K.u.k. Infanterieregiment "Erzherzog Rainer" Nr. 59: Unterschied zwischen den Versionen

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{{SEITENTITEL:k.u.k. Infanterieregiment "Erzherzog Rainer" Nr. 59}}[[File:Erzherzog Rainer von Österreich.jpg|thumb|1860: Letzter Regimentsinhaber Erzherzog Rainer von Österreich im hechtgrauen Campagne-Waffenrock mit der Generalmajorsdistinktion und mit Ordensdekoration (u. a. der Halsorden vom Goldenen Vlies), Säbel und schwarzer Generalshose mit scharlachroten Lampassen.]]
{{SEITENTITEL:k.u.k. Infanterieregiment "Erzherzog Rainer" Nr. 59}}[[File:Erzherzog Rainer von Österreich.jpg|thumb|1860: Letzter Regimentsinhaber Erzherzog Rainer von Österreich im hechtgrauen Campagne-Waffenrock mit der Generalmajorsdistinktion und mit Ordensdekoration (u. a. der Halsorden vom Goldenen Vlies), Säbel und schwarzer Generalshose mit scharlachroten Lampassen.]]
[[Datei:Rainerregiment 1911.jpg|thumb|Der Offiziersregimentskorps der Rainer, Aufnahme 1911]]
[[Datei:Rainerregiment 1911.jpg|thumb|Der Offiziersregimentskorps der Rainer, Aufnahme 1911.]]
[[Datei:Gedenktafel_Infanterieregiment_Erzherzog_Rainer_Nr._59.jpg|thumb|Gedenktafel für das Rainer-Regiment in der [[Rainerstraße]]]]   
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[[Datei:Abordnung des Rainer Regimentes bei der Anton Wallner Feier 2013 in Vigaun.jpg|thumb|Abordnung des Rainer-Regiments bei der Anton-Wallner-Feier 2013 in Vigaun]]
[[Datei:Abordnung des Rainer Regimentes bei der Anton Wallner Feier 2013 in Vigaun.jpg|thumb|Abordnung des Rainer-Regiments bei der [[Anton-Wallner-Gedenkfeier]] 2013 in Bad  Vigaun.]]
Das '''k.u.k. Infanterieregiment "Erzherzog Rainer" Nr. 59''', das ''Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59'', war während der Zugehörigkeit des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]] zur [[Habsburgermonarchie|österreichischen Monarchie]] (1816–1918) das Salzburger Hausregiment.
Das '''k.u.k. Infanterieregiment "Erzherzog Rainer" Nr. 59''', das ''Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59'', war während der Zugehörigkeit des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]] zur [[Habsburgermonarchie|österreichischen Monarchie]] ([[1816]]–[[1918]]) das Salzburger Hausregiment.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Das Infanterie-Regiment Nr. 59 bestand schon lange vor dem Anschluss des Landes Salzburg an Österreich. Es wurde am [[30. Jänner]] [[1682]]<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19320223&query=%22Rainer+Regiment%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 23. Februar 1932, Seite 6</ref> anlässlich der neuerlich aus dem Südosten Europas drohenden [[Türkei#Geschichte|Türkengefahr]] und der bevorstehenden zweiten Türkenbelagerung Wiens aufgestellt.
Das Infanterie-Regiment Nr. 59 bestand schon lange vor dem Anschluss des Landes Salzburg an Österreich. Es wurde am [[30. Jänner]] [[1682]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19320223&query=%22Rainer+Regiment%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 23. Februar 1932, Seite 6</ref> anlässlich der neuerlich aus dem Südosten Europas drohenden [[Türkei#Geschichte|Türkengefahr]] und der bevorstehenden zweiten Türkenbelagerung Wiens aufgestellt.


[[1816]], nach dem Wiener Kongress und der endgültigen Einverleibung des Landes Salzburg in den Verband des Kaisertums Österreich, wurde das Infanterieregiment Nr.&nbsp;59 aus dem Erzherzogtum Ob der Enns ([[Oberösterreich]]) nach Salzburg verlegt und damit zum Hausregiment des Landes Salzburg und des angrenzenden Teils des heutigen Oberösterreich.
[[1816]], nach dem Wiener Kongress und der endgültigen Einverleibung des Landes Salzburg in den Verband des [[Kaisertum Österreich|Kaisertums Österreich]], wurde das Infanterieregiment Nr.&nbsp;59 aus dem Erzherzogtum [[Oberösterreich|Ob der Enns]] nach Salzburg verlegt und damit zum Hausregiment des Landes Salzburg und des angrenzenden Teils des heutigen Oberösterreich.


[[1852]] wurde Erzherzog [[ Rainer Ferdinand]], ein Neffe 2. Grades Kaiser [[Franz Joseph I.|Franz Josephs I.]], Regimentsinhaber. Seitdem trägt das Regiment die Bezeichnung ''Rainerregiment''. Als der Erzherzog im Jänner [[1913]] starb, wurde kein neuer Regimentsinhaber ernannt. Kaiser Franz Joseph bestimmte vielmehr mit Armeebefehl vom [[30. Jänner]] 1913, dass das [[Reich#k._k.|k.&nbsp;u.&nbsp;k.]]&nbsp;Infanterieregiment Nr. 59 auf immerwährende Zeiten den Namen "Erzherzog Rainer" tragen solle – somit war die offizielle Bezeichnung dieser Einheit – "k.&nbsp;u.&nbsp;k.&nbsp;Infanterieregiment Erzherzog Rainer Nr.&nbsp;59" – geschaffen.
[[1852]] wurde Erzherzog [[ Rainer Ferdinand]], ein Neffe 2. Grades Kaiser [[Franz Joseph I.|Franz Josephs I.]], Regimentsinhaber. Seitdem trägt das Regiment die Bezeichnung "Rainerregiment". Als der Erzherzog im Jänner [[1913]] starb, wurde kein neuer Regimentsinhaber ernannt. Kaiser Franz Joseph bestimmte vielmehr mit Armeebefehl vom [[30. Jänner]] 1913, dass das [[Reich#k._k.|k.&nbsp;u.&nbsp;k.]]&nbsp;Infanterieregiment Nr. 59 auf immerwährende Zeiten den Namen "Erzherzog Rainer" tragen solle – somit war die offizielle Bezeichnung dieser Einheit – "k.&nbsp;u.&nbsp;k.&nbsp;Infanterieregiment Erzherzog Rainer Nr.&nbsp;59" – geschaffen.


Am [[20. Mai]] [[1859]] fielen im Gefecht bei Voghera, Lombardei, Italien, 59 Mann der Rainer, darunter eine verhältnismäßig große Anzahl an [[Gasteinertal|Gasteinern]].
Am [[20. Mai]] [[1859]] fielen im Gefecht bei Voghera, Lombardei, [[Italien]], 59 Mann der Rainer, darunter eine verhältnismäßig große Anzahl an [[Gasteinertal|Gasteinern]].


[[1899]] erhielt das Regiment im Salzburger Stadtteil [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] eine eigene [[Lehener Kaserne|Kaserne]].
[[1899]] erhielt das Regiment im [[Salzburger Stadtteil]] [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] eine eigene [[Lehener Kaserne|Kaserne]].


=== Schwimmschule ===
=== Schwimmschule ===
Im [[19. Jahrhundert]] war am Ufer des [[Leopoldskroner Weiher]]s, nächst dem heutigen [[Freibad Leopoldskron]], 72 Jahre lang eine Schwimmanlage (z.T. auch länger). Sie wurde vom Offizierskorps des Rainerregiments betrieben. Im Winter diente der Weiher als Eislaufbahn, nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft<ref>Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können</ref>.
Im [[19. Jahrhundert]] war am Ufer des [[Leopoldskroner Weiher]]s, nächst dem heutigen [[Freibad Leopoldskron]], 72 Jahre lang eine Schwimmanlage (z. T. auch länger). Sie wurde vom Offizierskorps des Rainer-Regiments betrieben. Im Winter diente der Weiher als Eislaufbahn, nebenbei wurde das [[Bier#Bierkühlung|Eis an Wirte]] verkauft. Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können.


[[1828]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, Leopold Grafen von [[Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule.
[[1828]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine [[Leopoldskroner Weiher#Von der Militärschwimmschule zum Schwimmbad|Militärschwimmschule]] für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, Leopold Grafen von [[Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule.


Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen dann doch auf, weil ihm die Pacht von 5000 [[Gulden]] jährlich zu teuer wurde.
Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen dann doch auf, weil ihm die Pacht von 5.000 [[Gulden]] jährlich zu teuer wurde.


=== Dislozierung Linz ===
=== Dislozierung Linz ===
Als am [[7. April]] [[1908]] das Rainerregiment nach siebenjähriger Dislozierung aus [[Linz]] wieder nach Salzburg zurückkehrte, waren der Fotograf [[Eduard Bertel]] und [[Richard Tomaselli (Cafetier)|Tomaselli]] die beiden Festordner für das Ankunftsfest der Rainer.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=lvb&datum=19080407&query=%22Der%20Abjchied%20der%20Kamsr%22+%22Photograph%20Bertel%22+%22Casötier+Richard+Tomaselli%22&ref=anno-search&seite=6 anno], Linzer Volksblatt, 7. April 1908, Seite 6</ref>
Als am [[7. April]] [[1908]] das Rainerregiment nach siebenjähriger Dislozierung aus [[Linz]] wieder nach Salzburg zurückkehrte, waren der Fotograf [[Eduard Bertel]] und [[Richard Tomaselli (Cafetier)|Tomaselli]] die beiden Festordner für das Ankunftsfest der Rainer.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=lvb&datum=19080407&query=%22Der%20Abjchied%20der%20Kamsr%22+%22Photograph%20Bertel%22+%22Casötier+Richard+Tomaselli%22&ref=anno-search&seite=6 anno], "Linzer Volksblatt", 7. April 1908, Seite 6</ref>


=== Das Ende ===
=== Das Ende ===
Den [[Ersten Weltkrieg]] erlebten die Rainer sowohl an der Ostfront im Kampf gegen das kaiserliche [[Russland]] als auch an der Südwestfront im Krieg an der Südfront gegen das Königreich [[Italien]].
Den [[Ersten Weltkrieg]] erlebten die Rainer sowohl an der Ostfront im Kampf gegen das kaiserliche [[Russland]] als auch an der Südwestfront im Krieg an der Südfront gegen das Königreich [[Italien]].


Das Regiment wurde im Frühjahr [[1916]] von seinem bisherigen Einsatzort in [[Galizien]] (Ostfront) an die Südfront in das [[Trentino]] verlegt. Nach der Mai-Offensive wurde der Monte Cimone nördlich Arsiero der ''Berg der Rainer''. Von diesem heiß umkämpften und am [[23. September]] 1916 gesprengten Berggipfel sah man bei klarem Wetter bis Vicenza im Veneto. In den Monaten des Stellungskriegs bauten die ''Rainer'' und ihr oberösterreichisches Nachbarregiment Nr. 14 (die "Hessen") den bisherigen Almweg Folga Passo de la Vena zur "Hessen-Rainer-Straße" aus. Die Straße ist noch heute in Betrieb.
Das Regiment wurde im Frühjahr [[1916]] von seinem bisherigen Einsatzort in [[Galizien]] (Ostfront) an die Südfront in das [[Trentino]] verlegt. Nach der Mai-Offensive wurde der Monte Cimone nördlich Arsiero der "Berg der Rainer". Von diesem heiß umkämpften und am [[23. September]] 1916 gesprengten Berggipfel sah man bei klarem Wetter bis Vicenza im [[Venetien|Veneto]]. In den Monaten des Stellungskriegs bauten die "Rainer" und ihr oberösterreichisches Nachbarregiment Nr. 14 (die "Hessen") den bisherigen Almweg von Folga auf den Passo de la Vena zur "Hessen-Rainer-Straße" aus. Die Straße ist noch heute in Betrieb.


Nach einigen Wochen der Erholung im Mai [[1917]] in Levico und einem kurzen Aufenthalt im Herbst in Trient, ging es an die [[Küstenland#Görz|Isonzo]]-Front im Veneto<ref>Genauer gesagt gelang es den österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen Ende Oktober 1917, die Front vom ([[Küstenland|Isonzo]]) an den Piave (also in das Veneto) vorzuschieben.</ref>. Nach dem Zusammenbruch der Front [[1918]] marschierten die Überlebenden über das Gebiet der "Sieben Gemeinden" durch das Suganatal nach Cavalese und weiter nach Salurn ([[Südtirol]]), wo das Regiment bis zum Einmarsch der italienischen Truppenverbände im Oktober [[1918]] vorbildlich für Ruhe und Ordnung im Land sorgte. Viele Übergriffe und Plünderungen seitens der abrückenden und aufgelösten Truppenverbände in Richtung Norden wurden vom Rainer-Regiment vereitelt und unterbunden. Das Rainer-Regiment versuchte, die chaotischen Zustände zu beseitigen, und kümmerte sich um Schutz und Verpflegung der Bevölkerung im südlichen [[Tirol]]. Es zog sich erst als geschlossene Einheit nach Salzburg zurück, als italienische Truppenverbände den südlichen Landesteil besetzten. Das Regiment traf am [[10. November]] 1918 geschlossen unter seinem letzten Regimentskommandanten Oberst Richard von Schilhavsky in Salzburg ein.
Nach einigen Wochen der Erholung im Mai [[1917]] in Levico im Trentino und einem kurzen Aufenthalt im Herbst in Trient, ging es an die [[Küstenland#Görz|Isonzo]]-Front. Genauer gesagt gelang es den österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen Ende Oktober 1917, die Front vom Isonzo im Osten des [[Friaul]]s nach Westen an den Piave (also in das Veneto) vorzuschieben. Nach dem Zusammenbruch der Front [[1918]] marschierten die Überlebenden über das Gebiet der "Sette Comuni", der "Sieben Gemeinden", durch das Suganatal nach Cavalese und weiter nach Salurn ([[Südtirol]]), wo das Regiment bis zum Einmarsch der italienischen Truppenverbände im Oktober [[1918]] vorbildlich für Ruhe und Ordnung im Land sorgte. Viele Übergriffe und Plünderungen seitens der abrückenden und aufgelösten Truppenverbände in Richtung Norden wurden vom Rainer-Regiment vereitelt und unterbunden. Das Rainer-Regiment versuchte die chaotischen Zustände zu beseitigen und kümmerte sich um Schutz und Verpflegung der Bevölkerung im südlichen [[Tirol]]. Es zog sich erst als geschlossene Einheit nach Salzburg zurück, als italienische Truppenverbände den südlichen Landesteil besetzten. Das Regiment traf am [[10. November]] 1918 geschlossen unter seinem letzten Regimentskommandanten Oberst Richard von Schilhavsky in Salzburg ein.


In Folgaria gibt es einen Kriegerfriedhof des Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr.&nbsp;59 mit 1&nbsp;760 namentlich bekannten und 640 unbekannten Österreichern. Nach einer Restaurierung des Friedhofs waren bei der Neueinweihung am [[12. September]] [[1971]] Salzburgs Landeshauptmann DDr. [[Hans Lechner]], Dr.&nbsp;[[Franz Kläring]] und natürlich eine Abordnung der "Rainer" dabei.
In Folgaria im Trentino gibt es einen [[Friedhof des Rainer-Regiments in Folgaria|Kriegerfriedhof des Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr.&nbsp;59]] mit 1&nbsp;760 namentlich bekannten und 640 unbekannten Österreichern. Nach einer Restaurierung des Friedhofs waren bei der Neueinweihung am [[12. September]] [[1971]] Salzburgs Landeshauptmann DDr. [[Hans Lechner]], Dr.&nbsp;[[Franz Kläring]] und natürlich eine Abordnung der "Rainer" dabei.


Mit dem [[12. November]] 1918 endete die Geschichte dieses alt-österreichischen Regimentes in Salzburg. Aus dem Rainerregiment wurde später das [[Salzburger Alpenjäger Bataillon Nr. 3]], das im Juli [[1928]] endgültig diesen Namen bei der [[Neubenennung der Salzburger Truppenkörper 1928|Neubenennung der Salzburger Truppenkörper]] erhielt.
Mit dem [[12. November]] 1918 endete die Geschichte dieses alt-österreichischen Regimentes in Salzburg. Aus dem Rainer-Regiment wurde später das [[Salzburger Alpenjäger Bataillon Nr. 3]], das im Juli [[1928]] endgültig diesen Namen bei der [[Neubenennung der Salzburger Truppenkörper 1928|Neubenennung der Salzburger Truppenkörper]] erhielt.


== Regimentskommandanten ==
== Regimentskommandanten ==
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* [[1809]] Georg Freiherr von Wewelt (Weveld), Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1809]] Georg Freiherr von Wewelt (Weveld), Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1811]] Johann Mayer von Heldensfeld, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1811]] Johann Mayer von Heldensfeld, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1813]] [[Johann von Klein]], Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1813]] Johann von Klein, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1820]] [[Georg Wilmanns Edler von Wildenkron]], Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1820]] Georg Wilmanns Edler von Wildenkron, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1828]] [[Franz Schmidt von Ehrenberg]], Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1828]] [[Franz Schmidt von Ehrenberg]], Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1833]] [[Franz Graf Wimpffen]], Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1833]] Franz Graf Wimpffen, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1839]] [[Carl Edler von Helbig]], Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1839]] Carl Edler von Helbig, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
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* [[1841]] Günther Freiherr von Dalwitz, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
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* [[1844]] Wilhelm von Alemann, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
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* [[1848]] Julius Graf Bernay-Favancourt, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
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* [[1850]] Pompejus Scharinger von Lamazon, Oberst<ref name = "LeilerKnorz"/>
* [[1856]] [[Heinrich Schröder]], Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1856]] Heinrich Schröder, Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
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* [[1860]] Eduard Netzer von Sillthal, Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1861]] [[Carl Möraus]], Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1861]] [[Carl Möraus]], Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1868]] [[Joseph Paska]], Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1868]] Joseph Paska, Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1870]] [[Wilhelm Ritter von Grobben]], Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1870]] Wilhelm Ritter von Grobben, Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1874]] [[Joseph Latterer Ritter von Lintenburg]], Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1874]] Joseph Latterer Ritter von Lintenburg, Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
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* [[1877]] Carl Freiherr von Urban, Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
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* [[1878]] Franz von Czako, Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1882]] [[Conrad Nüschler von Neuegg]], Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
* [[1882]] Conrad Nüschler von Neuegg, Oberst<ref name = "Knorz1882"/>
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* [[1883]] Josef Edler von Faby, Oberst<ref name = "Div">[http://www.rainerregiment.at/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=200&Itemid=129 www.rainerregiment.at]</ref>
* [[1888]] [[Ernst Schmedes]], Oberst<ref name = "Div"/>
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* [[1905]] [[Carl Kohout]], Oberst<ref name = "Div"/>
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* [[1909]] [[Emil Herzberg]], Oberst<ref name = "Hoen"> www.rainerregiment.at aaO nach Hoen aaO.</ref>
* [[1909]] Emil Herzberg, Oberst<ref name = "Hoen"> www.rainerregiment.at aaO nach Hoen aaO.</ref>
* [[1912]] [[Gustav Fischer von Poturzyn]], Oberst<ref name = "Hoen"/>
* [[1912]] Gustav Fischer von Poturzyn, Oberst<ref name = "Hoen"/>
* [[1914]] [[Maximilian Lauer]], Oberstleutnant<ref name = "Hoen"/>
* [[1914]] Maximilian Lauer, Oberstleutnant<ref name = "Hoen"/>
* [[1915]] [[Eduard Freiherr von Albori]], Oberst<ref name = "Hoen"/>
* [[1915]] [[Eduard Freiherr von Albori]], Oberst<ref name = "Hoen"/>
* [[1916]] [[Maximilian Lauer]], Oberst<ref name = "Hoen"/>
* [[1916]] Maximilian Lauer, Oberst<ref name = "Hoen"/>
* [[1918]] [[Richard Schilhawsky Ritter von Bahnbrück]], Oberstleutnant<ref name = "Hoen"/>
* [[1918]] [[Richard Schilhawsky Ritter von Bahnbrück]], Oberstleutnant<ref name = "Hoen"/>


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[[Datei:Rainer Regiment in Salzburg, altes Vereinsbild.jpg|thumb|Rainer-Regiment in Salzburg, altes Vereinsbild]]
[[Datei:Rainer Regiment in Salzburg, altes Vereinsbild.jpg|thumb|Rainer-Regiment in Salzburg, altes Vereinsbild]]
Nach der Auflösung des Regiments 1918 wurde die Tradition des Rainerregiments von verschiedenen Einheiten weiter gepflegt:
Nach der Auflösung des Regiments 1918 wurde die Tradition des Rainerregiments von verschiedenen Einheiten weiter gepflegt:
* Nach Gründung der 1. Republik und Schaffung des neuen österreichischen Bundesheeres übernahm vorerst das ''Alpenjäger Bataillon Nr. 3'' diese Aufgabe, später das ''Infanterie Regiment Nr. 12'';
* Nach Gründung der 1. Republik und Schaffung des neuen österreichischen Bundesheeres übernahm vorerst das ''Alpenjäger Bataillon Nr. 3'' diese Aufgabe, später das ''Infanterie Regiment Nr. 12'';
* mit der Eingliederung in die [[Deutsche Wehrmacht]] im März [[1938]] wurde das ''1. Bataillon des Gebirgsjägerregimentes 137'' als Traditionsträger der "Alten Rainer" betraut;
* mit der Eingliederung in die [[Deutsche Wehrmacht]] im März [[1938]] wurde das ''1. Bataillon des Gebirgsjägerregimentes 137'' als Traditionsträger der "Alten Rainer" betraut;
* nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] übernahm im [[1967]] das neue Bundesheer die Traditionspflege der "Alten Armee".
* nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] übernahm im [[1967]] das neue Bundesheer die Traditionspflege der "Alten Armee".


Es gab bereits seit [[1957]] inoffizielle Kontakte zwischen den Rainern (vertreten durch den [[Rainerbund]]) und den Soldaten des Bundesheeres. Seit [[1960]] trägt auch die [[Rainerkaserne]] die Bezeichnung "Rainerkaserne". Mit der Heeresreform [[1998]] wurde das in dieser Kaserne untergebrachte ''Jägerregiment 8'' aufgelöst und die Traditionspflege der Rainer ging nun auf das Militärkommando für Salzburg über.
Es gab bereits seit [[1957]] inoffizielle Kontakte zwischen den Rainern (vertreten durch den [[Rainerbund]]) und den Soldaten des [[Bundesheer]]es. Seit [[1960]] trägt auch die [[Rainerkaserne]] die Bezeichnung "Rainerkaserne". Mit der Heeresreform [[1998]] wurde das in dieser Kaserne untergebrachte "Jägerregiment 8" aufgelöst und die Traditionspflege der Rainer ging nun auf das [[Militärkommando Salzburg|Militärkommando für Salzburg]] über.


Weiters wird die Tradition von der "99. Salzburger Schützenkompanie", dem Traditionsverband des Salzburger Infanterieregiments No.&nbsp;59 "Erzherzog Rainer", wahrgenommen. Die Mitglieder des vom österreichischen Bundesheer anerkannten Vereins rücken zu Angelobungen, Gedenktagen und weiteren historisch relevanten Terminen aus. Der Traditionsverein steht unter der Führung von [[Guido Zobel|Guido <!--Freiherr von -->Zobel<!--zu Giebelstadt-->]] als Schützenmajor und Leutnant i. Tr. Mag. [[Albert Reiterer]] als Regimentsadjutant. Der Verein wurde [[2006]] mit der Verleihung der Berechtigung zur Führung des [[Salzburger Landeswappen]]s geehrt.
Weiters wird die Tradition von der "99. Salzburger Schützenkompanie", dem Traditionsverband des Salzburger Infanterieregiments No.&nbsp;59 "Erzherzog Rainer", wahrgenommen. Die Mitglieder des vom österreichischen Bundesheer anerkannten Vereins rücken zu Angelobungen, Gedenktagen und weiteren historisch relevanten Terminen aus. Der Traditionsverein steht unter der Führung von [[Guido Zobel|Guido <!--Freiherr von -->Zobel<!--zu Giebelstadt-->]] als Schützenmajor und Leutnant i. Tr. Mag. [[Albert Reiterer]] als Regimentsadjutant. Der Verein wurde [[2006]] mit der Verleihung der Berechtigung zur Führung des [[Salzburger Landeswappen]]s geehrt.
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== Rainer-Marsch ==
== Rainer-Marsch ==
: ''Hauptartikel  [[Rainer-Marsch]]  
: ''Hauptartikel  [[Rainer-Marsch]]  
Bekannt ist auch der ''Rainer-Marsch'', komponiert von Musik-Feldwebel [[Hans Schmid]] (* [[1893]]; † [[1987]]) mit dem Ur-Text von Musik-Korporal Josef Schopper. Der Text wurde mehrfach geändert. Die Uraufführung fand am [[11. September]] [[1915]] im Schloss von Olyka, Galizien statt, wobei die vierte Strophe erst nach dem Ersten Weltkrieg eingefügt wurde.
Bekannt ist auch der "Rainer-Marsch", komponiert von Musik-Feldwebel [[Hans Schmid]] (* [[1893]]; † [[1987]]) mit dem Ur-Text von Musik-Korporal Josef Schopper. Der Text wurde mehrfach geändert. Die Uraufführung fand am [[11. September]] [[1915]] im Schloss von Olyka, [[Galizien]] statt, wobei die vierte Strophe erst nach dem Ersten Weltkrieg eingefügt wurde.


== Musikkapelle ==
== Musikkapelle ==
: ''Hauptartikel [[Rainermusik Salzburg]]  
: ''Hauptartikel [[Rainermusik Salzburg]]  
Seit [[1999]] gibt es darüber hinaus wieder eine Rainermusik. Als ein musikalischer Botschafter des Landes Salzburg widmet sie sich der musikalischen Tradition des ehemaligen k.&nbsp;u.&nbsp;k.&nbsp;Hausregiments.
Seit [[1999]] gibt es darüber hinaus wieder eine Rainermusikkapelle. Als ein musikalischer Botschafter des Landes Salzburg widmet sie sich der musikalischen Tradition des ehemaligen k.&nbsp;u.&nbsp;k.&nbsp;Hausregiments.


Siehe auch [[Militärmusik Salzburg]].
Siehe auch [[Militärmusik Salzburg]].
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== Rainermuseum ==
== Rainermuseum ==
: ''Hauptartikel  [[Rainer-Regiments-Museum]]  
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Auf der [[Festung Hohensalzburg]] gibt es seit [[1924]] das Rainer-Regiments-Museum, das an das ehemalige Salzburger Hausregiment, das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 59 "Erzherzog Rainer" erinnert. In der Stadt Salzburg erinnern ein Gedenkstein kurz nach dem [[Schloss Mirabell]] stadtauswärts auf der linken Straßenseite, ein Obelisk vor dem Eingang zum [[Kommunalfriedhof]] bei der Obuskehre, das Denkmal in der [[Rainerkaserne]] und die Rainerstube im ehemaligen [[Hotel Pitter]] (heute Holiday Inn Crown Plaza "The Pitter"). In der Stadt Salzburg erinnert auch die [[Rainerstraße]] zwischen [[Mirabellplatz]] und [[Hauptbahnhof]] seit den [[1930er]]-Jahren an das Regiment. Ein privates Regimentsmuseum des TV IR 59 Erzherzog Rainer entstand in der [[Meraner Straße]] 7 in Salzburg und wurde 2009 eröffnet. Bis dahin konnte man das virtuelle Museum auf der Homepage des Regiments besuchen.
Auf der [[Festung Hohensalzburg]] gibt es seit [[1924]] das Rainer-Regiments-Museum, das an das ehemalige Salzburger Hausregiment, das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 59 "Erzherzog Rainer" erinnert. In der Stadt Salzburg erinnern ein Gedenkstein kurz nach dem [[Schloss Mirabell]] stadtauswärts auf der linken Straßenseite, ein Obelisk vor dem Eingang zum [[Kommunalfriedhof]] bei der Obuskehre, das Denkmal in der [[Rainerkaserne]] und die Rainerstube im ehemaligen [[Hotel Pitter]]. In der Stadt Salzburg erinnert auch die [[Rainerstraße]] zwischen [[Mirabellplatz]] und [[Hauptbahnhof]] seit den [[1930er]]-Jahren an das Regiment. Ein privates Regimentsmuseum des TV IR 59 Erzherzog Rainer entstand in der [[Meraner Straße]] 7 in Salzburg und wurde 2009 eröffnet. Bis dahin konnte man das virtuelle Museum auf der Homepage des Regiments besuchen.


== Denkmale ==
== Gedenkstätten==
* [[Rainer-Obelisk]] vor dem [[Salzburger Kommunalfriedhof]]
* [[Rainer-Obelisk]] vor dem [[Salzburger Kommunalfriedhof]]
* [[Rainer-Denkmal (Festung Hohensalzburg)|Rainer-Denkmal]] auf der [[Festung Hohensalzburg]]
* [[Gedenkstätte Rainer-Regiment in der Festung Hohensalzburg|Gedenkstätte]] in der [[Festung Hohensalzburg]]


== Friedhöfe ==
== Friedhöfe ==
[[Datei:Kriegerdenkmal und Hauptportal.jpg|thumb|Rainer-Kriegerdenkmal (Obelisk) und Hauptportal beim Kommunalfriedhof]]
[[Datei:Kriegerdenkmal und Hauptportal.jpg|thumb|Rainer-Kriegerdenkmal (Obelisk) und Hauptportal beim Kommunalfriedhof]]
Einige aus dem Regiment sind auf einem [[Soldatenfriedhöfe#Garnisonsfriedhof|Garnisonsfriedhof]] im [[Hans-Donnenberg-Park]] begraben.
Einige aus dem Regiment sind auf einem [[Soldatenfriedhöfe#Garnisonsfriedhof|Garnisonsfriedhof]] im [[Hans-Donnenberg-Park]] begraben.
In Italien gibt es den [[Friedhof des Rainer-Regiments in Folgaria]].


In [[Galizien]] ([[Polen]]) gibt es die Gedenkstätte k.u.k. Soldatenfriedenhof "Zuckerhut" bei Lichwin im Bezirk Tarnow mit 900 österreichisch-ungarischen sowie 250 russischen Soldaten. Auf diesem Soldatenfriedhof liegen Gefallene des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 59 Erzherzog Rainer von den Schlachten um Tarnow und Gorlice in Galizien Anfang Mai 1915.
In [[Galizien]] ([[Polen]]) gibt es die Gedenkstätte k.u.k. Soldatenfriedenhof "Zuckerhut" bei Lichwin im Bezirk Tarnow mit 900 österreichisch-ungarischen sowie 250 russischen Soldaten. Auf diesem Soldatenfriedhof liegen Gefallene des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 59 Erzherzog Rainer von den Schlachten um Tarnow und Gorlice in Galizien Anfang Mai 1915.


== Literatur ==
== Literatur ==
* [[Alois Wück]], [[Justus Knorz]]: ''Geschichte des k.u.k. Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer Nr.&nbsp;59 von seiner Errichtung 1682 bis 3. Juni 1882''. Salzburg 1882-1901.  
* Wück, Alois; Knorz, Justus: ''Geschichte des k.u.k. Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer Nr.&nbsp;59 von seiner Errichtung 1682 bis 3. Juni 1882''. Salzburg 1882–1901.  
* ''Unsere Rainer im Weltkriege 1914/1918. Hg. vom k.&nbsp;u.&nbsp;k.&nbsp;Infanterie-Regiment Erzherzog Rainer Nr.&nbsp;59''. Salzburg 1918.
* ''Unsere Rainer im Weltkriege 1914/1918. Hg. vom k.&nbsp;u.&nbsp;k.&nbsp;Infanterie-Regiment Erzherzog Rainer Nr.&nbsp;59''. Salzburg 1918.
* [[Max Ritter von Hoen]]: ''Geschichte des salzburgisch-oberösterreichischen k.u.k. Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer Nr. 59 für den Zeitraum des Weltkrieges 1914–1918''. Salzburg 1931.
* Hoen, Max Ritter von: ''Geschichte des salzburgisch-oberösterreichischen k.u.k. Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer Nr. 59 für den Zeitraum des Weltkrieges 1914–1918''. Salzburg 1931.


== Quellen ==
== Quellen ==
* [http://ogs.oeog.at/blatt16.htm Archiv der Offiziersgesellschaft Salzburg]
* [http://ogs.oeog.at/blatt16.htm Archiv der Offiziersgesellschaft Salzburg]
* [[Anton Leiler]]: [http://books.google.at/books?id=uijycdFsv0oC&printsec=frontcover ''Geschichte] des k.&nbsp;k.&nbsp;Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer No. 59 seit seiner Errichtung 1682 bis zum Schlusse des Jahres 1855''. Salzburg, [[Salzburger Druckerei|Zaunrith]], 1856.
* [[Anton Leiler]]: [http://books.google.at/books?id=uijycdFsv0oC&printsec=frontcover books.google.at] "Geschichte des k.&nbsp;k.&nbsp;Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer No. 59 seit seiner Errichtung 1682 bis zum Schlusse des Jahres 1855". Salzburg, [[Salzburger Druckerei|Zaunrith]], 1856.
* [http://www.rainerregiment.at/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=200&Itemid=129 www.rainerregiment.at]
* [http://www.rainerregiment.at/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=200&Itemid=129 www.rainerregiment.at]
* [http://www.wehrgeschichte-salzburg.at/Rainerregmt/geschichte.htm www.wehrgeschichte-salzburg.at.]
* "[[Salzburg und Trentino]]" Seite 149f
* [[Leopoldskroner Weiher]]
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/Index?cmd=detail_ind&nachrid=27701 25. April 2002]
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/Index?cmd=detail_ind&nachrid=27701 25. April 2002]
== Weblinks ==
* [http://www.wehrgeschichte-salzburg.at/Rainerregmt/geschichte.htm#top  Homepage vom Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59]


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
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[[Kategorie:Geschichte]]
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Version vom 2. Juni 2024, 11:44 Uhr

1860: Letzter Regimentsinhaber Erzherzog Rainer von Österreich im hechtgrauen Campagne-Waffenrock mit der Generalmajorsdistinktion und mit Ordensdekoration (u. a. der Halsorden vom Goldenen Vlies), Säbel und schwarzer Generalshose mit scharlachroten Lampassen.
Der Offiziersregimentskorps der Rainer, Aufnahme 1911.
Gedenktafel für das Rainer-Regiment in der Rainerstraße.
Abordnung des Rainer-Regiments bei der Anton-Wallner-Gedenkfeier 2013 in Bad Vigaun.

Das k.u.k. Infanterieregiment "Erzherzog Rainer" Nr. 59, das Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59, war während der Zugehörigkeit des Landes Salzburg zur österreichischen Monarchie (18161918) das Salzburger Hausregiment.

Geschichte

Das Infanterie-Regiment Nr. 59 bestand schon lange vor dem Anschluss des Landes Salzburg an Österreich. Es wurde am 30. Jänner 1682[1] anlässlich der neuerlich aus dem Südosten Europas drohenden Türkengefahr und der bevorstehenden zweiten Türkenbelagerung Wiens aufgestellt.

1816, nach dem Wiener Kongress und der endgültigen Einverleibung des Landes Salzburg in den Verband des Kaisertums Österreich, wurde das Infanterieregiment Nr. 59 aus dem Erzherzogtum Ob der Enns nach Salzburg verlegt und damit zum Hausregiment des Landes Salzburg und des angrenzenden Teils des heutigen Oberösterreich.

1852 wurde Erzherzog Rainer Ferdinand, ein Neffe 2. Grades Kaiser Franz Josephs I., Regimentsinhaber. Seitdem trägt das Regiment die Bezeichnung "Rainerregiment". Als der Erzherzog im Jänner 1913 starb, wurde kein neuer Regimentsinhaber ernannt. Kaiser Franz Joseph bestimmte vielmehr mit Armeebefehl vom 30. Jänner 1913, dass das k. u. k. Infanterieregiment Nr. 59 auf immerwährende Zeiten den Namen "Erzherzog Rainer" tragen solle – somit war die offizielle Bezeichnung dieser Einheit – "k. u. k. Infanterieregiment Erzherzog Rainer Nr. 59" – geschaffen.

Am 20. Mai 1859 fielen im Gefecht bei Voghera, Lombardei, Italien, 59 Mann der Rainer, darunter eine verhältnismäßig große Anzahl an Gasteinern.

1899 erhielt das Regiment im Salzburger Stadtteil Lehen eine eigene Kaserne.

Schwimmschule

Im 19. Jahrhundert war am Ufer des Leopoldskroner Weihers, nächst dem heutigen Freibad Leopoldskron, 72 Jahre lang eine Schwimmanlage (z. T. auch länger). Sie wurde vom Offizierskorps des Rainer-Regiments betrieben. Im Winter diente der Weiher als Eislaufbahn, nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft. Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können.

1828 fasste Regimentskommandant Oberst Franz Schmidt von Ehrenberg den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Militärschwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, Leopold Grafen von Firmian, konnte im Herbst 1829 der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst 1842 begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule.

Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am 1. November 1900 schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen dann doch auf, weil ihm die Pacht von 5.000 Gulden jährlich zu teuer wurde.

Dislozierung Linz

Als am 7. April 1908 das Rainerregiment nach siebenjähriger Dislozierung aus Linz wieder nach Salzburg zurückkehrte, waren der Fotograf Eduard Bertel und Tomaselli die beiden Festordner für das Ankunftsfest der Rainer.[2]

Das Ende

Den Ersten Weltkrieg erlebten die Rainer sowohl an der Ostfront im Kampf gegen das kaiserliche Russland als auch an der Südwestfront im Krieg an der Südfront gegen das Königreich Italien.

Das Regiment wurde im Frühjahr 1916 von seinem bisherigen Einsatzort in Galizien (Ostfront) an die Südfront in das Trentino verlegt. Nach der Mai-Offensive wurde der Monte Cimone nördlich Arsiero der "Berg der Rainer". Von diesem heiß umkämpften und am 23. September 1916 gesprengten Berggipfel sah man bei klarem Wetter bis Vicenza im Veneto. In den Monaten des Stellungskriegs bauten die "Rainer" und ihr oberösterreichisches Nachbarregiment Nr. 14 (die "Hessen") den bisherigen Almweg von Folga auf den Passo de la Vena zur "Hessen-Rainer-Straße" aus. Die Straße ist noch heute in Betrieb.

Nach einigen Wochen der Erholung im Mai 1917 in Levico im Trentino und einem kurzen Aufenthalt im Herbst in Trient, ging es an die Isonzo-Front. Genauer gesagt gelang es den österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen Ende Oktober 1917, die Front vom Isonzo im Osten des Friauls nach Westen an den Piave (also in das Veneto) vorzuschieben. Nach dem Zusammenbruch der Front 1918 marschierten die Überlebenden über das Gebiet der "Sette Comuni", der "Sieben Gemeinden", durch das Suganatal nach Cavalese und weiter nach Salurn (Südtirol), wo das Regiment bis zum Einmarsch der italienischen Truppenverbände im Oktober 1918 vorbildlich für Ruhe und Ordnung im Land sorgte. Viele Übergriffe und Plünderungen seitens der abrückenden und aufgelösten Truppenverbände in Richtung Norden wurden vom Rainer-Regiment vereitelt und unterbunden. Das Rainer-Regiment versuchte die chaotischen Zustände zu beseitigen und kümmerte sich um Schutz und Verpflegung der Bevölkerung im südlichen Tirol. Es zog sich erst als geschlossene Einheit nach Salzburg zurück, als italienische Truppenverbände den südlichen Landesteil besetzten. Das Regiment traf am 10. November 1918 geschlossen unter seinem letzten Regimentskommandanten Oberst Richard von Schilhavsky in Salzburg ein.

In Folgaria im Trentino gibt es einen Kriegerfriedhof des Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59 mit 1 760 namentlich bekannten und 640 unbekannten Österreichern. Nach einer Restaurierung des Friedhofs waren bei der Neueinweihung am 12. September 1971 Salzburgs Landeshauptmann DDr. Hans Lechner, Dr. Franz Kläring und natürlich eine Abordnung der "Rainer" dabei.

Mit dem 12. November 1918 endete die Geschichte dieses alt-österreichischen Regimentes in Salzburg. Aus dem Rainer-Regiment wurde später das Salzburger Alpenjäger Bataillon Nr. 3, das im Juli 1928 endgültig diesen Namen bei der Neubenennung der Salzburger Truppenkörper erhielt.

Regimentskommandanten

Regimentsgedenktag

Der Regimentsgedenktag ist der 15. Mai 1916, an dem dem Regiment bei Folgaria der Durchbruch durch die italienische Front gelang.

Traditionspflege

Traditionsverband Infanterieregiment 59 Erzherzog Rainer, Festteilnahme in Mattsee Juni 2016
Rainer-Regiment in Salzburg, altes Vereinsbild

Nach der Auflösung des Regiments 1918 wurde die Tradition des Rainerregiments von verschiedenen Einheiten weiter gepflegt:

  • Nach Gründung der 1. Republik und Schaffung des neuen österreichischen Bundesheeres übernahm vorerst das Alpenjäger Bataillon Nr. 3 diese Aufgabe, später das Infanterie Regiment Nr. 12;
  • mit der Eingliederung in die Deutsche Wehrmacht im März 1938 wurde das 1. Bataillon des Gebirgsjägerregimentes 137 als Traditionsträger der "Alten Rainer" betraut;
  • nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm im 1967 das neue Bundesheer die Traditionspflege der "Alten Armee".

Es gab bereits seit 1957 inoffizielle Kontakte zwischen den Rainern (vertreten durch den Rainerbund) und den Soldaten des Bundesheeres. Seit 1960 trägt auch die Rainerkaserne die Bezeichnung "Rainerkaserne". Mit der Heeresreform 1998 wurde das in dieser Kaserne untergebrachte "Jägerregiment 8" aufgelöst und die Traditionspflege der Rainer ging nun auf das Militärkommando für Salzburg über.

Weiters wird die Tradition von der "99. Salzburger Schützenkompanie", dem Traditionsverband des Salzburger Infanterieregiments No. 59 "Erzherzog Rainer", wahrgenommen. Die Mitglieder des vom österreichischen Bundesheer anerkannten Vereins rücken zu Angelobungen, Gedenktagen und weiteren historisch relevanten Terminen aus. Der Traditionsverein steht unter der Führung von Guido Zobel als Schützenmajor und Leutnant i. Tr. Mag. Albert Reiterer als Regimentsadjutant. Der Verein wurde 2006 mit der Verleihung der Berechtigung zur Führung des Salzburger Landeswappens geehrt.

Rainer-Marsch

Hauptartikel Rainer-Marsch

Bekannt ist auch der "Rainer-Marsch", komponiert von Musik-Feldwebel Hans Schmid (* 1893; † 1987) mit dem Ur-Text von Musik-Korporal Josef Schopper. Der Text wurde mehrfach geändert. Die Uraufführung fand am 11. September 1915 im Schloss von Olyka, Galizien statt, wobei die vierte Strophe erst nach dem Ersten Weltkrieg eingefügt wurde.

Musikkapelle

Hauptartikel Rainermusik Salzburg

Seit 1999 gibt es darüber hinaus wieder eine Rainermusikkapelle. Als ein musikalischer Botschafter des Landes Salzburg widmet sie sich der musikalischen Tradition des ehemaligen k. u. k. Hausregiments.

Siehe auch Militärmusik Salzburg.

Rainermuseum

Hauptartikel Rainer-Regiments-Museum

Auf der Festung Hohensalzburg gibt es seit 1924 das Rainer-Regiments-Museum, das an das ehemalige Salzburger Hausregiment, das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 59 "Erzherzog Rainer" erinnert. In der Stadt Salzburg erinnern ein Gedenkstein kurz nach dem Schloss Mirabell stadtauswärts auf der linken Straßenseite, ein Obelisk vor dem Eingang zum Kommunalfriedhof bei der Obuskehre, das Denkmal in der Rainerkaserne und die Rainerstube im ehemaligen Hotel Pitter. In der Stadt Salzburg erinnert auch die Rainerstraße zwischen Mirabellplatz und Hauptbahnhof seit den 1930er-Jahren an das Regiment. Ein privates Regimentsmuseum des TV IR 59 Erzherzog Rainer entstand in der Meraner Straße 7 in Salzburg und wurde 2009 eröffnet. Bis dahin konnte man das virtuelle Museum auf der Homepage des Regiments besuchen.

Gedenkstätten

Friedhöfe

Rainer-Kriegerdenkmal (Obelisk) und Hauptportal beim Kommunalfriedhof

Einige aus dem Regiment sind auf einem Garnisonsfriedhof im Hans-Donnenberg-Park begraben.

In Italien gibt es den Friedhof des Rainer-Regiments in Folgaria.

In Galizien (Polen) gibt es die Gedenkstätte k.u.k. Soldatenfriedenhof "Zuckerhut" bei Lichwin im Bezirk Tarnow mit 900 österreichisch-ungarischen sowie 250 russischen Soldaten. Auf diesem Soldatenfriedhof liegen Gefallene des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 59 Erzherzog Rainer von den Schlachten um Tarnow und Gorlice in Galizien Anfang Mai 1915.

Literatur

  • Wück, Alois; Knorz, Justus: Geschichte des k.u.k. Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer Nr. 59 von seiner Errichtung 1682 bis 3. Juni 1882. Salzburg 1882–1901.
  • Unsere Rainer im Weltkriege 1914/1918. Hg. vom k. u. k. Infanterie-Regiment Erzherzog Rainer Nr. 59. Salzburg 1918.
  • Hoen, Max Ritter von: Geschichte des salzburgisch-oberösterreichischen k.u.k. Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer Nr. 59 für den Zeitraum des Weltkrieges 1914–1918. Salzburg 1931.

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 23. Februar 1932, Seite 6
  2. anno, "Linzer Volksblatt", 7. April 1908, Seite 6
  3. 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 3,11 3,12 3,13 3,14 3,15 3,16 3,17 3,18 3,19 3,20 3,21 3,22 3,23 3,24 3,25 3,26 3,27 3,28 3,29 Leiler aaO S. 232 f. und www.rainerregiment.at aaO nach Knorz (1882) aaO.
  4. 4,00 4,01 4,02 4,03 4,04 4,05 4,06 4,07 4,08 4,09 4,10 4,11 4,12 4,13 4,14 4,15 4,16 4,17 4,18 4,19 4,20 4,21 4,22 4,23 4,24 4,25 www.rainerregiment.at aaO nach Knorz (1882) aaO.
  5. 5,0 5,1 5,2 www.wehrgeschichte-salzburg.at www.wehrgeschichte-salzburg.at
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Leiler aaO S. 232 f.
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 7,5 7,6 www.rainerregiment.at
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 www.rainerregiment.at aaO nach Hoen aaO.