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| − | [[Datei:Kobler-Spängler-Briefe 1.JPG|thumb|Brief von 1876 Seite 1.]] | + | [[Datei:Kobler-Spängler-Briefe Sammlung Otto Holzapfel 01.JPG|thumb|Die Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] |
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| − | Die '''Kobler-Spängler-Briefe''' bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von [[Franz (II.) Xaver Gregor Spängler]] (* [[1839]]; † [[1912]]). | + | [[Datei:Kobler-Spängler-Briefe.jpg|thumb|Aus der Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] |
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| | + | Die [[Kobler-Spängler-Briefe]] bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von [Nr. 18<ref>"Nr. 18" usw. [Geschister mit Kleinbuchstabend] bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] (* [[1839]]; † [[1912]]). |
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| | == Über die Korrespondenz == | | == Über die Korrespondenz == |
| − | Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an Otto Holzapfel (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]]. | + | Über seine Tochter [Nr. 9] Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, [Nr. 8] Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [Nr. 2] [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]]. |
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| − | Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen „Fanny“ [[Franziska Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, „Fanni“ Franziska Schlegel (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter „Fanny“ und Enkelkind „Fanni“.<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter „Fanny“ [Kobler] und Enkelin „Fanni“ [Schlegel-Spängler].</ref> | + | Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [Nr. 39] [[Zäzilia Amalia Schlegel]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels gibt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni" wieder.<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, [[Otto Holzapfel]], zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref> |
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| | + | Einzelheiten zur Übertragung sind bei den einzelnen Briefen bzw. bei den Jahrgängen notiert. Generell wurden zu leichteren Lesbarkeit zusätzlich Absätze eingefügt. |
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| | === Franz Castelli === | | === Franz Castelli === |
| − | Franz ''Francesco'' Castelli<ref>„Castelli“ dürfte ein verbreitete Name sein. Kaum Verwandtschaft besteht mit dem [[Wien]]er Ignaz Franz Castelli (* [[1781]]; † [[1862]]), der selbst über seine Familie in ''Aus dem Leben eines Wiener Phäaken 1781–1862. Die Memoiren des I. F. Castelli'', neu hrsg. von Adolf Saager, 3. Auflage, Stuttgart (o.J.), S. 37, schreibt „''Mein Name hat zwar italienischen Klang, und es wäre wohl zu vermuten, dass meine Voreltern Italiener gewesen seien, aber ich habe darüber nie etwas Gewisses erfahren können, denn mein Vater selbst wusste über seine Ahnenleiter nichts weiter, als dass sein Vater ein ehrsamer Schneidermeister in der Leopoldstadt [Wien] gewesen sei.''“ </ref> aus Brescia in Oberitalien, schreibt [[1821]] und [[1827]] aus Peterwardein (damals [[Habsburgermonarchie]], heute Novi Sad) in [[Serbien]] und aus (dem ebenfalls in dieser Zeit unter österreichischem Einfluss stehenden) [[Venedig]] fünf Briefe an seine Verlobte Fanny Kobler in Salzburg. Sie heiraten nicht, bleiben aber im Kontakt. Er, Landvermesser beim Militär, im „Genie Korps“ (Pioniere) im Rang eines Oberleutnants, stirbt, bevor er eine Familie ernähren kann. | + | Franz ''Francesco'' Castelli<ref>In Verbindung mit "Ariernachweis" und "Ahnenpass" wird die Identität von [Nr. 78] Franz Castelli für die Familie wichtig. Aus den Belegen bei den Kobler-Spängler-Briefen ([[Kobler-Spängler-Briefe]]) [dort nicht abgedruckt] ergibt sich, dass "Rudl" Widerhofer am 27. Dezember 1938 aus Innsbruck an Franziska Spängler schreibt. Er bedankt sich für den Brief über die Ahnen, hinter denen er "wie der Geier" her ist. Selbst will er entsprechende Geburtsscheine besorgen und fragt nach "Castelli". (Die Schwester von Franzi Spängler, Toni Spängler, * 1879; † 1918, heiratete Rudolf von Widerhofer, * 1876; † 1940.) "Tante Franzi" [Nr. 9 a; Franziska Spängler] wäre eine "noch prächtigere Tante", wenn sie "den Kerl ermitteln" könnte; er fragt, ob sie irgendein Dokument hätte und bittet Grüße auch an Holzapfel auszurichten. Dazu gehört ein Brief an Franzi Spängler, Krems, Ringstr. 2, [Poststempel] 2. Oktober 1939, von Otto Dafert ([Stempel:] Dozent Dr. Otto Dafert, Wien 27, Trunnerstraße 1), mit maschinenschriftlichen Blättern und einem Brief (vergleiche [[Kobler-Spängler-Briefe]], dort nicht abgedruckt): "Wien, am 2. Oktober 1939" an Franzi [Franziska Spängler] mit der Abschrift des Taufscheines von Franz Castelli; ebenso ein Blatt von Otto [Dafert] vom 13. Februar 1939 wegen des Totenscheins von Castelli mit dem Geburtsjahr 1798; der Vater wäre Offizier gewesen. Ein Blatt liegt bei, italienisch, datiert Brescia 1939, die maschinenschriftliche Abschrift vom Taufschein "Francesco Filastro" Castelli, Sohn des Giovanni Antonio Castelli und der Rosa, Tochter des Giovanni Palini, Brescia 18. Juli 1796, ausgestellt 1939. - "Castelli" dürfte ein verbreitete Name sein. Kaum Verwandtschaft besteht mit dem [[Wien]]er Ignaz Franz Castelli (* [[1781]]; † [[1862]]), der selbst über seine Familie in ''Aus dem Leben eines Wiener Phäaken [[1781]]–[[1862]]. Die Memoiren des I. F. Castelli'' neu hrsg. von Adolf Saager, 3. Auflage, Stuttgart (o.J.), S. 37 schreibt ''Mein Name hat zwar italienischen Klang, und es wäre wohl zu vermuten, dass meine Voreltern Italiener gewesen seien, aber ich habe darüber nie etwas Gewisses erfahren können, denn mein Vater selbst wusste über seine Ahnenleiter nichts weiter, als dass sein Vater ein ehrsamer Schneidermeister in der Leopoldstadt [Wien] gewesen sei.''</ref> aus Brescia in Oberitalien, schreibt [[1821]] und [[1827]] aus Peterwardein (damals [[Habsburgermonarchie]], heute Novi Sad) in [[Serbien]] und aus (dem ebenfalls in dieser Zeit unter österreichischem Einfluss stehenden) [[Venedig]] fünf Briefe an seine Verlobte Fanny Kobler in Salzburg. Sie heiraten nicht, bleiben aber im Kontakt. Er, Landvermesser beim Militär, im "Genie Korps" (Pioniere) im Rang eines Oberleutnants, stirbt, bevor er eine Familie ernähren kann. |
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| − | Castelli schreibt aus Salzburg am [[31. Dezember]] [[1820]] an [[Seraphin Kobler]]. Er beichtet dem Vater Kobler das „Unglück“, den „Unfall“, bittet aber, nicht nur dem „bösen Zorn“ zu folgen. Nach drei Jahren erwartet er zum Hauptmann zu avancieren; er will eine zivile Stelle als Kreis-Ingenieur suchen und kann dann auch seine Familie ernähren. Im Augenblick „darf“ er sich in „politischer“ wie in ökonomischer Hinsicht nicht verehelichen. Ein Brief an Fanny Kobler, datiert „''Venizia 20 marzo''“ [also 1832, im Jahr seines Todes], berichtet von seiner Krankheit. Er will nach Brescia reisen, um seine Krankheit pflegen zu lassen. Für März und April zahlt er „''16 t. C. M.''“ (Taler ''courante'' Münze): „''ich wünschte der Amalia Hunderte geben zu können''“, aber wegen seiner Krankheit muss er dem Arzt viel bezahlen. | + | Castelli schreibt aus Salzburg am [[31. Dezember]] [[1820]] an [[Seraphin Kobler]]. Er beichtet dem Vater Kobler das "Unglück", den "Unfall", bittet aber, nicht nur dem "bösen Zorn" zu folgen. Nach drei Jahren erwartet er zum Hauptmann zu avancieren; er will eine zivile Stelle als Kreis-Ingenieur suchen und kann dann auch seine Familie ernähren. Im Augenblick "darf" er sich in "politischer" wie in ökonomischer Hinsicht nicht verehelichen. Ein Brief an Fanny Kobler, datiert ''Venizia 20 marzo'' [20. März 1832, im Jahr seines Todes], berichtet von seiner Krankheit. Er will nach Brescia reisen, um seine Krankheit pflegen zu lassen. Für März und April zahlt er ''16 t. C. M.'' (Taler ''courante'' Münze) ''ich wünschte der Amalia Hunderte geben zu können'', aber wegen seiner Krankheit muss er dem Arzt viel bezahlen. |
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| − | Die (uneheliche) Tochter ist Zäzilia Amalia und wird in ihrer Jugend in Salzburg als „''Fräulein Castelli''“ angeschrieben. Auch der Salzburger Stadtarzt Dr. Richard Schlegel, der sie später heiratet, schreibt sie unter dem Namen „''Amalia Castelli, in der Hölle''“ an. Einige Beispiele, auch von anderen Briefpartnern: | + | Die (uneheliche) Tochter ist [Nr. 39] Zäzilia Amalia und wird in ihrer Jugend in Salzburg als ''Fräulein Castelli'' angeschrieben. Auch der Salzburger Stadtarzt Dr. [[Richard Franz Schlegel]], der sie später heiratet, schreibt sie unter dem Namen ''Amalia Castelli, in der Hölle'' an. Einige Beispiele, auch von anderen Briefpartnern: |
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| − | „''A Demoiselle la Demoiselle Amélie Castelli, Stadt, [[Judengasse]] N. 67, Salzburg. Trés aimable Amélie! La grande estime, quelle m’inspirent Vos prééminentes qualités, a reveillé en moi ce tendre sentiment, que le createur des mondes a planté dans nos coeurs, pour nous faire heureux […] Votre très intime amant Anonyme.“ [ohne Datum, Salzburg; Siegel mit Wappen, nicht Richard Schlegel].
| + | ''A Demoiselle la Demoiselle Amélie Castelli, Stadt, [[Judengasse]] N. 67, Salzburg. Trés aimable Amélie! La grande estime, quelle m’inspirent Vos prééminentes qualités, a reveillé en moi ce tendre sentiment, que le createur des mondes a planté dans nos coeurs, pour nous faire heureux […] Votre très intime amant Anonyme.'' [ohne Datum, Salzburg; Siegel mit Wappen, nicht Richard Franz Schlegel]. |
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| − | „''Fräulein Fräulein Amalie v Castelli zu Salzburg, Judengasse Nr. 67 [heute Nr. 15], 1. Stock. Meine philosophische Freundin! Sage mir nur was für ein Geist in Dich gefahren ist [… Warasdin, Datum nicht erkennbar; anderes Wappen-Siegel].
| + | ''Fräulein Fräulein Amalie v Castelli zu Salzburg, Judengasse Nr. 67.'' <small>[heute Nr. 15]</small> ''1. Stock. Meine philosophische Freundin! Sage mir nur was für ein Geist in Dich gefahren ist'' [… Warasdin, Datum nicht erkennbar; anderes Wappen-Siegel]. |
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| − | „''Fräulein Malli Kobler. Im Gasthofe zur Hölle XXX Judengasse Nr. 67. Salzburg. Verehrtes Fräulein, Mit dem innigsten Bedauern vernehmen wir von Ihnen die Kunde von dem Dahinscheiden Ihres theuren Vaters. So mußte schon so bald der harte Schlag treffen XXX [… Salzburg 1841].
| + | ''Fräulein Malli Kobler. Im Gasthofe zur Hölle XXX Judengasse Nr. 67. Salzburg. Verehrtes Fräulein, Mit dem innigsten Bedauern vernehmen wir von Ihnen die Kunde von dem Dahinscheiden Ihres theuren Vaters. So mußte schon so bald der harte Schlag treffen XXX'' [… Salzburg 1841]. |
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| − | „''A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg, abzugeben in Kobler’s Brauhause. Liebes Malchen! Wieder ist heute die Stunde der Postankunft trostlos nun hingeschwunden – Nichts bringend, das mich beglücken sollte […] Richard [Schlegel; Kufstein 1843].
| + | ''A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg, abzugeben in Kobler’s Brauhause. Liebes Malchen! Wieder ist heute die Stunde der Postankunft trostlos nun hingeschwunden – Nichts bringend, das mich beglücken sollte […] Richard'' [Schlegel; Kufstein 1843]. |
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| − | „''Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren. Mein innigst geliebtes Malchen! «Was du heute thun kannst, verschiebe nich auf Morgen» daher geliebter Engel soll sich bey mir in Allem […] Dein innigster Verehrer Richard. 12. 5. [1]845.“
| + | ''Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren. Mein innigst geliebtes Malchen! «Was du heute thun kannst, verschiebe nich auf Morgen» daher geliebter Engel soll sich bey mir in Allem […] Dein innigster Verehrer Richard. 12. 5. [1]845.'' |
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| − | „''An Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren in Loco. Guten Morgen! Liebes gutes Malchen! Ueberzeugt von deiner herzlichen Theilnahme will ich Dir so früh als möglich Nachricht von meinem Befinden geben. Gestern abends hatte ich etwas stärkeres Fieber […] 16. 10. 1845 Richard [Schlegel]“.
| + | ''An Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren in Loco. Guten Morgen! Liebes gutes Malchen! Ueberzeugt von deiner herzlichen Theilnahme will ich Dir so früh als möglich Nachricht von meinem Befinden geben. Gestern abends hatte ich etwas stärkeres Fieber […] 16. 10. 1845 Richard'' [Schlegel] |
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| − | „''An Fräulein Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren in der Hölle. NB Nur für Dich! Innigste geliebtes Mauserl! Es ist doch höchst sonderbar […] Dein kopfloser Richard. 8. 12. [1]845“.''
| + | ''An Fräulein Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren in der Hölle. NB Nur für Dich! Innigste geliebtes Mauserl! Es ist doch höchst sonderbar […] Dein kopfloser Richard. 8. 12. [1]845.'' |
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| − | === Großmutter Fanny „Höllbräuin“ === | + | === Großmutter Fanny "Höllbräuin" === |
| − | Großmutter Fanny, „Höllbräuin“ in Salzburg und Besitzerin des heutigen Gasthauses [[Höllbräu]] (heute [[Hotel Altstadt Radisson Blu]]), wechselt über viele Jahre hinweg Briefe mit ihrer Enkelin Fanni. In diesen Briefen ist viel von „Gesundheit“, „Tod im Kindbett“ usw. die Rede. Das ist nicht zufällig und nicht nur allgemeines Gesprächstema der Zeit, sondern auf die besondere Beziehung beider Frauen zueinander zurückzuführen. Zumeist geht es jedoch (später) um Alltagsdinge, um familiäre Nachrichten und um Grüße: | + | Großmutter [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], "Höllbräuin" in der Stadt Salzburg und Besitzerin des Gasthauses [[Höllbräu]] (heute [[Hotel Altstadt Radisson Blu]]), wechselt über viele Jahre hinweg Briefe mit ihrer Enkelin Fanni. In diesen Briefen ist viel von "Gesundheit", "Tod im Kindbett" usw. die Rede. Das ist nicht zufällig und nicht nur allgemeines Gesprächstema der Zeit, sondern auf die besondere Beziehung beider Frauen zueinander zurückzuführen. Zumeist geht es jedoch (später) um Alltagsdinge, um familiäre Nachrichten und um Grüße. |
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| − | <u>Fanny Kobler an Fanni Spängler</u> Brief mit Prägestempel [englisches Staatswappen]
| + | Nachstehend einige Beispiele aus der umfangreichen Korrespondenz, die hier im SALZBURGWIKI, aufgeteilt auf mehrerer Artikel (siehe Navigationsleiste am Ende dieses Artikels), nachzulesen ist. |
| − | :''„Salzburg 19. 4. 1872: Dank für Zeilen aus Kufstein, aber das sind wenig Nachrichten, von allen Seiten wird gefragt, „wo ihr seit, und wie es Euch geht“''. Die Großmutter beklagt sich über fehlende Nachrichten, „''es hat mich sehr geschmerzt, dein Mann zeigt dir alle Naturschönheiten, „ein ganz kleines Plätzchen in deinem Herzen gehört auch noch mir, so hab ich mir gedacht. [...] Seit mehreren Tagen rüstet sich alles zum Ball der Morgen stattfinden wird. Mina hat ein gelbes Seidenkleid mit weisen Oberkleid, die Lida [Guttenberg] ein Rosakleid. Es sind über 600 Personen geladen. [...] Die Arigler ([[Arrigler]]) Lina ist Braut von Hr. Hager der von Arigler das Geschäft gekauft hat. [...] Lebet wohl und vergnügt bis wir uns in Mödling treffen, Gott erhalten uns gesund, dieß ist der innigste Wunsch deiner dich liebenden Großmutter Fanni.''“
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| − | <u>Fanny Kobler an Fanni Spängler</u>
| + | ==== Brief vom 19. April 1872 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== |
| − | : „''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. – Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida [Guttenberg; Freundin] hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage [Jacke]. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida [Schlögelhofer] eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer, der einmal die Schnerberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer [Steyr]; die [[Laschenzky|Laschenzki]] welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es [ist] nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage [fehlt wohl: Ferien] zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. – Alle Bekanten grüßen dich herzlich Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten''“
| + | Papier mit Prägedruck "englisches Staatswappen" |
| | + | ''Salzburg 19. 4. 1872: Dank für Zeilen aus Kufstein, aber das sind wenig Nachrichten, von allen Seiten wird gefragt, "wo ihr seit, und wie es Euch geht"''. Die Großmutter beklagt sich über fehlende Nachrichten, "''es hat mich sehr geschmerzt, dein Mann zeigt dir alle Naturschönheiten, "ein ganz kleines Plätzchen in deinem Herzen gehört auch noch mir, so hab ich mir gedacht. [...] Seit mehreren Tagen rüstet sich alles zum Ball der Morgen stattfinden wird. Mina hat ein gelbes Seidenkleid mit weisen Oberkleid, die Lida'' [Guttenberg] ''ein Rosakleid. Es sind über 600 Personen geladen. [...] Die Arigler'' ([[Arrigler]]) ''Lina ist Braut von Hr. Hager der von Arigler das Geschäft gekauft hat. [...] Lebet wohl und vergnügt bis wir uns in Mödling treffen, Gott erhalten uns gesund, dieß ist der innigste Wunsch deiner dich liebenden Großmutter Fanni.'' |
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| − | <u>Fanny Kobler an Fanni Spängler</u>
| + | ==== Brief vom 14. Dezember 1872 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== |
| − | :„''27. 7. 1874 Liebe Fanni! Alle Bekanten grüßen euch. Hast du die Laurey [?] nie besucht? Weis dein Mann nicht wo er angestellt ist. – Ich sollte dich ein wenig auszanken, weil ich seyd den 14ten Juni keine Nachricht auf meine zwey Briefe erhalten habe, und mir gar kein Hinternüß denken konnte. Ich hätte so gerne die mir zugeschückten Kleider in Ordnung gebracht; weil der Vater vom K. Beringer könnt mit deinem Bruder Karl in Schweiz gehn wird, und ich weder hörte, das er Verschiedenes zu der Reise benötiget, besonders ein Beinkleid. Du kannst dir denken das die Mutter [und] der Karl über Euer Geschänck erfreud warn. Auch den Vater hat es gefreud das du an Karl gedacht hast. Das schwarze Beinkleid hab ich für Hinterholzer behalten. [...] besonders ist dein Vater wie ich entschieden dagegen das du die Zimmer bürsten thust, er sagt, solche Arbeiten muß man gewöhnt seyn, es könnte für dich üble Folgen haben, da deine Brust nicht so stark ist. In Mödling gibt es gewiß einen Zimmerputzer, wenn du alle 14 Tage einen kommen läßt, der dir auch zu gleich die Teppiche ausstaubt ist es oft genug, und diese Auslage wird schon zu bestreiten sein, um sich der Gefahr […] böse Folgen auszusetzen. Ich bitte dich, mich bald darüber zu beruhigen, das du dein Zimmer nicht mehr sebst bürsten wilst. So viel Geschück im Kleider machen hab ich dir fast nicht zugetraut das du dich auch über Männer Kleidungs-Stücke wagst. – Da muß dir dein Mann schon ein gutes Trinkgeld gegeben haben. – [...] und sträng dich nicht so sehr an. Dieß wünscht und erwarthet deine Großmutter Fanni.''“
| + | ''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. – Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida'' [Guttenberg; Freundin] ''hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage'' [Jacke] ''. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli<ref>Walburga Schneeberger, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-andrae/TRB6/?pg=255 Trauungsbuch der Pfarre Salzburg-St. Andrä, Band VI, S. 245.]</ref> ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida'' [Schlögelhofer] ''eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer<ref>Karl Möser, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-blasius/TRB3/?pg=122 Trauungsbuch der Pfarre Salzburg-St. Blasius, Band III, S. 119.]</ref>, der einmal die Schneeberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer [Steyr]; die [[Laschenzky|Laschenzki]] welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es'' [ist] ''nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage'' [fehlt wohl: Ferien] ''zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. – Alle Bekanten grüßen dich herzlich Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten'' |
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| − | <u>Fanny Kobler an Fanni Spängler</u>
| + | ==== Brief vom 27. Juli 1874 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== |
| − | :„''22. 12. 1875 Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch [erreichen] du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin [ich] für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter [Spängler, geb. Lürzer] bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße [Interesse]. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. – Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 fl [Taler] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.''“
| + | ''27. 7. 1874 Liebe Fanni! Alle Bekanten grüßen euch. Hast du die Laurey [?] nie besucht? Weis dein Mann nicht wo er angestellt ist. – Ich sollte dich ein wenig auszanken, weil ich seyd den 14ten Juni keine Nachricht auf meine zwey Briefe erhalten habe, und mir gar kein Hinternüß denken konnte. Ich hätte so gerne die mir zugeschückten Kleider in Ordnung gebracht; weil der Vater vom K. Beringer könnt mit deinem Bruder Karl in Schweiz gehn wird, und ich weder hörte, das er Verschiedenes zu der Reise benötiget, besonders ein Beinkleid. Du kannst dir denken das die Mutter [und] der Karl über Euer Geschänck erfreud warn. Auch den Vater hat es gefreud das du an Karl gedacht hast. Das schwarze Beinkleid hab ich für Hinterholzer behalten. [...] besonders ist dein Vater wie ich entschieden dagegen das du die Zimmer bürsten thust, er sagt, solche Arbeiten muß man gewöhnt seyn, es könnte für dich üble Folgen haben, da deine Brust nicht so stark ist. In Mödling gibt es gewiß einen Zimmerputzer, wenn du alle 14 Tage einen kommen läßt, der dir auch zu gleich die Teppiche ausstaubt ist es oft genug, und diese Auslage wird schon zu bestreiten sein, um sich der Gefahr […] böse Folgen auszusetzen. Ich bitte dich, mich bald darüber zu beruhigen, das du dein Zimmer nicht mehr sebst bürsten wilst. So viel Geschück im Kleider machen hab ich dir fast nicht zugetraut das du dich auch über Männer Kleidungs-Stücke wagst. – Da muß dir dein Mann schon ein gutes Trinkgeld gegeben haben. – [...] und sträng dich nicht so sehr an. Dieß wünscht und erwarthet deine Großmutter Fanni.'' |
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| − | <u>Ida Schlögelhofer und Fanny Kobler an Fanni Spängler</u>
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| − | :„''Ida [eine Freundin von Fanni, verh. Schlögelhofer] und „Großmutter“, Fanny Kobler, an Fanni Spängler: Salzburg den 21/2 [1]876./ Liebe gute Fanni! Gestern war die Mutter bei der Großmutter wo sie ihr mitteilte, das sie am 29ten Feber [Februar] abreisen wird, um Euch alle außer Sorge zu bringen, wir wünschen nur das es alles recht glüklich vorüber geht, dieß bitten wir den lieben Gott innig, u. ich und Großmutter freuen uns ebenso auf dein Wuzi [Kind] wie du dich u. Franzl, u. wie sehr würde es Großm.[utter] freuen diesen kleinen Weltbürger in ihre Arme schließen zu können. Großm. lässt dich bitten wenn der große Akt vorüber ist ihr gleich zu telegrafieren // darüber mit Fannys Schrift: Dem Papi viele Grüße. Thomas grüßt Dich.// u. die ersten 9 Tage ih täglich durch Telegramm wißen zu laßen wie es Dir u. dem kleinen Wuzi geht, sei nur muthig liebe Fanni, der Allmächtige zur dem Deine Großmutter täglich bettet wird Dich gewiß wieder bald gesund hervorgehen laßen, u. Dir Dein kleines Wuzerl auch recht gesund erhalten./ Die Großm. wird die Rechnung schon bald in Ordnung bringen, du sollst nur bald schreiben, was du für Wien ausgelegt hast./ Also liebe Fanni ich schließe auch dem Briefe meinen herzlichsten Dank an für die Besorgung der Franzen, u. Großmutter wird Dir den Betrag durch die Mutter [Spängler] überschiken, dem ich ihr am 12te Febr. übergab, ich danke Dir noch vielmals dafür, das du mir so lange zugewartet hast. An Franzl von uns herzliche Grüße, u. Großm. läßt ihm sagen er soll nur recht standhaft sein, es ist Dir auch eine Erleichterung./ Nun lebe wol liebe Fanni nächstens ein ausfürlicherer Brief, sei herzlich geküßt u. gegrüßt, von Deiner Freundin Ida u. Großmutter. / [Fanny Koblers, 1796-1886, eigene Schrift:] Liebe Fanni! Wie mich das glüklich macht heute 8 Tag dich in Geselschaft der guten Mutter [Spängler] und erfahrene Frau zu wissen kann ich dir nicht beschreiben, nach dem dein Befinden Gott sey Dank immer so gut als es unter diesen Umständen seyn kann ist, so wird alles gut vorüber geh’n. Mein Befinden ist zimmlich gut, daher kannst du auch in dieser Beziehung ruhig sein. Laschanzki [Laschensky] seine Frau wird auch schon im März entbunden; es [geht] gut soviel ich von seiner Mutter höre welche dich vielmals grüßen läßt. Frau v: Bauernfeind [Paurnfeind] ist von Reumatischenschmerz im Fuß schon 8 Wochen im Bett. Wenn dein Wuzl Gethauft und eingewikelt ist, so [gib ihm] einen lan lange[n], lange[n] Kuß von mir, was würde ich darum geben wenn ich bey euch sein könnte. Lebe wohl liebe Fanni, grüße deinen Mann. Meine Augen erlauben mir nicht länger zu schreiben. Fanni.''“
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| − | === Briefe aus der Familie von Dr. jur. Franz Spängler ===
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| − | Ein weiterer Briefkomplex stammt aus der Familie von Dr. jur. Franz Spängler, der Fanni Schlegel heiratet. Er ist in der Stadt Salzburg geboren, wird nach dem Studium in Graz und Wien Richter an verschiedenen Orten in und bei Wien, zuletzt in Krems an der Donau. Er wechselt unzählige Briefe mit seiner Verlobten und späteren Frau, manchmal mehrmals in der Woche. Mit der Mutter Antonia Spängler (* [[1803]]; † [[1882]]), geborene [[Lürzer von Zehendthal]], gibt es ebenfalls einen intensiven Briefwechsel, auch mit Zusätzen des Bruders [[Otto Spängler]] (* [[1841]]; † [[1919]]), [[Salzburger Sparkasse AG|Sparkassen]]-Direktor in der Stadt Salzburg und verheiratet mit Aloisia Duregger, der Tochter von [[Johann Alois Duregger]]. Die Familie Duregger, Antonia Spängler und Otto Spängler wohnen in den Stockwerken übereinander im Dureggerhaus ([[Antretterhaus]]) am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] 4, nicht weit von der „Höllbräu“, wo die „Großmutter“ Fanny Kobler lebt.
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| − | Der spätere Landgerichtsdirektor Spängler schreibt an Fanni Schlegel ([[1871]]) bzw. an seine Frau Fanni Spängler zwischen [[1882]] [und davor] bis [[1890]] häufig Karten und Briefe. Sie antwortet bzw. schreibt ihm, z. B. aus den Sommerferien mit den Kindern in Salzburg, in langen Briefen, die vieles widerspiegeln: Sorgen mit den Kindern, Nähe und (gesellschaftlich anerzogene) Ferne zum Ehegatten, aber auch höchst moderne Gleichberechtigung in der Entscheidung über Dinge des Alltags. Vieles ist Zeitkolorit, aber auch Individuelles, z. B. sind ihre Briefe nicht ohne Ironie, die er offenbar weniger versteht. Hier beziehen sich die Briefe vielfach lückenlos aufeinander. Viel ist von „Ordnung“ die Rede, was auf Sicherheit und Übersichtlichkeit im täglichen Leben zielt. „Ordnung“ sind die Regelung der Hochzeit, das Herrichten der Aussteuer, das Einrichten der Wohnung, aber auch zur Ruhe kommen nach außergewöhnlichen Ereignissen. Häufig wird die Gesundheit angesprochen, und getragen ist der sehr intensive Briefwechsel von einer starken Gott-Ergebenheit und einer Alltagsfrömmigkeit, die wohl nicht nur verbal ist (häufig liest man: „..., so Gott will,...“).
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| − | Umrahmt wird diese Briefsammlung von vielen Einzelbriefen, z. B. schreibt [[1826]] die andere Großmutter Maria Anna Lürzer von Zehendthal aus Hall in [[Tirol]], geborene Grassl, die Frau von [[Franz Lürzer von Zechenthal]], an ihren späteren Schwiegersohn Franz Xaver Spängler in Salzburg. In diesem (leider nur fragmentarisch erhaltenen) Brief ist einiges von Not und Schwierigkeiten die Rede, aus denen dann doch die wohlhabende Handelsgesellschaft und spätere [[Spänglerbank]] (seit [[1828]]) in Salzburg wurde. In den Briefen ist mehrfach die zahlreiche Spängler-Verwandtschaft in Salzburg angesprochen. Deren traditionelle gesellschaftliche Stellung in der Stadt ist offensichtlich und spiegelt sich in vielen Hinweisen.
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| − | Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, 1871, über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen weniger die direkte Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so nahen) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des [[19. Jahrhundert]]s, liegt der Reiz dieser Briefe.
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| | + | ==== Brief vom 22. Dezember 1875 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== |
| | + | ''22. 12. 1875 Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch'' [erreichen] ''du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin'' [ich] ''für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter'' [Spängler, geb. Lürzer] ''bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße'' [Interesse] ''. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. – Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 [[Gulden|fl]] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.'' |
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| − | == Eine weitere Auswahl an Kobler-Spängler-Briefe ==
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| − | Diese Sammlung wurde von [[Benutzer:OttoChristianRupert|Otto Holzapfel]] aus Freiburg im Breisgau dem Salzburgwiki zur Verfügung gestellt.
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| − | Die Daten müssen noch optisch aufbereitet werden (Stand 15. Dezember 2020) - es darf gerne jeder daran mitarbeiten
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| − | === Originale im „Familienarchiv“ Otto Holzapfel, Datei „12 Briefe (Österreich)“ [Dateistand: Dezember 2020] ===
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| − | Briefsammlung (und Aktenreste von [[1792]]) [[1821]] bis [[1938]] [weitergeführt, aber nicht im [[Salzburgwiki]], Briefe Holzapfel, [[1945]] bis [[1970]]]; chronologisch geordnet, '''Anfang einer Jahreszahl fett'''; aus dem Nachlass Saska (Traudl Saska, geb. Holzapfel; * [[1917]]; † [[2001]] in Krems an der Donau; verh. Helmut Saska; * [[1911]]; † [[2002]]). <span style="background:yellow">'''Gelb fett'''</span> sind auch hervorgehobene Namen (<span style="background:yellow">gelb normal</span> Zusätze aus dem Familienarchiv, die Otto Holzapfel hier belassen hat). Es ist offensichtlich eine Arbeitsdatei die verbessert und ergänzt werden kann (und wird).
| + | ==== Brief vom 21. Februar 1876 von Ida Schlögelhofer und Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== |
| | + | Ida [eine Freundin von Fanni, verh. Schlögelhofer] und "Großmutter", Fanny Kobler, an Fanni Spängler: Salzburg den 21/2 [1]876./ ''Liebe gute Fanni! Gestern war die Mutter bei der Großmutter wo sie ihr mitteilte, das sie am 29ten Feber'' [Februar] ''abreisen wird, um Euch alle außer Sorge zu bringen, wir wünschen nur das es alles recht glüklich vorüber geht, dieß bitten wir den lieben Gott innig, u. ich und Großmutter freuen uns ebenso auf dein Wuzi [Kind] wie du dich u. Franzl, u. wie sehr würde es Großm.''[utter] ''freuen diesen kleinen Weltbürger in ihre Arme schließen zu können. Großm. lässt dich bitten wenn der große Akt vorüber ist ihr gleich zu telegrafieren'' [darüber mit Fannys Schrift:] ''Dem Papi viele Grüße. Thomas grüßt Dich.'' ''u. die ersten 9 Tage ih täglich durch Telegramm wißen zu laßen wie es Dir u. dem kleinen Wuzi geht, sei nur muthig liebe Fanni, der Allmächtige zur dem Deine Großmutter täglich bettet wird Dich gewiß wieder bald gesund hervorgehen laßen, u. Dir Dein kleines Wuzerl auch recht gesund erhalten./ Die Großm. wird die Rechnung schon bald in Ordnung bringen, du sollst nur bald schreiben, was du für Wien ausgelegt hast./ Also liebe Fanni ich schließe auch dem Briefe meinen herzlichsten Dank an für die Besorgung der Franzen, u. Großmutter wird Dir den Betrag durch die Mutter'' [Spängler] ''überschiken, dem ich ihr am 12te Febr. übergab, ich danke Dir noch vielmals dafür, das du mir so lange zugewartet hast. An Franzl von uns herzliche Grüße, u. Großm. läßt ihm sagen er soll nur recht standhaft sein, es ist Dir auch eine Erleichterung./ Nun lebe wol liebe Fanni nächstens ein ausfürlicherer Brief, sei herzlich geküßt u. gegrüßt, von Deiner Freundin Ida u. Großmutter.'' / [Fanny Koblers, 1796-1886, eigene Schrift:] ''Liebe Fanni! Wie mich das glüklich macht heute 8 Tag dich in Geselschaft der guten Mutter'' [Spängler] ''und erfahrene Frau zu wissen kann ich dir nicht beschreiben, nach dem dein Befinden Gott sey Dank immer so gut als es unter diesen Umständen seyn kann ist, so wird alles gut vorüber geh’n. Mein Befinden ist zimmlich gut, daher kannst du auch in dieser Beziehung ruhig sein. Laschanzki'' [Laschensky] ''seine Frau wird auch schon im März entbunden; es'' [geht] ''gut soviel ich von seiner Mutter höre welche dich vielmals grüßen läßt. Frau v: Bauernfeind'' [Paurnfeind] ''ist von Reumatischenschmerz im Fuß schon 8 Wochen im Bett. Wenn dein Wuzl Gethauft und eingewikelt ist, so'' [gib ihm] ''einen lan lange[n], lange[n] Kuß von mir, was würde ich darum geben wenn ich bey euch sein könnte. Lebe wohl liebe Fanni, grüße deinen Mann. Meine Augen erlauben mir nicht länger zu schreiben. Fanni.'' |
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| − | Weitere Briefe vor allem zwischen [[Franz (II.) Xaver Gregor Spängler]] (* [[1839]] in der Stadt Salzburg; † [[1912]] in Krems) = „Geneanet“ oholzapfel Sosa 18 [Sosa = Kekulé-Nummer; ergänzt durch Kleinbuchstaben für Geschwister] und seiner Ehefrau Franziska Maria Amalia Schlegel, „Fanni“ (* [[1848]] in der Stadt Salzburg; † [[1905]] in Krems; die Tochter von [[Richard Franz Schlegel]] aus der ersten Ehe) = Sosa 19, von Antonia Spängler = Sosa 37, geb. [[Lürzer von Zechenthal]] an den Sohn, vom Bruder [[Otto Spängler]] = Sosa 18 a, sind noch nicht übertragen worden (in der Briefkiste sind die nicht übertragenen <span style="color:red">rot</span> verschnürt [mit Inhaltsangabe], die übertragenen <span style="color:green">grün</span> verschnürt). – Zusammenfassendes über die Familien ist mit „'''#Name'''“ markiert (im Anschluss an die Briefe). Vgl. auch: Originale der Sosa 8-Spängler-Briefe [übertragen] ca. 1903 bis 1937 in „weißer Schachtel Nr. 1“ im Familienarchiv.
| + | '''Bild 1:''' Brief von 1876 Seite 1.<br /> |
| | + | '''Bild 2:''' Brief von 1876 Seite 2.<br /> |
| | + | '''Bild 3:''' Brief von 1876 Seite 3.<br /> |
| | + | '''Bild 4:''' Brief von 1876 Seite 4.<br /> |
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| − | Franz (Francesco) Castelli(* 1796; † 1832) aus Brescia in Oberitalien schreibt 1821 und 1827 aus „Peterwardein“ in Serbien bzw. aus (dem ebenfalls in dieser Zeit unter österreichischem Einfluss stehenden) Venedig fünf Briefe an seine Verlobte Fanny Kobler (*1796; † 1886) [[Franziska Kobler]] in Salzburg; sie sind beide etwa 25 bis 30 Jahre alt. Sie heiraten nicht, bleiben aber im Kontakt. Er stirbt, bevor er eine Familie ernähren kann. Ihre (uneheliche) Tochter ist [[Zäzilia Amalia Kobler]] (* 1821; † 1848). Sie, die in ihrer Jugend in Salzburg auch als „Fräulein Castelli“ angeschrieben wird und den Salzburger Stadtarzt Dr. [[Richard Franz Schlegel]] heiratet - auch er schreibt sie unter dem Namen „Amalia Castelli, in der Hölle“ an -, stirbt 14 Tage nach der Geburt der Tochter Fanni Schlegel. Großmutter Fanny, „Höllbräuin“ in Salzburg (Besitzerin des Gasthauses „[[Höllbräu]]“ oder „Gasthof und Brauhaus zur Hölle“; heute „[[Hotel Altstadt Radisson Blu]]“, vgl. auch Dopsch, 1996, S. 189 mit Abb.), wechselt über viele Jahre hinweg Briefe mit ihrer Enkelin Fanni Schlegel (* 1848; † 1905) [Franziska Schlegel]], verh. Spängler. Auch bei sehr unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich zu Großmutter „Fanny“ [Kobler] und Enkelin „Fanni“ [Schlegel / Spängler]. In den Briefen ist viel von ‚Gesundheit’, ‚Tod im Kindbett’ usw. die Rede. Das ist nicht zufällig und nicht nur allgemeines Gesprächstema der Zeit, sondern wohl auch auf die besondere Beziehung beider Frauen zueinander zurückzuführen.
| + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="300"> |
| | + | Datei:Kobler-Spängler-Briefe 1.JPG|Brief von 1876 Seite 1. |
| | + | Datei:Kobler-Spängler-Briefe 2.JPG|Brief von 1876 Seite 2. |
| | + | Datei:Kobler-Spängler-Briefe 3.JPG|Brief von 1876 Seite 3. |
| | + | Datei:Kobler-Spängler-Briefe 4.JPG|Brief von 1876 Seite 4. |
| | + | </gallery> |
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| − | Ein weiterer Briefkomplex stammt aus der Familie von Dr.jur. Franz Spängler (* 1839; † 1912) [[Franz (II.) Xaver Gregor Spängler]], der Fanni Schlegel heiratet. Er ist in Salzburg geboren, wird nach dem Studium in Graz und Wien Richter an verschiedenen Orten in und bei Wien, zuletzt in Krems an der Donau. Er wechselt unzählige Briefe mit seiner Verlobten und späteren Frau, manchmal mehrmals in der Woche. Mit der Mutter Antonia Spängler (1803 –1882), geb. Lürzer von Zehendthal [[Lürzer von Zechenthal]], gibt es ebenfalls einen intensiven Briefwechsel, auch mit Zusätzen des Bruders [[Otto Spängler ]] (* 1841; † 1919), Sparkassen-Direktor in Salzburg und verheiratet mit mit Aloisia Duregger, Tochter von [[Johann Alois Duregger]]. Die Familie Duregger, Antonia Spängler und Otto Spängler wohnen in den Stockwerken übereinander im Dureggerhaus [[Antretterhaus]] am Mozartplatz 4, nicht weit von der „Höllbräu“, wo die „Großmutter“ Fanny Kobler lebt. Der spätere Landgerichtsdirektor Spängler schreibt an Fanni Schlegel (1871) bzw. an seine Frau Fanni Spängler zwischen 1882 [und davor] bis 1890 häufig Karten und Briefe. Sie antwortet bzw. schreibt ihm, z. B. aus den Sommerferien mit den Kindern in Salzburg, in langen Briefen, die vieles widerspiegeln: Sorgen mit den Kindern, Nähe und (gesellschaftlich anerzogene) Ferne zum Ehegatten, aber auch höchst ‚moderne’ Gleichberechtigung in der Entscheidung über Dinge des Alltags. Vieles ist Zeitkolorit, aber auch Individuelles, z. B. sind ihre Briefe nicht ohne Ironie, die er offenbar weniger versteht. Hier beziehen sich die Briefe vielfach lückenlos aufeinander. Viel ist von ‚Ordnung‘ die Rede, was auf Sicherheit und Übersichtlichkeit im täglichen Leben zielt. ‚Ordnung‘ sind die Regelung der Hochzeit, Herrichten der Aussteuer, Einrichten der Wohnung, aber auch: das zur Ruhe Kommen nach außergewöhnlichen Ereignissen. Häufig wird Gesundheit angesprochen und getragen ist der sehr intensive Briefwechsel von einer starken Gott-Ergebenheit und einer Alltagsfrömmigkeit, die wohl nicht nur verbal ist („..., so Gott will,...“). | + | === Briefe aus der Familie von Dr. jur. Franz Spängler === |
| − | | + | Ein weiterer Briefkomplex stammt aus der Familie von [Nr. 18] Dr. jur. Franz Spängler, [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], der Fanni Schlegel heiratet. Er ist in der Stadt Salzburg geboren, wird nach dem Studium in Graz und Wien Richter an verschiedenen Orten in und bei Wien, zuletzt in Krems an der Donau. Er wechselt unzählige Briefe mit seiner Verlobten und späteren Frau, manchmal mehrmals in der Woche. Mit der Mutter Antonia Spängler (* [[1803]]; † [[1882]]), geborene [[Lürzer von Zehendthal]], gibt es ebenfalls einen intensiven Briefwechsel, auch mit Zusätzen des Bruders [[Otto Spängler]] (* [[1841]]; † [[1919]]), [[Salzburger Sparkasse AG|Sparkassen]]-Direktor in der Stadt Salzburg und verheiratet mit Aloisia Duregger, der Tochter von [[Alois Johann Duregger]]. Die Familie Duregger, Antonia Spängler und Otto Spängler wohnen in den Stockwerken übereinander im Dureggerhaus ([[Antretterhaus]]) am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] 4, nicht weit von der "Höllbräu", wo die Großmutter Fanny Kobler lebt. |
| − | Umrahmt wird diese Briefsammlung von vielen Einzelbriefen, z. B. schreibt 1826 die andere Großmutter Maria Anna Lürzer von Zehendthal (* 1774; † 1853) [[Lürzer von Zechenthal]] aus Hall in Tirol an ihren späteren Schwiegersohn [[Franz Xaver Gregor Spängler]] (* 1793; † 1854) in Salzburg. In diesem (leider nur fragmentarisch erhaltenen) Brief ist einiges von Not und Schwierigkeiten die Rede, aus denen dann doch die wohlhabende Handelsgesellschaft und spätere (bis heute existierende) [[Spänglerbank]] ([[Bankhaus Carl Spängler & Co. AG]]); seit 1828) in Salzburg wurde. In den Briefen ist mehrfach die zahlreiche Spängler-Verwandtschaft in Salzburg angesprochen. Deren traditionelle gesellschaftliche Stellung in der Stadt soll hier nur durch den einen Hinweis beleuchtet werden, dass in der gleichen Generation, in der Petrus Mezger ([[Johann Peter Metzger]]) von 1775 bis 1795 Bürgermeister von Salzburg war (vgl. Dopsch, 1996, S. 351 f., S. 352 mit einem prächtigen Porträt), Franz Anton Spängler [[Franz Anton Spangler]] aus Bruneck in Südtirol (mit einem bürgerlichen Wappenbrief von 1677) im Jahre 1729 nach Salzburg zieht, dort das Bürgerrecht erwirbt, 1731 und 1744 ‚vermögende Witwen’ heiratet und schließlich 1755 in dritter Ehe Maria Traunbauerin (Trambauer, * 1730; † 1780) aus Wien, Tochter eines Kaufmanns, ehelicht.
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| − | Salzburg war in dieser Zeit eine Stadt der Handelsleute, die auch zumeist das Bürgermeisteramt innehatten (vgl. Dopsch, 1996, S. 351). Nach 1830 hat die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen. Die Tochter Theresia Metzger (* 1764; † 1814) heiratet den Sohn des Franz Anton Spängler, nämlich [[Franz Josef Christian Spängler]] (* 1758; † 1819). Die [[Spängler]] gehören zu den ‚großen’ Salzburger Familien (vgl. Dopsch, 1996, S. 372). Für die Spängler-Hochzeit 1755 komponiert Vater [[Leopold Mozart[[ zehn Hochzeitsmenuette, genannt „Menuetti fatte per le Nozze del Signore Francesco Antonio Spangler dal Sig.re Leopoldo Mozart“. In der übernächsten Generation heiratet der Enkel Franz Xaver Spängler 1826 in Salzburg Antonia Lürzer von Zehendthal (* 1803; † 1882), von der in dem oben genannten Brief ihrer Mutter an Franz Xaver Spängler die Rede ist. – Von Franz Anton Spängler (* 1705; † 1784), „Franc. Ant. Spangler“ (so das eingeklebte Exlibris), stammt ein reich illustrierter Handatlas, „Atlas Portalis Germanicus“ (Nürnberg 1733) [[Handatlas 1733]].
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| − | Gertrude Maier schrieb 1973 eine Wiener Dissertation über die „Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co“. Sie weist darauf hin, dass die SPÄNGLER-BANK [[Spänglerbank]] die älteste, noch bestehende Privatbank in Österreich ist. Sie wächst nach einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs in Salzburg im 19. Jahrhundert heran. Napoleonische Truppen haben Salzburg 1809 besetzt; es gibt auch eine Einquartierung im Hause Spängler. Der Krieg bedingt einen erheblichen Rückgang des Handels (u. a. durch die Zollgrenze nach Bayern), und die Einwohnerzahlen sinken bis um 1830. Erst danach gibt es eine langsame Erholung, der dann auch den Fremdenverkehr einschließt, und z. B. ab 1842 gibt es jährliche Mozartfeste, welche auch von der Spängler-Bank gefördert werden. – Handelshäuser mit Bankgeschäften gibt es in Salzburg seit dem 17. Jahrhundert, genannt wird u.a. Matthias II. Gschnitzer [[Mathias Gschnitzer]] (* 1808; † 1884). Die Spängler fangen ab 1828 mit Bankgeschäften an, wobei man ein Handelshaus mit Tradition seit dem 14. Jahrhundert übernimmt (zuletzt Andre Mayr, dann 1827 J. A. Duregger; daneben ab 1810 „Spängler & Trauner“). Die Duregger-Handelsgesellschaft mit Bankgeschäften gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das „Spängler & Trauner“. Ab 1870 hat [[Carl Spängler]] nur noch die Bank, die bis dahin das einzige große Geldinstitut in Stadt und Land Salzburg ist. – Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in ein ansehnliches Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verheiratet mit Carl Spängler, erbt dieses Haus, das im Familienbesitz bleibt.
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| − | Der Ahnherr Franz Anton Spängler (Spangler) ist 1705 in Dietenheim bei Bruneck in Südtirol geboren; er ist seit 1729 in Salzburg (d. h. seit diesem Jahr gibt es Briefe an ihn nach Salzburg). Er erwirbt 1731 das Bürgerrecht und durch eine erste Heirat das Haus „Alter Markt Nr. 2“ (das „Gehmacherhaus“ [[Gehmacher]]; Handlung mit Teppichen und Tuchen). Durch eine zweite Heirat erwirbt er 1744 die „Lang’sche Bettenhandlung“, und ab 1748 hat er selbst einen Tuch- und Seidenhandel. – Der Enkel [[Alois Spängler]] ist 1800 geboren, er führt das Großhandelshaus (mit praktisch ‚allen’ Waren) und das Tuchgeschäft am Alten Markt (daraus wird dann ab 1832/33 eine Salzburger Sparkasse). Alois Spängler ist zudem Bürgermeister von Salzburg 1854 bis 1861; unter ihm werden die Bastionen und einengenden Befestigungsanlagen geschleift.
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| − | Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, 1871, über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen nicht so sehr Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist [für mich] schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so ‚nahen’) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen ‚Nähe’ und ‚Ferne’, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des 19. Jahrhunderts, liegt m. E. der Reiz der Briefe. – An vielen Stellen werden wir nachdenklich, z. B. in Fragen der Erziehung der Kinder: Wie kann man etwa einem zögernden Mädchen von acht Jahren in der ersten Schwimmstunde ‚Feigheit’ vorwerfen und ernsthaft darüber diskutieren? Meine Großmutter, Johanna Spängler (*1882 ; † 1973), verheiratet mit Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), wohnte in Krems an der Donau und in Unterach am Attersee; sie ist bei einem der letzten der übertragenen Briefe, 1897, gerade fünfzehn Jahre alt. Gertraud Saska (*1917; † 2001), verheiratet mit Hellmut Saska (* 1911; † 2002), Krems, ist eine Tochter dieser Johanna Holzapfel und meine Tante. Von ihr und aus ihrem Nachlass habe ich diese Briefe. - Literatur: [nicht eingesehen:] H. Widmann, Geschichte Salzburgs, Bd. 1 - 3, 1907 ff.; H. Dopsch / H. Spatzenberger, Geschichte Salzburgs, 1981. - [früher eingesehen:] Franz V. Zillner, Geschichte der Stadt Salzburg, Bd. 1 - 2, Salzburg 1885 - 90. - [hier zitiert:] „Dopsch, 1996“: Heinz Dopsch - Robert Hoffmann, Geschichte der Stadt Salzburg, Salzburg - München 1996.
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| − | Angefügt sind bis 1938 u. a. die Briefe und Postkarten, die sich meine Großeltern schrieben, nämlich (Sosa 9) Johanna [Hansi] Holzapfel, geb. Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet 1904 mit (Sosa 8) Rupert Holzapfel (*1868; † 1940). Sie schreiben u. a. über ihre Kinder, Rupert (geboren 1905 in Krems a.d.Donau) – das ist mein Vater – , Walter (geboren 1909), Traudl (geboren 1917) und Otto (geboren 1920).
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| − | === Übersicht [in Klammern Sosa-Nummern nach Geneanet oholzapfel] ===
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| − | * Franz (Francesco) Castelli [Nr. 78] an Fanny (Franziska) Kobler [Nr. 79]
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| − | * Maria Anna Lürzer von Zehendthal [Nr. 75] an Franz Xaver Spängler [Nr. 36]
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| − | * Franz Spängler [Nr. 18] an Maria Antonia Spängler [Nr. 37] und zurück
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| − | * Franz Spängler [Nr. 18] an Fanni (Franziska) Schlegel [Nr. 19] bzw. Spängler und zurück (sehr viele Briefe)
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| − | * Fanny Kobler [Nr. 79] an Fanni Spängler, geb. Schlegel [Nr. 19] und zurück
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| − | * Richard Schlegel [Nr. 38] an Franz Spängler [Nr. 18]
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| − | * Otto Spängler [Nr. 18 a] an Franz Spängler [Nr. 18]
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| − | * Rupert Holzapfel [Nr. 8] an Hansi, seine Frau [Nr. 9]
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| − | * Johanna Holzapfel [Nr. 9] an versch. Personen
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| − | Nr. 78 Franz (Francesco) Castelli (1796-1832), Brescia
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| − | verlobt mit
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| − | Nr. 79 Fanny Kobler (1796-1886), Salzburg
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| − | ↓
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| − | Nr. 75 Maria Anna Grassl (1774-1853) ↓
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| − | verh. mit ↓
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| − | Nr. 74 Franz Lürzer v. Zehendthal ↓
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| − | (Zechenthal), Hall in Tirol ↓
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| − | ↓ ↓
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| − | Nr. 36 Franz Xaver Spängler (1793-1854), Salzburg Nr. 39 Zäzilia Amalia Kobler (1821-1848)
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| − | verh. mit verh. mit
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| − | Nr. 37 Maria Antonia Lürzer v. Zehendthal (* 1803; † 1882) Nr. 38 Richard Schlegel (1811-1881),
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| − | ↓ Salzburg
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| − | ↓ ↓
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| − | Nr. 18 Franz Spängler (1838-1912), verh. mit Nr. 19 Fanni Schlegel
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| − | Nr. 18 a Otto Spängler (1841-1919)
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| − | ↓
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| − | Nr. 9: Johanna (Hansi) Spängler (1882-1973),
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| − | verh. mit
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| − | Nr. 8 Rupert Holzapfel (1868-1940), Krems und Unterach a.A.
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| − | Vgl. Otto Holzapfel, Rod: Familiengeschichte(n), [Privatdruck: Freiburg i. Br.] 1993, S. 12 f. (Spängler) und 28 f. (Lürzer von Zehendthal, Kobler, Schlegel) und darauf aufbauend das umfangreiche „Familienarchiv“ in mehreren Dateien. - Zur Zählung: Der Verfasser ist „Nr. 2“, sein Vater Rupert Holzapfel Nr. 4, der Großvater Rupert Holzapfel Nr. 8, dessen Frau Nr. 9 usw. Die geraden Zahlen ergeben direkte männliche Vorfahren, die entsprechenden ungeraden die Frauen dazu. Johann Spängler, 1627 in Taufers in Südtirol geboren, trägt so die Sosa-Nr. 576. Er ist Gastwirt in Sand in Taufers (heute das Hotel „Spanglerhof“). Später werden ein Mathias Spängler und ein Johannes Spängler als Kaufleute in Venedig genannt; Johannes Matthias Spängler, „mercator in Venetia“, ist 1758 Taufpate von Franz Josef Spängler, dem Vater von [Nr. 36] Franz Xaver Spängler. Die Handelsstraße zwischen Salzburg und Venedig hat bereits mittelalterliche Tradition (vgl. Dopsch, 1996, S. 228).
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| − | Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet zumeist Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise bin ich sehr dankbar. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Briefe eine gute Quelle für die weitere Arbeit an Salzburgwiki.at darstellt. Mein Dank gilt für die Aufnahme in deren Obhut. Freiburg i. Br., Dezember 2020 / Otto Holzapfel.
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| − | === 1792 ===
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| − | '''Fanny Kobler''' (1796-1886; Nr. 79) [Reste zerrissener Aktenstücke; nicht übertragen]: Salzburg 16.Januar 1792: Franz Elixhauser als Hochzeiter, Franziska Hofmannin als Hochzeiterin XXX XXX [Abschrift der Zeit von dem auch im Orignal vorhandener Ehe-Vertrag von 1792]/ Februar 1830, Franziska Kobler geborene Hofmann, Seraphin Kobler, Franz Hofmann als Zeuge XXX XXX 1839 Papiersiegel/ Salzburg am 13.Mai 1837: Seraphin Kobler Franziska Kobler./ Salzburg am 3.Oktober 1837: Seraphin Kobler Franziska Kobler/ Salzburg am 20.Februar 1841: Seraphin Kobler Franziska Kobler. – „Elixhausen“ ist ein Ort bei Salzburg.
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| − | === 1843 ===
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| − | ==== Brief an [Nr. 39] ====
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| − | Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [flüssige, gute Schrift, etwas verblasst; Bogen, gefaltet, rotes Lacksiegel „K.[?] D“; Stempel „Kufstein 18.Jän.“ und „Salzburg 19.Jan.“; auf der Adressenseite Tinte verlaufen; vgl. folgenden Gegenbrief vom 22.1.1843]: A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg. abzugeben in Kobler’s Bräuhause. - Kufstein am 15ten Jänner 1843. Liebe Malie! Fanni’s Zigeuner mit seiner Auswahl von unglücklichen Tagen war ein Gaudieb, denn jener Tag an dem ich abreisete [!] wurd zu den glücklichen gezählt und er gehörte wahrlich zu den Bösen, denn ich hatte unangenehmes Wetter, schlechten Weg, wurde in Unken [am Steinpass] erbärmlich geschnürt [!], kam nicht weiter bis Kößen [Kössen, 23 km vor Kufstein], und überdies Alles– mußte ich nicht von Ihnen fort!? Sie sind ein schlechter Kor[r]espondent werden Sie mir sagen und ich gestehe es Ihnen sogar zu, ja ich gestehe Ihnen noch mehr, daß ich in dieser Beziehung schon Schand und Spott zu tragen gewohnt bin, aber diesmal möchten Sie doch zu schnell mich verdammt haben und um Sie zu überzei[u]gen werde ich Ihnen jenen Tag verwehren: wie bekannt reisete ich den 9ten Morgens von Salzburg ab kam jedoch nicht weiter als Kößen, den 10ten nach Kufstein, wo ich um 11 Uhr eintraf- Nachmittags suchte ich eine Wohnung und informirte mich über die hiesigen Verhältniße, die ich in dem Grade ungünstig fand, daß ich allsogleich nach Innsbruck abzureisen beschloß, um durch eine dem Obersten zu schenkende Aufmerksamkeit eine baldige Veränderung zu erwirken, am 11ten Vormittags stattete ich meine Dienstbesuche ab, wobei ich dem Festungs Kommandanten bekanntgab, daß ich am 12ten mit dem Gesellschaftswagen nach Innsbruck abzureisen Willens sei- Nachmittags suchte ich wieder Quartier und konnte noch keines finden, des Abend‘s ward ich bei Weißbarth geladen,- den 12ten fuhr ich nach Innsbruck, den 13ten Vormittags machte ich meine dienstlichen Gänge, des Nachmittags besuchte ich die Waßerheilanstalt zu Mühlau und den Abend brachte ich in der Kama[e]raden Gesellschaft zu,- den 14ten fuhr ich wieder zurück und den 15ten meldete ich wieder meine Rückkunft und daß ich Inspektion auf der Festung bekäme, von wo ich, der vom Schicksale verfolgte, inmitten Unglücklicher Ihnen liebe Marlie dies berichte, und hoffe, durch diesen strengen Ausweis meiner Zeit vollkommen gerech[t]fertigt vor Ihnen zu erscheinen. – Die Filharmonische Wurst liebes Malchen hat Ihnen den Magen [vgl. folgenden Gegenbrief] und mir den Humor verdorben- wie kann man aber auch so viel zu sich nehmen?!- um so mehr da die Erfahrung an mir Sie hätte belehren sollen, wie ungesund sie seien, für dermal hoffe ich jedoch, daß Sie Sich [!] wie früher eines gesunden Appetitts [!] werden zu erfreuen haben. – Sie sahen den inneren Kampf, es ward mir unmöglich Ihnen das mitzutheilen, was in mir vorging; ich versprach deshalb Ihnen zu schreiben und ich fühle wieder dasselbe beklemmende Gefühl wie dazumal, denn die Erkenntniß meiner Stellung ist die nie versiegende Quelle meines Unmuths und der inneren Zerrißenheit, denn wie glücklich, wie beseeligend machte mich nicht der Augenblick in welchem s[S]ie den Bund besiegelten in dem Ihre schöne Liebe eine neue Welt mir erschloß?!- um so drückend schwerer lastet auf mir die Verantwortung, den über Sie hereinbrechenden Stürmen durch meine Schuld unmännlich einem obgleich edlem Gefühle unterlegen zu haben, das, wenn i[I]hre gute Mutter es nicht billigt, ihre harmlosen heiteren Stunden vergiftet hat.- Dies die Erinnerung über den Vorwurf von Kälte, der mein Innerstes schmerzlichst berührte während dem sich die entgegengesetzten Elemente bekämpften. – Können, werden Sie vergeben und nicht Zürnen dem Schwachen? den vom Schicksale ohnedies hart Bedrängten, der es wagt in seiner verkrüppelten Existens[z] Ansprüche zu machen, welche ihm die Macht der Verhältniße tirranisch [!] verweigern will, deßen Leben einem Winterschlafe ähnelt in dem ein entfernter Wiederhall [!], wie ein dunkler Traum dringt. – Von düstern Ahnungen gefoltert bittet Sie theuerste Malie baldigst um einige Zeilen und Nachsicht, und Ihrer guten Mutter ihn empfehlend, herzlichst Sie küßend Ihr Karl. – Vgl. nachfolgenden Gegenbrief und Anmerkung dazu. Die „[!]“ sollen z.T. nur an die Korrektur in heutiger Schreibung erinnern.
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| − | Kobler-Spängler-Briefe = nicht näher identifizierte Reste [rot verschnürt, nicht gelesen]: u.a. Salzburg 1843; 1845 (?); „Heirats-Antrag“ (Briefpapier „Lida“); gedrucktes Trostgebet 1827; Foto Salzburg Lida und Fanni Schlegel (?); Tagebuch-Notizen 1843; Brief Kufstein 1840; „Liebe Schwiegermutter!...“ (mit Bleistift = Entwurf?) [gleicher Eintrag 1840].
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| − | ==== 1843 Brief von [Nr. 39] ====
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| − | Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [manche Wörter und Wortanfänge kräftig durchgestrichen XXX und neu geschrieben, z.T. Unstimmigkeiten durch die Korrekturen, markiert durch runde Klammern = (); Ergänzungen und Hinweise in eckigen Klammern []; / = Blattwechsel; manche sehr energischen Endstriche bei den letzten Buchstaben eines Wortes sehen fast auch wie Durchstreichungen aus. Endungen sind zuweilen nur als dicker Strich markiert; die Handschrift ist insgesamt sehr kräftig mit einer Feder]: Salzburg den 22 Januar 1843. Lieber Freund! Von einer recht angenehmen Schlittenfahrt eben zurückgekehrt wo ich mich in Gesellschaft meiner lieben Mutter mit der Familie Abele recht gut in Hellbrun[n] unterhielt, wohin wir auf meinen Lieblingswege u[ü]ber Grödig hynlangten, sitze ich weiser [?] in meinen Zimmer, in XXX XXX in der gemütlichsten Stimung, um Ihr liebes Schreiben zu beantworten. Ich bin eben auch heute wirklich so heiter und fühle mich so unendlich wol, daß ich unmöglich den Wunsch unterdrücken kann, daß Sie sich eben so fühlen mög(t)en wie ich. könnte ich Ihnen doch durch mein Schreiben nur einen XXX Theil jenes woltuenden Gefühls, einfloißen, des Gefühls XXX dem einer Zufriedenheit mit sich, und dem Bewußtseyn von einer zu guten Mutter wie die meinige ist: geliebt, und zu was man jetzt gehätschelt zu wissen, welches mir täglich klarer vor den Augen steht. So sehr mich Ihr Brief erfreute, wäre doch bald mein guter Humor bei Lesen deßelben zu Grunde gegangen, dur[ch] die trübe Stimung die sich in jedem Ihrer letzten Zeillen so deutlich ausdrückt, und ich beXX mich wirklich etwas XXX verstimte. Tausend Gedanken kreutzen sich in meinem Gehirn, und denn so gar genau möchte ich si Ihnen de anschaulich machen, wie den die Ihre Unzufriedenheit, und Ihre selbst hervorgesuchte und mit Vergnügen festgehaltener Unmuth, Sie alles im grellsten und schwärzesten Lichte darstellt, so zwar: daß Sie sogar meine gute unaussprechlich geliebte Mutter bey im Stande glauben, daß Sie [mit „2“ und längerem Strich Umstellung angedeutet] die nur mein Wohl im Auge hat, mir nur Eure bittere Stunde zu bereiten / Denn wie könnte die Mutter, die mich so innig liebt, und die (der ich) natürlich von Allen in Kenntnis ist mir zürnen, I d daß ihr Kind einem Freund wie Sie das natürlichste Gefühl, das der frei innigen Freundschaft erkennen ließ; denn nicht Liebe jene so gepriesenen Leidenschaft die ach so viele Opfer fordert, und beynahe alle ihre Anfänger mehr oder minder unglücklich macht war es, was auch einig[e] Thränen erpreßte, wie, ich wiederhole es noch ein mal, ich will es war die eing unbegränzte uneigennützigste Freundschaft, wel die Sie sahen, die ich herzlich bitte nicht zu verkennen, und die Macht des scheidenden Augenblicks; wo der mich von Ihnen trennte mein Freund trennte, dem ich so gerne und aufrichtig alle meine kleinen Betrübniße und Freude[n] mittheilte. Ja ich gestehe es, es wäre drückend für XXX, hätte aus XXX dem Sie, und XX bringend für mich, mich mit mit einen Gefühle bekannt gemacht zu haben, da die Macht der Verhältniße, ungerne beyderseitig, was irgent uns im Leben näher zu stehen, doch, ich hoffe Sie werden mich nicht mißverstehen, so ser das Verhältnis in welchen wir uns wiedersehen, wie es wolle, wir können einander ohne Vorwurf entgegen tretten und freundlich die Hand bieten dem Freund der XXX er wärdeste [?] Freundin. ────── Und nun will ich Ihnen von meiner Lebensweise erzählen. Am Tag Ihrer Abreise neulich Montag den 9ten forderte mein gekränkter Magen sein Opfer [vgl. vorstehender Brief], nemlich daß obwol es mir sehr unlieb war, ich nicht länger als bis 7 Uhr Abends mich außer Bette aufhalten konnte, und ich dasselbe mit großer(n) Ub Unwohlseyn eiligst suchen mußte, den nächsten Tag war es jedoch großtentheils vorüber, und jetzt Gott sei Dank befinde ich mich ganz wol. / Die Eintheilung meiner Tagesstunden, ist Ihnen ohnedies bekannt sie bleibt im[m]er dieselbe, und ist darum mir um so lieber, da ich nie über Langeweille mich beklagen kann. Daher kann ich nur von meinen Abendstunden sprechen. Wie ich den nächsten [die letzten] Tag(e) im Gasteyner [Gastein/ Gasteiner Tal] zubrachte, fielen Hagel und Schloßen auf mein armes Haupt, in gewisser Beziehung, doch Ihre(n) weisen Ermahnungen noch zu frisch im Gedächtnisse, schüttelte ich aber dasselbe, und siehe da, die witzigen, und mitunter nichtwitzigen Bemerkungen zerstiebten an meiner mit Heiterkeit und Ruhe gestählte Stierne. Doch einer von den Herren wird es schmerzlich bedauern, nicht auch sein Scherlein dazu beygetragen haben zu können, und das ist gerade der Oberl. Babier, dem Gott das Verhängnis mir zu Liebe die Sprache nahm, denn er war sich seit den letzten Tage Ihrer Hierseyns nicht mehr bei uns, weil er sich da ihn schon damals nicht wol war, von Museumsballe die Kehlkopfwassersucht hal[t]te, und, sehr schwer darniederlag. AchXXX Uibrigens hat er jetzt Zeit gehabt, darüber nachzudenken, und die Antworten die ihr[m] von früher im Halse stecken geblieben werden jetzt mit verdoppelter Kraft hervorbrechen. Wie weilland bey dem Mann der in russischen Feldzuge die Worte im Munde erfroren, und die da die Zeit kam das selbe wieder in Gang kam die ganze Stadt nur ein Getumel war, so wird es dem Oberl. gehen, der wahrscheinlich schon in ein Paar Tagen komt, und das Kag[?]viertel wird nicht wissen, was für ein Lärm entstanden ist. Doch jetzt kann ich ihm getrost entgegen gehn, da er nun der einzige ist, der in der Hinsicht mich necken wird, denn die anderen und besonders Gläser, XXX zaubern sich so sehr vom Gegentheile ihrer frühren ausgesprochenen Meinungen überzeugt, das Gläser glaube ich sogar dir den Fehde / handschuh hünwerfen würde, den sich untersteht, noch weiter von der Sache zu sprechen. E Die vielen Fü[ä]le die jetzt erzählt werden höre ich mit den ernsthaftem Gesicht an wie ich mit Ihrem ganz besonders XXX da ich sie XXX nur mit meiner Mutter noch besprechen kann. Zu den mir vorgenommenen Uibungen in Franzosisch u Italien[isch] bin ich noch nicht gekommen, doch col tempo e colla patzienza uo tutto. und also auch das. ──── von dXX[rei] Tagen Mittwoch bis Samstag fiel nichts Neues vor. Samstag der 14. wurde in kleiner Gesellschaft ein großes Gesellschaftsspiel veranstaltet, wo auch wir uns nicht ausschließen konnten. └──┐ und wobey von meiner s viel gelacht wurde. Sonntag war also der XX viel besprochene Handlungsball; und während Sie armer Freund inmitten sXXXX in der Abgeschiedenheit an mich schrieben war ich in glänzender Gesellschaft; ich unterhielt mich gemütlich tanzte aber nicht viel da es sehr voll war, und meine Angenehmlichkeit sehr groß ist. BXX Ich ahnte nicht daß jetzt ein würd[i]ger Abschnitt meines Lebens begann, indem ich 1 den andern Tag 2 Briefe ankamen, worin ein würdigen junger Mann in aller Form und auf die ehrenvollste Art um meine Hand bittet; er befinde sich derzeit in Stuttgart als Associe in einen ergiebigen Fabrick geschäfte; daß es schmerzlich m(e)ich so fand ich berührte können Sie deuten, wie er XXX ein solchen Fall sehr zart behandelt seyn will, doch die weite Entfernung, die eine Trennung war meiner dann so einsam stehenden Mutter heischte, und die ich selbst nicht zu denken ertragen Im Stande wäre, war das schiklichste Motiv mich für denselben zu bedanken XXX Nicht wa[h]r das waren bedeutungsvolle Tage für mich!!! Doch ist jetzt das auch wieder beseitiget und und ich bin froh daß das was so schwer für mich war nemlich die Antwort nach Stuttgart ist überwunden; dX Jetzt bin ich wieder so ruhig und heiter, und fühle mich in meiner Behausung wohl enendlich glücklich. ──── Besonders im Leben meiner XXX, da Und das was Abends mich oft nur vorgeht eigentlich nicht in meine Sphäre gehört, die sich mich in meinem Zimer oder in Gesellschaft meiner Mutter sie kann lieber Freund so heimisch fü[h]le / Ach wie geht es bei Ihrem Anwesen, verwalten Sie Ihr Amt als Nachtwächter? ─── Die Mutter grüßt Sie herzlichst und läßt Ihnen melden, daß es Sie möchten Ihr Amt im Auge behalten, nur daß es jetzt bei uns nur doch nicht anders ist da wenn einer lange da ist, der andere sich bemüht noch länger zu bleiben. Wir freuen uns wenn es Sie bald wieder zu sehen, und in der Zwischenzeit wieder einmal etwas von Ihrem Befinden zu erfahren; ich aber möchte gut an Ihrer Seite stehen wenn Sie meinen Brief lesen, denn ich daß [S]ie so viel von mir erfahren würden, hätte[n] Sie wahrscheinlich nicht geahnt. ──── Ich bitte anbei meine herzliche Absicht Sie ein wenig zu erheitern nicht zu verstimmen, Noch muß ich fragen, ob welches die Ursache war daß ich Ihren Brief welcher Freitag früh unten ganz mit Tinte begossen erhielt?! ── Doch schadete es dem meinen Wunsch nichts, nur die Adresse war verwischt [vgl. vorstehender Brief]. ─── und war aber glüc[k]lich wär, könte mir zu schweigen L Ankömling für XXX XXX halten. Leben Sie recht wo[h]l. NXXX Sie noch ein XXX XXX Wunsch daß es Sie bald zufrieden werden möcht, daß es XXX gut und Sie sich in Ihrer Abgeschiedenheit ebenso recht wo[h]l fü[h]len mögten wie ich und gedenken Sie manchmal sich in Freundschaft mit herzlicher Gesinnung Ihrer unveränderlich[en] Freund[] Xus Amalie – An wen der Brief adressiert ist, wird nicht angegeben [vgl. jedoch vorstehenden Brief von einem Freund „Karl“, zu dem dieser Brief die Antwort darstellt]. Von einem Heiratsantrag 1843 aus Stuttgart weiß ich sonst nichts (vgl. aber bisher ungelesen Briefe von Ph.Reichmann aus Stuttgart, 1843). Der Brief ist offensichtlich nicht an [Nr. 38] Dr.med. Richard Schlegel (1811-1881) gerichtet [vgl. vorstehenden Brief mit anderer Unterschrift, „Karl“], welchen Amalia Kobler dann am 21.4.1846 in Salzburg heiratet. Hat der Freund den Brief vielleicht nach Amalia Koblers Tod 1848 zurückgeben?
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| − | 1843 XX.Sept.1843 [vielleicht Bruchstück eines Briefes von Rosa Hablin:] So eben bin ich von Agram u. Carlstadt zurück [...] ein Blatt eng beschrieben, Rückseite ebenso und darauf und darüber noch quer geschrieben... für mich unleserlich. – Ähnlich ein Blatt, französisch und deutsch, kreuz und quer beschrieben; ohne erkennbares Datum. – Dazu zweites Blatt mit ähnlicher Vignette, handgemalt, deutsch und französisch, Gedichtzitat, Datierung „20.August“; ebenfalls nicht gelesen.
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| − | 1843-1844 [nicht endgültig gelesen, deshalb rot verschnürt] Briefe an Nr. 39 Amalia Kobler. Bündel mit schwarzem Band = Liste „Was halten Sie für das größte Glück“ (jeweils 40 Punkte aufgeführt), ...liebste Beschäftigung, ...zu lieben, ...zu tadeln usw. – Briefe aus Wien 1844 an „Malchen Castelli“ und „Amalia Castelli“, Absender nicht entziffert, und aus Schärding an „Herrn Hauptmann“ 1844 von Betty Kobler. – Im hellblauen Briefumschlag Briefe an „Fräulein Amalia“ aus Stuttgart 1843, an „Fanny v. Castelli, Besitzerin des Gasthauses zur Hölle Salzburg“, Postbrief aus Stuttgart mit Stempeln, 14. Januar 1843 von Ph.Reichmann. – Brief aus Salzburg 1843 an „Herrn von Barbier“ „Mein lieber Freund“ von „Ihrer Freundin Amalia Castelli“. Die Briefe wurden nur flüchtig gesichtet [März 2011].
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| − | === 1844 ===
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| − | Fanny Kobler [Nr. 79]: 184X, wahrscheinlich 1844, Meldezettel (Einquartierungszettel) des Höllbräu für Otto von SXXX aus Zwickau/Sachsen, unterschrieben „Serafin Kobler“
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| − | ==== 5. Juni 1844 ====
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| − | 1844 [5. Juni 1844] Brief von Rosa [Hablin; siehe nachstehende Briefe vom 28.Juni 1844 und 20.Juni 1845 und öfter] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [gefaltetes Blatt, gebrochenes Siegel „H“, Stempel „Warasdin 6.Jun.XX“ -der sehr undeutliche Stempel am Knick sieht fast eher wie eine 3X aus! Im Zusammenhang datiere ich jedoch 1844- und „Salzburg 10.Jun.“]: Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg. Judengasse No.67. 1ter Stock. – Petite méchante! C’est la même amitié, mit der du mich so lange auf eine Antwort auf mein Schreiben erwarten läßt, et m[ê]me celle, mit der du dich in Salzburg gegen mich betrugst! 3mal besuchte mich die zärtliche Freundin während meiner halbjährigen Anwesenheit. C’est une amitié bien commode, et comme je crois, aussi beaucoup dans la mode!- Es ist fürwahr zu arg! seit dem ich hier bin, erhielt ich noch keinen einzigen Brief- und den 8ten May verließ ich Salzburg- u. heute avons nous le 5ieme du mois de Juin. C’est trop- c’est trop! Daß mir mein lieber guter Vater nicht schreibt, weiß ich u. bin beruhigt darüber, da er mir selbst Zeitpunkte darüber bestimmte; aber du, du- je ne trouve pas des mots qui expriment justement, ce qui je te veux xxmmer! also du –Unaussprechliche!- was kannst du für einen Grund haben als xxx [creuse?] für dein obstinates Schweigen!- Jedermann hier erhält Briefe. Isabelle schon ein halbes Dutzend, nur mir allein bringt der heißersehnte Bote keine, den ich mit so hochklopfenden Herzen in’s Schloß tretten- u. mit Thränen getäuschter Erwartung wiederfortgehen sehe. Mais au nôm de ciel! petite mêchante. warum schreibst du denn nicht?. Pour te punir justement, c’est à dire, pour de [te] faire payer 1 2 x monnaie- schreibe ich dir wieder. Eigentlich drängt es mich nun, meiner unsäglichen Galle etwas Luft zu machen! Ich Ärmste! gebannt in ein / alter Gespenster[h]auß, von der Außenwelt total abgeschnitten keinen fremden Gast sehend, als die ungebetenende Ratten u. Mäuse, die, trotz dem Bataillon Katzen das jetzt hier einrücken mußte, noch mit größter Unverschämtheit herum trottiren; ich arme Verbannte, die ich mir selbst vorkomme wie der trostlose Geist eines weiland hier schmachtenden Burgfräulein’s, wenn ich in das erblindete Glas meiner Vyngel’s schaue, ich Ärmste bekomme nicht eine einzige allerwinzigste Nachricht aus der lieben Alpenstadt, die meinem Herzen stets so unbeschreiblich theuer ist, wenn ich ferne- ferne von ihr bin. C’est étonnant! inconcerable! Nicht wahr?- Ach! plötzlich aus ihr fortgerissen, wie Mephistopheles den Faust entführte, bin ich in eine reitzende Einöde versetzt, welcher um sie ganz romantisch zu finden nichts abgeht als eine Strohhüt[t]e, ein Bächlein, eine Rasenbank- ein Feld mit Kartoffeln und- Er!- Allein keinen „Er! sondern nur den Grafen, die Gräfin(n), Nandinchen, die expricieuse Anglaise, u. die bittersüße De Taux sehe ich, u. diese Gestalten wechseln nie mit Ande[r]n. Wir können uns ferb xxbelten, wir seyen im Paradiese u. die einzigen Menschen, letzterer Wahn wird sicher nicht gestört! Hier auf dieser Felsenburg hausend wie ein einsamer Spatze, kann ich kaum für wahrscheinlich halten, daß ich noch vor Kurzem in dem bunten Geräusch einer Stadt war, kaum noch vermag mir meine XXX imaginativer nachgufild an was ich dort sah, phantastischte Gebilde steigen umdeutlich vor mir auf, „bunte Kuppen“ in schwarzen, rothen, grünen, gelben Farben, „mit Waffen behangen“- hier ist nichts was mir das Alles deutlicher zu xxkrufen wünscht,- doch ja, j’oubliais! nous en avons aussi un exemple! et c’est le Baron Fermont ein mit dem Zipperlein behafteter Rittmeister / welcher das dadurch entstanden u. seine Eitelkeit wenig choquierendes Hinken, als folge einer in der Schlacht erhaltenen Wunde ausgibt. Dieser der Baron, kommt oft zu mir, er ist so etwas von einer männlichen Coquette, u. in seinen schöneren Jahren- tempi paßati, haben, wie man sich erzählt, seine sorgfältige Toilette, sein solides Vermögen zwey-drey Herzen gebrochen! Und dieser Lovelaer, will hier Ähnliches bewerkstelligen u. ich soll das Opfer dieses podagrischen Unwiderstehlichen seyn. Durch einen köstlichen Zufall erfuhr ich daß er sogar mit Graf Georg eine Wette einging, das ihn diesen xxkke, er brächte es doch noch sicher dahin, daß ich mich in ihn verliebe! „Was für eine dumme Gans er ist!“ sagte Isabelle mit ihren exxroblen Deutsch /:das jetzt noch schlechter geworden:/ als sie es mit mir zugleich erfuhr. „Welch ein köstlicher Spaß, das seyn wird,“ dachte ich; u. wie ich mich mit diesen ruses réciproques amazire rief endlich die Gräfin, wan mir Xnachrichtigs, u. gibt nun eine stille Beobachterin ab.- Unser Leben hier ist wie im vergangenen Jahr. Die Grillen u. he[XXX] schreyen noch immer, die Nachtigallen schlagen und die Kapaunen singen wie neulich Isabelle sagte, anstatt „die Hähne krähten.“ Unsere plaisirs innocents erstrecken sich noch immer auf alle Xand- Buch- u. Schlafstellungen u. überdieß sxuen nach auf eine bedeutend[e] Zucht Seidenwürmer, wo ich fleißig- ja mit Passion arbeite, bis mich die Gräfin fortjagt wenn ich in den warmen Häusern wie gebraten endlich geworden bin. Du siehst welch ein weites campagne de plaisir ich besitze. Ubrigens ist das sonst so milde Klima sehr kalt naß immer, ich friere beständig. Ist es auch so in Salzburg? War es die Pfingsttage schön? Wird es morgen schön seyn in Salzburg- nämlich am frahelxchen Tage!- Antworte hierauf!- Doch a Dieu, my dearest- ich lerne ausnehmend fleißig l’anglais! u. Géographie! a Dieu, petite satan! Man ruft mich zum Xher. Ein willkommener Ruf! car j’ai appetit!- a Dieu! adieu! adieu!- Rosa. – Die Briefe von Rosa Hablin an Amalia Kobler 1844/45 zeugen von einer etwas anstrengenden Freundschaft, deren Einzelheiten ich nicht kenne. Immer wieder wird diese Freundschaft bemüht, aber offenbar von Seiten Amalias enttäuscht, und Rosa antwortet bitter, z.T. verfällt sie in die distanzierte Form des „Sie“. Ich habe diese Briefe aus Kroatien gekürzt nicht nur weil sie zum großen Teil auf Französisch abgefasst sind, sondern weil sie kaum Hinweise auf Salzburger Verhältnisse enthalten.
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| − | ==== Brief von Rosa an Cäcilia Amalia Kobler-Castelli ====
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| − | 1844 Brief von Rosa [Hablin, eine Freundin von Amalia Kobler] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [gefaltetes Blatt, gebrochenes Siegel „H“, Stempel „Warasdin 29.Jun.1844“ [Varazdin, heute in Kroatien] und „Salzburg 3.Jul.“ manches schwer lesbar]: Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No.67. 1ter Stock. – Meine gute theure Maly! Ach Gott! wie ich mich verschrieben habe-: gute theure Maly, das wollte ich wahrhaftig nicht schreiben, denn ich bin sehr- sehr böse auf Dich, u. glaube, es ist nicht Scherz- sondern Wahrheit, wenn ich Dir sage, daß floß aus alten Gewohnheit, diese zärtlichen Worte meiner Feder entschlüpften. Jetzt bin ich 2 Monate hier und habe einen einzigen Brief, und den von meinem guten Vater erhalten. Dieser war 2 u. ½ Zeile lang, der Inhalt folgender: Liebe Rosa. Deine Briefe habe ich richtig erhalten u. daraus gesehen daß Du in Versicherungen Deiner kindlichen Liebe durch die Feder weit freygebiger bist als mit Worten. Übrigens befinde ich mich in vol[s]tXX Gesundheit was auch dir wünscht dein Vater! Sonst erhielt ich von keinen Nachricht, u. nun sage ob es nicht zum Verzweifeln ist. Du weißt wie schwer, mit welchen Bangen gepresten Hunger ich Salzburg verließ, Du kannst ahnen, daß durch diese so schnelle unverhof[f]te Abreise ich unendl XXehrlich auf die Ungewißheit drucken muß, mit der wir selbst von der nächsten Kunde mit Bestimmheit sprechen können. „Werde ich meinen Vater wieder sehen, wird mein Fuß Salzburg jeh wieder betretten!“ So quäle ich mich beständig, ach bin sehr- sehr traurig.- Selbst die größte Gleichgültigkeit einer Fremden würde mich nicht so grausam der MaXX hingeben. Nachrichten von meinen Lieben von der Stadt grd geben die ich verließ, u. die dem Herzen so theuer sind, so unendlich süß, wenn man ferne u. so einsam ist:- Ich hätte dir unendlich viel zu sagen, zu erzählen, XXigenden sich in Zungen sehr viel seiner XX und, allein ist bin zu verstimmt, dieses XXgentliche Harren u. Hoffen, das immer vergebens, der nimmer bXXgt der äusehnde Bote mir de erwünschte Nachrichten, ich die krank an Körper u. Gemüth, gestern hatte ich einen Fieberanfall ich war sehr unwohl, und wir füchten daß das Fieber Morgen bey mir ausbrechen wird.- Ich kann diesen beständigen Temparaturwechsel nicht ganz ertragen, u. vorgestern wo ich schon sehr unwohl war, fuhr ich nach Warasdin u. das hat mich in dieser unerträglichen Hitze die wir hier haben sehr angegriffen.- Habe Mitleid mit mir, Maly! schreibe mir, ich weiß nicht mehr was ich denken soll. Hast Du meine beyden Briefe nicht erhalten?- Was- was ist die Ursache dieses zerdrückenden Schweigens. Ich weiß nur mehr ein Mittel! Wie ich mit umgehender Post keinen Brief habe, send ich Dir ein großes Paket voll altes Papier damit du unendlich viel Postporto zahlen mußt. Ich weiß Dich nicht anders zu strafen- aber es wird geschehen. Maly, ich gebe dir mein Wort darauf!- Lebe wohl, mich schmers[zt] der Kopf, u. ich schreib Dir nun noch schnell weil ich glaube krank zu werden u. mir für diese Zeit eine Nachricht aus Salzburg gewinnen müste [möchte] – 28 Juni [1]844. Rosa.
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| − | ==== Brief von Rosa an Cäcilia Amalia Kobler-Castelli ====
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| − | 1844 Brief von Rosa [Hablin; siehe vorstehende Briefe vom Juni 1844] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848), Blatt ohne Umschlag: Ma bien aimée! Je recevais votre lettre piquant, ennuyant, méchant, abominable ect ect- mais pour en punir, vous me saurez rien de l’éffet qu’il produisait dans mon coeur!- [...] nicht gelesen [...Schluss:] adieu ma bien aimée! ma petite méchante, adieu! Ecris moi chère Amelie, je t’en prie, écris moi! je me suis armé de la patience de Job [Hiob]; j’éspère que je peux attendre ta épouse. Tout à vous. Rosa. – Opeka, 29 July [1]844 – Je te prie à me copier ce poème de Castelli: Es sind zwey kleine Fensterlein in einem großen Haus ect. Et puis ces mots de Schiller vous l’avez dans votre album: Wie entzückend u. süß ist es in einer schönen Seele ect.- Ay[ez] la bonté, et m’envoye dans une lettre tres aimable, ces deux XXX.- Mes compliment à votre mère.- [quer:] Isabelle travaille quelques chose pour vous! Ayez bonte[é], ma Mignonne, vous m‘avez encore rien fait pour votre amie et corespondant inconnu. - „épouse“ = (?) Amalia Kobler heiratet 1846 Richard Schlegel. – „Schiller“ = aus „Don Carlos“: „Wie entzückend und süß ist es, in einer schönen Seele verherrlicht uns zu fühlen, es zu wissen, dass unsre Freude fremde Wangen rötet, dass unsre Angst in fremden Busen zittert, dass unsre Leiden fremde Augen wässern!“
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| − | ==== Brief von Rosa an Cäcilia Amalia Kobler-Castelli ====
| + | Der spätere Landgerichtsdirektor Spängler schreibt an [Nr. 19] Fanni Schlegel ([[1871]]) bzw. an seine Frau Fanni Spängler zwischen [[1882]] [und davor] bis [[1890]] häufig Karten und Briefe. Sie antwortet bzw. schreibt ihm, z. B. aus den Sommerferien mit den Kindern in Salzburg, in langen Briefen, die vieles widerspiegeln: Sorgen mit den Kindern, Nähe und (gesellschaftlich anerzogene) Ferne zum Ehegatten, aber auch höchst moderne Gleichberechtigung in der Entscheidung über Dinge des Alltags. Vieles ist Zeitkolorit, aber auch Individuelles, z. B. sind ihre Briefe nicht ohne Ironie, die er offenbar weniger versteht. Hier beziehen sich die Briefe vielfach lückenlos aufeinander. Viel ist von "Ordnung" die Rede, was auf Sicherheit und Übersichtlichkeit im täglichen Leben zielt. "Ordnung" sind die Regelung der Hochzeit, das Herrichten der Aussteuer, das Einrichten der Wohnung, aber auch zur Ruhe kommen nach außergewöhnlichen Ereignissen. Häufig wird die Gesundheit angesprochen, und getragen ist der sehr intensive Briefwechsel von einer starken Gott-Ergebenheit und einer Alltagsfrömmigkeit, die wohl nicht nur verbal ist (häufig liest man: "..., so Gott will,..."). |
| − | 1844 Brief von Rosa [Hablin; siehe vorstehende Briefe vom Juni 1844] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [Umschlag, gebrochenes Siegel „H“, Stempel „Warasdin 5.Oct.1844“ und „Salzburg 9.Oct.“]: Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No.67. 1ter Stock. – 3ie[me] Octobre [1]844. Opeka. - Ma bien aimée! Quel plaisir, quel bonheur dans un petit morceau de papier! Tu me fairais très heureuse, ma charmante Amélie, ta lettre m’a rendu très joyeuse très contente! c’était mon Amélie d’autre fois- elle n’y était plus bizarre et malicieuse! Merci, ma mignonne- merci, reçois mes plus tendres baisers! Tu sais que je t’aime. et Dieu m’es têmoin, je t’aime fidélement, mon amour pour tai ne varie [?] jamais; je ne me gêne pas à te confier tout ce qui je pense, mon ame te dit tous ses sécrets; elle te confie les chagrins- sufragers et ses folles ésperances. Quelque fois elle s’humilie devant ta sagesse de matrone; bien plus souvent encore elle s’appuie à ton affection et demande un sourire à ta bonté!- [nicht weiter übertragen: ...weiter u.a. über die Freundschaft. Ich habe viele Verehrer, aber nur du bedeutest mir etwas. Auch nach einem turbulenten Tag wünsche ich nur ein stilles Zimmer bei dir zu besuchen. Ich will nicht heiraten; mein Engel ist weg, aber Gott verlässt mich nicht. Die Liebe ist für mich nur ein Traum, ein Phantom... ich war sehr krank. Baron und Baronesse „D.“ helfen mir in meiner Einsamkeit, aber ich langweile mich... und, quer geschrieben, Louise, eine Ungarin...]
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| − | dazu Einzelblatt gefaltet, undatiert [in viel steiferer und eher kantiger Schrift als „Rosa“s obigen Brief von 1844; vielleicht von ihr noch als junges Mädchen?]: Liebe, gute Freundin! Der Inhalt meines Briefes war derselbe wie des deinigen, nähmlich, daß du mir eine wahre aufrechte Freundin bist, wie mit der beygefügten Bitte daß du mir wo möglich mit Rath u. That beystehst.- Und herzlich freuen würde es mich wenn du mir eine Schwester wirst. Ich will dir gerne wo ich nur vermag einen Dienat erweisen obwohl ich es nur schwer vermögen werde, denn meine gute Maly ist mir ja an Verstand weit unendlich weit überlegen. Freudig meinen Brief schließend eine Freundin gefunden zu haben, verbleibe ich Deine dich ewig liebende Freundin Rosa H. [Hablin]
| + | Umrahmt wird diese Briefsammlung von vielen Einzelbriefen, z. B. schreibt [[1826]] die andere Großmutter Maria Anna Lürzer von Zehendthal aus Hall in [[Tirol]], geborene Grassl, die Frau von [Nr. 36] [[Franz Lürzer von Zechenthal]], an ihren späteren Schwiegersohn [Nr. 18] Franz II. Xaver Gregor Spängler in Salzburg. In diesem (leider nur fragmentarisch erhaltenen) Brief ist einiges von Not und Schwierigkeiten die Rede, aus denen dann doch die wohlhabende Handelsgesellschaft und spätere [[Spänglerbank]] (seit [[1828]]) in Salzburg wurde. In den Briefen ist mehrfach die zahlreiche Spängler-Verwandtschaft in Salzburg angesprochen. Deren traditionelle gesellschaftliche Stellung in der Stadt soll hier nur durch den einen Hinweis beleuchtet werden, dass in der gleichen Generation, in der Petrus Mezger ([[Johann Peter Metzger]]) von [[1775]] bis [[1795]] [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] der Stadt Salzburg war<ref>vgl. [[Heinz Dopsch]], [[Salzburg. Die Geschichte einer Stadt.]] 1996, S. 351 f., S. 352 mit einem prächtigen Porträt)</ref>, [[Franz Anton Spangler]] aus Bruneck in [[Südtirol]] (mit einem bürgerlichen Wappenbrief von [[1677]]) im Jahre [[1729]] in die Stadt Salzburg zieht, dort das [[Bürgerrecht der Stadt Salzburg|Bürgerrecht]] erwirbt, [[1731]] und [[1744]] ‚vermögende Witwen’ heiratet und schließlich [[1755]] in dritter Ehe Maria Traunbauerin (Trambauer, * [[1730]]; † [[1780]]) aus [[Wien]], Tochter eines Kaufmanns, ehelicht. |
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| − | ==== Weitere Briefe ====
| + | Salzburg war in dieser Zeit eine Stadt der Handelsleute, die auch zumeist das Bürgermeisteramt innehatten<ref>vgl. Dopsch, 1996, S. 351</ref>. Nach [[1830]] hat die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen. Die Tochter Theresia Metzger (* [[1764]]; † [[1814]]) heiratet den Sohn des Franz Anton Spängler, nämlich [[Franz Josef Christian Spängler]] (* [[1758]]; † [[1819]]). Die [[Spängler]] gehören zu den ‚großen’ [[Salzburger Familien]]<ref>vgl. Dopsch, 1996, S. 372</ref>). Für die Spängler-Hochzeit 1755 komponiert Vater [[Leopold Mozart]] zehn Hochzeitsmenuette, genannt "''Menuetti fatte per le Nozze del Signore Francesco Antonio Spangler dal Sig.re Leopoldo Mozart''". In der übernächsten Generation heiratet der Enkel Franz Xaver Gregor Spängler [[1826]] in Salzburg Antonia Lürzer von Zehendthal (* 1803; † 1882), von der in dem oben genannten Brief ihrer Mutter an Franz II. Xaver Gregor Spängler die Rede ist. Von Franz Anton Spängler (* [[1705]]; † [[1784]]), "Franc. Ant. Spangler" (so das eingeklebte Exlibris), stammt ein reich illustrierter Handatlas, "''Atlas Portalis Germanicus''" (Nürnberg 1733) [[Handatlas 1733]]. |
| − | Briefe [rot verschnürt, nicht gelesen] mit breitem, weißen Seidenband zusammengehalten an Nr. 39 Amalia Kobler, verh. Schlegel (1821-14.6.1848), von ihrer Freundin Betti Kobler, das ist die Cousine ihrer Mutter, also ihre Tante [obwohl jünger], später verh. Katzinger in Grein, 1825-1881: Schärding [S.] 28.12.1844 von deiner Freundin „Betty Kobler“; S. 11.3.1845 von Betti [B.]; S. 28.3.1845 von B.; S. 6.7. o.J. [1845 ?] von B.; S. 17.8.1845 mit Umschlag (Stempel 17.8.45) und Wappen-Siegel „stehender Löwe“ von Betti an „Fräulein Fräulein Amalie Castelli abzugeben beym Höllbräu in der Juden-Gasse / Salzburg“; S. 1,5 Bogen 30.9.1845 von Betti; S. 1,5 Bogen 23.8.1846 von Betty; S. 1,5 Bogen blau, weiß 24.1.1848 mit Umschlag, Stempel 26.1.8 und Wappen-Siegel, von Betti an „Madame Madame Amalie Schlegel k.k. Kreiswund-Arztens Gattin Wohlgeboren / Salzburg“; [hinten angefügt] 12.XX.1846 von ?
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| − | === 1844 bis 1848 ===
| + | Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, [[1871]], über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen weniger die direkte Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so nahen) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des [[19. Jahrhundert]]s, liegt der Reiz dieser Briefe. |
| − | 1844-1848 [nicht endgültig gelesen, deshalb rot verschnürt] Briefe von Nr. 39 Amalia (Maly, Mali) Kobler (1821-1848, am 21.4.1846 verh. Nr. 38 Dr.Richard Schlegel, 1811-1881; vgl. 1844 beiliegend kleine Visitenkarte „Amalia Schlegel“) an ihre Freundin Betti Kobler, später verh. Katzinger (1825-1881). Vgl. Partezettel für Betti Katzinger, 56 Jahre alt, 1881. Sie ist eine geborene Kobler, Fanny Kobler nennt sie an erster Stelle unter den „Legaten“ in ihrem Testament von 1878; sie ist Fannys Cousine. Die Briefe sind zumeist an „Betti“ von „Mali“ [Amalia Kobler, Fanny Koblers Tochter, welche einmal spaßeshalber als Bettis Nichte, zumeist aber als deren Freundin und Herzensfreundin unterschreibt. Auch der Altersunterschied ist gering.]. - Die Briefe [März 2011] wurden flüchtig gesichtet, z.T. geordnet. Ich wiederhole einmal genannte Namen in der Regel nicht und in den Anreden nur die Veränderungen. Mit jeden Datum ist ein Brief gemeint; die Briefe waren gebündelt, wahrscheinlich von Betti, und wurden vielleicht später oder aus dem Nachlass an Nr. 19 Fanni Schlegel, verh. Nr. 18 Spängler, überlassen, deren Mutter Amalia wenige Tage nach der Geburt des Kindes stirbt. Amalia lebt, wie später auch die Enkelin Fanni, bei Nr. 79 Fanny Kobler, der „Höllbräuin“, in Salzburg. Jahreszahlen in den Folgebriefen des gleichen Jahres werden nicht wiederholt. Die Namen [zumeist die in den Briefen grüßen lassen oder über die etwas geschrieben wird] lassen sich in den Briefen leicht erkennen, da sie lateinisch geschrieben sind. Doppeldaten sind Doppelbriefe mit mehrfachen Daten. - Amalie Castelli, Salzburg, an die Freundin Babette Kobler, Schärding, 7.5.1844; es grüßen Madame Schlögelkofer, Dr.Schlegel. – An Betti 18.8./11.9., Dr.Schlegel, Madame Schlögelhofer [und so weiterhin]. – Die Freundin Mali an Betti Kobler, Schärding, 5.1.1845; Dr.Schlegel; Zusatz von Nr. 79 Fanny Kobler an Betti wegen „meine Bitte mit der Maly“. – 19.4. (grüßen) Mad.Fuchs, Madame Schlögelhofer, D.Richard [Schlegel], Müllbauer Theres, Dr.Gsteiner, Mad.Bauernfeind und Betti, Dr.Fischer. – 21.5. – 5.6. Fräulein Lisi Müllbauer. – 6.8. Amalie an die liebe Herzensfreundin; Kudorfer Theres. – 9.10. Mali an Betti; Agnete Kempf, Hauptmann Gläeser [auch vorher genannt]. – 17.10. Amalie Castelli an Betti; Richard [Schlegel], Fr.[au] Weizner. – 4.5.1846 aus Wien als Amalia Schlegel auf dem Weg nach Leitmeritz zu Frau Therese Schlegel, Oberarztens Witwe; genannt u.a. [in Salzburg] Laschenkys, Mad. Bauernfeind. – 11.5. aus Leitmeritz, aufdem Weg zurück zu Vinzenz Schlegel, Feldwebel im löbl. k.k. Mineur Corps in Wien, Haupt Genie Amt; Grüße an Familie Burdorffer, Hr.Weizner, Hr.Bübel u.a. – 2.7. „Madame Babette Kobler, Scheerding“, zuerst von „Großnichte Amalie Schlegel“ und „Meine liebe gute Kobler“ von „deiner Freundin Fanny“, Amalies Mutter. - 2.8. Salzburg; Schlegel hat wieder operiert; Amalie Schlegel. – 7.8. Fanni u. Richard grüßen dich, Mali. – 27.8. – 9.9./24.9. – 16.11./1.12. – 4.12. – 15.12. – [ohne Banderole] 23.1.1847 Keschreiter Claire, Fr. v.Gschnitzer, Madame Sitter; Richard hat Patientin in Wals... bekam eine Flasche Champagner von ihr. – 29.1. An Fräulein Betti Kobler von „deine gehorsame Nichte Amalie Schlegel k.k. Kreiswundarzts Gattin und deine treue Freundin“; „...sagen, daß mein Mann von mir ein schönes braunes Samtpilet [-weste?] vom Christkind bekam... Stoff im Herbstmarkt gekauft“. – 1.2. – 20.2. – 20.3. – [ohne Datum, lag aber hier]/6.5. [ohne Jahr]. – 17.9. – 7.10. – 1.11. „[Richard hat] Operation gemacht, die der Hr. Professor nicht zu unternehmen gewagt hatte“; Bauernfeind [fast in jedem Brief genannt], Frau von Duregger, Feueregger. – 26.11. – 29.12. „Richard erhielt von der Mutter ein schönes ostindisches Taschentuch, einen vor ihr gehäkelten Geldbeutel und 6 Paar recht feine Socken, von mir erhielt er einen Schal und [...]; ich erhielt von ihm einen schönen Siegelring mir Carniol“... - 8.1.1848 [Anfang fehlt?] „Schlegel als Papa, ich als Mutter, Fanni als Großmutter, und du als Groß Tante.“ – 15.1. [Anfang fehlt?] – 12.2. – 14.3. 3 Seiten von Nr. 79 Fanny Kobler, 3 Seiten Mali. – 5.4. „deine Amalie“. - Am 14.6.1848, 14 Tage nach Geburt der Tochter, stirbt Mali. - Beigebunden Brief vom 12.6.1845 am „Malchen“ [Mali] von der „wahren Freundin Claire Reuhreiler (?). - Brief aus Grein vom 7.3.1880 von Betti Katzinger an Nr. 19 Fanni Spängler: Franzi, Toni; Fanny [Kobler Nr. 79] gesund, schwere Krankheit glücklich überstanden; Bettis Mann gesund [Schluss fehlt; Betti stirbt 10.8.1881, Fanny 1886]. - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Emilie #Weizner (Salzburg 1858) und Therese Weizner (Salzburg 1858)
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| − | === 1845 === | + | == Eine weitere Auswahl an Kobler-Spängler-Briefen == |
| − | Brief von Rosa Hablin [nicht Familie] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) Briefumschlag, Siegel „Säulenstumpf mit Schild“, Stempel „Warasdin 16.Sep.1845“ [Varazdin, heute in Kroatien] und „Salzburg 21.Sep.“ [drei Blätter sehr eng beschrieben, manches schwer lesbar bzw. vieles übersprungen und nicht gelesen; mehrfach blasse Schrift und Feder gewechselt; über mehrere Tage geschrieben]: Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No.67. 1ter Stock. – Opeka, am 20 Juny [1]845. - Liebe Freundin, meine theure unvergeßliche Maly! – Würde mich mein Herz nicht freysprechen von jedem Vorwurf wovon Du vielleicht – ja gewiß - unzählige für mich bereit hälst, so würde ich es nicht wagen Dir diese Zeilen zu senden, nach so langen tiefen Schweigen. [...] ewig unwandelbare Freundschaft [...] meine Maly [...] Wo? -und Wie? [...] gute Nacht. – Guten Morgen, Malchen [...] Encore un adieu, mir ist als wäre ich bey Dir, meine Maly, als berührte mein Mund, Deine Stirn, Deine Lippen, adieu ma bien aimée, sey glücklich, zufrieden. sey geliebt und des Himmels Segen möge Dich nie verlasssen;- nun gedenke oft und gern Deiner Dich zärtlich liebenden unwandelbaren Freundin Rosa Hablin. – Meine Adresse: An Rosa H. mit Briefen an Gräfin Clothilde Draskowich über Warasdin nach Opeka in Croatien. [quer:] An Deine verehrteste Mutter meine innigsten Grüße, erinnert sie sich doch zuweilen freundlich meiner- ? -
| + | Diese Sammlung wurde von [[Benutzer:OttoChristianRupert|Otto Holzapfel]] aus [[Freiburg im Breisgau]] dem SALZBURGWIKI zur Verfügung gestellt. Seit Oktober [[2025]] befindet sie sich im [[Stadtarchiv Salzburg]] mit der Bezeichnung "Sammlung Spängler-Kobler-Briefe" unter der Signatur "AT-STARSBG, PA 1564". In absehbarer Zeit wird die Korrespondenz digital im SARIS-System<ref>[https://saris.stadt-salzburg.at saris.stadt-salzburg.at]</ref>abrufbar sein. |
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| − | 1845 und 1846 siehe auch oben!
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| − | === 1847 ===
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| − | Brief von [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [ohne Umschlag:] Salisburgo il 22, Augusto 1847. – Venerato e Caro Signor Avo! – Essendo corso ozmai gia otto anni d’auhé non godeva più l’incredicibile piacere [...] ich traue mich nicht weiter mit meinen fehlenden Italienisch-Kenntnissen, was für Amalia offenbar kein Problem war. [...] Mio madre et i stamo bene [...] Amalia Castelli.
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| − | 1848 siehe oben!
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| − | === 1850/1851 ===
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| − | Briefe (rot verschnürt, zumeist nicht gelesen) von Nr. 38 Richard Schlegel, 1811-1881, verh. 1848 mit Nr. 39 Amalia Kobler-Castelli, 1821-1848, an Nr. 79 Fanny Kobler, 1796-1886. 19.3.1850 aus Wien an „Liebe theure Schwiegermutter... dein aufrichtiger und dankbarer Sohn Richard“, k.k. Kreiswundarzt. – 28.4.1850. – 27.5.1850. – 29.5.1850 „Liebe gute Schwiegermutter...“ – 12.6.1850 Bogen mit Poststempel „Frau Frau Fanni Kobler Bräuin und Gasthausbesitzerin Wohlgeboren in Salzburg“. – Sonntag [ohne Datum] „weil ich keinen Kalender habe“, braucht Mittellosigkeitszeugnis, kein Vermögen, lebt vom kleinen Gehalt [als Arzt]. – Dienstag 13. [ohne Monat und Jahr] Rigorosum mit „gut“ bestanden. – Wien 4.4.1851. – Wien 13.4. – 23.4.1851. – 2.5.1851. – 7.5.1851 „dein studierender Sohn Richard“. – 19.5.1851 „halber Doktor. – 3.6.1851. – Wien 9.6.1851 „Ich danke für das Busserl vom Dirndl“ [= Nr. 17 Fanni Schlegel, verh. Spängler, geb. 1848]. – 16./17.5.1851 Wien. – Wien 23.6.1851 bestätigt und dankt für Empfang von 200 Gulden „aus deiner Kasse“. – 1.7.1851. – 20.7.1851 dankt [wieder] für 200 Gulden. – 27.3.1851 „nächsten Donnerstag Promotion, und, Juchheh!!!“. – 28.7. [ohne Jahr = 1851] „Vivat, der letzte Brief“ [vor der Rückkehr nach Salzburg] 2.Rigorosum mit „sehr gut“. – Salzburg 10.5.1875 an Nr. 17 Fanni von „deinem Vater Richard“. – Liebe Fanny [ohne Datum] vom „Vater Richard“. – [Entwurf von] Gesuch von Nr. 79 Fanni Kobler an „Euer Gnaden“ um Unterstützung für den armen Schlegel... [siehe oben, Brief vom „Sonntag“?].
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| − | === 1853 ===
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| − | Briefe (rot verschnürt, durchgesehen, aber nicht vollständig gelesen) von Nr. 18 Franz Spängler (1839-1912) an seine Mutter Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer [so schreibt er selbst], von einer Reise bis nach Venedig zusammen mit Pater Albert Eder, dem späteren Salzburger Erzbischof: Münsing (bei Wolfratshausen, Nähe Starnberger See) 7.-10.8.1853, Brief mit Umschlag und gebrochenem Siegel; Franz Spängler schreibt an die Mutter: vorher in München, hier beim Bruder des P.Albert, Erlebnisse in München und Andechs usw. Beigelegt Brief an den Bruder Otto Spängler. - Augsburg 14.8.53, Brief mit gebrochenem Siegel, Stempel (Constanz 16.8., Feldkirch 17.8., Salzburg 19.8.), an die Mutter Spängler, „Salzburg in Oberösterreich“ [! auch auf anderen Umschlägen]; Nachschrift an „Frau Mutter und liebsten Otto“ von Albert Eder, 16.8., „Dein Bruder Franz ist immer allegro, ich bin sehr zufrieden mit ihm“. - Von der Reise zeugen ein grünes Salzburger Schokoladenpapier mit gesammelten Blättern und gleiches, Blumen und Blätter in grauem Papier, markiert „Rheinfall“ [Schaffhausen]. Stift Rheinau 17.8.53, Brief [Umschlag siehe unten] an die „Theuerste Mutter“, jetzt im Benediktinerkloster, vorher in Konstanz, Schiffe aufgezählt. Einsiedeln 20.8., Rhein, Schaffhausen; Nachschrift von Albert Eder; beigelegt an Otto „20.7.53“ [muss 20.8. heißen, demnach Umschlag zugeordnet]; Umschlag Franz Spängler an die Mutter in Salzburg, Siegel entfernt, keine Marke, unleserliche Stempel, aus Einsiedeln 20.7. [muss 20.8. heißen]; blasse Schrift. - Mailand 27.8.53 bis 29.8. mit Umschlag, Siegel abgeschnitten, Marke entfernt; Franz an die Mutter und an Otto, Beischrift von Albert Eder; Franz erzählt von Einsiedeln, Rigi, Rütli usw.; Nachschrift von Albert Eder, dass nicht vor dem 20.9. zurück in Salzburg. - Venedig 5.9.53, beigelegt an Otto; zwei Blätter, ohne Umschlag; Nachschrift von Albert Eder; Regen in Venedig, die „zwei Pilgrime“ nicht von der Sommerwärme geplagt; übermorgen endlich in Agordo. - Agordo (im italien. Bezirk Veneto) 10.8.53 [muss September heißen! im Brief wird u.a. von Venedig berichtet]; ohne Umschlag langer Brief von Albert Eder an „Verehrte Frau Mutter“, Herrn Inspektor getroffen [Lürzer, der Bruder der Mutter Spängler] und gut aufgenommen. Zweiter ebenso langer Brief an Otto Spängler, richtig datiert Agordo 10.September 1853, Onkel Lürzer, Bergwerk; hierher gehört wohl die kleine Skizze [von wem? Lürzer?] der Agordo umgebenden Berge mit Angabe des dort geschürften Kupfer, Vitriol und Schwefel. Zettel von Albert Eder an Mutter Spängler und an Otto Spängler, datiert „10. August / September [?] 1853“ [diese Korrrektur im September 1853, Fragezeichen hier von mir, stützt meine obigen Korrekturen].
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| − | Münsing 8. Jänn[er 1854; Ecke abgebrannt]; Mein lieber Franz!... P.P.E. [Eder, der Bruder von P.A.E.], den Franz und P.A.E. [Albert Eder] im August 1853 besucht haben, dankt für einen Brief und erinnert an das Treffen in Münsing: Franz betrunken, große Mengen gegessen... und zeichnet ihre Runde zweimal. – Zusammen verschnürt mit den Briefen von 1953 und hiermit zusammengebunden die weiteren Briefe von 1876 und 1883/86/88.
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| − | === 1858 ===
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| − | Briefe „1858 bis 1862 und 1870“ (rot verschnürt, zumeist nicht gelesen) von Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, an den Bruder Otto aus Graz nach Salzburg: 3.4.1859 „Liebster Otto! – mais j’avais déjà voulu depuis longtemps vous écrire en français... zum Schluss wieder deutsch... dein(em) dich liebender Bruder FXSpaengler. NB. [in Steno].“ – Graz 8.5.1859 ...dein dich aufrichtig liebender Bruder Franz. – 22.5.59 auf Französisch ...votre fidèle frère François. – 28.6.59 auf Französisch. – 27.10.59 deutsch. – 24.11.59 auf Französisch. – Graz 4.12.59 auf Französisch: Otto Spengler à Salzbourg. – 16.2.1860 auf Französisch. – Gracè 5.4.1860 auf Französisch. – Gracè 25.4.60 auf Französisch. – Graz 6.5.60 auf Französisch. – Graz 21.5.60 auf Französisch. – Graz 27.5.60: „Theuerste Mutter! u Otto! Empfangen Sie hiermit meinen herzlichen Dank für Ihren Brief u. das übersandte Geld... Ihr dankbarer Sohn FXSpaengler. / An Herr Otto Spaengler... k.k. Gymnasium zu Salzburg. durch Güte.“ – 10.6. [ohne Jahr] auf Französisch. – 17.6.60 auf Französisch. – Wien 24.6.1862 deutsch. – ohne Datum, deutsch. – ohne Datum, deutsch. – An die Mutter, ohne Datum, zweite Seite ohne Anfang; mit finanziellen Berechnungen, Einnahmen = Monatsgeld April/Mai 42 fl. [Gulden], andere Einnahmen ca. 40 fl.; Ausgaben = u.a. Zimmergeld April/Mai 6 fl., Wiener Reise 21 fl., sonstige Verpflegung 8 fl., Spazierstock 1,5 fl., zusammen 45 fl., Rest 37 fl. [ca.-Zahlen]. – Schnipsel hier beigelegt „Agordo 2.2.51“ mit (leider nur) dem Rest einer Zeichnung [die Venedigreise mit Eder war 1853]. – An die Mutter Nr. 37 Antonia Spängler, * 1803; † 1882, Graz 28.9.1858 „Liebste theuerste Mutter! Zum ersten Male ist es heute, dß ich aus der Fremde an Sie schreibe... Ihr dankbarer Sohn FXSpaengler“ – Graz 13.4.1859. – Wien 29.4.1859 „An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geb. v.Lürzer zu Salzburg“ (mit undeutlichem Poststempel). – Graz 8.5.1859 [ohne Schluss]. – Wien 5.11.1861. – Wien 5.7.1862. – ohne Datum. – ohne Datum, Anfang fehlt: „Blatt III“ und „IV“ an Otto Spängler. - Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, an die Mutter und an den Bruder Franz, Wien 24.12.1861 „Meine Theuren! (Liebstes Mutterl! Liebster Franz!) [ausgeschrieben]. – 1.1.1862 an Franz. – Salzburg 4.4.62 an Franz. – Salzburg 29.4.62 an Franz [Schluss felhlt]. – Salzburg 25.5.62 an Franz. – Innsbruck 29.6.62 [Anfang und Schluss fehlen]. – Salzburg 9.7.62 Mutter Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an Franz. – 5.11. [ohne Jahr] Otto an die Mutter. – ohne Datum, Mutter und Otto an Franz. – Lofer 10.8. [ohne Jahr], Otto und „Mutter Spängler“ an Franz nach Gmunden. – Franz Spängler Liste „Correspondenz 1861/62“, 1861 an u.a. die Mutter, Otto, Cousine Resi, J.Plazer [Julius Ritter von Plazer], Anton und Heb. Sattler und „Photographien a) Empfangen... [54 Stück] ...Gegeben am... [38 Stück]. – Auf blauem Papier „Lieber Franz....“, ohne Datum. – Auszug aus dem Testamente der Frau XX [unleserlich] Schaupp für Frl. Pepi Reisige [... nach deren Tod alles an die Lürzerischen]. - Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, an den Bruder Franz 5.5.1870, mit Bleistift angefügt „Lieber Onkel Franz! Dein kleiner Otto“, mit Abrechnung, u.a. Monatsgeld für die Mutter 10 [welche Währung?]. – Otto an Franz ohne Datum. – 24.6.1870 Otto an Franz. – 4.7.70 Schwägerin Luise Spängler an Franz zusammen mit Otto an Franz. – Otto an Franz, ohne Datum. – Briefbogen „Dr.Otto Spängler Salzburg“, Otto an Franz ohne Datum, Berechnungen von Aktienerträgen. – Otto an Franz, ohne Datum.
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| − | ==== Franz Spängler an Antonia Spängler ====
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| − | 1858 Franz Spängler [Nr. 18] an Antonia Spängler, geb. Lürzer v.Z. [Nr. 37]: [München, ca. August 1858] Liebste Mutter! Sie werden verzeihen, dß [daß] ich kein Briefpapier nehme, um Ihnen zu schreiben, doch jetzt um 1/2 11 Abends, am 15. August, wo wir soeben von Starnberg mit dem letzten Bahnzug heimgekehrt sind, habe ich kein anderes bei der Hand, u. morgen möchte ich am Ende nicht mehr dazukommen/ Wir befinden uns sehr wohl, sind fleißig auf den Füßen, sehen aber auch ziemlich viel. - Am Mittwoch, wo wir mit Duscher u. Schweinesten [?] uns herumtrieben, gingen wir in die Glyptothek, die Gewerbeausstellung, die Bavaria u. den Friedhof, am Donnerstag die Burg, u. Nachmittags fuhren wir nach Großhesellohe, u. Abends gingen wir ins Theater. - Am Freitag besuchten wir die Schatzkammer, die alte Pinakothek, die Aukirche, dann badeten wir, und gingen Abends in eine Vorstellung von Akrobaten, am Samstag Vormittags gingen Hubert u. Louis in die neue Pinakothek u. ich in die naturhistorischen Sammlungen/ das Münzkabinet u. die Bibliothek, Nachmittags alle mitsammen in die deutsche Kunst-Ausstellung, heute waren wir noch in mehreren Kirchen, u. Nachmittags am Starnbergersee. Morgen wollen wir noch einiges ansehen, wozu wir jetzt noch nicht gekommen sind; Nachmittags fahren wir nach Augsburg, u. am Dienstag nach Kaufbaiern [!] vielleicht noch bis Füssen. Photographirt sind wir schon, ich glaube dß ich gut getroffen bin, den als ich die Bilder abholte, gab mir die Frau des Photographen, die mich früher noch nicht gesehen hatte, dieselben mit den Worten: „da sind Ihre Portraits; die vom andern Herrn (denn ich war allein) müßen Sie sich selbst suchen.“ - Tarenczy [?] u. Warnersberger [?] trafen wir ebenfalls hier in München; der leztere wohnt in einem Privathause. Auch die Obermüller Greiz [?] trafen [wir] gleich am ersten Abend beim Stachus, er logierte aber mit seinem Vater im Bamberger Hof, daher sah ich den Landgerichtsrat nicht mehr, weil er schon an anderen Morgen fortging. - Auch die Gschnizer [Gschnitzer] Marie als Frau von Harrer ist hier samt ihrem Gemal, Louis wollte sie besuchen, traf sie aber nicht. Der Abschied nach der Hochzeit soll besonders den Eltern sehr schwer gefallen sein besonders da die Harrerischen über Achental nach Tyrol, u. von da nach Zell gehen, ohne nach Salzburg zurückzukehren. - Hat man wegen der Entbind[un]g der Kaiserin schon geschloßen [be-?], wir haben noch nichts davon gehört, u. Zeitungen lesen wir weniger. - Wegen der Standeswahl [Berufs-] bin ich noch nicht im Reinen. Ampfer [?] u. Häferle [?] meinen ich sollte jedenfalls nach Wien gehen, denn Stipendium bekäme ich, wie auch Julius [Spängler] sagte, im ersten Jahre doch nicht, u. 1 od 2 Jahre Philosophie würden mir auch nicht schaden, wenn ich Geistlicher würde. Es hat das manches für sich, doch richten werde ich mich gerade noch nicht darauf. - [zweites Blatt:] Als ich neulich in den naturhistorischen Sammlungen auch die Todtenschädel ansah, und darunter auch einen von einem 19 jährigen Mädchen fand, da dachte mir wohl: „Alles ist eitel u. das Leben ist so schnell vorbei“ etc. aber Nachmittags sah ich in der Gemälde-Ausstellung im Bild „Ein Mönch einer Trauung zuschauend“, das auch nicht ohne Eindruck auf mich blieb. - So ist denn diese Frage noch nicht erledigt. Beten Sie fleißig für mich, dß es gut ausfallen möge. Wenn Sie Tante Therese sehen/ so grüßen Sie mir selbe schönstens. Vielleicht hält sie sich doch so lange auf, dß ich sie noch sehen kann. Ich denke halt bis Dienstag od. Mittwoch über 8 Tag (24. oder 25.) nach Salzburg zu kommen. - Indem ich Ihnen recht gute Unterhaltung wünsche, u. um Ihre fernere Liebe bitte, verbleibe ich mit Hochachtung Sie gesund u. glüklich wieder zu sehen Ihr dankbarer Sohn F X Spängler - Herzliche Grüße an Otto, Therese u. alle Bekannte, die Sie sehen, od. denen Sie schreiben. Wie steht es mit den Lürzerischen? Kommen sie? od[er] sind sie schon da? Grüßen Sie mir dieselben tausendmal. - „Duscher“ siehe folgender Brief (aus Wien); „Großhesellohe“: Stadtteil Großhesselohe im Süden von München (Isartal); „Gschnizer Marie“= Gschnitzer [mehrfach in den Briefen]: vgl. der Vater Franz Spängler [Nr. 36], geb. 1793 in Salzburg, gest. dort 1854, fängt als Spediteur in Salzburg bei Matthias Gschnitzer an. - Auch die Familie „Harrer“ gehört zu den ‘großen’ Familien in Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 492, 641; Ignaz #Harrer als Bürgermeister der Stadt von 1872-1875). Franz Xaver Spängler, Sohn [Nr. 18], geb. 1839, besucht die Schule in Salzburg und studiert dann in Graz (daher die ungefähre Datierung des Briefes etwa mit der Matura 1857/58, aber offenbar noch vor dem Beginn des Jura-Studiums im Oktober 1858). Eine „Gschnizer Clara“ taucht auch im Tagebuch des Franz Spängler 1861 auf. - „Entbindung der Kaiserin“: Erzherzog Rudolf von Habsburg wird am 21.Aug.1858 geboren; das ist ein weiterer Hinweis auf die Datierung des Briefes von ca. August 1858. - „Julius“, ein Cousin. „Otto“ Spängler, Bruder, geb. 1841, verh. Duregger (aus der Bank-Linie in Salzburg); die „Lürzerischen“: Familie der Mutter Lürzer von Zehendthal (Hall in Tirol). - Aus dem Besitz von Franz Spängler stammt eine „Vita S. Francisci Xaverii“ von 1797, mit einem Prachteinband der Erzabtei St.Peter in Salzburg von 1806, die der Schüler erhielt: „In der I.Vorbereitungsklasse zu St.Peter. Aus der Rechtschreibung. Preis. Nob. Franz Xav. Spangler.“ Vom Juli 1853 stammt als Schülerarbeit eine sehr exakt ausgeführte Federzeichnung einer Weintraube, unterschrieben „F X Spaengler“. Ein zweibändiges Wörterbuch Griechisch-Deutsch von 1854 (Val. Rost) enthält als Widmung einen Zettel für „Spängler Franc. 1.August 1855. Dr.Kottinger G.Director.“ – Abbildung = undatiertes Foto mit Antonia Spängler und den beiden Söhnen Franz und Otto.
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| − | === 1859 ===
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| − | siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“
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| − | 1859. Unbekannte Schreiberinnen an Antonia Spängler [Nr. 37]: Wien den 8ten Mai 1859. Theuerste Freundin! Ungemein freute mich Ihr liebes Schreiben, welches ich gestern den 7ten Mai erhielt, Karl schrieb mir daß der Brief beim Fellerer war, ich kann gar nicht begreifen indem ich noch nie der Fellerer geschrieben habe, wir überhaupt in gar keinen Briefwechsel mit Ihnen stehen, wie sie den Brief nicht dem Karl gleich hinschickte, daß ist schon das zweite Mahl, daß ich wegen ihr einen Brief so lange nicht bekome; bitte also wenn Sie mir wieder die Freude machen zu schreiben ja den Brief gleich dem Karl zu geben, was hätte Franz vor [für] eine Freude gehabt, wenn der Brief während seiner Anwesenheit gekomen wäre. Franz sieht prächtig aus, und es hat ihm Wien so gut gefallen, daß ihm der Abschied, recht schwer angekomen ist [/] wir sind recht viel mitsamen herumgegangen. Auch wir vermissen alle Ihre liebe Gesellschaft, sehr [,] ich kann mich nicht ganz der Hoffnung erwehren, Sie theure Freundin wenn einmahl beide Söhne in Wien sind, vielleicht doch auch herunter zu ziehen, wir fänden auch hier Spaziergänge die wohl mit Salzburg keinen Vergleich aushalten, im ganzen aber auch recht hübsch sind. Vergangenen Sontag waren wir alle mit Franz und meinem Bruder der mit der Deputation der Stände beim Kaiser war in Schönbrunn, und früher einmhl [einmal] im Prater haben uns recht gut unterhalten; Bis dato gefällt es mir ganz gut hier [/] wir haben eine sehr kleine Wohnung aber eine wunderschöne Aussicht, die wir wohl leider wieder verlieren denn wir haben von Micheli [Michaeli?: 29.9.] an eine Wohnung in der Stadt gemiethtet im 3ten Stok mit der Aussicht in einen Hof, um 600 f [Florin: Gulden] C.M. [Kurantgeld, gängige Münze?] sie ist ganz in der Nähe der Universität sehr licht nd freundlich, und wir können 2 Zimer vermiethen, sie ist im MXXngeti schon Richtungsfeste. Bei Lubitsch sind alle ganz wohlauf, sind aber seit Georgi [23.4.] ziemlich weit von uns weg[g]ezogen. Die Lebensmittel sind wohl theurer als in Salzburg aber nicht gar so bedeutend, nur sehr mühsam [/] man muß alles selbst kaufen, den die Leut gäben sich die Mühe nicht, die Toni und ich haben jeder einen braunen Marktkorb, wo wir alles zusamenschlagen. Das Pfund Rindschmalz 60 x [Kreuzer] bis 63 x Neugeld Schweinschmalz von der fast alles kocht auch wir 36 x Butter 60 bis 70 x Eyer 25 um 40 x Neugeld. Grünspeisen billiger als in Salzburg. Semel besser und im Geld gleich [/] Hausbrod theurer und schlechter Fleisch 26 x Neukreutzer nicht gut. Kertzen und Seifen billiger. Schuster billiger. Männer Schneider nicht viel theurer. Milch 1 Seitel 5 Neukreutzer 1 Seitel Obers 10 x sauer Ram 10 x letzterer sehr gut. 1 Klafter Eschenlenner [?] Mischling [?] ei[n]mahl zum Abschneiden 8 f 30 x C.M. und da brennen wir nebst dem Steinkohlen kostet der Centner 1 f 26 x Neugeld. Nun muß ich schließen denn der Raum fehlt. Mein Mann empfielt sich vielmahls und dankt vor [für] den Glükwunsch zu seinem Namenstag, [mit kleinerer Schrift und anderer Tinte, doch gleiche Handschrift:] er ist derjenige der Salzburg am meisten zu vermissen scheint. An Otto viele Grüsse von allen so wie an die Theres, und alle die sich unser erinnern auch wenn ich bitten darf an die Davidlin [?] sie soll gut auf das Preiserl [?] schauen mir ist noch immer leid um sie. Erfreuen Sie mich wieder mit ein paar Zeilen ich küsse Sie im Geiste und bin Ihre inigliebende Freundin Antonia Duscher [?] [sehr klein:] An die beiden FXXel [Franzel?] alles Schöne. - [andere Schrift?:] Verehrteste, gnädige Frau. Auch ich bin so frei, an Sie gnädige Frau einige Zeilen zu richten. Ich befinde mich hier recht wol und habe mich schon angewöhnt, obwohl ich sehr oft an Salzburg und seine lieben Bewohner denke! - Hr Franz ist auch wieder nach Graz zurück, er hat sich hier, wie es scheint sehr gut unterhalten, wir waren auch einmal zusammen in Schönbrunn. Er sieht sehr gut aus. Heute Sonntag wollten wir eine Parthie nach Don[n]er[s]bach [?] unternehmen, die jedoch des Regens wegen unterbleiben wird müssen. Die Aussicht unserer Zimmer ist herrlich, jedoch die Einsicht ist nicht großartig. Sehr freue ich mich in die Wohnung in die Stadt hinein. Gnädige Frau besuchen gewiß wieder fleißig die Mainandacht, ich bitte, gedenken Sie dabey auch öfters meyner. Hier ist Alles Krieg, Freiwillige sieht man auf allen Strassen sich im Rausche herumtummeln, man darf sich garnicht getrauen solchen in die Nähe zu kommen, denn sie haben sogar vorgestern einigen Frauen die Hüte vom Kopfe gerissen. Es ist gut, dß [daß] sie fortkommen. Im Prater waren wir schon 2 mal, er gefällt mir sehr gut. Ich hätte mich gerne noch länger mit Ihnen gnädige Frau unterhalten, allein der Raum fehlt. Indem ich Sie auch bitte mich nicht ganz zu vergessen, küsse ich Ihnen, gnädige Frau die Hände, und verbleibe Ihre dankbarste [!] Antonia Duscher [! Antonin ?]. [daneben:] An Hr Otto, so auch an die beiden Franzl bitte ich mich ergebenst zu empfehlen; Theres grüsse ich 1000 mal! - [/]: zur Verdeutlichung hier Satztrennung eingefügt (auch andere Zusätze bei der Übertragung ebenfalls in eckigen Klammern). [?]: Bedeutung oder Lesung (hier bes. bei Familienamen) unsicher. Kürzelzeichen, z.B. Verdoppelung durch Strich über m und n, sind aufgelöst; aber z.B. „bekome“ und „Zimer“ trotzdem mit einem ‘m’. - Vorpostalischer Brief, ‘unbekannte’ Absenderin (doppelt mit Antonia Duscher unterschrieben?) an: „Der Wolgeborenen Frau Antonie Spängler in Salzburg. Durch Güte.“ Brief eng gefaltet, kleine Reste von rotem Siegellack. An: Maria Antonia (Antonia) Spängler [Nr. 37], geb. Lürzer, geb. 1803 (siehe unten, nächste Briefschreiberin); der im Brief genannte „Franz“ ist der Sohn [Nr. 18] Franz Spängler, geb. 1839 (vgl. „...beide Söhne“), zur Zeit des Briefes also 20 Jahre alt. Er studiert in „Graz“ und ist bzw. war offenbar zu Besuch in Wien bei der Briefschreiberin. Eine „Duscher Toni“ taucht auch im Tagebuch des Franz Spängler 1860 auf. - „Neugeld“: seit 1857 sind in Österreich 100 Kreuzer: 1 Gulden; Der Gulden [fl.] war zwischen 1857 und 1892 in Österreich die Silberwährung (1 Gulden= 100 Kreuzer). - „Krieg“ im Frühjahr 1859 gegen Frankreich unter Napoleon III.
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| − | === 1860 ===
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| − | siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“
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| − | 1860, Brief von [Nr. 18 a] Otto Spängler und [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Bruder bzw. Sohn [Nr. 18] Franz Spängler: [Salzburg, ohne Datum/ um 1860:] Theuerster Franz! Als ich die letzten Zeilen an dich schrieb, glaubte ich denselben durch Frau v Schaffner zu senden; aber der Brief kam zu spät. der heutige aber geht mit Konfekt und Kalhefers [?] brief heute durch die Güte der Frau v.Schafner. Gestern als am 20 ten hatte Kalhster [?] Ausgang und ich verbrachte 2 recht angenehme Nachmittagsstunden mit ihm und Rothenbuchner bei feinen Leuten. Von 6 Uhr an spielte bei uns Tarok, denn wir hatten Spiel und der Konrad ging um 6 Uhr. Abends 8 ½ Uhr ging ich noch zu Obermüller, wo die Auscultanten geladen waren, und es herzlich langweilig war. Quamquæm praesentia mea bene incepit, brevi mutata eft; mater me vidit intrantem in domum ejus et infernale spectaculum incepit, quum fila in conclave intrasset. Ne forte credas, matrem [nicht weiter gelesen; Latein... was ich nicht alles verstehe, außer dass er offenbar schnell aus diesem Haus schnell wieder verschwindet...] Hodie die veneris ibo ad veterem. Quelle change! Saluez de mon part Tenzl et Vozarye [?], Guttenberg, Daeltrer [?] etc. – Ton fidele frère Otto. - - [die Mutter:] Lieber guter Franz. Wen ich auch recht viel zu thun habe, so will doch den Brief nicht fort gehen lassen, ohne ein paar Zeilen an dich zu schreiben. Lieber Franz hier sende ich dir ein wenig Konfekt, den XXX liegt gerade hier XXX bekommst du XXX durch die Post oder es bringt die selben der Wassinger. Als weiteres geschenk lasse ich dir den Mantel neu füllen ich glaube das dir dieses auch gut taugen wird. Wir sprechen wohl oft von dir, laufe dich fei(n) nicht zu sehr ab, und sey XXXling in allen was du thust, und gebe das geld nicht leicht hinaus. Lebe recht wohl es küßt dich mit inniger Liebe dich in Schutz gottes empfehlend und dich von ganzen Herzen Segnend deine treue Mutter Spángler – An alle Bekanten viele Empfehlungen nebst vielen Dank besonders bei Franzl und guttenberg lasse ich gute Feyertag wünschen. Alle hier grüßen dich recht herzlich. An lozarign [Lorinser?] viele herzliche Grüße. Die Therese läßt dich auch herzlich grüßen. - „#Guttenberg“: nach Visitenkarten „Emil Ritter von Guttenberg k.k.Rittmeister“; „Minna von Guttenberg née de Launsperg“. Nach einem undatierten Foto sind Fanni Schlegel/Spängler und Lida Guttenberg, die Schwiegertochter, Freundinnen, ebenfalls genannt in mehreren Briefen. – Wahrscheinlich ein relativ früher Brief; Franz Spängler studiert in Graz bis zum WS 1858/59, das SS 1862 in Wien, die erste Staatsprüfung ist in Wien im Juni 1862. Geburstag hat Franz Spängler am 10.4. - Foto von Lida Guttenberg bei 19 Fanni Schlegel/Spängler in einer der roten Schachteln.
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| − | „Briefe 1860 ff. an Nr. 18 Franz Spängler“ = Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von (vor allem) Freunden und (einigen) Verwandten (die meisten Namen sind für mich leider unlesbar = XX; ich habe die Briefe nur chronologisch geordnet, zusammengebunden waren sie bereits: Ort/Datum/Absender) an Nr. 18 Franz Spängler: 27.10.1860 Julius PlazXXy [Julius Ritter von Plazer]; Aschermittwoch 1862 Cousine Therese [v.Lürzer?]; 19.5.1862 Freund Jul. PlazXX [Julius Ritter von Plazer]; Innsbruck 14.6.1862; Salzburg 13.12.1868 Freund KoXX; Ried 2.2.1869 Otto Dunkler; mit Umschlag Gesangsfest August 1869 in Salzburg, Einladung dazu und Programm; 30.6.1870 Freund Al. KXX; Lainz 14.9.1871 Freund Fr.Fenzl; Wien 24.9.1871 Cousin und Cousine Vinzenz und Josefine A. [Arrigler?]; Innsbruck 1.10.1871 Vetter Adolf; Zara 13.10.1871 Vetter LoXX; Salzburg 1.12.1871 Anna Lanser; Wien 12.4.1872 Freund Kaserer; Mödling 12.4.1872; mit Umschlag Salzburg 10.10.1872 Wappensiegel Weiß (?); Salzburg Januar 1873 Goldene Hochzeit von Alois und Therese Spängler, gedruckte Einladung und Brief „Aloys“ Spängler u. Therese; Wien 27.9.1874; Wien 19.7.1878. – Bei diesen Briefen wurde bei den anderen Jahreszahlen keine Verweise geschrieben. - Ohne Ort und Datum. - [„1“] Briefumschlag (Stempel Salzburg 20.2.XX) „Sr. Wohlgeboren Herrn Dr. Franz Xaver Späng[ler] k.k. Landesgerichts Auskultant zu Salzburg.“ [Briefmarke herausgeschnitten] mit mehreren Briefen von Rudolf Handel = Freising 17.9.1865 Verehrtester Freund... Ihr aufrichtig ergebener Rudolf Handel; Linz 30.3.1866 (1,5 Bogen); Linz 19.4.1866 Lieber Dr. Spängler... Ihr ergebener Rudolf Ha[ndel]; 19.6.1866 Verehrtester Freund...; Freising 26.10.1866 Verehrter Freund... Ihr ergebener Frd Rudolf Ha[ndel]; Linz 10.12.1866 Lieber Doktor Spängler... (1,5 Bogen); o.O.u.J. Verehrter Freund.... – [„2“] Briefumschlag (Stempel Salzburg 19.1.XX; rotes Siegel) „Sr. Wohlgeboren Herrn Franz Xaver Spängler der Rechte Doktor, und k.k. Landesgerichts Auskultant zu Salzburg.“ [Briefmarke herausgeschnitten] mit mehreren Briefen von Rudolf Handel = Linz 14.7. o.J. Verehrtester Freund...; 20.2.1867 Mein verehrter Freund...; Linz 4.3.1867 Verehrter Freund... Ihr ergebener Rudolf Handel; Linz 21.4.1867; 5.7.1867 Lieber Freund... Ihr aufrichtiger Rudolf Ha; Freising 30.10. ohne Jahr; Linz 17.6.1868. – [„3“] Briefumschlag (Briefmarke mit Stempel herausgeschnitten) Herrn Dr. Franz Xaver Spängler k.k. Landesger[.] Auskultant Wohlgeboren Salzburg.“ [Briefmarke herausgeschnitten] mit mehreren Briefen von Rudolf Handel = o.O.u.J. ...Ihr ergebener Rolf Han; mit Trauerrand 5.1.1870 ...Ihr ergebener Freund Rolf Han; 14.1.1870 Lieber Doktor...; Linz 19.1.1870 blaues Papier, „Herrn Baron Seiller zur Einsicht.“; 31.12.1870; beigelegt gedruckte, kleine „Einladung zum Abiturienten-Valete im Kaserer-Hof am 5.August 1858“. – Bei den Handel-Briefen wurde nur ein Verweis bei 1865 geschrieben [„mehrere Briefe 1865 bis 1870“]. Über Handel habe ich bisher nichts gefunden. - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Julius Ritter von #Plazer.
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| − | === 1861 ===
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| − | Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 14.4.1861 bis 1.7.1861 und vom 7.4.1862 bis 16.7.1862; insgesamt 15 Briefe, 1 Umschlag nach Wien.
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| − | siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“
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| − | Brief von (Nr. 18 a) Otto Spängler, 1841-1919, an die Mutter (Nr. 37) Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, und an den Bruder (Nr. 18) Franz Xaver Spängler, 1839-1912 (liegt bei den Kobler-Spängler-Briefen, Bündel „1858 bis 1862 und 1870“)
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| − | Meiner lieben Mutter Frau Antonia Spängler Salzburg. dG. [durch Güte, d.h. wohl durch Boten]
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| − | [Briefbogen mit Prägestempel „O.S.“]
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| − | Wien am 24 Dezember [1]861<br />
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| − | Meine Theuren! (Liebstes Mutterl! Liebster Franz!)<br />
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| − | Es ist der heilige Christabend; und ich will und kann denselben nicht vorübergehen lassen, ohne an dem Abende, den ich noch Jahr für Jahr an der Seite meiner guten Mutter zubrachte, doch wenigstens schriftlich mit jenen Wesen zu verkehren, dessen Liebe und Zuneigung in allen Verhältnissen und, wenn auch alles andere vergeht, stets gleich und unverändert bleibt. Der liebe Gott fügte es so, daß ich an dem ersten Christabende, den ich außer Haus zubringe, manche Freude erlebte. Hören Sie einmal! Morgens um 9 Uhr war mir die größte Freude zutheil, ich erhielt Ihren und meines lieben Franz‘s Brief, für den ich Ihnen sehr danke. Um 11 Uhr kam ein Brief vom Alberti, der mich auf den Freitag zum Speisen einlud. Um 1 Uhr brachte mir der Hausmeister ein Paquet, und als ich dasselbe öffnete, war von unbekannter Spenderin ein allerliebster, kleiner mit allen möglichen Kleinigkeiten behängter Christbaum darin, der ein wahrhaft niedliches Aussehen gewährt. Um 2 Uhr war ich vom Bürgermeister Mertens zum Speisen geladen, wo wir trotz des Fasttages sehr gut aßen und tranken, dann in ein Kafeehaus gingen. Und 6 Uhr sind wir bei Fenzl geladen, und jetzt um ¾ auf 6 Uhr sitze ich eben dabei, um Ihnen noch zuvor dieß alles zu schreiben. Wenn ich von Fenzl werd zurückgekehrt sein, werde ich darüber Bericht erstatten. – Fortsetzung um 10 Uhr Nachts - Nur um meinem Versprechen getreu zu bleiben, schreib ich noch vorm Schlafengehen wenige Worte und zeige Ihnen an, dß ich einen sehr schönen Schal weiß und schwarz quarirt, und die Fotografie der beiden Knaben erhalten habe. Es war ein sehr schöner und mit glänzenden Sachen geschmückter Baum; und ich muß gestehen so gemütlich, dß ich einigermaßen für die Entfernung der Heimat entschädigt bin, so gut es eben sein kann. Und nun gute Nacht, liebs Mutterl, es ist die stille Heilige Nacht! – Weihnachtstag, um ½ 6 Uhr Abends. Heute Mittag also war ich bei Guttenberg geladen, wo ich sehr gut speiste und wo sich alle angelegentlich um Sie erkundigten und Sie herzlichst grüßen lassen; zugleich erfuhr ich auch von Rosa Petz, die nach dem Essen etwas heraufkam, dß der Christbaum von ihr und Ludmilla sei und dß sie mir ihn sandten, weil ich allein wäre und sie mir auf diese Weise einen Ersaz für die Heimat diesen Christbaum geben wollten. Um 6 Uhr gehe ich jezt dann zu Lacroix und beschließe dort den Hl. Christtag. Noch um eines möchte ich Sie dringlichst bitten, dß Sie für Zenta Guttenberg einen Klozenstruzen [Kletzenbrot] machen. Der Onkel und die Tante essen es für ihr Leben gern und hier gibt es keines; und sie sind wirklich so unendlich liebevoll und freundlich, dß wir etwas schon thun müßen. Und nun adieu, jezt geh ich zu Lacroix! – Stefanitag, Morgens 8 Uhr. Guten Morgen, meine lieben; Heute Morgens wenige Minuten nach 12 Uhr kam ich nach Hause, ich unterhielt mich gottvoll; wir hatten eine grandiose Jause zu Ende des Weihnachtstages; es war auch Lotti Partenau da. Die Frau von Lacroix läßt dich grüßen, lieber Franz und dir sagen, dß es ihr sehr leid war, uns damals nicht vorlassen zu können; sie war nicht angezogen. Im nach Hause gehen wollte mich Tante Guttenberg auf heute, also 2 Tage nacheinander zum Speisen wieder einladen, aber ich bin ja bei Alberti schon geladen. Sie lud mich für heute Abends ein, und für Sonntag oder Neujahrstag wieder zu Mittag. – Da ich vor Neujahr nimmer dazu kommen werde, Ihnen zu schreiben, so sende ich Ihnen dießenmal meine beßten Wünsche. Liebste Mutter seien Sie überzeugt, dß Dankbarkeit und Liebe für Sie lebendig in meinem Herzen wohnen, dß ich den unendlichen Werth einer so guten Mutter zu schätzen weiß, und dß täglich mein erstes Gebet für Sie, liebstes Mutterl, um auch langes und glückliches Leben zum Himmel steigt. Bewahren auch Sie mir diese zärtliche Mutterliebe, mit der Sie mich jezt umfangen halten, ich will nach Kräften mich derselben werth machen. Auch du, lieber Franz, wirst von meiner aufrichtigsten und innigsten Liebe zu dir überzeugt sein, und ich kann dich versichern, dß du trotz der vielen Vergnügen, die ich genieße, mir unendlich abgehst. Und sollten wir uns auch in bälde trennen müßen, bleibe mir auch dann der selbe liebende hilfreiche Bruder, der du mir während der vielen Jahre die wir jezt zusammen sind, warst. Auch meiner guten Therese alles Glück und herzliche Grüße zum neuen Jahr, und es begleite uns alle am Ende des alten und auch im neuen Jahre der Schutz des Allerhöchsten, er walte gütig über eine Familie, die wenn auch klein, doch durch Eintracht und Liebe glücklich ist. Dieß ist der Wunsch und das Gebet Ihres Sie beide innigliebenden Otto. 26/12 – An alle alles Schöne, so wie alle Bekannten dich lieber Franz vielmals grüßen. Deine Grüße an Rose Plachetka etc. soll ich alle erwiedern. Schreiben Sie mir bald, recht bald; noch vor Neujahr!
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| − | Mertens = Heinrich Ritter von Mertens (1810-1872), kaiserl. Rat und 1861-1872 Bürgermeister von Salzburg; Familien Fenzl, Guttenberg und Plachetka mehrfach in den Briefen als enge Bekannte und Freunde in Salzburg genannt. Lida, geb. Plachetka, verh. Guttenberg, ist zudem eine enge Freundin von Fanni Schlegel, der späteren Frau des Bruders Franz Spängler; Therese ist hier wohl die Hausangestellte in Salzburg. – Franz Spängler und Franz Plachetka schreiben 1862 zusammen an einer Schülerzeitung [Studenten- /Faschingszeitung?]. – #Petz: Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Rosa Petz (Wien 1861)
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| − | === 1862 ===
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| − | siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“
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| − | 25.6.1862, Brief ohne Umschlag von [Nr. 18] Franz Spängler (1839-1912) aus Wien an die Mutter Antonia Spängler [Nr. 37] (* 1803; † 1882; der Vater ist bereits 1854 gestorben): Liebste Mutter! Wie Sie hoffentlich d[urc]h meinen Brief erfahren haben, habe ich die Staatsprüfung glü[c]klich bestanden, u. zwar mit Auszeichnung aus 3 Gegenständen, aus dem bürgerlichen Gese[t]zbuche, u. dem Verfahren in und außer Streitsachen, auch aus dem Strafrechte hätte ich sie bekommen, wenn nicht der Prüfungscommissär so streng am [auf dem] Wortlaute bestanden hätte. Ich bin sehr froh d[a]ß sie glü[c]klich vorüber ist, u. wünsche nur, d[a]ß auch die andern Prüfungen u. Rigorosen ebensogut vorübergehen. Ich hoffe auch, dß Sie mit dem Resultate zufrieden sein werden; mich freut es, dß ich auch hier ein glükliches Resultat erreicht habe, u. wünsche, dß mir das Zeugnis auch für die Zukunft von Vortheil sein dürfte. Den Abend nach der Staatsprüfung (denn ich hatte sie von 4-7 Uhr) brachte ich bei Gut{t]enberg recht angenehm zu; auch bei Plachetka war ich noch am selben Abend; sie waren alle sehr erfreut über das Resultat; ebenso bei Gengl [?], wo ich noch am Abende vor der Staatsprüfung eingeladen war; ich habe es doch angenommen, weil ich mich wirklich sehnte zwischen den Stunden wo ich studierte, eine kleine Abwechslung zu haben, die le[t]zten 14 Tagen seit Pfingstmittwoch habe ich sehr fleißig gearbeitet, um die Gegenst[än]de nochmals zu wiederholen; doch fühlte ich mich recht wohl, und d[urc]haus nicht angegriffen; ich habe mir ja nebenbei immer einige Erholung gegönnt, und mir nichts abgehen lassen. – Daß Böhm [?] plözlich wieder nicht kommt, hat uns sehr überrascht; er hätte es wirklich etwas früher uns mittheilen können; denn das hätte er ja früher auch sich schon überlegen können. Wir hatten schon die Bettstelle aufstellen lassen und alles hergerichtet, ihm auch eine Schublade ausgeräumt. Ich habe aber seine übrigen Aufträge noch nicht vollführen können, da ich die betreffenden Studierunden noch nicht sah, ich werde es aber ehestens thun u. kann es mündlich nicht sein, so thue ich es schriftlich. Ich bitte ihm das einstweilen mitzutheilen. – 25/6 1862 Abends. – Nun zu den Hauptgegenständen meines heutigen Briefes. Erstens, da ich durch die drei Auszeichnungen bei der 2. Staatsprüfung die gesetzlichen Bedingungen erfüllt habe, um im Juli noch die 3te Staatsprüfung zu machen, so war ich heute bei Ministerialrath Thomaschek, dem Präses der betreffenden Commission, u. bat um Zulassung zu denselben im Juli, ich werde also hier bleiben bis Ende Juli u. werde fleißig studieren, um die drei Gegenstände der Prüfung zu vollenden; sollte ich für die hiesigen Anforderungen mich aber nicht gewachsen fühlen, so mache ich sie in Innsbruck, wo ich für diesen Fall d[urc]h Otto [der Bruder] habe Vorbereitungen treffen lassen. Ich bin dann auf diese Art ganz fertig und kann dann mit ganzem Eifer für die Rigorosen arbeiten. Ich hoffe dß Sie diesem Plan Ihre Zustimmung geben; dann seze ich ihn durch, so ist es mir ein großer Vortheil; u. was mein Befinden anbelangt, so kann ich es schon unternehmen, noch die 4 Wochen fleißig zu arbeiten; ich fühle mich ja nicht im geringsten erschöpft u. sollte es sich zeigen, dß ich ohne zu große Anstrengung nicht fertig werde, so kann ich noch immer jeden Augenblick zurücktreten. – 2tens. Ich war heute auch bei Minister Lasser mit meinem Zeugniße; er war sehr freundlich, gab mir den Rath, doch lieber zur Justiz zu gehen, u. gab mir seine Karte mit der Anweisung an 2 Ministerial-Räthe des Justizministeriums, von denen ich alle nöthige Auskunft erhalten würde, wo ich am ehesten mit Aussicht auf ein Adjutum [Referendariat] unterkommen könnte; zu diesen konnte ich aber heute nicht mehr gehen, ich werde aber morgen od. übermorgen hingehen, u. Ihnen entweder noch in diesem od. im nächsten Briefe berichten, damit wird dann noch ein Brief an Hrn. Finanzrath Barchetti [später, 1886, eingeheiratet in Spängler-Verwandtschaft, Bank-Linie] [.] – 3. Auch werde ich Ihnen ein Gesuch an die Landesregierung sammt einer Abschrift des Zeugnißes schiken, worin ich um den Fortgenuß des Stipendiums bitte. Ich bitte Sie dieses dann zu überreichen, u. falls außer dem Zeugniße noch Belege nöthig sein sollten es mir sogleich zu schreiben [.] NB. Das 1. Verleih[ung]sdekret werde ich etwa auch mitschiken. – 4. Wenn Sie also meinen Plan wegen der 3. Staatsprüf[un]g, wie ich nicht zweifle, genehmigen, so bitte ich Sie mir den noch oben befindlichen Junicoupon sowie den bald fälligen Julicoupon zu schiken, u. ebenso bitte ich um das Monatgeld für Juli; mein Bargeld ist nämlich nicht reichlich mehr; u die 70 fl Obligationen die ich noch habe, könnte ich diesen Augenblik nur mit Nachtheil verkaufen. – 5. Bei Franz Spängler [Franz Seraphin Spängler, 1837-1913, älterer Cousin; Landgerichtsrat in Salzburg] bitte ich zu sagen, dß ich heute mit Herrn Prälaten gesprochen, der mir sagte, dß er in der Angelegenheit der Gabriele mit Min. Lasser geprochen, u. dß er Hoffnung auf ein günstiges Resultat habe. – Wie ich heute aus einem Briefe der Frau v Dresler [?] entnahm, erwartete sie schon heut einen Brief von mir; ich habe doch am Samst[a]g d[urc]h meinen Collegen Hefner Ihnen einen Brief geschikt, den Sie wie es scheint dienstags noch nicht hatte, während Sie ihn doch hätten Sonntags schon erhalten können. – Er wird hoffentlich einstweilen in Ihre Hände gekommen sein. – Den Augenbalsam werde ich kaufen, u. da es, ihn selbst mitzubringen, zu spät sein dürfte, ihn bei nächster Gelegenheit schiken [.] – Wie kommt es dß Lürzer Otto [Cousin?] heute sobald fertig wird? Was wird er im nächsten Jahre machen? Was u. wo wird er studieren? – 26.6. Ich konnte leider die beiden Ministerialräthe heute nicht XXXchen; da ich aber den Brief doch abschiken möchte, so behalte ich mir für’s nächste Mal vor, Ihnen das Resultat zu schreiben. Wie gesagt bitte ich also um baldige Antwort; damit ich bis 7.es wegen des Quartiers auch weiß; denn ginge ich fort, so würde Weiß die 2.Hälfte des Juli zu Sparge [?] ziehen, damit dieser nicht allein das Quartier zahlen muß. An alle Bekannten alles Schöne; von meiner Unterred[un]g mit Min. Lasser bitte ich weiter keinen Gebrauch zu machen; denn solche Dinge will ich nicht gern weiter verbreitet haben. – Mit der Hoffnung, Sie recht bald, längstens bis Montag einen Brief zu erhalten u sie [!] recht bald, od längstens in 5 Wochen zu sehen verbleibe ich um Ihre mütterliche Liebe u. Ihren Segen bittende Ihr dankbarer Sohn FXSpaengler
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| − | bei den Kobler-Spängler-Briefen [rot verschnürt, nicht gelesen]: Poesiebuch / Gedicht-Sammlung ohne Datum und ohne Bezugsperson, versch. Handschriften = u.a. Fastnachtsrede für Salzhausen; A.Grün; Herwegh; Körner; Hohenhausen; Blumauer; Die Kindsmörderin. – Handschriftliche Faschingsansprache Salzburg 1878; handschriftl. Faschingsfestlied Salzburg 1874; gedrucktes Gedicht Winterfeld; gedruckte Beschreibung der St.Lorenz-Kirche in Nürnberg; dito St.Sebald [gehört vielleicht zur Bayreuth-Reise 1889]; handschriftl. Schnaderhüpfl; gedruckter Studentenschwank, Wien 1862; „Aus der Heimath“ (handschriftliche Schülerzeitung [Studenten- /Faschingszeitung?]), Salzburg, Nr. 1-2, 1862 (u.a. F.X.Sp. [Spängler]; Franz Plachetka).
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| − | === 1863 ===
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| − | siehe: „Verlobung“ Sept. 1871 [Theaterzettel u.ä.]
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| − | === 1865 ===
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| − | [und ff. bis 1870] mehrere Briefe von Rudolf Handel [ein nicht näher identifizierter Freund] an Nr. 18 Franz Spängler = „Briefe 1860 ff. an Nr. 18 Franz Spängler“
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| − | === 1867 ===
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| − | Silvester, siehe: „Verlobung“ Sept. 1871 [Theaterzettel u.ä.]
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| − | === 1868 ===
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| − | „1868“ im braunen Briefumschlag (rot verschnürt) „Gemeinde-Zeitung“ von „Salzhausen“ vom 16.2.1868 (Faschingsausgabe); rosa Blatt „Fibel“ für Schulkinder in Salzhausen; Festgedicht zum 30. Jubiläum der Matura 1858; farbige „Plan-Skizze“ der Stadterweiterung von Salzburg 1861 (mit handschriftlichen Notizen) und dazu gedruckte „Randglossen“ von G.Pezolt (darin u.a. erwähnt der Dureggersche Garten unterhalb der Hohensalzburg). - Für Nr. 18 Franz Spängler ein Rechnungsbuch über Aktien, Ausgaben, Schulden usw. um 1864 bis um 1900 und extra 1911, Beträge errechnet für u.a. Otto Spängler (der Bruder), Mathias Pichler, Therese von Lürzer, „Fannis Heirathsgut“ usw. – Urkunden u.ä. = für Nr. 19 Fanni Schlegel (1848- ) „Schul-Zeugniss“ Mädchenhauptschule der Ursulinen in Salzburg in der 3.Klasse 1858/1859. – Der Mutter, „Wittwe Antonia Spaengler“, für Franz Spängler, Schüler der 5.Klasse des k.k. Gymnasiums aus einer Stiftung 200 Gulden jährlich, 1855. – Herrn Franz Spängler, Hörer der Rechte, Fakultäts-Stipendium jährlich 300 fl [Gulden] 1858. – Herrn Franz Spängler, absolviertem Hörer der Rechte, Virgilianisches Fakultäts-Stipendium jährlich 315 fl [Gulden] 1862.
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| − | === 1869 ===
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| − | 15.3., siehe: „Verlobung“ Sept. 1871 [Theaterzettel u.ä.]
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| − | === 1870 ===
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| − | Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 18.4.1870 bis 1871 und 28.12.1872; insgesamt 42 Briefe, 2 Umschläge nach Mödling.
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| − | siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“
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| − | ==== Von Antonia Spängler an den Sohn Franz Spängler ====
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| − | Brief von [Nr. 37] Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler, 1872 verh. mit Fanni Schlegel]: Salzburg den 2.10.70. Mein innigst geliebter theuerster Franz! Was wirst du dir denken das ich heute noch nicht geschrieben habe, und dir nicht einmal gedankt für die so hübsche Jop[p]e welche mir so gute Dienste leistet, ich habe sie heute in die Kirche zum erstenmahl angezogen sie steht zu jedem Kleid. Ich danke dir also recht herzlich dafür. Otto [der andere Sohn] und Louise sind glücklich hier angekommen, und grüßen dich recht herzlich. Wie gut hat es Otto das er dich nun öfter sehen kann. Die starken Stiefel werde ich dir im November [be]vor er hinunter geht schücken, so darf [braucht] man niemand fremden plagen. Otto sagte mir du siehst recht gut auß was mich sehr freut. Otto hat also die Stelle nicht angenohmen; mir ist es ganz recht, weil er zu wenig Sicherheit [für] sich gesehen, ich meine er soll jetzt so bald wie möglich die Advokaten Prüfung machen dan kann er wenigstens Advokat werden, wen wie man sagt alle Strücke reissen. Hier lassen dich eine menge Leute recht herzlich grüßen. Die Zeller ist mit Emma und Pfaundler Loni nach Ischl und geXXXden auf einige Tage. Die Stipitz ist wie ich höre in der Hoffnung. Die Ida von den Schlögelhofer ist verlobt mit den jungen Erlach. Die Betti Langer ist noch in Linz, die Frau läßt dich recht herzlich grüßen. Der kleine Otto [Otto Spänglers Sohn] spricht recht viel von dir, und die kleine Paula [Tochter] sagt auch ihn wen man sie fragt wer das ist auf dem Bild der Papa und dan frage ich ist dies Onkl Franz, dan sagt sie ja; die Kinder sind zimlich oft bey mein freunden, diese Tage seit sie zurück sind war ich so viel Oben weil es so viel zu thun gab sie hatten eben große Wasch, da gab es für die Mägde zu bügeln und ich war viel bey denen Kindern besonde[r]s bey den kleinen Max, welcher nun auch schon auf gelagt wird, und recht frezig ist. Diesen Tage war ich gar in Bertolsgrund [?], aber nicht in See mit den Fräulein Rosa Gunauer [?] welche die Frau v Danegger [Duregger?] die Fräulein Rosalie Henf und mich eingeladen hat, es war ein wunderschöner Tag, die Gegend, und die vielen Landha[ä]user wunderschön, wird haben uns sehr gut unterhalten, und gut gelebt. Die Leopoldin Spängler ist gestern mit Herman nach Kremsmünster gereißt, wo sie heute Nacht zurück kommen wird es ist ihr wohl etwas schwer angekommen, es war einmal beschloßen, und konte nicht mehr geändert werden, er ging ganz gerne. Ich bin doch sehr begierig ob Leopold Lürzer würklich seine Heußmine heurathet, es wär doch zu dum, aber die Schwester Therese fürchtet es, den er thut sehr lieb mit ihr, mir thäte es für den jungen Leopold leid weil dieser dan um sein Erbtheil kömmt, und zuletzt noch für die Stiefmutter sorgen müßte. Lebe recht wohl mein lieber Franz noch einmal recht vielen herzlichen Dank für die so hübsche Jacke. Sey recht innigst gegrüßt und geküßt von deiner dich herzlich liebenden Mutter Spängler – Otto Lovinser und die Kinder grüßen dich herzlich. Heute ist die Kepsa [Kobsa] mit den Kindern bey Sauter. – „Betti Langer/Linz“: Frau von Julius Spängler (1837-1903), verh. mit Bertha Langer [später Wien]. - „Rosalie Henf“: Frl. Rosalie Henf wird z.B. in einem Brief von Fanni Schlegel an Franz Spängler vom 6.12.1871 genannt und in „Verteilte Andenken“ an die Mutter Spängler am 10.4.1882 bedacht. - Die Rechtschreibung der Mutter Spängler ist zumeist unkonventionell und eher an Mündlichkeit orientiert. Sie schreibt durchgehend deutsche Schrift, außer bei ihrem eigenen Namen „Spángler“ und einigen anderen, die lateinische Buchstaben bekommen. - „Kobsa / #Sauter“: Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (1849-1901, Prag); offenbar gute Bekannte [und über Lürzer Verwandte, so 2015], vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u.a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (1836-1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. Sauter ( -1908) [u.a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k.Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (1835-1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k.Vizepräsident [Finanzverwaltung] (1839-1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (1849-1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (1802-1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (1800-1872) [Partezettel 1872].
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
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| − | Fanni Schlegel (* 1848; † 1905) [Nr. 19], verh. Spängler 1872, an [Nr. 18] Franz Spängler:
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| − | 5.10.1870, Brief mit Umschlag [von anderer Hand und ‚falsch’] „Frl. F.Schlögl 12 Brusle [?]“ aus Salzburg an: Mein lieber Franz! [...Dank für Brief]; Sonett habe ich gelesen und finde es sehr lieb. Was das lesen in den Hebelschen Gedichten betrifft, bin ich einverstanden daß wir jedesmal 2 Gedichte lesen, und werde damit am Samstag beginnen: Frühlingsoffenbarung und drei Bitten; schickt Fotos, Musterbilder, je 12 Stück, bringt der Mutter Spängler die Fotos, auch meiner Großmutter [Kobler] und meinem Vater [Richard Schlegel] [...] Minna ist bei Lida, und ich soll nun auch hinüberkommen [...] Großmutter grüßt dich. Lebe recht wohl und behalte mich lieb. Mit herzlichem Gruß und Kuß deine Fanni. - undatiertes Foto Fanni Spängler und Lida Guttenberg (im schwarzen Kleid)
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| − | ==== Antonia Spängler an Sohn Franz Spängler ====
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| − | Brief von [Nr. 37] Antonia Spängler an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler]: Salzburg 12.10. [1870]: Mein innigst geliebter Franz! [darüber auf dem Kopf mit kleiner Schrift von Hand des Bruders Otto Spängler: Über Reisigls Angelegenheiten nächstens. Unser Zins wird am 1.November längstens bezahlt werden.] Wie wirst du gestaunt haben wie du den Partezetel von Bruder Franz [Lürzer von Zehendthal; siehe unten] erhalten hast. Es war mir noch nicht möglich zum schreiben zu kommen theils kommen zu mir viele Leute und anderseits war ich bey Lürzer. Denke dir wie dieses schnell gegangen ist. Am Sonntag war Franz noch wie sonst an jeden andern Tag er aß alles Trank ging kurz. seinen gewöhnlichen ganz am Sontag Nachmittag waren die Joseph Spängler Familie dort sogar die kleine Lisa wo er sich gut unterhielt, er spielte noch auf die Nacht mit Marie wie gewöhnlich, ging ins Bett schlief bis ½ 1 Uhr da weckte die Marie ihre eigne Husten auf, sie hörte auch den Franz Xxtzen [ächzen] sie fragte ihn ob er etwas wolle, und er sagte er habe eine Beklemmung auf der Brust sie stund sogleich auf gab ihm die Kirschlorben [?] Tropfen, er sagte dan er wolle auf den Nachtstul, sie legte ihm die Strümpfe an und half ihm herauß den Bethen wurde beangten [?], sie schückte um den Doktor und um die Buigen [?], er sagte dan sie mögen ihm den Tisch näherrücken damit er sich auf lehnen köne, er zündete noch selbst das Licht an half sogar noch den Tisch neher rücken. eine Minute darauf machte er einen Rück mit dem Kopf zurück, und weg war er es erreichte ihn kein Doktor noch Geistlicher das ganze dauerte einige Minuten höchstens eine halbe 1/4 Stund. er starb ohne allen Kampf, Otto welcher 8 Tage früher kommen wußte in der Nacht gar nichts erst am Morgen weckten sie ihn und sagten es natürlich auch u auch ich es erst am Morgen. Du kannst wohl denken wie wir alle empfanden. Die Pezi schläft bey uns die Maria bey Spängler ich ging mit den Begrabnüß und Gottes dienst. – Lebe recht wo[hl] für heute habe ich nicht recht Zeit zum schreiben deine treue Mutter. - - [Rückseite mit Ottos Schrift:] Lieber Franz! Nachdem die Mutter dir über den erschütternden Todesfall des Onkel Franz geschrieben, füge ich nun noch geschäftliches bei. Ich habe am 1.Oktober für dich behoben [Aktiengewinne]: 1 Coupon/ RudolfsbahnXXXrität in Silber – 7.50. – 1 „/ Siebenbürger oder Ungar(ich weiß nicht mehr) 5.- - 6 „/ Silberrente à 2.10 = 12.60; [zusammen:] 25.10 – Hiervon in Silber ab für die Mutter 9. – bleibt Silber – 16.10 oder mit 22 % Agio in Papier – 19.64. – Interesse von Spängler Gewölbe 10.- Darlehen von Tante Therese 21.- Summe der Einnahmen: 50.64. – Ausgaben: An mich abbezahlt 20.9. – 30.- - Zinsen von 50 Xr. für 1/8 – 20/9 - -.34 (Rest 20 Xr.) – Za[h]le Mutter Monatgeld 10.- - Za[h]le an mich ab 1/10 – 3.- Zinsen von 20 Xr. für 20/9.-1/10 – 3.- (Rest 17 Xr. mit Zins vom 1/10 70 – Joppe Kaufschillingsrest – 6.25 – [zusammen:] 49 tl 62 Xr. – 50.64 [minus] 49.62 – Rest 1 tl 02 Xr. (vorhanden Kasse). – Von Louise die herzlichsten Grüße; es hat uns innigst gefreut, mit dir so viel zusammen sein zu können; ich danke dir für alle Freundlichkeit. Leopold Spängler läßt dich fragen, ob du seinen lezten Brief erhalten hast? Wäre es ganz unthunlich, für den fall meines öfteren Reisens nach Wien bei dir in Mödling am Kanapee schlafen zu können? dein Otto. - Maria (Marie) Anna Spängler heiratet Nr. 37 a Franz Lürzer von Zehendthal, „k.k.jubilirter Bergwerks-Inspector“. Sie ist gest. 15.11.1880 (61 Jahrer alt; Partezettel mit und ohne Foto) und er im Oktober 1870; sie liegen zusammen mit einer Anna Lürzer von Zehendthal, die 1866 stirbt, auf dem Salzburger Petersfriedhof begraben [nicht unsere Linie]; Grabsteine am Aufgang zu den „Katakomben“. Kinder sind Josefine und Otto.
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| − | ==== Antonia Spängler an Franz Spängler ====
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| − | [Brief von Nr. 37 Antonia Spängler an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler]: Salzburg 13.11.70: Mein innigst geliebter Franz! Schon wider vergingen einige Tage bevor ich dazu komm dir zu schreiben, ich weiß es selbst nicht wie es kömmt, aber bey Otto war alles der Reihe nach krank, da war ich viel Oben, und diese Zeit wo ich zu Hauße bin, habe ich für uns wider einiges zu thun was sich nicht aufschieben läßt. Otto ist dermalen noch immer unwohl an Halsweh. Konnte daher gar nicht nach Wien gehen. Wir freuten uns schon das du hättest mit Otto zusammen kommen können, und er mir sagen könte, wie er dich außsehen findet, ich bin immer so sehr erfreut wen dich Leute gut außsehen finden. ich bin außer einen starken Strauhe [die Strauchen, Katarrh, Schnupfen], welche ich bey deren Kindern erwischt habe ganz wohl. Die Lini war auch schon unwohl, da mußte unsere Kathi sehr viel oben sein, und so vergeht die Zeit so schnel. Diese Tage war ich mit den Zellner bey Eschenloon, die Mädchen waren bey Plachetka auf Besuch, somit war sie allein, und lud mich ein, es war ganz angenehm. Die Sattler wäre auch geladen geweßen wen sie nicht hätte von Swim[?]verein auß, hätte mit der Leiche den Branntspektor [?] Schmit gehen. Die Tage allen Heil eX waren sehr traurig und öde, die Lürzer hat immer noch Husten, und darf nur wenig außgehen, daher sie auch oft sehr Melancholisch ist. Ich konnte wenig auf die gottesacker gehen weil ich eben damals gar sehr die Strauhe hatte. Die Witterung war grenzenloos schlecht. Max war auch sehr leidend an Zahnwehen und Cartahr. Die Sachen gabuinden [?] wurde heute zum 2ten mahl verkündet mit den Consipianten Huber bey Gestimme [?]. Wen sie nicht neue Zulagen von Hauß bekommt, so darf sie schauen darauß zu kommen den es ist keine Kleinigkeit was man braucht um zu leben. Es wird dir ganz angenehm sein das Ludwich Sauter in Wien ist, den er ist ein ganz netter Mann lebt das Kind von Emil guttenberg? Die Lürzer hat ihre Pension noch nicht erledigt bekommen, hoft es eben alle Tage. Die Pepi will nun wieder vormund um die Prebende [Präbende, Pfründe] bitten. Vielleicht erreicht sie dieselben würdest du vielleicht gelegenheit haben zum Minister Taffe mit dem Bittgesuch zu gehen und zu bitten weil er um die ganze Sache recht gut weiß. Die Lürzer wird dir selbst schreiben. / auf den 17 en lasse ich für den Paten eine heil Meße lesen ich denke um Pathe auch für die Eltern lasse ich dieser Tage eine H Meße lesen. Dieser Tage habe ich die Duregger Familie Nachmittag geladen und am nächsten Dienstag die Zeller mit ihre Leute. für Carl Spängler lag kein Conte in meinem Brief bey. Ich heitze schon seit Mitte Oktober ich mache schon wieder Frühstück in meinem Ofen, Jause und Nachtsupe, es thut mir so wohl ein warmes Zimer. Lebe recht wohl mein lieber Franz: sehen wir uns auf Weihnachten? Es küßt und segnet dich im geiste deine treue Mutter Spängler / alle Bekante grüßen dich recht herzlich, der kleine Otto spricht oft von dir. - „die Lürzer... Pension“: Marie Spängler, verh. mit Nr.37 a Franz Lürzer von Zehendthal, -1870 (siehe vorhergehenden Brief). - „Ludwig Sauter“, siehe Brief vom 2.10.1870.
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| − | ==== Dr. Otto Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Dr. Otto Spängler [Nr. 18 a; 1841-1919; verh. mit Aloisia [LOUISE] Duregger, 1846-1915], Salzburg, später Direktor der Salzburger Sparkasse und Gemeinderat, ein Bruder von Franz Spängler (Nr. 18, 1839-1912), an Franz Spängler: 13.11.1870; fügt eine Abrechnung an, wohl über Zinsen u.ä. von Aktien, die er für seinen Bruder verwaltet (siehe unten) - 24.11.1870: Weihnachten in Wien oder Salzburg, kommt wohl vorher nach Wien zur Generalversammlung der Forstbankaktionäre; Entschädigung für Wasserleitung; „einen schönen Gruß und Busserl vom kleinen Otto“ (ein Sohn, geb. 1868) - 23.12.1870: Franz kann also zu Weihnachten nicht nach Salzburg kommen; hat sich mehrmals mit Franz in Wien getroffen; kauft neue Vorhänge für die Mutter, Mutter hat gegen die Gabe „protestiert“, da sie von Franz eine „schöne Joppe“ erhielt [die Brüder unterstützen die Mutter, und Otto rechnet ab]
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| − | ==== Antonia Spängler an Sohn Franz Spängler ====
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| − | [Brief von Nr. 37 Antonia Spängler an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler]: Salzburg 24.11.70: Mein innigst geliebter theuerster Franz! Es wird nun schon wieder 10 Tage sein seit ich dir zum letzten mal geschrieben habe, aber ich will heute schreiben damit du öfter Nachrichten von uns bekömmst wir sind dermalen gottlob wieder alle wohl. Die Kinder gehen wieder alle auß da die Wittrung so milde ist. Ich heitze nun im kleinen Öferl zum Frühstück Jause und abendsupe mit kleinen Stückchen Holz und habe viel die Fenster offen. Wir werden diese mülde Wittrung gut im Holz mercken, was ich sehr froh bin. Die Lürzer wird wie sie durch Chiari gehört die 333 Münz [Pension] bekommen weil er nicht den Kriegsrathstitel führte sie will noch in gnaden Weg eingeben um Erhöhung Chiari glaubt für die Pepi wird der gnadengehalt gut außfallen. Sie wissen nur nicht ob sie zuerst für die Pepi um die gnad eingeben sollen, oder für sie um Erhöhung. Lürzer Otto glaubt zuerst für die Pepi, ich weiß nicht, waß sie thun. Um die Prebende geben sie auch jetzt ein. Nun scheint die Frau doch ruhiger zu sein, sie nimt doch wieder an XXX theil, sie spielt auch wieder, es ist doch kurzweiliger. Otto wird nun wohl die 400 fl [Gulden] bekommen, was auch gut wäre dan wird er der Mutter 10 fl im Monath geben, was auch beßer ist, es muß halt eins zum anderen helfen. / Ich danke dir recht herzlich für deine guten Wünsche zum Hochzeits tag ich verbrachte denselben wie jeden anderen Tag Abends war ich bey Otto zum Essen und dann gingen wir zu den Duregger hinab. Den Xaveritag ist um 10 eine heil Meße im Domm für den Paten mache auch du deine Meinung, bis zu deinem Nammenstag schreibe ich wieder. Du hast es in deinem letzten Brief in zweifel gesetzt ob du um Weihnachten kömmst dies thäte mir sehr leid, weil ich mich schon so sehr auf dich freue, je nun wie gott will möge er es fügen - - Wens nicht sein so muß man es auch ertragen - - -. Wegen Rußland hoffe ich, haben wir nichts zu fürchten, sie werden sich wohl vergleichen. / geß[t]ern warn 3 Spänglermädchen bey mir Nachmittag wo wir der Lürzer ihren Namenstag feyerten auch die F Rosalie [Henf] war Abends da, zum Schluß wurd ich Abends Duregger zum Essen geladen bis ½ 8 Uhr wo dann alles außeinander ging Fräulein Rosalie ging dann auch zu Duregger. Heute war ich bey Hofrichter Spängler mit der Lürzer Pepi, wo es recht angenehm war, dan spielten wir noch bey Spängler Tarok wo die Lürzer auf die Pepi wartet, um 7 Uhr ging ich zu Hauße und nun habe ich an dich lieber Franz geschrieben. Lebe nun recht wohl mein lieber guter Franz sey recht inig gegrüßt und geküßt von deiner dich herzlich liebenden Mutter Spängler / Von allen Bekanten recht viele herzliche grüße. - „Hofrichter Spängler“: Joh.Peter Maria Spängler (1792-1837) war Hofrichter des Stiftes Nonnberg in Salzburg; vielleicht ist die Familie seines (einzigen) Sohns Anton Spängler (1831-1913) gemeint (so ebenfalls in einem Brief von 1885).
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| − | [Brief von Nr. 37 Antonia Spängler an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler]: Salzburg 1.12.70: Mein innigst geliebter theuerster Franz! Ich habe dir schon das letzte mahl versprochen dir zu deinem Namenstag wieder zu schreiben. Lieber Franz nim heute die herzlichsten aufrichtigsten Wünsche gütig an, und sey versichert, das mir dein Wohl und Weh immer recht nah am Herzen liegt, das ich recht oft für dich bethe, das dich der liebe gott recht glücklich werden lasse. – das Sein Göttlicher Segen immer bey dir verbleibe, - und das du so leben mögest, daß du für Zeit – und Ewigkeit gesichert seyst, der lieben gott wolle meine heißen Wünsche [...]. [über der Anrede, auf dem Kopf:] Kathi küßt deine Hände und wünscht alles gute zum Nammenstag. Denke dir ich kaufe öfter einen kleinen theil ein XXX XXX, wo man heuer auf den Mark bekömmt. / Das Nammensfestgeschenk bekömmst du zusammen zum Christkind – kömmst du so gebe ich dir es selbst – wo nicht so schücke ich es dir. Der kleine Otto läßt dir auch alles gute Wünschen, der war gestern mein Gast, Otto und Louise waren in Werfen und da habe ich ihn für einen Tag eingeladen, was er sehr wohl schon versteht, er spricht alles und weiß sich sehr gut außzudrücken, gestern sagte Otto bey Tisch: wen Onkl Franz kömmt dan lange dableiben, nicht gleich fortgehen, dan sagte ich ob ich dir es schreiben soll, dan sagte er, Otto auch schreiben, mit den Papa. Denke dir lieber Franz die Sauter in Inspruck war dieser Tage auf den Tod krank an einer Lungenentzündung es geht aber Gottlob beßer. Die Ida Schißl war so freundlich uns täglich durch eine Corespondenz-Karte uns das fortschreiten der Beßerung anzuzeigen gestern kam keine, daher hoffe ich sicherlich sie fand es nicht mehr für nöthig, jedoch heute erwarten wir schon eine es ist möglich ich gebe den Brief erst morgen auf, vieleicht kan ich dir dan das Befinden noch hinein setzen. Eduard Spängler ist bey der neuen Montan geselschaft nicht untergekommen, es ist glücklicherweise, in Hallstatt ganz zufrieden, und kann daher leicht zuwarten, bis etwas beßeres kömmt. Sie haben einige Beamte entlassen, und keine neuen angestellt. Otto ist gestern Abends wieder von Werfen zurück gekommen war in der Rückfahrt 3 Stund auf den Weg mit Halhofer beysammen er fuhr dan mit ihnen nach Hallein, wo diese dan nach Salzburg fuhren und er wieder nach Hauße ging. Heute haben wir den ersten Wintertag, aber in diesem Augenblück sehr schön, und heiter. Gestern war ich mit den Duregger, und Emile und Henf Rosalie in Kreutzbrückl zur Jause. Es war ganz angenehm. Ich soll dir von so vielen Bekannten zum Nammenstag alles Schöne bringen, besonders Fräulein Rosalie Spängler Lürzer Alois Spängler, Stipitz, Anhl [?], Otto. Lebe recht wohl noch einmal meinen Segen über dich, und alles was dein ist. Es küßt dich mit iniger Liebe deine treue Mutter Spängler. [auf dem Kopf:] Den 2.1. Nachricht ist keine gekommen von Inspruck. - Der „kleine Otto“ Spängler ist im Juni 1868 geboren, also zweieinhalb Jahre alt. – „#Sauter Innsbruck“: Andreas Sauter (1802-1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (1800-1872) [Partezettel 1872]; vgl. in Wien den „Vetter“ Ludwig Sauter; siehe Brief vom 2.10.1870. – „Eduard Spängler“ (1839-1883), ein Neffe der Mutter Spängler (Eduard Spängler wohnt zeitweise Alter Markt Nr.2 in Salzburg, eigenes Foto 2014)
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| − | Salzburg Alter Markt 2, rechts fängt die Judengasse an (Gasthof Hölle)
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| − | ==== Antonia Spängler an Franz Spängler ====
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| − | [Brief von Nr. 37 Antonia Spängler an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler]: Salzburg 9.12.70: Liebster theuerster Franz! Du wirst staunen, das Morgen schon Otto in Wien sich bewegt, ich will daher auch heute gleich schreiben, und deinen lieben Brief beantworten. Wie froh bin ich auß deinen letzten Brief wieder zu hören das es dir gut geht und [du] gesund bist, nur bedauere ich daß du es mit gar so vielen Spitzbuben zu thun hast, ich denke es wird wohl auch einmal eine andere Lage hergehen, wen einer von deinen Kolegen wegkämme, und du dann seinen Platz bekämest. Ich glaube wohl das man [sich] auch [an] dieses gewöhnen kann, aber man möchte mit der Zeit fast überal einen Lumpen sehen. Was ich sehr gerne höre daß du nun endlich ein gutes, dir angenehmes Ha[u]ß, gefunden hast, wo du doch vieleicht jede Woche einen Abend zubringen kanst, und vieleicht mit der Bahn zurükfahren kannst. oder vieleicht mit den Hern Bezürksrichter gehen- sonnst möchte mir für dich, zum Nachhaußegehen bange werden. Vieleicht findest du dort auch ein Mädchen welches dich anspricht, und dir zusagt? ich bin begierig, ob ichs errathe- - - Auch bey uns war der November größtentheils schön, mit 1 Dezember hat der Winter fest, begonnen, die Schlitten fahren schon über und über, wen auch noch nicht so viel Schne ist, das der Weg gut gut ist, aber es muß gefahren sein. Wie ist es den mit deinem hieher kommen? auf Weihnachten das es mich unendlich freut wen du komen kannst weißt du, wen es aber durchauß nicht sein kann, so muß ich mich halt auch fügen. Die Lürzer hat nichts in den Händen wegen ihrer Pension, währentdem die Wahlhüselstätter die Pension schon im Vorigen Monnath schon erhalten hat. Ich glaube schon es liegt schon lange hier, aber der Wamhe [?] ist gar so beq[u]em, vieleicht bekömmt sie es dieser Tage. Die Lürzer läßt dich recht schön bitten zu thun was möglich ist wegen der Pepi. Ich hoffe lieber Franz du machst es mir zu wissen durch Otto ob du kömmst, da Otto ohnedies vieleicht 10- bis 12 Tage in Wien ist wird er schon öfter an Louise schreiben du kannst auch du mir vieleicht einmal ein Zettel einschließen Was glaubst du lieber Franz? köntest du vieleicht nicht zu denen vielen Komissionen welche du zu machen hast, Handstützerln brau[ch]en? ich würde sie dir von rother und Schwarzer Wolle strücken. Bey Sautter in Inspruck geht es den geregelten gang beßer gottlob. Lebe recht wohl mein lieber guter Franz ich bethe schon fleißig für dich vergiß auch du der Mutter nicht im gebeth. Es küßt und segnet dich im Geiste deine treue Mutter die Spängler / Von allen Bekanten recht viele herzliche grüße. Otto und Paula schreiben oft an dich, bald mit Kreide bald mit Bleistift. - „ein Mädchen“: die Verlobung mit Fanni Schlegel war im September 1871.
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| − | [Brief von Nr.37 Antonia Spängler an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler]: Salzburg 23.12.70: Mein innigstgeliebter Franz! Wie leid thut es mir, daß du diese Weihnachten nicht bey uns zubringen kannst, ich freute mich schon lange auf diese Zeit, in der Hoffnung meinen lieben Franz zu sehen- aber wie es in der Welt geht, man darf sich auf nichts freuen- in gottes Nahmen, man muß sich in das unabenderliche fügen. Alle bedauern schon dein nicht kommen, beyliegend sende ich dir eine ungesottene Zunge, vieleicht kannst du selbe in deinen Ofen sieden es ist auch die Suppe dann sehr gut. Ich hoffe es soll auch die Zunge sehr gut sein aber sie muß so lange gesotten werden bis sie weich ist und gut schellen [schälen] läßt warm essen ist viel gesünder als kalt, und grumberne [Kartoffeln] kann dazu. Lasse dir selbe recht gut schmecken. Auch sende ich anliegend 5 fl damit du dir kauffen kannst was du wilst auch habe ich die Stützeln gestrückt damit du zu die Komissionen etwas warmmes hast, die Stiefl wird Otto das nächste mahl bringen die Krägen zu ändern wird sehr schwer fallen weil in der Mitte Rückwerts ein Knopfloch ist alles weg zu nehmen wird zu viel sein, ich werde sehen was sich machen laßt. Ich denke sie sind beim Bügeln in die Weite gezogen worden. Lieber Franz es ist zu viel daß du mir noch etwas kaufen laßest, da du mir ja ohnehin schon die hübsche Jophe geschückt hast. Ich danke dir recht herzlich dafür. Ich wünsche dir von ganzen Herzen recht glückliche Feyertage, und auch ein recht glückliches neues Jahr, ich denke zwar daß wir bis dahin noch schreiben aber man kann nicht gewißes sagen ziehe frei ja jetzt die Wollenen Sechel an sowol Baumwoll als auch die Schafwollsocken. Den es ist hier sehr kalt, vieleicht ist es auch dort so. Lieber Franz dir noch herzlich dankend und dir noch alles gute wünschend verbleibe ich in aller Liebe deine dich segnende Mutter Spängler – Alle Bekanten bedauern dein nicht kommen die beiden Langer haben schon verabredet wan sie dich einladen, so sagte sie mir von einer ¼ Stund. Der Kriefant [?] Minna wurde gestern Abends um ½ 9 Uhr [e]in neugemachter Mantl und eine hübsche Jophe gestollen vom Nagl an der Thür. – [Mit anderer Schrift; der Bruder Otto:] An meinen lieben Franz. Lieber Franz! Eben bei Schluß des Briefes fällt mir ein, wenn du etwa ein Klezenbrod wolltest, so bitte ich es zu vermelden; es würde mir ein Vergnügen sein, dir eins zu senden. - „Langer“: Familie von der Frau von Julius Spängler (1837-1903), verh. mit Bertha Langer [Linz].
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| − | === 1871 ===
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| − | Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr.37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 18.4.1870 bis 1871 und 28.12.1872; insgesamt 42 Briefe, 2 Umschläge nach Mödling.
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| − | ==== Antonia Spängler an Sohn Franz Spängler ====
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| − | [1871; Brief von Nr.37 Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, 1872 verh. mit Fanni Schlegel]: Salzburg 4.1.71: Mein innigstgeliebter Franz! Vor allen meinen herzlichsten Dank für deinen glückwunsch zum neuen Jahr. Möge der liebe gott alle deine Wünsche in Erfühlung bringen. Leute kammen genug mir kamm es vor, als wen die Leute wieder anfingen die Neujahr-Wünsche zu erneuern. Ich darf erst jetzt noch einige Nachzuhollen, welche erst um ½ 1 Uhr Mittag kammen unter andern auch die Hedwich Langer [?], ich war bey ihr noch nicht dort den[n] gestern und heute hatte ich noch nicht zeit. Du hast wie mir scheint den heil Abend doch gottlob ganz gut zugebracht. Bey Spängler war es auch ganz angenehm. Ich bekamm auß Scherz eine alte Hrer [?] scho[ö]n verzirt mit rothen Bändern und neue Tarokkarte ich konte beydes brauchen. ich kaufte für die Ida ein sehr hübsches Portmonn. Bey Otto bekamm ich einen sehr hübschen und warmen Schwanz seiden Gaprschen [?] welcher mir sehr gut taugt dan[n] sehr hübsche Vorhänge für das hübsche Zimmer welche mich auch sehr freuen, wen[n] du einmal kömmst dan[n] werden sie Baredizen [? z.T. latein geschrieben] ich gab der Louise so Spulben Poletirte welche sie auf den Tisch stellen und herab strüken sie hat sie sich gewunschen und ein paar hübsche Handschuhe, den großen Otto habe ich zum Siglring 5 fl dazu gegeben, und damit war es fertig, den Kindern strükte ich jeden ein paar hochrothe Strümpfe jeden 1 paar Stützerln den [kleinen] Otto kaufte ich ein Schachtel Soltaten der Paula eine Schachtel holzernes Kichengeschirr. den Maxl einen hübschen Hanswurst zum Ziehen. Am Weihnachtstag war ich zu Mittag bey Duregger geladen. Am letzten Montag habe ich sammtliche Famile nebst Schißtl [?] Nachmittag bey mir. Am Abend am Weihnachts Tag wurde ich wider bey Duregger geholt zum spillen, und am Silfester Abend war ich auch zum speisen und Punsch geladen, wo es sehr angenehm war. 5te Gestern konnte ich nicht weiter schreiben. Morgen bin ich bey der Ida für Nachmittag geladen. Heute Abends kömt Fräulein Rosalie [Henf] welche sich dir bestens empfiehlt. Gestern und Vorgestern war ich den ganzen Nachmittag bey den Kindern oben, und so vergehen mir die Tage immer zu schnell. Denke dir zu Neujahr schrieb mir die Schwester Theunser [?] das sie auf einem Au den schwarzen Staar habe, und gar nichts sieht darauf, und der Doktor fürchtet auch für das 2te Aug, die Lizzi ist sonst recht hinfällig. Es ist halt ein Kreutz, wen man alt wird. Die Sauter Charlotte ist auch sehr krank an einer Lungenentzündung gestern ist es etwas besser gegangen heute weiß ich es noch nicht. Ich hoffe zu gott, das es sich wieder beßern wird. Ist es bey Euch auch so kalt, bey uns ist es sehr kalt ich heitze den ganzen Tag und auch im außeren Zimer damit es bey uns leichter ergibt. Allen war sehr leid das du nicht gekommen bist, für den Heil Abend. Wo warst du den am Neujahrstag? Ich war bey den F Rosalie [Henf] geladen. Ich habe schon recht fleißig für dich gebethet, daß du in jeder Beziehung recht glücklich wirst. Die Stiefleten wird Otto schon mitnehmen wen er nach Wien geht die Krägen habe ich der Weitzner Pepi gegeben ich getraue sie mir nicht zu machen sie sagt sie wird sehen was sich machen läßt wird was so bekömmst du dieselben durch Otto. Lebe recht wohl es küßt und segnet dich deine dich treuliebende Mutter Spängler / Alle Bekante grüßen dich recht herzlich. - „Langer“: Familie der Frau von einem Cousin von Franz, Julius Spängler (1837-1903), verh. mit Bertha Langer [Linz]. – Den Namen „Spängler“ schreibt sie wie ihre eigene Unterschrift als Familiennamen in ihrer sonst deutschen Schrift lateinisch. – „bei den Kindern oben“: Familie des Sohns Otto Spängler, wohnt im selben Haus, Mozartplatz 4 [Salzburgwiki.at:] Das [[Antretterhaus]] am Mozartplatz Nr.4 in der Salzburger Altstadt ist das ehemalige Stadtpalais des Adelsgeschlechtes Rehlingen mit der Hauskapelle Mariae Himmelfahrt. Daran schließt das 1620 erbaute niedrige Imhofstöckl an. Der gut gegliederte Bau mit seinen zwei Höfen und dem reich gegliederten Korbbogenportal entstand in der Zeit zwischen dem 16. und 18.Jh. Die Fassaden mit den gekurvten Fensterumrahmungen stammen aus den Jahren um 1760.
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| − | ==== Otto Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Otto Spängler, Salzburg, an Franz Spängler: 5.1.1871: Abrechnung, Cassarest 14 Gulden 76; „Monatsgeld der Mutter pro Jänner 10 fl [Gulden]“. Da nach Ausgaben nur 5.99 verbleiben, bittet er um eine à conto Zahlung von 10 Gulden, von der „die Buchhandlungsrechnung und das Museum“ bezahlt werden. Der kleine Otto lässt einen Gruß schicken. - 26.1.1871: der gute kleine Max ist „nach einem kaum 24 stündigen Unwolsein an einer plözlich eingetretenen Krise in folge schweren Zahnens“ verstorben; bietet dem Bruder eine Karte für den Concordia-Ball an. - 1.5.1871: hat angefangen (nebenbei) zu studieren für die Advocatenprüfung, wird aber gestrichen, weil seine Arbeit als Repräsentant und Verwaltungsrat der Forstbank damit unvereinbar sei – man hat ihm diese Doppelbeschäftigung, „die paar tausend Gulden“ von der Forstbank nicht gegönnt; will evtl. nach Saalfelden und dort „als Hauptsache das Geldgeschäft“ betreiben. „Nebenbei“ guckt er „nicht ungern auf die Börse und habe neulich durch Kauf u. Verkauf von 50 Union baaractien in drei Wochen ohne einen Kreuzer Geld herzugeben 904 fl [Gulden] bar ausbezahlt erhalten. Wie das geht werde ich dir mündlich mitteilen“; folgt Abrechnung, Silbercoupons, 1860er Coupons, 1 Grundentlastungscoupon... 29 fl; Ausgaben: restliches Monatsgeld der Mutter pro April 4 fl, Abschlagszahlung 5 fl, Volksblatt 1 fl 40, Monatsgeld der Mutter pro Mai 10 fl. – Fortsetzung am 9.5. „hier regnet u. schneit es seit 14 Tagen ununterbrochen“.
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| − | ==== Antonia Spängler an Sohn Franz Spängler ====
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| − | [Brief von Nr. 37 Antonia Spängler an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler]: Salzburg 23.1.71: Mein innigstgeliebter theuerster Franz! Endlich gestern den 22te habe ich seit 1 Jänner, einen Brief von dir erhalten. Gottlob das nicht Krankheit ein Hindernis war Wie froh bin ich daß du dich ganz gut befindest in Mödling. Solte Otto bis 28te nach Wien gehen so sende ich dir die umg[e]änderten Krägen, und die Stiefleten durch Otto, er weiß es aber noch nicht gewiß ob er geht, die auffo[r]derung hat er heute schon bekommen, aber es hängt noch von Umständen ab, geht er, so bekömst du noch eine Corespondenskarte [teilweise latein. Schrift]. Wie bist du zur Doktor Würstl bekommen mich freut es daß sie dich geladen hat, bey gelegenheit bitte ich mich zu Empfehlen Ich wünsche dir einen recht gute Unterhaltung für Mittwoch zum Haußball Gott gebe das keine Stöhrung ist wie bey demm Haußball wo die F. Volgt gestorben ist, das muß schon erbärmlich gewesen sein. gebe nun ja auf deine Gesundheit recht obacht. Es ist schon recht wen du die Socken schückst, ich werde schon alle wieder in Ordnung bringen, jetzt strücke ich 6 paar Baumwollnen für dich, in der duld [Jahrmarkt] kaufe ich wieder für 6 paar Socken einen Zwirn, damit sie nach und nach zusammen kommen. Die 36 paare [Grade] ./ Min [?] scheint die Witterung ist hier und in Mödling so zimlich gleich, bevor [?] nun diesen Thauwetter war es hier ungemein kalt. Neue Bräuter gibt es die Meninger Susi die jüngste, mit einen gewissen Haaß, der Bräutigam ist 22 Jahre alt hat 1800 fl Besoldung bey der Bahn. Dan die Eistenen Berta mit den Offizier. Der Eduard Spängler ist hier er kömt nach Idnia, bleibt aber jetzt einige Tage hier. Die Frau von Geschnitzer ist sehr krank, so das der Chun oben schlaft, damit er gleich bey der Hand ist. Der Obervinanzrath Mühler ist auch zum sterben. Bey der Goiginger ist der kleinste Knab an Gehirnkrankheit gestorben, und heute begraben. Eine menge haben hier die Flecken auch größere Leute. Die Saulich PXXter die Mina Reinfort [?], und mehrere auch Kinder eine menge. Bey Cloner hat sie auch der große Knab. Die Sauter Charlotte ist gottlob wieder beßer geworden. Hier geht es allen Bekanten zimlich gut gottlob. Ich bitte dich lieber Franz kaufe ja keine Papiere, sondern wen du ein geld hast, so zahle lieber ab, damit du einmal schuldenfrey wirst, den jetzt ist in allen disen Geschäften ein solcher Schwindel, das einem übel werden möchte. Recht viele Bekante lassen dich recht herzlich grüßen Berger Rosalie – Zeller Bey Berger haben auch die Kinder die Flecken. Lebe recht wohl lieber Franz es bethet gewiß immer fleißig für dich deine dich treu liebende Mutter Antonia Spängler.
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| − | ==== Antonia Spängler an Sohn Franz Spängler ====
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| − | Antonia Spängler an den Sohn Franz Spängler: Salzburg den 13.2.[18]71/ Mein liebster theuerster Franz! Daß ich von dir einen Brief erhalten habe ist schon sehr lange, und wie mir scheint nimt dich der Fasching so sehr in Anspruch. Den[n] wie wir durch Pireago [?] erfahren solst du jede Woche 2 Bälle in Wien mitmachen/ das ist doch gewiß, sehr viel -/ mir wird oft recht bange für deine Gesundheit, - und ich danke den lieben Gott, wen[n] der Fasching vorüber ist, Otto und Louise sind nirgens hingegangen, die Voch [Woche] wen[n] nur einmal, auf ein paar Stunden, ins [fehlt ein Wort?] schauen. Ich bin sehr froh, das die Krägen recht sind, so bist du in dieser Beziehung gut bestehlt. - Die Sachen wen ich sie bekomme werde ich sogleich außnähen, ich habe auch jetzt leichter Zeit, da der kleine Max nicht mehr lebt bin ich im bewirten mehr wieder für mich. Die Spängler Oma geht heuer gar auf keinen Ball, Sie sagt, sie müßte sich alles neu anschaffen und das freut sie nicht. Die Frau von glanz [?] ist neulich ganz je gestorben als sie ins Bett gestiegen/ die guggenbühler ist auch zum sterben, man hat ihr heute Nacht schon 3 mal das Licht eingehalten im Wochenbett. Die Prohascha soll auch sehr schlecht sein in Wochenbett. Ich freue mich den Adolf seine Gattin kennen zu lernen. Den Fasching Montag Abends bin ich bey Hothschizkas eingeladen und am Fasching dienstag bey dureggers so gott will das alles gesund bleibt, Was man nie sagen kann, Wie ich hoffe bist du lieber Franz gesund, ich hatte schon lange einen Husten und Schnupfen noch im[m]er, und gehe Abends sehr wenig auß/ bey Schmelzing sind beyde Unwohl, er hat starken Husten Sie liegt. schon lange an der Gicht. Eben höre ich das die Junge Wolfstein an den Folgen des Wochenbett sehr krank sein soll. Wegen: LXX Betti [Katzinger] lasse ich es den Otto üben es zu schreiben. Nun ist die Zahl der hübschen heurathsmeßigen Frauenzimmer nicht mehr groß. Lebe recht wohl mein lieber guter Franz schon deine Gesundheit, und sey recht herzlich gegrüßt und geküßt von deiner treuen Mutter Spängler/ Ein menge Bekante grüßen dich recht herzlich. Otto der kleine läßt dich recht schön grüßen, er glaubt immer du schreibst an ihm großmutter lies mir den Brief vor sagt er oft. - Vielfach ist kein Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen „d“ zu sehen; kleines „d“ auch im Satzanfang wurde entsprechend nicht korrigiert [sollte aber vielleicht doch stehen]. Brief von Maria Antonia (Antonia) Spängler [geb. Lürzer; Nr.37], geb. 1803, verh. mit Franz Spängler [Nr.36]; gest. 1882 in Salzburg. Sie wohnen im Haus „Nr.48“, heute Mozartplatz 4 in Salzburg. Geschrieben an den Sohn Franz Spängler, geb. 1839 [Nr. 18]; 1870 am Gericht in Mödling (1874 dann in Wien). - „Fasching“: bereits das Tagebuch von Franz Spängler von 1860/61 beginnt mit sehr ausführlichen Schilderungen der Tanzveranstaltungen in der Faschingszeit. Franz Spängler notiert genau, mit wem er welchen Tanz hatte, und das über viele Stunden hinweg. - „Otto und Louise“: Bruder Otto Spängler, verh. Aloisia Duregger; „Prohascha“: wahrscheinlich Prochaska (vgl. Dopsch, 1996, S. 698, Anm.154); „der kleine Max“: Bruder von [dem kleinen] Otto, geb. 1870, gest. 26.1 1871; „die Spängler Oma“: wohl Fanny Kobler [?], geb. 1796, siehe Briefschreiberin unten. - „Duregger“: Eltern der Bank-Linie der Spängler in Salzburg, Alois Duregger und Henriette Bolland (sie: 1810-1892; zu dem Bankhaus Duregger-Spängler vgl. Dopsch, 1996, S. 409); „Otto der kleine“: Otto Spängler, geb. 1868.
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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| − | Franz Spängler [Nr. 18] an Fanni Schlegel [Nr.19]: Brief heute früh zu meiner Freude erhalten, ausführliche Antwort nächstens. - Mdlg [Mödling] 24.6.1871 - Postkarte von Franz Spängler [Nr. 18] aus Mödling an seine spätere Frau [Nr.19], „Frl Fanny Schlegel, Marktplatz, Salzburg“, gestempelt Mödling, ohne Datum, und Salzburg 25.6.71.
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| − | Briefe „1871/1872“ (rot verschnürt, nicht gelesen) von Fanni aus Salzburg = Nr.19 Fanni Schlegel, * 1848; † 1905, an Franz = Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, durchgehend mit Umschlägen (z.T. auf- und ausgerissen, z.T. fehlen Briefmarken usw.) „Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien“: 1.7.1871. – 25.7.71. – 17.9.71 von einem Freund aus Reutlingen. – 19.9.71. – 6.10.71 Karte. – 6.10.71 Brief. – 10.10.71. – Entsprechende Briefe von Franz = Nr. 18 Franz Spängler aus Mödling an Fanni = Nr.19 „Frl Fanny Schlegel Salzburg Marktplaz N 10 II Stok“ = heute Alter Markt Nr.10; durchgehend mit Umschlägen, aufgedruckte Briefmarken, insgesamt gut erhalten: 29.8.71 von einer Freundin (?), d.G. [durch Boten]. – 30.8.71 nach Bad Adelholzen in Bayern. – 20.12.71. – 2.1.1872. – 3.1.72. – 12.1.72. – 21.1.72. – 26.1.72. – 28.1.[72] mit „Blümchen“ vom Gesangvereinsball. – 29.1.72. – 4.2.72. – 11.2.72. mit Papierblümchen. – 16.2.72. – 19.2.72. – 22.2.72 Karte. – 23.2.72. – 24.2.72. – 27.2.72 Karte. – 28.2. – 11.3.72 mit Einschreiben und einem Glücksklee. – 23.3.72. – 27.3.72. – 30.3.72. – Angefügt: Brief ohne Umschlag 9.3.72 von Ludwig Zeller, Salzburg. – 20.10.1872 aus Leitmeritz von der „Großmutter Katharina Schlegel“ = Nr.77 Theresia Heygel, geb. 20.10.1783, verh. Nr.76 Franz Schlegel; sie ist demnach 89 Jahre alt, als sie diesen Brief mit klarer Schrift an ihre Enkelin schreibt. – 24.9. ohne Jahr [1880er Jahre] von ?, Dank für Kinderfotos.
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| − | Briefe u.ä. [rot verschnürt, nicht gelesen] von verschiedenen Personen an Nr. 18 Franz Spängler: Blatt unbekannter Herkunft mit Beschreibung „...[Salzburg] Nachtwandler... Dr.Franz Spängler in Gedanken tief versunken... Marktplatz dann Milchgassel...“; Bleistiftzeichnung ohne Hinweise: Franz Sp. verspeist ein Ferkel [Foto bei Nr. 18]; kleines Blatt „Meinem guten lieben Dr. Franz... treu ergebener Schlögelhofer“; Salzburg 21.8.1843 [?]... Die Hofrichtrischen [Spängler] lassen dich ganz besonders grüßen.“; Salzburg 6.6.1867 [?]... Franz Zeller“; Salzburg 2.8.1871... , ... Lanser, beiliegend Visitenkarte „Madame Auguste d’Engerth née Lanser de Moos et Festenstein.“; „A.K.“ Kuchl 30.11.1871, Mein lieber Freund!... dein stets dankschuldiger Freund Al. Kalhofer Caaej. [? Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = „Alois Kalhofer, 1854“]; Wien 28.6.1872 mit Umschlag ...Dr.Franz Spaengler... Mödling... „Geehrter Herr!... Eduard Herbst [?]; Postkarte Wien 3.11.1874 an Franz Sp. Mödling... Glückwünsche; Postkarte Kitzbichl 14.8.1893 an Familie Spängler Salzburg „Haus zur Hölle Judengasse“ von Familie A. „...im Namen aller Elsa“. [keine Verweise geschrieben] – Von mir zusammengebunden mit: Briefe [nicht gelesen] an 18 von Nr. 18 a Otto Spängler: „Donnerstag früh. Lieber Franz!... finanzielle Abrechnungen 1872; Briefbogen „Regierungsrat Dr.Otto Spängler Salzburg“ „Lieber Franz!... [ohne Datum] dein treuer Otto“. - Von mir zusammengebunden mit: Briefe u.ä. [nicht gelesen], Nr. 18 betreffend: Notizen von Franz Sp.: „Georg Spängler, Bürger. Wirt u Gastgeb in Stertzing / dessen Bruder Hanß Spangler Wirt u Gastgeb am Sandt in der Herrschaft Tauffers / Georg Spängler Weingutbesitzer in Dietenheim bei Bruneck (geb. um 1681) Sohn Franz Anton geb 1705“; finanzielle Notizen, ohne Jahr; Briefrest ...“behalte lieb deinen treuen Franz“ und Auflistung 20.Jänner mit einem Gedicht [?]...; Brief Mödling 18.1.1872 „Meine liebe Fanny!... [ohne Ende?]; Blatt „13“ bis 1.März“ mit Liebesbeteuerungen [?]; dito mit Bleistift „10.“ bis „30.“ und 31. Nachtrag 1833...1846“; mit Bleistift Notizen= Gästeliste [?]: Fanny / Franz / Großmutter [Fanny Kobler] / Mutter / Dr.Schlegel / u Frau / Dr.Otto Spängler / Louise / alte Laschenky / Frau Schneeberger / Richard / Rosa / Lida Schlegel / Dr.Scumacher / u Frau Emma / Wahl / Wahlin / Onkel Alois / u Tante / Tante Lürzer / Angest u. Anna / Resi Spängler / Praelat / Aichinger / Carl Spängler / Leopoldine u / Rudolf Spgl / Marie / Lorinser Mina / Carl Laschensky / Gattermayr / Ludwig Zeller / Anna Spängl / Ida; Blatt mit Wohnungsskizze; Correspondenzliste 1860/61; kleiner Briefumschlag aufgerissen an Fanny Schlegel Hier Marktplaz, Franz Sp. Salzburg Aschermittwoch 1869, „Bitte“ in Mundart, zwei beschriebene Visitenkarten Franz Sp. Salzburg/Mödling 1871, „Liebe Lida u. Fanny!... Marie Wahl [?] 3.6.1871. [Keine Verweise zu den anderen Jahreszahlen geschrieben.]
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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| − | Franz Spängler an Fanni Schlegel: Mödling 4 Sept. 1871/ Meine liebe Fanny! Heute Morgens 8 ½ Uhr - früher als ich gehofft hatte - erhielt ich Ihren lieben Brief, u. ich fühle mich verpflichtet, Ihnen insbesondere zu danken, d[a]ß Sie die lezten Augenblike Ihres Aufenthaltes in Adelholzen noch der Correspondenz mit mir widmeten, u. dann in Salzburg angelangt, sobald dieselbe fortsezten. - Daß Sie glüklich heimgekommen sind, freute mich zu hören, doch hatte ich dieß ohnehin gehofft. Auch danke ich Ihnen für die Beantwortung meiner Fragen, u. bin doppelt befriedigt dß jenes Ereigniß vom Fasching Dienstag 1869 Ihnen wieder eine angeneme Erinnerung verursacht, noch irgend welche Folgen nach sich gezogen hat. - Was die junge Baronin Haan betrifft so hoffe ich, dß Sie sich seinerzeit selbst überzeugen werden, dß eine „Schwärmerei“ für dieselbe bei mir dann doch nicht vorhanden ist, u. dß Sie keine Ursache zu einer Eifersucht haben werden/ Uebrigens neme ich die Versicherung, dß Sie zu dieser Leidenschaft keine Anlage in sich verspüren mit Vergnügen zur Kenntniß; u. ich kann nur den Wunsch u[nd] die Hoffnung aussprechen, dß dieß eine Kapitel nie, das nie im Ernst zwischen uns verhandelt werden möge. - Ich glaube auch, dß dieselbe wir im Stadium glüklichen Besize ganz fremd sein werde, wenn gleich ich nicht behaupten will, dß sie mir bisher ganz fremd geblieben sei; denn insbes. zu jener Zeit, wo ich, - sei es mit Recht od[er] Unrecht, - Karl Schmid von Lida für bevorzugt hielt, war sie in mir ziemlich rege. Doch das liegt nun als längst vergangen u. abgeschloßen hinter mir, u[nd] soll auch auf sich beruhen. - Heute haben wir die Landtagswal gehabt, u der von uns aufgestellte verfassungstreue Candidat ist hier sowol, als in den 3. andern Orten, die zu unserm Walbezirk gehören, mit großer Majorität gewält worden. Hiermit ist auch die Funktion des Walcomité zu Ende/ das glüklicher Weise ohnehin nicht gar viel zu thun hatte, u uns ist die Sache - was mir sehr angenem ist, so abgelaufen, dß ich nicht einmal in die Notwendigkeit kam, meiner Opposition gegen das jezige Ministerium öffentlichen Ausdruk zu geben. - Wenn ich noch etwas aus meinen hiesigen Verhältnißen heute bespreche/ so ist es das, dß die von mir ausgedrükte Befürchtung einer Störung des bisherigen collegialen Verhältnißes im Amte nicht dahin geht, dß der neue College sich unaufrichtig od falsch gegen uns benemen, od sich Verdrehungen, od Verhezungen schuldig machen werde/ sondern dahin, daß er nicht gerne arbeitet, u daher stets bemüht sein wird, so viel Arbeit als möglich von sich u auf uns hinüber zu wälzen. - Denn das ist eine Eigenschaft so vieler junger Leute, besonders derer die in sehr günstigen Vermögensverhältnissen aufgewachsen sind, zu glauben, dß sie dies Arbeiten anderen überlassen können/ dß sie für eine regelmäßige od gar angestrengte Thätigkeit zu gut seien. - Ich bin Gottlob dafür erzogen u auch durch meine bisherigen Verhältniße dazu geführt worden, die ehrliche Arbeit u. eine regelmäßige ernste, möglichst auch für andere Nuzen bringende Thätigkeit als eine Hpt[Haupt]aufgabe des Menschen anzusehen, treu dem schönen Worte Schillers. - Arbeit ist des Bürgers Zierde/ Segen ist der Mühe Preis/ Ehrt den König seine Würde,/ Ehret uns der Hände Fleiß. - Darin finde ich jene echte Bürgertugend, die den Staat u die menschliche Gesellschaft erhält u. stets neu belebt. Und ich hoffe u. erwarte, ja ich verlange von meiner Lebensgefährtin die gleiche Gesinnung, dieselbe echt bürgerliche Lebensanschauung u. diese Anschauung soll auch in meiner Familie - so Gott will - fortgepflanzt werden. - Diese Lebensauffassung ist aber gerade in Wien, wo es so viele mühelos reichgewordene Leute gibt, in manchen Kreisen abhanden gekommen, u gerade so häufig trifft man es daß die Söhne solcher Männer, die sich durch sich selbst durch ihre eigene Thätigkeit u. Zünftigkeit emporgebracht u. zu günstigen Vermögensverhältnißen u. einer schönen Lebensstellung erschwungen haben, statt nun den Genuß des von den Eltern erworbenen im Auge zu haben, aber es nicht mehr für nothwendig halten, diejenigen Eigenschaften ihres Vaters in sich zu pflegen, u. fortzu üben, durch die er u. mit ihm auch sie selbst das geworden sind was sie nun sind. - 5 Sept 1871 früh./ Wir haben nun wenigstens die Zusicherung einer Aushilfe erhalten, u ich hoffe daß der Auskultant der hieher kömmt, im Laufe dieser Woche kommen wird, u. dß er verwendbar ist; hievon wird es abhängen, ob ich noch Ende dieser Woche werde abkommen können, doch hoffe ich wenigstens das als gesichert betrachten zu dürfen, dß ich im Laufe des September nach Salzburg kommen kann. Wenn es möglich ist, werde ich sicher bis Freitag od Sonntag nach Salzburg [zu] kommen. Ich bitte Sie daher die Antwort auf diesen Brief mir entweder wo möglich schon bis Donnerstag hieher zu kommen zu lassen, od sonst ihn erst am Freitag, wenn ich nicht inzwischen nach Salzburg gekommen sein sollte abzusenden. Soll ich es Ihnen noch zuvor anzeigen, ob und wann ich komme? - Wenn ich mich nun auch so sehr freue, das zur festen Gestaltung gelangen zu sehen, was vor nun vollen 3 Monaten begonnen wurde, so kann ich mich doch öfters des Gedankens nicht erwehren/ ob ich denn wol Sie glüklich zu machen im Stande sein werde ob nicht so manche Eigenschaft sich in mir finden wird, die Ihnen mißfallen wird/ ob endlich nicht jene Stimmung, die schon einmal in einer Sie beunruhigenden Weise in einem meiner Briefe Ausdruk fand, u. die manchesmal - wenn auch nur vorübergehend - auch später noch sich einstellte, jene Stimmung in der ich von einem nicht auf ein würdiges Ziel gerichteten Ehrgeize, von einer zu großen Wertschäzung bloß an Äußerlichkeiten befangen, ja vielleicht geneigt war, selbst von jener echt bürger[lichen] Gesinnung/ die ich oben betonte, abzuweichen, sich in störender Weise wieder geltend machen könnte, u. Ihnen Schmerz bereiten könnte. Nemen Sie diese offenheit nicht übel, mißdeuten Sie diese Worte nicht; ich mußte dieß sagen, um offen gegen Sie zu sein; ich hoffe aber, dß insbesondere auch diese lezte Befürcht[un]g sich als grundlos herausstellen werde; ich hoffe, dß die getroffene glükliche Entscheidung u. Ihre Liebe mir die Kraft geben wird, solche Störungen, wenn sie überhaupt noch hereintreten sollten glüklich zu beseitigen. Gott gebe dazu die Gnade! - Doch ich muß mich für heute dem Schluße zuwenden; baldige Fortsetzung, sei es mündlich od schriftlich! - Zum Schluße nun noch das eine, dß mir die Mutter in ihrem lezten Briefe mittheilte, daß in Salzburg bereits von uns als Brautpaar gesprochen würde. Mein Bruder, den die Mutter vor kurzer Zeit die Sache mittheilte, hat mir auch bereits in diesem Sinne gratuliert/ Nun leben Sie recht wol, schreiben Sie mir recht bald, grüßen Sie die Großmutter u. seien Sie herzlichst gegrüßt u geküßt von Ihrem treuen/ D[r] Spängler - Franz Spängler (Mödling, Wien) an seine spätere Frau Fanni [er schreibt Fanny] Schlegel (Salzburg). Viele Wörter zusammengeschrieben (hier nicht vermerkt); Abkürzungen (‘u’ bzw. ‘u.’ für ‘und’; ‘od’ für ‘oder’) sind belassen; mehrfach ‘k’ für [heute] ‘ck’, ebenso belassen. Briefumschlag, ohne Absender, gestempelt Mödling 5.9.71, Wien 5.9.71 und Salzburg 6.9.71: „Fräulein Fanny Schlegel, Salzburg, Marktplatz N 10, II Stok“. „Lida“ [Guttenberg; Freundin]), auch genannt in weiteren Briefen. – Abbildung = undatiertes Foto der Fanny Schlegel in jungen Jahren
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| − | [bei den Briefen von Nr.37 Antonia Spängler, an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, 1872 verh. mit „Fany“, Fanni Schlegel]: 7.9.1871 Telegramm aus Mödling an: Antonia Spaengler, Mozartplatz 73, Salzburg: Ich komme morgen frueh. Benachrichtigen Sie auch Fany = Dr Spaengler.
| + | === Originale im "Familienarchiv" Otto Holzapfel === |
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| − | Briefe [rot verschnürt, nicht gelesen] Nr. 18 Franz Spängler an Nr.19, alle mit Briefumschlägen, aufgedruckterBriefmarke und dem Siegel „F. Sp.“, von Mödling an „Fräulein Fanny Schlegel Salzburg Marktplaz 10. II Stok.“ =18.9.1871; Postkarte 21.9.; 22.9. Einschreiben, beiliegend Visitenkarte Franz Spängler; 25.9.; 28./29.9.; 2./3.10.; 5.10. ohne Umschlag; 8.10.; 12./13.10.; 16.10.; 19./20.10.; 21.10. Einschreiben, ausführlich mit Wohnungsgrundrissen; 22.10. Wohnung; 28./29.10.1871.
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| − | ==== Fanni Schlegel an Fanni von „Lonchen Ziegler“ ==== | |
| − | 21.9.1871 an Fanni Schlegel (* 1848; † 1905; Nr.19), verh. Spängler 1872: Brief aus Würzburg an Fanni von „Lonchen Ziegler“ [nicht gelesen]; dito 11.1.1872; Visitenkarte „C.A.Ziegler“ und „Frau von Kobler und Fräulein Fanny unsere herzlichsten Glückwünsche“; Karte handschriftlich „C.A.Ziegler wohnt im Hause des Herrn Hofrath Dr.Riencker kgl. Universitäts Professor Würzburg.“; Gedichtezettel „Ob Du auf stolzer Burg...“, gedruckt Salzburg o.J.; Visitenkarte „C.A.Ziegler“ und „Fräulein Fanny Schlegel; herzlichen Dank für außerordentlich liebe Zeilen und innigste Grüße an sie und Frau von Kobler von Ziegler und Frau, Würzburg 27.10.1871“; Glückwunsch mit 2 Bildchen „Juristen lieben ‚die Fälle’ und je interessanter solche sind, desto pikanter für den Herrn Rechtsgelehrten. – die schönsten der Fälle sind aber doch immer die: ‚bis tief ins Herz hinein’! Drum meinen Glückwunsch für Sie und den Mann, der ein so herzig’ Kind lieben kann! Würzburg 22.9.71 Ziegler“. Alles im Umschlag „Wohlgeboren Fräulein Fanni Schlegel [bei] Frau Fanni von Kobler Salzburg“ [Briefmarke entfernt; Siegel] „C.A.Z.“
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
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| − | Briefe von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 24.9. „Herrn Doctor Franz Spängler, k.k.Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien“, Stempel auf 15 Kr. Salzburg 24.9.1871, Einschreiben, rotes Lacksiegel „F. S.“ [Fanni Schlegel], Vermerke Franz Sp. „XXIII. erh[alten] 25/9 beantw[ortet] 25/9“: Salzburg 23.September 1871, 8 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Ich muß schon bei dieser Aufschrift bleiben, da ich sehe, daß sie dir Vergnügen macht, sonst hätte ich mit „Hochgeehrter Herr Doktor“ meinen Brief überschrieben. Deinem Briefe, für den ich dir herzlichst danke, hatte ich schon recht ungeduldig entgegen gesehen, da ich mich schon gestern auf Nachricht von dir gefreut hatte. Ich danke dir aber auch für die Aufmerksamkeit, mir mittels Postkarte den Empfang meines Briefes zu bestätigen, sowie für die beiden Ansichten meiner künftigen Residenz. – Beiliegend folgen die zwei Fotografien, damit du vergleichen kannst, ich bin neugierig, dein Urtheil zu hören. Wenn ich aufrichtig sein soll, muß ich sagen, daß ich keine besonders gut finde. Ich bitte dich zugleich, mir zu sagen, wie viele Exemplare ich von der einen oder der anderen bestellen soll? Deine gute Mutter hat beide gesehen und findet beide schlecht, so daß sie meint, wir sollen gar keine kopieren laßen. Jedenfalls, meine ich, lassen wir nicht viele Abdrücke machen. Bestimme nur wie viel du brauchen wirst. – Die Brustbilder von dir wurden, so weit es möglich ist, ein wenig dunkler gemacht, ich war heute im Vorbeigehen bei Baldi. Gegen Ende der nächsten Woche werde ich die Brustbilder bekommen. Ich freue mich, daß meine Mahnungen zur Geduld gefruchtet und du nun einsiehst, daß es nicht thunlich wäre vor dem nächsten Frühling an Hochzeit zu denken. – Zum Lohn dafür will ich dir auch erzählen, daß ich mit allem Eifer an die Ausstattung gehe und gestern bereits eine ganze Menge Namen ausgetrennt habe, eine durchaus nicht geistanstrengende, dafür aber ziemlich mühevolle Arbeit. Wie oft dabei meine Gedanken in die Zukunft schweifen, kannst du dir vorstellen. – Auch mir wird mancher Winterabend recht lang werden, wenn ich bei einem Buche oder irgend einer Arbeit sitzen werde, doch nehme ich mir vor, recht fleißig an der Einrichtung des künftigen, eigenen Nestchens mitzuhelfen. – Heute Nachmittag kauften wir in Gesellschaft deiner Mutter Leinwand ein. Die gute Mutter trug mir viele Grüße an dich auf, da ich sagte, daß ich dir heute Abend schreibe. – Auch in meine Hände gelangten mehrere Glückwünsche, unsere Verlobung betreffend, so von Fr: Maria Spängler, geb. Bernstein [Pernstein, Frau von Franz Seraphin Spängler, Cousin], von Lotti Katzinger ein besonders lieber Brief, in dem sich ihre Freude ausdrückt, daß die Festung doch endlich kapituliert hat, dann Karten von Direktor Dauner [?] u. Frau aus Ellwangen und ein lieber Brief von Fr: Ziegler und Gemal aus Würzburg, die sich auch dir empfehlen. Daß ich von Fr. v. Dauner kürzlich einen Brief bekam, glaube ich schon geschrieben zu haben. – Ich mußte lachen bei der Erzählung, was die Leute Alles in meinem Gesichte lesen wollen und fühle mich sehr geschmeichelt daß man mich für so jung hält. Nur meine ich, du sollst die Neugier der Leute auf meine werthe Person nicht so reizen, sonst sind sie zu sehr enttäuscht wenn das Original erscheint. – Drum fände ich es auch ganz und gar überflüßig, ihre Neugierde auch noch mit Zeugnissen meiner selig entschlafenen Muße zu unterhalten [von ihr existieren einige Gedichte, im Poesiealbum und ohne Namen, von denen ich bereits vorher vermutete, es seien eigene Texte], und ich bin froh, daß sich Nichts hiervon in deinen Händen befindet, und werde mich wol hüten etwas davon an dich gelangen zu laßen, damit du es mitthe[i]len könntest. – Ich beherzige gar sehr, was Elise Polko [?] über den Punkt des Dichtens bei Frauen und Mädchen sagte, und bitte dich recht herzlich, Niemand davon zu erzählen, und jenen die davon wißen, recht in Erinnerung zu bringen, daß es zu den verklungenen Dingen gehört, daß ich einst Verse machte. - - - Ich bin dir sehr dankbar, daß du in solcher Weise bei Buschmann mich vertheidigt hast. Von dem Aufenthalt meines Vaters weiß ich nichts, er hat an die Mutter nur einmal geschrieben, daß es ihm u. seiner Begleitung gut geht und daß sie irgendwo in die Schweiz reisen, aber daß er nicht weiß, wohin er einen Brief schicken laßen sollte. Ich denke die 3 Doctoren werden bis Dienstag heim kommen, weil am selben Tag Minna Lorinser von Wien kommt, sie wird dann einige Zeit bei uns bleiben. Ich freue mich sehr auf sie. Auch von ihr bekam ich einen lieben Brief. Morgen wenn es schön ist, gehen Lida u. ich mit Zeller über Glanegg nach Reichenhall, daher ich heute schon meinen Brief schließe, sonst hätte ich noch morgen etwas hinzugefügt. Lebe recht wol und behalte lieb deine treue Fanni. Good night – Großmutter grüßt dich/ Meine Mutter grüßt dich. Hr: Rudolf [Franz Seraphin; „Rudolf“ ist mit Marie Weinwurm verh.] Spängler u. Frau Maria Sp: geb. Bernstein [Pernstein] grüßen gleichfalls. - [1871] ohne nähere Zuordnung bei der Korrespondenz Visitenkarten von: „Emil Ritter von #Guttenberg k.k.Rittmeister“ (handschriftlich: Meine herzlichste Gratulation zur Verlobung! Dein getreuer Vetter“); „Minna von Guttenberg née de Launsperg“ (Herzlichen Glückwunsch! durch Abwesenheit verspätet); „Stephanie de La Croix Langenheim“ (p.f.); „Georg Adensamer“ (p.f.); „Johanna Adensamer“ (p.f.); „Josef Adensamer“ (p.f.). – Vgl. undatiertes Foto Fanni Spängler und Freundin Lida Guttenberg, auch genannt in mehreren Briefen. Sonstige Personen nicht identifiziert.
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| − | ==== Bruno an Fanni Schlegel ====
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| − | 25.9.1871, an Fanni Schlegel Brief aus St.Johann [im Pongau]: „Liebe Fanni! Als altem Bekannten und Spielkameraden wirst du mir wol erlauben, dass ich dich auch noch heute ‚du’ nenne, wo ich dir schreibe, um dir nebst meinem Danke für die Verlobungsanzeige meinen aufrichtigen Glückwunsch zu der von dir getroffenen Wahl auszusprechen u. dich zu bitten, denselben auch deinem Bräutigam zu entrichten... wie ich gehört habe, kommst du nach Wien; ich bin dir darum unbeschreiblich neidig... Wie gehts der Großmutter?... Mit den herzlichsten Glückwünschen grüßt dich Dein Bruno XXX. Auch an deinen Vetter und Lorinser viele Empfehlungen!!“
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
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| − | 1871 Briefe von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 27.9. dito 5 Kr. gestempelt: Lieber Franz! Mit großer Freude empfing ich gestern deinen lieben Brief und danke dir hiefür herzlichst. Daß du so viel Glück im Scheibenschießen hattest, freut mich, das ist ja ein ganz neu entdecktes Talent. Du hast auch Recht, daß ich dir ganz gewiß nicht böse bin, weil du dich vom Tanze nicht ausgeschloßen, ich weiß ja doch, daß du recht oft meiner gedenkst, wenn auch Vergnügen oder Arbeit Ansprüche an dich erheben. Und daß ich dann überzeugt bin u. sein darf, macht mich glücklich, denn herzliches, unbedingtes Vertrauen gehört meiner Meinung nach zu dem rechten Glücke. Nich[t] wahr, du bist auch überzeugt, daß ich oft, recht oft liebend dein gedenke, auch mitten in der schönsten Prosa des täglichen Lebens und im Kreise der um mich versammelten Freunde? – Der am Sonntag unternommene Ausflug von Glanegg nach Reichenhall war recht hübsch, wir waren alle recht heiter, und es wurde öfters von dir gesprochen, noch öfter beschäftigten sich meine Gedanken mit dir. Daß es nicht ohne obligate Neckerei abging [siehe unten, am Rand], kannst du dir denken. Jetzt scheint auch Ludwig wieder heiterer zu werden, wenigstens am Sonntag war er recht lustig und freundlich. Das Resultat der Parthie für mich ist ein kleiner Husten, den ich mir wol durch eigene Unvorsichtigkeit zugezogen habe. Ich muß daher heute zu Hause bleiben, obwol Minna seit gestern Abend bei uns ist. – Mein Vater und die beiden Doktoren sind heiter und wolbehalten von ihrer Reise zurückgekehrt. Meinen guten Vater hat es sichtbar sehr gut gethan, daß er einmal wieder draußen war aus der täglichen Arbeit. – Daß man in Wien auch schon von meinem Zitherspielen weiß, und am Ende weiß Gott was davon erwartet, macht mich fast bange. Bitte, sage den Leuten doch, daß sie sich nur ja keine großartige Vorstellung von meinen Leistungen machen sollen, sonst bin ich, wenn ich je einmal veranlaßt sein sollte vor Fremden zu spielen, so ängstlich, daß ich gar nichts kann. Damit du siehst, daß ich in dein Versprechen, über meine „selige Muße“ gegen Niemand etwas zu erwähnen, volles Vertrauen se[t]ze, sende ich dir beiliegendes Blatt [liegt nicht bei], worauf ich in Eile etwas abgeschrieben habe, aber nicht wahr, Niemand zeigen. Bitte, bitte. – Ich lese gewissenhaft jeden Abend das bestimmte Gedicht in deinem Buche, darnach gewöhnlich noch zwei oder drei andere. Für heute Abend trifft Einkehr Seite 20. – [am Rand verkehrt:] Minna sagt „Sie gratuliert dir zu der garstigen Frau, die du an mir kriegst! – Ich habe neulich vergeßen, über das Kapitel von der „Pantoffelherrschaft“ zu sprechen. Sei es denn heute! Ich habe ganz und gar nicht den Wunsch, einen Pantoffelhelden zum Mann zu bekommen, und kenne und anerkenne das Wort der hl. Schrift „Und er soll dein Herr sein.“ Wie es um meine Energie dir gegenüber bestellt ist, davon habe ich im Punkte des Dusagens einen recht hübschen Beweis geliefert sollte ich meinen. - - - Übrigens bin ich gewillt, den äußeren Lebensverhältnissen mit der notwendigen Energie entgegen zu treten und hoffe auch, daß zuweilen auch das Wort der Frau im häuslichen Rath wird gelten dürfen nicht wahr? Es bleibt dabei! – Es ist mir nur möglich eine Verlobungskarte zu schicken, weil ich auf den besonderen Wunsch an den Bürgermeister Mertens [die Freundin Camilla ist die Verlobte von dessen Sohn Demeter Mertens] eine Anzeige schicken mußte. Wegen der „bösen Zungen kann ich dir leider nur ungenügend dienen. Meine Großmutter findet dermalen die Nummer welche wir haben, nicht, wenn sie dieselbe findet, werde ich sie dir schicken. Doch glaube ich sicher zu wißen, daß in dieser Nummer nichts über Mödling steht. Sobald es mir möglich ist, werde ich bei Hr: Rudolf Spängler [Cousin, geb. 1830, Apotheker und Vizebürgermeister] die Nummer und genaue Adresse zu erfahren suchen. – Von der Gruppenfotografie werde ich nur ganz wenige Exemplare bestellen, lieber nur ½ Dutzend, ich muß aber selbst mit dem Fotografen sprechen. – Wegen der Wiener Reise werde ich mein Bestes thun, ich würde mich ja selber so sehr freuen, wenn ich nach Wien käme! – Neulich kamen Beglückwünschungen in meine Hände von Maiersfels in Enns, vom Hofrat Schroff von Frl: Helene Schreiber aus Stuttgart und von Willi Gattermayer aus St.Johann, der sich dir empfiehlt und auch dir gratuliert. Er schreibt, daß du bei den St.Johannser Frauen noch immer im besten Andenken stehst. Aber werde nur nicht zu eitel deßwegen! – Ich schließe mit der Bitte mir wieder recht bald zu schreiben. Es umarmt dich deine treue Fanni. Grüße von Großmutter Vater u. Mutter u. v. Minna Lorinser. - „#Mertens“: vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u.a. Anna Edle von Mertens, geb. Steinbauer, Wien (1819-1906), Tochter: Anna Aigner. - Heinrich Ritter von Mertens, kaiserl. Rat und Bürgermeister von Salzburg (1810-1872), Schwiegertochter: Camilla.
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| − | ==== Antonia Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Antonia Spängler an den Sohn Franz Spängler: Salzburg den 29.9.[18]71/ Mein inigstgeliebter Franz! Schon lange wollte ich dir schreiben, allein die Zeit mangelt mir immer, ich weiß oft nicht wo anfangen, wir haben schon sehr viel gekauft, und brauchen doch noch eine Menge. Otto wird dir geschrieben haben wie viel wir schon geld außgegeben, aber wir brauchen gewiß noch mehr mehr als 100 fl [Florin: Gulden]. Ich sage dir in ganz kurzen. ob es dir recht ist die Junge Fany hat 30 Stück Sacktuchen ganz neue von den Mama [?] gerade in der größe wie du sie wünschest, sie möchte kleine und ich fürchte, keine so großen zu bekommen wie du sie wünschest, die Fany würde 30 Stück kleiner kauffen, und würde den dieselben ihn bezahlen, und ich die ande[r]n 30 Stück für dich merken lassen, und noch 6 Stück dazu kauffen damit es 36 sind, die Nachthemten habe ich schon zugeschnitten und eines haben wir schon in machen auch auf 6 Taghemten habe gekauft. Ich bin froh das es dir gut geht, und ich denke, es wird dir die Zeit auch nicht zu lange werden/ besonders wen du um Weihnachten wieder kämst. Die Fany hat auch sehr viel zu thun, sie möchte auch gerne deine Leintücher machen, und auch das Tischtuch, und die 12 Servieten säumen damit alles gleich wird, sehr hübsch ist das Tischzeug eben so die Handtücher/ der Fany welche dabei war wie ich es kaufte, gefällt es sehr gut zusammen 25 fl die Leintücher 23 fl zu denen Zirheln [?] hat es auch 8 fl 98 gekostet und so ist alle Augenblicke etwas anders. Die Bomberger ist hier sie läßt dich recht herzlich grüßen. Lebe recht wohl für heute muß ich schließen/ es grüßt dich recht herzlich im geiste deine treue Mutter Spängler. - Brief von Maria Antonia (Antonia) Spängler [Nr.37] an den Sohn Franz Spängler [Nr. 18], 1870 in Mödling . „Otto“: Bruder von Franz, geb. 1841, verh. Duregger; „Fany“: Franziska (Fanni) Schlegel, geb. 1848, dann 1872 verh. mit Franz Spängler.
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| − | ==== Leopold von Lürzer an Richard Schlegel ====
| + | Diese Briefsammlung (und Aktenreste von [[1792]]) [[1821]] bis [[1938]] [weitergeführt, aber nicht im [[SALZBURGWIKI]], Briefe Holzapfel, ab [[1939]] und [[1945]] bis [[1970]]] ist chronologisch geordnet; sie stammt aus dem Nachlass Saska (Traudl Saska, geb. Holzapfel; * [[1917]]; † [[2001]] in Krems an der Donau; verh. Helmut Saska; * [[1911]]; † [[2002]]). Manche Zusätze aus dem "Familienarchiv" von Otto Holzapfel (Freiburg i. Br.) mit eigenen Dateien wurden hier belassen. Die noch nicht übertragenen Briefe, im Privatarchiv bündelweise "rot" verschnürt, sollen noch übertragen und im SALZBURGWIKI eingestellt werden (vergleiche Arbeitsdatei [[Benutzer:OttoChristianRupert/neue Briefe in Arbeit]]); auch die Übertragungen aus den "grün" verschnürten Bündeln (übertragene Briefe) könnten verbessert und ergänzt werden (in Arbeit). |
| − | 30.9.1871, Brief von Leopold von Lürzer an Nr.38 Richard Schlegel: Hall [Tirol] am 30te Septbr 1871. - Euer Wohlgeborener! – Sehr erfreut war ich bei meiner Rückkehr aus Achenthal, wo ich einige Zeit zubrachte, über Ihre freundliche Mittheilung der Verlobung Ihrer Fräulein Tochter Fani [Nr.19 Fanni Schlegel] mit meinem lieben Neffen Franz Späng[l]er [Nr. 18], welche Sie mir nebst meinem herzlichen Glückswunsche schönstens und vielmals grüßen wollen. – Indem ich Ihnen für diese Nachricht vielmals danke in der Hoffnung daß sich seiner Zeit die Gelegenheit biethen dürfte das Vergnügen zu haben Sie persönlich kennen zu lernen sowie deren verehrte Familie welche ich mich empfehlen lasse, zeichne ich mit Hochachtung – Euer Wohlgeborener – ergebener künftiger Vet[t]er Leop. von Lürzer [37 c Leopold Lürzer von Zehendthal] von mir beigebunden anderen Briefen zur Verlobung: Briefe (rot verschnürt) an Nr.19 Fanni Schlegel (* 1848; † 1905) zur Verlobung 1871 von u.a. Anna Lori (Lorinser?; München), Helene Schreiber (Stuttgart; siehe auch Klaiber ?), Wilhelm Kobler, Franz und Maria (Ried), Schwiegermutter Spängler (mit Verlobungsanzeige von Betti von Lanser mit August von Engerth, Salzburg 1871). Helene Klaiber (? geb. Schreiber; Göppingen, und weitere Briefe mit Fotos und aus Ellwangen), Christian Auer Mayer (Neumarkt), Wilhelm Fenzl, Onkel Vinzenz (Schlegel; kathol. Pfarrer in Leipzig), Freundin Lentli (? Ottmersheim), Hermann Lielermann, Anna Schof (?) und – bereits übertragen – von Leopold von Lürzer 30.9.1871. - Beigebunden versch. gedruckte Blätter zu Theater und Veranstaltungen in Salzburg: „Gültig für Herrn Kobler und Familie“, schwarz gedruckt, Einladung zum Gesellschafts-Ball... 17.1.1841 im Museumssaale. – [2 Hefte:] Programm zur Feier der fünfhundertjährigen Vereinigung Tirols mit Österreich, Innsbruck 1863. – Sylvester-Abend 1867 im Handels-Casino in Salzburg (mit handschriftlichen Notizen mit den Namen der Ausführenden, u.a. auch Dr.Franz Spängler) [doppelt]. – Programm der Abend-Unterhaltung im Handels-Casino... 15.3.1869, zwei Theaterstücke, mit handschriftlichen Notizen der Namen der Ausführenden, u.a. Fanni Schlegel. – Theaterzettel ohne Jahr. – [Heft:] Festspiel... gespielt von den Enkeln... Goldene Hochzeit... Alois und Therese Spängler, Salzburg 1873. – [Flugschrift:] A Brief von Franz vo Piesenham... 26.7.1874.
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
| + | Weitere Briefe vor allem zwischen [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] (* [[1839]] in der Stadt Salzburg; † [[1912]] in Krems) und seiner Ehefrau Franziska Maria Amalia Schlegel, "Fanni" (* [[1848]] in der Stadt Salzburg; † [[1905]] in Krems; die Tochter von [[Richard Franz Schlegel]] aus der ersten Ehe) = Sosa 19, von Antonia Spängler = Sosa 37, geb. [[Lürzer von Zechenthal]] an den Sohn, vom Bruder [[Otto Spängler]] = Sosa 18 a, sind noch nicht übertragen worden. – Zusammenfassendes über die Familien ist mit "'''#Name'''" markiert (im Anschluss an die Briefe). Vgl. auch: Originale der Sosa 8-Spängler-Briefe [übertragen] ca. 1903 bis 1937 in "weißer Schachtel Nr. 1" im Familienarchiv. |
| − | 30.9.1871, Brief mit Umschlag Fanni Schlegel, Salzburg, an k.k. Gerichtsadjunkt Dr.Franz Spängler, Mödling bei Wien: Sie ist „still zufrieden und daß ich für unser künftiges Heim einiges selbst arbeiten kann“; möchte nach Wien kommen, „noch ist aber wenig Aussicht vorhanden, daß Großmutter diesen Wunsch erfüllen wird“; fortgesetzt Sonntag, 1.10., „du frägst, mein Lieber, ob ich der Engel sein will, der sich an deine Seele schmiegt [ach der Engel ist nur ein armes, schwaches Menschenkind, das wol allerlei gute Vorsätze, aber sehr viele menschliche Schwächen und Fehler hat und von englischen Eigenschaften gar wenig in sich verspürt. [...] Ich will dir einmal eine recht böse Eigenschaft von mir bekennen. Sieh, wenn ich die Großmutter um etwas bitte, erlaubt sie es mir meist nicht sogleich, sondern schlägt manchmal meine Bitte rundweg ab. Hätte ich die Geduld, meine Bitte zu wiederholen, so würde mir dieselbe in vielen Fällen gewährt.“ Man hat ihr gesagt, dass sie als Frau nicht mehr freien Willen haben wird, denn als Mädchen jetzt... „allzeit wird der Mann sie beherrschen“ [...] ‚Und er soll dein Herr sein.’ - Bekam einen Brief von Pfarrer Vinzenz Schlegel, sie hat von der Verlobung an die böhmische Großmutter in Leitmeritz geschrieben, wo Vinzenz gerade auf Ferien war. – Hat aus Zeitmangel die Singstunden aufgegeben. Sollte Franz das dennoch wünschen, so müßte er drei Jahre warten (bis sioe wieder Zeit hat). „Ich bitte mir in diesem Punkte deinen Willen bekannt zu machen.“ Dagegen bekommt sie jetzt mehr englische Stunden; „derweilen spreche ich manchmal mit Minna englisch.“ Minna erzählt ihr über Wiener Verhältnisse; Fanni fühlt sich ratlos gegenüber den möglichen Verhältnissen in Wien, macht sich auf „allerlei größere oder kleinere Ungeschicklichkeiten gefaßt, ehe der Haushalt seinen regelrechten Gang bekommen wird.“
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| − | ====Oktober bis Dezember 1871 ====
| + | Die bisher übertragenen und an SALZBURGWIKI übergebenen Briefe sind jetzt (Ende Oktober 2025) im [[Stadtarchiv Salzburg]], Signatur AT-STARSBG, PA 1564. |
| − | „1871 und 1884, 1887“ Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Fanni aus Salzburg = Nr.19 Fanni Schlegel, * 1848; † 1905, an Franz = Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, durchgehend mit Umschlägen „Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien“, 10. und 11.10.1871. – 14./15.10. – 18.10. – 22./23.10. – 26./27.10. mit Einschreiben. – Briefe von Franz = Nr. 18 Franz Spängler aus Mödling an Fanni = Nr.19 „Frl Fanny Schlegel Salzburg Marktplaz N 10 II Stok“ fast durchgehend mit Umschlägen, aufgedruckte Briefmarken, 30.10.1871. – 4.11. ohne Umschlag. – 9.11. Einschreiben, mit zwei Blumensträußchen [Foto bei Nr. 18]. – 13.11. – 17.11. – 22.11. – 25.11. – 29.11. - 3.12. – 5.12. – 6.12. ohne Umschlag. – 8.12. – 12.12. – 13.12. - 16.12.1871. – Abschiedsgedicht der „Geburtsfrau“ [Hebamme] vor dem Umzug nach Pottenstein. – Brief eines Freundes Albert ohne Datum. – Brief 24.4.1871 aus Linz von Rudolf Handel. – Brief 6.7.1871 aus Salzburg von Hedwig L. – Briefe von Kollegen, Salzburg 1887 mit Brief von Fanni in Pottenstein an Franz in Krems mit Umschlag „1887“. – Brief 30.12.1881/31.12. von Franz und Fanni, Pottenstein, an die Großmutter in Salzburg Nr.79 Fanny Kobler. – Karten-Brief Pottenstein 6.4.1887 Fanni an Franz. - „August 1884“ mit mehreren Briefen in einem Umschlag von Nr.19 Fanni Spängler an Nr. 18 Franz Spängler „Wolgeboren Doctor Franz Spängler kk. Bezirksrichter in Pottenstein a.d. Triesting“ = Salzburg 1.8. – 2.8. mit zweieinhalb Bogen „...behalte lieb deine Alte“, Erlebnisse von der Reise nach Salzburg zur Urgroßmutter. – 2.8. bis 5.8. einenhalb Bogen Franzi (geb. 1877; Nr.9 a Franziska Spängler, 1877-1962) und Fanni. – 12.8. „deine alte Fanni“. –13.8. Franzi, Postkarte mit kleinem, gedruckten Bild von Salzburg. – 17.8. Fanni. – 17.8. Franzi. – 20.8. Fanni.
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
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| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 3.11. dito, 5 ½ Abends: Mein lieber Franz! Heute empfing ich deinen lieben Brief, als wir uns eben bereit machten, zur Seelenmesse der armen Marie zu gehen. Ich konnte denselben nur in großer Eile durchlesen, erst nach Tisch fand ich dann Zeit, deine lieben Zeilen ordentlich durchzustudiren, wie es sich gehört. Daß du, obgleich viel beschäftigt, so fleißig an mich schreibst, macht mir große Freude, und ich bin dir dafür herzlich dankbar. An den Tagen, wo ich einen Brief zu bekommen hoffe, bin ich meist von der Frühe an voll Erwartung, was ich von dir hören werde. Und wenn ich dann den Briefträger kommen höre, ich erkenne meist seinen Tritt, stehe ich oft schon an der Thüre um ja bald in Besitze des Schreibens zu sein. Da ist es dann manchmal eine rechte Geduldprüfung, wenn eine nicht aufzuschiebende Arbeit mir nicht gestattet, gleich an die Lektüre zu gehen. Eröffnet wird aber der Brief gewöhnlich sofort. – Gestern besuchte uns Willi Gattermay[e]r, er empfiehlt sich dir freundlich. Er sagte, daß unsere Verlobung ihn sehr überrascht aber auch recht erfreut habe. Ich war zuerst nicht zu Hause, und da erzählte ihm die Großmutter, in welcher Weise unsere Verbindung sich anbahnte, und zugleich, daß ich öfters den Wunsch ausgesprochen habe, er sollte mein Brautführer sein. Obgleich jetzt kein Zeitpunkt ist für ihn, derlei zu besprechen, zeigte er sich doch wohlgeneigt, dieses Amt zu übernehmen. Es frägt sich nur, ob sein Vater, der bekanntlich manchmal ziemlich eigen ist, nichts dagegen hat. Ich muß sagen, daß es mich freuen würde, da Willi zu meinen besten Jugendbekannten zählt, ja eigentlich ist er und seine Schwestern von unserer Kindheit meine Spielgenossen gewesen. Da darüber werden wir zu Weihnachten mehr sprechen, er hofft nämlich da für 8-14 Tage kommen zu können. – Da sagst, es sei doch zu viel, wenn ich aus Theilnahme für fremdes Leid kaum den Gedanken an mein, an unser Glück recht zu faßen wagte. Ich meine, gerade das eigene Glück macht uns geneigter, dem Schmerz des Nächsten tieferes Mitgefühl zu widmen, wir denken uns ernster in die Lage des Unglücklichen, der uns im Vergleich mit unserer eigenen so viel trauriger erscheint, je heller und schöner das Leben vor unsern Blicken liegt. Einerseits aber bringt ein trauriges Ereignis uns auch die Wandelbarkeit irdischen Glückes in Erinnerung, und in diesem Sinne meine ich, wagen wir kaum das eigene Glück recht zu durchdenken, indem wir an unserem Nächsten erfahren, wie rasch ein trauriger Wehsel eintritt. – Du mußt aber nach diesem nicht glauben, ich schaue so düster und furchtsam in die Zukunft, ich vertraue auf Gottes Güte, die uns sicher durch alle Vorfälle des Erdenlebens führen kann und wird. Für heute muß ich schließen, da ich die Singakademie besuchen will. Es wird für ein Concert am Cäcilienfeste studirt, wo ich mitsingen werde, vielleicht zum letzten Mal. Erinnerst du dich an die Concertprobe, welchem du bei deinem Aufenthalte zu Pfingsten beinerhatest [?]? – 4.11. ½ 9 Uhr früh. Auf deine Frage wegen Schumacher und Emma weiß ich keine bestimmte Antwort. Emma [Emma Seehofer; Freundin; Foto bei 19 Fanni Schlegel/Spängler in einer der roten Schachteln] sagte mir neulich, daß sie doch hoffentlich im Laufe des nächsten Sommers heirathen werden. Sie bedauert, daß ich wahrscheinlich nicht bei ihrer Hochzeit sein werde. Ich erwiderte, sie sollte eine geschickte Zeit zu ihrer Vermählung aussuchen, dann kommen wir Beide, du u. ich per Dampf angefahren an ihrem Hochzeitstag. Findest du vielleicht besser, daß wir warten, damit ich ihre Brautjungfer sein kann? Damit wärst du wol nicht einverstanden, oder? – Mir scheint, du wirst ohnehin ungeduldig genug bis zum April, aber denke an das „Wort der Frau: Es bleibt dabei. Und es bleibt dabei, sagt auch die Großmutter bezüglich der Hochzeitsreise, die wir im Februar noch keinesfalls machen dürften, weder nach Italien noch auch sonst wohin. Also Geduld. – Wo Albert und Emma sich niederlaßen werden, scheint auch noch nicht bestimmt, doch wird häufig von Wien gesprochen. Das wäre recht hübsch, wenn wir so nahe zusammen kämen. Minna Lorinser freut sich auch schon, wenn ich einmal für immer nach Wien komme, sie schrieb neulich, wenn ich komme, wird ihr sein, als ob ein Stück Salzburg in ihr Staubnest käme. So ungebührlich beliebt sie die alte Kaiserstadt zu betiteln, für die sie eben gar keine Sympathie hat. Ich weiß nicht, womit ich es verdiene, daß Minna, so wenig wir uns früher verstanden, mich nun so lieb hat, und so gern bei mir ist. – Nun heute sind noch 50 Tage bis zum Weihnachtsabend, siehst du, ich bin wie ein Kind, und zähle die Tage bis zu dem lieben, schönen Fest. Ich gehöre aber nicht zu den braven Kindern, die an das Christkind schreiben dürfen. Am Ende würde eine solche Correspondenz auch unseren Briefwechsel beeinträchtigen und das wäre wieder dir nicht recht, ich bilde mir sogar ein, daß dich meine Briefe mehr erfreuen, als sie das Christkindl freuen würden, das doch so sehr viele Briefe von viel braveren Kindern kriegt. – Mittwoch 1.Nov. schrieb ich an Frau v.Danner, bin neugierig, wann ich eine Antwort bekomme. – An meine sogenannte böhmische Großmutter schrieb ich zu ihrem Namenstag, sie heißt Therese [Schlegel], und schickte ihr die Fotografien von uns, die Brustbilder. Sie hatte Freude daran und findet auch, daß wir gut zusammen passen. Das finden wir auch, nicht wahr? – Am Allerseelentage ging ich allein in die Franziskanerkirche, nach der hl:Messe besuchte ich am St.Peterfriedhofe die Gräber. Zuerst das deines sel: Vater, wo ich mich auch erinnerte, wie wir Beide an derselben Stelle standen. Was dein guter Vater wol sagen würde wenn er mich sehen könnte. Dann besuchte ich das Grab der armen Fanni Plachetka. Obwohl ich sie nicht kannte, ich sah sie nur einmal, habe ich doch Sympathie für sie, als die Schwester meiner lieben Lida. Zuletzt stand ich einige Augenblicke an dem neuen Grabhügel der armen Marie Gattermay[e]r. Bei Gelegenheit ihres Todes trat mir der Gedanke nahe, wie trostreich der Glaube an ein Fortleben der Seele, an ein einstiges Wiedersehen ist. Resi Gattermay[e]r sagte am Todestag ihrer Schwester, nun uns die gute Marie vorangegangen ist, kann ich mich freuen auf das Hinübergehen ins Jenseits, weil ich weiß, daß ich dort die verklärte Marie wiederfinden werde. Wieviel größer muß der Schmerz der Trennung für Jene sein, die den seligen Glauben an ein künftiges Leben aufgegeben haben! – Doch genug hiervon. – Ich freue mich, daß du soviel Talent zeigst, ein recht guter Ehemann zu werden, doch daran zweifelte ich ohnehin nicht. Ich erkläre mich auch bereit, als deine treue Lebensgefährtin dich auf den verschiedenen Lebenswegen zu begleiten, auch auf denen die Abends ins Gasthaus führen. Wenn wir zum Einkaufe der Möbel u.s.f. im Februar nach Wien kommen, freue ich mich schon, mit dir recht viel Schönes und Neues sehen zu können. Ich werde auch eigens für diese Zeit recht schöne Theaterstücke zur Aufführung bestellen. Hoffentlich wird man mir zu Ehren auch eine Festvorstellung veranstalten, natürlich mit Beleuchtung des äußeren Schauplatzes, meinst du nicht? – Was die Fotografien betrifft, habe ich bereits die Rechnung verlangt, aber noch nicht bekommen, heute will ich wieder danach fragen, wenn ich in die englische Stunde gehe. Ich bitte dann Großmutter, daß sie einstweilen alles berichtigt, wenn du dann zu Weihnachten kommst, werden wir uns ausgleichen. So ist es am einfachsten. Ich bin nun schon sehr neugierig auf unsere Wohnung. Dieselbe früher zu beziehen, wie du vor hast, mußt du doch noch überlegen, hast du denn Jemand zu Bedienung dort? abgesehen davon, daß du im Anfang wenigstens auch mit den Möbeln schlecht versehen sein wirst. Doch das alles läßt sich viel besser mündlich besprechen, darum komme nur ganz gewiß zu Weihnachten, und suche von Herrn Bezirksrichter einen recht langen Urlaub zu erhalten. Sag ihm, ich laße schön bitten! Lebe wol ich freue mich schon so aufs Wiedersehen das kannst du glauben. Es umarmt dich deine Fanni/das Kind/. Großmutter grüßt. – „Marie #Gattermayer“: Partezettel für „Marie Gattermayer“ 22 Jahre alt, gestorben 30.Okt.1871.
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ==== | + | ==== "Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co" ==== |
| − | 1871 bei den Briefen von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 8.11. Correspondenz-Karte von Salzburg nach Mödling, 9 Uhr früh: Sendung soeben erhalten, sehr erfreut, herzlichen Dank dafür. Brief wird heut Abend geschrieben. F. S.
| + | Gertrude Maier schrieb [[1973]] eine Wiener Dissertation über die "Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co". Sie weist darauf hin, dass die Spängler Bank ([[Spänglerbank]]) die älteste, noch bestehende Privatbank in Österreich ist. Sie wächst nach einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs in Salzburg im 19. Jahrhundert heran. [[Salzburg unter Napoleon|Napoleonische Truppen haben Salzburg]] [[1809]] besetzt; es gibt auch eine Einquartierung im Hause Spängler. Der Krieg bedingt einen erheblichen Rückgang des Handels (u. a. durch die Zollgrenze zum [[Herzogtum Bayern]]), und die Einwohnerzahlen sinken bis um 1830. Erst danach gibt es eine langsame Erholung, der dann auch den [[Fremdenverkehr]] einschließt, und z. B. ab [[1842]] gibt es jährliche [[Mozartfest]]e, welche auch von der Spängler-Bank gefördert werden. |
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| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 8.11. Brief 5 Kr. gestempelt, von Salzburg nach Mödling, ¼ nach 8 Uhr Abends: Mein lieber Franz! Wie gern hätte ich heute früh gleich nach dem Empfang deiner Sendung meine Freude und meinen Dank ausgesprochen, allein ich hatte durchaus nicht Zeit zum Schreiben, und mußte mich begnügen, die Postkarte mit den wenigen Worten abzusenden, die hoffentlich in deine Hände kommt. So nun einen herzlichen Dank sowol für deinen lieben Brief als auch für das schöne Buch, womit du mich überraschtest. – Ich brauche dir wo[h]l nicht zu versichern, daß ich auch so daran gedacht habe, daß ich nun schon volle zwei Monate deine Braut bin, ebenso wenig wirst du zweifeln, daß ich große Freude mit deinem schönen Hute habe. Ich erinnere mich wol im Allgemeinen an jene Aufführung der Frithiofsage, doch ist mir das Werk in seinen Einzelheiten fremd geblieben. Ich werde bald mit der Lektüre beginnen, obwohl ich recht wenig Zeit zum Lesen habe. Neben den Arbeiten für die Ausstattung haben wir nun auch die Näherin, ich denke, du wirst seinerzeit auch einmal die Erfahrung machen, was das zu bedeuten hat. Die Anwesenheit der Näherin ist auch Ursache, daß ich unter Tags nicht zum Schreiben komme, sonst würde ich ganz gewiß heut Früh geschrieben haben damit die Verzögerung des Briefwechsels aufgehoben worden wäre, denn, wie du schon gesehen haben wirst, habe ich erst heute dein Paket erhalten, wo ich schon gestern [auf] einen Brief gehofft hatte. – Um nicht zu vergeßen, muß ich gleich jetzt einem Auftrag des Dr.Kanisch nachkommen. Er ersuchte mich nämlich bei Gelegenheit seines Abschiedsbesuches, dich von ihm freundlich zu grüßen, und dich zu ersuchen, du möchtest ihn wißen laßen, wann und wo er dich in Wien treffen könne, da er sehr wünscht, dich zu sehen. Er wird bis gegen Mitte Dezember in Wien bleiben, wenn du also im Laufe der nächsten Wochen einmal einen Tag in Wien zuzubringen gedenkest sei so freundlich etwa zwei Tage früher den Dr.Kanisch davon zu verständigen. Der betreffende Brief wäre an das allgemeine Krankenhaus zu adressiren. Dr.K: hat mir schon seine Fotografie gegeben, er wäre auch bereit gewesen, für dich ein Exemplar zu hinterlegen, doch dankte ich ihm dafür, ich meine wir sind mit dem einem Bild zufrieden, nicht wahr? – Es ist gut, daß du mir jetzt schon sagst, daß du zu Weihnachten das „Wort der Frau“ umzustoßen suchen willst, ich werde mich gefaßt machen, recht fest dabei stehen zu bleiben, schon um Standhaftigkeit zu beweisen. So lange ich zu Hause bin, wird meine Widerstandsfähigkeit größer sein, besonders wenn ich meine Großmutter als Verbündete weiß, aber später fürchte ich wird es mir manch liebes Mal gehen, wie bei der Affaire vom du sagen. Da mußte ich auch bald klein beigeben. – Ich stimme daneben durchaus für den April [für den Hochzeitstermin], länger möchte ich aber doch auch nicht warten. Wenn die Emma mich als Brautjungfrau will, muß sie sich schon beeilen. Frau Marie, denke ich, hat deine Aufträge an Emma entrichtet, sie hat auch mir gesagt von deinem Briefe. – Für morgen Nachmittag haben sich die Zellerischen bei uns angesagt. Wie oft denke ich an das nächste Weihnachten und freue mich, wenn wir wieder beisammen sein werden! Wie viel giebt es doch zu besprechen, wozu man auch bei noch häufigerem Briefverkehr nicht kommt. – Mit deiner guten Mutter kommen wir jetzt nicht häufig zusammen, sie ist ja viel in Anspruch genommen. Für heute aber „Gute Nacht, mein Lieber, morgen werde ich wol nur wenig noch schreiben können, dann es ist eben wieder die Näherin schuld. – Die Großmutter, welche dich grüßt, ist über das Befinden des Briefträgers nun auch beruhigt. – 9.Nov. ½ 8 Uhr früh. Ich kann wirklich nicht mit Ruhe weiter schreiben, und bitte dich, mich zu entschuldigen. Mein nächster Brief wird hoffentlich wieder länger. Schreib nur recht bald wieder und behalte lieb deine treue Fanni. – Mein Vater läßt dich grüßen.
| + | Handelshäuser mit Bankgeschäften gibt es in Salzburg seit dem [[17. Jahrhundert]], genannt wird u. a. [[Mathias Gschnitzer|Matthias II. Gschnitzer]] (* [[1808]]; † [[1884]]). Die Spängler fangen ab [[1828]] mit Bankgeschäften an, wobei man ein Handelshaus mit Tradition seit dem [[14. Jahrhundert]] übernimmt (zuletzt Andre Mayr, dann [[1827]] J. A. Duregger; daneben ab [[1810]] "Spängler & Trauner"). Die Duregger-Handelsgesellschaft mit Bankgeschäften gibt es ab [[1828]], ab [[1855]] übernimmt das "Spängler & Trauner". Ab [[1870]] hat [[Carl Spängler]] nur noch die Bank, die bis dahin das einzige große Geldinstitut in Stadt und Land Salzburg ist. Die Familie Duregger besaß das Haus [[Getreidegasse]] Nr. 3. Sie zieht 1855 um in ein ansehnliches Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verheiratet mit Carl Spängler, erbt dieses Haus, das im Familienbesitz bleibt. |
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
| + | Der Ahnherr Franz Anton Spängler (Spangler) ist [[1705]] in Dietenheim bei Bruneck in Südtirol geboren; er ist seit [[1729]] in Salzburg (d. h. seit diesem Jahr gibt es Briefe an ihn nach Salzburg). Er erwirbt [[1731]] das Bürgerrecht und durch eine erste Heirat das Haus "[[Alter Markt]] Nr. 2" (das "Gehmacherhaus" [[Gehmacher]]; Handlung mit Teppichen und Tuchen). Durch eine zweite Heirat erwirbt er 1744 die "Lang’sche Bettenhandlung", und ab [[1748]] hat er selbst einen Tuch- und Seidenhandel. Der Enkel [[Alois Spängler]] ist 1800 geboren, er führt das Großhandelshaus (mit praktisch ‚allen’ Waren) und das Tuchgeschäft am Alten Markt (daraus wird dann ab 1832–33 die Zentrale der [[Salzburger Sparkasse]]). Alois Spängler ist zudem [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] von Salzburg [[1854]] bis [[1861]]; unter ihm werden die Bastionen und einengenden Befestigungsanlagen geschleift. |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 11.11. dito, Brief 5 Kr. aufgedruckt, von Salzburg nach Mödling: 8 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Freudig überrascht empfing ich deinen lieben Brief. Ich hatte erst für morgen einen erwartet. Ich danke dir für denselben herzlichst, ebenfalls für die hübschen Blumen, die mir sagen, daß du auch inmitten der Arbeit liebevoll mir gedenkest. Ich werde sie sorgfältig aufbewahren und an ihrem Anblick mich öfters erfreuen. Denke dir, heut Nacht träumte ich, du seist gekommen, und empfand innige Freude darüber. Wie schön wird es sein, wenn dieser Traum zur Wahrheit wird. Hoffentlich liegen nur noch 6 kurze Wochen zwischen heute und dem Tage des Wiedersehens. – Kurze Wochen sage ich, denn mir verfließt die Zeit rasend schnell. Wenn ich zurückdenke scheint mir die Zeit vom 3.Juni [da hat er um ihre Hand angehalten; vgl. Brief vom 6.12. Ihr Geburtstag ist der 1.6.; die Verlobung war im September; in einem anderen Brief am 27.8.71 wird noch „Sie“ geschrieben, nicht geduzt] wie eine kurze Reihe von Wochen, nicht wie 5 Monate. Und auch die 5 Monate bis zum 10.April werden rasch verfloßen sein, wenn du nur etwas mehr Geduld haben wolltest. Denke nur, kommt erst Weihnachten, wo wir wenigstens einige Tage beisammen sein werden, so wird bis zu unserer Vereinigung für immer, keine so lange Trennung mehr stattfinden wie die nunmehrige, denn Mitte Februar hoffe ich die Großmutter zur Wiener Reise bewegen zu können, also sind nur 6 Wochen, und von Wien zurückgekehrt, bleiben mir ebenfalls nur noch 6 bis 7 kurze Wochen, um Alles für die Hochzeit und die Umsiedlung zu bereiten. Und wie viel wird es da noch zu besorgen geben! Darum empfehle ich dir, anstatt immer wieder am „Wort der Frau“ zu rütteln, lieber heilsame und nützliche Betrachtungen über das Thema Geduld anzustellen und dir einige Sentenzen zu Gemüt zu führen, z.B. Geduld überwindet Alles, oder mit Geduld und Zeit wird aus dem Maulbeerblatt ein Atlaskleid u. so fort. Ich erinnere mich, dir schon einmal Ähnliches angerathen zu haben als Beruhigungsmittel bei Anfällen von Ungeduldsfieber. – Für heute schließe ich mit dieser Ermahnung, ich werde morgen um 7 oder ½ 8 Uhr in die Kirche gehen, so bleibt mir eine ruhige Zeit um Vormittags den Brief zu vollenden. Heute Nacht, du lieber, vielleicht träume ich wieder von dir! Wie froh macht es mich doch, zu wißen, daß du mich lieb hast! Gute Nacht! – 12. Nov: ½ 9 Uhr früh. Guten Morgen! Hast du gut geschlafen? Ich war wirklich um 7 Uhr in der hl. Messe und habe für uns Beide gebetet. Mit dem Träumen von dir aber war es Nichts diese Nacht, ich werde das Versäumte mit offenen Augen nachholen, was oft genug vorkommt. Thust du es auch? Heute über 6 Wochen hoffe ich dich in Salzburg begrüßen zu dürfen! Heute Nachmittag ist wieder Konzertprobe im Landtagsaale. Es wird „Athalie“ [nach Racine] von Mendelssohn einstudiert. Professor Maier spricht den verbindenden Text, die Musik ist wunderschön. Ich liebe Mendelssohn, ich finde seine Musik liegt auch dem Verständnis des musikalisch wenig Unterrichtetem mehr. Ich war meines Erinnerns nicht mehr im Landtagssaal seit jenem Conzert am 1.Juni. Die Probe muß am 30. o. 31.Mai gewesen sein. Ich erinnere mich, daß ich damals wol bemerkte, daß deine Blicke häufig auf mir ruhten und du warst mir sehr aufmerksam gegen mich vorgekommen, aber ahnungslos wie ich war, machte ich mir keine weiteren Gedanken darüber. Ich hegte ja damals die Meinung um mich bekümmert sich Niemand. Aber nun weiß ich ja daß sich Jemand um mich bekümmert und nicht nur dies, sondern daß mich dieser Jemand auch noch lieb hat. Und daß ich dieses weiß macht mich so glücklich. – Am 16 November sind es zwei Jahre, daß Großmutters Leiden mit der Hand anfing. Es begann damals eine rechte Schule des Lebensernstes für mich, und wenn ich darüber nachdenke, so muß ich mir sagen, daß ich nicht ohne Vortheil dieselbe durchmachte. Bis dahin war ich mir nur vorübergehend der ernsten Seite des Lebens bewußt geworden, und ich war in der Lage gewesen meine moralische Kraft zu erproben. In den langen Leidenswochen mußte ich lernen meinen Mut und meine Thatkraft aufrecht zu halten, und es wäre mir damals leichter gewesen selbst körperlich zu leiden, als den fortgesetzten Anblick des Leidens zu ertragen, und dabei so viel als möglich die mir sonst eigene Heiterkeit zu bewahren. Freilich meinte ich damals oft, so harmlos lustig wie ich gewesen, könne ich nimmer werden. Dann kam unser Aufenthalt im Weinbründl und die Zeit wo, du weißt es ja, in mir der Wunsch und der Glaube lebte L.Z. [Ludwig Zellner?] denke mit mehr als nur freundschaftlichem Interesse an mich. Du erinnerst dich wol daß ich dir sagte, auch diese Zeit innerer Erregung sei nicht ohne Vortheil für mich gewesen. Ich fand damals nicht recht Worte, diese sonderbare Behauptung zu erklären, ich will es heute versuchen. Es zeigte sich bald, daß ich keinen Grund hatte, dem Gedanken nach L. in solcher Weise nachzuhängen, doch wollte ich nicht so rasch dran glauben. Im täglichen Verkehr mit der ganzen Familie Z. kam mir freilich auch erst allmählich und später, die Überzeugung, daß ich nicht die Eigenschaften habe, für dieses Haus zu passen. Ich mußte auch lernen mich völlig zu beherrschen, denn ich war stolz genug, Niemand zu zeigen wie es mit mir war. Nur Lida wußte davon, die ich aber gerade in der Zeit ziemlich selten allein sah. So konnte ich auch, nachdem ich klar genug sah, daß L. entweder nie in solcher Weise wie ich gemeint, an mich gedacht hatte, oder daß er eingesehen hatte, daß wir nicht zueinander passen würden, den gewohnten freundlichen Ton gegen ihn festhalten, der hoffentlich fortbestehen wird, daß ich aber den Mut hatte, einer unerwiderten Neigung wegen nicht mich selbst für unglücklich zu halten, daß ich die Kraft hinzu[neh]men hatte, das nenne ich den Vortheil, von welchem ich sprach. Mit kurzen Worten, durch diese Sache ist mein Charakter fester, bewußter geworden. Daß ich nun geliebt werde und die Neigung erwidern kann, nehme ich als ein unverdientes Glück an und will nur suchen mich desselben nicht unwert zu zeigen. Ich will deine Liebe, du Lieber, Guter, zu verdienen suchen, indem ich so viel als möglich das sein werde, was du von mir erwartest, eine treue, liebende Gefährtin für dich, durch unser Leben. - Ich wurde hier unterbrochen, und ehe ich wieder zu schreiben beginne las ich auch das Vorstehende wieder durch. Es kommt dir vielleicht eigen vor, daß ich so schreibe, aber ich hatte mir vorgenommen, diesen Punkt einmal zu besprechen. Und damit genug davon. Weißt du, unser erstes und gemeinschaftliches Eigenthum sind vielleicht die Alpenblumen, die ich von jenem Alpenfeste am 8.September heimbrachte und davon einen Theil ich dir dann gab. Hast du sie noch? Nächsten Sommer werden wir wol mitsammen Blumen suchen, wenn du mich spazieren führst, oder auf geschäftlichen Ausflügen mitnimmst. Ob wir wirklich zu englischen Studien kommen? Wir wollen sehen! Du mußt schon deswegen bis zum April warten, damit ich in der englischen Conversation gewandter werde. Ich bilde mir ein, ich bemerke doch, daß ich etwas fließender englisch spreche, seit ich zu Miß Ung gehe. Auch englisch Lesen übe ich mich. Es ist nun 12 Uhr und ich schließe meine Zeilen, indem ich genau wie du rechne, wann ich wieder einen Brief erhalte. Lebe wol und behalte lieb deine Fanni. Großmutter grüßt.
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ==== | + | ==== Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz ==== |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 13.11. ein Blatt ohne Umschlag [Vermerk Franz Spängler:] XL 15/11 1871 beantw mit XLI 18/11 1871. – Mein lieber Franz! Ich kann diese Gelegenheit nicht vorüber gehen laßen, ohne wenigstens einige Worte des Grußes beizufügen. Deine Mutter ist soeben bei uns, und ersuchte mich ihren Brief zu adressiren. Eben war Emma bei mir, um mir zu sagen, daß Albert an Stelle des kürzlich verstorbenen Dr.Gstöttner nach Hallein kommt und zwar binnen 8 bis 14 Tagen. Somit wird Emma wahrscheinlich auch im nächsten Frühjahr heirathen. Emma ist natürlich sehr erfreut. Lebe wol und behalte mich lieb. Übermorgen hoffe ich [auf] einen Brief. Es umarmt dich herzlich deine treue Fanni.
| + | Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, [[1871]], über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen nicht so sehr Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist [für mich] schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so ‚nahen’) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen ‚Nähe’ und ‚Ferne’, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des 19. Jahrhunderts, liegt m. E. der Reiz der Briefe. – An vielen Stellen werden wir nachdenklich, z. B. in Fragen der Erziehung der Kinder: Wie kann man etwa einem zögernden Mädchen von acht Jahren in der ersten Schwimmstunde ‚Feigheit’ vorwerfen und ernsthaft darüber diskutieren? Meine Großmutter, Johanna Spängler (* [[1882]] ; † [[1973]]), verheiratet mit Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), wohnte in Krems an der Donau und in [[Unterach am Attersee]]; sie ist bei einem der letzten der übertragenen Briefe, [[1897]], gerade fünfzehn Jahre alt. Gertraud Saska (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet mit Hellmut Saska (* [[1911]]; † [[2002]]), Krems, ist eine Tochter dieser Johanna Holzapfel und meine<ref>des Autors Otto Holzapfel</ref> Tante. Von ihr und aus ihrem Nachlass habe ich diese Briefe. |
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ==== | + | == Literatur == |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 15.11. Brief 5 Kr. aufgedruckt. „XLI erh 17/11 beantw 18/11“. Herrn Doctor Franz Spängler...: 5 ¾ Uhr. Mein lieber Franz! Wenn dieser Brief etwas verwirrt sein sollte, so bitte ich, dich hierüber nicht zu wundern, da die holde Näherin an meiner Seite sitzt und ab und zu mit mir spricht. – Für deinen lieben Brief meinen besten Dank, hast du noch nichts über das Befinden deines Hrn: Collegen erfahren, weißt du, sein Wol liegt mir sehr am Herzen, und ich wünsche innig seine Genesung vor Weihnachten! Das klingt sehr edel, nicht wahr, und doch ist es der reine Egoismus, der aus mir spricht, denn ich möchte dich so gerne für länger hier haben zu Weihnachten, und so sollten nur wenige Tage des Beisammenseins uns gegönnt sein. Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß du doch eine Woche hier zubringen wirst können. O wie ich mich freue! Meine Großmutter ist soeben sehr böse auf mich, doch fühlt sich mein Gewissen ganz ruhig darüber. Verzeihe wenn ich dir so unwichtiges erzähle. Erinnerst du dich, als wir am 16 September bei der Überfuhr [Fähre] waren, wurde davon gesprochen, daß im Laufe dieses Winters regelmäßige Leseabende bei Ludwig Zellner stattfinden sollten. Meines Wissens wurde auch später die Großmutter unterrichtet. Seither war keine Rede mehr und ich dachte mit den Leseabenden wird es Nichts. Heute früh nun meldet sich Lida daß heute der erste Leseabend in Ludwigs Wohnung sein werde. Ich dachte gleich, daß Großmutter nicht damit einverstanden sein werde und wagte heute den ganzen Tag nicht davon zu sprechen. Gegen 4 Uhr kommt Mama Zellner und macht für heute und jeden 6.Tag die Einladung. Großmutter sagt zu meiner Verwunderung ziemlich freundlich zu. Mittlerweile kam deine gute Mutter mit dem kleinen Otto, und ich ahnte nichts Schlimmes. Kaum waren wir aber allein, als Großmutter schrecklich mit mir zankte, daß ich nicht früher etwas gesagt habe X [eingefügt] daß ich ein falsches Geschöpf bin X ferners daß ich keinen Sinn für Häuslichkeit habe, sondern immer fortlaufen will u. s. fort. Ich blieb ganz ruhig Gott sei Dank, aber gekränkt haben die Vorwürfe mich doch. Ich gestehe, daß ich ganz gern an den Lesungen teilnehmen würde, wenn nicht die Großmutter so böse darüber wäre. Sie will jetzt überhaupt gar nicht, daß ich irgendwohin gehe, am wenigsten daß ich einen Abend außer dem Hause zubringe. Was wird sie thun, wenn ich einmal ganz fort bin. O, ich habe Angst vor dem Abschiede, ich fürchte, sie wird sich sehr schwer an meine Abwesenheit gewöhnen, wenngleich sie mir in der Aufregung heute versicherte, sie sei froh, wenn ich fort bin. – Liebster Freund, sei nicht böse über dieses Geschreibsel, es war mir eine Erleichterung, denn daß ich durch so etwas nicht erheitert werde, kannst du dir denken. Ich kann es nicht ertragen, Jemand gegen mich aufgebracht zu wißen und ich werde auch jetzt mein Bestes thun, daß Großmutter wieder gut wird. Um deine Frage der Wahrheit gemäß zu beantworten, will ich nur gestehen, aber ganz heimlich, daß es mir wol gar viel lieber ist, wenn du mit Ungeduld den Tag herbeisehnst, wen[n] ich dein werde, als wenn du allzu gleichmüthig sein Herankommen erwartest, und ich meine, auch ich würde mehr Ungeduld empfinden, sähe ich nicht noch so sehr viel zu thun vor mir, daß ich oft meine, es ist gar nicht möglich, daß Alles fertig wird. Wenn nur erst Weihnachten ist! Nun ich deine Frage beantwortet habe, möchte ich ganz gehorsamst um eine nützliche Auskunft bitten, und zwar, ob du mir sagen könntest, wie man von Mödling Correspondenzkarten am sichersten an Frau Antonia Spängler in Salzburg [Mutter vom Franz, „unsere Mutter“] befördert? Indem man sie ohne Adresse anschreibt, nicht wahr? – Nun muß ich mich zum Leseabend rüsten, daher lebe wol, mein Lieber. [auf dem Kopf:] Großmutter grüßt. Deine gute Mutter trug mir auch gestern viele Grüße auf. – 16. November ½ 10 Uhr früh. Nachdem ich meine Pflichten am Bügelbrett erfüllte, gestatte ich mir, ein halbes Stündchen mit dir zu plaudern. Vorerst muß ich berichten, daß Großmutter heute wieder ziemlich gut ist. Der gestrige Leseabend war ganz hübsch. Es wurde aus dem Buche „über menschliche Schwächen“ gelesen, weißt du, wir haben es bei Zellner mitsammen durchblättert. Ich malte mir gestern aus, wie hübsch es sein wird, wenn wir in unserer eigenen behaglich eingerichteten Wohnung miteinander lesen werden. – Letzten Samstag begann ich die Frithiofssage zu lesen, bin aber erst bis zum 3.Gesang gekommen, da ich die für jeden Abschnitt treffenden Erklärungen gleich mitlas. Es ist mir interessant, daß soviel über die nordische Götterlehre in dem Buche enthalten ist, ich hatte längst gewünscht den altgermanischen Sagenkreis etwas näher kennen zu lernen. – Heute treffen aus Geibels Gedichten [Emanuel Geibel, 1815-1884]: Sehnsucht u. das Sonett: Dichterleben, ich hoffe wir sind bezüglich der Gedichte in der Ordnung [gemeinsame parallele Lektüre]. – Die Sammlung deiner lieben Briefe ist für mich ein liebes Eigenthum, und es geschieht wol in freien Minuten, daß ich mich an dem Anblick des stattlichen Paketes erfreue, auch wenn ich Zeit habe, einen oder den anderen Brief durchlese. – Das habe ich im Leben nie gedacht daß ich einmal so viele Briefe schreiben werde, und daß mir diese Beschäftigung so lieb werden könne, denn bis zum Juni 1871 hatte ich wenig Lust am Briefschreiben. Es ist gut, daß ich mich im Briefschreiben übe, da ich von hier fortkomme, werde ich wol ziemlich oft die Feder zur Hand nehmen, um nicht ganz aus dem Verkehr mit meinen hiesigen Bekannten zu kommen. – Doch ich darf nicht mehr weiter schreiben, sondern muß wieder nach meiner Arbeit sehen. Jetzt sind noch 21 Wochen bis Anfang April. – Daß du für den nächsten Brief mehr Muße findest wünscht herzlich deine treue Fanni – „Frithiofssage“: wohl „Frithiofs saga“ in 24 Gesängen von Esaias Tegnér, 1825; aus dem Schwedischen ins Deutsche übertragen 1826 und 1841 (und neuere Übersetzungen). Mit „Aufführung“ ist vielleicht ein Leseabend gemeint.
| + | [nicht eingesehen] |
| | + | * H. Widmann: Geschichte Salzburgs, Bd. 1–3, 1907 ff.; |
| | + | * [[Heinz Dopsch]]; [[Hans Spatzenegger (Publizist)|Hans Spatzenegger]]: "[[Geschichte Salzburgs, Stadt und Land]]", 1981. |
| | + | * [[Franz Valentin Zillner|Franz V. Zillner]]: [[Geschichte der Stadt Salzburg (Buch I.)|Geschichte der Stadt Salzburg]], Bd. 1 und 2, Salzburg 1885–1890. - hier zitiert: "Dopsch, 1996": Heinz Dopsch, [[Robert Hoffmann]]: "[[Salzburg. Die Geschichte einer Stadt.]]", Salzburg - München 1996. |
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| + | Angefügt sind bis [[1938]] u. a. die Briefe und Postkarten, die sich meine Großeltern schrieben, nämlich (Sosa 9) Johanna [Hansi] Holzapfel, geb. Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet 1904 mit (Sosa 8) Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940). Sie schreiben u. a. über ihre Kinder, Rupert (geboren 1905 in Krems a.d.Donau) – das ist mein Vater – , Walter (* 1909), Traudl (* 1917) und Otto (* 1920). |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 19.11. dito 8 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Mit aufrichtiger Freude empfing ich zur gewohnten Stunde deinen lieben Brief für welchen ich dir bestens danke. Ich fühle mich sehr geschmeichelt von deiner Versicherung, daß dir, tro[t]z des vielen Schreibens, welches deine Stellung mit sich bringt, der Briefwechsel mit mir nicht zur Beschwerde wird. Ich wünsche mir auch, daß dir meine Briefe eben solche Freude machen mögen, wie die deinen mir. Dabei muß ich auch bemerken, daß mein „ich darf nicht mehr weiter schreiben nur so gemeint war, daß ich mir selbst nicht mehr erlaubte, weiter zu schreiben, sondern mich verpflichtet fühlte eine Arbeit zur Hand zu nehmen. In dem Punkte des Schreibens ist meine Großmutter ganz tolerant Sie sieht eben gut genug ein, daß unser lebhafter brieflicher Verkehr die einzige Entschädigung für unser Getrenntsein ist. Es ist schon recht gut, daß keines von uns im Kaukasus ist! – Heute über 5 Wochen um diese Zeit sind wir hoffentlich recht glücklich und froh beisammen. Wie viel werden wir uns zu sagen haben! Wenn nur dein Hr: College gewiß gesund wird. – Seit dem Sturm vom Mittwoch [Großmutter ärgerlich] der aber am Donnerstag noch ein ziemlich heftiges Nachspiel hatte, ist die Luft wieder rein, und sind Großmutter und ich wieder auf dem gewohnten freundlichen Fuße. Ob ich an den besprochenen unangenehmen XXX ganz unschuldig bin, wage ich nicht zu entscheiden, meine Sanftmut, weißt du, ist eben nicht unbesiegbar, aber für falsch halte ich mich wirklich selbst nicht, und hoffe, du wirst dich dereinst von meiner Wahrheitsliebe überzeugen. Doch das klingt fast wie Selbstlob, ich hoffe, du wirst es nicht so auf[fassen.] – Die Trennung wird mir immerhin schwer genug bleiben, obwohl ich gut einsehe, daß es für uns Allen besser ist, wenn wir, du u. ich nach unserer Weise uns einrichten können, und dieses ist nur möglich wenn wir ganz unabhängig von unseren Angehörigen leben. Man wünscht mir vielseitig Glück, daß Mödling mein nächster Aufenthalt sein wird, ich bin schon sehr neugierig wie unsere Residenz aussieht. – Was das Schreiben betrifft, glaube ich gerne, daß du nach vollendeter Tagesarbeit keine besondere Lust mehr dazu hast, und bin gar bereit, seinerzeit einen guten Theil der Korrespondenz zu übernehmen, und ich denke, ich werde einen ziemlich ausgebreiteten Briefwechsel zu unterhalten haben, um mit allen meinen hiesigen lieben Bekannten ein wenig in Verkehr zu bleiben. – Wegen der Hebelschen Geschichten bitte ich dich, in deinem nächsten Brief den Tag zu bestimmen, an welchem ich beginnen soll, je drei Geschichten zu lesen. – Heute wurde also das Konzert abgehalten, zu meiner Verwunderung ging es besser als ich gehofft hatte. Am Freitage bei der Generalprobe war noch nicht Alles gut gegangen. Es war heute ein sehr elegantes Publikum. Auch Erzherzogin Sofie war zugegen. Unweit unseres Platzes saß auch Abt Eder. Ich mußte an Allerlei denken, als ich ihn so betrachtete. Einmal bildete ich mir auch ein, er faße mich ziemlich aufmerksam ins Auge. Vielleicht bin ich ihm etwas bekannt vorgekommen. Vielleicht habe ich mich übrigens auch getäuscht. Am Freitag Abend war mir ein großer musikalischer Genuß zu Theil, nämlich ich durfte einer Soirée des bekannten Florentiner Quartetts beiwohnen. Diese Soirée fand im Saal des Oser [?] Hofes statt und war vorzüglich schön. Eine Serenade von Haydn und ein Scherzo von Beethoven entzückten mich besonders. – Emma ist natürlich sehr glücklich, daß das Ziel ihrer Wünsche so nahe gerückt ist. Ich freue mich für sie und wünsche herzlich, daß Albert in Hallein eine recht angenehme und einträgliche Stellung erlangt. Ich bin nur neugierig ob ich Emmas Brautjungfrau werde oder Emma die meine. Ich denke, es wird sich kaum um mehr als um einige Wochen handeln. Am gleichen Tage Hochzeit zu halten, wäre wol nicht gut ausführbar, schon deshalb, weil Emmas Hochzeit jedenfalls in ihrem eigenen Haus gefeiert werden wird. Dies ist auch der Grund, daß Emma bis zum Frühjahr warten wird, damit die Hochzeit im Hofe gehalten werden kann. – Es ist nun ½ 10 Uhr und ich schließe meine Zeilen, und werde wol morgen früh nur ganz wenig mehr beifügen, da die Stunden wo es helle ist, jetzt so wenige sind, die ich daher um so gewißenhafter benützen muß, sonst wird wirklich nur 1 Stück in jeder Woche fertig. Gute Nacht lieber Freund daß du recht gut schläfst, wünscht herzlich deine treue Fanni. – 20 Nov: ¾ auf 8 Uhr. Ich füge nur noch einen freundlichen Morgengruß bei und die Bitte, behalte mich lieb. Es umarmt dich, du Lieber deine aufrichtige Fanni. – Grüße von Großmutter und Vater. Ich bin sehr einverstanden, wenn mein künftiger Haushalt zuweilen vom k.Jagdamt versorgt wird. - „Abt Eder“: neben einem Partezettel für Peter Paul Eder ( -1851), Hallein, und Maria Th.Eder ( -1865) liegt ein Gruß „Zum XVI.Geburtstage“ von „Benediktiner P.Albert Eder“ [später Erzbischof von Salzburg Franz de Paula Albert Eder] als „Freund und Bruder“ [Franz Spängler, siehe: Briefe 1853 (und 1876,1883].
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| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 24.11. dito 6 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Du mußt doch den Brief zu spät aufgegeben haben, da er erst heute früh 8 Uhr in meine Hände kam. Wie du dir denken kannst, hatte ich um so ungeduldiger auf seine Ankunft gewartet. Ich danke dir bestens für deine lieben Zeilen. Deinen Rath, mir keine zu großartige Vorstellung von Mödling zu machen, will ich getreulich befolgen, ich hatte es übrigens bis jetzt auch noch gar nicht versucht, viel öfter male ich mir aus, wie ich meinen künftigen Haushalt einrichten werde, wie sich unsere Lebensweise gestalten wird. Häufig auch begehre ich den Rath der Großmutter für diesen oder jenen möglichen Fall, damit ich als Frau nicht ganz unvorbereitet den täglichen Vorkommnissen gegenüber stehe. Du würdest lachen müßen, wenn du hören könntest, wie ich mich oft um manche Kleinigkeiten bekümmere deren Vorhandensein sonst kaum von mir bemerkt wurden, die aber aufhörten für mich bedeutungslos zu sein, seit ich weiß, daß ich mich in nicht zu ferner Zeit damit beschäftigen müßen werde. – Ob ich Heimweh bekommen werde? Vielleicht; vor Langeweile fürchte ich mich nicht, ich denke, ich werde mich wol in den Stunden, wo du nicht bei mir sein wirst, zu beschäftigen wißen. Kommt manchmal eine Stunde, wo ich die bisher gewohnte Umgebung vermiße, und zuweilen wird früher eine kommen, so bitte ich dich schon jetzt um Geduld, ich hoffe solche Stimmungen sollen rasch vorübergehen. In dieser Hinsicht halte ich es für entschieden besser, wenn ich erst im Frühjahr meine bisherige Heimat mit der neuen vertausche, ich meine, wenn alles um mich grünt und blüht, werde ich auch leichter Wurzel faßen können in fremder Erden. Und dann, denke ich auch, wird deine Liebe zu mir der Sonnenschein sein, den die Pflanze so nöthig hat, zum Gedeihen. Es ist nun Emma’s Hochzeit für den Monat Februar festgesetzt. Siehst du – jetzt werde doch ich ihre Kranzjungfrau. Wahrscheinlich wird Emma am 10.Februar heirathen, die Hochzeit wird also in der Stadt im eigenen Hause gehalten. Zu unserer Hochzeit kommen dann Albert und Emma schon als ehrsame Eheleute. Es ist eigentlich nicht mehr also billig, daß die Beiden vor uns heirathen, sie warten ja schon mehr Jahre lang aufeinander als wir Monate. Im Hause Zeller giebt es nun auch Vieles noch zu thun, bis Emmas Haushalt vollständig eingerichtet sein wird. – Daß du an deiner Mutter eine Bundesgenossin hast, habe ich längst gewußt, ich weiß nicht warum sie mit solcher Ungeduld unsere Vereinigung erwartet. – Ich denke nach deinem Vorschlag wird sich Alles gut ordnen. Wie viel wird es noch zu besorgen geben, die letzten Tage vor der Trauung! – Wohin uns die Hochzeitsreise führen wird, bin ich neugierig, wenn du zu Weihnachten hier bist, wollen wir Reisepläne machen. Mit Freude vernehme ich, daß deine College sich auf dem Wege der Besserung befindet, und also Aussicht ist, daß du doch mehrere Tage hier bleiben kannst. Wie schön wird es sein, wenn wir dann gemüthlich mitsammen plaudern können! Wie manches [Mal] möchte ich oft sagen, wenn du bei mir wärst, bis ich zum Schreiben komme, ist bereits wieder ein ganz anderer Gedankengang gekommen und, was ich aussprechen oder fragen wollte, bleibt unausgesprochen. – Nun ist die Fasanparthie auch vorüber, hast du dich gut unterhalten? Ich werde also am 29. mit den drei Gedichten beginnen. Die für jeden Abend bestimmten Gedichte zu lesen ist mir eine liebe Gewohnheit geworden, ich denke dabei immer, nun begegnen sich vielleicht unsere Gedanken. Besonders hübsch habe ich das „Zauberschloß“ gefunden. Wenn ich die beiden Gedichte gelesen habe, nehme ich die Frithiofssage zu Hand, ich bin gestern mitten im 8.Gesang stehen geblieben. Je weiter ich lese, desto besser gefällt mir das Buch. – Ich werde achtgeben auf das von dir erwähnte Feuilleton der neuen freien Presse, doch wird es wol erst in etwa 8 Tagen in meine Hände kommen. Das Volksblatt haben wir aufgegeben, wir mochten die fortwährenden Zänkereien mit der Chronik nicht leiden. – Was das Schlittschuhlaufen betrifft, will ich heuer wol zum Abschied dieses Vergnügen noch genießen, oft werde ich freilich nicht nach Leopoldskron kommen, da drei Nachmittage durch die englische Stunde verkürzt werden und ich die übrigen 3 Nachmittage in der Woche mir wol nicht für das Schlittschuhlaufen gönnen werde. So bleibt nur der Sonntag. Manchmal werde ich freilich troz dieser soliden Vorsätze auch an Werktagen hinausspazieren, es ist gar so lustig so über das glänzende Eis hinzufliegen. Die englische Conversation ist jetzt auch in der Wohnung der Wihsthory [?], bis ich da in das Podstatzky’sche Haus und wieder nach der Stunde heim komme, gehn mehr als 1 ½ Stunde dahin. – Doch die hierdurch bedingte Bewegung ist auch nützlich. – Wir haben seit mehreren Tagen jene leise Kälte und seit gestern viel Schnee. Wenn es so fortgeht wird der Leopoldskroner Weiher wirklich bald fest genug gefroren sein. – Am Dienstag war wieder Leseabend bei Zeller, diesesmal ohne vorhergehenden Sturm. Auch Albert war dabei; er ist am selben Tag von Wien angekommen, und wird nun auch bald seinen neuen Posten beziehen. – Bist du schon mir Dr Stanisch beisammen gewesen? Wenn du ihn siehst, kannst du ihm erzählen, daß es hier heißt, Fräulein Lina Spaztenegger sei seine Braut. – Doch ich schließe nun mit vielen herzlichen Grüßen, bitte behalte lieb deine treue Fanni. – Viele Grüße von Großmutter, ebenso von deiner Mutter. Gute Nacht, du Lieber schlafe wol. – Von heute über einen Monat ist der Weihnachtsabend, noch 30 Tage. – „#Zeller“: Partezettel für Marie Zeller, geb. Bolland, Salzburg 1812-1873, und für Friedrich Zeller (Salzburg 1838-1862); an gleicher Stelle Visitenkarte für „Ludwig Zeller“; „Zeller“ und die „Zellerischen“ mehrfach in den Briefen. - „Spatzenegger“: vgl. undatierte Visitenkarte „Pfr. Dr. Spatzenegger und Frau“.
| + | * Franz (Francesco) Castelli [Nr. 78] an Fanny (Franziska) Kobler [Nr. 79] |
| | + | * Maria Anna Lürzer von Zehendthal [Nr. 75] an Franz Xaver Gregor Spängler [Nr. 36] |
| | + | * Franz II. Xaver Gregor Spängler [Nr. 18] an Maria Antonia Spängler [Nr. 37] und zurück |
| | + | * Franz II. Xaver Gregor Spängler [Nr. 18] an Fanni (Franziska) Schlegel [Nr. 19] bzw. Spängler und zurück (sehr viele Briefe) |
| | + | * Fanny Kobler [Nr. 79] an Fanni Spängler, geb. Schlegel [Nr. 19] und zurück |
| | + | * Richard Franz Schlegel [Nr. 38] an Franz II. Xaver Gregor Spängler [Nr. 18] |
| | + | * Otto Spängler [Nr. 18 a] an Franz II. Xaver Gregor Spängler [Nr. 18] |
| | + | * Rupert Holzapfel [Nr. 8] an Hansi, seine Frau [Nr. 9] |
| | + | * Johanna Holzapfel [Nr. 9] an versch. Personen |
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
| + | Nr. 78 Franz (Francesco) Castelli (* 1796; † 1832), Brescia, ist verlobt mit Nr. 79 Fanny Kobler (* 1796; † 1886), Salzburg. Deren Tochter ist Nr. 39 Zäzilia Amalia Kobler (* 1821; † 1848), verheiratet mit Nr. 38 Richard Franz Schlegel (* 1811; † 1881), Salzburg. Deren Tochter ist Nr. 19 Fanni Schlegel (* 1848; † 1905). |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 27.11. dito 6 Uhr Abd: Meiner lieber Franz! Es ist recht lieb von dir, daß du mich heute schon mit einem so lieben Briefe erfreust, zur Entschädigung für mein längeres Warten auf dein letztes Schreiben. Nun kommt das ersehnte Weihnachtsfest schon näher und näher, bald werden wir sagen können in diesem Moment würden wir uns wiedersehn. Wie sehr freue ich mich auf die Tage, die wir dann zusammen erleben werden! Ich bedaure, daß du dich so wenig behaglich fühlst daheim, einerseits freue ich mich aber bei dem Gedanken, daß es wol hauptsächlich der Wunsch ist, mich bald als Gefährtin bei dir zu wißen, was dir dein bisheriges Leben ungenügend erscheinen läßt. Gebe Gott, daß ich dir dein Heim recht angenehm und behaglich zu machen vermag. Daß du mir so viel Vertrauen schenkest und alles Gute von mir erwartest, macht mich stolz, und ich wünsche innig, daß ich dein Vertrauen rechtfertigen möge. – Aus allen deinen Andeutungen scheint hervor zu gehen, daß du Talent zu einem recht soliden Ehemann hast, der seiner Frau gerne manche freie Stunden schenken wird. Da meine ich auch, wird sich das Heimweh nicht zu sehr einstellen. Ob ich Anlage hiezu habe, kann ich wirklich nicht beurtheilen wenn ich von hier weg war habe ich bis jezt noch nie welches empfunden, nur hat mir regelmäßig nach meiner Heimkunft Salzburg doppelt gut gefallen. – Für heute lebe recht wol, es ist wieder Leseabend/: ohne Donnerwetter so Gott will :/ - 28.November 8 ½ Uhr früh. Daß du in Mödling keinen eigentlichen Freund hast, schriebst du mir nach Adelholzen mit der Bemerkung, du würdest nun auch keinen suchen, sondern warten, bis du die Freundin bei dir hättest. Geduld, liebster Freund in wenigen Monaten wird sie bei dir sein, und wird suchen, so gut sie es kann, eine treue, theilnehmende Gefährtin zu sein, so wie sie in dir, du Lieber ihren besten, innigen Freund gefunden zu haben glaubt. Und gebe der liebe Gott, daß zwischen uns allzeit inniges Vertrauen, vollste Offenheit und unbedingte Wahrheit bestehe. „Einander ganz sich schließen ein, sich nie ein Wort verhehlen.“ Daran wollen wir festhalten, nicht wahr? – Daß du am vergangenen Mittwoch einen heiteren gemütlichen Abend verlebtest, freut mich für dich. Ich freue mich auch, daß Ihr Euch meiner freundlich erinnert habt, und danke für den mir gebrachten Toast! An die beiden Ehepaare, Angermay[e]r und Spängler bitte ich dich bei Gelegenheit freundliche Empfehlungen meinerseits zu entrichten. Emma ist natürlich sehr froh, daß ihr so lange erwartetes Ziel auf einmal so nahe gerückt ist. Gestern hielt Albert seinen Einzug in Hallein, ich glaube, er bekommt vorläufig zwei Zimmer von der Wohnung des kürzlich verstorbenen Dr: Gstöttner für seinen neu zu gründenden Haushalt mit Emma ist noch keine Wohnung ermittelt. Mama Zeller und Emma gehen schon Möbel aussuchen, und belustigen sich an dem Gedanken, daß sie am Ende für die ausgewählten Einrichtungsstücke kein Zimmer haben. Wie es Stielitz geht, habe ich in neuerer Zeit nicht erfahren, gestern mochte ich das Gespräch nicht auf dieses traurige Thema bringen. – Um nicht zu vergeßen: Meiner Rechnung nach trifft von den Geibelschen Gedichten für heute N:5 u. 6 von den Distichen aus Griechenland, morgen werde ich dann drei und am Donnerstag die 4 lezten Gedichte dieses Abschnittes lesen. Am Freitag können wir mit dem dritten Buch beginnen, betitelt: „Athen“ und von da regelmäßig drei Gedichte lesen, ist es dir so recht? – In der Frithiofsage bin ich gestern beim 12.Gesang „Frithiofs Rückkehr“ stehen geblieben. Um die verschiedenen fremden Anspielungen auf die nordische Mythe u. dgl. möglichst zu verstehen, lese ich jedesmal vor dem Beginn eines neuen Gesanges, die dazu gehörigen Anmerkungen, wodurch ja das Verständnis sehr erleichtert wird. – Am Sonntag Nachmittag wohnten wir einem Vortrag des Herrn von Korab [?] bei, den er in einer Versammlung der „Salzburger Landeskunde“ hielt, über die Familie Thanhausen. Schade um die viele Arbeit, die ein derartiger Vortrag kostet. Wir erfuhren dadurch nichts Weiteres über diese Familie als daß ein gewißer So und So von Thanhausen, eine aus der Familie X X heirathete u. so fort, über das Wirken der verschiedenen Familienglieder kam nicht viel vor. Dazu ließ auch die Vortragsweise zu wünschen übrig. Wirklich bedauern muß ich, daß Direktor Schmund [?] nicht mehr hier ist, seine geschichtlichen Vorträge waren für mich ein sehr großer Genuß, und sehr nüzlich, da wie du weißt mein Unterricht in Geschichte und Geografie recht mangelhaft war. – Gestern war ich ganz kurz bei deiner Mutter, sie dankt für deine Sendung und grüßt dich herzlich. Sie hat eben die Näherin um ein Kleid zu machen, wenn dieselbe fort ist, wird sie dir schreiben. – Hast du dich in Wien gut unterhalten? Neuestes Stadtgeschwätz ist, daß Frau von Engroth sich scheiden laßen wolle. Hoffentlich ist das eben nur Geschwätz. Nun lebewol mit tausend herzlichen Grüßen deine treue Fanni. Großmutter grüßt.
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
| + | Nr. 75 Maria Anna Grassl (* 1774; † 1853) ist verheiratet mit Nr. 74 Franz Lürzer v. Zehendthal [Zechenthal] (* 1768; † 1830), Hall in Tirol. Deren Tochter ist Nr. 37 Maria Antonia Lürzer v. Zehendthal (* 1803; † 1882), verheiratet mit Nr. 36 Franz Xaver Spängler (* 1793; † 1852), Salzburg. Deren Sohn ist Nr. 18 Franz Spängler (* 1838; † 1912). Sein Bruder ist Nr. 18 a Otto Spängler (* 1841; † 1919). Franz Spängler heiratet Fanni Schlegel. Deren Tochter ist Nr. 9 Johanna (Hansi) Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit Nr. 8 Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), Krems und Unterach a. A. |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 1.12. dito [mit im Umschlag des folgenden Briefes] 4 Uhr Nachmittag: Mein lieber Franz! Wenn ich heute gegen meine sonstige Gewohnheit, so bald nach Empfang deines lieben Briefes an dessen Beantwortung gehe, so ist es die Hoffnung und der Wunsch, diese Zeilen sollten dich morgen noch ehe du nach Wien fährst, treffen, da ich für dieselben die gewohnte Adresse vorziehe. Deinen Brief erhielt ich nämlich erst nach 2 Uhr. – Für dein so sehr liebes Schreiben meinen herzlichsten Dank, ich kann nur die oft ausgesprochene Bitte an den Allmächtigen wiederholen, es möge die Zukunft Alles das erfüllen, was wir Beide jezt erwarten. Könnte ich am Sonntag anstatt mit diesen wenigen Zeilen, aus der Ferne dir zu deinem lieben Namensfeste zu gratuliren, vor dich hintreten und Aug in Aug meine Wünsche dir sagen, ich müßte immer wiederholen, daß es mein erster innigster Wunsch ist, dir das sein zu können, wast du von mir hoffest, eine treue, liebende Frau, die es vermag, dich so recht glücklich zu machen. Sehe ich dieses Ziel erreicht, dann will auch ich mich glücklich nennen. Daß sich diesem ersten und größten noch manche andere gute Wünsche anreihen, die an Tagen wie der 3.Dez. mehr als sonst zum Ausdruck gelangen möchten, wirst du mir glauben, so aber auch, daß diese Wünsche fort und fort in meiner Seele leben. Beiliegende freilich so sehr bescheidene Gabe, deren Stickerei ein recht mangelhaftes Werk meiner Hand ist, nimm freundlich als ein kleines Zeichen liebender Erinnerung. Möchten sich diese leeren Blätter mit recht vielen guten Aufzeichnungen bedecken! Deinen nächsten Namenstag werden wir, so Gott will, mitsammen als ein liebes, häusliches Fest feiern. Ich freue mich darauf, wenn es mir gelingt, dich nach des Tages Mühe und Beschwerde zu erheitern, und mit liebender Hand auf deiner Stirn die Falten des Unmutes zu zerstr vertilgen, die geschäftliche Sorgen und Unannehmlichkeiten darauf gesammelt haben. Ach, auch mir wird es oft schwer, zu glauben, daß jene Bilder stillen Glückes Wahrheit werden können die oft in unbestimmten Umrissen meinem inneren Auge vorschwebten, die nun um so mehr zu festerer Gestaltung kommen, je tiefer der Glaube an deine treue Liebe an unsere Zusammengehörigkeit in meiner Seele Wurzel faßt. Die Liebe sei blind, sagen die Menschen, sie sehe nicht die etwaigen Fehler des Geliebten; ich meine aber, es bedürfe nicht der Blindheit um diese zu ertragen, sondern nur der Duldsamkeit, die ja eine Eigenschaft der wahren Liebe ist. Ich stelle dem Worte, die Liebe ist blind das Wort entgegen: Wahre Liebe erträgt alles. Darum, sollten wir Eins am Anderen dereinst Fehler und Schwächen sehen, für deren Erkenntnis wir jetzt kein Auge haben so wollen wir mit Schonung und Nachsicht einerseits und mit dem ehrlichen Willen, dieselbe zu bessern andererseits dagegen zu Felde ziehen, und es wird gewiß gut werden. Ich wende mich diesmal zum Schluße, obwol noch Allerlei in deinem Briefe zu erledigen bleibt, damit das Paketchen heute noch fortkommt. Siehst du, jezt können wir schon sagen, in diesem Monat werden wir uns wiedersehen! Mit dem Wunsche du sollst deinen Namenstag recht heiter feiern, umarmt dich innig deine treue Fanni. – Großmutter grüßt dich und gratulirt auch.
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
| + | Vgl. Otto Holzapfel, Rod: Familiengeschichte(n), [Privatdruck: Freiburg i. Br.] 1993, S. 12 f. (Spängler) und 28 f. (Lürzer von Zehendthal, Kobler, Schlegel) und darauf aufbauend das umfangreiche "Familienarchiv" in mehreren Dateien. - Zur Zählung: Der Verfasser ist "Nr. 2", sein Vater Rupert Holzapfel Nr. 4, der Großvater Rupert Holzapfel Nr. 8, dessen Frau Nr. 9 usw. Die geraden Zahlen ergeben direkte männliche Vorfahren, die entsprechenden ungeraden die Frauen dazu. Johann Spängler, 1627 in Taufers in Südtirol geboren, trägt so die Sosa-Nr. 576. Er ist Gastwirt in Sand in Taufers (heute das Hotel "Spanglerhof"). Später werden ein Mathias Spängler und ein Johannes Spängler als Kaufleute in Venedig genannt; Johannes Matthias Spängler, "mercator in Venetia", ist 1758 Taufpate von Franz Josef Spängler, dem Vater von [Nr. 36] Franz Xaver Spängler. Die Handelsstraße zwischen Salzburg und Venedig hat bereits mittelalterliche Tradition (vgl. Dopsch, 1996, S. 228). |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 2.12. dito, Spängler... „Abgabe bei Sr. Wolgeboren Herrn Landesgerichtsrath Angermayer VIII Bezirk, Schmidgasse N:3, Thür 20. III Stock“ Mein lieber Franz! Hoffentlich kommt heute mein gestern abgeschicktes Packetchen in deine Hände, um aber deinen Wunsch zu erfüllen, beginne ich hier einen zweiten Brief, den ich unter der vor dir angegebenen Adresse nach Wien sende, damit du morgen früh auch einen Brief von mir findest. Durch die größere Eile, mit der ich gestern Abend schrieb, war ich auch verhindert, deine lieben Zeilen eingehender zu beantworten. Nimm daher diesen Brief als Fortsetzung des gestrigen. Daß ich doch morgen persönlich unter der Zahl Jener sein dürfte, die dir freundliche, herzliche Wünsche darbringen! So muß ich mich begnügen, dir im Geiste nahe zu sein, und kann nur in Gedanken den morgigen Tag mit dir feiern. – Bis zum nächsten Jahr wird das anders sein, und da hoffe ich auch dir freudig bestätigen zu können, daß du wirklich Talent zum guten Ehemanne hast, und du wirst auch bis dahin wißen, ob ich deinen Anforderungen einigermaßen entspreche. Was das Stadtgespräch wegen dem Ehepaar Engroth betrifft, hoffe auch ich, daß kein eigentlicher Grund dazu vorhanden ist obwol solche Sch[w]ätzereien denkbarerweise nicht ganz ohne Grund entstehen können. Freilich wird aus der Mücke ein Elephant gemacht. Obwol ich Betty nur sehr flüchtig kenne, würde ich sie herzlich bedauern, und hat mich die Geschichte auch gar sehr befremdet. Hast du schon gehört, daß Wilhelm Fenzl gestorben ist? Wenn du Jemand von der Familie Fenzl siehst, entrichte mein aufrichtiges Beileid. – Das von dir lezthin erwähnte Feuilleton habe ich gefunden und natürlich mit Interesse gelesen, ich finde auch, daß über das „Alter der Liebe“ Gesagte sehr hübsch. Liesest du die lezten Nummern der „Gartenlaube“? Heideprinzeßchen ist schrecklich unwahrscheilich, da ist das „Geheimnis der alten Mamsell von Marlitt von viel natürlicher. Der kürzlich erschienene Aufsatz über das Leben, oder besser das Zugrundegehen einer Pariser Arbeiterin, war ganz dazu angethan zu recht bitteren Gedanken zu stimmen. Warum kann denn solches Elend über manche arme Menschen verhängt sein die ja so gut Ansprüche auf das Glück haben und die eben so gute Menschen sind wie die Begünstigten? vielleicht so viel Bessere! Doch das ist eben auch kein heiteres Thema. Und nun zu was Anderem! Ich bin schon neugierig, wie die Zusammenkünfte der Salzburger dir gefallen werden. – Emma hat noch immer keine Wohnung so viel ich weiß, sie beneidet uns, daß wir schon eine haben. – Um in der in der Apologie geschilderten Weise von künftigen schönen Stunden zu träumen, bin ich viel zu sehr „Schlafhaube“. Morgens ruft mich die großmütterliche Stimme aus tiefem Schlummer zu Bewüßtsein und ich behalte durchaus keine Zeit für Morgenträume mit offenen Augen. Aber bei den verschiedenen täglichen Arbeiten male ich mir oft aus, wie Alles in meinem künftigen Haushalt sein wird! – Doch nun lebe wol und behalte lieb deine treue Fanni. – In 22 Tagen auf Wiedersehen!
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| − | ==== Fanni Schlegel an Franz Spängler ====
| + | Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet Zeilenwechsel oder Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise ist der Autor Otto Holzapfel sehr dankbar. |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 4.12. dito, kleinerer Umschlag mit aufgeklebter Marke 5 Kr., 5 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Für deine lieben Zeilen meine besten Dank. Es ist mir lieb, daß ich am Samstag einen Brief nach Wien schrieb, da mein Schreiben vom Freitag sich verspätete. Es muß eine Ahnung gewesen sein, was mich bestimmte, auch am Samstag zu schreiben, denn ich hatte sicher darauf gerechnet, daß du meinen ersten Brief noch vor der Fahrt nach Wien bekommst. – Also die Zusammenkunft der Salzburger hatte eine solche „Anwandlung“ zur Folge! und auch noch andere unschuldige Seelen hast du verführt, in mitternächtiger Stunde die öffentliche Halle des edlen Mokka mit dir zu besuchen, anstatt friedlich zu ihren Privaten heimzukehren. Oh Oh, was hören meine Augen, sehen meine Ohren. Doch da bekanntlich ein freimüthiges Geständnis ein großer Milderungsgrund ist, so will ich die „Anwandlung“ mit sehr milden Blicke betrachten, und sogar lobend hervorheben, daß troz alledem Geibel nicht hintergesezt wurde, sondern die 3 Gedichte obgleich zu etwas ungewöhnlicher Zeit und wahrscheinlich mit müden Augen von dir gelesen wurden. In Ernst, ich freue mich, daß du einen vergnügten Abend zubrachtest und höre gern, daß du so heiter warst, und wünsche dir zugleich öfters so gemüthliche Abende. Wie hast du den gestrigen Tag zugebracht? Wir waren von der Familie Zeller aufgefordert gewesen zu einer Schlittenfahrt nach Hallein, lehnten es aber ab, und so war ich still zu Hause. Oft weilten meine Gedanken bei dir, du Lieber. Gegend Abend gingen wir zu Gattermayer. – Von den G‘[eibel]schen Gedichten treffen heute: Beim Feste, das Mädchen im Hades und Hirsch und Reh. Meiner Rechnung nach werden wir den 22. Dez. fertig. Bald kommt nun Weihnachten, wie freue ich mich darauf! Hast du Nichts mehr über das Befinden deines Herrn Collegen gehört? Wirst du denn alle Arbeit die du dir vornimmst, bewältigen können. Gar so sehr sollst du dich doch nicht anstrengen! Heute werde ich die Frithiofssage auslesen, wol auch erst etwas später da heute wieder Leseabend ist. Diesen Brief werde ich morgen Vormittag schließen, vielleicht ist dann wieder dein Brief in meinen Händen. Für jezt, behüt dich Gott! – 5.12. 12 ½ Uhr Mittag. Da ich bis jezt deinen für heute gehofften Brief noch nicht erhielt, will ich diesen nun schließen, damit du ihn morgen bekommst. Du wirst gestern wol nicht Zeit gehabt haben, mir zu schreiben, da will ich den[n] mit Geduld auf deinen nächsten Brief warten. – Der gestrige Leseabend verlief ohne besondere Ereigniße. Im Bette las ich noch die Gedichte, war aber dann zu müde, um die Frithiofs sage noch auszulesen. – Emma hat noch immer keine Wohnung in Hallein finden können die ihr gefällt. Es sind da oben überhaupt wenig annehmbare Quartiere. Albert wartet auf Patienten. Es wird viel geneckt, daß er den Leuten anstatt wie bisher beim Abschied zu sagen, leben Sie wol, bleiben Sie gesund, lieber wünschen möchte, werden Sie bald krank u.s.f. Immerhin ist es schwer, als Arzt seine Stellung zu gründen, Albert hat aber auch noch keinen Namen als Doktor. Emma hat auch etwas bange. Mit Stiebitz geht es ziemlich gleich, manchen Tag ist er natürlicher und besser, manchmal ist er so voll Einbildungen. Dazu wird natürlich von den Leuten wieder alles mögliche Unsinn zusammen gewschwätzt. Nachsten Sonntag wird Athalia [Athalie] wiederholt. Von dort sind nur noch zwei Wochen bis Weihnachten, wie freue ich mich, wenn wir beisammen sein werden. Indem ich mich auf baldiges frohes Wiedersehen freue bleibe ich deine treue Fanni. Großmutter grüßt.
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| + | === Außerhalb des Briefwechsels === |
| − | 1871 Brief von Fanni Schlegel (Nr.19) an Franz Spängler (Nr. 18): 6.12. dito 7 ¾ Uh Abend. Mein lieber Franz! Ich danke dir bestens für deine lieben Zeilen von gestern, wie du gesehen haben wirst, habe ich auch deinen Brief vom 3. richtig erhalten. Am Sonntag, obwol ich meine Gedanken so oft bei dir weilen ließ, hatte ich nicht daran gedacht, daß gerade ein halbes Jahr seit dem 3.Juni verfloßen ist, erst gestern oder vorgestern fiel es mir ein. Der 3.Juni ist für uns ein mindestens eben so wichtiger Tag wie der 8.September und wird als ein bedeutungsvolles Fest im Kalender unseres gemeinschaftlichen Lebens verzeichnet stehen, welches wir, so Gott will, auch nach manchem wechselvollen Jahr gerne als ein recht freudiges feiern werden. Wenn ich daran denke, welcher Sturm damals in mir sich erhoben hatte, will mir der 3.Juni eigentlich so wichtig vorkommen, daß nur der Tag der Trauung damit verglichen werden kann, denn das entscheidende Ja des Verlobungstages hatte sich im Laufe unserer Correspondenz allmälig vorbereitet, und ich hatte da auch wirklich eine weit geringere Aufregung als an jenem Nachmittag bei Zeller. Wer mir damals gesagt hätte, wie bedeutungsvoll die Gartenpromenade werden sollte. Ich fand, weißt du noch, das Wetter so gar nicht einladend zum Spazierengehen und hätte dir auch auf jenem Hügel beinahe nicht Stand halten wollen. Es kam mir überhaupt so eigen vor, daß du mit mir immer so aus der Nähe des Ehepaares Wahl zu kommen suchtest, aber doch ahnte ich nicht Arges. – Und der Schreck den du mir bereitetest war doch arg. – Wo wir am nächsten 3.Juni sein werden? Hoffentlich in Mödling. Weist du, heute beschäftigete mich ziemlich lebhaft der Gedanke, es wäre doch Schade, wenn wir, kaum in unserer hübschen Wohnung eingerichtet, wieder anfangen müßten, in Wien eine zu suchen, wer weiß ob uns da das Glück auch so günstig wäre. Doch, wir wollen uns deshalb noch nicht beunruhigen, es wird ja Alles recht werden. Mein nächster Wunsch ist dermalen, daß wir zu Weihnachten uns recht froh und glücklich wiedersehen, und daß es das Befinden deines Collegen erlaubt, daß du doch eine Woche bei mir bleibst. Frl. Fanni Stölzl war früh einen Augenblick bei uns, und ich ersuchte sie, an Ludwig zu entrichten, was du mir hinsichtlich Dr.Kanisch schreibst. Natürlich wirst du ihn nicht wieder bestellen. Wenn er dich gerne sehen will, soll er einmal nach Mödling fahren. Ist der von dir oft genannte Dr.Kaserer nicht ein Sohn des hier lebenden Rechnungsrathes Kaserer? Eine Tochter des Lezteren Frl: Maria ist ein Mitglied unserer englischen Conversation, die andere Theilnehmerin ist Fräulein Worderegger, eine Nicht von Frl: Henf [Rosalie Henf]. Frl: Worderegger ist ein sonderbares Geschöpf. Anfangs war mir ihre Art gar nicht sympathisch, und nun finde ich sie ganz interessant und empfinde eine Art von Theilnahme für sie, da aus ihren Reden sooft hervorleuchtet, daß sie wenig
| + | Kleinbilder und ähnl., mehrfach mit handschriftlichen Zusätzen, die sich auf [[Franziska |
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====
| + | Zahlreiche Parten sind bereits und werden noch im SALZBURGWIKI zur Ansicht veröffentlicht, siehe [[:Kategorie:Datei:Sammlung Holzapfel Partezettel]]. Viele in diesem Absatz erwähnten Unterlagen kann man ebenfalls im SALZBURGWIKI sehen, siehe dazu [[:Kategorie:Datei:Sammlung Holzapfel Sonstiges]]. |
| − | Franz Spängler an Fanni Spängler: Krems 17 April 1887/ Liebste Fanni! Ich habe dir heute nur eine Karte geschickt, da ich mit dem Brief aus verschiedenen Gründen nicht fertig zu werden glaube u ich dich nicht ohne Nachricht lassen will. Und nun zur Wohnungsfrage. Ich habe also gestern Abends mit Hauptmann Hartmann conferirt, u. das Resultat ist folgendes: Er behält mit Rücksicht darauf dß er möglicher Weise im Herbste wieder hierher transferirt wird die Wohnung als Miether, ist aber bereit vom Mai-Termin an die Wohnung bis Aug od[er] Nov 1887 zu überlassen; falls er nicht hierher zurückkäme, könnten wir dieselbe dann ganz übernehmen; falls er aber hierher zurückkäme, müßten wir dieselbe räumen. Das ist nun freilich keine angeneme Aussicht! Anderseits wurde mir von mehrer Seiten gesagt, dß, so empfehlenswerth die Wohnung für den Sommer sei, dieselbe doch im Winter wegen der einsamen Lage u des geringen Verkehrs in dieser Gegend der Stadt manches unangenehme habe; da wäre es also vielleicht doch nicht so böse, wenn wir im Herbste in eine andere Wohnung ziehen müßten. - Die gestrige Karte, in der ich dir von der Wohnung in der Alleegaße 25 schrieb, hast du hoffentlich erhalten; diese Wohnung hätte manches für sich; ich füge hier eine Skizze bei, mit f. sind die Fenster, mit t die Thüren bezeichnet, die Alleegasse ist durch die Anlagen von der Stadt getrennt, aber die Entfernung ist auch nicht groß. - [hier Skizze in den Text eingefügt: 3 Zimmer + Eßzimmer + Küche + Cabinet + Vorzimmer + Vorratsraum (?) + Abort] - Garten ist bei dieser Wohnung freilich keiner, wohl eben ein Hof, in dem sich die Kinder herumtummeln könnten/ Diese Herzog’schen Häuser sollen wie ich hörte auch 2 Unannehmlichkeiten haben, namlich einerseits dß die Wände u. Böden so dünn sind, dß man von einer Wohnung in die andere alles lautere Gespräch hören soll, u. dß die Kanäle dort nur sehr geringes Gefälle haben, u daher im Sommer ziemlich riechen. - Nun ist mir heute von einer Wohnung in der Stadt, in der Gasse zwischen Hirschen u Kreisgericht gesagt worden, die auch bis Mai frei werden soll; hierüber werde ich erst morgen näheres erfahren, u. dann dir gleich darüber schreiben/ Heute habe ich meine Besuche begonnen, u. war bei allen Advokaten (bis auf einen, zu dem ich morgen gehen werde) bei den 2 Notaren, dem Probste, der Frau Präsidentin u. der einen Familie Kreza, aber zufällig gerade bei jener, an welche der Brief nicht gerichtet war. Ich werde überall recht freundlich empfangen, u es haben mir auch die sämtlichen Herren einen ganz günstigen Eindruck gemacht. Die Frau Präsidentin ist eine lebhafte Frau von Anfangs 40, recht freundlich, u. so wie auch der Präsident, durchaus nicht stolz. Sie hat gesagt, dß ich dich gewiß ihr aufführen soll, - (was sich ja von selbst versteht.) Wie ich höre, ladet sie die Frauen der Räthe ab [gestrichen?] öfters zu einer Cafevisite, der Präsident mitunter die Herren für Abends zu einer Spielparthie ein. - Der Probst ist ein einfacher würdiger Herr mit dem sich vielleicht auch ein geselliger Verkehr entwickeln kann. Jene Frau Kreza, die ich besuchte, scheint sehr nobel zu sein, u. kennt Zieken [?] nur oberflächlich; wenn nicht die andere Familie Kreza entgegenkommender ist, wird sich kaum ein näherer Verkehr entwickeln. - Bei Tscheheer [?] war ich schon am Tage deiner Abreise; er ist im Gesundheitszustande besser, als ich erwartet hatte, u. erinnerte sich in freundlicher Weise deines sel. Vaters. - Auch im Gasthause habe ich durch Präsident Schreer [?] u Rath Vogel, welche donnerstags Abends zum Hirschen kommen, u. mit den ich auch gestern Abends in einem anderen Gasthause zusammen war, unsere Herren von hier kennen gelernt, darunter den hiesigen Bürgermeister/ den Gymnasial Direktor (Piarist)/ den Realschuldirektor u. den Bürgerschuldirektor, dann einen ehemaligen Kaufmann Schumacher, Bruder des verstorbenen Professors in Salzburg. Auch ist einer der Direktoren, Namens Eberle, ein Salzburger, u. mit Alexi verwandt. Daneben sich auch 2 Wiener Schulinspektoren hier, die neben mir wohnen u. mit denen ich ebenfalls bekannt wurde. Neulich war ich in Stein, das übrigens ein Nest ersten Ranges ist, u. wo ich mir nicht denken kann, dß ordentliche Wohnungen zu haben wären; ich habe daher dort auch gar nicht nachgefragt - Montag 18 April - Soeben habe ich die Wohnung/ von der ich dir gestern schrieb angesehen. Sie besteht aus einem großen 1 kleineren Zimmer 1 Cabinet 1 Vorzimmner eine finstere Kammer 1 Küche; hat Fußboden mit harten KrXXzen (wie Parquetten), aber mit weißer Füllung, daher ziemlich uneben, schlechte Öfen, in der Küche gehört der Sparherd der Parthei; es ist überhaupt ein altes Haus. Die Wohnung wäre uns jedenfalls zu klein; ob eine der XXßenden Wohnungen, von welchen die eine sich die an einen Professor in Wien verheiratete Hausbesizerin als AbsteigeQuartier vorbehalten hat/ und die andere der Hausmeister innehat, dazr [?] zu bekommen wäre, kann ich erst in einigen Tagen erfahren; da der Advokat D Frestl [?], deshalb an die Hausbesitzerin schrieb/ Uebrigens wäre auch diese Wohnung erst bis August zu haben. - Was soll ich also machen? Soll ich mit Hptm. [Hauptmann] Hartmann auch auf die Gefahr hin bis November ausziehen zu müßen, abschließen? od[er] willst du mit der Uebersiedlung bis August warten? Soll ich den Garten dazu nehmen od[er] nicht? Wenn wir die Hartmann’sche Wohnung nehmen, so müßte die Uebersiedlung in der Woche zwischen 1. u. 8. Mai geschehen, da am 8 Mai d[er] eine der Räthe auf Urlaub geht, u ich daher denselben zu suppliren habe, daher am 8. jedenfalls wieder her sein müßte. - Mit Neunherz [?] habe ich verhandelt, u ich werde ihm wohl die Spedition übertragen; er glaubt, dß wir mit 2 Waggons ausreichen u meint, wir sollen den etwaigen Rest der Sachen - Kisten - als gewöhnliche Fracht aufgeben. - Es ist hohe Zeit, dß wir über die Wohnungsfrage endlich schlüßig werden. Mir wäre es am liebsten, wenn du selbst die noch in Frage stehenden Wohnungen ansehen würdest u. ich mit dir die Sache mündlich besprechen könnte. Wenn es dir also möglich wäre, an einem der nächsten Tage etwa donnerstags hierher zu kommen, wäre es mir sehr angenehm; ich bitte nur in diesem Falle um briefliche, eventuell telegrafische Nachricht/ - NB. Auf dem Schreibtische muß meine Aufs(ch)tellung über die abgesendeten Dankschreiben liegen geblieben sein; vielleicht kannst du sie mir in einem Briefe schiken, od[er] du bringst mir selben mit; auch der Glückwunsch-brief od[er] Karte von Pf Wiegand von Furth fehlt mir; du hast mir denselben eingegeben/ darüber ob Bügelofen u Wäschwelle [Wäschemangel] in der Wehrmannschen Villa vorhanden sind, mag ich erst genau durch Augenschein mich überzeugen gehen, da ich eben wegen der Wohnung dort noch nichts definitives sagen könnte. Deine mir heute zugekommene Karte hast du offenbar im Halbschlaf geschrieben; ich konnte mehreres garnicht lesen. - Daß die beiden Franzeln brav sind, freut mich zu hören; dagegen bin ich mit Rosa sehr unzufrieden, dß sie gar strafweise in der Schule bleiben mußte; ich laße ihr sagen, dß das nicht mehr vorkommen darf. - Sei samt den Kindern herzlich gegrüßt u geküßt von deinem trauen Franz - Krems 18/4 1887 - Dr.Spängler und Familie sind 1887 eben dabei, nach Krems umzuziehen; der erste von drei fortlaufenden Briefen innerhalb weniger Tage (siehe auch die folgenden beiden Briefe). Vor allem bei der Schreibung einiger Familiennamen bin ich unsicher. Insgesamt ist die Schrift reichlich flüchtig, häufig abgekürzt, vielfach sind mehrere Wörter zusammengeschrieben; oft scheinen Wörter für den Zusammenhang zu fehlen, manches ist auch angeschrieben und dann ausgestrichen (hier nicht vermerkt). - „die beiden Franzeln“: Franziska, geb. 1877; Franz Xaver, geb. 1883; „Rosa“ geb. 1880.
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====
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| − | Franz Spängler an Fanni Spängler: Liebste Fanni! Ich habe dir heute morgen hierherkommend nicht telegrafirt, weil ich wegen der Linde’schen Wohnung mich noch umsehen u. dir darüber schreiben wollte. - Ich habe selbe nun angesehen, u. berichte dir folgendes. - Die Wohnung ist im 2.Stocke in der Nähe der Realschule in einem ziemlich neugebauten Hause, hoch, hell troken, u mit schöner Aussicht; die Stiegen sind jedoch von Holz, u. daher eventuell feuergefährlich. Die Wohnung selbst besteht aus einem großen 2fenstrigen Zimmer, 2 Cabineten welche als solche ziemlich geräumig sind, einem Vorzimmer, sehr geräumer [?] heller Küche, u. einem abgesonderten kleinen Cabinete, ist also wohl ziemlich klein, wäre aber sogleich zu beziehen u. kostet inclusive Zinskreuzer 220 fl. - Ich füge auch hier eine Planskizze bei. [hier Skizze] Jedes Cabinet ist heizbar. Es ist wohl beim Hause ein kleiner Garten aber nicht zur Benutzung. Dagegen ist gerade vom Hause gegenüber der Park, der zwischen Realschule u Turnhalle liegt. - Der Abort ist ein gewöhnlicher, ist außerhalb der Wohnung u. stinkt, wie ich mich heute überzeugte, sehr stark. Die Wohnung würde nur sehr knapp für uns ausreichen. - Ich soll innerhalb einiger Tage dem LGR Linde Antwort geben. - Wie es bezüglich der Möglichkeit der Vergrößerung der Wohnung am „täglichen Markte“ von der ich dir auch schrieb, stehe, habe ich noch nichts erfahren. - Also was thun? Kanst du freitags kommen, so wäre es mir sehr recht; denn wenn die Uebersiedlung in der 1.Mai-Woche geschehen soll, muß die Wohnungsfrage baldigst erledigt werden u. die Vereinbarung mit dem Spediteur getroffen werden. - Ich bitte dich, mir morgen nach Erhalt dieses Briefes baldmöglich zu telgrafiren, ob du am Freitag kommst; dann würde ich, wenn du kommst, mit dem Abschluße mit dem Hauptmann bis Freitag warten; andernfalls würde ich morgen oder freitags also doch mit Hptm Hartmann od dessen Frau abschließen. Was den Preis betrifft, so wird wohl schwerlich etwas abzuhandeln sein, besonders da wir ja hinsichtlich der Wohnung im Gedränge sind. Wegen der Wohnung Alleegasse 25 muß dich noch aufmerksam machen, dß nicht ungewiß, sondern nur wahrscheinlich ist, dß sie bis August frei wird; ich kann also bezüglich dieser Wohnung vorläufig nicht abschließen, habe aber von der Hptmannsfrau u von der Hausverwaltung das Versprechen, dß ich sofort verständigt werde, wenn die Wohnung wirklich frei wird. - Noch muß ich beifügen, dß es mir auch hinsichtlich der Uebersiedlung selbst angenehm wäre, wenn ich mit dir u. Neueferz [?] die Sache besprechen könnte. Wenn es dir also möglich ist, so komm freitags. Fahrst du aber nicht lieber über St Pölten? Du könntest dann am Rückweg dich in Wien aufhalten u zu Mina gehen. - Nun lebe wohl für heute! Hoffentlich übermorgen auf Wiedersehen. Morgen habe ich die 1. Verhandlung als Vorsizender zu führen! Dich und die Kinder herzlich grüßend und küßend - dein treuer Franz - Krems 20/4 1887
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====
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| − | Franz Spängler an Fanni Spängler: 27.4.1887, Brief aus Krems an Fanni: „Heute habe ich gar keine Nachricht von dir erhalten, doch will ich hoffen, daß du sammt den Kindern wohl bist...“ verschicken einer Kiste, Schlüssel, Koffer... „Was die Geldesendung betrifft, so möchte ich gerne dir am 1. aus meinem Gehalte den Betrag von 100 fl. schicken; ich glaube es wird ja auch früh genug sein, so brauche ich nicht vor dem 1.5. Geld aus dem Postsparkassenbuch herauszunehmen, u. verliere daher auch keine Zinsen. Solltest du aber das Geld früher und mehr benöthigen, so schreibe es mir.“ ... „Dieser Tage habe ich an Otto und auch an die Mutter Schlegel geschrieben u. ihr ausführlich berichtet.“ ... „Dich und die Kinder herzlichst grüßen u. küßend dein treuer Franz.“
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====
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| − | Franz Spängler an Fanni Spängler: Liebste Fanni! Auch deine Karte vom Mittwoch habe ich erst heute früh erhalten, war daher unmöglich in der Lage/ dir bis heute Nachm. noch Nachricht zukommen zu lassen in betreff der Concert-Eintrittskarten vom Fahnweihfeste. Wir haben dieselben bisher aufgehoben, um sie vielleicht ein anderes Mal wieder zu verwenden; bisher fanden sie keine Verwendung, u werden wahrscheinlich auch später keine mehr finden; von mir aus kann darüber nach Belieben verfügt werden; mir wäre es aber angenehm, wenn du noch den Steuereinnehmer des Vereinskassier fragen würdest, ob er Werth darauf legt, diese Karten noch weiter aufzuheben; in diesem Falle bitte ich sie ihm zu übergeben, andernfalls kannst du sie der Frau v ThXXten [?] ausfolgen, vielleicht ein Paar zur Erinnerung zurückbehalten/ den Einkauf des schwarzen Lüster [?] kann ich in Wien nicht besorgen, da ich mich keinen falls länger in Wien aufhalte, als vom Abendzuge bis zum 1. Zuge, der donnerstags früh nach Pottenstein geht. - Was von den Sachen packst du einstweilen schon? Mir wäre es angenem, wenn du die Sachen in dem Bücherkasten dann in den beiden oberen Laden meines Kastens mir zum Packen lassen würdest. - Bei Neueferz [?] war ich heute/ Karl [?] konnte ich aber nicht treffen/ weil er in Wien ist; vielleicht kommt er ohnehin heute od morgen nach Pottenstein. - Ich werde morgen wieder versuchen, mit ihm sprechen zu können. - Was machts du hinsichtl des Claviers? Ich bin schon mehr dafür, dß du dasselbe in die Kiste geben lassen sollst. Vergiß nicht, die Bücher, welche noch ausgeliehen sind, in Empfang zu nehmen. Auch wegen der noch versprochenen Photographien erinnere bei Gelegenheit die betreffenden Personen. - In betreff der Frage, in welche Schule wir die Kinder hier schiken sollen, habe ich noch nichts beschloßen. ich werde mich aber in diesen Tagen noch erkundigen, da wir doch, wenn wir halbwegs in Ordnung find[en]/ die Kinder sogleich wieder in die Schule schiken sollen, u. wollen/ Hast du mit dem Herr[n] Jerre [?] schon verhandelt? - Lebe wohl u. sei sammt den Kindern, die ich erinnern lasse brav zu sein, herzlich gegrüßt u. geküßt von - deinem treuen Franz/ Kems 29/4 1887
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| − | Abbildung = Foto der Familie mit den sechs Kindern, um 1888/89; Beschriftung hinten von Traudl Saska:
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| − | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Fanni Spängler (Nr.19) an Franz Spängler (Nr.18): Krems, Kreisgericht, aus Salzburg Karten-Brief 18.8.1887: Liebster Mann! [Briefmarke herausgeschnitten] ...sind Gott sei Dank glücklich und ohne Abentheuer [hier] angelangt. Vor der Hand konnten wir nur ein Zimmer mit 5 Betten bekommen. Hoffentlich wird morgen das 2te Zimmer frei. Wie bist du heim gekommen? Ich bin schon neugierig, zu hören wie es mit der Arbeit in der Wohnung steht? Bist du bei der Heimfahrt doch nicht recht naß geworden? Heute sah ich Vetter Julius und Rudolfine. Tante Lida mit Mann u. Kinder ist hier, ich traf sie auch schon. Die Kinder und ich haben jetzt geschlafen; die Nacht war zwar gut, wir konnten bis Salzburg I.Klasse fahren, aber müde waren wir doch. Du Liebster, wie ich mich freue, wenn du kommst, kann ich dir nicht sagen! Das Wetter ist unfreundlich, gebe Gott, daß es schöner wird. Behüt dich Gott, morgen hoffe ich von dir zu hören. Grüße Maria von uns allen und sei geküßt von deiner Alten.
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| − | dito 20.8. [1887]: Lieber Mann! ...bitte dich um Vergebung, daß ich die erste [Karte] so spät schrieb, ich war gar so müde und schlief bis gegen 5 Uhr am Donnerstag. Heute ist wol schon der recommandierte Brief in deiner Hand, Maria wird gleichzeitig auch den Brief ihres Vaters bekommen haben, der schon einige Tage bei Otto lag. Ich schrieb auf dessen Außenseite, ob Maria vielleicht lieber für die Zeit unseres Hierseins nach Hause fahren will. Wenn die Arme recht traurig ist wegen des Todes ihrer Mutter, so soll sie allenfalls nach Hause fahren, das Reisegeld wird ziemlich gleich viel sein, und ich komme mit Anna ganz gut hier aus. Laß es also Maria wählen, wohin sie fahren will. Ob es gehen wird, die Böden der ganzen Wohnung zu streichen weiß ich doch nicht recht. Halte Maria nicht mehr zu lange auf, sonst steht es nicht dafür, daß sie weg fährt, und wenn sie hieher kommt habe ich es recht bequem. Sonst geht es uns gut, heute ist es schön, wir waren heute auf dem Friedhof von St:Sebastian am Grabe meiner guten Großmutter. Die Grabstätte sieht recht hübsch aus. Dann gingen wir in den Curpark, dort war Emma, Lina und Frau Leopoldine Gotter. Emma sieht sehr mager aus, Frau Gotter ist noch immer sehr hübsch, ihre jüngster Tochter sieht ihr ganz gleich, ihr Sohn hat schon die Matura gemacht und geht gänzlich zum Militair. Möglicher Weise fahren wir heute nach Hellbrunn oder gehen schwimmen. Für morgen ist großer Kinderausflug Schumacher Gantenberg Spängler in Kreuzbrückl. Gearbeitet habe ich noch nicht viel. Wie freue ich mich auf dein Kommen! Bis dahin sei 10 000 mal gegrüßt von den Kindern und deiner Alten.
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| − | dito 21.8. [1887]: [Lieb]er Mann! ...trostloses Sauwetter könnte mich ...tig machen. Es regnet, als wollte nie mehr die Sonne scheinen, die Kinder sind auch zuwider, ich kann nichts machen, als über das Wetter schimpfen und die Kinder prügeln. Besonders Toni ist unausstehlich. Wenn nur du dann die wenigen Tage welche du hier sein kannst, beßeres Wetter hast! O wie ich mich freue, wenn wir wieder Alle beisammen sein werden! Und wenn dann Ordnung sein wird bei uns. Ich bin schon neugierig, wann Maria kommt, denn jetzt, wo Anna allein bei den Kindern ist, bin ich natürlich ganz angehängt. Wir Alle grüßen Maria herzlich. Paula’s Vermählung ist am 12 Oktober. Otto u. Luis[e] sind ganz allein. Mittwoch kommen Otto jun. Paula u. Luise heim. So werden wir auch dießmal Otto’s Familie hier nicht sehen. Heute speiste Tante Pepi mit uns bei d. Hölle. Sie grüßt dich. Gestern waren wir in Leopoldskron. Das Bad war höchst erfrischend. Behüt dich Gott und behalte lieb deine Alte.
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| − | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Fanni Spängler (Nr.19) an Franz Spängler (Nr.18): Correspondenz-Karte, Marke herausgeschnitten, an Franz Spängler, Krems, aus Salzburg 22.8. [1887] ...hatte ich mehr Nachrichten gehofft. ...[u]msonst. Hier ist große Überschwem[mung. D]ie Salzach ist ganz ausgetreten, bei der Hölle steht das Sudwerk [Brauerei], weil alles voll Wasser ist. Bei Taxenbach soll ein Wolkenbruch nieder gegangen sein. Der Bahnverkehr über Hallein ist unterbrochen, weil bei Glasenbach eine Brücke weggerissen wurde. Nonnthal sitzt im Wasser, die Localbahn verkehrt nicht. Soll ich dir Mittwoch Nachts einen Wagen zur Bahn schicken? Die Kellnerin sagt wol, daß ohnehin Wagen beim Eilzug seien. Uns geht es sonst gut nur Regen ohne Ende. Grüße Maria. Deine Alte.
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| − | dito 23.8. [1887]: ...ter Mann! ...[wa]ren heute den ganzen Tag mit ...Schwester in Maria Plein, komme daher erst jezt 8 Uhr Abends zum Schreiben. Mir ist Leid, daß noch keine Ordnung zu hoffen ist. Die erste Nacht müßen wir halt allenfalls auf dem Boden schlafen. So Gott will übermorgen auf Wiedersehen bis dahin 1000 Grüße deine Alte.
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====
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| − | Franz Spängler an Fanni Spängler: 20.8.1887, Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten] aus Krems an Fanni in Salzburg, Gasthof zum Höllbräuer: Franz schreibt aus der Kanzlei, im Besuchszimmer [zu Hause] sind Arbeiten begonnen, die Küche ist fertig, Kammerl und Vorzimmer ebenso, Hofzimmer in Ordnung, ebenso im Abort die „Spänglerarbeiten“ [!]. Marias [wohl Dienstmädchen] Mutter in Salzburg gestorben, will aber nicht nach Hause fahren. - - 22.8., Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: [nicht gelesen] - - dito ohne Datum, Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: [nicht gelesen] - - 23.8., Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: Franz reist morgen ab, Arbeiten langsam, der Mal hat das Zimmer „mehr chokolatfarb als XXgrün gemacht“; Eßzimmer, das Zimmer der Kinder und das Cabinet gestrichen; keinen Wagen zum Eilzug schicken, da er nicht bestimmt weiß, wann er ankommt, Eilzug oder Postzug, wird einen Hotelwagen draußen finden [der Bahnhof liegt etwas außerhalb der Innenstadt], dein treuer Franz
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| − | ==== Verschiedene Korrespondenz ====
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| − | Briefe und Postkarten von/ an FRANZISKA SPÄNGLER (18.6.1877-1962; Nr.9 a): 1887, Mutter (und Vater) Spängler schreiben aus Gloggnitz an „Fräulein Franziska Spängler, Krems, Alleestraße Nr.7“ (Postkarte)
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| − | Kartenbrief, Marke herausgeschnitten, an Franz Spängler, Krems, aus Pottenstein 31.12.1887: Sehr verehrter Herr Doktor! Besten Dank für Ihre u. Ihrer Frau Gemahlin freundliche Erinnerung. - ...Glückwünsche zum Jahreswechsel... Halsleiden, Spezialist in Wien, Arzt in Krems empfohlen, Namen vergessen... Photografien folgen demnächst... Wünsche, ihr ergener XXX [unleserlich, kein Absender]
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| − | === 1888 ===
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| − | 9.Juli 1888, „Löbliche Stadt-Gemeinde-Vorstehung Salzburg. Gesuch der Franziska Spängler, Landesgerichtsrahs-Gattin in Krems, /:derzeit in Salzburg, Judengasse:/ um Eintragung ihres Eigenthumes an der Gruft im St.Sebastians Friedhofe Nr LXXX S. 159. Einfach mit Beil A ...bewilligt... der Bürgermeister-Stellvertreter Dr. RUDOLF SPÄNGLER.“
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| − | Nr.18 Franz Spängler Briefe [rot verschnürt, nicht gelesen] 1889 aus Bayreuth und unterwegs dorthin zu den Festspielen = 1 Quartierkarte für Bayreuth; Mitgliedschaftskarte im Richard Wagner Verein; Festspielprogramm; Eisenbahnverbindung Wien-Bayreuth und zurück. Karten von Franz Spängler an Fanni = „Frau Franziska Spängler Salzburg Gasthof zum Höllbrauer“. Und acht Karten von Nr.19 Fanni Spängler an Franz Spängler aus Salzburg nach Bayreuth bzw. unterwegs (München, Nürnberg [dazu gehören vielleicht die gedruckten Kirchenbeschreibungen von Nürnberg an anderer Stelle; siehe bei 1862], „Baireuth“, „Bayreuth“).
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| − | === 1890 ===
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====
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| − | Briefe [rot verschnürt, nicht gelesen] von Nr.18 Franz Spängler an Nr.19 Fanni Spängler in Salzburg: mit Briefumschlag „Frau Fanni Spängler Salzburg Marktplaz N 2 bei Frau Fanni Kobler“ ohne Briefmarke, Stempel 21.8.1882 „Liebste Fanni...“ aus Pottenstein; dito ohne Datum; dito ohne Datum; Postkarte „Frau Franziska Spängler LGR.Gattin Krems“ aus Zell am See, unterschrieben Franz und andere, Bildchen von Zell am See; Nr. 19 Fanni Spängler an Nr.18 Franz Sp., Salzburg 23.7.1878, Auftrag etwas einzukaufen; Pottenstein 28.4.1887; Karten-Brief nach München, poste restante, Krems 2.9.1890; Briefumschlag, ohne Marken, Einschreiben, nach Salzburg, Mozartplatz N.4 1 St. bei Frau von Angermayer, inliegend Briefe Krems 9.4.1890 zum Geburtstag: „Lieber Vater... Toni“, „Lieber Vater... Rosa“, „Lieber, guter Vater... Franzi“, „Lieber Vater...“ Franz, „Lieber, guter Vater... Otto Spängler“; Postkarte dito 10.4.90; Postkarte dito 11.4.90; Postkarte dito 12.4.90 zurück nach Krems. [Verweise zu den anderen Jahren nicht geschrieben]. – Brief „An Fräulein Francisca Spängler Wien IV. Mozartgasse 7 bei H Universitätsprof. Fritsch“ von der Mutter und vom Vater Franz Sp., 27.4. 1899 [?]; Briefkarte Aggsbach 26.5.1901 an Franzi und Rosa Spängler, Graz, „Schillerstraße N 1 bei Herrn Hofrath Ritter v. Gutenberg“ [Guttenberg] von Vater und Mutter. – Postkarte von Rosl und Oswald Grill an Nr.5 Joh. Holzapfel, Krems, Ringstr.2/ II. 25.1.19XX. – Brief Oswald Grill, München 15.3.1902 an Franzi. – Brief von Rosa [Kindermädchen?] aus Pottenstein an die Mutter Fanni Sp. von „Toni“ und „Rosa“, 16.8. ohne Jahr. – Angefügt: Brief mit Trauerrand von „Minna“ 6.5.1864 an „Liebe Freundin“, Tod des einzigen Bruders Fritz, „wegen Ublichkeit... aus der Schule nach Hause geführt... Anfälle...“ – Verrissenes Blatt „Liebe Fanny“ 6.7.1889 von „Minna“, Notiz „Josef Hepperl in Zwölfering N.34“. „Minna“ = Lorinser oder Guttenberg [?]. – Verweise zu den anderen Jahren wurden nicht geschrieben.
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| − | ==== Otto Spängler an Bruder Franz Spängler ====
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| − | Otto Spängler [Bruder] an Franz Spängler: [Salzburg, Juli 1890?] Liebe Franz! Hoffentlich hast du meine Karte, welche ich dir vor einiger Zeit, bevor ich auf einige Tage verreiste, schrieb/ erhalten. Endlich komme ich dazu, nach langem Interwall die Korrespondenz wieder aufzunehmen u muß mich vor allem anfragen, was es denn mit Eurem Hierherkommen eigentlich ist? - Wir gehen übermorgen oder längstens Samstag nach St Gilgen, wo uns unsere 4 kleinen Kinder mit Marie schon seit 12 Tagen sind. Dort beabsichtigen wir ca 8 Tage zu bleiben u fahren dann wieder nach Salzburg zurück. Späterhin wollen wir noch einmal nach Aschthal [?] gehen u von dort aus unsere Ausflüge machen: Adalholzen, Reißeralm, Höglwört [?] etc. - Sei so gut, mir deine Urlaubs u. Ferienpläne, wenn du in den ersten Tagen August mir noch antwortest, nach St Gilgen auf die Post zu senden; u. späterhin wieder nach Salzburg. - Otto geht in der 2.Hälfte August nach Kitzbühel zu Herrn Pfarrer Lechner. - Aus den Zeitungen entnahm ich Euer großes Sängerfest; du wirst durch die Vorbereitungen u das Fest hattest [?] jedenfalls sehr viel in Anspruch genommen gewesen sein. Die Coupons werden wir bei deinem hiersein ordnen; denn kommen wirst du doch jedenfalls. - Mit herzlichen Grüßen an all’ die deinen von all’ den meinen dein treuer Otto. - Mittwoch früh. - „großes Sängerfest“: Sängerbundesfest in Wien 1890 (?).
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| − | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Fanni Spängler (Nr.19) an Franz Spängler (Nr.18): [Stempel:] Salzburg, 30.8.[18]90 - Krems 31.8.90: An Frau Fanni Spängler LGR [Landesgerichtsrats] Gattin in Krems Alleegasse 7 - Liebe Fanni/ Salzburg 30/8/1890/ Wir sind gestern Ab[en]ds wohlbehalten angekommen, u. wurden von Otto u Louise, u. Tochter Bertha in freundlichster Weise am Bahnhofe erwartet. Heute waren wir schon am Grabe der Eltern, dann mit dem elektr. Aufzuge auf d Mönchsberge, jetzt sind wir bei den Tanten, die Euch alle, wie auch wir, herzlichst grüßen/ das Wetter ist kalt u. regnerisch. Wir sind wohl. Behalte lieb deinen Franz - Herzlichen Gruß u. Kuß Franz - Karte von Franz Spängler [Nr.18] an seine Frau Fanni. - Zu Besuch bei Otto Spängler, Frau Aloisia (Louise) und Tochter Bertha, geb. 1877; die Eltern sind 1854 und 1882 gestorben, begraben auf dem St.-Peters-Friedhof in Salzburg [Grabplatten heute in der Mauer neben dem Eingang zu den Katakomben]. - „Tanten“ könten sein: die Geschwister Franziska (1821-1906; „Franzi“), Elisabeth (1829-1905) und Anna (geb. 1843), alle unverh. und Töchter von Josef Spängler (1786-1861), dem ältesten Bruder des Vaters Spängler. - Siehe auch folgenden, gleichzeitigen Gegenbrief.
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| − | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Fanni Spängler an Franz Spängler: Krems, 30/8 1890/ Liebster Mann! Indem ich dir das verlangte Buch sammt dem Touristenzeichen sende, benachrichtige ich dich, daß wir gestern wohlbehalten hier ankamen/ Ich danke dir für die genußreichen Tage, welche wir im lieben Triestingthale zubrachten, ich werde stets mich gern ihrer erinnern. Ich habe mich so gefreut, wieder einmal mehr mit dir sein zu können. - Wir sind Alle sehr zufrieden, daß wir wieder daheim sind. Es ist mir lieb, daß ich sehr beschäftigt bin, sonst käme es mir gar zu öde vor, da du nicht hier bist. Auch Franzi fehlt mir. Übrigens haben wir heute schon gekocht, wol sehr einfach, aber zu allseitiger Zufriedenheit. - Von dir und Franzi hoffe ich, daß Ihr vergnügt und wol in Salzburg seid. Eben erhielt ich von meiner Schwester Anna einen Brief, in welchem sie mir anzeigt, daß sie unsere Einladung nach Krems annimmt. - Heute waren wir Otto ausgenommen in der 8 Uhr Messe, dan gieng ich mit den Mädchen einschreiben in die Schule. Was macht dein Fuß, ich sorge mich, daß er schlechter wird. Bitte gehe nicht auf’s Hochkar! - Hier war das Wetter viel schlechter als im Triestingthale, die Donau ist so hoch, daß Wasser in den Auen steht. Dabei ist es so kalt daß ans Baden nicht zu denken ist und die Kinder morgen die Filzhüte ohne Bedenken aufsetzen können. Meine Zeit erlaubt mir nicht, länger zu schreiben. Frau Aigner ist hier und ich muß die Sendung fortschicken. - Guße [Küsse/Grüße] Franzi von mir, sobald ich Zeit habe schreibe ich ihr. Unterhaltet Euch recht gut grüßt Alle und seid gekßt von Eurer Mutter Fanni. - Hansi liegt im Bette, sie scheint sich etwas verkühlt zu haben/ Kein Fieber! - Es scheiner [? scheint] Aphten [?] zu kommen. Wohin soll ich schreiben? Wieder nach Innsbruck? - „Triestingthale“: Pottenstein an der Triesting, Wohnort 1880-1887. „Franzi“ (13 Jahre) ist noch beim Vater; „Hansi“ [Johanna] ist 8 Jahre alt, „Otto“ vier Jahre.
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| − | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Fanni Spängler an Franz Spängler: Krems, 1.9.1890/ Liebster Mann! liebes Dirndl! Ich mache hiermit den Versuch, Euch einen herzlichen Gruß zu senden, Pater Liely hat mir die Adresse gegeben. Für die verschiedenen Karten besten dank, bin glücklich ein Lebenszeichen zu erhalten. Vor allem wünsche ich, daß Ihr günstiges Wetter für Mittwoch habt, hier ist es abscheulich kalt. Aigners u. wir waren gestern bei Stoadinger [?] in Rehberg. Aigner’s grüßen Euch. Den Gehalt hat Aigner beheben [?], der [?] Wirtschaft geht recht gut, die Kinder senden 10000 Küsse, sie sind ganz leidlich brav Gerne wüßte ich, was der Fuß macht. Geh doch nicht aufs Hochkaar, darum bist nicht denn Alte [?] - [Kartenbrief:] An Herrn Doctor Franz Spängler kk. Landesgerichtsrat derzeit/ Oberammergau in Baiern/ bei Herrn Franz Hantle [?] N. 47/ Adresat abgereißt wohin unbekannt [Unterschrift: Hippler]/ Stempel: Krems 1.9.90/ Oberammergau 3. Sep 90/ Krems 6.9.90.
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| − | von und an Fanni Spängler: 1.9.1890, Postkarte an Franzi in Krems aus Innsbruck: „Liebe Mutter! Wir befinden uns sehr wohl“, wohnen bei Cousine Louise und Robert... „Nächster Brief: München poste restante. Franzi und Vater“
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====
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| − | Franz Spängler an Fanni Spängler: Seefeld 2/9 1890/ Liebe Mutter. Im eingeheizten Zimmer des Gasthauses v. Seefeld, umgeben von schneebedeckten [!] Feldern u. Wäldern sitzen wir bei einer Schale Suppe um uns zu erwärmen u. grüßen Euch alle. Seit wir Tiroler Boden betreten haben wir fast ununterbrochen Regen. Gestern Nachm waren wir in Hall bei Tante Therese, die dich herzlich grüßt/ dein treuer Franz - - Correspondenz-Karte an: Frau Franziska Spängler/ Landesgerichtsrathsgattin/ in Krems a.d. Donau/ N. Österr. Gestempelt Seefeld 3.9. und Krems 4.9. - Die Lürzer von Zehendthal (so geboren die Mutter des Briefschreibers; in Salzburg, gest. 1882) kommen aus Hall in Tirol.
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| − | ==== Franz Spängler und Kinder an Fanni Spängler ====
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| − | Franz Spängler und Kinder an Fanni Spängler: 3.9.1890, Postkarte aus Oberammergau [Bleistift]: „Liebe Mutter! Wir sind gestern abends in Oberammergau eingetroffen ... Franzi“ Quer darüber „der Vater grüßt Euch Alle“ - 4.9.1890, Postkarte aus München [Bleistift]: „Liebe Fanni Wir sind statt gestern Abend erst heute Nachm. hier angekommen...“ Eisenbahn bei Murnau unterbrochen, 100 Reisende mußten in Murnau über Nacht bleiben, Nachtquartier in einem Bauernhaus... „Dein treuer Franz“
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| − | ==== An Franziska Spängler ====
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| − | an FRANZISKA SPÄNGLER (18.6.1877-1962; Nr.9 a): 1890, die Schwester Toni schreibt aus Krems an Franzi (Brief ohne Adresse); 1890, der Bruder Franz [Franz Spängler, Nr.9 d; geb. 1883) schreibt aus Krems an „Franzi“, also mit etwa 7 Jahren (Kinderschrift) - mit dem gleichen Datum schreibt die etwas ältere Schwester „Rosi“ (Nr.9 c) an Franzi; sie erzählt, dass sie von ihrer Schwester Johanna (Hansimutti) „zum Namenstag ein schönes Körbchen gefüllt mit Gurkerln bekommen“ hat, davon legt sie für Franzi einige bei; „die vier verschlafenen Rieder-Leut“ [die Geschwister?] grüßen, eine, „Amor“, schreibt eine „Hymne in AchDur u. WehMoll“ an Franzi... Toni baut Kartenhäuschen (ohne Datum)
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| − | === 1891 ===
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| − | an FRANZISKA SPÄNGLER (1877-1962): Elsa (XXX ?), noch Jungmädchen-Schrift, anders als später, schreibt aus Krems 1891 an Franzi; 2,5 Bogen Brief von Elsa „4.Aug. 18.“ [1891/92] an Franzi; berichtet von einem Traum und unterschreibt als „Kremser Stadtberühmtheit“
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| − | === 1892 ===
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| − | an FRANZISKA SPÄNGLER (1877-1962): Elsa „an Franzi! dreimal Heil! der Staatsgeprüften“; Glückwünsche 1892 (also der ca. 15jährigen Franzi wohl zu einer Musikprüfung); gleiche Schrift an die „Geliebte Franzi“, ebenfalls in Gedichtform an „die schöne Franzi Primadonna in spe von der Zukunftstragödie von Egelsee“; von Elsa ein vier Blätter langer Brief an „Liebe Rosa und Franzi“; dankt für Briefe, Sehnsucht nach den lieben Kremsern, beschreibt ihren Aufenthaltsort, erinnert sich an „Professor Strobl“, wollen nach Golling; schrieb in Musikgeschichte „Was bedeuten Schumann und Liszt für die Musikgeschichte? (Von diesen Herschaften weis ich überhaupt noch nichts) Im Gesang [...] Harmonielehre“, „Realsprüfung“, singt Übungen und „gehaltene Töne“
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| − | === 1893 ===
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| − | an FRANZISKA SPÄNGLER (1877-1962): Postkarte aus Kitzbichl an Franzi von der „treuesten Freundin Elsa“; 1893, Kartenbrief aus Kitzbichl von Elsa an Franzi „Salzburg, Gasthaus zur Hölle, Judengasse“
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| − | dito [1893] 2,5 Bogen Brief aus Kitzbühl an Franzi von „deiner treuen Freundin u. Intima Elsa“, „das Neueste ist, daß man nicht Intima sagt, sondern Intima.“ - 2 Bogen langer Brief von Elsa; erinnert an die Staatsprüfung 1892, mit der sich Franzis „Lebenszweck erfüllte“ - 2 Bogen Brief mit Gedicht am Anfang von Elsa; vor der (zweiten) Staatsprüfung von Franzi [wie die anderen Briefe nur überflogen] - Brief von Friedl (?) an Franzi ohne Datum; über Tonleitern, spielt Klavier
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| − | == 1896 ==
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| − | ==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====
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| − | Franz Spängler an Fanni Spängler (Nr.19): 2.8., farbig illustrierte Karte „5.Deutsches Sängerfest, Stuttgart 1.-3.August 1896, an Franziska Spängler, Krems „vom 1.Festconcerte...“, Franz mit Gesangverein und u.a. Holzapfel [Rupert H.; späterer Schwiegersohn] - 2.8., farbig ill. Karte „Gruß aus Stuttgart“: hoffe auf Nachricht, Weiterfahrpläne nach Heidelberg, Darmstaft, Frankfurt, Franz und u.a. Holzapfel - 3.8., farbig ill. Karte „Gruß aus Stuttgart“: Franz und u.a. Holzapfel - 3.8., farbig ill. Karte „Gruß aus Stuttgart“: Franz und u.a. Holzapfel, „das Fest ist mit dem heutigen Concerte zu Ende... ich schreibe diese Zeilen, während die anderen ‚Huheissa mein Dirndl’ singen. Wir gedenken bei Champagner unseren Lieben... kolossale Überfüllung in einem Nebenraum einer Weinwirtschaft“, Franz und u.a. Holzapfel - 4.8., Ansichtskarte Heidelberg: im überfüllten Wagen, aber in bester Stimmung, zufällig Studentenfest, Franz und u.a. Holzapfel - 4.8., farbig ill. Karte „Gruß aus Heidelberg“: Dank für Karte, „Heidelberg wunderschön, die Lage erinnert an Salzburg“, Franz und u.a. Holzapfel - 5.8., ill. Karte „Gruß aus Frankfurt a/M“, Franz und u.a. Holzapfel - 6.8., farbig ill. Karte „Gruß vom National-Denkmal“ (Rüdesheim): „in gehobener Stimmung“, Franz und u.a. Holzapfel / [nachträglich: 5.8. Rechnung des „Hotel Landsberg“ in Frankfurt/M für „6 Logement und 6 Café compl“ mit Bleistiftnotizen von Fr.Spängler zu den Einzelsummen für die Teilnehmer: Holzapfel usw.; liegt bei Nr.18 im Fam.archiv] - 6.8., farbig ill. Karte „Gruß aus Coblenz“: Dank für Kartenbrief, „wir sind Gottlob sehr wohl“, Franz. und u.a. Holzapfel] - 7.8., ill. Karte „Gruß aus Köln“: „die großartigste Schöpfung deutscher Baukunst bewundert“, Franz und u.a. Holzapfel - 8.8., ill. Karte „Gruß aus Mainz“: Franz und u.a. Holzapfel - 9.8., ill. Karte „Gruß aus Worms“: auf dem Weg nach Speyer und Straßburg, Franz und u.a. Holzapfel - 18.8., farbig ill. Karte „Gruss aus Baden-Baden“, Franz und u.a. Holzapfel - 10.8.1896, ill. Karte „Gruß aus Straßburg“ an Franziska Spängler, [Wels]: Franz u.a.
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| − | ==== Diverse Korrespondenz ====
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| − | Correspondenz-Karte 31.7.1896 in St.Pölten, Bahnhof, abgestempelt, von Franz Spängler (Nr.18) an seine Frau: Liebe Fanni! [jetzt schreibt er „Fanni“, früher eher „Fanny“] Nach einem prächtigen Bade in der hiesigen Schwimmschule sitzen wir beim Mittagessen in der Ernst’schen Wirtstube. Herzliche Grüße an dich und die Kinder u. alle Bekannten dein Franz. [und:] Holzapfel, Kaufmann, I.Prey, Karl Rappl, Heindl, Jünger, Winterperger [Kremser Gesangverein]
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| − | dito 1.8. [1896] aus Ried [gestempelt im Zug Simbach-Wels] an Franz Spängler... Oberer des Kremser Gesangvereines, Sängerfest Stuttgart, Sängerfestplatz: Lieber Freund! ...Heil Krems. Dr.Spängler... die entrüsteten Wetterhexen Elsa, Annerl, alte Anna. [unbekannt]
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| − | dito 2.8. [1896] aus Krems nach Heidelberg, postlagernd: Lieber Mann! Tausend Grüße von mir und den Kindern! Es ist Alles in gewohnter Ordnung. Da es gestern fast den ganzen Tag regnete, hat Franzl seine Aufgabe schon fertig geschrieben. Franzi und ich sind heftig beim Schneidern. Schreibe mir nur bald und berichte, wie alles ist. Ich freue mich schon so sehr, bis du uns erzählen wirst. Morgen hoffe ich bestimmt auf Nachricht von dir, heute kam keine Karte. Seid Ihr recht ermüdet angekommen? Den Zins [Miete]] erlegte ich heute. Hier ist das Wetter kühl und veränderlich. Gestern war hier ein mindestens 3stündiges Gewitter, während in Wien laut Zeitung ganz schreckliches Umwetter war. Vergiß nicht deine Alte.
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| − | Karten-Brief 1.8. [1896] aus Krems nach Stuttgart..., 11 ½ Uhr Vorm.: Liebster Mann! Ich und die Kinder sind sehr erfreut über deine Karte aus St.Pölten. Ich bin jederzeit glücklich, von dir zu hören. Bei uns ist alles so ziemlich in Ordnung. Ich habe solche Freude, dich in angenehmer Gesellschaft auf so schöner Reise zu wißen. Hoffentlich seid Ihr gut angekommen. – Die Gänge sind besorgt; heute war ich um 11 Uhr in der Stadt, das Gehalt zu beheben, doch wird Herr Höfner mir das Geld bringen, da Herfahrt nicht da war. Hast du deinem Bruder wegen der 100 fn [Gulden] geschrieben? Morgen schreibe ich nach Heidelberg. Für die kleine Helene Bruthner habe ich 5 f [Gulden] in die Postkasse gelegt. Lebe wol. Alle grüßen dich und deine Begleiter. Sei geküßt von deiner alten Fanni.
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| − | dito 4.8. [1896] nach Coblenz postlagernd, Nachmittag 3 Uhr: Liebster Mann! Mit großer Freude empfangen wir deine Karten; die weißt, wie sehr ich jede Nachricht von dir ersehne. Drum sei dir tausendmal gedankt. Hoffentlich hast du noch in Stuttgart meinen Kartenbrief vom 1.8. erhalten und heute meine Karte in Heidelberg. Wir sind Gott sei dank Alle wol; ereignet hat sich nichst Besonderes, außer daß gestern Frau Rosa Papier uns besuchte. Sie brachte Grüße von Fräulein Cedek und läßt dich schön grüßen. Von Otto ist noch kein Geld angekommen. Heute schrieb Frau Schrems, daß wir die gewohnten Zimmer haben können. Wir haben noch viel zu nähen. Franzi beginnt glaube ich, heute mit ihrer Prüfungsarbeit. Die Kinder umarmen dich, sie sind so ziemlich verträglich brav. – Wir grüßen auch deine Reisegefährten. Bleibe nur recht gesund und behalte lieb deine Alte. – #Schrems, vgl. [Sterbebildchen, Partezettel] für Engelbert Schrems, bürgerl. Brauereibesitzer, geb. 1827, gest. 16.6.1892 in Salzburg.
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| − | Korrespondenz-Karte 5.8. [1896], 10 ½ Uhr Nachts, Stempel vom 6.8. aus Krems nach Straßburg, postlagernd: Lieber Mann! Zwar nicht mit edlem Schaumwein, aber deswegen nicht minder herzlich, bringen wir ein Hoch auf die Kremser Rundrei Freunde aus. Fröhliche Fahrt und frohes Wiedersehen. Fr.Sp. [Franzi], Otto, Rosa Nittel [wohl das Dienstmädchen! falls es noch dieselbe „Rosa“ ist], Toni, samt geplagter Schülerin, Hansl [Hansimutti, geb. 16.5.1882, also 14 Jahre alt], Franzl, [in der Ecke] Rosl.
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| − | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Karten-Brief 7.8. [1896] aus Krems, FANNY SPÄNGLER an Franz Spängler, Straßburg postlagernd: Liebster Mann! Ich bin sehr glücklich, daß du mir täglich Nachricht sendest und xxxbei auch noch so hübsche Ansichtskarten. Ebenso bin ich erfreut, daß deine getreuen Begleiter stets an uns sich erinnern und ich bitte dich, ihnen unsere besten Grüße zu sagen. Hoffentlich habt Ihr heute besseres Wetter als wir, hier ist ein Schnürlregen, der sich getrost in Salzburg könnte sehen lassen. Heute brachte mir die Post nebst deiner 2.Karte aus Heidelberg eine Karte von Emma Wessely, die auf meine Anfrage, ob wir sie 12.8. in Wels treffen würden, freudiges Ja brachte. Wir gedenken also, falls du mir keine andere Weisung sendest, Dienstag den 11.8. mit dem Frühzuge abzufahren, und in Wels bis zum letzten Zuge, der nach Salzburg geht, zu bleiben. An Frau Schrems schreibe ich recht zeitig, soll ich auch für deine Herren Wohnung in der Hölle bestellen? Und werden wir uns in Wels oder erst in Salzburg treffen? Das Packet habe ich durch Herrn Zorn empfangen. Die Kinder grüßen dich, es geht alles in der gewohnten Ordnung /: Auch das Streiten:/ Auf baldiges Wiedersehen freut sich deine Alte. Heute bekam ich auch einen Brief v. Prof. Walter, er hat deine Karte erhalten. Franzl schickt tausend Busserln.
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| − | ==== Aus Krems an Franz Spängler ====
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| − | dito 16.8. [1896] aus Krems [bzw. 15.8. Freischling am Manhartsberge] an Franz Spängler, Salzburg, Höllbräu: Verehrter Herr Vorstand! Wir sind schon wieder auf einer Sängerfahrt, einer Fahnenweihe. Soeben von dem obligaten Festzuge, diesmal um die verschiedenen Düngerhaufen des Festortes herum, zurückgekehrt, sitzen wir bei „guter Musik“ u. ebensolchem Gesange in einem für das Fest adaptierten Holzschupfen, u. die Stuttgarter gedenken, still vergleichend, der schönen Stuttgarter Tage, u. die nicht mit dort waren, ärgern sich heute darüber. Mit treuem deutschen Sängergruß und besten Dank für die Erinnerungszeichen Dein Freund XXX, Riedl, Koller, Vögl, Woraczek, Holzapfel, Winterperger, Kaufmann
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| − | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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| − | Brief aus Salzburg, 19.8. [1896], Fanni Spängler an Franz Spängler nach Krems [Umschlag ohne Marke, Stempel Krems 20.8.]: Liebster Mann! Zugleich mit deiner Karte, welche ich mit großer Freude empfing und für welche ich dir herzlichst danke, kam beifolgende Karte an Marie in meine Hände, welche die Nachricht von dem Tode ihrer Mutter enthält. Ich bitte dich, sage der armen Marie mit einiger Schonung und Vorsicht die traurige Nachricht, sonst erschrikt sie so, daß sie krank wird. Zugleich bitte ich dich, sorge ein wenig, daß sie doch etwas ißt und daß sie sich beim Putzen ordentlich helfen läßt. Ich glaiube, es wäre gut, wenn Marie so bald als möglich hieher kommt. Mir erbarmt Maria wirklich, weil sie ihre Mutter so lieb hatte. - Von uns kann ich dir sagen, daß wir gestern schon das zweite große Zimmer bekommen und nun recht gut untergebracht sind. Wäre das Wetter besser, so ginge es uns ganz gut. Gestern wollte ich Otto u. Luise [Louise Spängler] aufsuchen, doch waren sie in Achthal, dann ging ich zu Tante Pepi. Es war mir eigen, wieder die Wohnung deiner guten unvergeßlichen Mutter zu betreten, um so mehr, als die Eintheilung fast ganz gleich ist, wie unsere gute Mutter sie hatte. Tante Pepi ist wohl traurig, aber doch gefaßt und war sehr lieb mit mir und den Kindern. Ich hatte Franzi, Rosa und Bubi mit mir. – Heute Nacht wurde 3 mal geschossen, doch war nur ein unbedeutendes Feuer bei einem Selcher in d. Dreifaltigkeitsgaße. Heute habe ich im Mülle großes Badewaschen mit den Kindern gehalten, denn es ist wenig Hoffnung, daß wir schwimmen können. Wenn du nur schon bald kommen könntest! Hoffentlich bringst du dann beßeres Wetter, denn es ist schon kalt hier und die Salzach ziemlich groß. – Die Kinder sind selig bei den Tanten. Marie und Rose habe ich noch nicht gesehen, da sie ja in Plain sind. Paula Biebl ist nun auch die Braut eines Leutnants den sie schon lange liebte. Im November wird geheirathet. Ich schließe für heute, und bitte dich nur, mir bald zu schreiben und behalte lieb deine Alte.
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| − | nach 1896, Telegramm „10.8.“ aus Pressburg an Franziska Spängler, Krems: Treffen Franz in Salzburg
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| − | ==== Unbekannter Schreiber an Franz Spängler ====
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| − | Ried, 5./12. [18]96/ Liebster Franzl! Nachdem Dir mein Schwesterlein bereits nicht nur in Person, sondern auch sogar in Presir ihre Glückwünsche dargebracht hat, so ist es für mich schwer eine dritte Form zu finden in welcher ich meine Gratulation gebührend anbringen könnte. Ich muß Dich daher bitten, auch so von der Aufrichtigkeit und Herzlichkeit meiner Glückwünsche überzeugt zu sein, denen ich hiermit Ausdruck verleihe. Ich habe endlich die Freude mitempfunden, die dir das glückerreichte, mühsam errungene Ziel bereitet haben muß. Ach, liebster Franzl, wie kurze Zeit ist es doch erst, so scheint es mir wenigstens, als Du nach Deiner ersten Gesangsstunde glückstrahlend zu uns kamst und uns erzähltest, es sei Dir bereits ein Knopf aufgegangen, denn Du hättest nun einen Begriff von Kehlenstellung. Wie viele Knöpfe sind Dir wohl seit jenem Tag aufgegangen! Es war doch damals eine schöne, schöne Zeit! Für Dich ist sie jetzt wohl noch schöner aber in immer anderer Weise. Wir hier fühlen uns wohl auch äußerst behaglich, wie es bei einem so müsigen gleichmäßigem Leben wohl nicht anders möglich ist, doch wenn ich an jene Zeiten denke wo wir uns noch so für das Wesen, den frühesten Wunsch und Lebenszweck, Jemand ecl. interessierten, dann muß ich mir wohl gestehen, so wie damals ist es doch nicht mehr! - Was ist’s Franzl, werden wir auf’s Jahr nicht die Freude haben Euch allen unser Heim zeigen zu können. Ihr solltet Euch doch unsern Aufenthalt einmal anschauen dann hätten wir mehr Anknüpfungspunkte zu einem halbwegs inhaltsreichen Brief. Außerdem hättet Ihr ja das beneidenswerte Bewußtsein, dem reizenden Kind bald wieder den Rücken drehen zu können um nach unserm lieben Krems zurückzukehren! Überlegt Euch doch die Sache und bringt sie einmal an einem Sonntag auf’s Tapet, damit doch auch Prf. Walter und Basa [?] den Gedanken fassen. - Nimmst Du noch Gesangsstunden oder bist Du schon dazu auf einer zu hohen Stufe? Ich betreibe das Klavier mit ziemlichen Fleiß. Ich spiele täglich Scalen in allen möglichen und unmöglichen Arten, Etüden von Cremer u. Steffen Heller, Beethoven Sonaten und einige gefällige Vortragsstücke. Elsa singt fleißig Übungen, Lieder von Schubert und Robert Franz, die sie zum Namenstag bekam. Was machst Du denn für Weihnachten, ist das ein Geheimnis? Durch meine vielseitige Correspondenz vergesse ich leider immer, was ich den betreffenden im letzten Brief geschrieben habe, und so fürchte ich auch jetzt, Euch eine alte Geschichte aufzutischen, wenn ich Euch von unsern musikalischen Zusammenkünften mit Höss erzähle. Es ist dieß nämlich die Familie des hiesigen Raatsanwaltes, bestehend aus Papa, Mama und Sohn Theodor. Die beiden Herren spielen Violine und wir beiden begleiten sie dazu am Klavier. Es ist dieß eine ganz nette Zerstreuung für den Winter. - Daß wir unser altes Pianino verkauften, habe ich wohl auch schon einmal geschrieben? Mutter möchte auch noch zu diesem Brief dazuschreiben daher Schluß. Mit vielen, vielen Grüßen an unsere lieben Kremser Freunde umarme ich Dich innig als deine treue Anna. - Liebstes Franzerl. 5./12 [18]96/ Deinen lieben Eltern habe ich schon Glück gewünscht, nun nimm auch vorallem du selbst die aufrichtigsten herzlichsten Glückwünsche zur glücklich überstandenen Prüfung entgegen. Onkel Seh [?] schließt sich meinen Wünschen an, da er schwerlich dazukommen wird selbst zu schreiben/ Auch ich erinnere Euch alle an das Versprechen uns zu besuchen. Je größer die Zahl der Kremserbesuche desto lieber. Nimm einen herzlichen Kuß von deiner Tante Anna. - Franz Spängler ist in Krems in vielen Vereinen tätig, u.a. Ehrenmitglied des Wiener Sängerbundes und Aktiver der Liedertafel in Pottenstein und des „Gesang- und Orchestervereins“ in Krems (davon 25 Jahre als Vorstand). In seinem Nachlass befinden sich neben der Stimmpfeife u.a. Erinnerungen und Medaillen der Salzburger Liedertafel, des Niederösterreichischen Sängerbundes, des Wiener Lehrergesangvereins und der Sängerbundesfeste in Wien (1890) und Stuttgart (1896). [Medaillen gingen an der Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern in Bruckmühl]
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| − | ==== Korrespondenz ====
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| − | An FRANZISKA SPÄNGLER (1877-1962): 1896, Kartenbrief (Bleistift) aus Ried von Elsa an Franzi und Toni, Krems; Brief an Franzi von „deiner ehemaligen Staatsprüfungsgenossin Elsa“
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| − | === 1897 ===
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| − | ==== Otto Spängler an Bruder Franz Spängler ====
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| − | Otto Spängler [Bruder] an Franz Spängler [Nr.18] [gedruckter Briefkopf:] Dr. Otto Spängler Salzburg [1897] Mein lieber Franz! Zu deinem nahen Geburtstag insbesondere aber zu Eurem 25 jährigen Hochzeitstage sende ich dir u deiner lieben Frau im eigenen u im Namen meiner Angehörigen die innigsten Glück u. Segenswünsche. Möge Euch durch Eure Kinder eine zweite Reihe so schöner und glücklicher 25 Jahre zu Theil werden wie Ihr die ersten 25 Jahre Eures Lebensbundes zugebracht! - Wir aber wollen uns, wie bisher so auch fortan in treuer Anhänglichkeit zugetan bleiben! - Deiner lieben Einladung auf Sonntag kann ich leider nicht folgen; es geht mir geschäftlich nicht gut aus u. dann kommt die Lisel gerade am Samstag nach Salzburg zurück, nachdem sie 3 Wochen in München war. - Die Adresse meiner Emilie in Paris ist: Pension Mercier et Beauquis - Rue d’Amsterdam 49/ Es wird sie gewiß sehr freuen, einen Brief von Euch zu bekommen, sie ist sehr gerne dort, sieht viel interessantes; nur die Kost behagt ihr nicht. bei uns ist es durch den gleichzeitigen Abgang dreier Personen sehr still geworden. - Unser Haus schreitet rüstig der Vollendung entgegen u hoffe ich, dß wir ganz beruhigt auf Juli einziehen können. - bei der Mitteilung über die Fingerverlezung der Hanserl hat es mich ganz kalt überlaufen. Gute besserung! Nun lebe recht wol, mein lieber Franz, empfange noch einmal unsere innigsten Glückwünsche und sei auf das herzlichste gegrüßt von deinem treuen bruder Otto. - donnerstag Abends. - Regierungsrat Dr.Otto Spängler (1841-1919) ist Direktor der Salzburger Sparkasse und Ehrenbürger von Salzburg. Seine Frau Louise Spängler, geb. Duregger, stirbt 1915. Der Hochzeitstag des Bruders ist der 8.4.1872. - „Lisel“: Elisabeth, geb. 1881 (16 Jahre alt); „Emilie“, geb. 1874 (23 Jahre alt); „Hanserl“: Johanna Spängler, verh. Holzapfel, geb. 1882 (15 Jahre alt).
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| − | ==== Vater Spängler an Franziska Spängler ====
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| − | an FRANZISKA SPÄNGLER (1877-1962): 1897, vom Vater Spängler Postkarte aus Krems an Franzi in Wien, Stadiongasse 4, bei „Frau Sektionsrathswitwe Dr.Kaserer“, der Operngucker soll zur Reparatur bei... (Adresse)... und grüße deine Mutter – Abbildung = Familie Spängler am 9.Juli 1897, von links Franz, Antonia, Rosa, die Mutter, Franziska, der Vater, Otto und Johanna; vgl. Rückseite mit Notizen von Traudl Saska:
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| − | === 1898 ===
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| − | an FRANZISKA SPÄNGLER (1877-1962): von der Mutter Fanni Spängler aus Krems an Franzi in Wien „bei Herrn Landesschulrat J.Spängler, Wien, Mozartgasse 7“; kündigt ihren Besuch an („hinunter fahren“), mit Rosl und Toni
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| − | === 1899 ===
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| − | 1899, 5.8., Ansichtskarte an Wohlgeboren Frl. (Nr.9 a) FRANZI SPÄNGLER, Salzburg, Höllbräu. Bildseite „Gruss aus Krems a. D.“; [handschriftlich:] Krems 5.8.99. Liebe Franzi! Herzlichen Dank für Deine schönen Karten sendet Dir Deine Nelly / Herzlichen Gruss von Ferry! / Johanna. / Hedda / XXX
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| − | === Außerhalb des Briefwechsels ===
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| − | Kleinbilder und ähnl. = marmorierter Pappdeckel, Notizbuch ohne Inhalt mit Totenbildchen (Partezettel) u.ä.: Bildchen mit Kelch usw. Fleisch/Blut/ Abendmahl, Luzern o.J.; Andenken an erste Beichte für Franziska Spengler [Spängler], 1858; Heil des Kreuzes, Innsbruck o.J.. - Partezettel mehrere jeweils für Antonia Spängler, * 1803; † 1882, und Franziska Kobler, 1796-1886. - Umschlag mit Visitenkarte „Fanni Schlegel“ mit zwei getrockneten Blättern: handschriftlich „Weinlaub Zellerhügel 13/9 Nachm.“ [da hat er um die Hand angehalten; vgl. Jahr der Verlobung 1871] und „Eichenblatt Maria Plain 13/9 1871 Vorm.“/ „Ich stelle hiemit den vergeßnen Hut zu, und wünsche recht gute Nacht. Morgen auf Wiedersehen in der Franziskanerkirche zur 8 Uhr Messe.“ – Bildchen Serie Nr.1-15 „Geheimiß[e] der allerseligsten Jungfrau [Maria]“ Einsiedeln o.J. – Bildchen Serie ohne Nr. [1-9] Kindheit Jesu, pflegt den Garten, der durch die Sünde des ungetreuen Herzens verwildert ist. – Spielkarte XX „Begegnung des Kaisers mit Sobieski“. – Vater unser. – kindliches Vertrauen, Wien o.J. – Maria Carmel, St.Peter Salzburg, „Franziska Schlögl [Schlegel]... Salzburg 1862“ – Eisenbahn zum Himmel, Innsbruck o.J. – latein. Beleg für Beichte in der griech. Kathedrale, 1859. – 2 Partezettel für Genovefa Stainringer, 1813-Salzburg 1884 [nicht Familie]. – Umschlag mit Faltbild „Rose von Teplitz“ und kleines „Dirndl“, o.J. – Gnadenbild zu Riffian [Südtirol], o.J. – Partezettel für „Marie Gattermayer“ 22 Jahre alt, 30.Okt.1871 [Freundin der Fanni Spängler]; für Anna von Reichel, geb. Gschnitzer, 84 Jahre alt, o.J. [Dezember 1871]; für Carl Baurnfeind, 23 Jahre alt 1860, Hotel in Salzburg; für Josefa Baurnfeind, 72 Jahre alt, 1878. – Maria Erdkreis, Regenburg o.J. – „Herzliche Glückwünsche“ [handschriftlich:] von deiner Mitschülerin Hermine Hille F.Cl.Bürg.Sch. [Bürgerschule Krems]. – Hl.Pazifikus, Innsbruck o.J. – Partezettel für Alois Spängler, 1800-1875; für Cäcilia Laschenzky, 84 Jahre alt Salzburg 1877 [die Familie Laschensky gehörte zu den angesehenen Familien der Stadt Salzburg. In dem Geburts- und Taufschein von Zäzilia Amalia Kobler, geboren 1821, erscheint als Pate: „Cäcilia Laschensky, bürgl. Baumeistersgattin“]; für Katharina Schlögelhofer, geb. Miller, Salzburg 1805-1875; für Marie Lürzer von Zehendthal, geb. Spängler, 61 Jahre alt, gestorben 15.11.1880 [nicht direkte Familie]; für Alois Duregger, 77 Jahre alt 17.2.1876 [Familie Otto Spängler, Bank-Linie]; für Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882 [Mutter von Franz Spängler]; für Theresia Mayer, 1806-1878; für Marie Zeller, geb. Bolland, Salzburg 1812-1873 [Freunde der Spängler-Familie]; für Anna Abpacher, 1839-1869 Salzburg [nicht Familie]; für Georg Schnellinger, 57 Jahre alt 1893 [nicht Familie]; für Rechtsanwalt Dr.Franz Leithner, 79 Jahre alt 1907 [nicht Familie]; für Therese Rappel, 74 Jahre alt 1910 [nicht Familie]; 4 versch. für Betti Katzinger, 56 Jahre alt 1881 [Cousine der Fanny Kobler]; bunt für Maria Rosalia Preisinger, Ursulinen-Oberin Salzburg, 47 Jahre alt 1860; für Franziska Spängler 1906 [nicht direkte Familie]. – Maria Lourdes. – Hl.Seraphin. – Hl.Paulus. – Schutzengelbrief Herz Jesu, Donauwörth o.J. – Beichtzettel Krems 1889. – Maria Plain, o.J. - Maria Plain, „Franzi“. – „Die treuesten freunde Jesu’s“, Paris o.J. handschriftlich „Franz Albert Erzbischof / Franzi“ – „Gartenlaube“ – Maria ohne Makel, St.Peter Salzburg. – handschriftlich Geheimniß des hl. Rosenkranzes... – Heiligtes Herz/ Süßes Herz, „Von Herrn Dechant Philipp Mahler in Pottenstein 6 Sept. 1881“ [Wohnort der Spängler-Krems] – Mariae Himmelfahrt, Nürnberg o.J. handschriftlich: Salzburg 1844. – Jesuiten-Mission Salzburg 1862. – versch. Bildchen mit Papierspitzen: Nürnberg, Stuttgart (Maria Plain), Messopfer neugeweihter Priester Salzburg 1863, Jésus, Maria Kirchenthal, Paris, Innsbruck, Maria Plain. – Maria Zell. - - Einzelner grau marmorierter Pappdeckel, vorderer Buchdeckel mit erste Seiten, Stempel „Katholischer Gesellenverein Krems“ und Titelblatt „Neue Bibliothek... Band 12, Die Prinzessin von Wolfenbüttel von Heinr. Zschokke, Leipzig 1807, und Frontispiz mit Abb. u.a. eines napoleon. Soldaten und Bibliotheksstempeln, zuletzt 1941 [!]: [liegt dabei] Hl.Wenzel, König Ludwig von Ungarn... {herausgetrennt aus einem Buch]. – bunt Johannes der Täufer. – Hl.Familie, Regensburg o.J. – Engel und Schutzherr / Christus und Johanes, Regensburg o.J. „Pina Feistenberger“ [nicht Familie]. – bunt, handgemalt, Offizier. – Hl.Kindheit... Franz Spängler, Salzburg 1852 und 1859. – Friede sei mich euch, München o.J. „...Zum Andenken von deiner dich herzlichen liebenden Mutter Sp. {Spängler?]. – Ein guter Baum... – Magdalena – Andechs – Umschlag mit drei Edelweiß – Umschlag Franziska Spengler [Spängler] mit Papierspitzenbildchen – Jungfräulicher Bund... St.Peter Salzburg, „Franziska Schlögl [Schlegel] 1862“.
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| | == Mehrfach-Anmerkungen == | | == Mehrfach-Anmerkungen == |
| | + | * '''Angermayer''', vgl. Brief vom 14. Februar 1872: Maria Josepha Spängler (* 1832; † 1896) ist verh. mit Vinc. Angermayer (* 1815; † 1886), zuletzt Landesgerichtsrat in Wien. – Im Internet (2007) eine Angermayer & Co. GmbH. in Salzburg mit u. a. Agrarprodukten, Düngemitteln, Futtermitteln, Getreide, Hundefutter, Landesprodukte Salzburg und Vogelfutter. Vgl. [[Angermayer von Rebenberg]]. |
| | + | * '''Bolland''', siehe: Zeller |
| | + | * '''Duregger''', siehe: Spänglerbank |
| | + | * '''Gschnitzer''', Maria Antonia (Antonia) Lürzer von Zehendthal, * 1803, aus Hall in Tirol, heiratet am 14. November 1826 Franz Xaver Gregor Spängler, * 1793, der als Spediteur bei "Math. Gschnitzer" in Salzburg arbeitet (im Brief vom 7. April 1826 "Scheztnerische Handlung"?). Im Trauungsregister von 1826 steht "Spediteur bei der Schastznerl. Handlung". Die Familie Gschnitzer gehört zu den angesehenen Handelsfamilien in Salzburg; von 1847 bis 1850 ist Matthias Gschnitzer Bürgermeister (vgl. Dopsch, 1996, S. 641), von 1854 bis 1861 dann Alois Spängler. Die Briefschreiberin ist die Schwiegermutter von Franz Xaver Spängler [Nr. 36], d. h. die Großmutter von Franz Spängler [Nr. 18], * 1839. Eine "Gschnizer Clara" taucht auch im Tagebuch des Franz Spängler 1861 auf. - Es liegt ein Partezettel vor für Anna von Reichel, geb. Gschnitzer, 84 Jahre alt, o. J. – Im Internet (2007) eine Firmengruppe Gschnitzer, bis 1975 in Salzburg, mit u. a. Kindermöbelproduktion, Konsumgüter Bekleidung und Raumausstattung insbesondere für Kinder, Spiel- und Sportartikel. Mathias Gschnitzer (Salzburg * 1808; † 1884 Salzburg) war österreichischer Reichstagsabgeordneter, Bürgermeister der Stadt Salzburg und Mitbegründer der Internationalen Stiftung Mozarteum (Wikipedia). Vgl. [[Gschnitzer]] / [[Mathias Gschnitzer]], * 1808; † 1884. |
| | + | * '''Guttenberg''': nach Visitenkarten "Emil Ritter von Guttenberg k.k. Rittmeister" und "Minna von Guttenberg née de Launsperg". Nach einem undatierten Foto sind Fanni Schlegel/Spängler und Lida Guttenberg, geb. Plachetka, die Schwiegertochter, enge Freundinnen; sie ist auch genannt in mehreren Briefen außer dem von 1860. - [1871] ohne nähere Zuordnung bei der Korrespondenz Visitenkarten von u. a. "Emil Ritter von Guttenberg k.k. Rittmeister" (handschriftlich: Meine herzlichste Gratulation zur Verlobung! Dein getreuer Vetter") und "Minna von Guttenberg née de Launsperg" (Herzlichen Glückwunsch! durch Abwesenheit verspätet). - Mama Plachetka: Von der Familie Plachetka ist in den Briefen und im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 öfters die Rede; die Schwester der Marie Plachetka, Lida [Guttenberg], ist auch eine gute Freundin von Fanni Schlegel, verh. Spängler. – Im Internet (2007): [[Gerda Guttenberg-Bastian|Gerda Guttenberg]] (* 1949), ist Pianistin und seit 1986 Musikpädagogin am Mozarteum in Salzburg. – Mit dem Namen Plachetka gibt es u. a. ein Hotel und eine Steuerberaterfirma in Salzburg. – Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Josefine v. Guttenberg, Wien 1859, und die "Cousine" Marie Guttenberg. - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Muhme [Tante] Fanni Plachetka (Wien 1860, † 29. August 1865), Muhme [Tante] Ludmilla Plachetka (Wien 1865). – Vgl. [[Adolf Ritter von Guttenberg (Hofrat)]]. |
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| − | #Angermayer, vgl. Brief vom 14.2.1872: Maria Josepha Spängler (1832-1896) ist verh. mit Vinc. Angermayer (1815-1886), zuletzt Landesgerichtsrat in Wien. – Im Internet (2007) eine Angermayer & Co. GmbH. in Salzburg mit u.a. Agrarprodukten, Düngemitteln, Futtermitteln, Getreide, Hundefutter, Landesprodukte Salzburg und Vogelfutter. – Salzburgwiki.at = [[Angermayer von Rebenberg]].
| + | * Die '''Familie Harrer''' gehört zu den großen Familien in Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 492, 641); Ignaz Harrer ist Bürgermeister der Stadt von 1872 bis 1875. |
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| − | Bolland, siehe: Zeller
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| − | Duregger, siehe: Spängler-Bank
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| − | Maria Antonia (Antonia) Lürzer von Zehendthal, geb. 1803, aus Hall in Tirol, heiratet am 14.11.1826 Franz Xaver Gregor Spängler, geb. 1793, der als Spediteur bei „Math.#Gschnitzer“ in Salzburg arbeitet (im Brief vom 7.4.1826 „Scheztnerische Handlung“?). Im Trauungsregister von 1826 steht „Spediteur bei der Schastznerl. Handlung“. Die Familie Gschnitzer gehört zu den angesehenen Handelsfamilien in Salzburg; von 1847 bis 1850 ist Matthias Gschnitzer Bürgermeister (vgl. Dopsch, 1996, S. 641), von 1854 bis 1861 dann Alois Spängler. Die Briefschreiberin ist die Schwiegermutter von Franz Xaver Spängler [Nr.36], d.h. die Großmutter von Franz Spängler [Nr.18], geb. 1839. Eine „Gschnizer Clara“ taucht auch im Tagebuch des Franz Spängler 1861 auf. - Es liegt ein Partezettel vor für Anna von Reichel, geb. Gschnitzer, 84 Jahre alt, o.J. – Im Internet (2007) eine Firmengruppe Gschnitzer, bis 1975 in Salzburg, mit u.a. Kindermöbelproduktion, Konsumgüter Bekleidung und Raumausstattung insbesondere für Kinder, Spiel- und Sportartikel. Mathias Gschnitzer (Salzburg 1808-1884 Salzburg) war österreichischer Reichstagsabgeordneter, Bürgermeister der Stadt Salzburg und Mitbegründer der Internationalen Stiftung Mozarteum (Wikipedia). – Salzburgwiki.at = [[Gschnitzer]] / [[Mathias Gschnitzer]], 1808-1884. – Petersfriedhof, Gschnitzer-Familiengrab, eigene Fotos 2014:
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| − | #Guttenberg: nach Visitenkarten „Emil Ritter von Guttenberg k.k.Rittmeister“ und „Minna von Guttenberg née de Launsperg“. Nach einem undatierten Foto sind Fanni Schlegel/Spängler und Lida Guttenberg, geb. Plachetka, die Schwiegertochter, enge Freundinnen; sie ist auch genannt in mehreren Briefen außer dem von 1860. - [1871] ohne nähere Zuordnung bei der Korrespondenz Visitenkarten von u.a. „Emil Ritter von Guttenberg k.k.Rittmeister“ (handschriftlich: Meine herzlichste Gratulation zur Verlobung! Dein getreuer Vetter“) und „Minna von Guttenberg née de Launsperg“ (Herzlichen Glückwunsch! durch Abwesenheit verspätet). - Mama #Plachetka: Von der Familie Plachetka ist in den Briefen und im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 öfters die Rede; die Schwester der Marie Plachetka, Lida [Guttenberg], ist auch eine gute Freundin von Fanni Schlegel, verh. Spängler. – Im Internet (2007): Gerda Guttenberg, geb. in Salzburg, ist Pianistin und seit 1986 Musikpädagogin am Mozarteum in Salzburg. – Mit dem Namen Plachetka gibt es u.a. ein Hotel und eine Steuerbearterfirma in Salzburg. – Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = Josefine v. Guttenberg, Wien 1859, und die „Cousine“ Marie Guttenberg. - Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = Muhme [Tante] Fanni Plachetka (Wien 1860, gest. 29.8.1865), Muhme [Tante] Ludmilla Plachetka (Wien 1865). – Vgl. Salzburgwiki.at = [[Adolf Ritter von Guttenberg (Hofrat)]].
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| − | Die Familie #Harrer gehört zu den großen Familien in Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 492, 641); Ignaz Harrer ist Bürgermeister der Stadt 1872-1875.
| + | * Adressiert ist ein Brief von 1827 mit "abzugeben beim Höllbräuer" an Franziska (Fanny) Kobler [Nr. 79], geb. 1796 in Salzburg (gest. dort 1886 als "vormals Besitzerin des Höllbräuhauses"). Das Gasthaus "Zur Hölle" (heute "Altstadthotel Radisson") in der Judengasse 15 (1844 noch "Judengassen No 67") steht auf dem Platz der alten Synagoge, die nach dem Progrom von 1404 verlassen werden musste (vgl. Dopsch, 1996, S. 161, 189 f., 243; oder bereits 1349, vgl. S. 177). Die "Höllbräuin" Fanny Kobler ist auch die Schreiberin vieler weiterer Briefe in dieser Sammlung an ihre Enkelin Fanni Spängler. – Vgl. [[Franziska Kobler]]. |
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| − | Adressiert ist ein Brief von 1827 mit „abzugeben beim Höllbräuer“ an Franziska (Fanny) Kobler [Nr.79], geb. 1796 in Salzburg (gest. dort 1886 als „vormals Besitzerin des Höllbräuhauses“). Das Gasthaus „Zur Hölle“ (heute „Altstadthotel Radisson“) in der Judengasse 15 (1844 noch „Judengassen No 67“) steht auf dem Platz der alten Synagoge, die nach dem Progrom von 1404 verlassen werden musste (vgl. Dopsch, 1996, S. 161, 189 f., 243; oder bereits 1349, vgl. S. 177). Die „Höllbräuin“ Fanny Kobler ist auch die Schreiberin vieler weiterer Briefe in dieser Sammlung an ihre Enkelin Fanni Spängler. – Salzburgwiki.at = [[Franziska Kobler]].
| + | * '''Langer''': Familie der Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer. Julius (Wien) ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz. - Vgl. zum Brief vom 16. August 1885: "Ludwig und Julius Spängler": jüngere Cousins. Ludwig, geb. 1828, ist verh. Muffat (in Wien); Julius, * 1837, ist verh. Langer. Von "Julius" ist im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 immer wieder die Rede; er studiert zusammen mit ihm in Graz, und dem Tagebuch nach waren sie ‘unzertrennlich’. Vgl. [[Spängler]]. |
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| − | #Langer: Familie der Frau von Julius Spängler (1837-1903), verh. mit Bertha Langer. Julius (Wien) ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz. - Vgl. zum Brief vom 16.8.1885: „Ludwig und Julius Spängler“: jüngere Cousins. Ludwig, geb. 1828, ist verh. Muffat (in Wien); Julius, geb. 1837, ist verh. Langer. Von „Julius“ ist im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 immer wieder die Rede; er studiert zusammen mit ihm in Graz, und dem Tagebuch nach waren sie ‘unzertrennlich’. – Salzburgwiki.at = [[Spängler]].
| + | * Die '''Familie [[Laschensky]]''' gehört zu den angesehenen Familien der Stadt Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 363). In dem Geburts- und Taufschein [Abschrift von 1939] von Zäzilia Amalia Kobler, geboren am 14. Mai 1821 in Salzburg, ist als Mutter eingetragen: "Franziska Kobler, des Franz Seraph. Kobler, Bierbrauers und der Franziska Hofmann, dessen Gattin, eheliche Tochter". Als Pate erscheint: "Cäcilia Laschensky, bürgl. Baumeistersgattin". Vgl. Partezettel für Cäcilia Laschensky, 84 Jahre alt, Salzburg 1877. - Mehrfach in den Briefen 1821 und 1872. – Im Internet (2007): in der Nähe von Salzburg gibt es das Hotel "Laschenskyhof". Vgl. [[Laschensky]]. |
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| − | Die Familie #Laschensky gehört zu den angesehenen Familien der Stadt Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 363). In dem Geburts- und Taufschein [Abschrift von 1939] von Zäzilia Amalia Kobler, geboren am 14.Mai 1821 in Salzburg, ist als Mutter eingetragen: „Franziska Kobler, des Franz Seraph. Kobler, Bierbrauers und der Franziska Hofmann, dessen Gattin, eheliche Tochter“. Als Pate erscheint: „Cäcilia Laschensky, bürgl. Baumeistersgattin“. Vgl. Partezettel für Cäcilia Laschensky, 84 Jahre alt, Salzburg 1877. - Mehrfach in den Briefen 1821 und 1872. – Im Internet (2007): in der Nähe von Salzburg gibt es das Hotel „Laschenskyhof“. – Salzburgwiki.at = [[Laschensky]].
| + | * '''Lorinser''': In dem Fotoalbum, das Fanni Spängler kurz vor der Hochzeit 1872 von einer Freundin bekommt, ist u. a. ein "Dr. Friedrich Lorinser" (1866) abgebildet, der Vater einer Freundin, Minna Lorinser, aus der Salzburger Schulzeit. – Im Internet (2007): unter dem Namen Lorinser und Salzburg u. a. ein Autohandel, eine Pädagogin und einen Botaniker. |
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| − | #Lorinser: In dem Fotoalbum, das Fanni Spängler kurz vor der Hochzeit 1872 von einer Freundin bekommt, ist u.a. ein „Dr. Friedrich Lorinser“ (1866) abgebildet, der Vater einer Freundin, Minna Lorinser, aus der Salzburger Schulzeit. – Im Internet (2007): unter dem Namen Lorinser und Salzburg u.a. ein Autohandel, eine Pädagogin und einen Botaniker.
| + | * '''Lürzer''': Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Anetta de Lürzer, Vetter Ernst Lürzer, Onkel Franz von Lürzer (Salzburg 1858), Großmutter Lürzer gest. 7. August 1853, Tante Marie von Lürzer, Otto von Lürzer. – Vgl. [[Lürzer von Zechenthal]] |
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| − | #Lürzer: Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = Anetta de Lürzer, Vetter Ernst Lürzer, Onkel Franz von Lürzer (Salzburg 1858), Großmutter Lürzer gest. 7.8.1853, Tante Marie von Lürzer, Otto von Lürzer. – Salzburgwiki.at = [[Lürzer von Zechenthal]]
| + | * '''Mertens''', zum Brief vom 27. September 1871 vgl. "gesammelte Todesanzeigen" von u. a. Anna Edle von Mertens, geb. Steinbauer, Wien (* 1819; † 1906), Tochter: Anna Aigner. - [[Heinrich Ritter von Mertens]] ist kaiserl. Rat und Bürgermeister von Salzburg (* 1810; † 1872), Schwiegertochter: Camilla. Vgl. Brief vom 16. Juli 1876 mit Verweis auf ein undatiertes Foto von Fanni Schlegel (in Tracht mit Fächer) und Camilla Mertens (Goldhaube, weißes Kleid) vor Alpen-Kulisse beim Fotografen; dito mit zwei anderen; zum Schwiegervater Mertens vgl. auch Brief vom 27. September 1871. – Im Internet (2007), Wikipedia: Heinrich Ritter von Mertens (* 28. April 1811 in Wien; † 26. Oktober 1872 in Salzburg) war von 1861 bis 1872 Bürgermeister der Stadt Salzburg; in seine Amtszeit fielen die Eröffnung der Salzburger Eisenbahnlinien und die kaiserliche Schenkung des Mirabellschlosses sowie der Festungsgründe an die Stadt Salzburg, die dadurch und auch wegen der Zusammenkünfte Kaiser Franz Josefs mit Napoleon III. und Wilhelm I. zu dieser Zeit einen großen Aufschwung erlebte. Nach ihm benannt ist die Mertensstraße in der Elisabeth-Vorstadt. Nach seinem Ableben fand er seine letzte Ruhestätte im Friedhof St. Peter. – Vgl. [[Heinrich Ritter von Mertens]]. |
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| − | #Mertens, zum Brief vom 27.9.1871 vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u.a. Anna Edle von Mertens, geb. Steinbauer, Wien (1819-1906), Tochter: Anna Aigner. - Heinrich Ritter von Mertens ist kaiserl. Rat und Bürgermeister von Salzburg (1810-1872), Schwiegertochter: Camilla. Vgl. Brief vom 16.7.1876 mit Verweis auf ein undatiertes Foto von Fanni Schlegel (in Tracht mit Fächer) und Camilla Mertens (Goldhaube, weißes Kleid) vor Alpen-Kulisse beim Fotografen; dito mit zwei anderen; zum Schwiegervater Mertens vgl. auch Brief vom 27.9.1871. – Im Internet (2007), Wikipedia: Heinrich Ritter von Mertens (*28.4.1811 in Wien; †26.10.1872 in Salzburg) war von 1861 bis 1872 Bürgermeister der Stadt Salzburg; in seine Amtszeit fielen die Eröffnung der Salzburger Eisenbahnlinien und die kaiserliche Schenkung des Mirabellschlosses sowie der Festungsgründe an die Stadt Salzburg, die dadurch und auch wegen der Zusammenkünfte Kaiser Franz Josefs mit Napoléon III. und Wilhelm I. zu dieser Zeit einen großen Aufschwung erlebte. Nach ihm benannt ist die Mertensstraße in der Elisabeth-Vorstadt. Nach seinem Ableben fand er seine letzte Ruhestätte im Friedhof St.Peter. – vgl. Salzburgwiki.at = [[Heinrich Ritter von Mertens]].
| + | * [[Mozartplatz 4]], siehe: [[Spänglerbank]] |
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| − | Mozartplatz 4, siehe: Spängler-Bank
| + | * '''Plachetka''', siehe: Guttenberg |
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| − | Plachetka, siehe: Guttenberg
| + | * '''[[Sauter]]''' (Innsbruck), vgl. Brief vom 1. Dezember 1870: [[Andreas Sauter]] (* 1802; † 1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (* 1800; † 1872) [Partezettel 1872]; vgl. in Wien den "Vetter" [[Ludwig Sauter (Jurist)|Ludwig Sauter]]. Siehe auch Brief vom 2. Oktober 1870: "Kobsa/Sauter": Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (* 1849; † 1901 in Prag); offenbar gute Bekannte, vgl. "gesammelte Todesanzeigen" von u. a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (* 1836; † 1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. Sauter († 1908) [u. a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k. Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (* 1835; † 1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k. Vizepräsident [Finanzverwaltung] (* 1839; † 1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (* 1849; † 1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (* 1802; † 1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (* 1800; † 1872) [Partezettel 1872]. - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Cousine Ludmilla Sauter [?] (Hall 1856), Andreas Sauter (Hall 1856), Anna Sauter (Salzburg 1858), Cousin Eduard Sauter, Tante Josefine Sauter (Hall 1856), Cousine Josefine Kobsa, Vetter Anton Kobsa (Ort 1859). – Vgl. [[Sauter]]. |
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| − | #Sauter (Innsbruck), vgl. Brief vom 1.12.1870: Andreas Sauter (1802-1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (1800-1872) [Partezettel 1872]; vgl. in Wien den „Vetter“ Ludwig Sauter. Siehe auch Brief vom 2.10.1870: „Kobsa/Sauter“: Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (1849-1901, Prag); offenbar gute Bekannte, vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u.a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (1836-1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. Sauter ( -1908) [u.a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k.Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (1835-1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k.Vizepräsident [Finanzverwaltung] (1839-1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (1849-1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (1802-1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (1800-1872) [Partezettel 1872]. - Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz Spängler = Cousine Ludmilla Sauter [?] (Hall 1856), Andreas Sauter (Hall 1856), Anna Sauter (Salzburg 1858), Cousin Eduard Sauter, Tante Josefine Sauter (Hall 1856), Cousine Josefine Kobsa, Vetter Anton Kobsa (Ort 1859). – 2015 kommt in meinem Geneanet die ganze Familie Sauter dazu! – Salzburgwiki.at = [[Sauter]].
| + | * Zu [Nr. 38] '''[[Richard Franz Schlegel]]''' (* 1811; † 1881) ist [Nr. 76] der Vater Franz Schlegel, geb. 1769 in Leitmeritz in Böhmen, Wundarzt und Oberarzt beim Fürstl. Reuss Plauen Infanterie Regiment; der Sohn [Nr. 38] Richard Franz Schlegel, ist 1811 in Theresienstadt geboren. Die Mutter ist [Nr. 77] Maria Theresia Heygel, * 20. Oktober 1783 in Böhmisch-Leipa. Vgl. Brief vom 11. Oktober 1877 mit Notizen auf der Rückseite von der Hand von Franz Spängler[?]: Vater gest 1845 / Vinzenz Curator & Rich / Josef + Henriette u. Clara / Antonia + gest Leitmeriz 8/10 1872 / Blure [?] + Wien VIII 5/10 1854 / Therese + Wien Mazleinsd[orf] 9 Jul 1856 / Friedrich gest Olmüz 22/8 1850 BgHer Leiter [?]. Diese Namen und Daten sind offenbar aus der Familie Schlegel, die Geschwister von Richard und deren Nachkommen, deren Einzelheiten ich bisher (bis auf "Vater gest 1845") nicht näher deuten kann. Vgl. auch zum Brief vom 11. März 1879: Die dort genannten Fritz [Friedrich] und Vincenz [Vinzenz] müssten demnach verstorbene Brüder von Richard Franz Schlegel sein. – Im Internet (2007): Richard Schlegel war um 1934-36 wichtiger Stadtarchitekt in Salzburg. Vgl. [[Richard Franz Schlegel]]. |
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| − | Zu [Nr.38] Richard #Schlegel (1811-1881) ist [Nr.76] der Vater Franz Schlegel, geb. 1769 in Leitmeritz in Böhmen, Wundarzt und Oberarzt beim Fürstl. Reuss Plauen Infanterie Regiment; der Sohn [Nr.38] Richard Franz Schlegel, ist 1811 in Theresienstadt geboren. Die Mutter ist [Nr.77] Maria Theresia Heygel, geb. 20.10.1783 in Böhmisch-Leipa. Vgl. Brief vom 11.10.1877 mit Notizen auf der Rückseite von der Hand von Franz Spängler?: Vater gest 1845 / Vinzenz Curator & Rich / Josef + Henriette u. Clara / Antonia + gest Leitmeriz 8/10 1872 / Blure [?] + Wien VIII 5/10 1854 / Therese + Wien Mazleinsd[orf] 9 Jul 1856 / Friedrich gest Olmüz 22/8 1850 BgHer Leiter [?]. Diese Namen und Daten sind offenbar aus der Familie Schlegel, die Geschwister von Richard und deren Nachkommen, deren Einzelheiten ich bisher (bis auf „Vater gest 1845“) nicht näher deuten kann. Vgl. auch zum Brief vom 11.3.1879: Die dort genannten Fritz [Friedrich] und Vincenz [Vinzenz] müssten demnach verstorbene Brüder von Richard Schlegel sein. – Im Internet (2007): Richard Schlegel war um 1934-36 wichtiger Stadtarchitekt in Salzburg. – Salzburgwiki.at = [[Richard Franz Schlegel]].
| + | * Die Salzburger [[Spänglerbank]], "'''Bankhaus Carl Spängler & Co. Seit 1828'''", entwickelt sich aus der Spängler-Handelsgesellschaft in Salzburg. Carl I. Spängler (* 1825; † 1902) ist kaiserlicher Rat und Bankier in Salzburg und übernimmt die Bank von der Familie Duregger (Wohnhaus am Mozartplatz 4). Die Duregger-Handelsgesellschaft gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das "Spängler & Trauner", 1870 "Carl Spängler" die Bank. Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in das ansehnliche Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verh. mit Carl Spängler, erbt dieses Haus. Von Franz Spängler ist ein Cousin Dr. Rudolf Spängler, Apotheker, verh. mit Marie Spängler, geb. Weinwurm (* 1839; † 1911 in Salzburg); dessen Bruder ist Carl Spängler sen. ist verheiratet mit Leopoldine Duregger. Der Vater Alois Spängler (* 1800; † 1875) im Großhandelshaus in Salzburg (Vorläufer der Spängler-Bank) ist Bürgermeister von Salzburg 1854 bis 1861. Die Familie Duregger, Antonia Spängler, Mutter von Franz Spängler, und Otto Spängler, Bruder von Franz Spängler, wohnen in den Stockwerken übereinander im Dureggerhaus am Mozartplatz 4. – Internet (2007): Homepage der Spängler-Bank www.spaengler.co.at . - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = viele Spängler. – Vgl. [[Bankhaus Carl Spängler & Co. AG]]. |
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| − | Die Salzburger #Spängler-Bank, „Bankhaus Carl Spängler & Co. Seit 1828“, entwickelt sich aus der Spängler-Handelsgesellschaft in Salzburg. Carl I.Spängler (1825-1902) ist kaiserlicher Rat und Bankier in Salzburg und übernimmt die Bank von der Familie Duregger (Wohnhaus am Mozartplatz 4). Die Duregger-Handelsgesellschaft gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das „Spängler & Trauner“, 1870 „Carl Spängler“ die Bank. Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr.3. Sie zieht 1855 um in das ansehnliche Haus am Mozartplatz Nr.4, und Leopoldine Duregger, verh. mit Carl Spängler, erbt dieses Haus. Von Franz Spängler ist ein Cousin Dr.Rudolf Spängler, Apotheker, verh. mit Marie Spängler, geb. Weinwurm (1839-1911 Salzburg); dessen Bruder ist Carl Spängler sen. ist verheiratet mit Leopoldine Duregger. Der Vater Alois Spängler (1800-1875) im Großhandelshaus in Salzburg (Vorläufer der Spängler-Bank) ist Bürgermeister von Salzburg 1854-1861. Die Familie Duregger, Antonia Spängler, Mutter von Franz Spängler, und Otto Spängler, Bruder von Franz Spängler, wohnen in den Stockwerken übereinander im Dureggerhaus am Mozartplatz 4. – Internet (2007): Homepage der Spängler-Bank www.spaengler.co.at . - Bei den Stammbuchblättern für Nr.18 Franz #Spängler = viele Spängler (siehe Liste unter Fotos Nr.18). – Salzburgwiki.at = [[Bankhaus Carl Spängler & Co. AG]].
| + | * '''[[Zeller (Familie)|Zeller]]''', vgl. zum Brief vom 24. November 1871: Partezettel für Marie Zeller, geb. Bolland, Salzburg * 1812; † 1873, und für Friedrich Zeller (Salzburg * 1838; † 1862); an gleicher Stelle Visitenkarte für "Ludwig Zeller"; "Zeller" und die "Zellerischen" mehrfach in den Briefen. - Bolland: in dem Brief vom 13. Februar 1871 werden bei "Duregger" genannt die Eltern der Bank-Linie der Spängler in Salzburg, Alois Duregger und Henriette Bolland (sie: * 1810; † 1892; zu dem Bankhaus Duregger-Spängler vgl. Dopsch, 1996, S. 409, und hier: Spängler-Bank). – Das Landesarchiv Salzburg hat unter den Nachlässen einen Karton "Bolland-Zeller-Schumacher" (Internet 2007). – Vgl. [[Zeller (Familie)|Zeller]] und [[Bolland]]. |
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| − | #Zeller, vgl. zum Brief vom 24.11.1871: Partezettel für Marie Zeller, geb. Bolland, Salzburg 1812-1873, und für Friedrich Zeller (Salzburg 1838-1862); an gleicher Stelle Visitenkarte für „Ludwig Zeller“; „Zeller“ und die „Zellerischen“ mehrfach in den Briefen. - #Bolland: in dem Brief vom 13.2.1871 werden bei „Duregger“ genannt die Eltern der Bank-Linie der Spängler in Salzburg, Alois Duregger und Henriette Bolland (sie: 1810-1892; zu dem Bankhaus Duregger-Spängler vgl. Dopsch, 1996, S. 409, und hier: Spängler-Bank). – Das Landesarchiv Salzburg hat unter den Nachlässen einen Karton „Bolland-Zeller-Schumacher“ (Internet 2007). – Salzburgwiki.at = [[Zeller]] und [[Bolland]].
| + | == Kostenloser Download-Link == |
| | + | * [https://www.sn.at/wiki/images/pdf/Otto_Holzapfel-Salzburg_Venedig.pdf Otto Holzapfel (Hrsg.): "Salzburg - Venedig. Franz Xaver Spänglers Bildungsreise 1853"], pdf (6 MB), [[Otto Holzapfel]] (Hrsg.): "Salzburg - Venedig. [[Franz II. Xaver Gregor Spängler|Franz Xaver Spänglers]] Bildungsreise 1853 und die Freundschaft mit dem [[Erzbischof]] [[Franz de Paula Albert Eder]]" |
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| | * [[Benutzer:OttoChristianRupert]] | | * [[Benutzer:OttoChristianRupert]] |
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