Ortsnamen im Land Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Bild:Salzburger_Stadtteile.jpg|thumb|400px|Salzburger Stadtteile]] | [[Bild:Salzburger_Stadtteile.jpg|thumb|400px|Salzburger Stadtteile]] | ||
Etymologie der '''Salzburger Stadtteil- und einiger umliegender Ortsnamen'''. | Über die Wortherkunft (Etymologie) der '''Salzburger Stadtteil- und einiger umliegender Ortsnamen'''. | ||
==Stadt Salzburg== | ==Stadt Salzburg== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Stadt Salzburg]] | ||
Während der [[Römer|römischen]] Besiedlung der Provinz [[Provincia Noricum]], wahrscheinlich aber schon früher, trug die Stadt die Bezeichnung [[Iuvavum]] | Während der [[Römer|römischen]] Besiedlung der Provinz [[Provincia Noricum|Noricum]], wahrscheinlich aber schon früher, trug die Stadt und deren Umgebung die Bezeichnung [[Iuvavum]]. In offiziellen Urkunden erscheint Iuvavum und vor allem das Adjektiv ''Iuvavensis'' erstmals als eines der fünf norischen Munizipien in der Geografie des älteren Plinius (* 23; † 79 n. Chr.) auf. Die Etymologie von Iuvavum ist sehr kompliziert, es existieren dazu verschiedene Hypothesen. Hier sei dazu nur soviel gesagt, dass es sich bei Iuvavum um ein vorrömisches, eventuell alteuropäisches Substratwort handelt. [[Clemens M. Hutter]] meint, dass sich die Namenserklärung in einem Weihealtar aus dem [[2. Jahrhundert|2.]] oder [[3. Jahrhundert]] erklärt. Man hatte ihn unter dem [[Residenzplatz]] in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] gefunden. Dieser Altar war dem "besten und größten Iupiter und dem Iuvavus" geweiht. Sie sollten dem [[Bürgermeister des römischen Iuvavums]] [[Marcus Haterius]] den Geschäftserfolg und die Gesundheit erhalten.<ref>Quelle das Buch "[[Iuvavum - Alltag im römischen Salzburg]]", Seite 24</ref> | ||
Seit dem [[8. Jahrhundert]] jedoch, als allmählich auch althochdeutsche Sprachformen schriftlich fixiert wurden, trat das mit den Römern in Verbindung gebrachte Iuvavum in den Hintergrund zugunsten der auf dem [[Salzhandel]] basierenden deutschen Bezeichnung. Gerade das fast gleichzeitige Aufkommen der neuen Flussbezeichnung [[Salzach]] und des Stadtnamens Salzburg ist ein einzigartiges Phänomen der Namenskunde und scheint auf einen gewollten Bruch mit der römisch | Seit dem [[8. Jahrhundert]] jedoch, als allmählich auch althochdeutsche Sprachformen schriftlich fixiert wurden, trat das mit den Römern in Verbindung gebrachte Iuvavum in den Hintergrund zugunsten der auf dem [[Salzhandel]] basierenden deutschen Bezeichnung. Gerade das fast gleichzeitige Aufkommen der neuen Flussbezeichnung [[Salzach]] und des Stadtnamens Salzburg ist ein einzigartiges Phänomen der Namenskunde und scheint auf einen gewollten Bruch mit der römisch-romanischen Tradition abgezielt zu haben. | ||
Die erste Bezeugung von Salzburg findet sich in der | Die erste Bezeugung von Salzburg findet sich in der ''Vita Bonifatii'', der Lebensbeschreibung des hl. [[Bonifatius]], die bald nach dessen Tod im Jahre [[754]] von Willibald, einem angelsächsischen Priester, abgefasst wurde. In diesem wertvollen Dokument (erhalten in einer nur wenig jüngeren Abschrift des verlorenen Originals), die in der bayerischen Staatsbibliothek in [[München]], [[Bayern]], aufbewahrt wird, erscheint der Stadtname in seiner ältesten Gestalt: [[Salzpurch]]. Zum zweiten Mal taucht der Name in der [[Notitia Arnonis]] auf als ''salzburch'', mit stimmhaftem 'b', was auf eine noch nicht gefestigte Schreibung hindeutet, die phonetische Unterschiede recht genau wiedergibt. | ||
Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der [[Salz]] eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spät[[mittelalter]] ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des | Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der [[Salz]] eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spät[[mittelalter]] ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des [[Erzbistum]]s. | ||
==Stadtteile und Siedlungskerne von Salzburg== | ==Stadtteile und Siedlungskerne von Salzburg== | ||
: ''Hauptartikel [[Salzburger Stadtteile]] | : ''Hauptartikel [[Salzburger Stadtteile]] | ||
Als Stadtteile Salzburgs werden 20 Gebiete aufgefasst, die zuletzt gut von einander abgegrenzt wurden, aber nicht mit der vermessungstechnischen Einteilung in [[Katastralgemeinden in der Stadt Salzburg|Katastralgemeinden]] ident sind. Innerhalb der Stadtteile (etwa [[ Aigen]]) können verschiedene Siedlungskerne (bei Aigen etwa [[Abfalter]], Aigen-Mitte und [[Glas]]) von einander getrennt ausgewiesen werden | Als Stadtteile Salzburgs werden 20 Gebiete aufgefasst, die zuletzt gut von einander abgegrenzt wurden, aber nicht mit der vermessungstechnischen Einteilung in [[Katastralgemeinden in der Stadt Salzburg|Katastralgemeinden]] ident sind. Innerhalb der Stadtteile (etwa [[Aigen]]) können verschiedene Siedlungskerne (bei Aigen etwa [[Abfalter]], Aigen-Mitte und [[Glas]]) von einander getrennt ausgewiesen werden | ||
=== Aigen === | === Aigen === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Aigen]] | ||
Aigen war ursprünglich nur der Name des [[1402]] zum ersten Mal urkundlich genannten hier gelegenen Ansitzes und wurde später auf die ganze Siedlung bzw. Gegend übertragen. Ein ''aigen'' (mittelhochdeutsch) ''eigen'' bedeutet | Aigen war ursprünglich nur der Name des [[1402]] zum ersten Mal urkundlich genannten hier gelegenen Ansitzes und wurde später auf die ganze Siedlung bzw. Gegend übertragen. Ein ''aigen'' (mittelhochdeutsch) ''eigen'' bedeutet "Eigentum, namentlich ererbtes Grundeigentum", also einen freien Eigenbesitz im Gegensatz zum Lehen. Ein Aigner ist ein freier Bauer, der ein nicht abgabepflichtiges Gut ("Aigen") besitzt. Die [[Gemeinde Aigen]] [[1. Jänner]] [[1939]] nach Salzburg [[Eingemeindungen|eingemeindet]]. | ||
==== Abfalter ==== | ==== Abfalter ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Abfalter]] | ||
Der Name kommt vom Althochdeutschen ''Aphalter'' = Apfelbaum, der wohl einmal hier gewachsen sein muss. | Der Name kommt vom Althochdeutschen ''Aphalter'' (= [[Apfelbaum]]), der wohl einmal hier gewachsen sein muss. | ||
Außerdem gibt es in der [[Sagen und Legenden|Sage]] einen Riesen namens [[Riese Abfalter|Abfalter]]: Vor mehreren hundert Jahren hauste auch der Riese Abfalter auf dem [[ | Außerdem gibt es in der [[Sagen und Legenden|Sage]] einen Riesen namens [[Riese Abfalter|Abfalter]]: Vor mehreren hundert Jahren hauste auch der Riese Abfalter auf dem [[Untersbergstock]]. Noch sieht man einen großen Felsgraben auf dem Rücken des Berges, der ihm zum Lager diente. Die Hügel von [[Wals]] ([[Gois (Hügel in Gois)|Goiser Hügel]]), [[Liefering]] ([[Lieferinger Hügel]]) und [[Maxglan]] sowie die kleinen Erhebungen ("Golferhügel") da und dort, auf denen meistens Kirchen stehen, sollen von den Steinen herrühren, die er bisweilen zum Zeitvertreib herab warf. Am Fuße des [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]]es soll er einst einer Riesenjungfrau begegnet sein, welche, vom [[Abersee (Halbinsel)|Abersee]] kommend, Steine in der Schürze trug, um auf selben als Trittsteinen über die Salzach zu schreiten, selbe aber unterwegs unbemerkt bei [[Plainfeld]] verloren hatte, weil die Schürze ein Loch bekam. Abfalter soll sie dann über die Salzach getragen haben. | ||
====Glas ==== | ====Glas ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Aigen]] | ||
Der Name der schon um [[700]] genannten Ortschaft lässt sich nach [[Franz Hörburger |Hörburger]] mit althochdeutsch glas = | Der Name der schon um [[700]] genannten Ortschaft lässt sich nach [[Franz Hörburger|Hörburger]] mit althochdeutsch glas = "gläsern, glänzend" in Verbindung bringen. Das Glas war allerdings den germanischen Stämmen fremd (bzw. dort nur Name des Bernsteinschmucks). Der Name ist, wie die Mehrzahl der Namen im Süden Salzburgs, mit hoher Wahrscheinlichkeit romanischen Ursprungs. | ||
=== Altstadt === | === Altstadt === | ||
==== Linkes Salzachufer ==== | ==== Linkes Salzachufer ==== | ||
:'' Hauptartikel [[Altstadt]] | :'' Hauptartikel [[Altstadt]] | ||
==== Rechtes Salzachufer ==== | ==== Rechtes Salzachufer ==== | ||
:'' Hauptartikel [[Altstadt (rechtes Salzachufer)]] | :'' Hauptartikel [[Altstadt (rechtes Salzachufer)]] | ||
=====Äußerer Stein===== | =====Äußerer Stein===== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Äußerer Stein]] | ||
So wird das Gebiet entlang der [[Arenbergstraße]] zwischen [[Äußeres Steintor|äußerem Steintor]] (heute [[Engelwirtsbrunnen]]) und dem heutigen Beginn der [[Pausingerstraße]] (früher äußere [[Steingasse]]) genannt. Später wurde im [[Innerer Stein|Inneren Stein]] am Fuß des [[Kapuzinerberg]]s vielleicht schon in der [[Römer]]zeit von [[Hochwasser|Hochwässern]] der Salzach besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich | So wird das Gebiet entlang der [[Arenbergstraße]] zwischen [[Äußeres Steintor|äußerem Steintor]] (wo heute der [[Engelwirtsbrunnen]] steht) und dem heutigen Beginn der [[Pausingerstraße]] (früher äußere [[Steingasse]]) genannt. Später wurde im [[Innerer Stein|Inneren Stein]] am Fuß des [[Kapuzinerberg]]s vielleicht schon in der [[Römer]]zeit von [[Hochwasser|Hochwässern]] der Salzach besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich "auf dem Stein" standen. Im [[19. Jahrhundert]] wurde vorübergehend auch größere Teile des Inneren [[Parsch]] zum Äußeren Stein dazugezählt. | ||
=== Elisabeth-Vorstadt === | === Elisabeth-Vorstadt === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Elisabeth-Vorstadt]] | ||
Dieser Stadtteil hieß früher [[Froschheim]] (nach den hier einst gelegenen Auen der Salzach mit ihren vielen [[Frosch|Fröschen]]) und wurde auf Initiative von [[Sylvester Oberberger]] [[1901]] nach der Kaiserin [[Elisabeth von Österreich]] (* 1837; † 1898) benannt. Die | Dieser Stadtteil hieß früher [[Froschheim]] (nach den hier einst gelegenen Auen der Salzach mit ihren vielen [[Frosch|Fröschen]]) und wurde auf Initiative von [[Sylvester Oberberger]] [[1901]] nach der Kaiserin [[Elisabeth von Österreich]] (* [[1837]]; † [[1898]]) benannt. Die Katastralgemeinde Elisabeth-Vorstadt wurde nach [[1950]] wieder in Froschheim rückbenannt, die so heute wieder den Namen Katastralgemeinde Salzburg, Abteilung Froschheim trägt. Davon unbeachtet trägt der Stadtteil an sich aber bis heute den Namen der einstigen Kaiserin. | ||
=== Gaisberg === | === Gaisberg === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] | ||
Um 700 als | Um 700 als "Keizperch" und "Gaisloberch" nachgewiesen; auf dem Berg hatten die Klöster [[Benediktinererzabtei St. Peter|St. Peter]] und [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Nonnberg]] die Weiden für ihre Geißen besessen. | ||
=== Gneis === | === Gneis === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Gneis]] | ||
[[Franz Hörburger|Hörburger]] leitet es vom romanischen | [[Franz Hörburger|Hörburger]] leitet es vom romanischen ''canales'' = Wasserrinne ab. Für Gneis gibt es aber auch einen zweiten, wenn auch deutlich weniger schlüssigen Erklärungsversuch: [[Franz Valentin Zillner|Zillner]] sieht darin auf Grund der auch vorkommenden Schreibungen "Gnälls" und "Gnäusel" ein mundartlich entstelltes "Knaus" oder "Knäuslein", d. i. eine Kugel (vgl. "Knäuel"), gelegentlich aber auch ein halbkugeliges Endstück eines Brotlaibes. Angeblich - aber wenig wahrscheinlich wurde die leicht wellig verlaufende Terrassenkante der [[Friedhofsterrasse]] (entlang des [[Kommunalfriedhof]]s) mit einer Kugel bzw. einem Brotlaibscherzel verglichen. | ||
=== Gnigl === | === Gnigl === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Gnigl]] | ||
Gnigl ist vermutlich ursprünglich der Name des [[Guggenthal]]er oder [[Alterbach]]s | Gnigl ist vermutlich ursprünglich der Name des [[Guggenthal]]er oder [[Alterbach]]s; er wird [[790]] als ''glanicle'' erstmals urkundlich genannt und ist möglicherweise eine Verkleinerungsform von "glan" (siehe dort). Am [[1. Juli]] [[1935]] die Gemeinde [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]] nach Salzburg eingemeindet; | ||
==== Sam ==== | ==== Sam ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Sam]] | ||
Nach dem Gut | Nach dem Gut ''Savme'', das schon [[1250]] urkundlich erwähnt wird und dem [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] grunduntertänig war. | ||
[[Samer]] waren die ersten Transporteure über die [[Alpen]] | [[Samer]] waren die ersten Transporteure auf [[Saumpfad]]en über die [[Alpen]] bis in den Bayerischen Wald. Jahrhundertelang beförderten sie auf dem Rücken von Pferden oder Maultieren vor allem [[Salz]] und [[Wein]] über die Pässe. | ||
=== Itzling === | === Itzling === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Itzling]] | ||
Altdeutsch ''Uzilinga'', gehört zu den Ortsnamen auf –ing. Die ing-Namen stellen eine sehr alte Namensschicht innerhalb des sich ab dem [[7. Jahrhundert|7.]] | Altdeutsch ''Uzilinga'', gehört zu den Ortsnamen auf –ing. Die ing-Namen stellen eine sehr alte Namensschicht innerhalb des sich ab dem [[7. Jahrhundert|7.]]-[[8. Jahrhundert]] etablierenden althochdeutschen Namenkorpus dar. Wenn man die Funktion dieses wohl produktivsten germanischen Suffixes betrachtet, so bezeichnet es ganz allgemein gesagt die Zugehörigkeit entweder zu einer Person (vgl. ahd. edeling 'Edler') oder zu einer Sache. Einen sehr großen Teil der ahd. -ing-Bildungen in den Ortsnamen bildet die Ableitung zu Personennamen. Es handelt sich demnach um einen Insassennamentyp, der in Folge auf die Ortschaften übertragen wurde. Dieser Typus scheint in althochdeutscher Zeit neben mehreren Formen vor allem im Nominativ Plural mit der Endung -a auf (vgl. die Formen der Erstnennung in der [[Notitia Arnonis]] N. Pl. ''uzilinga'' und ''liueringa''). Er bezeichnet die Personengruppe um die im Stamm genannte Person und ist dann auf die Siedlungsstelle, wo diese Personengruppe sesshaft gewesen war, übertragen worden. Eine Unmenge an weiteren ebenso gebildeten -ing-Namen lässt sich anführen (vgl. die alten [[Notitia Arnonis]]-Namen Aching/Eching, [[Pabing]], [[Anthering]] u. a.), was die Produktivität dieses Ortsnamentyps augenfällig demonstriert. | ||
Itzling bedeutet daher soviel wie Heim, Hof, Siedlung der Sippe Uzzo. Am [[1. Juli]] [[1935]] nach Salzburg eingemeindet. | Itzling bedeutet daher soviel wie Heim, Hof, Siedlung der Sippe Uzzo. Am [[1. Juli]] [[1935]] wurde die Gemeinde [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]] nach Salzburg eingemeindet. | ||
=== Kasern === | === Kasern === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Kasern]] | ||
Kasern kommt aus der uralten indogermanischen Wortfamilie von lateinisch ''casa'' = Haus, Hof. Das Wort Käse hat demgegenüber eine andere Sprachwurzel und kommt von lateinisch | Kasern kommt aus der uralten indogermanischen Wortfamilie von lateinisch ''casa'' = Haus, Hof. Das Wort Käse hat demgegenüber eine andere Sprachwurzel und kommt von lateinisch ''caseus'' = Labkäse, was ebenso wie die Herkunft von "[[Senner]]in" aus lateinisch ''seniora'' belegt, dass die zugewanderten [[Bajuwaren]] vor rund 1 500 Jahren die [[Almwirtschaft]] von der romanisch-[[Kelten|keltischen]] Bevölkerung übernahmen. | ||
=== Langwied === | === Langwied === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Langwied]] | ||
Das ist ein alter Flurname und enthält den altdeutschen Wortbestandteil ''wid'' = Holz, bzw Weidenbaum. An das Langwied schloss früher direkt das Langmoos an. Viele Weidenarten sind typische Gehölzsarten am Rand von Mooren (vor alle die Aschweide). Durch die langgestreckte Form von Langwied und | Das ist ein alter [[Flurname]] und enthält den altdeutschen Wortbestandteil ''wid'' = Holz, bzw Weidenbaum. An das Langwied schloss früher direkt das Langmoos an. Viele Weidenarten sind typische Gehölzsarten am Rand von Mooren (vor alle die Aschweide). Durch die langgestreckte Form von Langwied und Langmoos in der Talsenke zwischen [[Heuberg (Stadt Salzburg)|Heuberg]] und [[Bergsam]] ist deren Name einleuchtend. | ||
==== Esch ==== | ==== Esch ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Esch]] | ||
Siedlungsname nach den dort wachsenden | Siedlungsname nach den dort wachsenden [[Esche]]nwalds am Fuß des [[Heuberg (Berg)|Heuberges]]. | ||
=== Lehen === | === Lehen === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] | ||
[[Franz Valentin Zillner|Zillner]] leitet den Namen alternativ von | [[Franz Valentin Zillner|Zillner]] leitet den Namen alternativ von "Loh", "Löhen" = nasse, sumpfige Stellen her, weil dieses nahe dem Zusammenfluss von [[Saalach]] und Salzach gelegene Gebiet ursprünglich sehr wasserreich und sumpfig war. Er nannte den Streifen zwischen [[Glanbach]] und [[Mühlbach (Salzburg)|Mühlbach]] das "salzburgische Mesopotamien" (Zweistromland) und beschrieb das Gebiet in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s so: | ||
" | "Weniger wahrscheinlich kommt der Name von früher hier gelegenen «Lehen» = kleinen Bauerngütern, im Eigentum von Großgrundbesitzern. Das Gebiet zwischen heutiger Bahn, Glanbach und Glandurchstich sowie Salzach liegt im Bereich einer Alluvialterrasse, die im Gegensatz zu den höher gelegenen Stadtterrassen ständig von Überschwemmungen der Glan und der Salzach bedroht war. Zwischen der alten Vorstadt [[Mülln]] und dem uralten Bauern- und Fischerort [[Liefering]] gab es hier nur einige verstreut liegende Höfe nahe der Straße und eine kleine Gruppe von Anwesen, die neben Landbewirtschaftung die Wasserkraft des vermutlich im [[14. Jahrhundert]] vom Glanbach abgezweigten [[Gailenbach]]s nutzten. Wer nach starkem Sommerregen bei eintretender Abendkühle etwa von der Öde des einstigen [[Mönchsteinturm]]es gegen Liefering ausblickt, dem wird ohne Zweifel der stets auftretende Nebelstrich und die blinkenden, bandartigen, übervollen Wasserstreifen beider Bäche ins Auge fallen, an denen der Vorort Lehen liegt." | ||
=== Leopoldskroner Moos === | === Leopoldskroner Moos === | ||
: ''Hauptartikel [[Leopoldskroner Moos]] | : ''Hauptartikel [[Leopoldskroner Moos]] | ||
An einem schon vorher bestehenden [[Leopoldskroner Weiher|Weiher]] im Landschaftsraum von [[Riedenburg]] ließ [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1736]] | An einem schon vorher bestehenden [[Leopoldskroner Weiher|Weiher]] im [[Landschaftsraum Leopoldskroner Weiher|Landschaftsraum]] von [[Riedenburg]] ließ [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1736]]-[[1740]] ein [[Schloss Leopoldskron|Schloss]] errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name [[Leopoldskroner Moos]] einbürgerte. Allerdings gehören heute Schloss und Weiher zum [[Salzburger Stadtteil]] [[Riedenburg]]. | ||
====Moos ==== | ==== Moos ==== | ||
Moos ist ein [[Flurname]] für das im Süden der Stadt gelegene Moorgebiet. Das Moor südlich des [[Mönchsberg]]s und der Riedenburg wurde ursprünglich ''viltzmoos'' oder "Wildmoos" genannt. Es wurde in ersten Teilen ab der Mitte des [[18. Jahrhundert]] kultiviert. Eine tiefgreifende Trockenlegung des [[Hammerauer Moor]]es war aber erst nach der Begradigung des Glanbachs in den Jahren [[1933]]–[[1947]] möglich. Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde die Gemeinde [[Leopoldskron-Moos (Gemeinde)|Leopoldskron-Moos]] nach Salzburg eingemeindet. | |||
Moos ist ein Flurname für das im Süden der Stadt gelegene Moorgebiet. Das Moor südlich des [[Mönchsberg | |||
=== Liefering === | === Liefering === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Liefering]] | ||
Urkundlicher Erstbeleg | Urkundlicher Erstbeleg ''Liueringa'" (in den [[Breves Notitiae]], ca. [[8. Jahrhundert]]). Dabei wurde das u und v damals als gleicher Buchstabe geschrieben. Ein weiterer Ortsname auf –ing (Beschreibung siehe [[Itzling]]) mit der Bedeutung "Heim, Hof, Siedlung der Sippe Liuphari oder Liupheri, was mit großer Wahrscheinlichkeit ein romanischer Personenname und von lateinisch "liber" = 'frei(geboren)' abgeleitet ist. Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde Liefering als Teil der Gemeinde [[Wals-Siezenheim|Siezenheim]] nach Salzburg eingemeindet. | ||
==== Rott ==== | ==== Rott ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Rott]] | ||
Rott | |||
Rott ist ein uralter, aus der Zeit der [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Landnahme stammender Siedlungsname aus der Familie der "reuth" u.ä. und bedeutet "Rodung". | |||
=== Maxglan === | === Maxglan === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Maxglan]] | ||
Der Name 'Maxglan' leitet sich vom heiligen Maximilian (römischer Märtyrer) ab, dessen Gebeine nahe | Der Name 'Maxglan' leitet sich vom heiligen Maximilian (römischer Märtyrer) ab, dessen Gebeine nahe des [[Glanbach]]s bestattet wurden. Der ursprüngliche Name "Maximilian an der Glan" wurde im Lauf der Jahre zu "Maxlan" oder "Maxlon" verkürzt. Als älteste Erwähnung ''villa quae dicitur Glana'' [[1222]] ist eine "hu(e)be in Glan" erwähnt. [[1714]] wird urkundlich "[[Stadtpfarrkirche St. Maximilian|S. Maximiliani Gotts Hauß zu Glann]]" genannt, [[1759]] "Gottshauß S. Maximiliani an der Glann". [[1779]] nannte der von [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] angelegte Steuerkataster die Steuergemeinde "Maxglann". Im [[19. Jahrhundert]] wird endgültig der Name Maxglan festgeschrieben. St. Maximilian ist auch der Kirchenpatron der hiesigen [[Stadtpfarre Maxglan|Pfarre]]. Am [[1. Juli]] [[1935]] wurde die Gemeinde [[Maxglan (Gemeinde)|Maxglan]] nach Salzburg eingemeindet. | ||
==== Burgfried ==== | ==== Burgfried ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Burgfried (Maxglan)|Burgfried]] | ||
Möglicherweise ein alter, aber schon im [[Mittelalter]] aufgelassener Siedlungskern | Möglicherweise ein alter, aber schon im [[Mittelalter]] aufgelassener Siedlungskern Maxglans. Mit "Burgfried" bezeichnete man im frühen Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskerns von Maxglan direkt im Überschwemmungsgebiet des Glanbachs ist allerdings wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen [[Mittelalter]] im Raum des heutigen Kirchenviertels. | ||
==== Glanhofen ==== | ==== Glanhofen ==== | ||
von | von "Hof/Höfe an der Glan": Der Flussname [[Glanbach|Glan]], ''rivolus Glane'', ist schon um [[700]] urkundlich belegt. Nach [[Franz Hörburger|Hörburger]] kommt er aus dem [[Kelten|keltischen]] "glan", wo er "rein", "lauter", "schön" bedeutet. | ||
=== Maxglan West === | === Maxglan West === | ||
==== Loig (siehe auch unter Umland) ==== | ==== Loig (siehe auch unter Umland) ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Loig]] | ||
Loig stammt angeblich von ad. | Loig stammt angeblich von ad. "leug" = warmes Bad, nach anderen Überlieferungen von einer Distanzbezeichnung, die die Wegstrecke zum Hauptort [[Juvavum]] bezeichnet. | ||
=== Morzg === | === Morzg === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Morzg]] | ||
Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen ''marciaco'' und bedeutet | Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen ''marciaco'' und bedeutet "Siedlung des Marcius". Der Ort wurde erstmals [[790]] urkundlich erwähnt, als der [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodebert]] der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] "Marciago" schenkt. Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde die Gemeinde [[Morzg (Gemeinde)|Morzg]] nach Salzburg eingemeindet. | ||
====Kleingmain ==== | ==== Kleingmain ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Kleingmain]] | ||
Gmain in [[Großgmain]] hat sich in seiner ursprünglichen Form ''Mona'' (urkundlich [[9. Jahrhundert]]) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form | Gmain in [[Großgmain]] hat sich in seiner ursprünglichen Form ''Mona'' (urkundlich [[9. Jahrhundert]]) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form "gmoa" als Gemeinde zu interpretieren ist. | ||
In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden. | In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden. | ||
=== Mülln === | === Mülln === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Mülln]] | ||
Mülln hat mit den Mühlen zu tun ( | Mülln hat mit den Mühlen zu tun (''ad molendina''), die hier mit dem Überwasser des Moores zwischen dem [[Untersbergstock]] und der Stadt Salzburg und später durch einen [[Müllner Arm|Arm]] des [[Almkanal]]s betrieben wurden und der Gegend schon im frühen Mittelalter, sicher aber seit dem [[12. Jahrhundert]] diesen Namen gaben. | ||
====Aiglhof ==== | ==== Aiglhof ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Aiglhof]] | ||
Aiglhof wurde nach dem Adelssitz Lindhof = Aiglhof benannt, den einst das Geschlecht derer von Lind und danach der Aigl besaß und das seit [[1604]] dem [[ | Aiglhof wurde nach dem Adelssitz Lindhof = Aiglhof benannt, den einst das Geschlecht derer von Lind und danach der [[Aigl]] besaß und das seit [[1604]] dem [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] gehört. "Aigl" könnte dieselbe Herkunft haben wie "Aigen" (s. o.) | ||
=== Neustadt === | === Neustadt === | ||
:'' Hauptartikel [[Neustadt]] | : ''Hauptartikel [[Neustadt]] | ||
==== Andräviertel ==== | ==== Andräviertel ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Andräviertel]] | ||
Als Andräviertel wird ein Teil in der [[Neustadt]] nach der dort gelegenen [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] bezeichnet. Eine dem Apostel Andreas geweihte Kirche stand ursprünglich an jener Ecke des [[Platzl]]s, wo [[Linzer Gasse]] und [[Dreifaltigkeitsgasse]] aufeinander treffen. Diese wurde [[1861]] aus Unverstand abgerissen und [[1892]] | Als Andräviertel wird ein Teil in der [[Neustadt]] nach der dort gelegenen [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] bezeichnet. Eine dem Apostel [[Kirche des heiligen Andreas|Andreas geweihte Kirche]] stand ursprünglich an jener Ecke des [[Platzl]]s, wo [[Linzer Gasse]] und [[Dreifaltigkeitsgasse]] aufeinander treffen. Diese wurde [[1861]] aus Unverstand abgerissen und [[1892]]–[[1898]] durch die jetzige Kirche am [[Mirabellplatz]] ersetzt. | ||
=== Nonntal === | === Nonntal === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Nonntal]] | ||
Das ist das Tal = die Ebene unterhalb | Das ist das Tal = die Ebene unterhalb der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]. | ||
==== Nonnberg ==== | ==== Nonnberg ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Nonnberg]] | ||
Die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] ist das älteste, seit seiner Gründung zwischen [[713]] und [[715]] ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der [[Alpen]]. Als Gründer wird der heilige [[Rupert von Salzburg|Rupert]] bezeichnet, der das Kloster seiner Nichte [[Erintrudis]] (auch Er'''e'''ntrudis) als erster [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissin]] überantwortete. | |||
=== Parsch === | === Parsch === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Parsch]] | ||
In Urkunden von [[1122]] | In Urkunden von [[1122]] "Porras" und "Porss" genannt, ist etymologisch umstritten. Einige leiten es vom lateinischen ''pars'' = der Teil her. Die Herkunft vom "parzigen" = verkrüppelten Buschwerk der einst hier gelegenen Landschaft am [[Gersbach]] mit seinem Gehölzsaum ist wenig wahrscheinlich. Eine Herkunft aus vorrömischer, also [[Kelten|keltischer]] Zeit kann nicht ausgeschlossen werden. | ||
=== Riedenburg === | === Riedenburg === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Riedenburg]] | ||
Riedenburg war der ursprüngliche Name des [[Rainberg]]-Felsens (''a rupe que Ritinburc appellatur'', [[1139]]), "der inmitten von moorigen Wiesen" = Riedgraswiesen) aufragte. Die Riedenburger Sümpfe ( | Riedenburg war der ursprüngliche Name des [[Rainberg]]-Felsens (''a rupe que Ritinburc appellatur'', [[1139]]), "der inmitten von moorigen Wiesen" (= Riedgraswiesen) aufragte. Die Riedenburger Sümpfe ("Die Pferde sanken dort bis zum Bauch ein und verloren im Morast die Hufeisen") wurden erst ab dem [[16. Jahrhundert]] sehr langsam trocken gelegt. Das Gebiet wurde in der Folge nur sehr dünn mit wenigen Gehöften (bäuerlich) besiedelt, die Verbauung der Riedenburg erfolgte wesentlich nach 1880. | ||
=== Schallmoos === | === Schallmoos === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Schallmoos]] | ||
Vielleicht Bezeichnung für ein | Vielleicht Bezeichnung für ein "schales" = dickflüssiges, unreines Moorgebiet. Das [[Schallmoos (Moor)|Schallmooser Moor]] wurde aber in der ersten Hälfte des [[17. Jahrhundert]]s schrittweise trocken gelegt. der letzte erhaltene Rest des Schallmooses ist das [[Samer Mösl]]. | ||
=== Salzburg Süd === | === Salzburg Süd === | ||
:''Hauptartikel [[Salzburg Süd]] | : ''Hauptartikel [[Salzburg Süd]] | ||
=== Alpensiedlung === | === Alpensiedlung === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Alpensiedlung]] | ||
Die [[Alpensiedlung]] wurde nach der [[1936]]/[[1937]] durch noch unverbautes Auland der [[Salzach]] angelegten | Die [[Alpensiedlung]] wurde nach der [[1936]]/[[1937]] durch noch unverbautes Auland der [[Salzach]] angelegten [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]] benannt. Der eigentliche Stadtteil ist erst im Zug des stürmischen Bevölkerungswachstums Salzburgs nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] entstanden. | ||
==== Herrnau ==== | ==== Herrnau ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Herrnau]] | ||
Die Herrenau ist die Au der adeligen Herren. -au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser und kommt von althochdeutsch ''ouwa''. Schon [[1574]] wurde ein Teil der [[Hellbrunner Au]] nach den zunehmend aristokratischen Besitzverhältnissen als Herrnau bezeichnet. [[1631]] erhielt auch das neue dort errichtete [[Schloss Herrnau|Herrenschloss]] (heute [[Eschenbachgasse]] 21) den Namen Herrenau. | Die Herrenau ist die Au der adeligen Herren. -au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser und kommt von althochdeutsch ''ouwa''. Schon [[1574]] wurde ein Teil der [[Hellbrunner Au]] nach den zunehmend aristokratischen Besitzverhältnissen als Herrnau bezeichnet. [[1631]] erhielt auch das neue dort errichtete [[Schloss Herrnau|Herrenschloss]] (heute [[Eschenbachgasse]] 21) den Namen Herrenau. | ||
==== Josefiau ==== | ==== Josefiau ==== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Josefiau]] | ||
Das Siedlungsgebiet entstand [[1932]] durch Rodungen der Salzachau (-au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser, kommt von mittelhochdeutsch ''ouwa'') und übernahm den Namen von der hier gelegenen [[Kapelle St. Josef]], die [[1677]] vom reichen Handelsmann [[Abraham Zillner]] bei seinem Ansitz errichtet worden war und in der Folge dem Gut samt Schlösschen den Namen [[St. Joseph (Gutshof)]] verschaffte (heute als [[Castellani | Das Siedlungsgebiet entstand [[1932]] durch Rodungen der Salzachau (-au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser, kommt von mittelhochdeutsch ''ouwa'') und übernahm den Namen von der hier gelegenen [[Kapelle des hl. Josephs|Kapelle St. Josef]], die [[1677]] vom reichen Handelsmann [[Abraham Zillner]] bei seinem Ansitz errichtet worden war und in der Folge dem Gut samt Schlösschen den Namen [[St. Joseph (Gutshof)]] verschaffte (heute als [[ARCOTEL Castellani]], das ehemalige Hotel Kasererhof, genutzt). | ||
=== Taxham === | === Taxham === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Taxham]] | ||
Ausgehend vom Grund des [[Gut Daxheim|Gutes Daxenheim]], das dem Stadtteil auch seinen Namen gab, begann die intensive Besiedlung in den [[1960er]] Jahren. Das Bauerngut wieder hatte seinen Namen nachdem kleinen Wäldchen (Taxen = Nadelbaumzweige, Nadelholz) und dem einst nächst stehenden kleinen Herrenhof. Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist-heim- bzw. ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namentypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das [[oberösterreich]]ische [[Alpenvorland]] bis gegen die Enns und den Salzburger [[Flachgau]], während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namenstypen hinsichtlich des Wohnortes. | Ausgehend vom Grund des [[Gut Daxheim|Gutes Daxenheim]], das dem Stadtteil auch seinen Namen gab, begann die intensive Besiedlung in den [[1960er]] Jahren. Das Bauerngut wieder hatte seinen Namen nachdem kleinen Wäldchen (Taxen = Nadelbaumzweige, Nadelholz) und dem einst nächst stehenden kleinen Herrenhof. Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist-heim- bzw. ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namentypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das [[oberösterreich]]ische [[Alpenvorland]] bis gegen die Enns und den Salzburger [[Flachgau]], während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namenstypen hinsichtlich des Wohnortes. | ||
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Dass sie im Alpenraum nur eine geringe Rolle spielen, beruht auf der bis ins [[12. Jahrhundert|12.]]/[[13. Jahrhundert]] dort fortbestehenden romanischen Siedlung im Westen und der slawischen im Osten, wobei – vom romanisch-slawischen Überschneidungsgebiet [[Osttirol]]s und [[Kärnten|Oberkärntens]] abgesehen – ein wechselseitiger Ausschluss der romanischen, slawischen und der beiden ältesten deutschen Namentypen besteht. So kommen vor allem die -ing-Namen hauptsächlich nur dort vor, wo sich schon früh bairische Siedlungskerne im romanischen bzw. slawischen Raum bildeten. Das geschah vor allem in jenen Tälern, in denen ein leichtes Vordringen möglich war, wie schon früh in [[Tirol]] im Inntal um Innsbruck und im Pustertal um Bruneck ([[Südtirol]]), im [[Saalach]]er Becken in Salzburg und dann später im obersteirischen [[Ennstal]] und von dort über das Palten- und Liesingtal ins [[Murtal]]. | Dass sie im Alpenraum nur eine geringe Rolle spielen, beruht auf der bis ins [[12. Jahrhundert|12.]]/[[13. Jahrhundert]] dort fortbestehenden romanischen Siedlung im Westen und der slawischen im Osten, wobei – vom romanisch-slawischen Überschneidungsgebiet [[Osttirol]]s und [[Kärnten|Oberkärntens]] abgesehen – ein wechselseitiger Ausschluss der romanischen, slawischen und der beiden ältesten deutschen Namentypen besteht. So kommen vor allem die -ing-Namen hauptsächlich nur dort vor, wo sich schon früh bairische Siedlungskerne im romanischen bzw. slawischen Raum bildeten. Das geschah vor allem in jenen Tälern, in denen ein leichtes Vordringen möglich war, wie schon früh in [[Tirol]] im Inntal um Innsbruck und im Pustertal um Bruneck ([[Südtirol]]), im [[Saalach]]er Becken in Salzburg und dann später im obersteirischen [[Ennstal]] und von dort über das Palten- und Liesingtal ins [[Murtal]]. | ||
==Ortsnamen im Umland der Stadt== | == Ortsnamen im Umland der Stadt == | ||
=== Adnet === | === Adnet === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Adnet]] | ||
Der Name 'Adnet' (mit seinem Erstbeleg in den [[Breves Notitiae]] | Der Name 'Adnet' (mit seinem Erstbeleg in den [[Breves Notitiae]] ''Atanate'') kann zumindest dem Suffix nach hohes Alter bescheinigt werden. So findet sich das keltische -ate-Suffix beispielsweise in "''Arelate''" in Caesars ''Bellum Gallicum''. Die Bedeutung des [[Kelten|keltischen]] Namens ist 'Siedlung am Sumpf'. | ||
=== Anif=== | === Anif === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Anif]] | ||
Anif (frühe Belege: ''Anaua, Anua'') geht nach einer Deutung von Eberhard Kranzmayer auf ein keltisches ''anapa'' = Sumpfwasser zurück, das aus zwei keltischen Gewässerwörtern zusammengesetzt ist: ''anos'' 'Sumpf' und ''apa'' 'Wasser'; möglicherweise ist der Name aber schon voreinzelsprachlicher Herkunft. | Anif (frühe Belege: ''Anaua, Anua'') geht nach einer Deutung von Eberhard Kranzmayer auf ein keltisches ''anapa'' = Sumpfwasser zurück, das aus zwei keltischen Gewässerwörtern zusammengesetzt ist: ''anos'' 'Sumpf' und ''apa'' 'Wasser'; möglicherweise ist der Name aber schon voreinzelsprachlicher Herkunft. | ||
=== Anthering=== | === Anthering === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Anthering]] | ||
Urkundlich [[788]] erwähnt | Urkundlich [[788]] erwähnt als ''ad Antheringas'' ist eine Bildung aus der altdeutschen –ing-Ortsnamenfamilie (vgl. [[Itzling]]) und bedeutet Heim, Hof, Siedlung der Sippe Antheri. | ||
=== Bergheim=== | === Bergheim === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Bergheim]] | ||
Urkundlich [[927]] erwähnt | Urkundlich [[927]] erwähnt als "Percheim", ist ein Kompositum aus Berg und Heim. Im älteren Deutsch und in den Ortsnamen hatte Berg eine weitere Bedeutung und bezeichnete generell eine höhere Lage (hier die Hochlage der Kirche). Der zweite Bestandteil -heim bedeutete ursprünglich ‘Heim, Haus’, in Ortsnamen aber auch – über die Semantik ‘Häuserkollektiv’ – ‘Dorf’. Bergheim bedeutet also wörtlich "Siedlung in erhöhter Lage". | ||
=== Plain=== | === Plain === | ||
: ''Hauptartikel [[Maria Plain]]'' | : ''Hauptartikel [[Maria Plain]] | ||
Wahrscheinlich ist nur für die Bedeutung ‘Ebene, Fläche’ romanische Herkunft bzw. romanischer Einfluss anzunehmen. Es gibt im Alpenslawischen und Slowenischen zwei 'plan-', und zwar 'plan- I' gemeinslawischer Herkunft mit der Bedeutung unfruchtbar, wild, auch in Zusammenhang mit dem Hoch- und Bergland, und 'plan- II' als Entlehnung aus dem roman. in der Bedeutung eben, flach, letzteres ist in mittelhochdeutscher Zeit auch ins Deutsche gelangt, z. B. mittelhochdeutsch plânîe im Bergnamen Planai in [[Schladming]] in den [[Niederen Tauern]] in der [[Steiermark]]. | |||
Hier wurde [[1652]] eine [[Ursprungskapelle|Gnadenkapelle]] "auf dem Plaindl", einem Austragshaus des Gutes Kemating, erbaut. Bei Plain, auch Pliden, handelt es sich nach [[Franz Hörburger|Hörburger]] um eine Bildung zum Personennamenstamm Blid- (vgl. Plidolf 888/907). [[1671]] bis [[1674]] ließ Erzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] auf dem Gut die große [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain|Wallfahrtskirche]] errichten, die [[1810]] an das [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] fiel und [[1952]] von Papst Pius XII zur ''Basilica minor'' erhoben wurde. | |||
Von der Dipl.-Dolmetscherin Mag.<sup>a</sup><ref>{{Magistra}}</ref> [[Ulrike Prlic]] erhalten wir den Hinweis, dass für "Plain" angeblich ein keltischer Ursprung möglich wäre, weil zahlreiche Bergnamen den Bestandteil "plan/plain" enthalten. Solche Bezeichnungen lassen sich zwar problemlos vom lateinischen "planus" = "eben, flach" (auch "Hochebene") ableiten. Zu nennen sich hier z. B. Planai oder die serbische Stadt Velika Plana. Das slowenische Appellativ ''planina'' für Bergweide, Hochebene; (slowen.) Alm, plan-/plan - 'offene, freie Fläche' ist gerade an der slawisch-romanischen Sprachgrenze und im romanisch-slawischen Übergangsgebiet häufig. Eine romanische Herkunft liegt auch hier nahe. Dagegen spricht nach Ulrike Prlic, dass das dem südslawischen ''planina'' entsprechende ukrainische ''polonyna'' ‘Bergweide’ (durch "Volllaut" < *pa(ln- entstanden) lautet und daher kein romanisches Lehnwort sein könne. Der Begriff "polonyna" oder "polonina" im Polnischen, Slowakischen und im ukrainisch-Russinischen lässt sich aber problemlos aus dem altslawischen Wort plonina (= Einöde, Wildnis) ableiten. In südslawischen Sprachen bedeutet planina bzw. planine "Gebirge". | |||
=== Eichet=== | === Eichet === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Eichet]] | ||
[[Flurname]]n nach dem hier urspünglich wachsenden Eichenwald, einer typischer Pflanzengesellschaft am Rande von Mooren. Früher hieß der Raum am Ostrand des Leopoldskroner Mooses "Morzger Eichet" wo am Rande nach 1950 die Eichetsiedlung erbaut wurde, bzw. Grödiger Eichet. Der [[Grödiger Eichetwald]] setzt sich in der Stadt Salzburg nahtlos im [[Morzger Eichetwald]] fort. Im Gegensatz dazu steht bzw. stand der "Kleßheimer Eichet", bzw. "Walser Eichet" am Westrand desselben Moores. | |||
=== Elsbethen=== | === Elsbethen === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Elsbethen]] | ||
Bei Elsbethen (urkundlich [[1417]] erwähnt | Bei Elsbethen (urkundlich [[1417]] erwähnt als "zu St. Elspethen") handelt es sich um einen [[Patrozinium]]snamen, d. h. der Ort ist nach seiner Kirchenpatronin, der hl. Elisabeth, benannt. | ||
=== Glasenbach=== | === Glasenbach === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Elsbethen]] | ||
Das ist die Gegend | Das ist die Gegend südöstlich des Glasbaches, der durch den kleinen aber alten Ort Glas fließt. | ||
=== Gois=== | === Gois === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]] | ||
Die Namen 'Gols' und 'Gois' kommen vom lateinischen collis = Hügel. | Die Namen 'Gols' und 'Gois' kommen vom lateinischen ''collis'' = Hügel. | ||
=== Grödig=== | === Grödig === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Grödig]] | ||
Grödig erweist sich als romanisch, der urkundliche Erstbeleg ''Crethica'' ([[8. Jahrhundert]]) erinnert an ein alpenromanisches Wort (friaulisch | Grödig erweist sich als romanisch, der urkundliche Erstbeleg ''Crethica'' ([[8. Jahrhundert]]) erinnert an ein alpenromanisches Wort (friaulisch ''cret'') mit der Bedeutung 'Fels, Felsspalte eines Berges', eine Benennung, die den [[Untersbergstock]] im Auge hatte; diese Ansicht stützt sich auf die Bedeutung von vlat. crepitare 'platzen, rissig werden' und seine rückläufige Ableitung *''crepita'' > cretta - Riss, Spalte. Andere, auch [[Kelten|keltische]] Deutungen sind weniger stringent. | ||
=== Guggenthal=== | === Guggenthal === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Guggenthal]] | ||
Guggenthal ist als | Guggenthal ist als "Gukkental" schon [[1400]] urkundlich bezeugt und wahrscheinlich nach einer hier vorkommenden Pflanze benannt: Heugucke = [[Herbstzeitlose]], Arschgucke = Küchenschelle, mundartlich Guggen = Frühlingsenzian. | ||
=== Hallwang=== | === Hallwang === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Hallwang]] | ||
Hallwang ist urkundlich als Haldinwanc ([[10. Jahrhundert]]) belegt. Das Bestimmungswort Hall- kommt von ahd. halda, mhd. halde | Hallwang ist urkundlich als "Haldinwanc" ([[10. Jahrhundert]]) belegt. Das Bestimmungswort Hall- kommt von ahd. halda, mhd. halde 'Abhang', das Grundwort ist ahd., mhd. wang 'Wiese, Grünland'; die Bedeutung des Kompositums ist somit 'Wiese am Hang'. Die mundartliche Aussprache hoiming ist durch Assimilationsvorgänge und Abschwächung entstanden: hald(e)nwang > halmwang > halmang > halming (Anklang an -ing-Ortsnamen). | ||
=== Himmelreich=== | === Himmelreich === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Wals]] | ||
Himmelreich teilt sich seinen Namen mit hunderten anderen derartigen Ortsbezeichnungen im deutschen Sprachraum, von alters her nannte man nämlich insbesondere hoch gelegene, fruchtbare Fluren "Himmel". | Himmelreich teilt sich seinen Namen mit hunderten anderen derartigen Ortsbezeichnungen im deutschen Sprachraum, von alters her nannte man nämlich insbesondere hoch gelegene, fruchtbare Fluren "Himmel". | ||
=== Loig === | === Loig === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Loig]] | ||
Loig stammt angeblich von ad. | Loig stammt angeblich von ad. "leug" = warmes Bad, nach anderen Überlieferungen von einer Distanzbezeichnung die die Wegstrecke zum Hauptort Juvavum bezeichnet. | ||
=== Muntigl=== | === Muntigl === | ||
Der Name Muntigl kommt aus dem lateinischen ''monticulus'' = kleiner Berg, Hügel. | Der Name Muntigl kommt aus dem lateinischen ''monticulus'' = kleiner Berg, Hügel. | ||
=== Oberalm und Niederalm=== | === Oberalm und Niederalm=== | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Oberalm]] | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Niederalm]] | ||
Die Namen Ober- und Niederalm gehen wohl auf das vorindogermanische *alb- = Berg zurück, das schon früh an die Wortfamilie von lateinisch albus = weiß angeschlossen wurde. | Die Namen Ober- und Niederalm gehen wohl auf das vorindogermanische *alb- = Berg zurück, das schon früh an die Wortfamilie von lateinisch albus = weiß angeschlossen wurde. | ||
=== Siezenheim === | === Siezenheim === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Siezenheim]] | ||
Urkundlich [[927]] erwähnt als Suozinheim, umgelautet Syetzenheim, [[1214]], ist eine Bildung zum Personennamen *Suozo und bedeutet ‘Heim = Siedlung des Suozo’ (zu den Ortsnamen auf -heim vgl. Taxham). | Urkundlich [[927]] erwähnt als "Suozinheim", umgelautet "Syetzenheim", [[1214]], ist eine Bildung zum Personennamen *Suozo und bedeutet ‘Heim = Siedlung des Suozo’ (zu den Ortsnamen auf -heim vgl. Taxham). | ||
=== Thalgau=== | === Thalgau === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Thalgau]] | ||
In sehr frühe Zeit weisen die -gau-Namen, deren Grundbestandteil ahd. gouwi 'Gau, Gegend', aber auch 'Ort' bezeichnete; Thalgau bedeutet also 'Ort im Tal'. | In sehr frühe Zeit weisen die -gau-Namen, deren Grundbestandteil ahd. gouwi 'Gau, Gegend', aber auch 'Ort' bezeichnete; Thalgau bedeutet also 'Ort im Tal'. | ||
=== Viehhausen=== | === Viehhausen === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Viehhausen]] | ||
Flurname nach den hier siedelnden, Viehzucht treibenden Bauern. | [[Flurname]] nach den hier siedelnden, Viehzucht treibenden Bauern. | ||
=== Vigaun=== | === Vigaun === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Vigaun]] | ||
Vigaun rührt von einem romanischen ''vicóne'' = Großdorf her (von lateinisch ''vicus'' = Dorf). Die für das Germanische untypische Endbetonung ''Vigáun'' ist zumeist ein Indiz für romanischen Ursprung. Man darf darüber hinaus annehmen, dass die Erstnennung in der [[Notitia Arnonis]], | Vigaun rührt von einem romanischen ''vicóne'' = Großdorf her (von lateinisch ''vicus'' = Dorf). Die für das Germanische untypische Endbetonung ''Vigáun'' ist zumeist ein Indiz für romanischen Ursprung. Man darf darüber hinaus annehmen, dass die Erstnennung in der [[Notitia Arnonis]], ''ad Fugina''s, eine Verschreibung für Figunas darstellt, was weitere urkundliche Schreibungen (vgl. in den [[Breves Notitiae]]: "''ad Vigûn''") bzw. das heutige Resultat Vigaun nahe legen. | ||
=== Wals=== | === Wals === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Wals]] | ||
In seiner ursprünglichen urkundlichen Gestalt Uualachouuis ([[8. Jahrhundert|8.]]/[[9. Jahrhundert]]) ist der Name Wals altbairisch und lässt sich analysieren als ahd. uualachô (uu=w, Genitiv Pl. von uualach ‘Romane’ < Volcae, urspr. gallischer Stamm, später übertragen auf benachbarte Völker) und ahd. uuîs ‘Dorf’ (vgl. got. weihs, weiters Weichbild; lat. vicus). Das romanische Pendant vicus Romaniscus (8./9. Jahrhundert), möglicherweise eine getreue Übersetzung des altbairischen Namens, lässt keinen Zweifel an der Bedeutung von Wals als | In seiner ursprünglichen urkundlichen Gestalt Uualachouuis ([[8. Jahrhundert|8.]]/[[9. Jahrhundert]]) ist der Name Wals altbairisch und lässt sich analysieren als ahd. uualachô (uu=w, Genitiv Pl. von uualach ‘Romane’ < Volcae, urspr. gallischer Stamm, später übertragen auf benachbarte Völker) und ahd. uuîs ‘Dorf’ (vgl. got. weihs, weiters Weichbild; lat. vicus). Das romanische Pendant ''vicus Romaniscus'' (8./9. Jahrhundert), möglicherweise eine getreue Übersetzung des altbairischen Namens, lässt keinen Zweifel an der Bedeutung von Wals als "romanische Siedlung, Dorf der Welschen" aufkommen. | ||
== Quellen == | |||
==Quellen== | |||
* [[Heinz Dopsch]]: ''Das Frühmittelalter – Bajuwaren und [[Römer|Romanen]]. Die Ortsnamen'' in: [[Euregio|EU-Regio Salzburg, Berchtesgadener Land, Traunstein]] (Hg.), Heimat mit Geschichte und Zukunft, o. Ort [[2004]], S. 23–30 | * [[Heinz Dopsch]]: ''Das Frühmittelalter – Bajuwaren und [[Römer|Romanen]]. Die Ortsnamen'' in: [[Euregio|EU-Regio Salzburg, Berchtesgadener Land, Traunstein]] (Hg.), Heimat mit Geschichte und Zukunft, o. Ort [[2004]], S. 23–30 | ||
* [[Franz Martin]]: ''Salzburger Straßennamen'', Salzburg, [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 4. Auflage [[1995]] | * [[Franz Martin]]: ''Salzburger Straßennamen'', Salzburg, [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 4. Auflage [[1995]] | ||
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* ''Tribüne'', Zeitschrift für Sprache und Schreibung, Heft 1 / [[2003]]: Ortsnamen in Österreich | * ''Tribüne'', Zeitschrift für Sprache und Schreibung, Heft 1 / [[2003]]: Ortsnamen in Österreich | ||
* Beiträge in den [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK): | * Beiträge in den [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK): | ||
**[[August Prinzinger der Ältere|August Prinzinger]]: ''Die Höhennamen in der Umgebung von Salzburg. Ein Beitrag zur Orts-, Sprach- und Volkskunde'', in: [ | **[[August Prinzinger der Ältere|August Prinzinger]]: ''Die Höhennamen in der Umgebung von Salzburg. Ein Beitrag zur Orts-, Sprach- und Volkskunde'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18600003&zoom=2&seite=0000003100000031&x=13&y=11 MGSLK 1, 1860/61, S. 31-52] | ||
**[[Franz Valentin Zillner|Franz V. Zillner]]: ''Brand, Schwant, Maiß und Reut. Salzburgische Orts- und Güternamen, aus [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#U|Urbar]]ien gesammelt'', in: [ | **[[Franz Valentin Zillner|Franz V. Zillner]]: ''Brand, Schwant, Maiß und Reut. Salzburgische Orts- und Güternamen, aus [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#U|Urbar]]ien gesammelt'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18780003&zoom=2&seite=00000248 MGSLK 18, 1878, S. 248-258] | ||
**Franz V. Zillner: ''Busch und Baum, Wald und Au in salzburgischen Flur- und Ortsnamen'', in: [ | **Franz V. Zillner: ''Busch und Baum, Wald und Au in salzburgischen Flur- und Ortsnamen'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18800003&zoom=2&seite=00000130 MGSLK 20, 1880, S. 130-147] | ||
**[[Ludwig Steub]]: ''Die romanischen Ortsnamen im Lande Salzburg'', in: [ | **[[Ludwig Steub]]: ''Die romanischen Ortsnamen im Lande Salzburg'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18810003&zoom=2&seite=00000098 MGSLK 21, 1881, S. 98-102] | ||
**Franz V. Zillner: ''Das Wasser in salzburgischen Flur- und Ortsnamen'', in: [ | **Franz V. Zillner: ''Das Wasser in salzburgischen Flur- und Ortsnamen'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18820003&zoom=2&seite=00000037 MGSLK 22, 1882, S. 37-61] | ||
**[[Theodor von Grienberger]]: ''Die Ortsnamen des [[Indiculus Arnonis]] und der [[Breves Notitiae Salzburgenses]] in ihrer Ableitung und Bedeutung'', in: [ | **[[Theodor von Grienberger]]: ''Die Ortsnamen des [[Indiculus Arnonis]] und der [[Breves Notitiae Salzburgenses]] in ihrer Ableitung und Bedeutung'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18860003&zoom=2&seite=00000003&x=17&y=9 MGSLK 26, 1886, S. 1-78] | ||
**[[Eberhard Kranzmayer]]: ''Die Ergebnisse der neuesten österreichischen Ortsnamenkunde und das Land Salzburg'', in: MGSLK 97, 1957, S. 1-16 | **[[Eberhard Kranzmayer]]: ''Die Ergebnisse der neuesten österreichischen Ortsnamenkunde und das Land Salzburg'', in: MGSLK 97, 1957, S. 1-16 | ||
* [[Franz Hörburger]]: ''[[Salzburger Ortsnamenbuch]]''. [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 9. Ergänzungsband, im Selbstverlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982. | * [[Franz Hörburger]]: ''[[Salzburger Ortsnamenbuch]]''. [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 9. Ergänzungsband, im Selbstverlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982. | ||
== Einzelnachweise == | |||
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]] | |||
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 10:46 Uhr

Über die Wortherkunft (Etymologie) der Salzburger Stadtteil- und einiger umliegender Ortsnamen.
Stadt Salzburg
- Hauptartikel Stadt Salzburg
Während der römischen Besiedlung der Provinz Noricum, wahrscheinlich aber schon früher, trug die Stadt und deren Umgebung die Bezeichnung Iuvavum. In offiziellen Urkunden erscheint Iuvavum und vor allem das Adjektiv Iuvavensis erstmals als eines der fünf norischen Munizipien in der Geografie des älteren Plinius (* 23; † 79 n. Chr.) auf. Die Etymologie von Iuvavum ist sehr kompliziert, es existieren dazu verschiedene Hypothesen. Hier sei dazu nur soviel gesagt, dass es sich bei Iuvavum um ein vorrömisches, eventuell alteuropäisches Substratwort handelt. Clemens M. Hutter meint, dass sich die Namenserklärung in einem Weihealtar aus dem 2. oder 3. Jahrhundert erklärt. Man hatte ihn unter dem Residenzplatz in der Altstadt der Stadt Salzburg gefunden. Dieser Altar war dem "besten und größten Iupiter und dem Iuvavus" geweiht. Sie sollten dem Bürgermeister des römischen Iuvavums Marcus Haterius den Geschäftserfolg und die Gesundheit erhalten.[1]
Seit dem 8. Jahrhundert jedoch, als allmählich auch althochdeutsche Sprachformen schriftlich fixiert wurden, trat das mit den Römern in Verbindung gebrachte Iuvavum in den Hintergrund zugunsten der auf dem Salzhandel basierenden deutschen Bezeichnung. Gerade das fast gleichzeitige Aufkommen der neuen Flussbezeichnung Salzach und des Stadtnamens Salzburg ist ein einzigartiges Phänomen der Namenskunde und scheint auf einen gewollten Bruch mit der römisch-romanischen Tradition abgezielt zu haben.
Die erste Bezeugung von Salzburg findet sich in der Vita Bonifatii, der Lebensbeschreibung des hl. Bonifatius, die bald nach dessen Tod im Jahre 754 von Willibald, einem angelsächsischen Priester, abgefasst wurde. In diesem wertvollen Dokument (erhalten in einer nur wenig jüngeren Abschrift des verlorenen Originals), die in der bayerischen Staatsbibliothek in München, Bayern, aufbewahrt wird, erscheint der Stadtname in seiner ältesten Gestalt: Salzpurch. Zum zweiten Mal taucht der Name in der Notitia Arnonis auf als salzburch, mit stimmhaftem 'b', was auf eine noch nicht gefestigte Schreibung hindeutet, die phonetische Unterschiede recht genau wiedergibt.
Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der Salz eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spätmittelalter ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des Erzbistums.
Stadtteile und Siedlungskerne von Salzburg
- Hauptartikel Salzburger Stadtteile
Als Stadtteile Salzburgs werden 20 Gebiete aufgefasst, die zuletzt gut von einander abgegrenzt wurden, aber nicht mit der vermessungstechnischen Einteilung in Katastralgemeinden ident sind. Innerhalb der Stadtteile (etwa Aigen) können verschiedene Siedlungskerne (bei Aigen etwa Abfalter, Aigen-Mitte und Glas) von einander getrennt ausgewiesen werden
Aigen
- Hauptartikel Aigen
Aigen war ursprünglich nur der Name des 1402 zum ersten Mal urkundlich genannten hier gelegenen Ansitzes und wurde später auf die ganze Siedlung bzw. Gegend übertragen. Ein aigen (mittelhochdeutsch) eigen bedeutet "Eigentum, namentlich ererbtes Grundeigentum", also einen freien Eigenbesitz im Gegensatz zum Lehen. Ein Aigner ist ein freier Bauer, der ein nicht abgabepflichtiges Gut ("Aigen") besitzt. Die Gemeinde Aigen 1. Jänner 1939 nach Salzburg eingemeindet.
Abfalter
- Hauptartikel Abfalter
Der Name kommt vom Althochdeutschen Aphalter (= Apfelbaum), der wohl einmal hier gewachsen sein muss.
Außerdem gibt es in der Sage einen Riesen namens Abfalter: Vor mehreren hundert Jahren hauste auch der Riese Abfalter auf dem Untersbergstock. Noch sieht man einen großen Felsgraben auf dem Rücken des Berges, der ihm zum Lager diente. Die Hügel von Wals (Goiser Hügel), Liefering (Lieferinger Hügel) und Maxglan sowie die kleinen Erhebungen ("Golferhügel") da und dort, auf denen meistens Kirchen stehen, sollen von den Steinen herrühren, die er bisweilen zum Zeitvertreib herab warf. Am Fuße des Gaisberges soll er einst einer Riesenjungfrau begegnet sein, welche, vom Abersee kommend, Steine in der Schürze trug, um auf selben als Trittsteinen über die Salzach zu schreiten, selbe aber unterwegs unbemerkt bei Plainfeld verloren hatte, weil die Schürze ein Loch bekam. Abfalter soll sie dann über die Salzach getragen haben.
Glas
- Hauptartikel Aigen
Der Name der schon um 700 genannten Ortschaft lässt sich nach Hörburger mit althochdeutsch glas = "gläsern, glänzend" in Verbindung bringen. Das Glas war allerdings den germanischen Stämmen fremd (bzw. dort nur Name des Bernsteinschmucks). Der Name ist, wie die Mehrzahl der Namen im Süden Salzburgs, mit hoher Wahrscheinlichkeit romanischen Ursprungs.
Altstadt
Linkes Salzachufer
- Hauptartikel Altstadt
Rechtes Salzachufer
- Hauptartikel Altstadt (rechtes Salzachufer)
Äußerer Stein
- Hauptartikel Äußerer Stein
So wird das Gebiet entlang der Arenbergstraße zwischen äußerem Steintor (wo heute der Engelwirtsbrunnen steht) und dem heutigen Beginn der Pausingerstraße (früher äußere Steingasse) genannt. Später wurde im Inneren Stein am Fuß des Kapuzinerbergs vielleicht schon in der Römerzeit von Hochwässern der Salzach besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich "auf dem Stein" standen. Im 19. Jahrhundert wurde vorübergehend auch größere Teile des Inneren Parsch zum Äußeren Stein dazugezählt.
Elisabeth-Vorstadt
- Hauptartikel Elisabeth-Vorstadt
Dieser Stadtteil hieß früher Froschheim (nach den hier einst gelegenen Auen der Salzach mit ihren vielen Fröschen) und wurde auf Initiative von Sylvester Oberberger 1901 nach der Kaiserin Elisabeth von Österreich (* 1837; † 1898) benannt. Die Katastralgemeinde Elisabeth-Vorstadt wurde nach 1950 wieder in Froschheim rückbenannt, die so heute wieder den Namen Katastralgemeinde Salzburg, Abteilung Froschheim trägt. Davon unbeachtet trägt der Stadtteil an sich aber bis heute den Namen der einstigen Kaiserin.
Gaisberg
- Hauptartikel Gaisberg
Um 700 als "Keizperch" und "Gaisloberch" nachgewiesen; auf dem Berg hatten die Klöster St. Peter und Nonnberg die Weiden für ihre Geißen besessen.
Gneis
- Hauptartikel Gneis
Hörburger leitet es vom romanischen canales = Wasserrinne ab. Für Gneis gibt es aber auch einen zweiten, wenn auch deutlich weniger schlüssigen Erklärungsversuch: Zillner sieht darin auf Grund der auch vorkommenden Schreibungen "Gnälls" und "Gnäusel" ein mundartlich entstelltes "Knaus" oder "Knäuslein", d. i. eine Kugel (vgl. "Knäuel"), gelegentlich aber auch ein halbkugeliges Endstück eines Brotlaibes. Angeblich - aber wenig wahrscheinlich wurde die leicht wellig verlaufende Terrassenkante der Friedhofsterrasse (entlang des Kommunalfriedhofs) mit einer Kugel bzw. einem Brotlaibscherzel verglichen.
Gnigl
- Hauptartikel Gnigl
Gnigl ist vermutlich ursprünglich der Name des Guggenthaler oder Alterbachs; er wird 790 als glanicle erstmals urkundlich genannt und ist möglicherweise eine Verkleinerungsform von "glan" (siehe dort). Am 1. Juli 1935 die Gemeinde Gnigl nach Salzburg eingemeindet;
Sam
- Hauptartikel Sam
Nach dem Gut Savme, das schon 1250 urkundlich erwähnt wird und dem Benediktinerstift St. Peter grunduntertänig war.
Samer waren die ersten Transporteure auf Saumpfaden über die Alpen bis in den Bayerischen Wald. Jahrhundertelang beförderten sie auf dem Rücken von Pferden oder Maultieren vor allem Salz und Wein über die Pässe.
Itzling
- Hauptartikel Itzling
Altdeutsch Uzilinga, gehört zu den Ortsnamen auf –ing. Die ing-Namen stellen eine sehr alte Namensschicht innerhalb des sich ab dem 7.-8. Jahrhundert etablierenden althochdeutschen Namenkorpus dar. Wenn man die Funktion dieses wohl produktivsten germanischen Suffixes betrachtet, so bezeichnet es ganz allgemein gesagt die Zugehörigkeit entweder zu einer Person (vgl. ahd. edeling 'Edler') oder zu einer Sache. Einen sehr großen Teil der ahd. -ing-Bildungen in den Ortsnamen bildet die Ableitung zu Personennamen. Es handelt sich demnach um einen Insassennamentyp, der in Folge auf die Ortschaften übertragen wurde. Dieser Typus scheint in althochdeutscher Zeit neben mehreren Formen vor allem im Nominativ Plural mit der Endung -a auf (vgl. die Formen der Erstnennung in der Notitia Arnonis N. Pl. uzilinga und liueringa). Er bezeichnet die Personengruppe um die im Stamm genannte Person und ist dann auf die Siedlungsstelle, wo diese Personengruppe sesshaft gewesen war, übertragen worden. Eine Unmenge an weiteren ebenso gebildeten -ing-Namen lässt sich anführen (vgl. die alten Notitia Arnonis-Namen Aching/Eching, Pabing, Anthering u. a.), was die Produktivität dieses Ortsnamentyps augenfällig demonstriert.
Itzling bedeutet daher soviel wie Heim, Hof, Siedlung der Sippe Uzzo. Am 1. Juli 1935 wurde die Gemeinde Gnigl nach Salzburg eingemeindet.
Kasern
- Hauptartikel Kasern
Kasern kommt aus der uralten indogermanischen Wortfamilie von lateinisch casa = Haus, Hof. Das Wort Käse hat demgegenüber eine andere Sprachwurzel und kommt von lateinisch caseus = Labkäse, was ebenso wie die Herkunft von "Sennerin" aus lateinisch seniora belegt, dass die zugewanderten Bajuwaren vor rund 1 500 Jahren die Almwirtschaft von der romanisch-keltischen Bevölkerung übernahmen.
Langwied
- Hauptartikel Langwied
Das ist ein alter Flurname und enthält den altdeutschen Wortbestandteil wid = Holz, bzw Weidenbaum. An das Langwied schloss früher direkt das Langmoos an. Viele Weidenarten sind typische Gehölzsarten am Rand von Mooren (vor alle die Aschweide). Durch die langgestreckte Form von Langwied und Langmoos in der Talsenke zwischen Heuberg und Bergsam ist deren Name einleuchtend.
Esch
- Hauptartikel Esch
Siedlungsname nach den dort wachsenden Eschenwalds am Fuß des Heuberges.
Lehen
- Hauptartikel Lehen
Zillner leitet den Namen alternativ von "Loh", "Löhen" = nasse, sumpfige Stellen her, weil dieses nahe dem Zusammenfluss von Saalach und Salzach gelegene Gebiet ursprünglich sehr wasserreich und sumpfig war. Er nannte den Streifen zwischen Glanbach und Mühlbach das "salzburgische Mesopotamien" (Zweistromland) und beschrieb das Gebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so:
"Weniger wahrscheinlich kommt der Name von früher hier gelegenen «Lehen» = kleinen Bauerngütern, im Eigentum von Großgrundbesitzern. Das Gebiet zwischen heutiger Bahn, Glanbach und Glandurchstich sowie Salzach liegt im Bereich einer Alluvialterrasse, die im Gegensatz zu den höher gelegenen Stadtterrassen ständig von Überschwemmungen der Glan und der Salzach bedroht war. Zwischen der alten Vorstadt Mülln und dem uralten Bauern- und Fischerort Liefering gab es hier nur einige verstreut liegende Höfe nahe der Straße und eine kleine Gruppe von Anwesen, die neben Landbewirtschaftung die Wasserkraft des vermutlich im 14. Jahrhundert vom Glanbach abgezweigten Gailenbachs nutzten. Wer nach starkem Sommerregen bei eintretender Abendkühle etwa von der Öde des einstigen Mönchsteinturmes gegen Liefering ausblickt, dem wird ohne Zweifel der stets auftretende Nebelstrich und die blinkenden, bandartigen, übervollen Wasserstreifen beider Bäche ins Auge fallen, an denen der Vorort Lehen liegt."
Leopoldskroner Moos
- Hauptartikel Leopoldskroner Moos
An einem schon vorher bestehenden Weiher im Landschaftsraum von Riedenburg ließ Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian 1736-1740 ein Schloss errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name Leopoldskroner Moos einbürgerte. Allerdings gehören heute Schloss und Weiher zum Salzburger Stadtteil Riedenburg.
Moos
Moos ist ein Flurname für das im Süden der Stadt gelegene Moorgebiet. Das Moor südlich des Mönchsbergs und der Riedenburg wurde ursprünglich viltzmoos oder "Wildmoos" genannt. Es wurde in ersten Teilen ab der Mitte des 18. Jahrhundert kultiviert. Eine tiefgreifende Trockenlegung des Hammerauer Moores war aber erst nach der Begradigung des Glanbachs in den Jahren 1933–1947 möglich. Am 1. Jänner 1939 wurde die Gemeinde Leopoldskron-Moos nach Salzburg eingemeindet.
Liefering
- Hauptartikel Liefering
Urkundlicher Erstbeleg Liueringa'" (in den Breves Notitiae, ca. 8. Jahrhundert). Dabei wurde das u und v damals als gleicher Buchstabe geschrieben. Ein weiterer Ortsname auf –ing (Beschreibung siehe Itzling) mit der Bedeutung "Heim, Hof, Siedlung der Sippe Liuphari oder Liupheri, was mit großer Wahrscheinlichkeit ein romanischer Personenname und von lateinisch "liber" = 'frei(geboren)' abgeleitet ist. Am 1. Jänner 1939 wurde Liefering als Teil der Gemeinde Siezenheim nach Salzburg eingemeindet.
Rott
- Hauptartikel Rott
Rott ist ein uralter, aus der Zeit der bajuwarischen Landnahme stammender Siedlungsname aus der Familie der "reuth" u.ä. und bedeutet "Rodung".
Maxglan
- Hauptartikel Maxglan
Der Name 'Maxglan' leitet sich vom heiligen Maximilian (römischer Märtyrer) ab, dessen Gebeine nahe des Glanbachs bestattet wurden. Der ursprüngliche Name "Maximilian an der Glan" wurde im Lauf der Jahre zu "Maxlan" oder "Maxlon" verkürzt. Als älteste Erwähnung villa quae dicitur Glana 1222 ist eine "hu(e)be in Glan" erwähnt. 1714 wird urkundlich "S. Maximiliani Gotts Hauß zu Glann" genannt, 1759 "Gottshauß S. Maximiliani an der Glann". 1779 nannte der von Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo angelegte Steuerkataster die Steuergemeinde "Maxglann". Im 19. Jahrhundert wird endgültig der Name Maxglan festgeschrieben. St. Maximilian ist auch der Kirchenpatron der hiesigen Pfarre. Am 1. Juli 1935 wurde die Gemeinde Maxglan nach Salzburg eingemeindet.
Burgfried
- Hauptartikel Burgfried
Möglicherweise ein alter, aber schon im Mittelalter aufgelassener Siedlungskern Maxglans. Mit "Burgfried" bezeichnete man im frühen Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskerns von Maxglan direkt im Überschwemmungsgebiet des Glanbachs ist allerdings wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen Mittelalter im Raum des heutigen Kirchenviertels.
Glanhofen
von "Hof/Höfe an der Glan": Der Flussname Glan, rivolus Glane, ist schon um 700 urkundlich belegt. Nach Hörburger kommt er aus dem keltischen "glan", wo er "rein", "lauter", "schön" bedeutet.
Maxglan West
Loig (siehe auch unter Umland)
- Hauptartikel Loig
Loig stammt angeblich von ad. "leug" = warmes Bad, nach anderen Überlieferungen von einer Distanzbezeichnung, die die Wegstrecke zum Hauptort Juvavum bezeichnet.
Morzg
- Hauptartikel Morzg
Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen marciaco und bedeutet "Siedlung des Marcius". Der Ort wurde erstmals 790 urkundlich erwähnt, als der Baiernherzog Theodebert der Benediktinerinnenabtei Nonnberg "Marciago" schenkt. Am 1. Jänner 1939 wurde die Gemeinde Morzg nach Salzburg eingemeindet.
Kleingmain
- Hauptartikel Kleingmain
Gmain in Großgmain hat sich in seiner ursprünglichen Form Mona (urkundlich 9. Jahrhundert) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form "gmoa" als Gemeinde zu interpretieren ist.
In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden.
Mülln
- Hauptartikel Mülln
Mülln hat mit den Mühlen zu tun (ad molendina), die hier mit dem Überwasser des Moores zwischen dem Untersbergstock und der Stadt Salzburg und später durch einen Arm des Almkanals betrieben wurden und der Gegend schon im frühen Mittelalter, sicher aber seit dem 12. Jahrhundert diesen Namen gaben.
Aiglhof
- Hauptartikel Aiglhof
Aiglhof wurde nach dem Adelssitz Lindhof = Aiglhof benannt, den einst das Geschlecht derer von Lind und danach der Aigl besaß und das seit 1604 dem Benediktinerstift St. Peter gehört. "Aigl" könnte dieselbe Herkunft haben wie "Aigen" (s. o.)
Neustadt
- Hauptartikel Neustadt
Andräviertel
- Hauptartikel Andräviertel
Als Andräviertel wird ein Teil in der Neustadt nach der dort gelegenen Stadtpfarrkirche St. Andrä bezeichnet. Eine dem Apostel Andreas geweihte Kirche stand ursprünglich an jener Ecke des Platzls, wo Linzer Gasse und Dreifaltigkeitsgasse aufeinander treffen. Diese wurde 1861 aus Unverstand abgerissen und 1892–1898 durch die jetzige Kirche am Mirabellplatz ersetzt.
Nonntal
- Hauptartikel Nonntal
Das ist das Tal = die Ebene unterhalb der Benediktinerinnenabtei Nonnberg.
Nonnberg
- Hauptartikel Nonnberg
Die Benediktinerinnenabtei Nonnberg ist das älteste, seit seiner Gründung zwischen 713 und 715 ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der Alpen. Als Gründer wird der heilige Rupert bezeichnet, der das Kloster seiner Nichte Erintrudis (auch Erentrudis) als erster Äbtissin überantwortete.
Parsch
- Hauptartikel Parsch
In Urkunden von 1122 "Porras" und "Porss" genannt, ist etymologisch umstritten. Einige leiten es vom lateinischen pars = der Teil her. Die Herkunft vom "parzigen" = verkrüppelten Buschwerk der einst hier gelegenen Landschaft am Gersbach mit seinem Gehölzsaum ist wenig wahrscheinlich. Eine Herkunft aus vorrömischer, also keltischer Zeit kann nicht ausgeschlossen werden.
Riedenburg
- Hauptartikel Riedenburg
Riedenburg war der ursprüngliche Name des Rainberg-Felsens (a rupe que Ritinburc appellatur, 1139), "der inmitten von moorigen Wiesen" (= Riedgraswiesen) aufragte. Die Riedenburger Sümpfe ("Die Pferde sanken dort bis zum Bauch ein und verloren im Morast die Hufeisen") wurden erst ab dem 16. Jahrhundert sehr langsam trocken gelegt. Das Gebiet wurde in der Folge nur sehr dünn mit wenigen Gehöften (bäuerlich) besiedelt, die Verbauung der Riedenburg erfolgte wesentlich nach 1880.
Schallmoos
- Hauptartikel Schallmoos
Vielleicht Bezeichnung für ein "schales" = dickflüssiges, unreines Moorgebiet. Das Schallmooser Moor wurde aber in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts schrittweise trocken gelegt. der letzte erhaltene Rest des Schallmooses ist das Samer Mösl.
Salzburg Süd
- Hauptartikel Salzburg Süd
Alpensiedlung
- Hauptartikel Alpensiedlung
Die Alpensiedlung wurde nach der 1936/1937 durch noch unverbautes Auland der Salzach angelegten Alpenstraße benannt. Der eigentliche Stadtteil ist erst im Zug des stürmischen Bevölkerungswachstums Salzburgs nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden.
Herrnau
- Hauptartikel Herrnau
Die Herrenau ist die Au der adeligen Herren. -au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser und kommt von althochdeutsch ouwa. Schon 1574 wurde ein Teil der Hellbrunner Au nach den zunehmend aristokratischen Besitzverhältnissen als Herrnau bezeichnet. 1631 erhielt auch das neue dort errichtete Herrenschloss (heute Eschenbachgasse 21) den Namen Herrenau.
Josefiau
- Hauptartikel Josefiau
Das Siedlungsgebiet entstand 1932 durch Rodungen der Salzachau (-au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser, kommt von mittelhochdeutsch ouwa) und übernahm den Namen von der hier gelegenen Kapelle St. Josef, die 1677 vom reichen Handelsmann Abraham Zillner bei seinem Ansitz errichtet worden war und in der Folge dem Gut samt Schlösschen den Namen St. Joseph (Gutshof) verschaffte (heute als ARCOTEL Castellani, das ehemalige Hotel Kasererhof, genutzt).
Taxham
- Hauptartikel Taxham
Ausgehend vom Grund des Gutes Daxenheim, das dem Stadtteil auch seinen Namen gab, begann die intensive Besiedlung in den 1960er Jahren. Das Bauerngut wieder hatte seinen Namen nachdem kleinen Wäldchen (Taxen = Nadelbaumzweige, Nadelholz) und dem einst nächst stehenden kleinen Herrenhof. Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist-heim- bzw. ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namentypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das oberösterreichische Alpenvorland bis gegen die Enns und den Salzburger Flachgau, während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namenstypen hinsichtlich des Wohnortes.
In den -ing-Namen wird der Besitzanspruch auf Grund und Boden deutlich, so dass dieser Namentyp beim Vordringen in die slawisch besiedelten Gebiete östlich der Enns nach den Awarenkriegen Karls des Großen seit dem ausgehenden 8. Jahrhundert und noch im auslaufenden 10. Jahrhundert nach Errichtung der Markgrafschaft Österreich 976 für die Besitzergreifung und Neuansiedlung bestens geeignet war. Dagegen gab man -heim-Namen in jenen Gebieten, in denen man schon länger ansässig war und sich beheimatet fühlte. Daher umgrenzen die -heim-Namen, obwohl jünger, deutlich den ursprünglichen bairischen Siedlungsraum, wobei die heute österreichischen Gebiete Oberösterreichs und Salzburgs selbstverständlich die östlichen Bereiche der auch in Nieder- und Oberbayern massenhaft auftretenden beiden Namentypen sind.
Dass sie im Alpenraum nur eine geringe Rolle spielen, beruht auf der bis ins 12./13. Jahrhundert dort fortbestehenden romanischen Siedlung im Westen und der slawischen im Osten, wobei – vom romanisch-slawischen Überschneidungsgebiet Osttirols und Oberkärntens abgesehen – ein wechselseitiger Ausschluss der romanischen, slawischen und der beiden ältesten deutschen Namentypen besteht. So kommen vor allem die -ing-Namen hauptsächlich nur dort vor, wo sich schon früh bairische Siedlungskerne im romanischen bzw. slawischen Raum bildeten. Das geschah vor allem in jenen Tälern, in denen ein leichtes Vordringen möglich war, wie schon früh in Tirol im Inntal um Innsbruck und im Pustertal um Bruneck (Südtirol), im Saalacher Becken in Salzburg und dann später im obersteirischen Ennstal und von dort über das Palten- und Liesingtal ins Murtal.
Ortsnamen im Umland der Stadt
Adnet
- Hauptartikel Adnet
Der Name 'Adnet' (mit seinem Erstbeleg in den Breves Notitiae Atanate) kann zumindest dem Suffix nach hohes Alter bescheinigt werden. So findet sich das keltische -ate-Suffix beispielsweise in "Arelate" in Caesars Bellum Gallicum. Die Bedeutung des keltischen Namens ist 'Siedlung am Sumpf'.
Anif
- Hauptartikel Anif
Anif (frühe Belege: Anaua, Anua) geht nach einer Deutung von Eberhard Kranzmayer auf ein keltisches anapa = Sumpfwasser zurück, das aus zwei keltischen Gewässerwörtern zusammengesetzt ist: anos 'Sumpf' und apa 'Wasser'; möglicherweise ist der Name aber schon voreinzelsprachlicher Herkunft.
Anthering
- Hauptartikel Anthering
Urkundlich 788 erwähnt als ad Antheringas ist eine Bildung aus der altdeutschen –ing-Ortsnamenfamilie (vgl. Itzling) und bedeutet Heim, Hof, Siedlung der Sippe Antheri.
Bergheim
- Hauptartikel Bergheim
Urkundlich 927 erwähnt als "Percheim", ist ein Kompositum aus Berg und Heim. Im älteren Deutsch und in den Ortsnamen hatte Berg eine weitere Bedeutung und bezeichnete generell eine höhere Lage (hier die Hochlage der Kirche). Der zweite Bestandteil -heim bedeutete ursprünglich ‘Heim, Haus’, in Ortsnamen aber auch – über die Semantik ‘Häuserkollektiv’ – ‘Dorf’. Bergheim bedeutet also wörtlich "Siedlung in erhöhter Lage".
Plain
- Hauptartikel Maria Plain
Wahrscheinlich ist nur für die Bedeutung ‘Ebene, Fläche’ romanische Herkunft bzw. romanischer Einfluss anzunehmen. Es gibt im Alpenslawischen und Slowenischen zwei 'plan-', und zwar 'plan- I' gemeinslawischer Herkunft mit der Bedeutung unfruchtbar, wild, auch in Zusammenhang mit dem Hoch- und Bergland, und 'plan- II' als Entlehnung aus dem roman. in der Bedeutung eben, flach, letzteres ist in mittelhochdeutscher Zeit auch ins Deutsche gelangt, z. B. mittelhochdeutsch plânîe im Bergnamen Planai in Schladming in den Niederen Tauern in der Steiermark.
Hier wurde 1652 eine Gnadenkapelle "auf dem Plaindl", einem Austragshaus des Gutes Kemating, erbaut. Bei Plain, auch Pliden, handelt es sich nach Hörburger um eine Bildung zum Personennamenstamm Blid- (vgl. Plidolf 888/907). 1671 bis 1674 ließ Erzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg auf dem Gut die große Wallfahrtskirche errichten, die 1810 an das Benediktinerstift St. Peter fiel und 1952 von Papst Pius XII zur Basilica minor erhoben wurde.
Von der Dipl.-Dolmetscherin Mag.a[2] Ulrike Prlic erhalten wir den Hinweis, dass für "Plain" angeblich ein keltischer Ursprung möglich wäre, weil zahlreiche Bergnamen den Bestandteil "plan/plain" enthalten. Solche Bezeichnungen lassen sich zwar problemlos vom lateinischen "planus" = "eben, flach" (auch "Hochebene") ableiten. Zu nennen sich hier z. B. Planai oder die serbische Stadt Velika Plana. Das slowenische Appellativ planina für Bergweide, Hochebene; (slowen.) Alm, plan-/plan - 'offene, freie Fläche' ist gerade an der slawisch-romanischen Sprachgrenze und im romanisch-slawischen Übergangsgebiet häufig. Eine romanische Herkunft liegt auch hier nahe. Dagegen spricht nach Ulrike Prlic, dass das dem südslawischen planina entsprechende ukrainische polonyna ‘Bergweide’ (durch "Volllaut" < *pa(ln- entstanden) lautet und daher kein romanisches Lehnwort sein könne. Der Begriff "polonyna" oder "polonina" im Polnischen, Slowakischen und im ukrainisch-Russinischen lässt sich aber problemlos aus dem altslawischen Wort plonina (= Einöde, Wildnis) ableiten. In südslawischen Sprachen bedeutet planina bzw. planine "Gebirge".
Eichet
- Hauptartikel Eichet
Flurnamen nach dem hier urspünglich wachsenden Eichenwald, einer typischer Pflanzengesellschaft am Rande von Mooren. Früher hieß der Raum am Ostrand des Leopoldskroner Mooses "Morzger Eichet" wo am Rande nach 1950 die Eichetsiedlung erbaut wurde, bzw. Grödiger Eichet. Der Grödiger Eichetwald setzt sich in der Stadt Salzburg nahtlos im Morzger Eichetwald fort. Im Gegensatz dazu steht bzw. stand der "Kleßheimer Eichet", bzw. "Walser Eichet" am Westrand desselben Moores.
Elsbethen
- Hauptartikel Elsbethen
Bei Elsbethen (urkundlich 1417 erwähnt als "zu St. Elspethen") handelt es sich um einen Patroziniumsnamen, d. h. der Ort ist nach seiner Kirchenpatronin, der hl. Elisabeth, benannt.
Glasenbach
- Hauptartikel Elsbethen
Das ist die Gegend südöstlich des Glasbaches, der durch den kleinen aber alten Ort Glas fließt.
Gois
- Hauptartikel Gois
Die Namen 'Gols' und 'Gois' kommen vom lateinischen collis = Hügel.
Grödig
- Hauptartikel Grödig
Grödig erweist sich als romanisch, der urkundliche Erstbeleg Crethica (8. Jahrhundert) erinnert an ein alpenromanisches Wort (friaulisch cret) mit der Bedeutung 'Fels, Felsspalte eines Berges', eine Benennung, die den Untersbergstock im Auge hatte; diese Ansicht stützt sich auf die Bedeutung von vlat. crepitare 'platzen, rissig werden' und seine rückläufige Ableitung *crepita > cretta - Riss, Spalte. Andere, auch keltische Deutungen sind weniger stringent.
Guggenthal
- Hauptartikel Guggenthal
Guggenthal ist als "Gukkental" schon 1400 urkundlich bezeugt und wahrscheinlich nach einer hier vorkommenden Pflanze benannt: Heugucke = Herbstzeitlose, Arschgucke = Küchenschelle, mundartlich Guggen = Frühlingsenzian.
Hallwang
- Hauptartikel Hallwang
Hallwang ist urkundlich als "Haldinwanc" (10. Jahrhundert) belegt. Das Bestimmungswort Hall- kommt von ahd. halda, mhd. halde 'Abhang', das Grundwort ist ahd., mhd. wang 'Wiese, Grünland'; die Bedeutung des Kompositums ist somit 'Wiese am Hang'. Die mundartliche Aussprache hoiming ist durch Assimilationsvorgänge und Abschwächung entstanden: hald(e)nwang > halmwang > halmang > halming (Anklang an -ing-Ortsnamen).
Himmelreich
- Hauptartikel Wals
Himmelreich teilt sich seinen Namen mit hunderten anderen derartigen Ortsbezeichnungen im deutschen Sprachraum, von alters her nannte man nämlich insbesondere hoch gelegene, fruchtbare Fluren "Himmel".
Loig
- Hauptartikel Loig
Loig stammt angeblich von ad. "leug" = warmes Bad, nach anderen Überlieferungen von einer Distanzbezeichnung die die Wegstrecke zum Hauptort Juvavum bezeichnet.
Muntigl
Der Name Muntigl kommt aus dem lateinischen monticulus = kleiner Berg, Hügel.
Oberalm und Niederalm
Die Namen Ober- und Niederalm gehen wohl auf das vorindogermanische *alb- = Berg zurück, das schon früh an die Wortfamilie von lateinisch albus = weiß angeschlossen wurde.
Siezenheim
- Hauptartikel Siezenheim
Urkundlich 927 erwähnt als "Suozinheim", umgelautet "Syetzenheim", 1214, ist eine Bildung zum Personennamen *Suozo und bedeutet ‘Heim = Siedlung des Suozo’ (zu den Ortsnamen auf -heim vgl. Taxham).
Thalgau
- Hauptartikel Thalgau
In sehr frühe Zeit weisen die -gau-Namen, deren Grundbestandteil ahd. gouwi 'Gau, Gegend', aber auch 'Ort' bezeichnete; Thalgau bedeutet also 'Ort im Tal'.
Viehhausen
- Hauptartikel Viehhausen
Flurname nach den hier siedelnden, Viehzucht treibenden Bauern.
Vigaun
- Hauptartikel Vigaun
Vigaun rührt von einem romanischen vicóne = Großdorf her (von lateinisch vicus = Dorf). Die für das Germanische untypische Endbetonung Vigáun ist zumeist ein Indiz für romanischen Ursprung. Man darf darüber hinaus annehmen, dass die Erstnennung in der Notitia Arnonis, ad Fuginas, eine Verschreibung für Figunas darstellt, was weitere urkundliche Schreibungen (vgl. in den Breves Notitiae: "ad Vigûn") bzw. das heutige Resultat Vigaun nahe legen.
Wals
- Hauptartikel Wals
In seiner ursprünglichen urkundlichen Gestalt Uualachouuis (8./9. Jahrhundert) ist der Name Wals altbairisch und lässt sich analysieren als ahd. uualachô (uu=w, Genitiv Pl. von uualach ‘Romane’ < Volcae, urspr. gallischer Stamm, später übertragen auf benachbarte Völker) und ahd. uuîs ‘Dorf’ (vgl. got. weihs, weiters Weichbild; lat. vicus). Das romanische Pendant vicus Romaniscus (8./9. Jahrhundert), möglicherweise eine getreue Übersetzung des altbairischen Namens, lässt keinen Zweifel an der Bedeutung von Wals als "romanische Siedlung, Dorf der Welschen" aufkommen.
Quellen
- Heinz Dopsch: Das Frühmittelalter – Bajuwaren und Romanen. Die Ortsnamen in: EU-Regio Salzburg, Berchtesgadener Land, Traunstein (Hg.), Heimat mit Geschichte und Zukunft, o. Ort 2004, S. 23–30
- Franz Martin: Salzburger Straßennamen, Salzburg, Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 4. Auflage 1995
- Franz Valentin Zillner: Geschichte der Stadt Salzburg, Salzburg 1885 und 1890
- Tribüne, Zeitschrift für Sprache und Schreibung, Heft 1 / 2003: Ortsnamen in Österreich
- Beiträge in den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK):
- August Prinzinger: Die Höhennamen in der Umgebung von Salzburg. Ein Beitrag zur Orts-, Sprach- und Volkskunde, in: MGSLK 1, 1860/61, S. 31-52
- Franz V. Zillner: Brand, Schwant, Maiß und Reut. Salzburgische Orts- und Güternamen, aus Urbarien gesammelt, in: MGSLK 18, 1878, S. 248-258
- Franz V. Zillner: Busch und Baum, Wald und Au in salzburgischen Flur- und Ortsnamen, in: MGSLK 20, 1880, S. 130-147
- Ludwig Steub: Die romanischen Ortsnamen im Lande Salzburg, in: MGSLK 21, 1881, S. 98-102
- Franz V. Zillner: Das Wasser in salzburgischen Flur- und Ortsnamen, in: MGSLK 22, 1882, S. 37-61
- Theodor von Grienberger: Die Ortsnamen des Indiculus Arnonis und der Breves Notitiae Salzburgenses in ihrer Ableitung und Bedeutung, in: MGSLK 26, 1886, S. 1-78
- Eberhard Kranzmayer: Die Ergebnisse der neuesten österreichischen Ortsnamenkunde und das Land Salzburg, in: MGSLK 97, 1957, S. 1-16
- Franz Hörburger: Salzburger Ortsnamenbuch. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 9. Ergänzungsband, im Selbstverlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982.
Einzelnachweise
- ↑ Quelle das Buch "Iuvavum - Alltag im römischen Salzburg", Seite 24
- ↑ Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.