Mariensäule auf dem Domplatz

Die Mariensäule befindet sich in der Mitte des Domplatzes in der Salzburger Altstadt. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.
Geschichte
Das Monument ist die größte barocke Plastik aus Stein und Blei in Österreich. Es wurde zwischen 1766 und 1771 von den Brüdern Wolfgang und Johann Baptist Hagenauer im Auftrag von Fürsterzbischof Sigismund Graf Schrattenbach errichtet.

22 Jahre nach der höchst aufwendigen und wissenschaftlich begleiteten Restaurierung durch Spezialisten, die damals 12 000 Arbeitsstunden geleistet haben, muss das Denkmal der unbefleckten Empfängnis im Frühjahr 2026 erneut behandelt werden. Im Zuge der Instandhaltung wird die Mariensäule statisch restauriert. Das Land Salzburg investiert dafür 200.000 Euro. Die Arbeiten sollen bis 6. Juni abgeschlossen sein, bevor für den "Jedermann der Bühnenaufbau der Salzburger Festspiele beginnt. Laut Hellfried Wallner vom Referat Landeshochbau werden Risse und undichte Stellen geschlossen, Schadstellen behoben sowie fehlende Teile – etwa ein Finger einer Engelsfigur – ergänzt. Neu blattvergoldet wird der Blitz des Putto zu Füßen der Marienskulptur. Eisenteile werden entrostet und konserviert; das Postament aus Marmor und die Stufen werden gereinigt und gefestigt. Beauftragt ist der Salzburger Steinmetzmeister Erich Reichl.

Belassen werden die rötlichen Verfärbungen an den Bleifiguren, die als Korrosionsprodukt seit einigen Jahren auftreten. Eva Hody vom Landeskonservatorat für Salzburg erläutert, dass diese Rotkorrosion zwar das Erscheinungsbild beeinträchtige, die Substanz jedoch nicht wesentlich angreife. Da sie sich nach einer Entfernung rasch wieder bilde und die Ursache noch nicht ausreichend geklärt sei, werde die Oberfläche derzeit nicht behandelt. Zudem habe sich durch das Alter der Skulptur die kristalline Struktur der Legierung verändert und sei nur mehr eingeschränkt reparierbar.
Der vom Land beauftragte Metallrestaurator Wolfgang Schwarzkogler (Objektrestaurierung Wien) weist darauf hin, dass die rote Form der Bleikorrosion seit einigen Jahren an Kunstwerken in ganz Europa beobachtet werde. Sie stehe mit der verbesserten Luftqualität und dem geringeren Schwefelgehalt in Zusammenhang, wodurch sich andere Oxidationsformen auf den Figuren entwickelten. An der Mariensäule wurde vor drei Jahren an der Figur der „Weisheit“ eine Musterarbeit durchgeführt. Zudem wurden Versuche an der Oberfläche vorgenommen und gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt ein Forschungsprojekt gestartet, um geeignete Methoden zur Behandlung dieser Korrosion zu finden. Verschiedene Musterproben und Beschichtungen wurden getestet; der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.
Zur Geschichte des Denkmals berichtet die Bauhistorikerin der Stadtgemeinde Salzburg, Dagmar Redl‑Bunia, dass sie auch die bisherigen Restaurierungen erforscht habe. Ihr Beitrag erschien im Buch über die Mariensäule, das Landeskonservator Ronald Gobiet nach der Restaurierung 2004/05 herausgegeben hat. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sei aufgrund des schlechten Zustands der Säule sogar erwogen worden, sie in die Kollegienkirche zu transferieren oder stattdessen das Mozartdenkmal auf den Domplatz zu versetzen. Redl‑Bunia geht zudem davon aus, dass die frühere Wintereinhausung aus Plexiglas wegen unzureichender Belüftung die Korrosion eher beschleunigt habe.
Die Wintereinhausung wurde inzwischen verbessert. Laut Eva Hody sorgen zusätzliche Öffnungen oben und unten für eine bessere Durchlüftung. Restaurator Schwarzkogler bestätigt, dass 2025 unter der Einhausung Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Fünf‑Minuten‑Takt gemessen wurden und das Raumklima stabil gewesen sei.
Seit 2016 gehört die Marienskulptur dem Land Salzburg – die Schenkung des Bundes zum Jubiläum "200 Jahre Salzburg bei Österreich" umfasste auch die Festung Hohensalzburg, die Neue Residenz, den Residenzbrunnen und zwei Pferdeschwemmen.
Beschreibung

Die Säule wurde in Anlehnung an die Marienstatuen in Wien und München errichtet. Die Frau des Bildhauers Johann Baptist Hagenauer, Rosa, stand Modell für die Marienfigur. Sockel, Podest und Balustrade der Mariensäule sind aus Untersberger Marmor gefertigt. Aus Blei dagegen hergestellt sind die überlebensgroßen Figuren. An der Spitze steht das Standbild der Mariae Immaculata, der unbefleckten Maria, die auf einem Wolkenberg und einer Weltkugel thront. Die vier Reliefs des Sockels von je einer allegorischen Figur (Engel, Teufel, Wahrheit und Kirche) umgeben. An den Sockelwänden befinden sich die Büste und das Wappen des Erbauers, Fürsterzbischof Sigismund Christoph Graf Schrattenbach, und weitere allegorische Darstellungen.
Die von den Brüdern Hagenauer gewählte Blei-Zinn-Legierung für die auf einem Wolkenberg und einer Weltkugel thronende Maria Immaculata und die allegorischen Figuren am Marmorsockel ist für Salzburg außergewöhnlich und wegen der Eigenschaften des Materials empfindlich. Die Legierung ist mechanisch nicht so belastbar und wird im Lauf der Zeit spröde, deshalb wurde in Salzburg für Monumente aus Metall im Außenbereich meistens Bronze verwendet.
Maria Regina - Krönung Marias durch die Dreifaltigkeit
Die Statue der Gottesmutter als Maria Immaculata auf der Säule erscheint durch die goldene Krone an der Domfassade, die von zwei Engeln getragen wird und die am Dom schon früher angebracht worden war, als gekrönte Maria Regina, wenn man von der Franziskanergasse unter der mittleren Arkade des Hofbogengebäudes stehend nach Osten auf den Dom blickt.
Bilder
Mariensäule auf dem Domplatz – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Weblink
→ Für nähere Informationen zu "Mariensäule auf dem Domplatz" siehe auch den Originalartikel von Kulturklauberin Daniele Pabinger auf SN.at.
Quellen
- SALZBURGWIKI-Artikel über die Altstadt
- Salzburger Nachrichten 7. Juli 2010 sowie Kulturklauberin vom 30. September 2021
- Christliche Kunstblätter , Heft 7, Seite 10-11, 1923
* sn.at, 21. Mai 2026: Die Mariensäule vor dem Salzburger Dom wird nach 22 Jahren erneut restauriert