Wetter

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Das Lessachtal im Nebel, auf den Bergen Sonnenschein – Inversionswetterlage

Als Wetter bezeichnet man die lokal begrenzten Erscheinungen der Atmosphäre wie Schneefall, Regen, Sonnenschein, Gewitter und andere Phänomene. Wetter ist somit eine kleinräumige und kurzzeitige Betrachtung im Gegensatz zum Klima, das die Wetterbeschreibung eines großen Gebiets über mindestens mehrere Jahrzehnte umfasst.

Wetter in Salzburg

Allgemeines

Das Bundesland Salzburg befindet sich überwiegend im Einflussbereich des atlantisch‑maritimen Klimas, das durch milde Winter und mäßig warme Sommer mit ganzjährigen Niederschlägen gekennzeichnet ist. Durch die Veränderung des Klimas kommt es seit etwa 2000 häufiger zu Wetterextremen.

Geschichte

Nachstehend ein Beitrag von Fritz Zeller aus dem Jahr 1935 über die Geschichte des Wetters um den Untersbergstock, veröffentlicht in der "Salzburger Chronik":[1]

  • 823: Extreme Hitze, Ernteausfall, Hungersnot.
  • 997: Heißer Sommer brachte Hunger und Pest.
  • 1157: Trockener Sommer, Pest, schwerer Hagelsturm.
  • 1221: Große Trockenheit; Salzschifffahrt wochenlang unterbrochen.
  • 1249: Wieder Trockenheit.
  • 1270: Extreme Dürre, Hungersnot; nur der Wein gedieh gut. Die Leute litten arg unter der "großen Haißen".
  • 1296: Hungersnot durch Trockenheit.
  • 1332: Sonnenbrand entzündete Bergwälder um Reichenhall und Großgmain.
  • 1338: Heuschrecken verwüsteten große Teile Deutschlands.
  • 1343: Teuerung durch Trockenheit.
Im Rauriser Talmuseum – Wetterentwicklung von 700 n. Chr. bis 2003
  • 1348: Schwarzer Tod; in Mühldorf starben in kurzer Zeit 1 400 Personen: Heuschreckenschwärme verdunkelten die Sonne; Judenverfolgungen in Salzburg, weil man sie beschuldigte, sie hätten durch Vergiftung der Brunnen die schreckliche Pest verursacht.
  • 1473: Sommer ohne Regen; Untersberg brannte; Komet löste Türkenfurcht aus.
  • 1482: Seuche in der Stadt Salzburg (4 500 Tote).
  • 1490: Sehr trockener Sommer; Fluren brannten.
  • 1540: Heißer, trockener Sommer; Waldbrände am Untersberg. Einige hundert Bauern von den Pfleggerichten Plain und Glanegg wurden aufgeboten, durch Aufreißen des Bodens und Wegschlagen der Bäume dem um sich greifenden Brand vorzubeugen.
  • 1616: Vieh verendete durch Hitze.
  • 1636: Heißer Sommer; Moor- und Waldbrände; schweres Gewitter am 2. August. Der Hagel fiel wie faustgroße Steine. Das Vieh und Wild wurde erschlagen. Obstbäume und Wälder wurden erbärmlich zugerichtet.
  • 1664: Große Hitze und schwere Gewitter.
  • 1693: Extreme Trockenheit, Hungersnot, Heuschreckenplage.
  • 1719: Blitzschläge in die Wallfahrtskirche Großgmain.
  • 1749: Heuschreckenschwärme; Wallfahrten nach Großgmain.
  • 1751: Hitzewelle; 29. August furchtbares Gewitter; um 7 Uhr abends schlug der Blitz in der Pfarrkirche Großgmain ein und zerstörte die Kirche teilweise.
  • 1810: Dreimonatige Dürre; Futternot.
  • 1911: Sehr trockener Sommer; Wassermangel; Viehseuche auf den Almen.

Wetterphänomene

Nördlich des Alpenhauptkammes kommt es regelmäßig zu Föhnlagen. Neben wiederkehrenden Hochwassersituationen treten auch Hitzeperioden und einzelne Hitzetage auf.

Saharasand

Mit Saharasand angereicherte Wolken im Juni 2013 über der Stadt Salzburg
Hauptartikel: Saharasand

Heißluft aus Nordafrika bringt alle paar Jahre Saharastaub nach Salzburg. Dieser führt zu gelblichem Niederschlag und spektakulären Himmelsfärbungen. Am 18. Juni 2013 waren besonders eindrucksvolle Farbspiele sichtbar.

Regnet es am Wochenende öfter als während der Woche?

Die WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH untersuchte diese Frage 2014.[2]

Wolkenhimmel Ende August 2025 über Neumarkt am Wallersee – Blickrichtung Südwesten
Wolkenhimmel Ende August 2025 über Neumarkt am Wallersee – Blickrichtung Westen

Ergebnis (2000–2014):

  • Wochentage: 49,7 % Regentage
  • Wochenende: 50,5 % Regentage

→ Regenwahrscheinlichkeit am Wochenende um 0,8 % höher.

Verteilung:

  • Montag: ~48,8 %
  • Dienstag: ~48,4 %
  • Mittwoch: 48,39 %
  • Donnerstag: ~50,9 %
  • Freitag: 51,94 %
  • Samstag: ~51,3 %
  • Sonntag: ~49,8 %

Später Schnee im Frühjahr

Wintereinbruch 2023 auf der Großglockner Hochalpenstraße

2021: Der kälteste Frühling seit 1996

August-Extreme

2014

Sonnenärmster August seit 2006; 25 % mehr Niederschlag; 1,3 °C unter Durchschnitt.

2018

Kälteste Augustnacht seit 1998:

  • St. Jakob: –0,9 °C
  • Mariapfarr: –0,6 °C
  • St. Michael: –0,3 °C
  • Sonnblick: –6,2 °C
2015

Durchschnitt 1994–2014: 54 Sommertage, 11 Tropentage. Rekord: Sommer 2003 (91 Sommertage, 29 Tropentage). Maxima 1995–2014: +30,7 °C bis +37,2 °C.

2018
Schneekapriolen

40 cm Neuschnee in den Hohen Tauern (25.–26. August). Tiefste Schneedecke: Bad Gastein (4 cm).

2021

Hagelkörner bis 11 cm.

2023

Heftige Niederschläge Anfang August (190 l/m² im Flachgau). 12. August: schwere Gewitter, Schäden in Altstadt und am Flughafen. Weitere Unwetter bis 31. August.

2018: Kälteste September-Nacht seit 50 Jahren

Wintereinbrüche im Herbst

2011

20–25 cm Neuschnee, Sperre der Großglockner Hochalpenstraße.

2015

Bis zu 50 cm Neuschnee; Schneeverwehungen bis 2 m; Sperren und Kettenpflicht.

2022

Neuschnee ab 1 200 m; 20 cm an der Rudolfshütte; kühle Nordwestströmung.

Winterdaten

Kältedaten verschiedener Winter

Temperaturverlauf am Observatorium Sonnblick Ende Februar 2018

Hitzerekorde im Land Salzburg

Hitzerekorde im 20. und 21. Jahrhundert (Auswahl)

Einzelne Monate

April

Den bisher ersten Tag mit +30 °C gab es am 17. April 1934 in der Stadt Salzburg. Der zweitfrüheste Termin für einen Hitzetag war am 20. April 2018, ebenfalls in der Stadt Salzburg.[7]

Der heißeste Apriltag war der 30. April 2003 mit +31,5 °C in der Stadt Salzburg. Übertroffen wurde dieser Wert am 27. April 2012, als bei der Wetterstation Salzburg‑Freisaal am Nachmittag ebenfalls +31,5 °C gemessen wurden.[8]

Der bisherige österreichische April‑Rekord wurde in Obersiebenbrunn (Niederösterreich) mit +31,0 °C am 24. April 1968 gemessen.[9]

Am 7. April 2011 wurde der bisherige Temperaturhöchstwert zwischen 1. und 10. April mit 26,9 °C sowohl in Salzburg‑Freisaal als auch in Bischofshofen erreicht.

2018: Wärmster April und Mai seit 200 Jahren Der April 2018 war der wärmste seit dem Jahr 1800 und damit der zweitwärmste in der 251‑jährigen Messgeschichte. Die durchschnittliche Monatstemperatur lag um 4,6 °C über dem vieljährigen Mittel. Der österreichweite Temperaturrekord wurde am 20. April mit +30 °C in der Stadt Salzburg aufgestellt.[10]

Transportweg des Saharasandes am 8. April 2024

2024: +29,2 °C in Bischofshofen Ein Wochenende nach Ostern brachte der 6. April 2024 den ersten Frühsommertag mit Temperaturen um +25 °C. Messwerte um 16 Uhr (GeoSphere Austria):

Am 7. April 2024 stieg das Thermometer in Bischofshofen auf 29,2 °C – ein neuer Spitzenwert. In Bruck an der Mur (Obersteiermark) wurden +30 °C gemessen – der früheste 30‑Grad‑Tag in Österreichs Messgeschichte.[11]

Mai

Der Mai 2018 war der wärmste Mai seit Beginn der Messungen im Land Salzburg.

2018: Viertwärmster Sommer in der Messgeschichte

Der Sommer 2018 war österreichweit der viertwärmste seit Beginn der instrumentellen Aufzeichnungen. Er lag um 2 °C über dem Durchschnitt und brachte zwei bis drei Mal so viele Hitzetage wie üblich. Die höchste Temperatur wurde am 9. August mit 37,3 °C in Enns (Oberösterreich) gemessen.[12]

Die Stadt Salzburg verzeichnete den heißesten Sommer seit 150 Jahren; die Temperaturen im Juni, Juli und August lagen im Mittel 4,3 °C über dem langjährigen Schnitt.

Juni

1980
2013

Der 19. Juni 2013 war der bis dahin heißeste Junitag in Salzburg. Am 20. Juni 2013 wurde in Waidhofen/Ybbs (NÖ) mit +38,6 °C die höchste jemals im Juni gemessene Temperatur Österreichs registriert.[13]

Messstelle m ü. A. alter Rekord mit °C neuer Rekord mit °C Junidaten seit
Salzburg Flughafen 430 14. Juni 1980 35,6 19. Juni 2013 35,7 1874
Salzburg Freisaal 418 23. Juni 2003 34,8 19. Juni 2013 35,8 1987
Abtenau 709 10. Juni 2010 33,9 19. Juni 2013 34,5 2008
Golling an der Salzach 490 10. Juni 2010 34,0 20. Juni 2013 35,7 2009
Großarltal 882 19. Juni 2012 31,1 20. Juni 2013 33,2 2011
Radstadt 858 19. Juni 2002 33,7 20. Juni 2013 34,2 1936
Zell am See 770 19. Juni 2002 33,3 20. Juni 2013 35,2 1948
2019
Wärmster, sonnigster und trockenster Juni der Messgeschichte

Der Juni 2019 war österreichweit der wärmste seit Beginn der Messungen (1767). Abweichung zum Mittel: +4,7 °C. In den Gipfelregionen lag die Abweichung bei +4,9 °C.

Neue Rekorde der Junimitteltemperatur u. a.:

  • Lienz: +21,2 °C (alt: +20,6 °C)
  • Rauris: +18,5 °C (alt: +17,3 °C)

Am 14. Juni 2019:

In der Nacht auf 26. Juni 2019 wurden an 32 ZAMG‑Stationen Tropennächte registriert, darunter:

  • Wien Innere Stadt: +23,6 °C
  • Kolomansberg (1 113 m): +22,9 °C
  • Sulzberg (1 018 m): +22,7 °C
  • Sonnblick (3 109 m): Tiefstwert +9 °C – erstmals im Juni über 9 °C.[14]

30. Juni 2019: Höchste jemals im Juni gemessene Temperatur im Land Salzburg

Übersicht Juni in Salzburg[14]

Niederschlagsabweichung: –75 %
Temperaturabweichung: +4,7 °C
Sonnenscheindauer: +38 %
Höchstwert: St. Johann im Pongau +35,7 °C (26. Juni)
Tiefstwert (unter 1 000 m): Radstadt +3,9 °C (9. Juni)
Tiefstwert (Hochalpin): Sonnblick –2,5 °C (1. Juni)
Höchstes Monatsmittel: Salzburg‑Flughafen +21,6 °C
Höchste Sonnenscheindauer: Mattsee – 282 Stunden

September

Am 20. September 2025 wurden an der Messstation Salzburg‑Freisaal 30,5 °C gemessen – der wärmste Septembertag. Auf der Loferer Alm (1 619 m) lag die Tiefsttemperatur in der Nacht bei 19,7 °C – fast eine Tropennacht. Seit Messbeginn 1993 war es dort in einem September noch nie so warm.[16]

Oktober

Der 19. Oktober 2012 brachte ungewöhnlich warmes Wetter:[17]

Loferer Alm (1 623 m): 22,2 °C (alt: 20,3 °C, 2001)
Kolomansberg (1 113 m): 24,4 °C (alt: 22,7 °C, 2009)

Am 3. Oktober 2023 wurden am Flughafen Salzburg 28,3 °C gemessen. Am 11. Oktober 2023 registrierte Petes Hobby-Wetterstation Neumarkt am Wallersee +25 °C. Die ungewöhnliche Wärme führte zur vorübergehenden Einstellung des Eislaufbetriebs in der Eisarena Salzburg.

Am 13. Oktober 2023 (16 Uhr):

November-Wärmerekorde

Dezember-Wärmerekorde

Der Dezember 2012 war laut ZAMG der wärmste Dezember seit Bestehen des flächendeckenden Stationsnetzes. Am 24. Dezember 2012:

Weihnachten 2013 brachte +19,1 °C in Salzburg‑Freisaal – wärmste Weihnachten seit 1993.

Weitere Artikel im SALZBURGWIKI zum Thema Wetter

Weblink

  • ehyd.gv.at WebGIS-Applikation eHYD, Messdaten österreichweit seit 1900

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 2. Juli 1935, Seite 5
  2. www.wetteronline.de
  3. "Später Schnee" Salzburger Nachrichten, 5. Mai 2019
  4. "Salzburger Nachrichten", 4. Juni 1962 und 20. April 1991
  5. ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 28. November 1905, Seite 5
  6. "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 16. Februar 1929, Seite 10, in anno
  7. SALZBURG24 vom 6. April 2024
  8. www.sn.at, 5. April 2024
  9. www.salzburg24.at
  10. Quelle www.zamg.ac.at
  11. "Kleine Zeitung" vom 7. April 2024
  12. Quelle www.salzburg24.at
  13. Quelle www.zamg.ac.at
  14. 14,0 14,1 Quelle www.zamg.ac.at
  15. Quelle www.sn.at, 30. Juni 2019
  16. www.sn.at, 21. September 2025
  17. Quelle www.zamg.ac.at
  18. www.sn.at
Wetter im Land Salzburg