Schmittenhöhebahn

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Schmittenhöhebahn
Zeller See, aus der Gondel der Schmittenhöhebahn gesehen
Fahrplan 1935
Die Technik der Bahn im Jahr 1928.

Die Schmittenhöhebahn wurde am 31. Dezember 1927 als erste Seilbahn im Bundesland Salzburg und als fünfte in Österreich offiziell eröffnet. Sie wird von der Schmittenhöhebahn AG betrieben.

Geschichte

1873 errichteten der Österreichische Alpenverein und die Gemeinde Zell am See einen ersten Weg auf die Schmittenhöhe. Man gelangte zunächst nur zu Fuß, auf Reittieren sowie mit kleinen, zweirädrigen Bergwagen mit Sitz und rückwärtiger Aussicht, die von Mulis gezogen wurden, auf den Berg.

Im Oktober 1889 berichtete das "Ischler Wochenblatt" von "[...] der unmittelbar bevorstehenden Erbauung der Schmittenhöhebahn [...]."[1]

Die Errichtung der Seilbahn geht auf den Zeller Rechtsanwalt Dr. Eduard Bittner senior zurück. 1924 verbrachte er seinen Urlaub in Südtirol, bei dem ihn die Fahrt mit der Seilbahn Meran-Hafling sehr beeindruckte. Zurückgekehrt, entschloss er sich, gemeinsam mit seinen Freunden Dr. Ludwig Margreiter und Leo Gastgeber, eine Seilbahn zur Schmittenhöhe zu bauen. Unterstützt wurde ihr Vorhaben vom Fremdenverkehrsvisionär Dr. Franz Rehrl, dem damaligen Landeshauptmann von Salzburg.[2]

Am 30. Oktober 1924 wurde seitens des Bundesministeriums für Handel und Verkehr die Vorkonzession erteilt. Der Spatenstich für den Bau der Talstation erfolgte am 4. Mai 1927. Die Seilbahn konnte in der kurzen Bauzeit von nur 227 Bautagen errichtet werden. Noch im selben Jahr, am 17. Dezember, führte die Seilbahn ihre ersten Fahrten aus, und nach der behördlichen Abnahme erging am 30. Dezember 1927 um 23:00 Uhr die offizielle Betriebsbewilligung durch die Ministerialkommission. Die Bahn ging am 31. Dezember 1927 in Betrieb.

Am 24. Jänner 1928 wurde der Markt Zell am See zur Stadt erhoben und gleichzeitig die Seilbahn auf die Schmittenhöhe in einem Festakt eröffnet.

2010 wurde innerhalb von nur sechs Monaten um 3,3 Mio. Euro eine neue Talstation gebaut. Die Verwaltung der Schmittenhöhebahn zog in ein neues Gebäude in Schüttdorf, um in der Talstation der Schmittenhöhebahn mehr Platz für die Skifahrer zu schaffen. Dort wurden unter anderem eine großzügige Busvorfahrt, ein Infocenter, neue Kassenbereiche und moderne Toilettenanlagen errichtet. Das Herzstück ist jedoch der Sportshop von Intersport Bründl mit Skiverleih und 300 geheizten und desinfizierten Kästen, in denen die Ausrüstung über Nacht deponiert werden kann. Rolltreppen verbinden jetzt die Parkplätze, den Servicebereich und die Seilbahnen.

Technik

Zunächst bestand keine Stromversorgung zur Bergstation, sodass die Bahn mit Hilfe eines 85 PS starken Dieselmotors angetrieben wurde. Der Spitzenausgleich erfolgte durch eine ebenfalls in der Bergstation stationierte Akkumulatorbatterie. Ein zweiter Dieselmotor gleicher Leistung stand als Reserve bereit.

15 Tage dauerte das Aufziehen des Tragseils. Die Herkulesseile mit 52,2 mm Durchmesser hatten je 40 t Gewicht. Die Seile wurden mittels Motorwinden über Rollen durch die Stadt Zell am See entlang des Schmittengrabens gezogen, da ein Fahrzeugtransport nicht möglich war. Erst 1937 wurde eine 3000-Volt-Leitung zur Bergstation gelegt, die dort einen 80-kW-Hochleistungsmotor versorgte.

Schon von Beginn an war die Seilbahn mit vielen Sicherheitseinrichtungen versehen, wie Manövrier-, Stillstands- und Fangbremse, mechanischem Fahrbildanzeiger, schreibendem Geschwindigkeitsmesser, Halt-Druckknöpfen in jeder Kabine, Einfahrtssicherung und Endkontakten. Die maximale Geschwindigkeit von 3,5 m/s wurde 60 m vor dem Haltepunkt auf 1 m/s verringert. Die Anlage besaß ein zusätzliches Hilfsseil, mit dem ein Rettungswagen zu den Kabinen verbracht werden konnte. Die Spitzengeschwindigkeit konnte 1937 nach der Verlegung der neuen Stromleitung auf 4 m/s erhöht werden. 1938 wurde das Gegenseil, 1943/44 die Trag- und Zugseile ausgewechselt. Das alte Zugseil wurde dabei zum Aufziehen der neuen Tragseile verwendet.

Die Wagen boten anfangs 23 Personen plus dem Wagenbegleiter Platz. 1938 wurden neue Leichtmetallkabinen für je 44 Personen und neue Fahrgehänge bestellt. Dazu mussten auch die Stationen umgebaut werden. 1948 wurden erneut neue Kabinen sowie eine größere Treibscheibe bestellt. Die Geschwindigkeit stieg auf 5 m/s. 1955 erfolgte ein größerer Umbau der Talstation, und ein neuer Antriebsmotor wurde in Auftrag gegeben. Hinter der Bergstation musste ein Verankerungsblock von 106 t Gewicht betoniert werden, der mit einem Spannseil von 54 mm Durchmesser die Bergstation absicherte. Antrieb und Stützenköpfe wurden erneuert, die Fahrgeschwindigkeit konnte auf 7 m/s erhöht werden.

1966/67 erfolgte ein grundlegender Umbau der Bahn um 17,5 Mio. Schilling, der alle Teile der Anlage betraf.

Gondeln

Dr. Erich Egger (Vorstand), Markus Papai, BA (Marketingleiter), und Ing. Hannes Mayer (technischer Leiter) der Schmittenhöhebahn freuen sich über die Rückkehr der ehemaligen Schmittenhöhebahn-Kabinen.

Die Urgondeln der Bahn waren noch aus Holz, die zweite Generation bestand aus silbernen Alugondeln und die dritte aus gelbfarbenen. Die 1966 aufgehängten roten Gondeln hatten bis 2009 rund 18,7 Mio. Passagiere befördert und dabei eine Streckenleistung erbracht, die 17 Erdumrundungen entsprechen würde. Am 17. Oktober 2009 fuhren diese roten Gondeln der vierten Generation ein letztes Mal, bevor sie von neuen Gondeln mit Einsatzbeginn am 11. Dezember 2009 abgelöst wurden. Eine Restaurierung der alten wäre zu teuer gekommen. Daher entwarf die Firma Porsche Design Studio neue Gondeln.[3]

Die Gondeln der zweiten Generation dienten in den letzten 35 Jahren als Materialseilbahn mit erweitertem Werksverkehr der VERBUND Hydro Power im Zillertal und fanden im Winter 2017/18 wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurück.

Die Gondeln der Schmittenhöhebahn befinden sich nunmehr (2017) bereits in der sechsten Generation und haben sich im Laufe der Zeit enorm verändert: Fanden früher 24 Personen in einer Kabine Platz, so sind es heute bis zu 43 Menschen. Im Gegenzug wurde auch die Beförderungszeit um mehr als die Hälfte von 15 Minuten auf 6,8 Minuten verringert. Heute lassen die Gondeln keine technischen Wünsche mehr offen. Highlight ist die einzigartige Porsche-Design-Gondel, die durch ihre Rundumverglasung einen einmaligen Blick auf Zell am See und die Bergwelt bietet.

Daten

Links unten die Bergstation der Schmittenhöhebahn, darüber die Elisabethkapelle und rechts das Berghotel Schmittenhöhe. Aufnahme aus den 1930er-Jahren.
Höhe Talstation: 939 m ü. A.
Höhe Bergstation: 1 949 m ü. A.
Höhendifferenz: 1 010 m
Schräge Länge: 2 757 m
Anzahl der Stützen: vier
Fahrbetriebsmittel: zwei Gondeln zu je 56 Personen
Geschwindigkeit: 8,5 m/s
Kapazität: 500 Personen/Stunde
Gesamtanlage und seilbahntechnische Ausrüstung: Firma Bleichert & Co., Leipzig
Eisenkonstruktionen: Simmeringer Waggonfabrik
Elektrische Ausrüstung: Siemens-Schuckert-Werke, Wien
Wagen, Antrieb und Schuhe: Firma Bleichert & Co., Leipzig

Kontakt

Schmittenhöhebahn AG
Schmittenstraße
Postfach 8
5700 Zell am See
Telefon: (0 65 42) 789
Telefax: (0 65 42) 78 91 30
Email: schmitten@schmitten.at

Betriebszeiten

Siehe aktuell auf der Homepage.

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, "Ischler Wochenblatt", Ausgabe vom 20. Oktober 1889, Seite 4
  2. Erwähnung dieses Umstandes unter anderem in ANNO, "Salzburger Volkszeitung", Ausgabe vom 20. August 1947, Seite 1, aus der Rede von Hofrat Hans Hofmann-Montanus am Grab des Altlandeshauptmannes
  3. "Salzburger Nachrichten", 17. Oktober 2009