert wurde und auf einer seit der Spätantike bestehenden Klostergemeinschaft aufbauen dürfte. Die Erzabtei St. Peter besitzt eine bedeutende Sammlung von Malereien und Plastiken und vor allem von wertvollen Büchern und Urkunden. Das [[Verbrüderungsbuch von St. Peter|Verbrüderungsbuch]] des Klosters ist das älteste erhaltene Schriftstück auf dem Gebiet des heutigen Österreich. |
| − | === | + | === Benediktinerinnenabtei Nonnberg === |
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] |
| − | Um [[715]] gründete Rupert von Worms am Nonnberg | + | Um [[715]] gründete Rupert von Worms am Nonnberg die Benediktinerinnenabtei Nonnberg, das heute weltweit älteste dauernd bestehende Frauenkloster. |
| − | === | + | === Franziskanerkloster === |
| − | : ''Hauptartikel | + | : ''Hauptartikel [[Franziskanerkloster]] |
| − | Nach Aufhebung des Klosters der Petersfrauen [[1583]] stand das dortige Kloster leer. Erzbischof-Coadjutor [[Georg von Kuenburg]] rief darauf [[1587]] Franziskaner zur Fortsetzung der inneren Mission und zur Seelsorge nach Salzburg. Einer der bekanntesten Ordensangehörigen | + | Nach Aufhebung des Klosters der [[Petersfrauen]] [[1583]] stand das dortige Kloster leer. Erzbischof-Coadjutor [[Georg von Kuenburg]] rief darauf [[1587]] Franziskaner zur Fortsetzung der inneren Mission und zur Seelsorge nach Salzburg. Einer der bekanntesten Ordensangehörigen war Pater [[Peter Singer]], der Erfinder des [[Pansymphonikon]]. |
| − | == | + | == Verkehr == |
| − | + | Zentrale Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sind die Haltestellen [[Zentrum-Ferdinand-Hanusch-Platz (Haltestelle)|Zentrum-Ferdinand-Hanusch-Platz]] und [[Herbert von Karajan-Platz (Haltestelle)|Herbert von Karajan-Platz]] auf dem [[Herbert-von-Karajan-Platz|gleichnamigen Platz]]. | |
| − | == | + | Die Hauptachsen des Verkehrs bilden der [[Franz-Josef-Kai]], die [[Griesgasse]] sowie die Verbindung zwischen dem Franz-Josef-Kai und dem [[Neutor]]. Der Großteil der linksufrigen Altstadt ist jedoch [[Fußgängerzone]]. |
| + | <!-- === Straßen === | ||
| + | alphabetisch, Hauptverkehrsstraßen sind ''kursiv'' gekennzeichnet<br/> | ||
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| + | <!-- == Betriebe und Unternehmen == | ||
| + | * [[ergänze]]]] --> | ||
| + | <!-- == Gesellschaft und Soziales == | ||
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| + | == Kultur == | ||
| + | Fast alle bedeutenden Kultureinrichtungen haben ihren Sitz in der linksufrigen Altstadt, wie beispielsweise der [[Salzburger Festspielfonds]], Träger und Veranstalter der [[Salzburger Festspiele]], die [[Salzburger Kulturvereinigung]] oder die [[Trakl Forschungs- und Gedenkstätte]]. | ||
| + | == Persönlichkeiten == | ||
| + | : Lebende | ||
| + | * [[Erzabt]] Pater [[Korbinian Birnbacher]] [[OSB]], | ||
| + | * [[Erzbischof]] Dr. [[Franz Lackner (Erzbischof)|Franz Lackner]] | ||
| + | * em.o. Univ.-Prof. DDr. h. c. [[Josef Wallnig]] | ||
| + | : Verstorbene | ||
* [[Johann Lorenz Hagenauer]] | * [[Johann Lorenz Hagenauer]] | ||
* [[Johann Michael Haydn]] | * [[Johann Michael Haydn]] | ||
* [[Joseph Mohr]] | * [[Joseph Mohr]] | ||
| − | * [[Wolfgang | + | * [[Wolfgang Amadé Mozart]] |
* [[Paracelsus]] | * [[Paracelsus]] | ||
| + | * [[Christian Doppler]] | ||
| + | |||
| + | == Sportveranstaltungen == | ||
| + | Seit [[2003]] findet das Stadtrennen des modernen [[Gaisbergrennen (modern)|Gaisbergrennens]] statt. Nach [[2010]] kam in der Salzburger Altstadt das sogenannte [[Sightrunning]] auf. Seit [[2017]] findet der [[Salzburger Businesslauf]] in der Altstadt statt. Im Juni [[2019]] fand hier die Eröffnung der [[Europäische Betriebssportspiele|Europäischen Betriebssportspiele]] statt. Auch der [[Jedermannlauf]] führt durch die Altstadt. | ||
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| + | Anlässlich der [[Olympische Sommerspiele 1972 in München|Olympischen Sommerspiele 1972]] im [[Bayern|bayerischen]] [[München]] brachte der Salzburger Sportler [[Manfred Stengl]] das olmypische Feuer zu einer Feier auf den [[Domplatz]]. | ||
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| + | == Bilder == | ||
| + | {{Bildkat|Altstadt}} | ||
| + | * {{Commonscat|Historic centre of the city of Salzburg|Historisches Zentrum der Stadt Salzburg}} | ||
| + | == Weblinks == | ||
| + | * [https://www.salzburg-altstadt.at Offizielle Homepage der Salzburger Altstadt] | ||
| + | * [https://www.salzburg.info/de/salzburg/unesco-welkulturerbe Salzburg Information] | ||
== Literatur und Quellen == | == Literatur und Quellen == | ||
| − | *Lieselotte | + | * [[Lieselotte von Eltz-Hoffmann|Eltz-Hoffmann, Lieselotte v.]]: ''[[Salzburger Brunnen (Buch)|Salzburger Brunnen]]'', Verlag der Schriftenreihe "Kulturgut der Heimat", [[Stadtverein Salzburg]], Salzburg, 1979 |
| − | *Lieselotte v. | + | * Eltz-Hoffmann, Lieselotte v.: ''Die Kirchen Salzburgs'', [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg, 1993, ISBN 3-7025-0308-0 |
| − | *[[Heinz Dopsch]], Robert | + | * [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]; [[Robert Hoffmann|Hoffmann, Robert]]: ''[[Geschichte der Stadt Salzburg]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 1976, ISBN 3-7025-0340-4 |
| − | * | + | * [[Monika Oberhammer|Oberhammer, Monika]]: ''Pustets Klosterführer'', Verlag Anton Pustet Salzburg, 1998, ISBN 3-7025-0374-9 |
| − | *Bernd Euler, Ronald Gobiet, Horst Huber: ''Dehio Salzburg'' - Stadt und Land, Verlag Anton Schroll & Co Wien, Wien, 1986, ISBN 3-7031-0599-2 | + | * [[Bernd Euler|Euler, Bernd]]; [[Ronald Gobiet|Gobiet, Ronald]]; [[Horst Huber|Huber, Horst]]: ''Dehio Salzburg'' - Stadt und Land, Verlag Anton Schroll & Co Wien, Wien, 1986, ISBN 3-7031-0599-2 |
| − | + | == Einzelnachweise == | |
| − | == | + | <references/> |
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[[Kategorie:UNESCO Weltkulturerbe]] | [[Kategorie:UNESCO Weltkulturerbe]] | ||
Aktuelle Version vom 26. März 2025, 20:43 Uhr
| Stadtteilbild | |
|---|---|
| Stadtteilkarte | |
| Daten der gesamten Altstadt (2021)[1] | |
| Fläche: | 2,37 km² (3,6 %)[2] |
| Einwohner: | 4 265 (2,75 %)[3] |
| Einwohner pro km²: | 1 800 |
| Haltestelle öffentlicher Verkehr: |
28 |
| Radwege: | 7,3 km |
| Nahversorger: | 29 |
| Altersverteilung: | 7,6 % bis 14 Jahre 12,7 % 15–24 Jahre 36,3 % 25–44 Jahre 26,2 % 45–64 Jahre 17,0 % ab 65 Jahre |
| Wohnungsgrößen: | 23,8 unter 45 m² 19,5 % 45–59 m² 14,7 % 60–75 m² 14,1 % 75–90 m�� 14,6 % 90–120 m² 6,4 % 120–150 m² 6,9% über 150 m³ |
| Kaufpreise €/m²(2021) | |
| Wohnungen neu : | 7.213–9.917 |
| Wohnungen gebraucht: | 5.098–8.600 |
| Wohnungen Miete €/m²: |
11,6–19,4 |
Die Altstadt von Salzburg umfasst die an beiden Flussufern, rechts und links der Salzach gelegene historische Altstadt[4] der Landeshauptstadt Salzburg zwischen dem Mönchsberg und dem Kapuzinerberg.
Geografie
Die orographisch links der Salzach ist das Kerngebiet der Altstadt. Die linke Altstadt hat in etwa eine Breite von 400 Metern in Nord-Süd-Richtung und eine Länge von etwa 1 300 Metern in West-Ost-Richtung. Ihr Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 34 Hektar und befindet sich auf einer mittleren Höhe von 424 m ü. A. (Residenzplatz).
Die linke Altstadt erstreckt sich vom Klausentor im Westen und dem Rudolfsplatz im Osten, sowie dem Flusslauf der Salzach im Norden und dem Mönchsberg im Süden. Diese besondere Lage bot eine sehr hohe strategische Sicherheit. Im Nordwesten bot der Müllner Hügel mit der alten Vorstadt Mülln eine gute Möglichkeit, den Zugang zu kontrollieren. Der Mönchsberg, einer der Salzburger Stadtberge, bildet an drei Seiten einen unüberwindlichen natürlichen Schutzwall. An der vierte Seite liegt die Salzach als natürliche Grenze, die auch leicht zu schützen war.
Vom Almkanal führen vom Stiftsarm mehrere Seitenkanäle durch die Altstadt, ebenso wie der Neutorarm, der vom Müllner Arm des Almkanals abzweigt.
Bevölkerung
In der Altstadt leben 4 235 Bewohner.[5] Im 18. Jahrhundert lebten in der historischen Altstadt beider Uferseiten noch etwa 15 000 Menschen.
UNESCO Weltkulturerbe
Der Altstadt der Stadt Salzburg (einschließlich Festungsberg, Mönchsberg, Inneres Nonntal, rechtsseitige Altstadt und Kapuzinerberg) wurde am 7. Dezember 1996 von der UNESCO die Auszeichnung Weltkulturerbe verliehen. Diese Auszeichnung erfolgte u. a. mit der folgenden Begründung:
"Als geistliches Zentrum Mitteleuropas reicht die Bedeutung der ehemaligen fürsterzbischöflichen Residenzstadt Salzburg bis in die Frühzeit der abendländischen Kultur zurück. Der Bischofssitz, das älteste kontinuierlich bestehende Erzbistum nördlich der Alpen, der Dom und die ebenfalls in die karolingische Zeit zurückgehenden, bis heute in lebendige Tradition erhaltenen Klöster von St. Peter und Nonnberg bilden die Kern, von der die bauliche Entwicklung der in ihrer historischen Konzeption und Substanz wohl erhaltenen Stadt ausging. Die Erzbischöfe beschäftigten durch alle Jahrhunderte bedeutende Künstler ihrer Zeit. Ein lebendiges Ineinander vielfältiger mittelalterlicher undbarocker Baudenkmale fügt sich in der Altstadt zu einem einzigartigen, von der Festung Hohensalzburg dominierten städtebaulichen Ensemble zusammen. Unter der eindrucksvollen Silhouette der Türme und Kuppeln der vielen Kirchen reihen sich die geschlossenen Fassadenprospekte der Bürgerhäuser an den Plätzen und verwinkelten Gassen links und rechts der Salzach. Die mit dem Genius Loci Wolfgang Amadé Mozart verbunden Musik- und Festspieltradition gehört mit zum besonderen Flair dieses unikalen Stadtdenkmales."
Eine Altstadtkommission wacht darüber, dass alle baulichen Veränderungen im Einklang mit diesem Titel Weltkulturerbe stehen.
Viertel der Altstadt
Historisch kann man die Altstadt wegen der Grundbesitzverhältnisse in eine Fürstenstadt, eine Mönchsstadt und eine Bürgerstadt unterteilen, die über Jahrhunderte streng getrennt waren. Heute unterscheidet man auch das Kaiviertel, den St.-Peter-Bezirk und den Festspielbezirk.
Bauwerke
- Hauptartikel Denkmalgeschützte Objekte in der Salzburger Altstadt
- Hauptartikel Kapellen und Kirchen in der Salzburger Altstadt
- Hauptartikel Kleindenkmäler und Kunstwerke in der Salzburger Altstadt
Kirchen der Altstadt
- Hauptartikel Kapellen und Kirchen in der Stadt Salzburg
Salzburger Dom
- Hauptartikel Salzburger Dom
Das zentrale kirchliche Gebäude der Stadt Salzburg ist der den Heiligen Rupert und Virgil geweihte Salzburger Dom. Der älteste Vorgängerbau des heutigen Domes wurde von 767 bis 774 unter Bischof Virgil errichtet, der mit seinen drei Kirchenschiffen einer der größten Kirchenbauten des 8. Jahrhunderts war.
Als der Dom bei einem Brand 1598 schwer beschädigt wurde, ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ihn abreißen, um einen noch größeren zu bauen. Sein Nachfolger Markus Sittikus entfernte aber die fertig gestellten ersten Fundamente und begann mit einem kleineren Dombauwerk. Dieser (heutige) Dom, von Dombaumeister Santino Solari geplant, konnte 1628 unter Paris Lodron eingeweiht werden.
Stiftskirche St. Peter
- Hauptartikel Stiftskirche St. Peter
Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um 696 errichtet, als Rupert von Worms (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende romanische Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der 1125 bis 1143 erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem 9. Jahrhundert.
Filialkirche zum hl. Michael
- Hauptartikel Filialkirche zum hl. Michael
Die Filialkirche zum hl. Michael am Mozartplatz ist die älteste Pfarrkirche der Stadt Salzburg.
Kirche Mariae Himmelfahrt der Benediktinerinnenabtei Nonnberg
- Hauptartikel Kirche Mariae Himmelfahrt
Um 715 gründete Hruodpert (Rupert von Worms) am Nonnberg die Benediktinerinnenabtei Nonnberg, das heute weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition. Ruperts Nichte Erentrudis war die erste Äbtissin.
Bürgerspitalskirche St. Blasius
- Hauptartikel Bürgerspitalskirche St. Blasius
Schon die Admonter Mönche bauten hier auf ihrem Grund eine erste Kapelle, die ihrem Schutzpatron, dem heiligen Blasius geweiht war. Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz ließ nach erfolgtem Grundtausch mit den Mönchen hier 1327 ein Spital für kranke, alte und sieche Bürger der Stadt errichten, wo zumindest eine Grundversorgung und eine Betreuung sichergestellt werden sollte. 1330 wurde für das neue Spital der in Grundzügen bis heute erhaltene dreischiffige Kirchenbau mit seinem Kreuzrippengewölbe geschaffen.
Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau
- Hauptartikel Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau
Die erste Kirche ist vermutlich älter als der Dombau des hl. Virgil. Sie war dabei ursprünglich Tauf- und Synodalkirche der Stadt. Zwischen 1130 und 1583 war sie zudem Klosterkirche der Petersfrauen. Von 1189 bis 1635 wurde sie Pfarrkirche der Stadt (vorher war dies die Filialkirche zum hl. Michael, nachher der Dom). Eine neue Weihe der Kirche im Jahr 1223 lässt auf einen damals eben fertig gestellten Neubau schließen. Die heutige Kirche dürfte im Langhausbereich aber bereits ins 12. Jahrhundert zurückreichen.
Kollegienkirche (Universitätskirche)
- Hauptartikel Kollegienkirche
Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein, der Stifter der Kirche, setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um. Der Architekt der Kollegienkirche war Johann Fischer von Erlach. Die Kirche ist heute der bedeutendste Kirchenbau der Stadt Salzburg neben dem Salzburger Dom, ein Hauptwerk des Barockarchitekten Erlach und ein Kirchenbau von internationalem Rang.
Kajetanerkirche St. Maximilian
- Hauptartikel Kajetanerkirche St. Maximilian
Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit dem angeschlossenen Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, nächst dem ehemaligen, heute nicht mehr bestehenden Stadttor (Inneres Nonntalertor, Inneres Erentrudistor) gelegen, sehr alt. Urkundlich stand hier schon 1150 eine Kirche und ein Spital. In ihrer Nähe befand sich aber auch das Raplbad, in dem der Arzt Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus, wirkte. Im Jahr 1684 erfolgte durch Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg die Stiftung eines Priesterseminars unter Leitung der Theatiner (allgemein nach ihrem Gründer Kajetaner genannt).
Ursulinenkirche St. Markus
- Hauptartikel Ursulinenkirche St. Markus
Dem Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein waren als Landesfürsten soziale Aufgaben stets wichtig. So berief er 1695 zur besseren Bildung der weiblichen Jugend die Ursulinen nach Salzburg, die zuerst außerhalb der Stadt im heutigen Schloss Arenberg (früher Schloss Bürgelstein) untergebracht wurde, bald aber stadtnahe zum Klausentor hin übersiedelte. 1699 wurde hier daher der Grundstein für das Ursulinenkloster und die angeschlossene Kirche St. Markus gelegt.
Das Kloster der Ursulinen mit seinem angeschlossenen Privatgymnasium St. Ursula wurde 1957 nach Aigen-Glas verlegt, die ehemaligen Klosterräume werden seit 1959 weitgehend vom Naturkundemuseum Haus der Natur genutzt.
Historische Profanbauten
Alte Salzburger Residenz
- Hauptartikel Alte Residenz
Die Alte Residenz ist die historische fürsterzbischöfliche Palastanlage. Sie liegt zwischen dem heutigen Residenzplatz, dem Alten Markt, der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse und dem Domplatz. Sie ist erstmals um 1120 urkundlich nachgewiesen. Neubauten erfolgten vor allem im 15. und 16. Jahrhundert, vor allem unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau.
Neue Salzburger Residenz
- Hauptartikel Neue Residenz
Die Neue Residenz errichtete Wolf Dietrich von Raitenau um 1600. Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo ließ 1786 das dortige Zeughaus[6] räumen und größtenteils zu Verwaltungsräumen umbauen. Seit 2007 befindet sich in der Neuen Residenz das Salzburg Museum. Hier ist auch das bekannte Sattler-Panorama zu bewundern, das Johann Michael Sattler mit Hilfe von Friedrich Loos (Landschaft) und Johann Schindler (Figuren) malte. Im Gebäudekomplex ist auch das Salzburger Heimatwerk untergebracht.
Für das Salzburger Glockenspiel wurde der von Wolf Dietrich von Raitenau dem Bau vorgesetzte, ursprünglich fünfgeschossige Turm um 1701 aufgestockt.
Alte Universität mit Sacellum und Großer Aula
- Hauptartikel Alte Universität
Der äußerlich schlichte Bau der alten Benediktineruniversität wurde 1618 begonnen, als Markus Sittikus von Hohenems den Vorläufer der Universität Salzburg, das erste Salzburger Benediktinergymnasium gründete. Damals entstand auch die dem hl. Borromäus geweihte Kapelle des Sacellum. 1627 begann unter der Leitung Santino Solaris der Ausbau des Gebäudes für die 1623 begründete neue Benediktineruniversität. Nach 1630 wurde der Nordflügel mit der Großen Aula erbaut, 1652 bis 1655 der Bau des Südflügels.
Rathaus
- Hauptartikel Salzburger Rathaus
Das Rathaus ist heute ein viergeschossiger Bau mit Rokokofassade und einem Stadtbild prägenden charakteristischem kleinen Turm. Es wurde im 14. Jahrhundert als Wohnhaus des Patriziergeschlechtes der Keutzl (Keutzlturm) genutzt und wurde 1407 von der Stadtgemeinde erworben. Unter Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems von 1616 bis 1618 vollständig umgebaut. Die heutige Rokokofassade kam 1772 hinzu.
Heute ist das Gebäude im Erdgeschoß von Geschäften, sonst aber von Magistratsabteilungen genutzt. Die regelmäßigen Sitzungen des Gemeinderates der Stadt Salzburg finden hier im großen Saal im zweiten Stock statt. 2011/2012 wurde es komplett renoviert.
Unmittelbar neben dem Rathaus steht das vermutlich älteste erhaltene Patrizierhaus der Stadt Salzburg - das Haus Kranzlmarkt Nr. 3.
Hofmarstall (Festspielhaus), Felsenreitschule und Marstallschwemme
- Hauptartikel Hofmarstall
Der Hofmarstall wurde in der Anlage mit seiner langgestreckten Front zur Hofstallgasse von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau errichtet. 1662 folgte eine Erweiterung, sowie die Errichtung der Winterreitschule. Ein weiterer Ausbau erfolgte unter Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein. Die Sommerreitschule und die Fassade der nördliche Schmalseite zum (heutigen) Herbert-von-Karajan-Platz und zur Marstallschwemme hin wurde nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach 1693–1694 gestaltet.
In der Zeit der Monarchie war der Hofmarstall als Kavalleriekaserne genutzt. 1925 erfolgte der ersten Umbau zum Kleinen Festspielhaus für die Salzburger Festspiele unter Architekt Eduard Hütter, 1926 und 1937/38 weiterer Ausbau unter Architekt Clemens Holzmeister. Nach Übersiedlung des Hauses der Natur in das ehemalige Ursulinenkloster (1956) kam bis 1960 zum Neubau des Großen Festspielhauses nach Plänen von Clemens Holzmeister.
Die Felsenreitschule wurde 1693 unter Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein vermutlich nach Entwürfen von Johann Bernhard Fischer von Erlach ausgestaltet. Dieser Ort dient heute auch als Aufführungsstätte für die Salzburger Festspiele.
Die Marstallschwemme, bekannter unter dem Namen Pferdeschwemme, wurde im Zuge der Neugestaltung des Hofmarstalles durch Johann Bernhard Fischer von Erlach konzipiert.
Neutor oder Sigmundstor
- Hauptartikel Neutor
Der erste Versuch, den Berg zu durchschneiden, 1676 bis 1687 unter Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg, schlug fehl. Erst 1766 konnte der Tunnel eröffnet werden.
Reste alter Wehranlagen abseits der Festung
- Hauptartikel Stadtbefestigungen
Aus der Zeit der ersten Stadtbefestigung (um 1280) stammen:
- Stadtmauerreste in Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des Rathauses)
- Der Rote Turm (heute Freyschlösschen) und der Lambergturm am Mönchsberg (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg (Richterhöhe).
- Wehrmauern bei der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und das Stadttor Nonnbergtor
Aus der Zeit der zweiten Stadtbefestigung (etwa 1470 - 1490) stammen:
- Die Bürgerwehr am Mönchsberg, ein achttürmiger Stadtmauerteil mit doppeltem Mauerzug samt aufgesetzten Wehrgängen (über Sigmundstor), 2005/2006 fanden erste Restaurierungsarbeiten unter Leitung von Ing. Rüdiger Schobersberger statt
- Das Innere Nonntaler Tor, dessen Reste sich heute im Keller des Hauses Schanzlgasse 14 (Landeskindergarten) befinden.
Aus der Zeit der dritte Stadtbefestigung (um 1620 bis1648, der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammen:
- Müllner Schanze als dreistufige Wehranlage mit Augustinerpforte und Monikapforte und nächstgelegen dem Gstätten-Kavalier (Humboldtterrasse). Der vordere Wehrgraben ist heute zugeschüttet und durch einen serpentinenartigen Straßenneubau stark beeinträchtigt.
- durchgehender Wehrmauernzug und skarpierte Felsen des Mönchsbergs (in der ersten Anlage älter) mit Wehrtürmen des Lodronschen Zwingers der heutigen Richterhöhe
- Die "Katze" (in der ersten Anlage älter)
- Stadtmauerrest am Rudolfskai beiderseits des ehemaligen Michaelstores,
- Stadtmauerrest in der Basteigasse
- Das Gstättentor (1618, erste Anlage 1280)
- Das Klausentor (1612, erste Anlage um 1280)
Historische Gassen und Plätze
Domplatz mit der Mariensäule
- Hauptartikel Domplatz
Der allseitig geschlossene Domplatz vor der Domfassade ist durch Arkaden, den von Giovanni Antonio Daria errichteten Dombögen mit dem Residenzplatz und dem Kapitelplatz, sowie mit weiteren Arkaden mit der Franziskanergasse verbunden. Südseitig schließt der Konventtraktes der Benediktiner-Erzabtei St. Peter an, nordseitig die alte Residenz.
Am Domplatz vor der Domfassade finden im Rahmen der Salzburger Festspiele seit 1920 alljährlich die Aufführungen des "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal statt.
Im Mittelpunkt des Platzes steht die Mariensäule, 1776 bis 1771 von Wolfgang Hagenauer und Johann Baptist Hagenauer aus Blei eine auf einem Wolkenberg und einer Weltkugel thronende Statue der Maria Immaculata errichtet, die an den vier Seiten von je einer allegorischen Figur (Engel, Teufel, Wahrheit und Kirche) umgeben ist.
Kapitelplatz mit Kapitelschwemme
- Hauptartikel Kapitelplatz
Der Kapitelplatz, ein weitläufige Platz, blickt gegen Süden zum Dom, gegen Osten zur Domprobstei und zum Erzbischöflichen Palais und nach Süden zur Festung und zur Kapitelschwemme. Dahinter schließen Kardinal-Schwarzenberg-Haus, Domkapitel und der Mühlenhof der Erzabtei St. Peter an. Im Westen des Platzes folgt der Noviziattrakt der Erzabtei St. Peter.
Residenzplatz mit Residenzbrunnen
- Hauptartikel Residenzplatz
Der Residenzplatz, in seiner heutigen Größe, ist unter Schleifung von Bürgerhäusern und Entfernung des alten Domfriedhofes durch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau entstanden und ist ein repräsentativer prunkvoller Vorplatz der fürsterzbischöflichen Residenzen. Im Mittelpunkt steht der Residenzbrunnen, ein monumentaler Brunnen, der zwischen 1656 und 1661 im Auftrag von Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein geschaffen wurde und wohl von Tommaso di Garona ausgeführt wurde.
Mozartplatz
- Hauptartikel Mozartplatz
Der Mozartplatz ist ein repräsentativer rechteckiger Platz vor der neuen Residenz, der ab 1588 durch den Abbruch mehrerer Bürgerhäuser unter Wolf Dietrich von Raitenau angelegt wurde. Heute steht in der Mitte des Platz auf einem Sockel das Denkmal für Wolfgang Amadé Mozart, das 1842 von Künstler Ludwig von Schwanthaler geschaffen und von Johann Stiglmaier in Bronze gegossen wurde.
Waagplatz
- Hauptartikel Waagplatz
Der im Nordwesten an den Mozartplatz angrenzende kleine Waagplatz ist ein vieleckiger Platz, der ursprünglich als ältester Marktplatz und Gerichtsplatz diente. Hier befanden sich die Stadttrinkstube, die Schranne und die Pfalz.
Getreidegasse
- Hauptartikel Getreidegasse
Diese uralte Gasse liegt in der Altstadt und ist heute Salzburgs berühmteste Einkaufsstraße. Ihr besonderer Charakter ergab sich früher durch die zahlreichen schmiedeeisernen Zunftzeichen, die heute leider schon häufig von internationalen Markenschildern abgelöst wurden.
Sigmund-Haffner-Gasse
- Hauptartikel Sigmund-Haffner-Gasse
Die Sigmund-Haffner-Gasse ist nach dem gleichnamigen Bürgermeister der Stadt Salzburg, Sigmund Haffner, in der Zeit von 1768 bis 1772, benannt.
Kaigasse und Kaiviertel
- Hauptartikel Kaiviertel
Das Kaiviertel entwickelte sich entlang des einstigen Hauptstraßenzuges vom Domplatz über den Kajetanerplatz und das Erentrudistor (später Kajetanertor) nach Hallein und Berchtesgaden. Die Gasse setzt sich aus mehreren mittelalterlichen Gassen zusammen und wurde ab dem 12. Jahrhundert allmählich bebaut.
Alter Markt mit Florianibrunnen
- Hauptartikel Alter Markt
Der Alte Markt, der zweitälteste Handelsplatz in der Altstadt, wurde im Frühmittelalter (13. Jahrhundert) planmäßig angelegt. An diesen städtischen Marktplatz schlossen einst der Milchmarkt und Kräutermarkt, der Rüben- und Krautmarkt und der Hafnermarkt an. Heute wird er von einer stattlichen Zeilen von Bürgerhäusern umrahmt, deren Kern meist ins Mittelalter reicht, die aber vielfach frühneuzeitlich überprägt sind.
In der Mitte des Alten Marktes steht heute der Marktbrunnen, der Florianibrunnen, der urkundlich anstelle eines alten Ziehbrunnens 1488 hier errichtet wurde, als erstmals Wasser vom Gaisberg über die Stadtbrücke bis zum Alten Markt geleitet werden konnte. Am südwestlichen Eck befindet sich das bekannte Café Tomaselli.
Historische Friedhöfe und Gärten
Friedhof von St. Peter
- Hauptartikel Friedhof von St. Peter
Der Friedhof von St. Peter ist neben dem Friedhof der Benediktinerinnenabtei Nonnberg die älteste noch bestehende christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt.
Durch seine Lage am Fuß des Mönchsbergs und sein malerisches Gelände war der Friedhof von St. Peter ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des 19. Jahrhunderts. Im Friedhof von St. Peter finden sich in den Berg hinein gehauene sogenannte Katakomben. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Hier sind die Gertraudenkapelle und die Maximuskapelle zu finden.
Botanischer Garten (heute Wilhelm-Furtwängler-Garten)
- Hauptartikel Botanischer Garten
- Hauptartikel Wilhelm-Furtwängler-Garten
Bis ins 16. Jahrhundert befand sich hier ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der Frauengarten der Petersfrauen oder Frohngarten. Unter Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron wurde (schon 1617 war ein akademisches Gymnasium errichtet worden) 1622 im Bereich dieses Gartens die Benediktineruniversität unter maßgeblicher Leitung der Erzabtei St. Peter errichtet.
Zwischen 1820 und 1941 war der Garten wieder botanischer Garten. 1835 wurde er offiziell zum k. k. botanischen Garten der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt. Heute bestehen nur mehr ein paar Bäume, wie der große Ginkobaum und die Tränen-Kiefer, beide um etwa 1850 gepflanzt und Relikte des alten Botanischen Gartens.
Klöster
Nicht mehr bestehende Klostergemeinschaften im Altstadtgebiet sind vor allem das Kloster der der Domfrauen, der Petersfrauen (heute von den Franziskanern genutzt) und das Kloster der Theatiner (Kajetaner).
Benediktiner-Erzabtei St. Peter
- Hauptartikel Benediktiner-Erzabtei St. Peter
Die Benediktiner-Erzabtei St. Peter ist das älteste bestehende Kloster im deutschen Sprachraum, das um 696 (nach Haustradition 582) gegründet bzw. erneuert wurde und auf einer seit der Spätantike bestehenden Klostergemeinschaft aufbauen dürfte. Die Erzabtei St. Peter besitzt eine bedeutende Sammlung von Malereien und Plastiken und vor allem von wertvollen Büchern und Urkunden. Das Verbrüderungsbuch des Klosters ist das älteste erhaltene Schriftstück auf dem Gebiet des heutigen Österreich.
Benediktinerinnenabtei Nonnberg
- Hauptartikel Benediktinerinnenabtei Nonnberg
Um 715 gründete Rupert von Worms am Nonnberg die Benediktinerinnenabtei Nonnberg, das heute weltweit älteste dauernd bestehende Frauenkloster.
Franziskanerkloster
- Hauptartikel Franziskanerkloster
Nach Aufhebung des Klosters der Petersfrauen 1583 stand das dortige Kloster leer. Erzbischof-Coadjutor Georg von Kuenburg rief darauf 1587 Franziskaner zur Fortsetzung der inneren Mission und zur Seelsorge nach Salzburg. Einer der bekanntesten Ordensangehörigen war Pater Peter Singer, der Erfinder des Pansymphonikon.
Verkehr
Zentrale Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sind die Haltestellen Zentrum-Ferdinand-Hanusch-Platz und Herbert von Karajan-Platz auf dem gleichnamigen Platz.
Die Hauptachsen des Verkehrs bilden der Franz-Josef-Kai, die Griesgasse sowie die Verbindung zwischen dem Franz-Josef-Kai und dem Neutor. Der Großteil der linksufrigen Altstadt ist jedoch Fußgängerzone.
Kultur
Fast alle bedeutenden Kultureinrichtungen haben ihren Sitz in der linksufrigen Altstadt, wie beispielsweise der Salzburger Festspielfonds, Träger und Veranstalter der Salzburger Festspiele, die Salzburger Kulturvereinigung oder die Trakl Forschungs- und Gedenkstätte.
Persönlichkeiten
- Lebende
- Erzabt Pater Korbinian Birnbacher OSB,
- Erzbischof Dr. Franz Lackner
- em.o. Univ.-Prof. DDr. h. c. Josef Wallnig
- Verstorbene
- Johann Lorenz Hagenauer
- Johann Michael Haydn
- Joseph Mohr
- Wolfgang Amadé Mozart
- Paracelsus
- Christian Doppler
Sportveranstaltungen
Seit 2003 findet das Stadtrennen des modernen Gaisbergrennens statt. Nach 2010 kam in der Salzburger Altstadt das sogenannte Sightrunning auf. Seit 2017 findet der Salzburger Businesslauf in der Altstadt statt. Im Juni 2019 fand hier die Eröffnung der Europäischen Betriebssportspiele statt. Auch der Jedermannlauf führt durch die Altstadt.
Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1972 im bayerischen München brachte der Salzburger Sportler Manfred Stengl das olmypische Feuer zu einer Feier auf den Domplatz.
Bilder
Altstadt von Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Historisches Zentrum der Stadt Salzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Weblinks
Literatur und Quellen
- Eltz-Hoffmann, Lieselotte v.: Salzburger Brunnen, Verlag der Schriftenreihe "Kulturgut der Heimat", Stadtverein Salzburg, Salzburg, 1979
- Eltz-Hoffmann, Lieselotte v.: Die Kirchen Salzburgs, Verlag Anton Pustet Salzburg, 1993, ISBN 3-7025-0308-0
- Dopsch, Heinz; Hoffmann, Robert: Geschichte der Stadt Salzburg, Verlag Anton Pustet, Salzburg, 1976, ISBN 3-7025-0340-4
- Oberhammer, Monika: Pustets Klosterführer, Verlag Anton Pustet Salzburg, 1998, ISBN 3-7025-0374-9
- Euler, Bernd; Gobiet, Ronald; Huber, Horst: Dehio Salzburg - Stadt und Land, Verlag Anton Schroll & Co Wien, Wien, 1986, ISBN 3-7031-0599-2
Einzelnachweise
- ↑ Wohnen in Salzburg Stadt & Umgebung 2021, Herausgeber Team Rauscher Immobilien GmbH
- ↑ Anteil an der gesamten Stadtfläche
- ↑ Anteil an der gesamten Stadtbevölkerung
- ↑ vergleiche: älteste Ansicht von Salzburg um 1460, Schedelsche Weltchronik
- ↑ Quelle Wohnen in der Stadt Salzburg, Marktbericht 2019, Herausgeber Team Rauscher Immobilien GmbH, 2019
- ↑ Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke
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Landschaftsräume der Stadt Salzburg:
Aigen · in der Salzburger Altstadt die Teil-Landschaftsräume Bürglstein, Festungsberg, Kapuzinerberg, Mönchsberg und Rainberg
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