Krimml

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Ortsbild
Krimml
Karte
Basisdaten
Politischer Bezirk: Zell am See (ZE)
Fläche: 169,60 km²
Geografische Koordinaten: 47° 13' 0 N, 12° 11' 0 O
Höhe: 1 067 m ü. A.
Einwohner: 821 (1. Jänner 2025)[1]
Postleitzahl: 5743
Vorwahl: 0 65 64
Gemeindekennziffer: 5 06 07
Gliederung Gemeindegebiet: eine Katastralgemeinde
Gemeindeamt: Oberkrimml 37
5743 Krimml
Offizielle Website: www.krimml.gv.at
Geografische Karte:
Politik
Bürgermeister: Erich Czerny (ÖVP)
Gemeindevertretung (2024): 13 Mitglieder:
8 ÖVP,
5 SPÖ
Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 318
1880 278
1890 286
1900 383
1910 397
1923 437
1934 520
1939 680
1951 657
1961 645
1971 798
1981 797
1991 858
2001 886
2011 837
2020 830
Gemeindeamt Krimml
Krimml, Ostansicht
Krimml, vom Wasserfallweg aus gesehen
Krimmler Pfarrkirche
Krimml, Zentrum
Alpengasthof Schönangerl, historische Aufnahme
Pfarrkirche Krimml, Innenansicht
Windbachtal, 4. Alpine Peace Crossing, 3. Juli 2010

Krimml ist die westlichste Gemeinde des Bundeslandes Salzburgs und des Pinzgaus im Oberpinzgau.

Geografie

Geografische Lage

Krimml liegt am westlichsten Ende des Salzachtals, südöstlich des Salzachgeiers, dem Quellgebiet der Salzach. Den Norden begrenzen die Kitzbüheler Alpen, und das Krimmler Achental führt nach Süden zum westlichen Rand der Hohen Tauern. Krimml liegt unterhalb des Gerlospasses, des Grenzübergangs nach Tirol, und ist umgeben von Bergriesen wie der Wildkarspitze (3 073 m ü. A.), dem Roßkopf (2 606 m ü. A.) oder dem Hütteltalkopf (2 962 m ü. A.).

Südlich des Ortes zieht sich das Krimmler Achental rund 15 Kilometer bis zur Staatsgrenze Italien (Südtirol). Krimml grenzt im Westen an Nordtirol und im Süden an Osttirol sowie – als einzige Salzburger Gemeinde – an Italien. Dieser Umstand führte 1947 zur sogenannten „Krimmler Judenflucht“, die 5 000 osteuropäischen Juden die von der amerikanischen Besatzungsmacht geduldete Flucht nach Palästina über den alten Tauernweg ermöglichte. Dieser führt vom Krimmler Tauernhaus durch das Windbachtal und den Krimmler Tauern in das Südtiroler Ahrntal. Seit 2007 erinnert das jährlich durchgeführte Alpine Peace Crossing an diese Ereignisse. Ein weiterer hochalpiner Übergang nach Italien – der neue Tauernweg – führt entlang der Krimmler Ache über die sogenannte Birnlücke.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Nördlich und nordwestlich des Gemeindezentrums reicht das Gemeindegebiet nicht weit nach Norden. In diesem Teil befinden sich die Gerlos Alpenstraße und Hochkrimml, das im Winter ein Wintersportgebiet ist. Ganz im Nordwesten hat die Gemeinde Krimml großen Anteil am Speicher Durlaßboden. Der Hauptteil des Gemeindegebiets erstreckt sich nach Süden mit den beiden Tälern Wildgerlostal und Krimmler Achental, die beide bis an den Alpenhauptkamm reichen.

Die Nord‑Süd‑Erstreckung von der Gerlosplatte zur Dreiherrnspitze beträgt rund 20 Kilometer, die mittlere Breite etwa zehn Kilometer.

99,5 Prozent von Krimml liegen in Schutzgebieten. Neben dem Nationalpark Hohe Tauern gibt es das Landschaftsschutzgebiet Oberpinzgauer Nationalparkvorfeld und das Europaschutzgebiet Sieben Möser auf der Gerlosplatte. Nur fünf kleine Siedlungsbereiche sind ausgenommen. In Schutzgebieten liegen unter anderem ein Großteil des Skigebiets, Wohngebiete, Futterwiesen, die stark befahrene Gerlos Alpenstraße und die L 113 Krimmler Landesstraße.[2]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst die Katastralgemeinde Krimml und gliedert sich in die Ortschaften Oberkrimml 540, Unterkrimml 245 und Hochkrimml 36.

Anmerkung: In kursiver Schrift wird die Einwohnerzahl der Ortschaften zum 1. Jänner 2023 angegeben.[3]

Eingemeindungen

Mit der "Verordnung des Landeshauptmanns in Salzburg vom 23. November 1938, betreffend die Zusammenlegung von Gemeinden und die Bildung von Verwaltungsgemeinschaften für Gemeinden"[4] wurden die Gemeinden Krimml und Wald im Pinzgau zum 1. Jänner 1939 zur Gemeinde Krimml-Wald zusammengelegt.

Mit dem "Gesetz vom 2. April 1947 über die Auseinanderlegung der Ortsgemeinde Krimml-Wald in die Ortsgemeinden Krimml und Wald im Pinzgau"[5] wurde diese Zusammenlegung rückgängig gemacht.

Nachbargemeinden

Wald im Pinzgau im Norden und Osten und im Westen, auf Tiroler Gebiet, Gerlos.

Geologie

Geologisch befindet sich das Gemeindegebiet im Bereich der Hohen Tauern.

Klima

Aufgrund seiner Höhenlage von über 1 000 m ü. A. und der umliegenden Gebirge herrscht gemäßigtes kontinentales, inneralpines Klima vor. Der Jahresniederschlag liegt zwischen 950 und 1 321 mm bei sommerlichen Maxima; das höchste gemessene Tagesmaximum beträgt 116,5 mm; durchschnittlich an 106 Tagen Schneedecke (Schneefall an 131 Tagen); langjährige Durchschnittstemperatur: 6,1 °C (Juli 15,3 °C, Jänner -3,7 °C). Charakteristisch sind häufige Föhnlagen (Sturm!)[6]

Religionen

Bis 1555 gehörte Krimml kirchlich zur Pfarre Bramberg, danach bis 1675 zur Pfarre Neukirchen am Großvenediger und im Anschluss bis 1784 zur Pfarre Wald im Pinzgau. 1784 wurde Krimml als Vikariat selbstständig und 1891 zur Pfarre erhoben. Die Kirche der Pfarre ist die Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte bis Antike

Krimml war bereits in der frühen Bronzezeit besiedelt. Belegt sind dies durch zahlreiche Funde aus dieser Epoche sowie aus der späteren Bronzezeit und der frühen Hallstattzeit, welche Grabungen unter dem Salzburger Landesarchäologen Martin Hell auf dem Falkenstein, einer Felsanhöhe an der linken Talseite, im 20. Jahrhundert zutage gebracht haben.

Wie permanent diese frühen Besiedlungen waren, ist heute schwer zu rekonstruieren. An der Wende vom 7. zum 6. vorchristlichen Jahrhundert vollzog sich im westalpinen Bereich der Wandel hin zu einer neuen Kultur, welche gemeinhin als keltisch bezeichnet wird. Etwas zeitversetzt setzte diese sich auch im ostalpinen Bereich durch.

Mit der keltischen Besiedlung, der Keltisierung der ansässigen Bevölkerung des heutigen Pinzgaus, kann auch der Übergang von der Vor- bzw. Urgeschichte in das historische Zeitalter für diese Region datiert werden. Nach allgemeiner Übereinstimmung war der gesamte heutige Pinzgau und mit ihm Krimml Siedlungsgebiet der Ambisonten. Um 200 vor Christus entstand als loser Verband keltischer Stämme das Königreich Norikum, welches sehr bald in Kontakt zu seinen römischen Nachbarn trat. 15 v. Chr. wurden die Alpenkelten schließlich von den Römern unter den Stiefsöhnen des Augustus, Tiberius und Drusus unterworfen, so auch die Ambisonter, welche neben fast fünfzig weiteren Keltenstämmen beim großen Siegesdenkmal von La Turbie angeführt werden.

Im Jahr 10 v. Chr. wurde Regnum Noricum als Provincia Noricum Teil des Römischen Reiches. Wie die cisalpinen wurden auch die transalpinen Kelten zu Römern. Seit dieser Zeit ist die Benutzung des Krimmler Tauerns als Übergang belegt, wird allerdings schon seit der Bronzezeit als wahrscheinlich angenommen.

Mit den Römern kamen eine neue Sprache, eine neue Kultur und neue Waren in die Region, und viele dieser Waren fanden ihren Weg über den Krimmler Tauern. 500 Jahre dauerte die Zugehörigkeit zum Römischen Reich. Die Assimilierung an die römische Kultur brachte es mit sich, dass die Kelten in diesem Raum von den Germanen als "Romanen" oder "Walchen" bezeichnet wurden. Unter Kaiser Claudius wurde Noricum schließlich zur römischen Provinz, Iuvavum (die spätere Stadt Salzburg) zur Municipalstadt, zu deren Verwaltungsbezirk auch das Gebiet des heutigen Ortes Krimml als Randgebiet gehörte.

Hinweise auf eine permanente Siedlung auf dem heutigen Gemeindegebiet in keltischer und römischer Zeit gibt es nicht. Auch in dieser Zeit ist vor allem die Bedeutung als Verkehrsverbindung in das südlich angrenzende Ahrntal in Südtirol entscheidend. Laut Lahnsteiner schreibt Albert Muchar[7][8] in seinem ersten Band von "Das römische Noricum" von bedeutenden Überresten einer Römerstraße hinauf auf den Krimmler Tauern sowie davon, dass das heutige Edenlehen eine alte Gast- und vor allem Raststätte vor dem Aufstieg zum Tauern war. Auch soll sich im Schmiedpalfen ein Felsenkeller zur Lagerung von Wein befunden haben. Ansonsten gilt wohl, wie auch für das übrige Innergebirg, dass die Besiedlung äußerst dünn war (belegt ist etwa ein Gutshof im heutigen Bramberger Ortsteil Weyer). Die zunehmenden Einfälle der Alamannen und anderer germanischer Stämme führten zusätzlich zur Aufgabe der meisten Gutshöfe und ungeschützter Dörfer. Im Jahr 488 wurde die Bevölkerung Ufernoricums evakuiert und nach Italien überführt. Kleinere Bevölkerungsteile verblieben jedoch im Land und wurden von den Germanen als Romanen und Walchen bezeichnet.

Mittelalter

Nach Kelten und Römern waren es nun die Bajuwaren, die eine neue Sprache und Kultur ins Land brachten. In der ersten Phase der bayerischen Landnahme blieb das Innergebirg jedoch weiterhin wenig attraktiv für eine stärkere Besiedlung.

Als Teil des Herzogtums Bayern wurde die Grafschaft Oberpinzgau 1100 an die Grafen von Lechsgemünd vergeben. In diese Zeit fallen auch verstärkte Rodungen und Urbarmachungen im oberen Pinzgau, das auch durch ein allgemeines Bevölkerungswachstum mitverursacht wurde. In einem Kaufvertrag des Lechsgemünder "Hausklosters" Kaisheim mit dem Salzburger Erzbischof wird erstmals ein Gut mit dem Namen "Chrvmbel" erwähnt. 1228 kam der Oberpinzgau unter dem Erzbischof Eberhard von Regensberg zum Erzbistum Salzburg.

Aus dem Mittelalter sind, mit Ausnahme der Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren, nur wenige Spuren erhalten. Diese ist allerdings eine der ältesten im Pinzgau. Das Zisterzienserkloster Raitenhaslach erhielt 1244 durch eine Schenkung Eberhard II. eine Hube bei der "Kirche in der Khrumbe" – die erste Erwähnung der Pfarrkirche Krimml. Die Bedeutung des Tauernverkehrs in diesem Zusammenhang wird etwa dadurch ersichtlich, dass die zum Kloster Raitenhaslach gehörenden Güter jährlich eine Abgabe an Wallisch-Wein (Wein aus Italien) zu leisten hatten.

Mitte des 14. Jahrhunderts verzeichnete das erzbischöfliche Urbar für Krimml zwölf Häuser. Von Bedeutung waren die Übergänge ins benachbarte Ahrntal im heutigen Südtirol vor allem für Handwerker und Kaufleute (insbesondere im Wein- und Viehhandel) sowie für die Bauern, die ihr Vieh im Sommer im Krimmler Achental weideten. Als wichtige Station vor dem Übergang ins Tirolerische Gebiet ist bereits 1389 das Krimmler Tauernhaus schriftlich belegt. Dieses ist bis heute als Herberge und Jausenstation in Betrieb.

Neuzeit

Die Reformation und die Salzburger Bauernaufstände und -kriege erfassten auch die abgelegensten Winkel des Erzbistums Salzburg. Der Priester Josef Lahnsteiner führt in seiner Chronik für Krimml detailliert jene Familien und Lehen an, die mit dem Protestantismus sympathisierten. Auch aus Krimml wurden jene ausgewiesen, die nicht bereit waren, den Lehren der Reformation abzuschwören.

Krimml bildete im Erzstift Salzburg die westlichste Kreuztracht (Verwaltungssprengel mit einer Kirche), bestehend aus den Rotten Ober- und Unterkrimml, im Amtsbereich des Pfleggerichts Mittersill.

Bei Lorenz Hübner findet sich im Jahr 1796 eine kurze Beschreibung der Einwohner Krimmls: "Man zählt nun hier 300 Menschen, ein lustiges, liberales und offenherziges Völkchen, ohne Trug und Falsch. Das Ortswirthshaus ist auch Zeuge, dass es ein freudiges Völckchen ist, das gerne tanzt und hüpft."

1803 endete mit der Säkularisierung die geistliche Herrschaft über Salzburg nach über einem Jahrtausend. Darauf folgten das kurzlebige Kurfürstentum Salzburg 1803–1805, die Jahre der Zugehörigkeit zum Kaisertum Österreich bis 1809 und jene zum Königreich Bayern zwischen 1810 und 1816 als Salzachkreis. Als 1809 französische und bayerische Truppen Teile Salzburgs besetzten, tat sich Anton Wallner besonders im Widerstand gegen die Besatzer hervor, der einige Zeit in Krimml lebte. Noch heute befindet sich im Ortszentrum von Krimml das Anton-Wallner-Denkmal. Sowohl die historische Schützenkompanie als auch die Musikkapelle des Ortes sind nach Anton Wallner benannt. Seit einigen Jahren besteht im Ort auch die Mikrobrauerei Anton Wallner Bräu.

Zwischen 1816 und 1849 gehörte Salzburg als Salzburgkreis zur Provinz Oberösterreich und Salzburg, bevor es 1849 zur Errichtung des Kronlandes Salzburg kam. Das Zillertal wurde schon 1816 von Salzburg abgetrennt. Für Krimml bedeutete dies, dass nun auch der Gerlospass zu einem Grenzpass wurde.

Wie für die gesamte Region typisch, kennzeichnete auch Krimml in erster Linie die auf die Erzeugung von Milch und Milchprodukten beschränkte Viehwirtschaft. Aufgrund der arbeitsintensiven Produktion in der Hochgebirgsregion war diese im Vergleich mit jener anderer Kronländer nicht konkurrenzfähig. Dies änderte sich erst mit dem Aufkommen des frühen Fremdenverkehrs, des Alpinismus und der damit einhergehenden verkehrstechnischen Anbindung im späten 19. Jahrhundert.

Bereits 1835 ließ der Pfleger von Mittersill, Ignaz von Kürsinger, bis zum oberen Ende des unteren Wasserfalls einen Weg sowie ein Touristen- und Malerhäuschen erbauen. 1879 wurde schließlich durch den Deutschen Alpenverein sowie den Österreichischen Alpenverein ein mit Aussichtskanzeln und Brücken versehener Weg errichtet. 1898 fuhr die Pinzgauer Lokalbahn von Zell am See bis nach Vorderkrimml (einem Ortsteil von Wald im Pinzgau), wodurch immer mehr Menschen die Wasserfälle besichtigten. Dies machte einen erneuten Ausbau des Wasserfallwegs notwendig, der durch die Alpenvereinssektion Warnsdorf durchgeführt wurde. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs nahm der Fremdenverkehr sukzessive zu, was sich in der Errichtung zahlreicher Schutzhütten sowie Gasthöfen widerspiegelt. So entstanden 1898 beim Bahnhof Krimml die Bahnrestauration Geisslers Gasthof, 1899 die Restauration Falkenstein, 1900 das Hotel Krimmler Hof (Krimmlerhof), 1901 das Gasthaus Filzstein in Hochkrimml und 1902 das "Hotel zu den Krimmlerfällen" (Hofer's Gasthof Krimmlerfälle).

Zeitgeschichte

Von den 85 aus Krimml in den Ersten Weltkrieg eingerückten Männern fielen 20. In der Zwischenkriegszeit setzte sich der Wandel von einer rein agrarisch geprägten hin zu einer Fremdenverkehrsgemeinde weiter fort, und vor allem der beginnende Winterfremdenverkehr gewann zusehends an Bedeutung. Eine 1903 auf der Gerlosplatte errichtete Gaststätte wurde 1932 zum Plattenhotel ausgebaut. Die Weltwirtschaftskrise sowie die Tausend-Mark-Sperre hatten schließlich einen fast völligen Einbruch des Fremdenverkehrs zur Folge.

Krimml zählte Anfang der 1930er-Jahre zu den Hochburgen der Nationalsozialisten im Innergebirg, wo diese bei der Landtagswahl 1932 mit 37,92 % das beste Ergebnis im Bezirk erreichten. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurden Krimml und Wald mit 1. Jänner 1939 zur Gemeinde Krimml-Wald vereint und erst mit Ende des Zweiten Weltkriegs wieder geteilt. In den Jahren 1939 bis 1942 fungierte der vormalige Bürgermeister von Wald, der Landwirt Johann Oberhauser, als Bürgermeister von Krimml-Wald, danach bis 1945 der vormalige Bürgermeister von Krimml, der Kaufmann Johann Schleinzer.

Die Historikerin Sonja Nothdurfter-Grausgruber beschreibt das Verhältnis der Krimmler zum NS-Regime als zwiespältig, da das bürgerliche Lager den neuen Machthabern bedingungslos anhing, während die Begeisterung der christlich-sozialen Bauern geringer war, da Kirchenkampf, Einschränkung ihrer Eigentumsrechte durch das Erbhofgesetz sowie die Hofkontrollen der Nationalsozialisten abgelehnt wurden.

Der Fremdenverkehr kam in den Kriegsjahren 1939–1945 zum Erliegen. Die Hotels und Gasthöfe wurden entsprechend anders genutzt. Ein Erholungsheim der deutschen Eisenbahner bestand in Krimml ebenso wie ein Müttererholungsheim der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Das Krimmler Achental wurde von hochrangigen Nationalsozialisten als Jagdgebiet benutzt. Auch zahlreiche ausländische Arbeiter ("Ostarbeiter", Kriegsgefangene) waren in Krimml, hier in erster Linie in der Landwirtschaft, eingesetzt. Gegen Ende des Krieges kamen laut Lahnsteiner viele SS-Männer von Italien über den Krimmler Tauern, um von hier weiter in ihre Heimat zu gelangen. Zudem waren mehr als 1 000 Bombenflüchtlinge in den Krimmler Haushalten einquartiert. Von den 125 Krimmler Männern, die in den Zweiten Weltkrieg eingerückt waren, sind 34 gefallen. Am 10. Mai 1945 nahm ein Oberst der US-amerikanischen Armee mit seinen Offizieren Quartier im Waltl's Gasthof zur Post.

Der Umstand, dass Krimml als einzige Gemeinde des Landes Salzburg – von 1945 bis 1955 in der amerikanischen Besatzungszone gelegen – an Italien grenzt (das westliche Nordtirol war französisch, das südliche Osttirol britisch besetzt), führte im Sommer 1947 zur Krimmler Judenflucht. Nachdem die zuvor genutzten Alpenübergänge in den britischen und französischen Besatzungszonen Österreichs für die tausenden von jüdischen Flüchtlingen aus Osteuropa gesperrt worden waren, überquerten 5 000 jüdische Flüchtlinge auf dem Weg über Italien nach Palästina den Krimmler Tauernpass. Die Hüttenwirtin Liesl Geisler-Scharfetter verpflegte im Krimmler Tauernhaus diese Menschen, bevor sie die mühevolle Überquerung in das Südtiroler Ahrntal antraten. Jedoch waren auch nationalsozialistische Täter auf der Flucht, und auch von diesen wählten viele den Weg über den Krimmler Tauern nach Italien und von dort oft weiter nach Südamerika. Die Gemeinde Krimml stellte in dieser Zeit viele Personalausweiskarten zum Grenzübertritt aus.

Mit dem Wirtschaftswunder setzte schon früh nach dem Zweiten Weltkrieg auch der Fremdenverkehr wieder ein, der im Laufe der Jahrzehnte seinen Schwerpunkt immer stärker auf den Winterfremdenverkehr legte. Große Infrastrukturprojekte stellten der Bau der Gerlos Alpenstraße sowie des Speicher Durlaßboden in den frühen 1960er-Jahren dar. 1963 wurden die ersten Schlepplifte auf der Gerlosplatte errichtet und das Skigebiet sukzessive weiter ausgebaut. Den vorläufigen Höhepunkt stellte der Zusammenschluss mit angrenzenden Skigebieten in Königsleiten und dem Zillertal zur Zillertal Arena 2003 dar. In Hochkrimml entstand, ähnlich der Siedlung Königsleiten im Gemeindegebiet von Wald im Pinzgau, ein Almdorf, wodurch die Wintertouristen in unmittelbarer Nähe zum Skigebiet untergebracht werden konnten. Bis heute nicht realisiert, aber immer wieder diskutiert, wird ein Seilbahnprojekt, das das Gemeindezentrum von Krimml direkt mit der Zillertal Arena verbinden soll.

1967 wurden die Krimmler Wasserfälle mit dem Europäischen Diplom für geschützte Gebiete ausgezeichnet, und mit der Errichtung des Nationalpark Hohe Tauern wurde Krimml 1981 Nationalparkgemeinde.

Etymologie

Der Ortsname ist eine Herleitung von dem Wort Krümmung, althochdeutsch: krumbi, da die Krimmler Ache kurz vor ihrer Mündung in die Salzach an der heutigen Gemeindegrenze zwischen Krimml und Wald im Pinzgau eine landschaftlich markante Biegung aufweist. Ein erster Beleg in der Form Chrumbellun findet sich 1184, danach mehrfach in unterschiedlichen Schreibweisen. Der Wechsel des Stammvokals von [u] zu [i] erfolgte zuerst als Effekt des I‑Umlauts von [u] zu [y], und danach als Entrundung von [y] zu [i].

Sprache

Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurde in Krimml ein vom restlichen Pinzgau deutlich unterscheidbarer Dialekt gesprochen, der eine starke Ähnlichkeit mit jenen des angrenzenden Tirols aufwies. Im Laufe des 20. Jahrhunderts, vermutlich durch die Folgen der neuen Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg und den aufkommenden Fremdenverkehr, verschwand jedoch diese von manchen als "Altkrimmlerisch" bezeichnete Mundart und hat heute keine Sprecher mehr. Das Wort "just" in der Bedeutung von "nur" oder "lediglich", das im Pinzgauerischen typisch mit einem langgezogenen Vokal ausgesprochen wird, wurde in Krimml – wie es für viele Tiroler Dialekte typisch ist – als "juscht" ausgesprochen. Ebenso sagte man "hosch" statt "hôst" ("du hast"), "bisch" statt "bist" (mit langgezogenem Vokal; "du bist") oder "z'morgats" statt "a da Friah" ("morgens", "in der Früh").

Heute wird aber auch in Krimml die für den Oberpinzgau typische Variante des Pinzgauerischen Dialekts gesprochen, die einzelne Besonderheiten aufweist. So spricht man etwa in Krimml von "Grantn" statt "Grangn" (Preiselbeeren), oder man sagt "g'schnochts" anstatt "d'schnochts" für "am Abend" bzw. „abends“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Aussichtspunkte

Aussichtspunkte befinden sich entlang des Wasserfallweges und der Gerlos Alpenstraße.

Bauwerke

Musik

Die "Historische Anton Wallner Schützenmusikkapelle" ist die Trachtenmusikkapelle Krimml.

Natur

Neben dem Nationalpark Hohe Tauern gibt es das Landschaftsschutzgebiet Oberpinzgauer Nationalparkvorfeld und das Europaschutzgebiet Sieben Möser auf der Gerlosplatte.

Naturdenkmäler

Weltbekannt ist Krimml wegen der Krimmler Wasserfälle. Diese sind mit 380 Metern Höhe die höchsten Wasserfälle Europas und die fünfthöchsten der Welt. Der Themenpark WasserWelten Krimml bietet einen weiteren Einblick in Wasser als "Lebenselixier".

Sport

Um das Jahr 2000 fand mehrmals das Gerlos Alpenstraßen Bergrennen statt.

Vereine

Sportvereine

Volkskulturvereine

Sonstige Vereine

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Hauptartikel Straßen der Gemeinde Krimml

Von Wald im Pinzgau kommt aus dem Osten die L 113 Krimmler Landesstraße, die in Krimml am Beginn der mautpflichtigen Gerlos Alpenstraße endet. Die Gerlos Alpenstraße führt dann auf den Gerlospass, wo sie in die B 165 Gerlos Straße mündet, die ins Nordtiroler Zillertal führt.

Ansässige Unternehmen

Das heutige Gasthaus Falkenstein wurde am 20. August 1899 als "Gasthof Falkenstein" eröffnet.[9] Historische Gaststätten waren (oder sind noch) der Alpengasthof Schönangerl und Waltl's Gasthof.

Öffentliche Einrichtungen

Rettungsorganisationen

Bildung

Politik

Bürgermeister

Hauptartikel Bürgermeister der Gemeinde Krimml

Auszeichnungen der Gemeinde

Ehrenbürger

Hauptartikel Ehrenbürger der Gemeinde Krimml

Ehrenring

Hauptartikel Ehrenring der Gemeinde Krimml

Wappen

Am 3. August 1954 wurde der Gemeinde Krimml durch die Salzburger Landesregierung das folgende Wappen verliehen:

Durch schräglinken Wellenschnitt von Silber über Blau geteilt und darin oben die blaue Initiale "K", überhöht von einer blauen Krone.

Dabei symbolisiert der Wellenschnitt die Krimmler Wasserfälle, das "K" mit Krone ist dem Wappen der Reichsabtei Kaisheim entnommen, zu der das Gebiet bis 1224 gehörte.

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Gemeinde

Hauptartikel Töchter und Söhne der Gemeinde Krimml

Förderer

Sonstiges

In Krimml befindet sich eine von fünf Messstellen für den Polleninformationsdienst im Land Salzburg.

Bilder

 Krimml – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Krimml – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Krimml"

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, aktualisiert am 11. Juli 2025
  2. sn.at, 12. Februar 2026: Posse: Warum die Gemeinde Krimml zwei Holunder an der Hauptstraße pflanzen muss
  3. Statistik Austria
  4. Verordnungsblatt für den Amtsbereich des Landeshauptmannes für Salzburg vom 24. November 1938
  5. Landesgesetzblatt für das Land Salzburg vom 12. August 1947
  6. service.salzburg.gv.at
  7. siehe EnnstalWiki → enns:Albert Muchar
  8. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesterwiki des SALZBURGWIKIs
  9. ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 23. August 1899, Seite 2
Städte und Gemeinden im Pinzgau
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Lage des Pinzgau im Land Salzburg (anklickbare Karte)

Stadtgemeinden: MittersillSaalfelden am Steinernen MeerZell am See
Marktgemeinden: LoferNeukirchen am GroßvenedigerRaurisTaxenbach
Gemeinden: Bramberg am WildkogelBruck an der GroßglocknerstraßeDienten am HochkönigFusch an der GroßglocknerstraßeHollersbach im PinzgauKaprunKrimmlLendLeogangMaishofenMaria Alm am Steinernen MeerNiedernsillPiesendorfSaalbach-HinterglemmSt. Martin bei LoferStuhlfeldenUnkenUttendorfViehhofenWald im PinzgauWeißbach bei Lofer