Änderungen

Zeile 44: Zeile 44:  
Als besondere Attraktion galt bei den Gästen des aufstrebenden Fremdenortes insbesondere auch das – vergletscherte – Hochgebirge, Ausflüge nach [[Kaprun]] und [[Ferleiten]] waren überaus beliebt. Auf Initiative des Zeller Alpenvereins und ausgeführt von Bezirksbauingenieur [[Nikolaus Gassner]], wurden in kurzer Zeit eine Mautstraße ins [[Kapruner Tal]] und ein Karrenweg bis zum [[Mooserboden]] erbaut. Auf bequeme Art und Weise konnte man ab Jänner [[1897]] ausgehend vom Bahnhof in Zell am See mit der schmalspurigen Lokalbahn in den [[Oberpinzgau]] zu den weitum bekannten [[Krimmler Wasserfälle]]n reisen.
 
Als besondere Attraktion galt bei den Gästen des aufstrebenden Fremdenortes insbesondere auch das – vergletscherte – Hochgebirge, Ausflüge nach [[Kaprun]] und [[Ferleiten]] waren überaus beliebt. Auf Initiative des Zeller Alpenvereins und ausgeführt von Bezirksbauingenieur [[Nikolaus Gassner]], wurden in kurzer Zeit eine Mautstraße ins [[Kapruner Tal]] und ein Karrenweg bis zum [[Mooserboden]] erbaut. Auf bequeme Art und Weise konnte man ab Jänner [[1897]] ausgehend vom Bahnhof in Zell am See mit der schmalspurigen Lokalbahn in den [[Oberpinzgau]] zu den weitum bekannten [[Krimmler Wasserfälle]]n reisen.
   −
Parallel zum Ausbau der Verkehrswege entstand auch in [[Zell am See]] eine Reihe von neuen Häusern, darunter das Hotel Krone, das [[Hotel Kaiserin Elisabeth]], das Hotel am See ([[Grand Hotel Zell am See|Grand Hotel]]), die Neue Post, der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt), Geisters Seehotel, das Hotel Central, das Hotel Austria, das Hotel Elektra oder das Hotel Bellevue in Thumersbach, mehrfach wurden Zell am See und die Schmittenhöhe auch von den höchsten Repräsentanten des Kaiserhauses besucht.
+
Parallel zum Ausbau der Verkehrswege entstand auch in [[Zell am See]] eine Reihe von neuen Häusern, darunter das Hotel Krone, das [[Hotel Kaiserin Elisabeth]], das Hotel am See ([[Grand Hotel Zell am See|Grand Hotel]]), die Neue Post, der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt), Geisters Seehotel, das Hotel Central, das Hotel Austria, das Hotel Elektra oder das Hotel Bellevue in [[Thumersbach]], mehrfach wurden Zell am See und die Schmittenhöhe auch von den höchsten Repräsentanten des Kaiserhauses besucht.
    
In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war auch in die Kunstszene verstärkt Bewegung gekommen, bekannte österreichische Künstler wie [[Thomas Ender]], [[Friedrich Gauermann]], [[Hubert Sattler (Maler)|Hubert Sattler]] und [[Edmund Höd]] genauso wie der Engländer [[Edward Theodore Compton]] und der in Zell beheimatete [[Karl Flieher]] faszinierten der Marktort und die „schaurig-schöne“ Hochgebirgslandschaft. Ihre Gemälde, Illustrationen, Stiche und Prospekte erreichten ein internationales Publikum.
 
In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war auch in die Kunstszene verstärkt Bewegung gekommen, bekannte österreichische Künstler wie [[Thomas Ender]], [[Friedrich Gauermann]], [[Hubert Sattler (Maler)|Hubert Sattler]] und [[Edmund Höd]] genauso wie der Engländer [[Edward Theodore Compton]] und der in Zell beheimatete [[Karl Flieher]] faszinierten der Marktort und die „schaurig-schöne“ Hochgebirgslandschaft. Ihre Gemälde, Illustrationen, Stiche und Prospekte erreichten ein internationales Publikum.
Zeile 50: Zeile 50:  
Zell am See war zur damaligen Zeit ein sehr kleiner, bescheidener Markt mit 95 Häusern und geprägt durch Handel, Gewerbe, Fischerei und Landwirtschaft. Thumersbach-[[Erlberg (Zell am See)|Erlberg]] (bis 1935) und [[Bruckberg (Gemeinde)|Bruckberg]]-[[Schmitten]] (bis 1939) waren selbstständige Gemeinden. Der Zeller Bürger und Handelsmann [[Josef Dießbacher]] war bis 1850 [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] und trieb die Umgestaltung und Neuorganisation der Gemeindeverwaltung voran.
 
Zell am See war zur damaligen Zeit ein sehr kleiner, bescheidener Markt mit 95 Häusern und geprägt durch Handel, Gewerbe, Fischerei und Landwirtschaft. Thumersbach-[[Erlberg (Zell am See)|Erlberg]] (bis 1935) und [[Bruckberg (Gemeinde)|Bruckberg]]-[[Schmitten]] (bis 1939) waren selbstständige Gemeinden. Der Zeller Bürger und Handelsmann [[Josef Dießbacher]] war bis 1850 [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] und trieb die Umgestaltung und Neuorganisation der Gemeindeverwaltung voran.
   −
Nur bestimmte Bürger hatten das Wahlrecht. Glasermeister Johann Unterganschnigg wurde in die Zeller „Burgerschaft“ aufgenommen. Seine Nachkommen zählen heute zu den ältesten Zeller Familien, von denen es nur mehr wenige gibt. Riemermeister Josef Salzmann wurde in den Gemeinderat gewählt und kaufte als späterer Bürgermeister im Jahre 1860 den [[Zeller See]]. Weniger erfreulich war die Einführung des neuen „stabilen Grundsteuer- und Gebäudekatasters“. Sämtliche Grundstücke wurden vermessen, was dringend erforderlich war, weil ja zu diesem Zeitpunkt die Steuern im Wesentlichen aus dem Grundertrag berechnet wurden. Zehente sowie grund-, berg- und vogtherrliche Rechte wurden abgelöst und die Steuereinhebung allmählich modernisiert.
+
Nur bestimmte Bürger hatten das Wahlrecht. Glasermeister Johann Unterganschnigg wurde in die Zeller „Burgerschaft“ aufgenommen. Seine Nachkommen zählen heute zu den ältesten Zeller Familien, von denen es nur mehr wenige gibt. Riemermeister [[Josef Salzmann (Politiker)|Josef Salzmann]] wurde in den Gemeinderat gewählt und kaufte als späterer Bürgermeister im Jahre 1860 den [[Zeller See]]. Weniger erfreulich war die Einführung des neuen „stabilen Grundsteuer- und Gebäudekatasters“. Sämtliche Grundstücke wurden vermessen, was dringend erforderlich war, weil ja zu diesem Zeitpunkt die Steuern im Wesentlichen aus dem Grundertrag berechnet wurden. Zehente sowie grund-, berg- und vogtherrliche Rechte wurden abgelöst und die Steuereinhebung allmählich modernisiert.
   −
Der Zeller Pfarrer [[Mathias Englmayer]] (1842 – 1850) verfasste [[1848]] die erste „[[Chronik der Pfarre Zell am See in Pinzgau]]“, den Freunden der vaterländischen, besonders der heimatlichen Geschichte gewidmet. Pfarrer Englmayer schrieb sein Werk „''Historia est optima magistra hominum''“ (Geschichte ist die beste Lehrmeisterin der Menschen). Er hat damals als einer der wenigen Pinzgauer bestimmt auch die „[[Salzburger Zeitung]]“ gelesen.
+
Der Zeller [[Pfarrer von Zell am See-St. Hippolyt|Pfarrer]] [[Mathias Englmayr]] (1842–1850) verfasste [[1848]] die erste „[[Chronik der Pfarre Zell am See in Pinzgau]]“, den Freunden der vaterländischen, besonders der heimatlichen Geschichte gewidmet. Pfarrer Englmayr schrieb sein Werk „''Historia est optima magistra hominum''“ (Geschichte ist die beste Lehrmeisterin der Menschen). Er hat damals als einer der wenigen Pinzgauer bestimmt auch die „[[Salzburger Zeitung]]“ gelesen.
   −
1848 übernahm Erzherzog Franz Joseph als Kaiser [[Franz Joseph I.]], die Regierungsgeschäfte und heiratete 1854 [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]], Prinzessin in Bayern. Sie besuchte [[1885]] Zell am See, wohnte im [[Hotel Kaiserin Elisabeth am See|Hotel „Kaiserin Elisabeth am See“]] und bestieg zu Fuß zur Nachtzeit mit Begleitern in 2,5 Stunden die Schmittenhöhe. Auch Kaiser Franz Joseph I. besuchte unseren Hausberg und benützte für die Auffahrt ein vom Pferd gezogenes Schmittenhöhe-Wagerl. Der Kaiser übernachtete von [[11. Juli|11.]] auf [[12. Juli]] [[1893]] im Berghotel und war von der herrlichen Aussicht begeistert. Über die kaiserlichen Besuche berichtete man in Zeitungen im In- und Ausland und das war für die damalige „Zeller Sommerfrische“ eine „unbezahlbare“ Werbung<ref>{{Quelle PiN|5. März 2015}}</ref>.
+
1848 übernahm Erzherzog Franz Joseph als Kaiser [[Franz Joseph I.]], die Regierungsgeschäfte und heiratete 1854 [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]], Prinzessin in Bayern. Sie besuchte [[1885]] Zell am See, wohnte im [[Hotel Kaiserin Elisabeth am See|Hotel „Kaiserin Elisabeth am See“]] und bestieg zu Fuß zur Nachtzeit mit Begleitern in 2,5 Stunden die [[Schmittenhöhe]]. Auch Kaiser Franz Joseph I. besuchte unseren Hausberg und benützte für die Auffahrt ein vom Pferd gezogenes Schmittenhöhe-Wagerl. Der Kaiser übernachtete von [[11. Juli|11.]] auf [[12. Juli]] [[1893]] im Berghotel und war von der herrlichen Aussicht begeistert. Über die kaiserlichen Besuche berichtete man in Zeitungen im In- und Ausland und das war für die damalige „Zeller Sommerfrische“ eine „unbezahlbare“ Werbung<ref>{{Quelle PiN|5. März 2015}}</ref>.
    
== Der Erste Weltkrieg ==
 
== Der Erste Weltkrieg ==
63.246

Bearbeitungen