Kobler-Spängler-Briefe von 1880
In diesem Artikel werden die Kobler-Spängler-Briefe von 1792 bis 1842 aus einem Privatarchiv veröffentlicht.
Einleitung
Die Kobler-Spängler-Briefe bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von Franz II. Xaver Gregor Spängler (* 1839; † 1912).
Über die Korrespondenz
Über seine Tochter Johanna Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* 1917; † 2001), verheiratet Saska in Krems, an Otto Holzapfel (* 1941) in Freiburg im Breisgau in Deutschland.
Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen Franziska "Fanny" Kobler (* 1796; † 1886) und Franz Francesco Castelli (* 1796; † 1832). Deren Tochter Zäzilia Amalia Kobler wurde 1821 geboren und heiratete 1846 Richard Franz Schlegel, starb aber bei der Geburt des ersten Kindes 1848. Diese Tochter, Franziska "Fanni" Schlegel (* 1848; † 1905), heiratete 1872 in der Stadt Salzburg den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".[1]
1880
Brief vom 27. Jänner 1880 von Richard Schlegel an Franz Spängler
Brief vom 27. Jänner 1880 von (Nr. 38) Richard Franz Schlegel in Salzburg an (Nr. 18)[2] Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien; Brief ohne Umschlag; [Ergänzung]:
Lieber Schwiegersohn! Mich freut es sehr, daß ich mit deinem Briefe sehe, daß diese Abhandlung über ein so großes Vermögen ihrem Ende entgegen geht. Daß der Vormund Weihs so dumm war mit seinem Streben wenigstens noch einige Zeit nicht warten zu wollen, ist wieder eine kleine Abwechslung. So viel ich weiß, ist die Mutter dieser beiden Mädchen auch schon vor mehreren Jahren gestorben, u. werden diese Mädchen sicher noch in Traismauer leben, ich stehe mit ihnen in keiner Corespondenz. Ich fühle mich zu einem Vormund gar nicht geeignet, u. weiß auch Niemanden, den ich für diese Stelle vorschlagen könnte. - Daß die Schwiegermutter[3] recht krank war, hat Euch die Kathi [Katharina Arrigler, † 1911, Richard Schlegels zweite Frau; Anm.] geschrieben, es geht ihr jetzt ganz gut; die hatte eine Lungenentzündung linkerseits, u. es ist merkwürdig, daß dieser Prozeß bei dem hohen Alter so schnell u. günstig abgelaufen ist, als Anfang zu dieser Krankheit hatte ich mit ihrem Gehirn zu thun, sie war die letzten 8 Tage ganz wie eine Irrsinnige u. ist ihr Gehirn erst seit zwei Tagen wieder frei. – Mich freut es sehr, daß Euere Kinder so gut gedeihen u. daß es Euch gut geht, ich hoffe daß Ihr im Herbst wieder einen Ausflug nach Salzburg machen werdet, nach Wien werde ich wohl schwerlich mehr kommen, ich brauche das Geld zu anderen Auslagen, denn meine Einnamen [als Arzt, 69 Jahre alt; Anm.] werden immer kleiner u. meine Ausgaben immer größer. Lebet wohl u. bleibt gesund. Die herzlichsten Grüße von Allen Euer Vater Richard 27/1 [1]880. – "Abhandlung" siehe übernächsten Brief.
Brief vom 3. Februar 1880 von Franziska Spängler an die Urgroßmutter Fanny Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler; ein Bogen mit bunter Rose; blasse Schrift; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzungen]:
Wien 3. Februar 1880 // Liebe Großmutter! // Jezt sitze ich schon eine ganze Weile da mit der Feder in der Hand, und kann nicht den Blick von den zwei Dirndln wenden, die eben eine wahre Affenkomödie aufführen. Einen Lärm gibt es dabei daß ich wirklich nicht weiß, wie ich einen einzigen Satz ordentlich schreiben soll, und ich hätte deinen lieben Brief vom 8. Januar längst beantwortet, wenn es nicht gar so schwer wäre, eine ruhige Viertelstund zu finden. / Toni kriecht jezt flink wie eine Katze und steht überall auf, wo sie sich ein wenig anhalten kann. Bei Nacht ist Toni jezt recht brav, aber von 6 Uhr früh sind alle 2 Kinder wach, und meistens bei mir im Bett. Toni hat jezt 5 Zahnerl und kann [unterstrichen:] Anna sagen u zeigen, wie groß sie ist. bitte, bitte machen etc. Sie wird jezt recht lieb und ist kugeldick. Auch bei mir ist das Abstillen recht gut vorüber gegangen, und ich bin sogar dicker - geworden beim Stillen, also ein Beweis, daß mich das Stillen gar nicht angestrengt hat. Mit großem Bedauern habe ich /
gehört daß du unwol warst, doch hoffe ich, daß du nun wieder ganz wol bist. Wie geht es denn der Theres mit ihren Füßen? Recht gerne möchte ich jezt sehen, wie es bei dir jezt schön und nett ist, nachdem du Alles hast herrichten laßen. Bei uns muß jezt auch endlich die Salongarnitur überzogen werden, denn jezt ist es geradezu unmöglich Jemand in unser Sitzzimmer zu führen, so zerrissen ist der Mögelüberzug von den Schaben. // Auch den längst benöthigten Kasten müßen wir jezt kaufen, da ich Toni nicht mehr lange im Korb kann schlafen laßen, denn sie steht immer auf, und sobald / ein Bett in die Schublade des Kinderbettchens kommt werden eine ganze Menge Sachen obdachlos, da ich unmöglich noch mehr in meine Kästen stecken kann, als jezt ohnehin darin ist.
In Anbetracht dieser Umstände, bitten wir dich recht herzlich, wenn Herr Schrems[4] dich bezahlt, uns gleich die Zulage schicken zu wollen, und bitten dich auch, uns nur zu wißen zu machen, wann wir die 500 fl [Gulden] bekommen können, denn eher wollen und können wir uns keine größere Auslage erlauben. Verzeih diese Bitte, liebe Großmutter, und thu uns den Gefallen. Ich freue mich, wenn unser bescheidenes Chistkindl dir recht war; von den Pfeffernüßen kostet das Dutzend 10 Xr. [Kreuzer] und bekommt mann dieselben jederzeit. // Mit besten Grüßen von Franz und Rosa, bleibe ich deine dankbare Enkelin Fanni
Brief vom 7. Februar 1880 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien
Brief vom 7. Februar 1880 von der Mutter Antonia Spängler an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle[5]:
Salzburg den 7/2 1880 Meine inigst geliebten Theuren! Nun ist es schon sehr lange, das ich an Euch meine Lieben geschrieben habe, aber ich blieb doch immer in Verker mit Euren Geschück. den bald hörte ich von der Mutter wie es Euch geht, dan wider von Otto, und vor ein paar Tagen gab mir die Großmutter den Brief zu lesen welchen Fany ihr geschrieben. Ich freue mich immer wen ich von Euch etwas höre. die kleine Toni muß nun allerliebst sein da sie gar schon anfangt etwas zu reden und Anna sagen kann. / und bitten, und das sie so herum kricht ist auch eine Erlei[c]htrung für Euch, man darf sie doch nicht so viel auf den Armmen tragen. Ich dencke sie wird gewiß mit einen Jahr lauffen ich wundere mich sehr das Toni schon 5 Zähne hat die wird gewiß schon so manches mit Euch essen.
Rudolf[6] ist sehr lieb und gut und sietzt in Korb recht gut und spielt dort recht nett, kent seinen Nahmen recht gut, steht recht fest und gerne ist sehr lußtig aber er sietzt noch nicht allein, und kriecht auch nicht, hat auch noch keinen Zahn. Ich hörte auch das Franzi recht groß sey, die wird gewiß schon alles sprechen, und gewiß recht deutlich. Ich bin sehr begierig wie es Heuer mit den hirher kommen geht, ich getraue mir / noch gar nicht zu hoffen, bis ich nicht weiß wie es mit Euch geht, ich denke wen ihr[7] so glücklich wäret nach Mödling zu kommen so würdet Ihr kaum hirher gehen, da ja in Mödling eine so gute Landluft ist. Ich würde es Euch sehr vergönen wen dieß geschehen, mich wundert es das diese Stelle so lange nicht besetzt wird. Der liege gott wird es wohl richten wie es sein soll, man muß halt eine Geduld haben. Wegen den Bahnhof[8] werdet Ihr gewiß recht erschrocken sein wie Ihr es gelesen es ist halt der mittlere Theil ganz außgebrant, den es waren die Wände, welche für / Mauer Wände angerechnet wurden nur Bretterwände und angewöhn[lich?] daher von innen so gleich alles außbrante, der Schade soll sich auf 60 000 fl [Gulden] belaufen und auß gekommen ist es im Schef seiner Kanzley, er war aber natürlich nicht auf der Bahn. Man glaubt es sey bey der Gaaslammpe außgekommen. Ich habe wohl schießen gehört aber da es nur 2 mal geschoßen wurde so bin ich nicht auf gestanden, am übernächsten Tag bin ich hinauß gegangen, und habe es angesehen, nun wetden sie wohl nachsehen das beßer gebaut wird. Die Großmutter ist wider recht gut beysammen. Lebt alle recht wohl es dannckt dir lieber Franz recht herzlich für das Monanth geld deine dich und Fany von Herzen liebende Mutter Antonia Spángler
[Seite 1 unten, auf den Kopf:] Von Otto und Louise und Kinder alles herzliche Schöne.
Brief vom 10. Februar 1880 von Fanni Spängler an Fanny Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler; ein Bogen mit blauem Rand; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzungen]; Leseabsatz eingefügt; [?] = fragliche Stelle:
Wien, 10. Februar 1880. Liebe Großmutter! // Verzeihe, daß ich nicht sofort für die so rasche Übersendung der 500 fl [Gulden] dir unsern Dank aussprach. Aber am Sonntag war ich ein wenig verschlafen und gestern kam ich nicht bald genug zum Schreiben, um den Brief noch fort zu bringen. Heute erhielt ich deine lieben Zeilen, deren Inhalt mir leider nicht erfreulich ["finde" gestrichen] ist. Ich wundere mich, daß man die Zinsen nur so einfach herabmindern [?] kann. /
Ob, wann und wohin mein Mann versezt wird, ist noch nicht entschieden, ich wäre wirklich schon froh, wenn mein Mann endlich Gewißheit hätte. Dieses Sitzen zwischen Thür und Angel ist unleidig. Am Sonntag war ich so verschlafen, weil wir am Samstag unsern Fasching gefeiert haben. Es wurde nämlich feierlich die hundertste Zusammenkunft der Salzburger Gesellschaft[9] gefeiert, da[s] war dementsprechend und wir waren sehr lustig, / kamen aber auch erst um halb drei Uhr Morgens heim. Marie gute Schwester blieb mir bei den Kindern. Es war ein sehr hübscher Gesellschaftsabend mit verschiedenen Vorträgen, und das Schönste dabei war, daß die ganzen Auslagen für meine Toilette 27 X [Kreuzer] betrugen, nämlich für eine Schleife zu einem Kragen, welchen wir aus den Tüllenbeilagen zusammenstellten, welche du mir [in] Salzburg geschenkt hast. Damit war mein Fasching beschloßen.
Wegen der Unterstützung für die kleine Luise warte ich noch / bis das Kind irgendwo bestimmt untergebracht ist, denn ich glaube, wenn Paul etwas bekommt, so hat das Kind blutwenig davon. Ob das Kind nicht in's Waisenhaus kommen könnte? Wegen der Angelegenheit mit deinen Geldern will Franz dir selbst schreiben, doch ist er heute durch einen Besuch daran verhindert. // Indem ich dir vielmals für die Geldsendung danke und Rosa's Grüße entrichte, bleibe ich deine dankbare Enkelin Fanni Spängler. // Wenn wir etwas von Möbeln gekauft haben werden, berichte ich schon darüber. // Grüße Theres.
Brief vom 29. Februar 1880 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien
Brief von der Mutter Antonia Spängler an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stellen:
Salzburg den 29/2 [18]80 Meine inigstgeliebten Theuren! Heute gielt das Schreiben hauptsächlich, der Fanzi [Fany] , weil ich ihr zum Nammensfeste scheinfslich [schrift-?] meine herzlichen Glückwünsche bringen will; Liebe Fany ich wünsche dir alles Gute, was dich beglücken kann, besonders für alle, die Gesundheit, weil man alles, was kömmt, leichter erträgt. Ich wünsche auch von ganzen herzen, das deine Kindlein in jeder Rüchtung gedeien mögen. Behalte mir liebe Fany auch ein kleines Plätz[c]hen in deinen Herzen, bethen thue ich viel für Euch. Beyliegend sende ich 6 fl [Gulden] 5 verwenden für Dich, oder was du für nothwendig findest, 1 fl gehört der kleinen / Fany nebst herzlichen Glückwunsch zum Nammenstag. Es wird mich recht freuen wen sie denen Eltern durch gehorsamm recht viele Freude bereitet.
Wie es in Salzburg jetzt zugeht, das ist ordentlich unheimlich. Es ist ganz unbegreiflich wie dieses Unglück[10] geschehen konnte bey einen so kleinen Brand, es ist kein zimmer außgebrant, und 5 Menschenleben – eigentlich 6 sind ums leben gekommen, der Herr und Frau, und ein Knab von 5 Jahren, und die Frau von 5 Monnath in der Hoffnung also 4 Menschenleben die Famile lebte sehr gut mitsammen, der Herr Frauengruber wie seine Frau, waren alle sehr beliebt. dan der Schumachermeister Mayer, und die Köchin vom Schwarzenberger. Gestern wurden sie alle Begraben, für Salzburg im höchsten aufputz, mit dieser / neuen Gesellschaft. das Baartuch ganz Gold stof[f] dan diese pracht Wägen, dan diese menge Liberee [? Livree] , und diese menge Kränze mit Bändern und Schriften an den Bändern Wägen mit 4 Pferden gezogen. Ich glaube man könte bey einen Fürsten auch nicht mehr geschichten machen. In die Tausend Menschen waren um die Weg größten theil zu sehen. Ich werdet gewiß auch schon gehört haben, das so viele Thro=briefe [Droh-] herum gelegt werden das sie die Stadt an allen 4 Enden anzünden wollen, und der 3 t[e] Theil des Bahnhofes soll in 14 Tagen abbrenen, es ist dieß ein sehr unbehagliches Gefühl. Es ist nun schon bald ganz unnathürlich, denckt Euch gestern Abend als den letzten Februar um ½ 10 gerade als wir zu Bette gehen / wollten, wurden wir durch 3 rasche Kanonenschüße aufgeschreckt, es war aber glücklicher, nicht viel daran es brante in der Linzergaße beim Kauman Martin, ebenerdig ich glaube in einen Mistfaß. die 3 Personen glaubt man sind erstickt, weil wie der Herr die Thire aufmachte so viel Rauch kamm, das er zurück pralte, da ging eben die Schwester von der Frau mit den größre[n] Knaben die Stiege hinunter, die Schwester sagte noch, schauts das bald weiter kommts, der Herr hat aber einen sehr dücken Hals gehabt, und so glaubt man er sey sogleich erstükt, die Frau wollte ihm vieleicht noch helfen, und dan wird auch sie, und das Kind, das Bewustsein ver loren haben, und erstückten. Neuhofer Fritz ist auch am selben Tag auf einer kleinen Reise auf den Weg gestorben Frey Karl am Sammstag. Der Rauchenbichler am Freutag. Lebt recht wohl viele Grüße von Bekanten. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Spángler
[Seite 1, auf dem Kopf:] An Kinder und Rosa viele herzliche Grüße der kleine Rudolf hat am 28 t[en] Februar den 1 t[en] Zahn bekommen er ist wohl, und sehr lebhaft. Es war ein Zimerbrand, entstanden durch eine um gestossene Betrolium Lampe.
Brief vom 4. März 1880 von Fanni Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:
Wien, 4. März 187[8]0 // Liebe Großmutter! // Abermals kommt dein lieber Namernstag heran und mit herzlicher Freude wünsche ich dir Alles, Alles, was du selbst dir wünschen kannst. Gott erhalte dich gesund und zufrieden das ist das Beste. Für mich und meine Kinder bitte ich dich um fernere Liebe, erhalte uns Allen dein gütiges Wo[h]lwollen. Auch danke ich dir sowo[h]l für alles Gute, war wir von dir bereits genoßen haben als auch noch genießen, besonders aber für die Wo[h]lthat, welche ich mit meinen beiden Kindern[11] empfing, indem wir im verfloßenen / Sommer uns vor der größten Hitze in Salzburgs frischer Gebirgsluft flüchten konnten. Ich bin fest überzeugt, daß ich es zum großen Theile dem günstigen Einfluße, welche der Aufenthalt bei dir auf meine Kinder übte, verdanke, daß der Winter so gut und ohne Beschwerde vorbei gegangen ist. // Ob es mir heuer vergönnt sein wird, wieder einige Zeit bei dir zu sein, hängt wo[h] vor Allem von deiner Güte ab, vielleicht wird mir doch die große Freude, dir meine Kinder bringen zu können. Sehr würde ich mich wo[h]l freuen, wenn meine Kinder wieder in Salzburg genießen ko[ö]nnten, was hier so schwer erreichbar ist, häufigen Aufenthalt in gesunder staubfreier Landluft. /
Franzi hat Salzburg noch keineswegs vergessen, Alles was ihr schön und gut vorkom[m]t, verse[t]zt sie nach Salzburg und fährt nach Salzburg mit ihren Puppen, kurz Salzburg ist ihr Ideal. Toni wird je[t]zt auch schon recht lieb, sie geht schon recht brav, wenn sie nur einen Finger zum Anhalten hat und spielt besonders gern kaufen, die beiden Kinder sind wirklich oft recht nett, je[t]zt sind sie auch bei Nacht recht brav. Toni kommt je[t]zt bald in das Gitterbett, denn sie steht schon immer auf im Korb Liebe Großmutter, ich sende dir hiebei eine Portion Pfeffernüße und französisches Brod [!], le[t]zteres natürlich selbst verfertigt, und bitte dich dieses kleine Namenstaggeschenk nicht zu / verschmähen. Ich hätte dir gern irgend eine Handarbeit gemacht, doch wußte ich garnicht, was du etwa brauchen könntest. Feire heiter deinen Namenstag, und nimm auch Rosas Glückwünsche freundlich auf. Rosa küßt dir die Hand. Franzi freut sich schon auf ihren Namenstag und wünscht sich eine kleine Theekanne für ihr Puppenzimmer, welcher Wunsch auch erfüllt wird. Auf ihr Zimmer hält Franzi große Stücke und gibt sehr Acht. Dafür bekommt sie aber auch einen allerliebsten Ofen von Blech für ihr Zimmer ferner bekommt sie eine Barchent für ein Hauskleid und eine Schürze, damit ist die Bescherung zu Ende. Auch [?] muß ich dir gestehen, daß ich in einer Stunde der Not das graue Futter verbraucht habe, welches ich von dir mir [mit] hatte. Ich hoffe, du verzeihst mir / [auf der ersten Seite, oben:] diese Unterschlagung. Das kommt nur davon, daß du mir nie schreibst, ob dir das Unterleibchen taugt. Nun aber muß ich schließen, die Kinder müß[en] in’s Bett. // Es küßt dich deine dankbare Enkelin Fanni
Brief vom 4. März 1880 von Franz Spängler an Franziska Kobler
Undatierter Brief[12] von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:
Liebe Großmutter! // Zu deinem Namensfeste bringe ich dir hiemit die aufrichtigsten Glückwünsche für dein Wohlergehen dar und verbinde damit den besten Dank für alle mir und den Meinigen erwiesene Güte und Liebe, sowie die Bitte um Fortdauer deiner Liebe und deines Wohlwollens. // Bringe dein Namensfeste heiter und zu frieden zu; und sei versichert, dß wir an diesem Tage insbesondere deiner freundlichst gedenken werden. // Du hast in deinem le[t]zten Briefe an Fanny geklagt, dß Herr Schrems[13] künftig das Kapital nur mehr mit 4 ½ % verzinsen / will[14]; ich würde, wenn ich über das Kapital zu verfügen hätte, diese Erklärung ganz einfach mit der Kündigung des Kapitals beantworten, u. es wäre mir keinen Augenbli[c]k bange, das ganze Kapital sicher zu 5 % u. darüber anzulegen. Wenn du zum Beispiele Prioritäten der Elisabeth-Westbahn von den späteren Emissionen, welche 97-99 stehen, oder Prioritäten der Rudolfsbahn, welche ihre 91-93 stehen, der Franz Josefsbahn, welche 96-98 stehen, der österr Nordwestbahn, welche 97-100 stehen od 3 % Südbahnprioritäten, wie du schon hast, u. welche je[t]zt zu 122 für 200 fl stehen, kaufst, so erhälst du durchaus und zwar von allen bis auf die le[t]ztgenannten, in Silber; und es / sind dieß lauter sichere Anlagenpapiere, wie dir Steininger, Prötsch Carl Spängler od wen du sonst fragen willst bestätigen werden. Solltest du aber durchaus keine Papiere kaufen wollen, so dürfte es durch Otto[15] wohl [!] möglich sein, der Sparkasse ein Kapital abzulösen, od durch eine sichere Anlage auf einer Hypothek zu 5 % zu erfahren. Sprich doch mit Otto darüber, er wird dir gewiß gerne mit Rath u. That an die Hand gehen. //
Eben dasselbe gilt von dem Kapitale des Endres[16]; auch dieser Betrag könntest du in den oben angeführten Papieren anlegen, u. ich kann daher keinen Grund finden, dß du wegen der Kündigung dieses Kapitals jammerst. / Bezüglich des Kapitals des Schrems muß ich dich noch auf eines aufmerksam machen; drohe jedenfalls dem Schrems damit, dß du ihm, wenn er nicht mehr 5 % Zinsen zahlen will, das Kapital künden werdest; vielleicht überlegt er sich die Sache und läßt sich doch wieder zur Zahlung der 5 % Zinsen herbei, da es ihm doch nicht so leicht sein dürfte, die ganzen 17000 fl abzuzahlen. // Sprich vielleicht auch mit Dr Widmann über die Sache, vielleicht weiß auch dieser eine Anlage zu 5 % auf sichere Hypothek. // Mache uns gelegentlich zu wißen, was du beschloßen hast. // Mit herzlichen Grüßen verbleibe ich dein // dankbarer Enkel // Franz
Brief vom 7. März 1880 von Betti Katzinger an Fanni Spängler
Betti Kobler, verheiratet mit Leopold Katzinger, Tante und Herzensfreundin der 1848 verstorbenen Zäzilia Amalia Kobler, Grein, an deren Tochter Franziska Schlegel, verheiratet Spängler, Wien; beigebunden den Briefen "mit Banderole" von 1845 bis 1848 an Amalie Kobler-Castelli; ein Bogen mit blauem Prägedruck "B K"; 3 Seiten beschrieben, das untere Drittel der S. 4 abgeschnitten, Schluss fehlt; [...] = Auslassung:
Grein am 7. März 1880. Liebe gute Fanni. Nim zu Deinem Nahmensfeste meine und meines Mannes besten herzlichsten Glückwünsche freundlich auf; möge Gottes Segen auf Dir und allen Deinen Lieben ruhen, und ihr Alle mitsamen stets gesund froh und glücklich sein! Meine aufrichtig innige Liebe und Freundschaft für Dich heißt mich täglich für Dein und der lieben Deinen Wohl beten, den es ist zu meinem eigenen Zufriedenheit durchaus nothwendig, daß ich Dich meinen Liebling glücklich weis! [Absatz] Deiner herzig lieben guten Franzi[17] sende ich einen innig warmen Kuß mit den besten Glück und Segens Wünschen, wie oft denke ich mit unsagbarer Liebe an dieses liebliche Kind, wie glücklich machte es mich wenn ich sie in meinen Armen hielt, und sie mich liebkoste und mit ihren herrlichen blauen Augen so freundlich ansah, dieß bleibt meine schönste angenehmste Erinnerung. Und was macht Deine kleine Toni?[18] jetzt wird sie auch schon bald 1 Jahr alt nicht wahr? gewiß ist sie auch ein liebes gutes Kind, daß Dir viel Freude macht, wie gerne möchte ich sie auch einmahl sehen, lieb habe ich sie auch so und sende ihr viele Bußerl. ./. [Zeichen zum Seitenwechsel und Absatz]
Von der Großmutter [ Fanny Kobler, Anm.] erhielt ich zu meiner größten Beruhigung einen Brief daß sie sich wieder ganz wohl befindet, Gott Lob und Dank daß sie auch diese schwere Krankheit wieder glücklich überstanden. Sie schrieb mir auch, daß es Dir samt Hr. Gemahl und den lieben Kindern ganz gut geht und das Ihr Eure Versetzung von Wien erwartet[19] was mich sehr überraschte; Großmutter drückte auch ihr Bedauern aus, daß sie dich vielleicht deßhalb heuer nicht zu sehen bekömmt; aber ich denke Du wirst es schon möglich machen können, und Dir und Deinen lieben Mädis eine Sommerfrische gönnen, und der Großmutter die Freude des Wiedersehens! Die Theres wird im Juli wieder nach Gastein gehen und da ist es der Großmutter Wunsch das ich während der Zeit zu ihr auf Besuch komme, was ich auch schon zugesagt habe, den bis dahin hoffe ich doch etwas gesünder zu werden, den diesen Winter ging es mir wirklich schlecht, diese fort währende Kränkeln machte mich schon ganz verzagt, besonders meine kranken Augen; jetzt geht es mir wohl etwas beßer, aber meinen Katahrr kann ich gar nicht los werden, ich bin schon viele Wochen nicht mehr ausgegangen der Hr. Doktor sagt bei schlechten Wetter und besonders ./. [Zeichen zum Seitenwechsel] wenn der Wind geht soll ich nicht ausgehn, wegen den Augen, du kannst dir denken liebe Fanni wie traurig mich das oft macht – Nun mit Gottes Hilfe und wenn die beßere Jahreszeit kommt wird es ja doch wieder gut werden! Ob wir dieses Jahr noch in Grein zu verbleiben haben, ist noch unbestimmt, wenn mein Mann nicht einen beßern Post bekommt, so wäre es mir wohl lieber wenn wir hier bleiben könnten, den ich fürchte das Wandern weil es immer so viel Geld kostet und auch sonst viele Unannehmlichkeiten im Gefolge hat. – Mein Mann ist Gottlob doch immer so ziemlich gesund, worüber ich sehr froh bin, er läßt dir achtungsvoll die Hand küßen und beyde empfehlen wir uns deinen guten Gemahl [Rest der Seite abgeschnitten, kaum erkennbar:] vielmals […] grüße ich herzlichst[20]
Brief vom 9. April 1880 von Fanni Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen, roter Prägedruck verziertes "S"; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:
Wien 9. April // 1880 // Liebe Großmutter! // Ungebührlich lange habe ich dir nicht gedankt für deine lieben Zeilen zu meinem Namenstage, doch wirst du – mir verzeihen, wenn ich dir sage, daß wir immer sehr, sehr fleißig sein müßen, um für uns und die Kinder alles zu nähen nebst der täglichen Arbeit, die die Pflege der Kinder nöthig macht. Täglich segnen wir unsere liebe Nähmaschine, für welche Rosa und ich eine wahre Freundschaft hegen. Je[t]zt haben wir allerlei von Wäsche zu nähen, da wüßte ich wirklich nicht, was wir ohne Maschine gemacht hätten. In der Charwoche haben wir auch großartige Putzerei gehabt, und nun ist es wieder recht nett bei uns. / Endlich haben wir auch unsere Salonmöbel neu überzogen und zwar nach langem Herumsuchen mit sogenanntem Shappnin [?] Stoff aus Abfallseide und Baumwolle.[21] Beiliegend ein Muster. Die Garnitur sieht recht hübsch aus. Der Stoff kostet per Meter 2 fl 80 k. Das ganze Überziehen einschließlich der Tapeziererarbeit kam uns auf 52 fl, eine tüchtige Summe, aber ich bin glücklich, daß unser Sitzzimmer nicht mehr so schlampig ist. // Einen Kasten haben wir noch nicht angeschafft, doch wird es nächstens geschehen. //
Von deiner gütigen Erlaubniß der Franzi zu ihrem Namenstage etwas zu kaufen, mache ich Gebrauch indem ich für sie einen Strohhut kaufen werde. Bin ich unbescheiden / wenn ich etwa 1 f 50 für sie in deinem Namen ausgebe? Außerordentlich habe ich mich gefreut, aus deinem Briefe zu entne[h]men, daß du uns auch heuer die Aufna[h]me bei dir für einige Wochen nicht versagen wirst. Ich freue mich schon sehr, dir wieder meine beiden Dirndln bringen zu dürfen. Dießmal wird es auch leichter sein, da Toni auch auf den Füßen ist. Seit le[t]zten Sonntag geht Toni ganz allein durch alle Zimmer, einige Tage vor ihrem Geburtstage begann sie ohne Hilfe zu – gehen. Ich habe große Freude an den Kindern, dermalen haben Beide den Schnupfen Franzi war vergangene Woche dabei ziemlich unwo[h]l. Gottlob daß es aber nur ein Schnupfen war. / Was ist es denn mit dem Kind der armen Paulein? Ich bitte dich der armen Kleinen monatlich in meinem Namen 1 fl zu übermitteln, ich werde dann schon meine Schuld bei dir zahlen. Es würde mich sehr freuen, wenn ich gleichzeitig mit Betti bei dir sein könnte, ich weiß auch daß Betti sich freuen würde meine Kinder zu sehen.[22] Franzi spricht oft von Salzburg, und freut sich schon, wieder hin zu kommen. Ich muß schon auch sagen, daß ich mit großer Freude daran denke, wieder in unserer lieben Heimat zu sein. Ich hoffe, wir werden dir nicht zu viele Unruhe machen, die Kinder sind im Ganzen ganz leicht [zu] haben. Wie geht es denn dir immer, ich hoffe recht gut. Wenn es dir möglich ist, so erfreue doch bald mit einem Besuche deine dankbare Enkelin Fanni. // Franz u. Rosa grüßen dich.
Brief vom 10. April 1880 von Antonia Spängler an Franz Spängler
Brief von Antonia Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; Leseabsatz eingefügt:
Salzburg den 10/4 [18]80 // Meine inigstgeliebten Theuren! // Was werdet Ihr Euch dencken das ich Euren Hochzeitstag vorbey gehen ließ ohne Euch meine Lieben meine herzlichen Glückswünsche dazubringen, aber für mich ist jetzt bald etwas genug um alles andere zu vergeßen. Ottoischen[23] waren in München, da war ich viel Oben[24], oder die Kinder herunten, die Rosa hatte starke Diaree da dachte ich auch imer wie ihr helfen, darüber hatte ich alles andere auß den Kopf verloren. Das ist hant [halt] wen / man so vergeßen [-lich] wird, verzeiht es mir, es war jetzt eine so bewegte Zeit, was für eine alte Person zu viel ist, auch hatte ich längere Zeit Diare[e], was mich auch angegrief[f]en hat, mündlich werde ich Euch alles erzählen wen ihr kömmt worauf ich mich schon unendlich freue Ich wünsche nachträglich zu beiden Festen alles Gute, der liebe Gott schencke Euch alles, was Euch beglücken kann, vor allen die Gesundheit und Zufriedenheit. Sehen hoffe ich werden wir uns so gott will jeden Fall, den wen Fany die Großmutter nicht meint, – so meint die Mutter Schleg[e]l die Fany mit den Kindern, Franz ist jeden = / [Seite 4 weiter:] = Fall bey mir, worauf ich mich schon recht sehr freue. Wie staune ich das die Toni schon allein lauft, das wird ihr, und Euch gut bekommen.
Da fählt [fällt] schon recht viele eit weg, wie wird sie auch schon sein, so ist auch an Wasch weniger. Zähne wird sie gewiß au[c]h schon mehrere haben, unser Rudolf hat 4 Zähne fängt nun auch an aufzustehen wen er sich wo anhalten kann, sitzt nun gut aber mit Kriechen geht nicht viel vorwarts er kommt noch nicht weit, er hat es noch nicht recht loos, sonst ist er recht lieb, und lustig, die Berta spricht alles, aber oft ein ganz gebrochenes Teutsch, man muß viel lachen, mit ihrer Sprache.[25]/ = [drei Striche] Mit lauter Eile weil ich den Brief noch heute fortbringen wollte, habe ich das Papier verkehrt genohmen ärgerlich. Die Posacher Marie ist Braut und ganz glücklich. Die Alois Spángler ist Heute nach Wien. Ich gab ihr viele Grüße an Euch mit Die Großmutter von der Mina wird Euch schon erzählen von den Oporatzion der Ida, Gottlob das alles so glücklich vorüberging. Aber nun liegt er schon 3 Wochen an der Gicht in selben Institut wo Ida ist er kann sich fast gar nicht rihren, so schmerzen hat er. Die werden wohl noch einige Wochen oben bleiben müßen dan kömt Ida nach Salzburg und er geht nach Baden. Lebt alle recht von ganzen Herzen wohl, ich bethe gewiß viel für Euch mit aller Liebe Eure treue Mutter Spáng[ler] [erste Seite unten, auf dem Kopf:] Den Kindern herzliche küße so wie an Rosa. [zweite Seite unten, auf dem Kopf:] Von allen Bekanten viele Grüße Duregger Otto Louise Fräulein Rosalie
Brief vom 2. Juni 1880 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien
Brief vom 2. Juni 1880 von der Mutter Antonia Spängler an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:
Baumkirchen[26] den 2/6 [18]80. Meine inigstgeliebten Theuren! Schon lange – lange wartete ich auf ein Schreiben von Euch weil Franz im vorigen Brief mir schrieb, er wird mir es sogleich mittheilen wen er etwas erfährt bis wan er seinen Urlaub erhält. Nun schreibst du auch dießmal nicht ein Wort davon, ich bin schon sehr begierig, wie es mit kommen ist; ich freue mich schon es zu hören, ich freue mich auf alle ungemein. Ich bin auch Eur[e]twegen schon so früh ins Bad gegangen damit von meiner Seite kein Aufenthalt ist. /
Die beiden Kindlein müßen schon allerliebst sein, Tonerl wird klein sein aber deßto lieber wen sie schon so herum läuft. Der kleine Rudolf ist noch nicht [darüber:] (allein) gelauffen wie ich am 25 t[en] von Salzburg weg bin, aber wo er nur ein wenig sich anhalten ist er gegangen, die ganze lang vom Kindszimmer weil überal etwas war, wo er sich halten konnte, es war ihm schon genug wen er sich mit der flachen hand halten konnte, er ist sehr lieb, und kent uns alle außeinander besonders lieb hat er seinen Papa, wie er ihm nur ansichtig wird langt er darnach. Aber sprechen thut er noch nichts. / Die kleine Franzerl stelle ich mir schon recht gesetzt vor, die Tonel ein schlauer Mucks [?], kurz und gut ich habe schon eine rechte Sensucht nach Euch.
Mir und Therese geht es Gottlob ganz gut hier, die Witterung ist größtentheil sehr kalt, wir suchen alles Warme um uns nicht zu verderben, wir gehen Täglich ein paarmal Spatziren dan spielen wir wider, Baden und so vergeht uns die Zeit sehr schnel. Der Schne [!] liegt oft beynahe ganz herunter, ist aber auch in einer Stunde wider weg. Wir sind hier recht zufrieden, die Kost ist gut und genug. Das Zimmer sehr gut und nett, sehr / wenig Leute sind hier, ich glaube es ist die Kälte schuld. ich glaube es sind gewiß nicht mehr als 12 Personen hier, sammt 2 Kindern welche 2 Frauen bey sich haben. Das die Prozesion in Wien gewiß sehr schön und großartig in Wien [!] geweßen läßt sich leicht dencken wir waren in Hall bey deren Evangelium sie war auch sehr feyerlich. Mir hat schon die Toda Amalie einmal gesagt, und auch Anton hat mir einmal gesagt von einen Fräulein welche in Salzburg waren, also hat er sich doch einmal dazu entschloßen ich freue mich und w[ü]nsche ihm herzlich Glück. Lebt nun alle recht wohl küßt mir die Kindlein Tonel wird ihr Namenstag geschenck in Salzburg bekommen Mit Tausend küßen an Alle auch Rosa verbleibe ich Eure treue Mutter Spángler
[Seite 1 oben, auf dem Kopf:] Von Schwester Therese viele Grüße an alle.
Brief vom 6. Juni 1880 von Fanni Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen, Seiten handschriftlich römisch nummeriert I bis IV; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
I // Wien 6. Juni // 1880 // Liebe Großmutter! // Ich muß mich vor Allem entschuldigen, daß ich so lange deine lieben Zeilen, die mich so sehr gefreut haben, unbeantwortet ließ. Dießmal war es nicht Zeitmangel, sondern ein ganz andrer Grund, der mich zögern machte. Du bist so gütig, mir zu erlauben, daß ich im Juli sammt meinen zwei Nickerln einrücken darf. Ich bin sehr glücklich über diese Erlaubniß, und hätte dir so gerne schon vor Wochen geschrieben wann wir von deiner Erlaubniß Gebrauch machen werden, doch ist mein Mann kürzlich vom Landesgericht in Strafsachen zum Civilgerichte gekommen, und dadurch / II // wird meines Mannes Urlaub sich wahrscheinlich etwas verzögern. Wir erwarten von Tag zu Tag die Bestimmung des Urlaubes und ich meinte eben, ich könnte dir gleich das Rechte berichten, doch nun dauert es mir zu lange, und deßhalb sage ich dir nur, daß ich mich schon sehr, sehr freue wieder zu dir kommen zu dürfen. Es ist möglich, daß Franz Mitte Juli fort kann, in dem Falle wäre ich schon in den ersten Tagen des nächsten Monates oben, bekommt mein Mann erst im August Urlaub, so kommen die Kinder und ich Ende Juli oder Mitte August. Mir ist es leid, daß ich selbst nicht weiß, wann wir wegkommen. Mittlerweile haben Rosa und ich noch viel zu nähen und täglich segnen wir unsere liebe Nähmaschine. Ich werde dir mündlich aufzählen, was wir in Laufe dieses Jahres auf der Maschine gemacht haben; ich denke, du sollst zufrieden sein. /
III // Ich muß dir doch erzählen, daß ich am Samstag den 6./6. Den Ausflug der Salzburger mitmachte. Ich war eine pflichtvergeßene Mutter, indem ich meine Kinder um 1 Uhr Mittags verließ und erst um 10 Uhr Abends heimkehrte, während Rosa bei den Kindern war. Wir waren auf dem Bisamberg bei Langenzersdorf. Es war sehr hübsch, die Gesellschaft bestand aus fast 50 Personen. Auch die Braut des Dr: Anton Sattler, ein Fräulein Kendler war mit. Es ist ein sehr anmuthiges Mädchen. Nächsten Montag wird bei Dr: Hubert Sattler Familie erwartet. Kommenden Sonntag wollen wir, gutes Wetter vorausgese[t]zt, nach Mödling fahren sammt den Kindern. Bei der armen Langer sind fort und fort die Kinder krank; das ist schon ein rechtes Kreuz! // IV // Unsere zwei Muxerln sind Gottlob frisch und gesund. Franzi wirst du groß finden, Tonerl ist klein aber kugelrund. Die Waden der beiden Kind sind fast gleich dick. Ich denke, Toni soll dir gefallen, sie ist ein recht zuthunliches Kind, schmeicheln kann sie wie ein Katzerl. // Wann wird denn Betti eigentlich bei dir sein? Sie schrieb mir, sie werde im Juli zu dir kommen. Ich bitte dich, liebe Großmutter, schreibe mir doch recht bald, zum Zeichen, daß du nicht böse bist, wegen meines Schweigens. Verzeih auch, daß ich in der Eile den Briefbogen verkehrt genommen habe. Indem ich dir meines Mannes u. meiner Schwester Grüße entrichte, umarme ich doch, hoffend, dich bald gesund und heiter begrüßen zu können. Deine dankbare // Enkelin Fanni. // Grüße die Eltern und Alle, Alle.
Brief vom 21. Juli 1880 von Fanni Spängler an Franz Spängler
Brief vom 21. Juli 1880 von Fanni / Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien:
Salzburg 21. Juli 1880. [darüber, verkehrt:] Dank für deine Karte / Lieber Mann! Ich hatte dir gestern eine Karte schreiben wollen, damit du schon heute Näheres über unsere Reise erfahren hättest, doch war es mir nicht möglich, da ich doch meine Sachen so viel als möglich in Ordnung bringen wollte, was mir auch ziemlich gelungen ist. Unsere Fahrt ist ganz außerordentlich gut von Statten gegangen, das Coupé wurde nicht weiter besezt und von Linz an hatte ich das Glück, mit den beiden Kindern allein zu bleiben bis hierher, so war ich also sehr bequem dran, habe mich auch hingelegt zum Schlafen. Die Kinder waren sehr brav, Toni erwachte in Breiten/schützing, Franzi erst in Attnang, dann hielten wir fröhlich Frühstück, und kamen wohlbehalten mit 1/2 stündiger Verspätung in Salzburg an, wo uns Rose u Minna in Empfang namen. Hier wurden wir sehr freundlich empfangen, Großmutter welche sehr gut aussieht, hat heuer große Freude an den Kindern; deine Mutter, die dich herzlich grüßt, findet Franzi sehr groß, Toni gefällt ihr aber besonders gut. Heute war ich bei deiner Mutter und wollte auch Schwägerin Luise [Louise Spängler, Anm.] besuchen, traf sie aber nicht daheim. Franzi befindet sich sehr wol, besonders bei den Tanten, die auch ganz glücklich über die Kinder sind. - Dem Vater geht es Gott sei dank, wieder recht gut, er sieht wunderbar gut aus, und machte mir gestern die Freude, mich zu besuchen. Die Kinder sind recht freundlich, Franzi ist auch gar nicht scheu, nur nimmt sie weder von deiner Mutter noch vom Großpapa etwas zu essen an. - Als wir gestern ankamen, wollte Großmutter einen Kafe machen laßen, doch bat ich statt dessen um Würstel und Bier, was den Kindern ganz köstlich schmeckte. War in Wien auch in der Nacht auf gestern so ein starkes Gewitter? Wir hatten in Enns, und bis wir nach Linz kamen ein sehr heftiges Gewitter, und furchtbar Regen, doch darauf einen herrlichen Morgen. Es thut mir schon sehr wol, hier eine reine, kühlere Luft zu genießen.
- Wegen deiner Stiefel habe ich es der Mutter gesagt, doch sie behauptet, du habest sie mitgenommen. Wenn die Stiefel in unserer Wohnung sind, so sind sie kaum anderswo, als in dem Kleiderkasten in Anna’s Zimmer, frage Anna, ich weiß nicht was mit den Stiefeln geschehen ist. - Hier bin ich untergebracht wie gewöhnlich/ daß ich einiges durchzusezen haben werde, wußte ich, doch bekomm ich, was ich will und brauche, nur mit einigen höchst überflüßigen Umständlichkeiten, übrigens befinde ich mich sehr wol, der Reiß hat mir ganz gut angeschlagen, nur war ich gestern sehr schläfrig und müd. Heute bin ich vollständig ausgeruht. Meine Schwestern helfen mir sehr fleißig bei den Kindern, was mir recht wol thut. - Und nun, du Lieber, wie geht es denn dir? ich freue mich schon sehr auf dich, Franzi schickt die viele Bußerl. Grüße Anna von mir und Franzi. Heute scheint es regnen zu wollen, dann werde ich fleißig nähen. - Nun lebe recht wol, und behalte lieb deine alte Fanni. Grüße alle Bekannten. - Von der Wahl’schen Geschichte scheint hier viel gesprochen zu werden, gestern soll er von hier fort sein. Herr von Zeller, gibt ihm monatlich 40 fl. [Florin: Gulden; Anm.] Unterstützung. Ein recht angenehmer Schwiegersohn. Die neuen goldenen Knöpfe fand ich nicht, sollten sie dir unterkommen so nimm sie mit. Großmutter und Betti grüßen dich.
"eine reine, kühlere Luft": das Salzburger Klima gilt traditionell als gesund; dieser Ruf ist mitbegründend für den Tourismus in der Stadt (vgl. Dopsch, 1996, S. 469). "Toni" * 1879; "Franzi" * 1877; "Schwägerin Luise": Aloisia/Louise, geb. Duregger, verh. Otto Spängler; "Großmutter": wohl Fanny Kobler; der Mann, Franz Xaver Gregor Spängler, ist bereits 1852 gestorben (oder Schwiegermutter Antonia Spängler, geb. Lürzer, † 1882; vgl. ihren Brief oben und Erwähnung unten). Fanni ist im dritten Monat, Rosl wird im Dezember 1880 geboren.
Brief vom 9. September 1880 von Fanni Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:
Wien, 9. September // 1880. // Meine liebe Großmutter! // Heute endlich komme ich dazu, dir nochmals meinen Dank auszusprechen, für die viele Liebe und Güte, welche du mir und den Meinen während unseres Aufenthaltes in Salzburg erwiesen hast. // Du hast mir und den Kindern eine große Wo[h]lthat erwiesen, indem du uns bei dir beherbergtest. // Die Kinder sind frisch und munter und haben sich sichtlich gestärkt und auch ich fühle mich viel wo[h]ler und viel weniger abgespannt als ich es die le[t]zte Zeit hier war. / Die veränderte Lebensweise und die andere Luft haben uns Allen sehr gut gethan. // Ich gehe mit neuer Lust an meine Arbeit, und freue mich nun wieder, eine geregelte Tha[ä]tigkeit zu haben. // Zu thun giebt es genug; diese Woche ist Wäsche, und nächste Woche kommt die holde Putzerei. Dann wird aber unser Heim wieder hübsch und behaglich sein. Bis Alles geordnet ist, hoffen wir auch den Kasten zu besitzen, dieser Tage wollen wir einen kaufen oder bestellen. Einen Luxus werde ich mir gestatten, und das ist, daß ich meinen Toilettentisch mit neuem Glanzperkail [?] überziehen werde. /
Ist Betti schon abgereist und wie ist es denn mit der Theres gegangen? Ich bin schon sehr neugierig davon zu hören. // Unsere Fahrt nach Wien ist sehr gut von Statten gegangen nur hatten wir eine Stunde Verspätung, da der Zug in Salzburg wegen der vielen Urlauber später abging und wir bei Attnang eine gute Weile stehen mußten, weil am 31. August Nachmittags daselbst eine Lokomotive entgleist war und bis zum Abend noch nicht vom Geleise hatte weggebracht werden können. Die Kinder schliefen die ganze Nacht und kamen ganz lustig in Wien an. Franzi spicht oft von Salzburg auch Toni scheint sich an allerlei zu erinnern. / Vor Allem gedenken Beide mit Wonne des vielgeliebten Schleifer-Weiberls. Hier gefällt den Kindern wieder neuerdings ihr Spielzeug, und ich muß sagen, die beiden Fröscherl sind ganz gut zu haben. Bei Toni kommen nun doch endlich unten wieder ein Paar Zähne. Dießmal habe ich doch nichts in Salzburg gelaßen mit Ausnahme einer kleinen Schere die ich glaube vergeßen zu haben. Sollte dieselbe dir unterkommen, so bitte ich dich, gieb sie meiner Schwiegermutter, da eben Cousine Egghofer[27] in Salzburg ist, die die Schere leicht mitbringen könnte. // Indem ich dir nochmals tausend Dank sage für alles Gute füge ich den Wunsch und die Hoffnung bei, es möge mir die Freude werden, dich künftiges Jahr so wo[h]l und kräftig wiederzusehen, wie ich heuer die Freude hatte. Mit 1000 Grüßen deine // dankbare Fanni. [auf dem Kopf, oben:] Was macht denn dein Gürtelausschlag, ich hoffe du wirst nun schon wieder befreit sein. - [Seite 1 oben, auf dem Kopf:] Franzi schickt dir viele Bußerl Grüße Liese.
Einzelblatt ohne Angaben [1880er Jahre] von Franz Spängler an Franziska Kobler
Einzelblatt zu einem unbekannten Brief Fannis von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Kobler; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Liebe Großmuter! // Auch ich spreche Dir meinen herzlichsten Dank aus für alle Güte und Freundlichkeit, die Du uns während unseres Aufenthaltes in Salzburg erwiesen hast. Hoffentlich wirst du nun wieder in deiner gewohnten Ruhe und Ordnung sein, u. wirst froh sein, daß die Einquati[e]rung wieder aus deinem Hause fort ist. [28] // Daß wir uns hier wieder wo[h]lbefinden, hat dir ohnehin Fanni geschrieben ich bin im Amte wieder sehr beschäftigt. / Nun lebe wohl [!], u. schreibe uns wieder einmal. // Es grüßt dich herzlich // Dein // dankbarer // Franz
Brief von ca. 1880 von Richard Schlegel an Franz Spängler
Brief von ca. 1880 von Richard Franz Schlegel in Salzburg an den Schwiegersohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien; ohne Umschlag. ohne Datierung; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stelle:
[Salzburg, ca. 1880] Lieber Franz! Ich danke dir herzlich für deine freundlichen u. gründlichen Mittheilungen über den Stand der Verlassenschafts-Angelegenheiten, u. freue mich, daß du bereits an End[e] dieser lästigen Arbeit angelangt bist, ich danke dir auch für deine Einladung nach Wien zu kommen, leider aber werde ich diese Reise nicht machen, denn es kostet Geld, u. das wird bei mir immer weniger, während die Auslagen immer steigen, meine Prax[is] ist auf ein Minimum reduziert, mit Ausname der kranken Füsse sind es nur noch einige alte anhängliche Familien, die mich manchmal beschäftigen. Nun, ich bin 69 Jahre, hätte mithin lange genug gearbeitet, u. die Kraft nimmt sehr schnell bei mir in letzter Zeit ab, das Asthma plagt mich sehr, ich muß sehr langsam gehen, und häufig stehen bleiben um tief einathmen zu können, daraus wirst du sehen, daß Wien für mich nicht mehr paßt. Wir freuen uns alle auf Euch, u. die Fanni wird es schon so einrichten, daß Ihr hier seyn könnt. Wegen der 43 se [?] brauchst du dir kein graues Haar wachsen zu lassen, u. auch keine Postporto deshalb auszugeben, du brauchst dirselben nur der Rosa zu geben, der [die] wird sie schon brauchen können. Ich danke dir nochmals herzlich, grüße Euch alle u. bleibe Euer alter Vater Richard
Richard Franz Schlegel, * 3. April 1811, Dr. med., Stadtarzt in Salzburg, † 1881 in Salzburg, an seinen Schwiegersohn Dr. jur. Franz Spängler. Der Brief ist nach dem 3. April 1880 geschrieben worden (und wohl bevor Franz Spängler ebenfalls 1880 Bezirksrichter in Pottenstein wird) und weniger als ein Jahr vor dem Tod von Richard Schlegel am 1. März 1881. – "Verlassenschaft", siehe auch Kobler-Spängler-Briefe, Briefe vom 11. Oktober 1877, vom 11. März 1879 und vom 27. Januar 1880.
Brief vom 1. Oktober 1880 von Antonia Spängler an Franz Spängler
Brief von Antonia Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien; ein kleiner Bogen mit blauem Prägedruck "A"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:
Salzburg den 1/10 [18]80 // Meine lieben Theuren! // Da Guttenberg Rudolf so freundlich ist, dieß kleine Paket mitzu nehmen, so sende ich das zurükgebliebene Hemt und Tüchel welches sich noch im Bett befand. Ich danncke für Eure lieben Briefe, es freut mich recht sehr, das Ihr Euch wohl befindet, und das es Euch in Wien wider behagt, und auch die Kindlein sich dort wider zufrieden fühlen. / Bey uns im Hauß ist es nun wider ganz ruhig die Schistl [Schiestl] sind fort, auch die Emile, und bald wird auch die Mamma Duregger fort gehen, auch nach Inspruck [Innsbruck] . Otto ist gestern nach St Johan[n], wird aber vieleicht wen möglich Heute wider zurück kommen. Die Großmutter [Fanny Kobler] befindet sich doch wieder beßer, ist auch wie es scheint mit der Liese zufrieden. //
Die Therese ist dermalen noch in Neumarkt will aber wider herein nach / Salzburg, wir wüßten auch ein Zimmer für sie, ob sie es aber nehmen wird wüßen wir nicht. die alte Frau Müller du hast sie schon gekannt ihr Sohn ist gestorben ich glaube er war beim Steierammt, sie lebt nun hier und hat ein Zimmer zu vergeben im Kai neben Karl Koch im 2 te[n] Stock das Zimer auf die Gaße mit der Außsicht mit sammt der Bedienung 6 Gulden im Monnath, ich bin begierig ob sie es nimmt. / Morgen ist der Spatzenegger Marie ihre Vermählung, und am 11 te[n] der Gnabiser [?] Anna ihre. Heute wird Sattler Anton mit seiner jungen Gattin hieher kommen, kannst dir dencken wie sich die Annate [?] freute Bey Schleg[e]l geht es zimlich gut, bey Marie sehr gut die sieht blühend auß. Lebt recht wohl mit herzlichen Grüßen und küßen an [unterstrichen:] Alle verbleibe ich Eure treulie[b]ende Mutter // Spángler. // von denen Ottoischen [Otto Spängler] viele herzliche Grüße so wie von der Fraulein Rosalie.
Brief vom 11. Oktober 1880 von Fanni Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:
Wien, 11 Oktober 1880. // Liebe Großmutter! // Heute, nachdem ich das sechste von den Hemden für meinen Mann glücklich vollendet habe, komme ich endlich dazu, wieder einmal an dich zu schreiben. Um bei Tag einen Brief zuwege zu bringen, habe ich viel zu wenig Ruhe von meinen zwei Dirndln, die es gar nicht begreifen wollen, daß man nicht gleichzeitig reden und schreiben kann. // Vor Allem muß ich mich in meinem und auch meines Mannes Namen je[t]zt für den Kasten bedanken, den wir uns von deiner großmütigen Gabe angeschafft und auch bereits am 5./10 erhalten haben. // [andere Handschrift:] Liebe / [Fanni:] Wir haben Beide eine große Freude an dem sehr hübsch und solide gearbeiteten Möbelstück. // Nun also nochmals unsern herzlichen Dank für deine Güte, welchen wir auch diese Bereicherung unseres Hausrathes danken. Der Kasten ist von scho[ö]nem Nußbaumholz, hat 4 tiefe Laden, davon die oberste mit einem eigenem Schloße versehen und zum ausschließlichem Gebrauch für meinen Mann bestens ist. Obwo[h]l der Kasten bereits eine Woche in unserm Speiszimmer steht, habe ich mir doch noch nicht Zeit genommen, ihn einzuräumen, denn ich habe je[t]zt mit allem Eifer an den obengenannten Hemden gearbeitet und wollte doch, so viel es die Witterung erlaubte mit den Kindern im Freien sein. /
Mir, sowo[h]l, als den Kindern geht es, Gottlob sehr gut. Toni geht nun schon ohne aufgenom[m]en zu werden, bis in den Rathauspark, freilich noch sehr langsam, aber es ist mir doch sehr lieb. Toni plauscht Alles nach, und hat Salzburg noch in bester Erinnerung. Franzi lernt nun schon hin und wieder ein Verschen und zeigt gutes Gedächtniß. Arbeit fehlt mir durchaus nicht, aber ich bringe auch meine Sachen ganz gut zusammen. Je[t]zt heißt es die Herbst und Wintersachen für die Kinder richten; ich spendir mir für 1 Tag die Näherin, damit sie mir herrichten hilft. Für mich brauche ich nur einen ordentlichen Rock zu meiner schwarzen Jacke. Ich bin sehr froh, daß ich nicht mehr machen [?] und – kaufen muß. / Dr: Eduard Zillner sagte mir, daß er bei dir war, und daß dein Befinden und Aussehen ein recht entsprechendes sei, worüber wir uns sehr freuen. Daß dir der ungeschickte Gürtelausschlag so viel Unannehmlichkeit bereitete habe ich durch Betti mit großem Bedauern gehört. Hoffentlich bist du nun ganz frei von dem lästigen Ausschlage. An Betti werde ich nächstens schreiben. Was ist es derweil mit der Theres; hat sie sich etwas gefunden? Recht sehr würde ich mich freuen, auch wieder einmal von dir einen Brief zu bekommen. Ich bin freilich eine langsame Schreiberin, aber Briefe bekommen thäte ich für’s Leben gern. Je[t]zt soll ja die Menninger Mariette Braut sein von dem früheren Bräutigam der S älteren Spatzenegger, ich vergönne es der Frau recht. Nun lebe recht wo[h]l, es küßt dich deine dankbare Enkelin Fanni. Von Franzl viele Gru[ü]ße und von Franzi viele Bußerl.
Brief vom 14. Oktober 1880 von Antonia Spängler an Franz Spängler
Brief von Antonia Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien; ein kleiner Bogen mit rotem Prägedruck "A"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; Leseabsatz eingefügt:
Salzburg 14/10 [18]80 // Meine lieben Theuren! // Nun ist es der 3 te Brief den ich an Euch schreibe, ich weiß wohl Fany hat so viel zu thun, das sie sich wohl kaum Zeit nehmen kann eine Feder zu bemühen. Franz wird sich zu Hauße auch mit den Kindern viel befaßen, und so geht die Zeit wie ein Augenblück vorüber, es sei Euch daher gewiß kein Vorwurf gemacht, nur habe ich immer eine Freude wenn / ich etwas von Euch höre. Bey Schleg[e]l geht es zimlich gut, die Mutter sagte mir vor einigen Tagen, das sie die Rosa [Dienstmagd] gerne hinab lasse [nach Wien] , damit sie nicht zu grunde gehe, den er [Richard Franz Schlegel] ist ja oft so schrecklich krantig. Sie sagte, ich muß es außhalten; es ist dieß schon ein rechtes Elend. Ich dencke bis jetzt 1 Monnath wird sie schon hinab kommen ich freue mich für meine / liebe Fany.
Meine liebe Fany ich bitte dich, strenge dich ja nicht zu viel an, du mußt dencken es ist nicht ploß die Entbindung du hast dir ja auch die schöne Aufgabe gegeben, dein Kindlein selbst zu stillen dieß nimmt auch den Körper groß in Anspruch, ich bitte dich noch einmal plage dich nicht zu sehr, und glaube dir zu. // Meine Gedanken sind viel bey Euch, ich freue mich jetzt schon wider auf Euch wen ich es erlebe Euch zu sehen. / Wie geht es den meinen lieben zwey Kinderln ich möchte sie wohl sehr gerne oft bey mir haben, und mit ihnen einkaufen spielen, da haben sie sich oft gut unterhalten. ich spreche wohl recht oft von ihnen, besonders mit Fräulein Rosalie welcher die Kinder auch sehr gut gefahlen haben sie läßt Euch auch recht herzlich grüßen. denen 2 Kindern zum herzlichen Gruß jeden ein paar Stiezerln die Rothen der Tonerl ich wünsche das sie dieselben brauchen könen Mit alle Liebe // Eure treue Mutter Spángler.
Brief vom 25. Oktober 1880 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg
Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."[29] Ein Bogen mit rotem Prägedruck "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen
Grein am 25. Okt. 880. Liebe Großmutter! Von Deiner Hand ein Briefchen zu erhalten war für mich eine recht freudige Ueberraschung, ich danke Dir herzlichst dafür. Gott sei Dank, daß es Dir mit Deiner Gesundheit wieder besser geht; hast Du nun doch keine Schmerzen mehr im Rücken, und ist dieser lästige Gürtelausschlag nun doch ganz gut? ich bitte Dich liebe Großmutter nimm Dich nur vor Verkühlung stets recht in Acht, damit Du nicht wieder krank wirst; […] / […] / (Medikamente) theurer wie in Salzburg, dieses Grein wird mir so zuwieder [!], weil alles theurer ist wie in einer Großstadt. Denk‘ Dir nur liebe Großmutter der Metzen Erdäpfel von der besten Gattung kostet bey uns 2 f 40 kr [florin = Gulden, Kreuzer] und so ist Alles und Jedes theurer als anderswo; […] seit ich von Salzburg zurück bin, heißt es immer ein paar Gulden zusetzen, daß macht mich oft ganz traurig. […] / […] Jetzt bleibt er [der Ehemann] auch wieder gerne zu Hause, und hat sich das Gasthausgehen mehr abgewöhnt, es muß auch sein, denn es heißt sparen, daß Winterholz kostet 18 f einen neuen Mantel Hose und Gilet hat er bekommen kostet 32 f das sind große Ausgaben für unser kleines Einkommen, doch wenn wir nur gesund bleiben und keinen Doktor brauchen, wird mit Gotteshilfe alles recht werden! Wilhelm [Kobler, ihr Bruder] hat das Bräuhaus von Hr. Greisenegger in Harrachsthal[30] gekauft, die Schwägerin schrieb mir es wäre Alles in Richtigkeit und sie haben es zu vortheilhaften Bedingnissen bekommen, aber jetzt ist die Sorge ob sie bald einen Pächter für Steyeregg bekommen den sonst können sie nicht fort[31] […] Bitte die Familie Schlegel, dan Frau v. Spängler die Theres Frau v Klausnitz […] zu grüßen. Dich küßt im Geiste Deine dankbare Betti Katzinger
Brief vom 1. November 1880 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien
Brief vom 1. November 1880 von der Mutter Antonia Spängler an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler; ein kleinerer Bogen; roter Prägebuchstabe "A" mit Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle:
Salzburg den 1 te[n]. /11 1880 Meine lieben Theuren! Schon lange wollte ich an Euch scheiben, kamm aber nie dazu, weil ich immer abwarten wolte, wie es sich entscheidet wegen der Rosa [Hausangestellte von Antonia Spängler, Anm.] . Da aber der Vater, leider sich gar nicht behaglich fühlt, und dermalen sich sehr schwach fühlt, ist für dermalen keine Außsicht, das Rosa fort [von zu Hause, Anm.] kömmt. Ich glaube sie würde kaum 3 Tage fort sein, so würde sie wider, / zurück beruffen werden, den unter diesen Verhältnüßen ist sie zu Hauße unentbährlich, kanst dir leicht dencken wie weh mir dieser Gedanncke, das Rosa nicht hinunter [nach Wien, Anm.] wird gehen könen, [gestrichen: weh] thut, fu[ü]r Euch meine lieben. Die Mutter ist auch sehr angegrieffen. Ich denncke Ihr werdet am beßten thun, eine 2 te Magd zu nehmen, damit die Fany für die letzte Zeit vor den Wochenbett, und die erste Zeit nach, / den Wochenbett, daheim hülfe hat. Jetzt möchte ich um 8 bis 10 Jahre jünger sein, dan hätte ich mich gleich angebothen, aber so kann ich nichts mehr leisten. Ich dencke Ihr werdet wohl doch gewiß jemand ord[ent]lichen finden; viel=leicht [!][32] weiß die Frau Patsche jemmand.
Ich dancke herzlich für den letzten Brief durch Otto. Otto sagte mir das die Kinder sehr lieb sind, Gottlob das doch die Kindlein gesund und brav sind, daß Ihr doch weniger Sorgen habt. / Bey uns ist Gottlob alles zimmlich wohl, nur die kleine Emile hat etwas Husten. Die Großmamma ist am Sammstag Nachmittag von Inspruck mit Emile zurück gekommen die Marieta [?] Meninger feyert am 15 dieß ihre Vermählung mit Hern v Grünburg. Dieß ist ein großes Glück. Die Frau von Anton [klein darüber: Sattle[r]] hat mir sehr gut gefahlen, sie ist sehr freundlich. Lebt nun recht wohl, seit herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer Euch herzlich liebenden Mutter Spángler Otto Louise die großmutter lassen Euch herzlich grüßen.
Brief vom 2. November 1880 von Fanni Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Wien, 2. Nov. 1880. // Liebe Großmutter! // Vor 6 Jahren am Allerheiligentag erhielten wir, wie du dich sehr wo[h]l erinnern wirst, die Nachricht, daß mein Mann von Mödling nach Wien versetzt wird, und gestern, abermals am Feste Allerheiligen, wurde uns bekannt, daß abermals eine Übersiedlung uns bevorsteht. // Mein Mann ist nämlich zum Bezirksrichter in [latein. geschrieben:][33] Pottenstein ernannt und wird in der morgen erscheinenden [latein. geschrieben:] Wiener Zeitung diese seine Ernennung veröffentlicht werden. // Wahrscheinlich wird mein Mann Ende November, spätestens Anfang Dezember seinen Posten antreten müßen, ich aber gedenke erst gegen / Anfang Februar [latein. geschrieben:] Wien zu verlaßen. Jedenfalls werde ich meine Wochenzeit[34] gut vorbei gehen laßen, ehe ich die Wanderung bewerkstellige. Daß es mir unter den obwaltenden Umständen doppelt leid ist, auf die Gegenwart und Hilfe meiner Schwester nicht sicher rechnen zu können, wirst du begreiflich finden, doch denke ich mir, mit Gottes Hilfe wird Alles recht werden, und so ganz habe ich auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß das Befinden des Vaters[35] es gestatten werden, daß Rosa[36] zu uns kommt. // Nach Allem, was man hört, soll [latein. geschrieben:] Pottenstein ein ganz hübscher Aufenthalt sein, ist auch in 1 ½ bis 2 Stunden von Wien mittels Bahn zu erreichen. // [latein. geschrieben:] Pottenstein ist nicht sehr weit von Mödling entfernt, ebenfalls im [latein. geschrieben:] Wiener Wald, also in hübscher, gesunder Gegend, was doch viel wert ist. /
Melk und Mödling ausgenommen, ist Pottenstein ziemlich der schönste Posten von Allen, um welche Franz kompeti[e]rt hat. Es sollen auch die Lebensmittel ziemlich mäßige Preise haben, so daß die thatsächliche Verringerung unserer Einnahme wo[h]l hinreichend ausgeglichen werden wird. Vor Allem wird wo[h]l der Zins [Miete; Anm.] beträchtlich geringer sein als hier, obgleich wir uns eine möglichst nette Wohnung suchen wollen, da es ja doch bedeutend zu den Annehmlichkeiten des Lebens gehört, eine freundliche, gesunde Wohnung zu haben. Ich denke, es wird mir auch wieder Manches wo[h]l thun, besonders den Kindern wird der Landaufenthalt manche Freude bieten, die ihnen in Wien versagt geblieben wäre. // Um mich sorge dich nicht, liebe Groß- / mutter, mein Befinden ist gut und es wird meine schwere Stunde so Gott will auch, dießmal glücklich überstanden werden. // Daß dir dein Gürtelausschlag [Gürtelrose; Anm.] noch immer zu schaffen macht ist recht bedauerlich, hoffentlich wird es doch bald gut. Ida habe ich als junge Frau noch nicht gesehen, ich wünsche ihr herzlich daß sie dießmal mehr Glück haben möge als bei ihrer ersten Ehe. Mit Vergnügen habe ich gehört, daß es der Theres ziemlich gut geht, ich laße sie bestens grüßen. Indem ich dir [unterstrichen:] nochmals für deine lieben Zeilen danke, bleibe ich // deine dankbare // verse[t]zte Enkelin und // neugeprägte Bezirksrichterin // Fanni Spängler.
Brief vom 7. November 1880 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien
Brief vom 7. November 1880 von der Mutter Antonia Spängler an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien; ein kleinerer Bogen; lila Prägebuchstabe "A" mit Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stellen:
Salzburg den 7/11 [18]80. Meine inigstgeliebten Theuren! Wie sehr überrascht, und erfreut war ich zu hören das du nun doch endlich zum Bezirksrichter ernant bist, und zuletzt ganz schnel gegangen ist. Ich wünsche Euch Tausend Glück dazu. Es soll wie ich von mehreren Leuten höre ein ganz hüb[sch]er Ort sein[37], und im Sommer sehr gesellig. Es ist nur sehr unangenehm wenn Rosa nicht hinunter könnte während den Wochenbett. O meine lieben, meine / Gedancken sind immer bey Euch, wie viel wird es Euch zu schaffen machen, bis Ihr Euch alles außgedacht habt wie machen. Franz wird es gewiß auch nicht taugen so lange allein zu sein. Es ist jetzt gerade recht ungelegen, das in diesen Zeitpunckt, die Beförderung eingetretten, aber es läßt sich nicht ändern. Eine ganze menge Glückswünsche habe ich dir zu entrichten. Alle Spángler Sauter Guttenberg Duregger, Toda, Mali, Fräulein Rosalie, Günzenberger [?] und noch eine menge andere. Es scheint das keine Bezirkswohnung vorhanden ist. Ihr werdet gewiß / einmal hinauß fahren, um Euch, um eine ordentliche Wohnung umzusehen. Wer hier den Ort kent, sagen alle, er sey recht hübsch, ich freue mich mit Euch. Die Landluft wird Euch allen wohl thuen. Hat Franz einen Adiuackten [Adjutant?] , oder nur einen Auskultanten[38]? damit er doch nicht gar so sehr angehängt ist. Ich freue mich von Franz selbst inmal zu hören wie es ihm dort gefählt.
Bey Schlegl [Schlegel, Anm.] geht es abwechselnt gestern war die Nacht sehr gut, vieleicht giebt es sich wider, das nur der Ubergang vom Herbst auf Winter ihm sehr weh gethan hat. / Die Kindlein werden sich ob der Veränderung freuen. Die Franzi wird dieses schon verstehen, Toni nicht. Die Kindlein bitte ich von mir recht herzlich zu küßen. Die Großmutter sagt wen die Rosa hinunter reißt, zur Ubersiedlung oder Wochenbett, so zahlt sie recht gerne einmal die Reise, ich habe gleich zur Rosa gesagt, wir nehmen sie beim Wort. Lebt recht wohl von allen Bekanten viele herzliche Grüße. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Toni [!] Spángler.
Brief vom 27. November 1880 von Fanni Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler mit Umschlag, 5 Kr.-Marke, Frau Fanny Kobler // Private // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10[39]; gestempelt "Josefstadt Wien 28 / 11/11 V/80" und rückseitig "Salzburg-Stadt 29/11/ 5 F/80"; Briefumschlag ca. 12 x 7,5 cm, seitlich aufgeschnitten. Ein Bogen; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Wien, 27. November 1880 // Liebe Großmutter! // Es war sehr freundlich von dir, uns in deinem le[t]zten lieben Briefe mit mütterlicher Sorgfalt aufmerksam zu machen, uns in der Wohnungsfrage in Pottenstein mit einiger Umsicht zu bene[h]men. Von meiner Schwiegermutter hast du wo[h]l gehört, daß die von uns zu beziehende Wohnung bisher von dem Vater und seiner Familie bewohnt war, daher auch auf die Benützung im Winter hergerichtet ist. Daß wir erst im Laufe des April zu wandern gedenken, hörtest du wo[h]l auch; hiezu bestimmte uns vor Allem die Rücksicht auf das zu hoffende dritte Kind und auch auf meine Kräfte. Wären wir bereits im Februar genau dort, so wäre am Ende knapp meine / 6 Wochen zu Ende gewesen, und es wäre auch das Packen sehr erschwert durch den großen Zeitaufwand, welchen das Stillen eines so kleinen Kindes erheischt. Wenn mir mit Gottes Hilfe wieder die Freude wird, mein Kindchen zu nähren, bin ich kaum 2 stündigen Pausen mit dem Stillen beschäftigt, wo ich ¼ Stunde und länger unthätig dasitzen muß. Ist dagegen das Kind wieder gegen 4 Monate alt, so sind erstens längere Zwischenpausen und dann kann ich ja schon eine andere Nahrung dazu geben. //
Daß mir sehr leid ist, dießmal Rosa entbehren zu müßen, wirst du begreifen; zu deiner Beruhigung kann ich dir mittheilen, daß Frau [latein.:] Batsy mir zugesagt hat, daß sie während meines Wochenbettes mir viele Zeit widmen und auch bei mir schlafen werde. Da bin ich wo[h]l in besten Händen. / Da Rosa nicht kommen kann, so bin ich genöthigt eine zweite Magd zu ne[h]men, besonders da wir in Pottenstein eine größere Wohnung bekommen und leider wieder um 12 [u]nd 1 Uhr speisen werden, was sich ganz entschieden weniger gut eintheilt. Ich erlaube mir die Frage und die Bitte, ob du mir zu meinem neu herzustellenden Magdbette nicht eine Tuche[n]t könntest zukommen laßen, allenfalls auch die Kopfkissen. Für die dazu gehörigen Überzüge sowie für Matra[t]ze und Decke würden wir schon selbst sorgen. Es wäre mir eine große Wo[h]lthat, denn es wird Manches geben, was ich anzuschaffen habe, ehe ich Wien verlaße. Die doppelte Wirtschaft, welche wir führen müßen, wenn Franz früher hinaus kommt, ist ohnehin ein ganz namhafter Kostenpunkt, / gar nicht zu gedenken der Ausgaben welche das Übersiedeln selbst verursacht. In mancher Beziehung gehe ich schwer von Wien fort, dagegen gönne ich es den Kindern herzlich, daß sie aus der Stadt hinauskommen noch zu einer Zeit wo die Frage des Lernens eine Weile nicht in Betracht kommt. //
Mein Mann hat sich seinen neuen Aufenthaltsort schon angeschaut, und sagt, daß die Gegend sehr hübsch, der Ort rein und freundlich sei. Sehr froh werde ich wieder sein, wenn ich die Romreise hinter mir haben werde, doch habe ich noch Manches zu thun, ehe es losgeht. Gottlob ist mein Befinden sehr gut, und so hoffe ich, daß ich mit Gottes Hilfe wieder Alles glücklich überstehen werde. Die Kinder sind gesund und machen uns viel Freude. Franzi ist ganz selig über die Aussicht auf die Übersiedlung. Daß dein Befinden wieder gut ist, freut uns sehr. Franz läßt dich bestens grüßen, dich umarmt // deine dankbare Enkelin // Fanni. - [Seite 1 oben, auf dem Kopf:] Sage doch meiner Schwester Rosa meinen besten Dank für das hübsche Leibchen, welches mir Otto mitbrachte.
Brief vom 1. Dezember 1880 von Antonia Spängler an Franz Spängler
Brief von Antonia Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien; ein kleiner Bogen mit grünem Prägedruck "A"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; Leseabsatz eingefügt:
Salzburg den 1/12 [18]80 // Meine lieber theuerer Franz! // Nimm vor allen meinen herzlichsten Glückwunsch zu deinen kommenden Nammensfeste gütig auf; der liebe Gott möge dir alles zukommen lassen, was dich beglücken kann, vor allen das deine gute Fany recht bald und gesund, wieder auß den Wochenbett herauß kommen, und die lieben Kindlein gesund bleiben. Lieber Franz es ist für Euch gewiß nicht leicht, das gerade in dieser Zeit die Ernen[n]ung für dich gekommen ist[40], aber der liebe Gott wird schon wissen warum; es wird doch alles recht werden. Das Ihr alle wohl seid bin ich im herzen froh. / Mir geht es gottlob auch wider beßer, ich fühlte mich schon noch angegrieffen, aber nicht mehr so arg es kamm mir zu viel zusammen; die Lürzer[41] so schnel gestorben – den Schleg[e]l (Richard Franz Schlegel, Anm.) so schlecht, dann wegen der Rosa immer die Unbestimmtheit ob sie geht oder nicht – ich nahm mir dies alles zu sehr zu Herzen dies alles zusammen hätte [m]ich bald aufgerieben. Ich nehme nun wider alle Tage etwas Malaga, dieß stärkt mich doch wider mehr.
Vorgestern kamm die Großmutter (Franziska Kobler, Anm.) mit den Brief von Fany und sagte ich kann ihr nichts geben, mein Magdbett hat die Lürze[r], da fiel mir aber ein das ich eine Duchendreppe [? Tuchent-] und Polster Reppe [?] im Kasten habe, und sagte gleich Großmutter ich glaube ich kann / da helfen, wen du sie dan fühlen [füllen] läßt, und nähen wollen wir auch gerne alles, was du kaufst damit du für dieses kein Geld außlegen darfst, mit demm war sie zufrieden, wir gingen gestern gleich und kauften die nöthigen Sachen, und wir beeilen uns sobald als möglich fertig zu werden, damit du es so bald als möglich bekömmst. Die Großmutter hat glücklicherweise die Tage die Interessen [Dividende, Anm.] von den Potenschlag [?] bekommen, so thut sie [sich] auch leichter. Ich bin froh für Euch, das es so gut geht. Was das Ubergeben der Obligationen betrieft, lassen wir für diesen Augenblü[c]k, wir werden schon etwas außfindig machen, was dir auch recht sein wird. Eine ganze menge der Bekanten wünschen dir doppelt Glück, als alle Spángler Scherlzim [?] Rosalie Lanser. / Angermeier [Angermayer; Anm.] Mamma Duregger. Mamma Weitzner Meinger [?]. Die Großmutter läßt Euch auch, schön, grüßen. Wen nur du lieber Franz doch noch über die ersten 9 Tage des Wochenbett[s] in Wien bleiben köntest so wäre es für dich, und Fany leichter, Gott wird es geben. O meine lieben meine Gedanncken sind so viel bey Euch, ich möchte Euch so gerne hülfreiche Hand leisten, und meine Kräfte reichen nicht auß, das fühle ich nur zu gut. Die 77 Jahre lassen sich nicht weg läugnen. Ich werde aber den lieben Gott recht bitten, er möge einen Unsichtbaren Engel senden der hülft, wen die Noth groß ist. Lebt recht wohl Es küßt Euch alle mit aller Liebe Eure treue // Mutter Spángler.
Brief ohne Datierung [nach dem 11. Dezember 1880] von Franz Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Kobler; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Liebe Großmutter! // Du hast hoffentlich schon durch meine Mutter heute von der Geburt Deines 3. Urenkelkindes erfahren, u. ich richte diese Zeilen hauptsächlich deßhalb an Dich, um Dich zu benachrichtigen, dß die ganze Sache sehr rasch und regelmäßig verlaufen ist, u dß sich Fanny, sowie das neugeborene Kind sehr wohl [!] befinden. // Zugleich richte ich, auf deine schon früher gemachte Zusage bauend, die Bitte an Dich, dß Du auch bei diesem Kinde, das wir Rosa taufen zu lassen gedenken Pathin sein wollest. / Als Vize-Pathin haben wir dießmal, da Rosa nicht hier ist, meine Cousine Marie, die Frau meines Vetters Franz gebeten. // Die Taufe wird wahrscheinlich Dienstags Nachmittags stattfinden. // Die Neugeborene ist recht gut entwickelt, und ist größer als es Toni war, u. scheint überhaupt mehr der Franzi ähnlich zu werden. Fanny ist Gottlob auch dießmal in der glücklichen Lage, das Kind selbst zu stillen. // Die beiden größeren Kinder haben große Freude an der kleinen Schwester, u. sind ziemlich brav. // Nun lebe recht wohl [!], und grüße alle bestens von uns. // Ich muß schließen, damit der Brief heute noch abgehe // Dein dankbarer // Franz
Brief vom 21. Dezember 1880 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg
Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."[42] Ein Bogen mit blauem Prägedruck "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen; [?] = unsichere Lesart
Grein am 21. Dezb. 880. Liebe Großmutter! Heute habe ich Deinen lieben Brief sammt Einschluß per [?] 30 f [Gulden] erhalten, ich und mein Leopold sagen Dir tausendmahl Dank für dieses reiche Christgeschenk, möge das liebe Christkind Dir vergelten, und auch Dir noch recht viele Freuden schenken, ich bete ja täglich so innig für Dich. Um Dir ja keine Sorgen zu machen schreibe ich heute sogleich damit Du weist, daß wir Geld und Brief richtig erhalten, und heute ist auch mein Kopf ziemlich gut, aber das rechte Auge ist wieder schlechter, […] Auch sehr erfreut war ich über die Nachricht, daß Fanni am 12tn d. M. [des Monats] glücklich mit einem gesunden, starken Mädchen ./. [Zeichen für Seitenwechsel] / entbunden wurde[43], Gott sey Dank das es gut verüber ist […] und wenn auch kein Bub so wird doch ihr guter Mann über dieses Christgeschenk sehr erfreut sein, und die kleine Rosa ebenso lieb haben, wie Franzi und Toni.[44] Auch Fanni hoffe ich wird sich zu trösten wißen, daß ihr Wunsch einen Buben dießmal zu bekommen nicht erfüllt wurde […] Das Dr. Schlegels Krankheit sich so sehr in die Länge zieht hätte ich nicht gedacht, und bedauere ihn seine Frau und Kinder von ganzen Herzen […] / Auch an Frau Mutter Spängler bitte ich Dich viele Empfehlungen zu entrichten, und wünsche vom Herzen das sich ihre Gesundheit bald bessere. […] (an die Großmutter) in jeden Brief bewundere ich Deine gute Schrift, bei Deinen so hohen Alter, ich freue mich immer herzlich ./. [Zeichen für Seitenwechsel] / wenn ich ein Schreiben von Dir erhalte, und jeder Brief von Dir wird aufbewahrt als theures Andenken, auch Deine früheren Briefe habe ich alle noch! Nun lebe wohl gute Großmutter und nochmals meinen herzlich wärmsten Dank für die große Wohlthat die Du uns alljährlich erweisest […] Es küßt Dich in Gedanken Deine dankbare Betti. Die Schneeburger u. Klausnitz bitte auch vielmals zu grüßen.
Hochgeehrte Frau Tante! Ich vereine mit meinen Wünschen den tiefgefülten Dank für den überschickten Betrag, wünsche Ihnen glückliche Feiertage, u ein frohes neues Jahr, mit der Bitte mir auch hinfüro Ihre Gewogenheit nicht zu entziehen, zeichne mich mit Handkuß Ihr dankbarster Leopold Katzinger
Brief vom 26. Dezember 1880 von Fanni Spängler an Franziska Kobler
Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler mit Umschlag, 5 Kr.-Marke, Frau [unterstrichen:] Fanny // Kobler // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10.; gestempelt "Josefstadt Wien 27 …" [schwach] und rückseitig "Salzburg-Stadt 28/12 …" [verwischt]; Briefumschlag ca. 12 x 7,5 cm, seitlich aufgeschnitten. Zwei Bögen; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:
Wien 26 Dez 1880. // Liebe Großmutter! // Vor Allem nimm unsern herzlichsten Dank für das Taufgeschenk sowie für die beiden Dukaten für die Kinder. Bei uns ist das Christkind ziemlich einfach ausgefallen, da die Kinder alles Notwendige für den Winter früher bekommen haben und zum Christbaum daher nur Spielsachen erhielten, von denen wir natürlich nicht zu viel schenkten. Mein Mann und ich werden uns unsere Weihnachtsgaben erst nachträglich geben, je[t]zt giebt es zu viele unvermeidliche Auslagen. Sehr glücklich bin ich, daß ich schon wieder fast vollständig meine Kräfte beisammen habe, es ist mir / ja auch dießmal wieder wunderbar gut gegangen, und noch niemals war ich so dankbar für meine Gesundheit und Kraft als dießmal, wo ich nun drei Kinder zu versorgen habe.[45] Für die so schnelle Sendung des Bettzeuges habe ich dir noch gar nicht gedankt. Ich habe große Freude gehabt; doch werde ich mir erst in Pottenstein eine zweite Magd ne[h]men weil wir dort eine größere Wohnung bekommen, und es nicht wo[h]l angeht dort, wie ich es hier gethan habe, das kleine Kind selbst auszutragen. Nichtsdestoweniger waren wir für die so rasche Sendung des Bettes sehr dankbar, denn hätte ich nicht so leicht und glücklich Alles überstanden, so hätten wir sofort eine zweite Magd genommen. /
Du wirst fragen, wie es denn möglich war, während meines Wochenbettes so auszukommen. Dazu halfen folgende glückliche Umstände. Erstens und vor Allem, daß ich selbst nicht viele Bedienung brauchte, zweitens war Cousine Marie Spängler-Gastein [?] so gütig und kam jeden Tag um Franzi und Toni zu waschen und auszuführen. Auch [latein.:] Cousine Angermayer schenkte mir manche Stunde, indem sie mir die Kinder vom Halse hielt. Ermöglicht wurde mir das Kunststück, ohne einer zweiten Magd zu bestehen vor Allem dadurch, daß Frau [latein.:] Batsy gerade Zeit hatte, und 10 Nächte bei mir schlief und auch bei Tage ein paar Stunden ausgenommen, immer bei mir war. Ich war also sammt der kleinen Rosa bestens versorgt. / Sehr brav und fleißig war unsere Anna, wofür wir uns auch erkenntlich zeigen werden. Sie hatte auch großentheils die Kinder bei sich in der Küche. Je[t]zt Gott sei Dank, bin ich wieder wo[h]l genug, meine drei Prinzeßinnen selbst zu versorgen, was mir leichter vor der Hand geht, als ich es zu hoffen wagte. Du brauchst dich auch nicht zu sorgen, liebe Großmutter, daß ich mich zu sehr anstrenge, ich muthe meiner Kraft nicht mehr zu als ich leisten kann. Ich bin so froh, daß ich keine fremde Person im Hause habe, und dann ist doch ein ganz namhafter Kostenpunkt, einer Magd Kost und Lohn zu bestreiten, und wir haben je[t]zt ohnehin viel ausgegeben, und es stehen uns noch Auslagen genug bevor, ehe wir unsere Siebensachen in Pottenstein haben werden.
[zweiter Bogen:] Von meiner kleinen Roserl kann ich dir erza[ä]hlen, daß sie ein großes wo[h]l entwickeltes Kind ist und im Gesicht der Franzi zu gleichen verspricht. Dabei hat sie goldblondes Haar, viel heller, als die beiden anderen Kinder waren. Sie war bei ihrer Geburt 52 Centimeter lang. Ihr Gesicht ist voll und rosig, Arme und Füße aber ziemlich mager. Da bei mir auch dießmal wieder die Milchwirthschaft in vollem Gange ist, so sollen sich ihre Formen bald gehörig runden. Hunger haben Roserl und ich miteinander für drei. Bis je[t]zt ist Roserl bei Tag sehr brav, und auch bei Nacht ruhig nur trinkt sie öfter als bei Tag was mich nicht geni[e]rt, denn ich brauche ja deßhalb nicht aufzustehen. Die beiden Größeren haben eine große Freude an ihrem Schwe- / [ster]chen und zeigen keine Eifersucht, was mich besonders von Toni wundert, die für mich große Zärtlichkeit hegt. // Über ihre Weihnachtssachen sind die Kinder sehr glücklich und habe ich infolge deßen auch mehr Ruhe, indem sie eifrig spielen. In Anbetracht deßen, daß ich je[t]zt wirklich schwer zum Briefschreiben komme, füge ich diesem Schreiben gleich die besten, herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel bei. Möge mir die Freude werden dich auch im künftigen Jahre so frisch und kräftig zu sehen, wie es heuer der Fall war. // Für alle deine Güte und alle Wo[h]lthaten spreche ich dir nochmals meinen innigsten Dank aus und bitte dich zugleich erhalte mir und den Meinen / deine Liebe und schenke sie auch deinem jüngsten Urenkelchen. Alle Bekannten meine Grüße und ein glückliches Neujahr. // Meine Eltern und Geschwistern schreibe ich nächster Tage, bis dahin danke ich für die Sendung. // Behalte lieb deine dankbare // je[t]zt allzeit hungrige // Enkelin Fanni Sp.
Noch muß ich hinzufügen, daß mein guter Mann ebenfalls das Seinige thut, damit wir auf Gleich kom[m]en. Er hatte die Franzi bei der Nacht in seinem Zimmer, beschäftigte sich auch sonst öfters mit den Kindern, trotzdem seine Zeit sehr in Anspruch genommen war. Auch gar manche Gänge kom[m]en auf meinen guten Mann. Es hieß aber // Mit vereinten Kräften. / Liebe Großmutter! // Anläßlich des Jahreswechsels bringe ich Dir meine besten Glückwünsche dar, sowie den herzlichen Dank für alles Gute u. Freundliche, das Du uns im Laufe des verfloßenen Jahres erwiesen hast. Bleibe uns auch ferner gut und laße nun auch, deine 3. Urenkelin dir empfohlen sein // Für das Taufgeschenk, das der kleinen Rosa, sowie die Christgeschenke, die Du den beiden anderen Kindern schi[c]ktest, empfange auch meinen Dank. // Wir hoffen, daß Du Dich wohlbefindest [!], u. die Feiertage recht gut zubringst. // Lebe wohl [!], u. laße uns wieder einmal Nachricht zu kommen. // Dein dankbarer Enkel // Franz
Einzelnachweise
- ↑ Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, Otto Holzapfel, zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].
- ↑ "Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' (de.geneanet.org).
- ↑ wohl Rosina Pump (* 1804; † 1883), verheiratet mit Johann Arrigler (* 1798; † 1885)
- ↑ Engelbert Schrems, bürgerlicher Brauereibesitzer, * 1827, † 1892 in Salzburg, seit 1871 Brauereibesitzer zur Hölle (Höllbräu), die er von Brodmann kaufte, für die er offenbar doch auch jährlich etwas an Fanny Kobler bezahlte.
- ↑ Zu generellen Problemen mit der Übertragung der Briefe von Antonia Spängler siehe zum Brief vom 18. April 1870, Einzelnachweis; siehe Kobler-Spängler-Briefe von 1870, und ebenso zu den Briefen vom 24. Jänner 1873 und vom 8. Jänner 1875. Mit eckigen Klammern [ ] sind angedeutete oder fehlende Buchstaben ergänzt (das ist zumeist eine subjektive Entscheidung).
- ↑ Rudolf Anton Otto Spängler (* 3. Juni 1879 in der Stadt Salzburg), ein Sohn von Otto Spängler
- ↑ klein geschrieben
- ↑ Der Hauptbahnhof Salzburg wurde 1860 eröffnet. Ein großer Brand war nachts am 19. Jänner 1880. Siehe auch folgenden Brief vom 29. Februar 1880.
- ↑ Vgl. dazu die Briefe vom 24. Februar und vom 6. und 7. März 1878.
- ↑ Brand im Hauptbahnhof Salzburg am 29. Jänner 1880; vgl. vorangehenden Brief vom 7. Februar 1880.
- ↑ In der Datierung schrieb Fanni zuerst "1870", korrigiert dann zu "1880"; die "beiden Kinder" stützt die Datierung "1880".
- ↑ Der Brief wurde höchstwahrscheinlich zusammen mit dem voranstehenden Brief verschickt.
- ↑ Engelbert Schrems, der 1871 das Höllbräu von der Franziska Kobler kaufte und bei ihr, siehe unten, 1880 noch 17.000 Gulden Schulden hatte.
- ↑ vgl. den Brief vom 13. April 1887, Höllbräu betreffend
- ↑ der Bruder Otto Spängler
- ↑ vgl. das Café Lobmayr und Heinrich Endres
- ↑ Franziska Spängler, die älteste Tochter von Franz Xaver Gregor Spängler, geboren 1877
- ↑ Antonia Spängler, die Schwester von Franzi, geboren 1879
- ↑ Franz Xaver Gregor Spängler war ab November 1874 am Landesgericht in Wien, bevor er im November 1880 Bezirksrichter in Pottenstein, Niederösterreich, wurde.
- ↑ Betti Katzinger starb am 9. August 1881 in Grein, Oberösterreich.
- ↑ vgl. Wikipedia-Artikel "Seide" und "Schappe" mit den Bezeichnungen "Chappe-" und "Schappeseide"
- ↑ Betti Katzinger, Fanny Koblers jüngere Cousine Betti Kobler, verheiratet mit Leopold Katzinger, gestorben am 10. August 1881 in Grein; vgl. Briefe vom 27. August 1879, vom 7. März 1880, vom 21. Dezember 1880, vom 21. Juli 1881 und öfter. Vgl. auch voranstehenden Brief Bettis vom 7. März 1880.
- ↑ Otto Spängler
- ↑ im Antretterhaus am Mozartplatz 4
- ↑ Kinder von Otto Spängler: Bertha * 29. Mai 1877, 1905 verheiratet Stierle; Rudolf * 3. Juni 1879, 1916 verheiratet von Schleiss
- ↑ Baumkirchen, Innsbruck-Land bzw. Hall in Tirol, hatte seit dem 16. bzw. seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bis vor dem Zweiten Weltkrieg ein Bad-Haus mit Kurbetrieb; vgl. Wikipedia und www.geschichte-tirol.com. Bereits im Juni 1877 war Antonia Spängler in Baumkirchen, vgl. den Brief vom 27. Juni 1877.
- ↑ Gabriele Spängler (* 1840; † 1910), seit 1868 verheiratet mit Franz Egghofer (* 1836; † 1872)
- ↑ Der Brief ist nicht datiert und lag wohl einem anderen Brief der Fanni bei. Passend würde er z.B. nach (oder mit) dem Brief vom 9. September 1880.
- ↑ Vergleiche Brief vom 27. August 1879
- ↑ Harrachstal, Ortsteil von Weitersfelden, Oberösterreich. Zum "Schloss Harrachstal" gehörte im Ort als Haus Nr. 5 seit 1802 das "Brauhaus" (vgl. Wikipedia.de). Ein Karl Greisenegger war 1864 bis 1873 und wieder bis 1880 Gemeindevorstand in Weitersfelden. Vgl. Brief vom 10. April 1881.]
- ↑ Im "Welt-Adressenbuch", Band 2 für Nieder-Österreich, Ober-Österreich und Salzburg, 4. Ausgabe, Wien 1879, S. 200, steht Wilhelm Kobler weiterhin als Brauer in Steyregg.
- ↑ Sonst schreibt sie stets vieleicht, hier in der Trennung ll.
- ↑ Besondere Eigennamen, Ortsnamen usw. werden von Fanni öfters in ihren Briefen lateinisch geschrieben. Das ist nicht immer angemerkt worden, hier ist es besonders auffällig, aber nur zu Anfang des Briefes, Seite 1 und 2, markiert.
- ↑ Sie ist schwanger; Rosa Spängler wird am 11. Dezember 1880 in Wien geboren.
- ↑ Richard Franz Schlegel
- ↑ Fannis Halbschwester
- ↑ Pottenstein an der Triesting, Niederösterreich. Der Ort war damals Sitz eines Gerichtsbezirks, heute Baden.
- ↑ (österreichisch) Anwärter auf das Richteramt
- ↑ Marktplatz Nr. 10, zweiter Stock, neben dem Café Tomaselli im heute gelben Haus, ist die Adresse der Fanny Kobler nach dem Verkauf des Höllbräu 1871. Nach ihrem Testament von 1875 besaß sie hier zwei Hausböden Wohnungen im Hause No. 10 am alten Markt in Salzburg, Alter Markt. Vgl. Brief vom 20. August 1871 und Hinweis dazu; vgl. auch Brief vom 4. September 1871 und öfter (häufig).
- ↑ als Bezirksrichter in Pottenstein an der Triesting im November 1880
- ↑ Maria Lürzer von Zechenthal, geborene Spängler, † 15. November 1880
- ↑ Vergleiche Brief vom 27. August 1879
- ↑ Rosa Spängler, * 1880 in Wien; † 1967; 1907 verheiratet mit Oswald Grill
- ↑ Antonia Spängler, * 1879 in Wien; † 1918; verheiratet mit Rudolf Freiherr von Widerhofer
- ↑ Rosa (Rosl) Spängler, * 11. Dezember 1880 in Wien.
Quelle
Hauptartikel Kobler-Spängler-Briefe
Die Korrespondenz im Detail
1792–1842 · 1843 · 1844 · 1845–1848 · 1850–1859 · 1860–1869 · 1870 · 1871 · 1872 · 1873–1874 · 1875 · 1876 · 1877 · 1878–1879 · 1880 · 1881 · 1882 · 1883–1884 · 1885 · 1886 · 1887–1889 · 1890–1894 · 1896 · 1897–1899 · 1900–1938
Literatur: Stammbaum und Geschichte der Familie Spängler