Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke

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Dieser Artikel soll über Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke Auskunft geben, um den Besucher der Salzburgwiki-Seiten das Verstehen historischer Beiträge zu erleichtern.

A

  • Administrator ist nach dem Kanonischen Recht ein Geistlicher, der während der Sedisvakanz eines bischöflichen Stuhles die Diözese bis zur Wiederbesetzung des Amtes verwaltet
  • Antekamera-Kammerdiener ---> K (Kammerdiener), antecamera war das Vorzimmer
  • Aufschwören war ein Rechtsvorgang im Mittelalter, insbesondere die Leistung eines Amtseides oder das Beschwören adeliger Abstammung, → Aufschwörung

B

  • BruderladeBruderlade
  • Bulle: ist ein Dekret eines Papstes oder eine Urkunde des Mittelalters mit einer Bulle als Siegel
  • Bundschuh, die Bezeichnung für eine Bauernschuh aus dem Mittelalter, der auch ein Symbol der aufständischen Bauernbünde war[1]
  • Burgen werden im allgemeinen Sprachgebrauch sehr oft als "Schloss" bezeichnet. Die Begriffe Schloss und Burg waren jedenfalls im Mittelalter und vielfach auch in den Jahrhunderten danach gleichbedeutend. Schloss = verschlossene Wehranlage, die Festung hieß oft auch "Hauptschloss" die neuen Begriffe wie Schloss Frohnburg und Schloss Emsburg sind sprachlich unschön.)
  • Burgfried war die Bezeichnung im Mittelalter für das Gebiet rund um eine Siedlung (meist eine Stadt), also Wiesen, Felder und Wälder, das diese Siedlung besessen und verwaltet hatte[2]

C

  • Caupo: ist das lateinische Wort für Ladenbesitzer, Gastwirt, Krämer, Wirt[3]

D

  • Dienstmann war die frühere Bezeichnung von Pfleger sowie ein Beruf in der Stadt Salzburg ( → Salzburger Dienstmann)
  • Domherr ist ein (geistliches) Amt in der katholischen Kirche. Domherren waren nicht unbedingt Kapitulare, ja nicht einmal unbedingt geweiht, sondern nur Beamte geistlicher Fürsten ( → Salzburger Domherr)
  • Dompropst heißt der Vorstand eines Domkapitels in der katholischen Kirche, der zusammen mit dem Domdechanten und den Domkapitularen das Domkapitel bildet ( → Salzburger Dompröpste)
  • Dosser nannten sich die Händler von Salz, die das Salz auf hölzernen „Kraxen“ (Traggestellen) am Rücken trugen und damit von Haus zu Haus gingen, um es zu verkaufen[4]

E

  • ec. pp., oft ec.ec. pp. oder &c. &c. p. p. = Latein: et cetera et cetera perge perge (bedeutet: „und so weiter und so fort“)
  • Erbausfergen und Erbnaufergen: Ab 1400 gibt es zwei Schiffsherrenrechte auf der Salzach, die vom Landesfürsten verliehen wurden: Erste Klasse - nicht zu Schiff gehende Adelige (Erbausfergen) und zweite Klasse - selbst fahrende bürgerliche (Erbnaufergen)[5] ( → Erbausfergenamt)
  • Erbkämmerer war das erbliche Hofamt des Kämmerers --> siehe K (Kämmerer)
  • Erblandmarschall war das erbliche Hofamt des Hofmarschalls --> siehe H (Hofmarschall)
  • Erbschenk war das erbliche Hofamt des Mundschenken --> siehe M (Mundschenk)
  • Erbtruchsess war das erbliche Hofamt des Truchsesses --> siehe T (Truchsess)
  • Erzbischof ist ein Bischof, der zugleich das Haupt einer Kirchenprovinz ist und damit höher steht als die anderen Bischöfe derselben Kirchenprovinz, er ist zugleich kirchenrechtliche Appellationsinstanz gegenüber diesen anderen Bischöfen

F

  • Fehde: bezeichnet ein Rechtsinstitut, das vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit die Regulierung von Rechtsbrüchen direkt zwischen Geschädigtem und Schädiger unter Ausschaltung einer übergeordneten Instanz regelte
  • FideikommissFideikommiss
  • Fragner nennt man einen Kleinhändler, der Alltagsgegenstände und Lebensmittel von den Bauern kaufte und in der Stadt weiterverkaufte, wobei er von Tür zu Tür ging und fragte, ob man etwas kaufen wolle oder zu verkaufen habe.
  • Freimann ist ein alter Ausdruck für den Scharfrichter (Henker), vor allem in Salzburg gebräuchlich gewesen.
  • Frondienst: bezeichnet persönliche Dienstleistungen von Bauern für ihre Grundherren

G

  • Gang ist die frühere Bezeichnung für Balkon, die in den Landbezirken heute noch verwendet wird. Siehe Gang
  • Gant ist die Versteigerung eines Pfandes.[6]
  • Gastgeb, Gastgeber, Wirt, Gastwirt, insbesondere Speisewirt[7]
  • Geheimer Rat war in den Gebieten des Heiligen Römischen Reiches, zu dem ja auch das Erzstift gehörte, ein Mitglied eines Kollegiums von Räten, das unmittelbar dem Landesfürsten unterstand und meist unter dessen Vorsitz über die wichtigsten Landesangelegenheiten, insbesondere über den Erlass von Verordnungen, Beschluss fasste[8].
  • Gemächtnis bedeutet Abmachung, Vereinbarung
  • Gemach bedeutet Ordnung, Gesetz
  • Gendarmerie war ein militärisch organisierter Wachkörper, der in Österreich von 1850 bis 2005 außerhalb der großen Städte als Ordnungshüter fungierte.[9]Gendarmerie
  • Gerechtsame, Gerechtigkeit, nannte man früher Gewerbeberechtigungen; Beispiel: Bierbrauer: Brauereien durften ihr Bier nur in ihren eigenen Brauhäusern oder über die Gasse verkaufen, also an Private, die sich ihr Bier in den Brauhäusern selbst abholten. Normalerweise waren die Wirte im Besitz von Bier- und Weinausschank-Gerechtsame. Die Bierschenken, man nannte sie auch Zapfer, durften Bier ausschenken und kaltes Fleisch oder Würste dazu anbieten. Faktoreien und Handelsherren wiederum hatten das Vorrecht, welschen Süßwein und Muskateller zu verkaufen. Welsch wurden jene Länder bezeichnet, die südlich von Bozen bereits italienisch sprechende waren[10].
  • Gewerke ist eine alte Bezeichnung für den Eigentümer eines Bergwerks. Die Anteile des Gewerken wurden Kuxe genannt[11].
  • Gmachlmühle oder Gmachmühle war einst die Bezeichnung für eine Getreidemühle, die entweder einem Hof zu eigen war oder im Besitz mehrerer Bauern stand ( → Gmachlmühle)
  • Gnadengeld war eine frühere regelmäßige Zahlung, ohne dass der Empfänger einen Rechtsanspruch darauf hat. Gnadengeld ist auch unter dem Begriff „Ehrensold“ oder „Ehrengehalt“ bekannt[12].
  • Grundholde waren im Mittelalter jene Bauern, die außerhalb des Fronhofes auf eigenen Bauernhöfen arbeiteten, aber Steuern an den Grundherren abgeben mussten[13]

H

  • Heiliges Römisches Reich ist die offizielle Bezeichnung für den Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaiser vom Spätmittelalter bis 1806 ( → Heiligen Römischen Reiches)
  • Hintersassen war vom Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert die Bezeichnung für Leute, die "hinter" einem Herrn saßen, also einem Vogt, Gerichts- oder Grundherrn unterworfen waren.[14]
  • Hoffurier --> siehe K (Kammerfurier)
  • HoffußHoffuß
  • Hofkammer war eine Behörde, die das Vermögen des Herrschers ("Kammergut") verwaltete; erstmals unter Maximilian I. 1494 kam eine Hofkammer zum Einsatz[15], → Salzburger Hofkammer
  • Hofkanzler war ursprünglich im Mittelalter ein Hofgeistlicher, der in einer Kanzlei Urkunden ausfertigte ( → Salzburger Hofkanzler“).
  • Hofkapelle: alle am Königshof tätigen Kleriker, diese verrichteten sowohl religiöse als auch weltliche Aufgaben
  • Hofmark ist ein Begriff aus dem mittelalterlichen Recht im Herzogtum Bayern und angrenzenden Gebieten; er bezeichnet den abgegrenzten Bezirk einer Grundherrschaft, der das Recht zur niederen Gerichtsbarkeit unterhalb des Malefizhändels hatte[16] - siehe Hauptartikel Hofmark
  • HofmarschallHofmarschall ist der oberste Verwaltungsbeamte eines fürstlichen Hofes[17]
  • Hofmarstall waren die Gebäude von Fürsten, in denen ihre Pferde und Reitschulen untergebracht waren ( → Marstall).
  • Hofrat war einerseits eine hohe Behörde, andererseits (und ist es teilweise noch heute) ein Beamtentitel, → Hofrat.
  • Hofschutz: Erzbischof Paris Graf Lodron hatte der Salzburger Kaufmannschaft Privilegien verliehen, durch die den eingewanderten Italienern und Savoyarden das Bürgerrecht verweigert werden konnte.[18]
  • HolzknechtseldeHolzknechtselde
  • HubeHalber Bauernhof

K

  • Kammerdiener ist ein Mitglied des Hausgesindes, der für seinen Arbeitgeber oder Dienstherrn bestimmte häusliche Pflichten erfüllt.[19]
  • Kammerfurier war ein unterer Hofbeamter, der namentlich mit der Überwachung des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes an den Höfen und in den fürstlichen Schlössern betraut war. Bei Hofreisen war ein Kammerfurier üblicherweise als Quartiermeister für die Person zuständig.[20]
  • Kammergut war ein unmittelbarer beweglicher oder unbeweglicher (z. B. eben ein Land, eine Region) Besitz eines Landesherren. Die in diesem "Kammergut" vorkommenden Bodenschätze oder landwirtschaftlichen Erträge gehörten direkt diesem Landesherren und dienten zur Deckung seiner Lebenskosten.[21], → "Salzkammergut".
  • Kammerprokurator, auch Kammerfiskal genannt, war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein Ministeriale oder Beamter des Landesherrn, der die Interessen der Kammer (der Finanzen des Fürsten, also des Fiskus) zu vertreten hatte, unter anderem bei Gericht[22].
  • Kammerrat, Hofkammerrat: Als Kammerrat bezeichnete man ein Mitglied einer fürstlichen Hofkammer, insbesondere eines der führenden Mitglieder dieser Finanz- und Liegenschaftsverwaltungsbehörde.[23]
  • Kämmerer war die Bezeichnung eines Fachbediensteten für das Finanzwesen.[24]
  • Kapitular: ist nach dem Recht der römisch-katholischen Kirche ein Priester, dem allein oder in Gemeinschaft mit anderen Priestern, dem Kapitel, die Aufgabe anvertraut ist, an einer Kathedralkirche oder einer Kollegiatkirche feierliche Gottesdienste zu halten und alle vom Bischof übertragenen Aufgaben zu erfüllen
  • Kaplan: von lateinisch: capella, (schwarze) Kappe, Mütze oder Hut, die getragen wurde von einem capellanus, dem Seelsorger oder Priester für eine Kapelle (Gebetsraum) oder Kirche.
  • Kaplaney: abgeleitet von Kaplan, dessen kirchliche Amtsstelle, Kanzlei und Wohnhaus; im übertragenen Sinne die Pfarrkanzlei
  • Kastner war ein Aufseher und Verwalter herrschaftlichen Kammerguts, insbesondere des Kastens, d. h. des Speichers, in dem die Naturalabgaben der Untertanen zusammenflossen.[25]
  • Kavalier, auch Katze, ist eine Geschützstellung, welche die benachbarten Werke deutlich überragt, zur besseren Beherrschung des Vorgeländes oder der Vorwerke an taktischen Schwerpunkten.[26]
  • Kinematographieren war die Bezeichnung für das Aufnehmen von bewegten Bildern in der Anfangszeit des Filmes; dieser Begriff hielt sich bis in die 1910er-Jahre[27]
  • Kleizler waren Holzknechte, die durch das Spalten (Kleizen) von Holz an der Herstellung von Perkufen zum Salztransport beteiligt waren.[28]

L

  • Landstände: die politischen Vertretungen der Stände in den europäischen Gesellschaften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit gegenüber dem jeweiligen Landesherrn
  • LeerhäuslLeerhäusl
  • Leibeigenschaft: bezeichnet eine vom Mittelalter bis in die Neuzeit verbreitete persönliche Verfügungsbefugnis eines Leibherrn über Leibeigene
  • Leibgedinge ist die Verpflichtung, Naturalleistungen wie Wohnung, Nahrungsmittel, Hege und Pflege gegenüber einer Person bis zu deren Ableben zu erbringen[29]
  • Leibstuhl ist ein Stuhl mit eingebautem Nachttopf, wie es ihn früher vor allem in besseren Kreisen gab[30]
  • Lehnswesen: bezeichnet das politisch-ökonomische System der Beziehungen zwischen Lehnsherren und Lehnsnehmern. Es bildete die Grundlage der hochmittelalterlichen Gesellschaftsordnung der abendländischen Staaten, vor allem des Heiligen Römischen Reichs
  • Leihkhauf, oft Leÿkhauf geschrieben, ist der alte Ausdruck für das Trinkgeld.[31]
  • Lizentiat (auch Lizenziat) war und ist teilweise noch ein akademischer Grad. Er war Voraussetzung, um z. B. an Katholischen Hochschulen lehren zu können oder auch zum Generalvikar ernannt werden zu können.
  • Loder Tuch -und Lodenweber.
  • Lötschen dürfte nach Jakob Vogl[32] von "Loggia" herrühren.

M

  • Marstall war ursprünglich eine allgemeine Bezeichnung für Pferdestall[33]
  • Metropolit: in der römisch-katholischen Kirche ist der Metropolit der Vorsteher einer Kirchenprovinz, eines Verbandes von Diözesen
  • Moar ist ein Begriff aus dem Dialekt und bedeutet Meier, was von Major domus abgeleitet ist. Der Moar war bei Großbauern der erste unter den Knechten, bei Mannschaften (z. B. Eisstockschießen) ist er der Spielführer. Auch einen Prangstangenmoar gib es.[34]
  • Mundschenk - der Mundschenk war ab dem Mittelalter ein Hofbediensteter, der für die Versorgung mit Getränken, vor allem mit Wein, zuständig war [35];
  • Ministeriale war ursprünglich ein im antiken kaiserlichen Dienst stehender Beamter, später im Dienst von Fürsten[36].

N

O

  • Oberösterreich (Tirol) - war in der Kanzleisprache der frühen Neuzeit eine Bezeichnung (im Wesentlichen) für Tirol; das heutige Oberösterreich galt zusammen mit dem heutigen Niederösterreich (samt Wien) als "Niederösterreich".[37]
  • Oheim - Bruder der Mutter, also Onkel mütterlicherseits

P

  • Pallium ist ein Amtsabzeichen des Papstes, das er regelmäßig an die Metropoliten der Kirche verleiht, es ist heute ein ringförmiges, etwa 5 bis 15 cm breites Band, eine Art Stola, und wird über dem Messgewand getragen. Üblicherweise sind in einem Pallium sechs schwarze Seidenkreuze eingestickt.[38]
  • PflegegerichtPfleggericht
  • PflegerPfleger
  • Pfründung, Pfründer - Pfründung nannte man früher das Ausgedinge, die Altenvorsorge, Pfründer waren jene Personen, die die Pfründung in Anspruch nehmen konnten[39]
  • Pranger - eine mittelalterliche Strafform, eine Säule oder sonst ein fester Ort, an dem Verurteilte zum Gespött der Leute eine gewisse Zeit öffentlich zur Schau gestellt wurden[40]
  • Praxator ist das lateinische Wort für Brauer, Bierbrauer, Braumeister[41]
  • Provinzialsynode: ist in den christlichen Kirchen und Gemeinschaften eine Versammlung von Bischöfen einer bestimmten Provinz oder Region
  • Provision - aus dem Wort Verpflegung wurde das Wort Provision, was aus dem Italienischen (Lateinischen?) stammt und so viel wie Verpflegung bedeutet; damit wurden jene Zuteilungen der Hofkammer bezeichnet, die Tauernhäuser für die Versorgung von Reisenden erhielten

R

  • Raitmeister war ein Beamter einer Raitbehörde (Raitkollegium oder Raitrat) oder Hofkammer.
→ Ein Raitherr wurde dagegen von den Landständen bestellt.[42]
  • Raixn ist die Schindelverkleidung eines Hauses oder einer Hütte auf der Wetterseite
  • Rechte, beide: Als „beide Rechte“, wurden in historischer Zeit das römische Recht, das sich in der frühen Neuzeit als weltliches Recht durchsetzte, und das Kirchenrecht bezeichnet und an den Universitäten gelehrt; ein Absolvent dieser Studien war doctor iuris utriusque, Doktor beider Rechte (wörtlich etwa „Lehrer beiderlei Rechts“)
  • Regalien sind Hoheits- und Sonderrechte eines Königs oder eines anderen Souveräns bzw. des Staates (z.B Zollregal, Münzregal, Marktregal)
  • Reichung war die jährlich verpflichtende Abgabe der Gewerke (siehe Gewerke in diesem Artikel) an den Fürsterzbischof; ab 1602 war es eine goldene Kredenzschale; diese Reichungen erfolgten nachweislich bis 1613 und sind heute im Palazzo Pitti in Florenz, Toskana, Italien, zu sehen [43];
  • ReitsteigReitsteig
  • Rentmeisteramt: als Rentamt bezeichnete man seit dem späten Mittelalter die Behörde der landesherrlichen oder kirchlichen Finanzverwaltung, die unter der Führung eines Rentmeisters stand; daraus wurde später dann eine Behörde zur Verwaltung der grundherrschaftlichen Einnahmen, die der Verwaltung des landesherrlichen Kammergutes dienten;
→ Ein Rentmeister war der Leiter eines Rentamts. Rentamt, auch Renterei oder Rentei, ist der Begriff, der seit dem Spätmittelalter für die Behörde der landesherrlichen oder kirchlichen Finanzverwaltung.[44]
  • Resignation ist eine Bezeichnung für den freiwilligen Amtsverzicht, insbesondere von Bischöfen und Inhabern anderer höher Ämter (z. B. Äbten)
  • Rittmeister ist eine historische Dienstgradbezeichnung für Offiziere der Kavallerie in Deutschland und Österreich. Der Dienstgrad entspricht dem des Hauptmanns[45].
  • Rügat - Unterteilung des Pflegebezirks, soviel wie heute eine Gemeinde[46]

S

  • Saliterer ist ein Salpetersieder oder Pulvermacher, also jemand, der davon lebte, die Salpeterausblühungen von den Mauern sowie die salpeterhaltige Erde unter den Böden von Wohnhäusern und Viehställen zu sammeln, herauszulösen und durch Vermischung mit Holzasche zu Schießpulver zu verarbeiten.
  • per scrutinium' ist die geheime Wahl per Stimmzettel im Kirchenrecht.
  • Sitz, siehe Trinkstube
  • Stanitzel ist ein spitz zusammengedrehtes Papiersackerl
  • Suffraganbistümer sind Diözesen der Kirchenprovinz, die einem Metropoliten unterstehen (In Salzburg sind dies Feldkirch, Graz-Seckau, Gurk-Klagenfurt und Innsbruck), → Suffraganbistum

Sch

  • SchermScherm
  • SchneeherrSchneeherr
  • SchwaigeSchwaige
  • Schwindgrube war die Bezeichnung für den Vorläufer einer Sickergrube, also menschliche Fäkalien-Grube[47]

St

T

  • Taiding, auch ThaidingTaiding
  • Tischtitel, lateinisch titulus mensae, die gesetzlich gültige Versicherung eines Geistlichen vor Empfang der höheren Weihen, dass er seinen Unterhalt habe, falls er zur Ausübung der Seelsorge untauglich würde.[48]
  • Trabant, in Salzburg auch Hochfürstl. Thrabandt (Hoftrabant), bewaffneter Diener, Begleiter oder Leibwächter einer fürstlichen Personen, auch beritten.
  • TrinkstubeTrinkstube
  • Truchsess war ursprünglich die Amtsbezeichnung für den Küchenmeister, der die Speisen auftrug[49]
  • Turnarius war nach historischem Kirchenrecht jenes Mitglied eines Dom- oder Chorkapitels (z. B. des Salzburger Domkapitels), dem, wenn ein Recht des Kapitels nicht von der Versammlung der Mitglieder, sondern „per turnum“ nach einer bestimmten Reihenfolge von einem einzelnen Mitglied auszuüben war, die Ausübung dieses Rechtes zukam.

U

  • Überreiter waren im 18. Jahrhundert eine Art berittener Gendarmerie, die meist aus pensionierten Jägern bestand.[50]
  • Ungeld, auch Umgeld, war eine im Mittelalter namentlich in den Städten erhobene verbrauch- und umsatzsteuerartige Abgabe vor allem auf Bier, Wein, Getreide und Fleisch; seit dem 16. Jahrhundert finden sich häufig auch territoriale Ungelder. Es wurde erstmals im 13. Jahrhundert auf den Märkten und an den Stadttoren der Reichsstädte erhoben und gilt somit als älteste indirekte Steuer in Europa. Die Einzugsbeamten wurden ungelter genannt. [51]
  • Urbar. ein Urbar war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein Verzeichnis über Besitzrechte eines Grundherrn und Leistungen seiner Grunduntertanen[52]Urbaramt;

V

  • Verweser bezeichnet einen Vertreter im weitesten Sinne, insbesondere in staatlichen Spitzenämtern; Verweser wurden in der Geschichte als Regenten, die das Amt eines monarchischen Staatsoberhauptes provisorisch ausübten, eingesetzt[53]
  • Vogt regierte und richtete als Vertreter eines Feudalherrschers in einem bestimmten Gebiet im Namen des Landesherrn

W

  • Waldmeister war ein Amt im landesfürstlichen Forstwesen. Es war im 18. Jahrhundert zumeist differenziert in Ober- und Unterwaldmeister. Die Oberwaldmeister von Mattsee, Werfen, Stuhlfelden, dem Unteren Pinzgau und Moosham, der Waldmeister des Zillertales und der Oberforstmeister von Laufen an der Salzach bildeten mit dem Oberstwaldkommissär das Kollegium der Oberstwaldmeisterei, die zur Hofkammer (siehe dort) ressortierte.[54]
  • Weihesteuer war eine Steuer zum Regierungsantritt eines neuen Erzbischofs
  • Weistum war im Mittelalter eine urkundliche, von Gemeinden oder Schöffenkollegien gegebene Erklärung über bestehendes Recht, namentlich Gewohnheitsrecht, in einzelnen Orten.
  • Welsch – soviel wie „Italienisch“, z. B. im Namen "Welschtirol", einer Bezeichnung für das Trentino, einen ehemaligen Teil Tirols in NordItalien
  • Widem (auch Widum, Widdum) war das der Pfarrpfründe gehörige (gewidmete) unbewegliche Vermögen, wie insbesondere das Pfarrhaus[55] (davon abgeleitet sind Familiennamen wie Widmer, Wibmer, Wimmer).

Quellen

  • Salzburgwiki
  1. Quelle Bundschuhstraße, weiterführende Information siehe Wikipedia. Bundschuh
  2. Quelle Wikipedia. Burgfried
  3. Quelle www.frag-caesar.de
  4. Quelle Salzburgwiki-Beitrag Thumegger-Bezirk
  5. Quelle Salzachschifffahrt
  6. Das Wort "Gant" wird als Verkürzung aus der lateinischen Frage des Auktionators "In quantum?" (Wie viel?) gedeutet[1]
  7. Quelle www.geschichtewiki.wien.gv.at
  8. Quelle Wikipedia Geheimer Rat
  9. Artikel "Gendarmerie"; Wikipedia-Artikel "Gendarmerie Österreich"
  10. Quelle Wikipedia Gerechtsame
  11. Quelle Wikipedia. Gewerke
  12. Quelle www.finanz-lexikon.de
  13. Quelle Wikipedia. Grundhold
  14. Quellen hls-dhs-dss.ch und Wikipedia. Hintersassen
  15. Quelle aeiou Österreich
  16. Quelle Wikipedia Hofmark
  17. Quelle Wikipedia. Hofmarschall
  18. Quelle: Schriftenreihe "Salzburg Archiv" des Vereins Freunde der Salzburger Geschichte, Band 20, 1995, Beitrag Walburg Schobersberger: Vom Cafégewölb zum Literatencafé
  19. Quelle Wikipedia. Diener
  20. Quelle www.retrobibliothek
  21. Quelle Wikipedia Kammergut
  22. Quelle Wikipedia Kammerprokurator
  23. Quelle Wikipedia. Kammerrat
  24. Quelle Wikipedia. Kämmerer
  25. Quelle Wikipedia. Kastner
  26. Quelle Wikipedia. Kavalier (Festungsbau)
  27. Allgemeine Automobilzeitung, 21. Mai 1911
  28. Dopsch, Heinz und Hans Spatzenegger (Hrsg.): Geschichte Salzburgs. Stadt und Land. Band 2: Neuzeit und Zeitgeschichte. 4. Teil. Salzburg (Pustet) 1991, Seite 2686.
  29. Wikipedia-Artikel Leibgedinge
  30. Quelle www.baumarkt.de
  31. Leihkauf bedeutet also ein Geld, welches zu Ehren des geschlossenen Vertrages getrunken wird …. In: D. Johann Georg Kruenitz: Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- u. Landwirthschaft, wie auch der Erdbeschreibung, Kunst- und Naturgeschichte, in alphabetischer Ordnung. Fortgesetzt von Friedrich Jakob Floerken, Band 75, Berlin 1798, S. 712.
  32. Vogl, Jakob: Neumarkter Heimatbuch, 1930, Wien
  33. Quelle Wikipedia Deutschland Marstall
  34. Quelle Internet
  35. Quelle Wikipedia. Mundschenk
  36. Quelle Wikipedia. Ministerial
  37. Quelle Artikel "Österreich"
  38. mehr siehe Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Pallium"
  39. Quellen Wikipedia. Pfründung und darin weiterführende Links
  40. Quelle Wikipedia. Pranger
  41. Quelle wiki-de.genealogy.net
  42. Hochfürstlich-salzburgischer Hofkalender, oder Schematismus auf das Schaltjahr... 1780, Salzburg, link
  43. Quelle:
  44. Quellen wikipedia.de zu beiden Begriffen
  45. Quelle Wikipedia. Rittmeister
  46. Quelle Hintersee
  47. Quelle Königsgässchen
  48. Quelle www.zeno.org Tischtitel
  49. Quelle Wikipedia. Truchsess
  50. "Samer" und themenähnliche Salzburgwiki-Artikel.
  51. Quellen lexikon.meyers.de und Mittelalter Lexikon
  52. Quelle Wikipedia. Urbar (Verzeichnis)
  53. Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke"
  54. A.S., Aus dem Archiv, in Pfarrbrief Saalfelden Dezember 2008, S. 12.
  55. Quelle Wikipedia. Wittum
Begriffserklärungslisten