Großes Festspielhaus

Aus SALZBURGWIKI
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Blick in den Zuschauerraum zur Bühne.
Großes Festspielhaus, Eingangsseite.
Karte


Das Große Festspielhaus ist ein multifunktionaler Veranstaltungsort in der Stadt Salzburg in der Altstadt im Festspielbezirk. Das Gebäude zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Beschreibung

Das Große Festspielhaus wurde nach Plänen des Architekten Clemens Holzmeister erbaut. Die Bühne gehört mit einem Ausmaß von insgesamt 100 Metern Breite (einschließlich Seitenbühnen) zu den größten der Welt.

Das Festspielhaus bietet für 2 179 Zuschauer Platz. Der Bühnenraum weist eine Höhe von 35 Metern, eine Breite von 100 Metern und eine Tiefe von 25 Metern auf. 155 Prospektzüge der Bühnenmaschinerie, die Einrichtungen der Beleuchtung, der Eiserne Vorhang mit 34 Tonnen Gewicht, fünf Hubpodien von je 18 × 3 Metern sowie eine dreiteilige Simultanbühne zählen zu den Meisterwerken moderner Bühnentechnik. Die Gesamtbaukosten betrugen etwa 210 Millionen Schilling (15,3 Mio. Euro). Die Errichtungskosten haben zum größten Teil der Bund bzw. die Republik Österreich getragen, weshalb die Republik Österreich die Eigentümerin des Großen Festspielhauses ist. [1]

Nach der Premiere vor dem Großen Festspielhaus, Juli 2011.

An der Ausgestaltung haben u. a. mitgewirkt: Oskar Kokoschka, Wolfgang Hutter, Karl Plattner, Rudolf Hoflehner, Kurt Fischer, Giselbert Hoke, Wander Bertoni, Jakob Adlhart (Bildhauer), Rudolf Reinhart, Slavi Soucek, Alfred Hrdlicka und Toni Schneider-Manzell.

Die Fassade wird durch eine lateinische Inschrift des Benediktiners Thomas Michels geschmückt: Sacra camenae domus concitis carmine patet quo nos attonitos numen ad auras ferat. - "Der Muse heiliges Haus steht Kunstbegeisterten offen, als Entflammte trage uns göttliche Macht empor."

Blick von der Bühne in den Zuschauerraum.

Geschichte

1917 wurde der Verein Salzburger Festspielhaus-Gemeinde gegründet, der in seinen Statuten als Vereinszweck "die Erbauung eines Salzburger Festspielhauses und die nicht auf Gewinn berechnete Veranstaltung von Festspielen" anführte.[2] Doch es sollte bis nach dem Zweiten Weltkrieg dauern, bis Salzburg ein eigenes, zeitgemäßes Festspielhaus erhalten würde. Siehe dazu auch den SALZBURGWIKI-Artikel Die Salzburger Festspielhäuser und ihre Geschichte.

Am 24. August 1953 informierte Landeshauptmann Josef Klaus (ÖVP) das Festspielkuratorium über die von Clemens Holzmeister ausgearbeiteten Pläne für eine großzügige Neugestaltung des Festspielhauses. Die bisherige Heimstatt des Hauses der Natur an der Hofstallgasse sollte zu einer modernen Großbühne für 2 300 Zuschauer ausgebaut werden. Man hoffte, mit 30 Millionen Schilling für das Festspielhaus und zusätzlichen sechs Millionen Schilling für die Umsiedlung des Hauses der Natur das Auslangen zu finden.

Großes Festspielhaus, der Zuschauerraum.

Am 24. August 1955 erklärte Festspielpräsident Heinrich Puthon, dass für ein neues Festspielhaus nur Holzmeisters Planung mit dem Standort an der Hofstallgasse in Frage kommen. Holzmeister erläuterte sein Projekt und sprach sich für die Unterbringung von Haus der Natur und Salzburger Museum Carolino Augusteum im Komplex des baufälligen Ursulinenklosters aus, wo ein echtes Museumsviertel entstehen könnte. Das Ingenieurbüro Mühlberg legte in Ergänzung des Holzmeister-Projekts für das Festspielhaus eine Studie über den Bau eines 250 Meter langen Tunnels vom neuen Festspielhaus zu einem Parkplatz zwischen Bürgermeisterloch und Brunnhausgasse vor.

Das Festspielhaus wurde in Salzburg heftig diskutiert und hatte viele Kritiker auf den Plan gerufen. Für das Projekt hatten die Planer 215 Millionen Schilling veranschlagt. Um das Projekt billiger erscheinen zu lassen, hätten die Verantwortlichen jedoch öffentlich die 110 Millionen Schilling von Variante D verkündet. "Bei dieser Variante hatten etwa die Garderoben unverputzte Wände und für die Eingangshalle war kein Marmorboden vorgesehen, sondern ein rot gestrichener Betonfußboden", erzählte Guy Eschig, der zum Team um Clemens Holzmeister gehörte.

Die Arbeiten begannen 1956 mit dem Abtragen von rund 55 000 m² Konglomerat der Mönchsbergwand, um für das gewaltige Bühnenhaus Platz zu schaffen. Das Große Festspielhaus wurde dann am 26. Juli 1960 mit Richard Strauss' "Rosenkavalier" unter der Leitung von Herbert von Karajan eröffnet.

Großes Festspielhaus, im Zuschauerraum.

2020: 60 Jahre Großes Festspielhaus

Das Große Festspielhaus wurde 2020 sechzig Jahre alt. Eigentlich sei ein Gebäude in diesem Alter am Ende seines Lebenszyklus, doch die Bauqualität aus den 1950er-Jahren sei außergewöhnlich gut. Auch die anderen Gebäude im Festspielbezirk bräuchten eine Erneuerung – von der Haustechnik bis zu den Dächern, von der Klimatisierung bis zur Digitalisierung. Viele Bereiche wie Brandschutz oder Arbeitnehmerschutz erfordern hohe Investitionen. Darüber hinaus besteht bei allen Spielstätten in unterschiedlichster Weise Handlungsbedarf. Die Werkstätten, die Künstlergarderoben und zum Teil auch der Zuschauerbereich entsprechen nicht mehr den Anforderungen von Mitarbeitern, Künstlern, aber auch dem Publikum an ein Festival mit Weltbedeutung. Der Schwerpunkt der Sanierung liegt in der Verbesserung der Heiztechnik, der Klimaanlage, des barrierefreien Zugangs im Gebäude und vielem mehr. Es sollen weiterhin sowohl Produktion als auch Aufführungen im Festspielbezirk konzentriert werden. Bühnentechnik, Werkstätten und Publikumsbereich werden auf den modernsten Stand der Zeit gebracht; Vorgaben des Brandschutzes, der Barrierefreiheit, aber auch des Klimaschutzes finden dabei Berücksichtigung.

Die Bundesimmobiliengesellschaft BIG wurde mit einer Gesamtstudie beauftragt, in die Einzelgutachten zur Statik, Haustechnik und zum Raumkonzept einflossen. Allein dafür seien 300.000 Euro veranschlagt. Die BIG-Studie lag im Spätherbst 2019 vor, und 2020 wurden die notwendigen Entscheidungen getroffen.[3]

Großes Festspielhaus, im Zuschauerraum.

Umbau und Erweiterung ab 2025

Der Festspielbezirk soll umfassend modernisiert und erweitert werden, um Platzmangel, veraltete Bühnentechnik und logistische Engpässe zu beseitigen. Zweieinhalb Jahre wurden die Anforderungen erhoben, um dem eklatanten Platzmangel, den technischen Einrichtungen aus den 1960er-Jahren sowie der veralteten Bühnentechnik, die teilweise noch per Hand zu bedienen ist, eine grundlegende Modernisierung entgegenzusetzen. Die Gesamtnutzfläche sollte durch den geplanten Umbau und die Erweiterung um rund 10 000 Quadratmeter auf 47 514 Quadratmeter vergrößert werden. Die Nutzfläche wird damit deutlich vergrößert, zusätzliche Bereiche entstehen im Mönchsberg. Die Logistik erfolgt künftig über eine Zufahrt im Sigmundstor, wodurch die Altstadt entlastet wird. Der Umbau begann 2025 parallel zum laufenden Betrieb und soll 2030 abgeschlossen sein.

Für die Bauphase steht das Große Festspielhaus von Herbst 2028 bis Frühsommer 2030 nicht zur Verfügung. Eine Ersatzspielstätte ist notwendig, da diese Bühne rund die Hälfte der Kartenerlöse generiert. Das Kuratorium beauftragte das Direktorium, eine ganzjährig nutzbare Stahlbauhalle zu prüfen. Ein Großteil des vorgesehenen Budgets wird für die Anmietung von Werkstätten- und Büroflächen benötigt. Ab 2027 übersiedeln Tischlerei, Schlosserei, Tapezierei, Malersaal, Montagehalle und die technische Direktion in das ehemalige Puma‑Hauptquartier an der Münchner Bundesstraße 119; weitere Flächen für Schneiderei und Kostümwerkstätten werden noch gesucht.

In der Kuratoriumssitzung am 16. Oktober 2026 wurde entschieden, dass den Sommern 2029 und 2030 die Konzerte in der Salzburgarena stattfinden werden. Für den "Jedermann" steht bei Schlechtwetter in den Sommern 2029 und 2030 die Halle 10 im Messegelände bereit. Ein Projekt für eine mobile Bedachung auf dem Domplatz wird noch geprüft.[4]

Regelmäßige Veranstaltungen im Großen Festspielhaus

Einzelne Veranstaltungen

Sonstiges

Das Große Festspielhaus hat eine Verbindung zu den Mönchsberggaragen im Mönchsberg.

Kunstwerke

Die Kunstwerke von Robert Longo.
Kokoschka: "Amor und Psyche"
Kokoschka: "männliche Chimäre und Sonne, weibliche Chimäre und Mond"
Boeckl: "Sphärenklänge"
  • Von Wander Bertoni stammen die beiden Allegorien "Musik" und "Theater". Die beiden Skulpturen aus Carrara-Marmor stehen in der Säulenhalle im Großen Foyer.
  • Die Keramikerin Gudrun Baudisch-Wittke gestaltete von 1959 bis 1966 in Zusammenarbeit mit Clemens Holzmeister den keramischen Raumschmuck.
  • 1963 fertigte Alfred Hrdlicka die Skulptur "Orpheus II" als Auftragsarbeit für die Salzburger Festspiele aus Untersberger Marmor. Die Skulptur steht im Säulenfoyer des ehemaligen fürsterzbischöflichen Hofmarstalls.

Bildergalerie

Bild 1: Büste von Herbert von Karajan.
Bild 1: Blick in die Förderer-Lounge.
Bild 1: Unteres Pausenfoyer.



Bild 1: Masken von Jakob Adlhart (Bildhauer) in der Hofstallgasse vor dem Großen Festspielhaus.
Bild 1: Großes Festspielhaus, Zuschauerraum.
Bild 1: Großes Festspielhaus, Stiegenaufgänge.

weitere Bilder

 Großes Festspielhaus – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Großes Festspielhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
  • facebook, Bild aus der Bauzeit des Großen Festspielhauses 1958

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ www.salzburgerfestspiele.at, die Seite konnte bei einer Kontrolle am 1. Jänner 2026 nicht mehr abgerufen werden
  2. ↑ Kaut, Josef: Festspiele in Salzburg, Residenz Verlag Salzburg, 1965, Seite 285
  3. ↑ Quelle Salzburger Nachrichten vom 12. Juli 2019
  4. ↑ sn.at, 16. Oktober 2026