Kobler-Spängler-Briefe

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Brief von 1876 Seite 3.
Brief von 1876 Seite 3.

Die Kobler-Spängler-Briefe bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von [Nr. 18[1]] Franz II. Xaver Gregor Spängler (* 1839; † 1912).

Über die Korrespondenz

Über seine Tochter [Nr. 9] Johanna Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, [Nr. 8] Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* 1917; † 2001), verheiratet Saska in Krems, an [Nr. 2] Otto Holzapfel (* 1941) in Freiburg im Breisgau in Deutschland.

Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [Nr. 79] „Fanny“ Franziska Kobler (* 1796; † 1886) und Franz Francesco Castelli (* 1796; † 1832). Deren Tochter [Nr. 39] Zäzilia Amalia Kobler wird 1821 geboren und heiratet 1846 [Nr. 38] Richard Franz Schlegel, stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes 1848. Diese Tochter, „Fanni“ Franziska Schlegel (* 1848; † 1905), heiratet 1872 in der Stadt Salzburg den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels gibt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter „Fanny“ und Enkelkind „Fanni“ wieder.[2]

Franz Castelli

Franz Francesco Castelli[3] aus Brescia in Oberitalien, schreibt 1821 und 1827 aus Peterwardein (damals Habsburgermonarchie, heute Novi Sad) in Serbien und aus (dem ebenfalls in dieser Zeit unter österreichischem Einfluss stehenden) Venedig fünf Briefe an seine Verlobte Fanny Kobler in Salzburg. Sie heiraten nicht, bleiben aber im Kontakt. Er, Landvermesser beim Militär, im „Genie Korps“ (Pioniere) im Rang eines Oberleutnants, stirbt, bevor er eine Familie ernähren kann.

Castelli schreibt aus Salzburg am 31. Dezember 1820 an Seraphin Kobler. Er beichtet dem Vater Kobler das „Unglück“, den „Unfall“, bittet aber, nicht nur dem „bösen Zorn“ zu folgen. Nach drei Jahren erwartet er zum Hauptmann zu avancieren; er will eine zivile Stelle als Kreis-Ingenieur suchen und kann dann auch seine Familie ernähren. Im Augenblick „darf“ er sich in „politischer“ wie in ökonomischer Hinsicht nicht verehelichen. Ein Brief an Fanny Kobler, datiert Venizia 20 marzo [20. März 1832, im Jahr seines Todes], berichtet von seiner Krankheit. Er will nach Brescia reisen, um seine Krankheit pflegen zu lassen. Für März und April zahlt er 16 t. C. M. (Taler courante Münze) ich wünschte der Amalia Hunderte geben zu können, aber wegen seiner Krankheit muss er dem Arzt viel bezahlen.

Die (uneheliche) Tochter ist [Nr. 39] Zäzilia Amalia und wird in ihrer Jugend in Salzburg als Fräulein Castelli angeschrieben. Auch der Salzburger Stadtarzt Dr. Richard Franz Schlegel, der sie später heiratet, schreibt sie unter dem Namen Amalia Castelli, in der Hölle an. Einige Beispiele, auch von anderen Briefpartnern:

A Demoiselle la Demoiselle Amélie Castelli, Stadt, Judengasse N. 67, Salzburg. Trés aimable Amélie! La grande estime, quelle m’inspirent Vos prééminentes qualités, a reveillé en moi ce tendre sentiment, que le createur des mondes a planté dans nos coeurs, pour nous faire heureux […] Votre très intime amant Anonyme. [ohne Datum, Salzburg; Siegel mit Wappen, nicht Richard Schlegel].

Fräulein Fräulein Amalie v Castelli zu Salzburg, Judengasse Nr. 67. [heute Nr. 15] 1. Stock. Meine philosophische Freundin! Sage mir nur was für ein Geist in Dich gefahren ist [… Warasdin, Datum nicht erkennbar; anderes Wappen-Siegel].

Fräulein Malli Kobler. Im Gasthofe zur Hölle XXX Judengasse Nr. 67. Salzburg. Verehrtes Fräulein, Mit dem innigsten Bedauern vernehmen wir von Ihnen die Kunde von dem Dahinscheiden Ihres theuren Vaters. So mußte schon so bald der harte Schlag treffen XXX [… Salzburg 1841].

A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg, abzugeben in Kobler’s Brauhause. Liebes Malchen! Wieder ist heute die Stunde der Postankunft trostlos nun hingeschwunden – Nichts bringend, das mich beglücken sollte […] Richard [Schlegel; Kufstein 1843].

Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren. Mein innigst geliebtes Malchen! «Was du heute thun kannst, verschiebe nich auf Morgen» daher geliebter Engel soll sich bey mir in Allem […] Dein innigster Verehrer Richard. 12. 5. [1]845.

An Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren in Loco. Guten Morgen! Liebes gutes Malchen! Ueberzeugt von deiner herzlichen Theilnahme will ich Dir so früh als möglich Nachricht von meinem Befinden geben. Gestern abends hatte ich etwas stärkeres Fieber […] 16. 10. 1845 Richard [Schlegel]

An Fräulein Fräulein Amalia Castelli Wohlgeboren in der Hölle. NB Nur für Dich! Innigste geliebtes Mauserl! Es ist doch höchst sonderbar […] Dein kopfloser Richard. 8. 12. [1]845.

Großmutter Fanny „Höllbräuin“

Großmutter [Nr. 79] Fanny Kobler, „Höllbräuin“ in der Stadt Salzburg und Besitzerin des Gasthauses Höllbräu (heute Hotel Altstadt Radisson Blu), wechselt über viele Jahre hinweg Briefe mit ihrer Enkelin Fanni. In diesen Briefen ist viel von „Gesundheit“, „Tod im Kindbett“ usw. die Rede. Das ist nicht zufällig und nicht nur allgemeines Gesprächstema der Zeit, sondern auf die besondere Beziehung beider Frauen zueinander zurückzuführen. Zumeist geht es jedoch (später) um Alltagsdinge, um familiäre Nachrichten und um Grüße.

Nachstehend einige Beispiele aus der umfangreichen Korrespondenz, die hier im Salzburgwiki, aufgeteilt auf mehrerer Artikel (siehe Navigationsleiste am Ende dieses Artikels), nachzulesen ist.

Brief vom 19. April 1872 von Fanny Kobler an Fanni Spängler

Papier mit Prägestempel [englisches Staatswappen] Salzburg 19. 4. 1872: Dank für Zeilen aus Kufstein, aber das sind wenig Nachrichten, von allen Seiten wird gefragt, „wo ihr seit, und wie es Euch geht“. Die Großmutter beklagt sich über fehlende Nachrichten, „es hat mich sehr geschmerzt, dein Mann zeigt dir alle Naturschönheiten, „ein ganz kleines Plätzchen in deinem Herzen gehört auch noch mir, so hab ich mir gedacht. [...] Seit mehreren Tagen rüstet sich alles zum Ball der Morgen stattfinden wird. Mina hat ein gelbes Seidenkleid mit weisen Oberkleid, die Lida [Guttenberg] ein Rosakleid. Es sind über 600 Personen geladen. [...] Die Arigler (Arrigler) Lina ist Braut von Hr. Hager der von Arigler das Geschäft gekauft hat. [...] Lebet wohl und vergnügt bis wir uns in Mödling treffen, Gott erhalten uns gesund, dieß ist der innigste Wunsch deiner dich liebenden Großmutter Fanni.


Brief vom 14. Dezember 1872 von Fanny Kobler an Fanni Spängler

Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. – Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida [Guttenberg; Freundin] hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage [Jacke]. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli[4] ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida [Schlögelhofer] eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer[5], der einmal die Schneeberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer [Steyr]; die Laschenzki welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es [ist] nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage [fehlt wohl: Ferien] zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. – Alle Bekanten grüßen dich herzlich Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten


Brief vom 27. Juli 1874 von Fanny Kobler an Fanni Spängler

27. 7. 1874 Liebe Fanni! Alle Bekanten grüßen euch. Hast du die Laurey [?] nie besucht? Weis dein Mann nicht wo er angestellt ist. – Ich sollte dich ein wenig auszanken, weil ich seyd den 14ten Juni keine Nachricht auf meine zwey Briefe erhalten habe, und mir gar kein Hinternüß denken konnte. Ich hätte so gerne die mir zugeschückten Kleider in Ordnung gebracht; weil der Vater vom K. Beringer könnt mit deinem Bruder Karl in Schweiz gehn wird, und ich weder hörte, das er Verschiedenes zu der Reise benötiget, besonders ein Beinkleid. Du kannst dir denken das die Mutter [und] der Karl über Euer Geschänck erfreud warn. Auch den Vater hat es gefreud das du an Karl gedacht hast. Das schwarze Beinkleid hab ich für Hinterholzer behalten. [...] besonders ist dein Vater wie ich entschieden dagegen das du die Zimmer bürsten thust, er sagt, solche Arbeiten muß man gewöhnt seyn, es könnte für dich üble Folgen haben, da deine Brust nicht so stark ist. In Mödling gibt es gewiß einen Zimmerputzer, wenn du alle 14 Tage einen kommen läßt, der dir auch zu gleich die Teppiche ausstaubt ist es oft genug, und diese Auslage wird schon zu bestreiten sein, um sich der Gefahr […] böse Folgen auszusetzen. Ich bitte dich, mich bald darüber zu beruhigen, das du dein Zimmer nicht mehr sebst bürsten wilst. So viel Geschück im Kleider machen hab ich dir fast nicht zugetraut das du dich auch über Männer Kleidungs-Stücke wagst. – Da muß dir dein Mann schon ein gutes Trinkgeld gegeben haben. – [...] und sträng dich nicht so sehr an. Dieß wünscht und erwarthet deine Großmutter Fanni.


Brief vom 22. Dezember 1875 von Fanny Kobler an Fanni Spängler

22. 12. 1875 Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch [erreichen] du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin [ich] für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter [Spängler, geb. Lürzer] bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße [Interesse]. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. – Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 fl zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.


Brief vom 21. Februar 1876 von Ida Schlögelhofer und Fanny Kobler an Fanni Spängler

Ida [eine Freundin von Fanni, verh. Schlögelhofer] und „Großmutter“, Fanny Kobler, an Fanni Spängler: Salzburg den 21/2 [1]876./ Liebe gute Fanni! Gestern war die Mutter bei der Großmutter wo sie ihr mitteilte, das sie am 29ten Feber [Februar] abreisen wird, um Euch alle außer Sorge zu bringen, wir wünschen nur das es alles recht glüklich vorüber geht, dieß bitten wir den lieben Gott innig, u. ich und Großmutter freuen uns ebenso auf dein Wuzi [Kind] wie du dich u. Franzl, u. wie sehr würde es Großm.[utter] freuen diesen kleinen Weltbürger in ihre Arme schließen zu können. Großm. lässt dich bitten wenn der große Akt vorüber ist ihr gleich zu telegrafieren // darüber mit Fannys Schrift: Dem Papi viele Grüße. Thomas grüßt Dich.// u. die ersten 9 Tage ih täglich durch Telegramm wißen zu laßen wie es Dir u. dem kleinen Wuzi geht, sei nur muthig liebe Fanni, der Allmächtige zur dem Deine Großmutter täglich bettet wird Dich gewiß wieder bald gesund hervorgehen laßen, u. Dir Dein kleines Wuzerl auch recht gesund erhalten./ Die Großm. wird die Rechnung schon bald in Ordnung bringen, du sollst nur bald schreiben, was du für Wien ausgelegt hast./ Also liebe Fanni ich schließe auch dem Briefe meinen herzlichsten Dank an für die Besorgung der Franzen, u. Großmutter wird Dir den Betrag durch die Mutter [Spängler] überschiken, dem ich ihr am 12te Febr. übergab, ich danke Dir noch vielmals dafür, das du mir so lange zugewartet hast. An Franzl von uns herzliche Grüße, u. Großm. läßt ihm sagen er soll nur recht standhaft sein, es ist Dir auch eine Erleichterung./ Nun lebe wol liebe Fanni nächstens ein ausfürlicherer Brief, sei herzlich geküßt u. gegrüßt, von Deiner Freundin Ida u. Großmutter. / [Fanny Koblers, 1796-1886, eigene Schrift:] Liebe Fanni! Wie mich das glüklich macht heute 8 Tag dich in Geselschaft der guten Mutter [Spängler] und erfahrene Frau zu wissen kann ich dir nicht beschreiben, nach dem dein Befinden Gott sey Dank immer so gut als es unter diesen Umständen seyn kann ist, so wird alles gut vorüber geh’n. Mein Befinden ist zimmlich gut, daher kannst du auch in dieser Beziehung ruhig sein. Laschanzki [Laschensky] seine Frau wird auch schon im März entbunden; es [geht] gut soviel ich von seiner Mutter höre welche dich vielmals grüßen läßt. Frau v: Bauernfeind [Paurnfeind] ist von Reumatischenschmerz im Fuß schon 8 Wochen im Bett. Wenn dein Wuzl Gethauft und eingewikelt ist, so [gib ihm] einen lan lange[n], lange[n] Kuß von mir, was würde ich darum geben wenn ich bey euch sein könnte. Lebe wohl liebe Fanni, grüße deinen Mann. Meine Augen erlauben mir nicht länger zu schreiben. Fanni.


Briefe aus der Familie von Dr. jur. Franz Spängler

Ein weiterer Briefkomplex stammt aus der Familie von [Nr. 18] Dr. jur. Franz Spängler, der Fanni Schlegel heiratet. Er ist in der Stadt Salzburg geboren, wird nach dem Studium in Graz und Wien Richter an verschiedenen Orten in und bei Wien, zuletzt in Krems an der Donau. Er wechselt unzählige Briefe mit seiner Verlobten und späteren Frau, manchmal mehrmals in der Woche. Mit der Mutter Antonia Spängler (* 1803; † 1882), geborene Lürzer von Zehendthal, gibt es ebenfalls einen intensiven Briefwechsel, auch mit Zusätzen des Bruders Otto Spängler (* 1841; † 1919), Sparkassen-Direktor in der Stadt Salzburg und verheiratet mit Aloisia Duregger, der Tochter von Alois Johann Duregger. Die Familie Duregger, Antonia Spängler und Otto Spängler wohnen in den Stockwerken übereinander im Dureggerhaus (Antretterhaus) am Mozartplatz 4, nicht weit von der „Höllbräu“, wo die Großmutter Fanny Kobler lebt.

Der spätere Landgerichtsdirektor Spängler schreibt an [Nr. 19] Fanni Schlegel (1871) bzw. an seine Frau Fanni Spängler zwischen 1882 [und davor] bis 1890 häufig Karten und Briefe. Sie antwortet bzw. schreibt ihm, z. B. aus den Sommerferien mit den Kindern in Salzburg, in langen Briefen, die vieles widerspiegeln: Sorgen mit den Kindern, Nähe und (gesellschaftlich anerzogene) Ferne zum Ehegatten, aber auch höchst moderne Gleichberechtigung in der Entscheidung über Dinge des Alltags. Vieles ist Zeitkolorit, aber auch Individuelles, z. B. sind ihre Briefe nicht ohne Ironie, die er offenbar weniger versteht. Hier beziehen sich die Briefe vielfach lückenlos aufeinander. Viel ist von „Ordnung“ die Rede, was auf Sicherheit und Übersichtlichkeit im täglichen Leben zielt. „Ordnung“ sind die Regelung der Hochzeit, das Herrichten der Aussteuer, das Einrichten der Wohnung, aber auch zur Ruhe kommen nach außergewöhnlichen Ereignissen. Häufig wird die Gesundheit angesprochen, und getragen ist der sehr intensive Briefwechsel von einer starken Gott-Ergebenheit und einer Alltagsfrömmigkeit, die wohl nicht nur verbal ist (häufig liest man: „..., so Gott will,...“).

Umrahmt wird diese Briefsammlung von vielen Einzelbriefen, z. B. schreibt 1826 die andere Großmutter Maria Anna Lürzer von Zehendthal aus Hall in Tirol, geborene Grassl, die Frau von [Nr. 36] Franz Lürzer von Zechenthal, an ihren späteren Schwiegersohn [Nr. 18] Franz Xaver Spängler in Salzburg. In diesem (leider nur fragmentarisch erhaltenen) Brief ist einiges von Not und Schwierigkeiten die Rede, aus denen dann doch die wohlhabende Handelsgesellschaft und spätere Spänglerbank (seit 1828) in Salzburg wurde. In den Briefen ist mehrfach die zahlreiche Spängler-Verwandtschaft in Salzburg angesprochen. Deren traditionelle gesellschaftliche Stellung in der Stadt soll hier nur durch den einen Hinweis beleuchtet werden, dass in der gleichen Generation, in der Petrus Mezger (Johann Peter Metzger) von 1775 bis 1795 Bürgermeister der Stadt Salzburg war[6], Franz Anton Spangler aus Bruneck in Südtirol (mit einem bürgerlichen Wappenbrief von 1677) im Jahre 1729 in die Stadt Salzburg zieht, dort das Bürgerrecht erwirbt, 1731 und 1744 ‚vermögende Witwen’ heiratet und schließlich 1755 in dritter Ehe Maria Traunbauerin (Trambauer, * 1730; † 1780) aus Wien, Tochter eines Kaufmanns, ehelicht.

Salzburg war in dieser Zeit eine Stadt der Handelsleute, die auch zumeist das Bürgermeisteramt innehatten[7]. Nach 1830 hat die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen. Die Tochter Theresia Metzger (* 1764; † 1814) heiratet den Sohn des Franz Anton Spängler, nämlich Franz Josef Christian Spängler (* 1758; † 1819). Die Spängler gehören zu den ‚großen’ Salzburger Familien[8]). Für die Spängler-Hochzeit 1755 komponiert Vater Leopold Mozart zehn Hochzeitsmenuette, genannt „Menuetti fatte per le Nozze del Signore Francesco Antonio Spangler dal Sig.re Leopoldo Mozart“. In der übernächsten Generation heiratet der Enkel Franz Xaver Spängler 1826 in Salzburg Antonia Lürzer von Zehendthal (* 1803; † 1882), von der in dem oben genannten Brief ihrer Mutter an Franz Xaver Spängler die Rede ist. Von Franz Anton Spängler (* 1705; † 1784), „Franc. Ant. Spangler“ (so das eingeklebte Exlibris), stammt ein reich illustrierter Handatlas, „Atlas Portalis Germanicus“ (Nürnberg 1733) Handatlas 1733.

Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, 1871, über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen weniger die direkte Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so nahen) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des 19. Jahrhunderts, liegt der Reiz dieser Briefe.

Eine weitere Auswahl an Kobler-Spängler-Briefe

Diese Sammlung wurde von Otto Holzapfel aus Freiburg im Breisgau dem Salzburgwiki zur Verfügung gestellt.

Originale im „Familienarchiv“ Otto Holzapfel

Diese Briefsammlung (und Aktenreste von 1792) 1821 bis 1938 [weitergeführt, aber nicht im Salzburgwiki, Briefe Holzapfel, ab 1939 und 1945 bis 1970] ist chronologisch geordnet; sie stammt aus dem Nachlass Saska (Traudl Saska, geb. Holzapfel; * 1917; † 2001 in Krems an der Donau; verh. Helmut Saska; * 1911; † 2002). Manche Zusätze aus dem "Familienarchiv" von Otto Holzapfel (Freiburg i. Br.) mit eigenen Dateien wurden hier belassen. Die noch nicht übertragenen Briefe, im Privatarchiv bündelweise "rot" verschnürt, sollen noch übertragen und im Salzburgwiki eingestellt werden (vergleiche Arbeitsdatei Benutzer:OttoChristianRupert/neue Briefe in Arbeit); auch die Übertragungen aus den "grün" verschnürten Bündeln (übertragene Briefe) könnten verbessert und ergänzt werden (in Arbeit).

Weitere Briefe vor allem zwischen Franz II. Xaver Gregor Spängler (* 1839 in der Stadt Salzburg; † 1912 in Krems) und seiner Ehefrau Franziska Maria Amalia Schlegel, „Fanni“ (* 1848 in der Stadt Salzburg; † 1905 in Krems; die Tochter von Richard Franz Schlegel aus der ersten Ehe) = Sosa 19, von Antonia Spängler = Sosa 37, geb. Lürzer von Zechenthal an den Sohn, vom Bruder Otto Spängler = Sosa 18 a, sind noch nicht übertragen worden. – Zusammenfassendes über die Familien ist mit „#Name“ markiert (im Anschluss an die Briefe). Vgl. auch: Originale der Sosa 8-Spängler-Briefe [übertragen] ca. 1903 bis 1937 in „weißer Schachtel Nr. 1“ im Familienarchiv.

„Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co“

Gertrude Maier schrieb 1973 eine Wiener Dissertation über die „Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co“. Sie weist darauf hin, dass die Spängler Bank (Spänglerbank) die älteste, noch bestehende Privatbank in Österreich ist. Sie wächst nach einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs in Salzburg im 19. Jahrhundert heran. Napoleonische Truppen haben Salzburg 1809 besetzt; es gibt auch eine Einquartierung im Hause Spängler. Der Krieg bedingt einen erheblichen Rückgang des Handels (u. a. durch die Zollgrenze zum Herzogtum Bayern), und die Einwohnerzahlen sinken bis um 1830. Erst danach gibt es eine langsame Erholung, der dann auch den Fremdenverkehr einschließt, und z. B. ab 1842 gibt es jährliche Mozartfeste, welche auch von der Spängler-Bank gefördert werden.

Handelshäuser mit Bankgeschäften gibt es in Salzburg seit dem 17. Jahrhundert, genannt wird u.a. Matthias II. Gschnitzer (* 1808; † 1884). Die Spängler fangen ab 1828 mit Bankgeschäften an, wobei man ein Handelshaus mit Tradition seit dem 14. Jahrhundert übernimmt (zuletzt Andre Mayr, dann 1827 J. A. Duregger; daneben ab 1810 „Spängler & Trauner“). Die Duregger-Handelsgesellschaft mit Bankgeschäften gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das „Spängler & Trauner“. Ab 1870 hat Carl Spängler nur noch die Bank, die bis dahin das einzige große Geldinstitut in Stadt und Land Salzburg ist. Die Familie Duregger besaß das Haus Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in ein ansehnliches Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verheiratet mit Carl Spängler, erbt dieses Haus, das im Familienbesitz bleibt.

Der Ahnherr Franz Anton Spängler (Spangler) ist 1705 in Dietenheim bei Bruneck in Südtirol geboren; er ist seit 1729 in Salzburg (d. h. seit diesem Jahr gibt es Briefe an ihn nach Salzburg). Er erwirbt 1731 das Bürgerrecht und durch eine erste Heirat das Haus „Alter Markt Nr. 2“ (das „Gehmacherhaus“ Gehmacher; Handlung mit Teppichen und Tuchen). Durch eine zweite Heirat erwirbt er 1744 die „Lang’sche Bettenhandlung“, und ab 1748 hat er selbst einen Tuch- und Seidenhandel. Der Enkel Alois Spängler ist 1800 geboren, er führt das Großhandelshaus (mit praktisch ‚allen’ Waren) und das Tuchgeschäft am Alten Markt (daraus wird dann ab 1832–33 die Zentrale der Salzburger Sparkasse). Alois Spängler ist zudem Bürgermeister von Salzburg 1854 bis 1861; unter ihm werden die Bastionen und einengenden Befestigungsanlagen geschleift.

Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz

Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, 1871, über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen nicht so sehr Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist [für mich] schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so ‚nahen’) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen ‚Nähe’ und ‚Ferne’, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des 19. Jahrhunderts, liegt m. E. der Reiz der Briefe. – An vielen Stellen werden wir nachdenklich, z. B. in Fragen der Erziehung der Kinder: Wie kann man etwa einem zögernden Mädchen von acht Jahren in der ersten Schwimmstunde ‚Feigheit’ vorwerfen und ernsthaft darüber diskutieren? Meine Großmutter, Johanna Spängler (* 1882 ; † 1973), verheiratet mit Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), wohnte in Krems an der Donau und in Unterach am Attersee; sie ist bei einem der letzten der übertragenen Briefe, 1897, gerade fünfzehn Jahre alt. Gertraud Saska (* 1917; † 2001), verheiratet mit Hellmut Saska (* 1911; † 2002), Krems, ist eine Tochter dieser Johanna Holzapfel und meine[9] Tante. Von ihr und aus ihrem Nachlass habe ich diese Briefe.

Literatur

[nicht eingesehen]

  • H. Widmann: Geschichte Salzburgs, Bd. 1–3, 1907 ff.;
  • H. Dopsch; H. Spatzenberger: Geschichte Salzburgs, 1981.

[früher eingesehen:]

Angefügt sind bis 1938 u. a. die Briefe und Postkarten, die sich meine Großeltern schrieben, nämlich (Sosa 9) Johanna [Hansi] Holzapfel, geb. Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet 1904 mit (Sosa 8) Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940). Sie schreiben u. a. über ihre Kinder, Rupert (geboren 1905 in Krems a.d.Donau) – das ist mein Vater – , Walter (* 1909), Traudl (* 1917) und Otto (* 1920).

Übersicht [in Klammern Sosa-Nummern nach Geneanet oholzapfel]

  • Franz (Francesco) Castelli [Nr. 78] an Fanny (Franziska) Kobler [Nr. 79]
  • Maria Anna Lürzer von Zehendthal [Nr. 75] an Franz Xaver Spängler [Nr. 36]
  • Franz Spängler [Nr. 18] an Maria Antonia Spängler [Nr. 37] und zurück
  • Franz Spängler [Nr. 18] an Fanni (Franziska) Schlegel [Nr. 19] bzw. Spängler und zurück (sehr viele Briefe)
  • Fanny Kobler [Nr. 79] an Fanni Spängler, geb. Schlegel [Nr. 19] und zurück
  • Richard Schlegel [Nr. 38] an Franz Spängler [Nr. 18]
  • Otto Spängler [Nr. 18 a] an Franz Spängler [Nr. 18]
  • Rupert Holzapfel [Nr. 8] an Hansi, seine Frau [Nr. 9]
  • Johanna Holzapfel [Nr. 9] an versch. Personen

Nr. 78 Franz (Francesco) Castelli (* 1796; † 1832), Brescia, ist verlobt mit Nr. 79 Fanny Kobler (* 1796; † 1886), Salzburg. Deren Tochter ist Nr. 39 Zäzilia Amalia Kobler (* 1821; † 1848), verheiratet mit Nr. 38 Richard Schlegel (* 1811; † 1881), Salzburg. Deren Tochter ist Nr. 19 Fanni Schlegel (* 1848; † 1905).

Nr. 75 Maria Anna Grassl (* 1774; † 1853) ist verheiratet mit Nr. 74 Franz Lürzer v. Zehendthal [Zechenthal] (* 1768; † 1830), Hall in Tirol. Deren Tochter ist Nr. 37 Maria Antonia Lürzer v. Zehendthal (* 1803; † 1882), verheiratet mit Nr. 36 Franz Xaver Spängler (* 1793; † 1852), Salzburg. Deren Sohn ist Nr. 18 Franz Spängler (* 1838; † 1912). Sein Bruder ist Nr. 18 a Otto Spängler (* 1841; † 1919). Franz Spängler heiratet Fanni Schlegel. Deren Tochter ist Nr. 9 Johanna (Hansi) Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit Nr. 8 Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), Krems und Unterach a. A.

Vgl. Otto Holzapfel, Rod: Familiengeschichte(n), [Privatdruck: Freiburg i. Br.] 1993, S. 12 f. (Spängler) und 28 f. (Lürzer von Zehendthal, Kobler, Schlegel) und darauf aufbauend das umfangreiche „Familienarchiv“ in mehreren Dateien. - Zur Zählung: Der Verfasser ist „Nr. 2“, sein Vater Rupert Holzapfel Nr. 4, der Großvater Rupert Holzapfel Nr. 8, dessen Frau Nr. 9 usw. Die geraden Zahlen ergeben direkte männliche Vorfahren, die entsprechenden ungeraden die Frauen dazu. Johann Spängler, 1627 in Taufers in Südtirol geboren, trägt so die Sosa-Nr. 576. Er ist Gastwirt in Sand in Taufers (heute das Hotel „Spanglerhof“). Später werden ein Mathias Spängler und ein Johannes Spängler als Kaufleute in Venedig genannt; Johannes Matthias Spängler, „mercator in Venetia“, ist 1758 Taufpate von Franz Josef Spängler, dem Vater von [Nr. 36] Franz Xaver Spängler. Die Handelsstraße zwischen Salzburg und Venedig hat bereits mittelalterliche Tradition (vgl. Dopsch, 1996, S. 228).

Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet Zeilenwechsel oder Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise bin ich sehr dankbar. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Briefe eine gute Quelle für die weitere Arbeit an Salzburgwiki.at darstellt. Mein Dank gilt für die Aufnahme in deren Obhut.

Freiburg i. Br., Dezember 2020 / Otto Holzapfel.

Außerhalb des Briefwechsels

Kleinbilder und ähnl., mehrfach mit handschriftlichen Zusätzen, die sich auf Franziska Schlegel, verheiratet Spängler, beziehen = marmorierter Pappdeckel, Notizbuch ohne Inhalt mit Totenbildchen (Partezettel) u. ä.: Bildchen mit Kelch usw. Fleisch/Blut/ Abendmahl, Luzern o. J.; Andenken an erste Beichte für Franziska Spengler [Spängler], 1858; Heil des Kreuzes, Innsbruck o. J. - Partezettel mehrere jeweils für Antonia Spängler (Antonia Lürzer von Zechenthal), * 1803; † 1882, und Franziska Kobler (Fanny Kobler), * 1796; † 1886. - Umschlag mit Visitenkarte „Fanni Schlegel“ mit zwei getrockneten Blättern: handschriftlich „Weinlaub Zellerhügel 13/9 Nachm.“ [da hat er um die Hand angehalten; vgl. Jahr der Verlobung 1871] und „Eichenblatt Maria Plain 13/9 1871 Vorm.“/ „Ich stelle hiemit den vergeßnen Hut zu, und wünsche recht gute Nacht. Morgen auf Wiedersehen in der Franziskanerkirche zur 8 Uhr Messe.“[10] – Bildchen Serie Nr. 1-15 „Geheimiß[e] der allerseligsten Jungfrau [Maria]“ Einsiedeln o. J. – Bildchen Serie ohne Nr. [1-9] Kindheit Jesu, pflegt den Garten, der durch die Sünde des ungetreuen Herzens verwildert ist. – Spielkarte XX „Begegnung des Kaisers mit Sobieski“. – Vater unser. – kindliches Vertrauen, Wien o. J. – Maria Carmel, St. Peter Salzburg, „Franziska Schlögl [Schlegel]... Salzburg 1862“ – Eisenbahn zum Himmel, Innsbruck o. J. – latein. Beleg für Beichte in der griech. Kathedrale, 1859. – 2 Partezettel für Genovefa Stainringer, "Wirtschäfterin (Mautoberamts-Magazineurs-Tochter)", * 15. Februar 1813 in Gaissau am Rhein, Vorarlberg; † 10. November 1884 in Salzburg, begraben bei ihren Eltern in der Egger'schen Familiengruft St. Sebastian [nicht Familie]. – Umschlag mit Faltbild „Rose von Teplitz“ und kleines „Dirndl“, o. J. – Gnadenbild zu Riffian [Südtirol], o. J. – Partezettel für „Marie Gattermayer“ 22 Jahre alt, 30. Okt. 1871 [Freundin der Fanni Spängler]; für Anna von Reichel, geb. Gschnitzer, 84 Jahre alt, o. J. [Dezember 1871]; für Carl Baurnfeind, "Hotel-Besitzers-Sohn zum Erzherzog Carl in Salzburg" 23 Jahre alt 1860, † 21. Dezember 1860 (Hotel Erzherzog Karl); für Josefa Baurnfeind, 72 Jahre alt, † 4. Mai 1878. – Maria Erdkreis, Regenburg o. J. – „Herzliche Glückwünsche“ [handschriftlich:] von deiner Mitschülerin Hermine Hille F. Cl. Bürg. Sch. [Bürgerschule Krems]. – Hl. Pazifikus, Innsbruck o. J. – Partezettel für Alois Spängler, * 1800; † 1875[11]; für Cäcilia Laschenzky, geborene Kickinger, † 22. April 1877 84 Jahre alt in Salzburg [die Familie Laschensky gehört zu den angesehenen Familien der Stadt Salzburg. In dem Geburts- und Taufschein von Zäzilia Amalia Kobler, * 1821, erscheint als Pate: „Cäcilia Laschensky, bürgl. Baumeistersgattin“]; Parte für Katharina Schlögelhofer, geb. Miller, k.k. Hauptmanns-Wittwe, Salzburg * 11. April 1805; † 2. Mai 1875; Parte für Marie Lürzer von Zehendthal, geb. Spängler, 61 Jahre alt, † 15. November 1880; Parte für Alois Duregger (Alois Johann Duregger), 77 Jahre alt, † 17. Februar 1876 [Familie Otto Spängler, Bank-Linie][12]; Parte für Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882 [Mutter von Franz Spängler]; Parte für Theresia Mayer, * 1806; † 1878; Parte für Marie Zeller, geb. Bolland, Salzburg * 10. Oktober 1812; † 19. Juli 1873 [Freunde der Spängler-Familie][13]; Parte für Anna Abpacher, * 1839; † 1869 Salzburg [nicht Familie]; Parte für Georg Schnellinger, 57 Jahre alt † 1893 [nicht Familie]; Parte für Rechtsanwalt Dr. Franz Leithner, 79 Jahre alt † 1907 [nicht Familie]; Parte für Therese Rappel, 74 Jahre alt † 1910 [nicht Familie]; 4 versch. Parte für Betti Katzinger, 56 Jahre alt † 1881 [Cousine der Fanny Kobler]; Parte bunt für Maria Rosalia Preisinger, Ursulinen-Oberin Salzburg, 47 Jahre alt † 1860[14]; Parte für Franziska Spängler † 1906. – Maria Lourdes. – Hl. Seraphin. – Hl. Paulus. – Schutzengelbrief Herz Jesu, Donauwörth o. J. – Beichtzettel Krems 1889. – Maria Plain, o. J. - Maria Plain, „Franzi“. – „Die treuesten freunde Jesu’s“, Paris o. J. handschriftlich „Franz Albert Erzbischof (Franz de Paula Albert Eder) / Franzi“ – „Gartenlaube“ – Maria ohne Makel, St. Peter Salzburg. – handschriftlich Geheimniß des hl. Rosenkranzes... – Heiligtes Herz/ Süßes Herz, „Von Herrn Dechant Philipp Mahler in Pottenstein 6 Sept. 1881“ [Wohnort der Spängler-Krems] – Mariae Himmelfahrt, Nürnberg o. J. handschriftlich: Salzburg 1844. – Jesuiten-Mission Salzburg 1862[15]. – versch. Bildchen mit Papierspitzen: Nürnberg, Stuttgart (Maria Plain), Messopfer neugeweihter Priester Salzburg 1863, Jesus, Maria Kirchenthal, Paris, Innsbruck, Maria Plain. – Maria Zell. - - Einzelner grau marmorierter Pappdeckel, vorderer Buchdeckel mit erste Seiten, Stempel „Katholischer Gesellenverein Krems“ und Titelblatt „Neue Bibliothek...“ Band 12, Die Prinzessin von Wolfenbüttel von Heinr. Zschokke, Leipzig 1807, und Frontispiz mit Abb. u. a. eines napoleon. Soldaten und Bibliotheksstempeln, zuletzt 1941 [!]: [liegt dabei] Hl. Wenzel, König Ludwig von Ungarn... {herausgetrennt aus einem Buch]. – bunt Johannes der Täufer. – Hl. Familie, Regensburg o. J. – Engel und Schutzherr / Christus und Johanes, Regensburg o. J. Parte „Pina Feistenberger“ [nicht Familie]. – bunt, handgemalt, Offizier. – Hl. Kindheit... Franz Spängler, Salzburg 1852 und 1859. – Friede sei mich euch, München o. J. „...Zum Andenken von deiner dich herzlichen liebenden Mutter Sp. {Spängler?]. – Ein guter Baum... – Magdalena – Andechs – Umschlag mit drei Edelweiß – Umschlag Franziska Spengler [Spängler] mit Papierspitzenbildchen – Jungfräulicher Bund... St. Peter Salzburg, „Franziska Schlögl [Schlegel] 1862“.

Mehrfach-Anmerkungen

  • Angermayer, vgl. Brief vom 14. Februar 1872: Maria Josepha Spängler (* 1832; † 1896) ist verh. mit Vinc. Angermayer (* 1815; † 1886), zuletzt Landesgerichtsrat in Wien. – Im Internet (2007) eine Angermayer & Co. GmbH. in Salzburg mit u. a. Agrarprodukten, Düngemitteln, Futtermitteln, Getreide, Hundefutter, Landesprodukte Salzburg und Vogelfutter. Vgl. Angermayer von Rebenberg.
  • Bolland, siehe: Zeller
  • Duregger, siehe: Spänglerbank
  • Gschnitzer, Maria Antonia (Antonia) Lürzer von Zehendthal, * 1803, aus Hall in Tirol, heiratet am 14. November 1826 Franz Xaver Gregor Spängler, * 1793, der als Spediteur bei „Math. Gschnitzer“ in Salzburg arbeitet (im Brief vom 7. April 1826 „Scheztnerische Handlung“?). Im Trauungsregister von 1826 steht „Spediteur bei der Schastznerl. Handlung“. Die Familie Gschnitzer gehört zu den angesehenen Handelsfamilien in Salzburg; von 1847 bis 1850 ist Matthias Gschnitzer Bürgermeister (vgl. Dopsch, 1996, S. 641), von 1854 bis 1861 dann Alois Spängler. Die Briefschreiberin ist die Schwiegermutter von Franz Xaver Spängler [Nr. 36], d. h. die Großmutter von Franz Spängler [Nr. 18], * 1839. Eine „Gschnizer Clara“ taucht auch im Tagebuch des Franz Spängler 1861 auf. - Es liegt ein Partezettel vor für Anna von Reichel, geb. Gschnitzer, 84 Jahre alt, o. J. – Im Internet (2007) eine Firmengruppe Gschnitzer, bis 1975 in Salzburg, mit u. a. Kindermöbelproduktion, Konsumgüter Bekleidung und Raumausstattung insbesondere für Kinder, Spiel- und Sportartikel. Mathias Gschnitzer (Salzburg * 1808; † 1884 Salzburg) war österreichischer Reichstagsabgeordneter, Bürgermeister der Stadt Salzburg und Mitbegründer der Internationalen Stiftung Mozarteum (Wikipedia). Vgl. Gschnitzer / Mathias Gschnitzer, * 1808; † 1884.
  • Guttenberg: nach Visitenkarten „Emil Ritter von Guttenberg k.k. Rittmeister“ und „Minna von Guttenberg née de Launsperg“. Nach einem undatierten Foto sind Fanni Schlegel/Spängler und Lida Guttenberg, geb. Plachetka, die Schwiegertochter, enge Freundinnen; sie ist auch genannt in mehreren Briefen außer dem von 1860. - [1871] ohne nähere Zuordnung bei der Korrespondenz Visitenkarten von u. a. „Emil Ritter von Guttenberg k.k. Rittmeister“ (handschriftlich: Meine herzlichste Gratulation zur Verlobung! Dein getreuer Vetter“) und „Minna von Guttenberg née de Launsperg“ (Herzlichen Glückwunsch! durch Abwesenheit verspätet). - Mama Plachetka: Von der Familie Plachetka ist in den Briefen und im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 öfters die Rede; die Schwester der Marie Plachetka, Lida [Guttenberg], ist auch eine gute Freundin von Fanni Schlegel, verh. Spängler. – Im Internet (2007): Gerda Guttenberg (* 1949), ist Pianistin und seit 1986 Musikpädagogin am Mozarteum in Salzburg. – Mit dem Namen Plachetka gibt es u. a. ein Hotel und eine Steuerberaterfirma in Salzburg. – Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Josefine v. Guttenberg, Wien 1859, und die „Cousine“ Marie Guttenberg. - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Muhme [Tante] Fanni Plachetka (Wien 1860, † 29. August 1865), Muhme [Tante] Ludmilla Plachetka (Wien 1865). – Vgl. Adolf Ritter von Guttenberg (Hofrat).
  • Die Familie Harrer gehört zu den großen Familien in Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 492, 641); Ignaz Harrer ist Bürgermeister der Stadt von 1872 bis 1875.
  • Adressiert ist ein Brief von 1827 mit „abzugeben beim Höllbräuer“ an Franziska (Fanny) Kobler [Nr. 79], geb. 1796 in Salzburg (gest. dort 1886 als „vormals Besitzerin des Höllbräuhauses“). Das Gasthaus „Zur Hölle“ (heute „Altstadthotel Radisson“) in der Judengasse 15 (1844 noch „Judengassen No 67“) steht auf dem Platz der alten Synagoge, die nach dem Progrom von 1404 verlassen werden musste (vgl. Dopsch, 1996, S. 161, 189 f., 243; oder bereits 1349, vgl. S. 177). Die „Höllbräuin“ Fanny Kobler ist auch die Schreiberin vieler weiterer Briefe in dieser Sammlung an ihre Enkelin Fanni Spängler. – Vgl. Franziska Kobler.
  • Langer: Familie der Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer. Julius (Wien) ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz. - Vgl. zum Brief vom 16. August 1885: „Ludwig und Julius Spängler“: jüngere Cousins. Ludwig, geb. 1828, ist verh. Muffat (in Wien); Julius, * 1837, ist verh. Langer. Von „Julius“ ist im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 immer wieder die Rede; er studiert zusammen mit ihm in Graz, und dem Tagebuch nach waren sie ‘unzertrennlich’. Vgl. Spängler.
  • Die Familie Laschensky gehört zu den angesehenen Familien der Stadt Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 363). In dem Geburts- und Taufschein [Abschrift von 1939] von Zäzilia Amalia Kobler, geboren am 14. Mai 1821 in Salzburg, ist als Mutter eingetragen: „Franziska Kobler, des Franz Seraph. Kobler, Bierbrauers und der Franziska Hofmann, dessen Gattin, eheliche Tochter“. Als Pate erscheint: „Cäcilia Laschensky, bürgl. Baumeistersgattin“. Vgl. Partezettel für Cäcilia Laschensky, 84 Jahre alt, Salzburg 1877. - Mehrfach in den Briefen 1821 und 1872. – Im Internet (2007): in der Nähe von Salzburg gibt es das Hotel „Laschenskyhof“. Vgl. Laschensky.
  • Lorinser: In dem Fotoalbum, das Fanni Spängler kurz vor der Hochzeit 1872 von einer Freundin bekommt, ist u. a. ein „Dr. Friedrich Lorinser“ (1866) abgebildet, der Vater einer Freundin, Minna Lorinser, aus der Salzburger Schulzeit. – Im Internet (2007): unter dem Namen Lorinser und Salzburg u. a. ein Autohandel, eine Pädagogin und einen Botaniker.
  • Lürzer: Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Anetta de Lürzer, Vetter Ernst Lürzer, Onkel Franz von Lürzer (Salzburg 1858), Großmutter Lürzer gest. 7. August 1853, Tante Marie von Lürzer, Otto von Lürzer. – Vgl. Lürzer von Zechenthal
  • Mertens, zum Brief vom 27. September 1871 vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u. a. Anna Edle von Mertens, geb. Steinbauer, Wien (* 1819; † 1906), Tochter: Anna Aigner. - Heinrich Ritter von Mertens ist kaiserl. Rat und Bürgermeister von Salzburg (* 1810; † 1872), Schwiegertochter: Camilla. Vgl. Brief vom 16. Juli 1876 mit Verweis auf ein undatiertes Foto von Fanni Schlegel (in Tracht mit Fächer) und Camilla Mertens (Goldhaube, weißes Kleid) vor Alpen-Kulisse beim Fotografen; dito mit zwei anderen; zum Schwiegervater Mertens vgl. auch Brief vom 27. September 1871. – Im Internet (2007), Wikipedia: Heinrich Ritter von Mertens (* 28. April 1811 in Wien; † 26. Oktober 1872 in Salzburg) war von 1861 bis 1872 Bürgermeister der Stadt Salzburg; in seine Amtszeit fielen die Eröffnung der Salzburger Eisenbahnlinien und die kaiserliche Schenkung des Mirabellschlosses sowie der Festungsgründe an die Stadt Salzburg, die dadurch und auch wegen der Zusammenkünfte Kaiser Franz Josefs mit Napoléon III. und Wilhelm I. zu dieser Zeit einen großen Aufschwung erlebte. Nach ihm benannt ist die Mertensstraße in der Elisabeth-Vorstadt. Nach seinem Ableben fand er seine letzte Ruhestätte im Friedhof St. Peter. – Vgl. Heinrich Ritter von Mertens.
  • Plachetka, siehe: Guttenberg
  • Sauter (Innsbruck), vgl. Brief vom 1. Dezember 1870: Andreas Sauter (* 1802; † 1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (* 1800; † 1872) [Partezettel 1872]; vgl. in Wien den „Vetter“ Ludwig Sauter. Siehe auch Brief vom 2. Oktober 1870: „Kobsa/Sauter“: Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (* 1849; † 1901 in Prag); offenbar gute Bekannte, vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u.a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (* 1836; † 1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. Sauter († 1908) [u. a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k. Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (* 1835; † 1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k. Vizepräsident [Finanzverwaltung] (* 1839; † 1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (* 1849; † 1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (* 1802; † 1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine Lürzer von Zehendthal [Josephine v.Lürzer] (* 1800; † 1872) [Partezettel 1872]. - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Cousine Ludmilla Sauter [?] (Hall 1856), Andreas Sauter (Hall 1856), Anna Sauter (Salzburg 1858), Cousin Eduard Sauter, Tante Josefine Sauter (Hall 1856), Cousine Josefine Kobsa, Vetter Anton Kobsa (Ort 1859). – Vgl. Sauter.
  • Zu [Nr. 38] Richard Schlegel (* 1811; † 1881) ist [Nr. 76] der Vater Franz Schlegel, geb. 1769 in Leitmeritz in Böhmen, Wundarzt und Oberarzt beim Fürstl. Reuss Plauen Infanterie Regiment; der Sohn [Nr. 38] Richard Franz Schlegel, ist 1811 in Theresienstadt geboren. Die Mutter ist [Nr. 77] Maria Theresia Heygel, * 20. Oktober 1783 in Böhmisch-Leipa. Vgl. Brief vom 11. Oktober 1877 mit Notizen auf der Rückseite von der Hand von Franz Spängler[?]: Vater gest 1845 / Vinzenz Curator & Rich / Josef + Henriette u. Clara / Antonia + gest Leitmeriz 8/10 1872 / Blure [?] + Wien VIII 5/10 1854 / Therese + Wien Mazleinsd[orf] 9 Jul 1856 / Friedrich gest Olmüz 22/8 1850 BgHer Leiter [?]. Diese Namen und Daten sind offenbar aus der Familie Schlegel, die Geschwister von Richard und deren Nachkommen, deren Einzelheiten ich bisher (bis auf „Vater gest 1845“) nicht näher deuten kann. Vgl. auch zum Brief vom 11. März 1879: Die dort genannten Fritz [Friedrich] und Vincenz [Vinzenz] müssten demnach verstorbene Brüder von Richard Schlegel sein. – Im Internet (2007): Richard Schlegel war um 1934-36 wichtiger Stadtarchitekt in Salzburg. Vgl. Richard Franz Schlegel.
  • Die Salzburger Spänglerbank, „Bankhaus Carl Spängler & Co. Seit 1828“, entwickelt sich aus der Spängler-Handelsgesellschaft in Salzburg. Carl I. Spängler (* 1825; † 1902) ist kaiserlicher Rat und Bankier in Salzburg und übernimmt die Bank von der Familie Duregger (Wohnhaus am Mozartplatz 4). Die Duregger-Handelsgesellschaft gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das „Spängler & Trauner“, 1870 „Carl Spängler“ die Bank. Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in das ansehnliche Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verh. mit Carl Spängler, erbt dieses Haus. Von Franz Spängler ist ein Cousin Dr. Rudolf Spängler, Apotheker, verh. mit Marie Spängler, geb. Weinwurm (* 1839; † 1911 in Salzburg); dessen Bruder ist Carl Spängler sen. ist verheiratet mit Leopoldine Duregger. Der Vater Alois Spängler (* 1800; † 1875) im Großhandelshaus in Salzburg (Vorläufer der Spängler-Bank) ist Bürgermeister von Salzburg 1854 bis 1861. Die Familie Duregger, Antonia Spängler, Mutter von Franz Spängler, und Otto Spängler, Bruder von Franz Spängler, wohnen in den Stockwerken übereinander im Dureggerhaus am Mozartplatz 4. – Internet (2007): Homepage der Spängler-Bank www.spaengler.co.at . - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = viele Spängler. – Vgl. Bankhaus Carl Spängler & Co. AG.
  • Zeller, vgl. zum Brief vom 24. November 1871: Partezettel für Marie Zeller, geb. Bolland, Salzburg * 1812; † 1873, und für Friedrich Zeller (Salzburg * 1838; † 1862); an gleicher Stelle Visitenkarte für „Ludwig Zeller“; „Zeller“ und die „Zellerischen“ mehrfach in den Briefen. - Bolland: in dem Brief vom 13. Februar 1871 werden bei „Duregger“ genannt die Eltern der Bank-Linie der Spängler in Salzburg, Alois Duregger und Henriette Bolland (sie: * 1810; † 1892; zu dem Bankhaus Duregger-Spängler vgl. Dopsch, 1996, S. 409, und hier: Spängler-Bank). – Das Landesarchiv Salzburg hat unter den Nachlässen einen Karton „Bolland-Zeller-Schumacher“ (Internet 2007). – Vgl. Zeller und Bolland.

Einzelnachweise

  1. "Nr. 18" usw. [Geschister mit Kleinbuchstabend] bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' (de.geneanet.org).
  2. Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter „Fanny“ [Kobler] und Enkelin „Fanni“ [Schlegel-Spängler].
  3. In Verbindung mit „Ariernachweis“ und „Ahnenpass“ wird die Identität von [Nr. 78] Franz Castelli für die Familie wichtig. Aus den Belegen bei den Kobler-Spängler-Briefen (Kobler-Spängler-Briefe) [dort nicht abgedruckt]] ergibt sich, dass „Rudl“ Widerhofer am 27. Dezember 1938 aus Innsbruck an Franziska Spängler schreibt. Er bedankt sich für den Brief über die Ahnen, hinter denen er „wie der Geier“ her ist. Selbst will er entsprechende Geburtsscheine besorgen und fragt nach „Castelli“. (Die Schwester von Franzi Spängler, Toni Spängler, * 1879; † 1918, heiratete Rudolf von Widerhofer, * 1876; † 1940.) „Tante Franzi“ [Nr. 9 a; Franziska Spängler] wäre eine „noch prächtigere Tante“, wenn sie „den Kerl ermitteln“ könnte; er fragt, ob sie irgendein Dokument hätte und bittet Grüße auch an Holzapfel auszurichten. Dazu gehört ein Brief an Franzi Spängler, Krems, Ringstr. 2, [Poststempel] 2. Oktober 1939, von Otto Dafert ([Stempel:] Dozent Dr. Otto Dafert, Wien 27, Trunnerstraße 1), mit maschinenschriftlichen Blättern und einem Brief (vergleiche Kobler-Spängler-Briefe, dort nicht abgedruckt): „Wien, am 2. Oktober 1939“ an Franzi [Franziska Spängler] mit der Abschrift des Taufscheines von Franz Castelli; ebenso ein Blatt von Otto [Dafert] vom 13. Februar 1939 wegen des Totenscheins von Castelli mit dem Geburtsjahr 1798; der Vater wäre Offizier gewesen. Ein Blatt liegt bei, italienisch, datiert Brescia 1939, die maschinenschriftliche Abschrift vom Taufschein „Francesco Filastro“ Castelli, Sohn des Giovanni Antonio Castelli und der Rosa, Tochter des Giovanni Palini, Brescia 18. Juli 1796, ausgestellt 1939. - „Castelli“ dürfte ein verbreitete Name sein. Kaum Verwandtschaft besteht mit dem Wiener Ignaz Franz Castelli (* 1781; † 1862), der selbst über seine Familie in Aus dem Leben eines Wiener Phäaken 17811862. Die Memoiren des I. F. Castelli neu hrsg. von Adolf Saager, 3. Auflage, Stuttgart (o.J.), S. 37 schreibt Mein Name hat zwar italienischen Klang, und es wäre wohl zu vermuten, dass meine Voreltern Italiener gewesen seien, aber ich habe darüber nie etwas Gewisses erfahren können, denn mein Vater selbst wusste über seine Ahnenleiter nichts weiter, als dass sein Vater ein ehrsamer Schneidermeister in der Leopoldstadt [Wien] gewesen sei.
  4. Walburga Schneeberger, Trauungsbuch der Pfarre Salzburg-St. Andrä, Band VI, S. 245.
  5. Karl Möser, Trauungsbuch der Pfarre Salzburg-St. Blasius, Band III, S. 119.
  6. vgl. Heinz Dopsch, Salzburg. Die Geschichte einer Stadt. 1996, S. 351 f., S. 352 mit einem prächtigen Porträt)
  7. vgl. Dopsch, 1996, S. 351
  8. vgl. Dopsch, 1996, S. 372
  9. des Autors Otto Holzapfel
  10. erwähnt bei den Kobler-Spängler-Briefen, Brief vom 6. Dezember 1871
  11. hochgeladen wurde = Parte Alois Spängler.jpg
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Quelle

Korrespondenz der Familien Kobler und Spängler