Straßenverkehr (Geschichte): Unterschied zwischen den Versionen
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In diesem Beitrag soll die '''geschichtliche Entwicklung des Straßenverkehrs''' in Stadt und Land Salzburg dokumentiert werden. | [[Datei:Strassen und Gebirgs-Karte vor 1850.jpg|thumb|''Strassen und Gebirgs-Karte zur Reise von Wien durch Österreich, Salzburg, Kärnthen, Steyermark und Tyrol bis München / entworfen & bearbeitet von R. A. Schulz, Artaria Co.'' Österreich Topographische Karte (vor 1850).]]In diesem Beitrag soll die '''geschichtliche Entwicklung des Straßenverkehrs''' in Stadt und Land Salzburg dokumentiert werden. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
===Die Anfänge=== | |||
Die erste Straßenverordnung im [[Herzogtum Salzburg]] wurde [[1879]] erlassen. Der Beginn der Motorisierung in Salzburg war dann mit dem Auftauchen des ersten ''Motorwagens'' am [[11. September]] [[1895]]. Gesteuert wurde der fünf-PS-Wagen vom böhmischen Textilindustriellen Theodor von Liebig aus Reichenberg. Zusammen mit seinem Beifahrer Strantzky waren sie mehrere Wochen in Deutschland und Frankreich unterwegs gewesen, bevor sie in Salzburg ihr Auto per "Eilgut" bei der Bahn nach Reichenberg aufgaben und selbst mit dem Schnellzug heimreisten. | [[Datei:Das_erste_Auto_im_Lungau um 1909.jpg|thumb|Das erste Automobil im Lungau um 1909.]] | ||
Die erste Straßenverordnung im [[Herzogtum Salzburg]] wurde [[1879]] erlassen. Der Beginn der Motorisierung in Salzburg war dann mit dem Auftauchen des ersten ''Motorwagens'' am [[11. September]] [[1895]]. Gesteuert wurde der fünf-PS-Wagen vom böhmischen Textilindustriellen Theodor von Liebig aus Reichenberg. Zusammen mit seinem Beifahrer Strantzky waren sie mehrere Wochen in [[Deutschland]] und [[Frankreich]] unterwegs gewesen, bevor sie in Salzburg ihr Auto per "Eilgut" bei der Bahn nach Reichenberg aufgaben und selbst mit dem Schnellzug heimreisten. | |||
Der erste Salzburger, der einen ''Motorwagen'' besaß war [[ | Der erste Salzburger, der einen ''[[Automobil|Motorwagen]]'' besaß, war Baron [[Richard Schwarz]]. [[1898]] kaufte er sich einen "Benz-Comfortable", der es auf 3,5 PS (!) Leistung bei 600 Umdrehungen pro Minute und drei Vorwärtsgängen brachte. Erst [[1901]] kaufte sich [[Kunibert Graf Lamberg]] als zweiter Salzburger einen ''Serpollet''-Dampfwagen. Dieser mit Petroleum über zwölf Brenner betriebene Wagen brachte vier PS bei 500 Umdrehungen pro Minute an Leistung. | ||
Großes Aufsehen erregte dann die erste größere Rennveranstaltung, das [[Straßenrennen Salzburg - Wien]] am [[1. Juni|1.]] und [[2. Juni]] 1900 | Großes Aufsehen erregte dann die erste größere Rennveranstaltung, das [[Straßenrennen Salzburg - Wien]] am [[1. Juni|1.]] und [[2. Juni]] 1900. König [[Leopold II. von Belgien]] war der nächste "Aufreger", als dieser [[1901]] in waghalsiger Fahrt zur Kur ins [[Gasteinertal]] mit eigenem Auto reiste. Vom [[Salzachtal|Salzach]]- ins Gasteinertal mussten Pferde allerdings vorgespannt werden. [[1902]] war dann die [[Stadt Salzburg]] ein Etappenziel des [[Fernstreckenrennen Paris - Wien|Fernstreckenrennens Paris - Wien]]. | ||
Und wie sah die "Verkehrsdichte" seinerzeit aus? Am [[1. April]] [[1907]] zählte man in Salzburg 13 Automobile und 43 Motorräder. Eine Zählstelle in [[Tweng]] registrierte im selben Jahr 89 Fahrzeuge, die den [[Radstädter Tauern]] passierten. | Und wie sah die "Verkehrsdichte" seinerzeit aus? Am [[1. April]] [[1907]] zählte man in Salzburg 13 Automobile und 43 Motorräder. Eine Zählstelle in [[Tweng]] registrierte im selben Jahr 89 Fahrzeuge, die den [[Radstädter Tauern]] passierten. | ||
====Die ersten Unfälle==== | |||
Bald wurde es enger auf den Straßen in der Stadt Salzburg: die [[Rote Elektrische]], Pferdedroschken, [[Radfahrer]] und Fußgänger mussten sich die teilweise noch engen Fahrbahnen teilen. So dauerte es auch nicht lange, es war 1901, als Baron [[Richard Schwarz]] von der [[Staatsbrücke]] kommend den [[Rudolfskai]] hinunter rollte und die Bulldogge des Tandlers und Hundezüchters Wallner aus der [[Klampferergasse]] rannte, nach den Rädern schnappte und dabei von diesen überrollt wurde. Sie blieb jedoch unversehrt und lebte noch einige Jahre. | |||
Einen nicht lokalisierten Zwischenfall soll es allerdings bereits schon [[1899]] gegeben haben. [[ | Einen nicht lokalisierten Zwischenfall soll es allerdings bereits schon [[1899]] gegeben haben. Dr. [[Richard Ritter von Stern]] war mit seinem ''Leon Bollée''-Wagen in einen kleinen Unfall verwickelt gewesen und ließ in Salzburg in der [[Wagner (Handwerker)|Wagner]]- und Sattler-Werkstätte ''Fortunati'' in der [[Griesgasse]] den Schaden durch seinen ständig mitfahrenden Mechaniker Lambert Herz reparieren. | ||
Der erste Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am [[ | Der erste Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am [[4. September]] [[1904]]. Karl von Baron Erlanger aus Nieder-Igelsheim am Rhein fuhr im Automobil des Barons [[Friedrich Baron Haymerle|Haymerle]] mit dem Chauffeur Ferdinand Otto, der von der [[Elisabethstraße]] kommend scharf nach links in die heutige [[Rainerstraße]] einbog. Dabei krachte er in die eben vorbei kommende [[Dampfeisenbahn|Dampftramway]]. Der Baron erlag seinen schweren Verletzungen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19040905&query=%22Baron+Erlangen%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 5. September 1904, Seite 2</ref> | ||
====Die Straßenverhältnisse==== | |||
Bis in die [[1920er]] Jahre hinein waren die Straßen in mehr oder weniger sehr desolatem Zustand. Es gab noch keinen Unterbau, der den Fahrbahndecken Halt geboten hätte. Unzählige Kurven und Steigungen machten das Vorwärtskommen auch nicht gerade flüssig. Es gab noch kein Netz von Tankstellen und Reparaturwerkstätten, die motorisierten Herren und Damen mussten Ersatzteile, Werkzeug und Mechaniker selbst auf die Reisen mitnehmen. | Bis in die [[1920er]]-Jahre hinein waren die Straßen in mehr oder weniger sehr desolatem Zustand. Es gab noch keinen Unterbau, der den Fahrbahndecken Halt geboten hätte. Unzählige Kurven und Steigungen machten das Vorwärtskommen auch nicht gerade flüssig. Es gab noch kein Netz von Tankstellen und Reparaturwerkstätten, die motorisierten Herren und Damen mussten Ersatzteile, Werkzeug und Mechaniker selbst auf die Reisen mitnehmen. | ||
1904 kam das Land Salzburg gerade einmal auf 365 km Reichs-, 394 km Landes- und 535 km Gemeindestraßen. Erst [[1908]] begann mit der Teerung der wichtigsten Fernstraßen. | |||
===Die Entstehung der verkehrstechnischen Infrastruktur=== | |||
====Straßen==== | |||
Zur Verbreiterung der Stadteinfahrt wurden zahlreiche Stadttore, wie [[1894]] das [[Inneres Ostertor|Linzertor]], abgerissen. Straßentunnels wie durch den [[Mönchsberg|Mönchs | Zur Verbreiterung der Stadteinfahrt wurden zahlreiche Stadttore, wie [[1894]] das [[Inneres Ostertor|Linzertor]], abgerissen. Straßentunnels wie durch den [[Mönchsberg|Mönchs]]- und [[Kapuzinerberg]] wurden geplant. Man wollte beispielsweise vom [[Krauthügel]] zum [[Kapitelplatz]] einen Tunnel graben. Dafür hätte ein Teil des [[Friedhof von St. Peter|Friedhofs von St. Peter]] zerstört werden müssen. Diese Aktion konnte jedoch durch Intervention von Erzherzog [[Franz Ferdinand von Österreich-Este]] verhindert werden. | ||
====Geschäfte, Taxen, Vermietungen==== | |||
Hans Böhm war es dann schließlich, der [[1903]] den ersten Gewerbebetrieb für ''Handel mit Fahrzeugen, Motorrädern und Motorwagen'' erhielt. Sein Geschäft war in der Späthgasse Nr. 5. [[Georg Jung]] eröffnete 1904 in der Nähe des [[Grand Hôtel de l'Europe (Stadt Salzburg)|Grand Hôtel de l'Europe]] beim [[Hauptbahnhof]] einen Handel mit Auto-Bedarfsartikeln, das Gummiwaren-Geschäft [[Josef Klein]] an der [[Sigmund-Haffner-Gasse]] 16 erweiterte sein Angebot um Auto-Bedarfsartikeln wie Pneus. Auch eine Autovermietung wurde bald gegründet: [[1905]] von Georg Jung und Wilhelm Steiner in der [[Vierthalerstraße (Stadt Salzburg)|Vierthalerstraße]] 3. | |||
Und das erste Taxiunternehmen hatte seinen Standort in der [[Schwarzstraße]] gegenüber vom [[Hotel Österreichischer Hof]]: Rudolf Haitzinger erhielt die Konzession für ''Automobilfiaker'' (auch ''Autodroschke'' genannt) [[1909]]. | Und das erste Taxiunternehmen hatte seinen Standort in der [[Schwarzstraße]] gegenüber vom [[Hotel Österreichischer Hof]]: Rudolf Haitzinger erhielt die Konzession für ''Automobilfiaker'' (auch ''Autodroschke'' genannt) [[1909]]. | ||
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[[1913]] erhielt das [[Rotes Kreuz Salzburg|Rote Kreuz Salzburg]] seinen ersten motorisierten Rettungswagen. | [[1913]] erhielt das [[Rotes Kreuz Salzburg|Rote Kreuz Salzburg]] seinen ersten motorisierten Rettungswagen. | ||
====Benzin==== | |||
In der Anfangszeit der Motorisierung musste das Benzin in der Drogerie gekauft werden. In Salzburg war es die Drogerie Karl Eigner und Albert Lauterbach am [[Platzl]] Nr. 3, die ab [[1903]] die Berechtigung zum Verkauf von Benzin erhielten: in einem eigenen Kellerraum, maximal 100 Liter und | In der Anfangszeit der Motorisierung musste das Benzin in der Drogerie gekauft werden. In Salzburg war es die [[Drogerie Eigner & Lauterbach|Drogerie Karl Eigner und Albert]] Lauterbach am [[Platzl]] Nr. 3, die ab [[1903]] die Berechtigung zum Verkauf von Benzin erhielten: in einem eigenen Kellerraum, maximal 100 Liter und verschraubte Blechflaschen; es wurde dann bei Bedarf in Kannen umgefüllt, die man hinaus tragen konnte. Die erste echte Zapfsäule gab es dann [[1907]] von Josef Klein bei seiner ''Central-Garage'' in der [[Lasserstraße]] 39. | ||
===Salzburgs Verkehr in der Zwischenkriegszeit=== | |||
*[[1922]] gab es im Land Salzburg 162 | * [[1922]] gab es im Land Salzburg 162 Pkw, 126 Lkw und 117 Motorräder. | ||
*[[1929]] waren es 926 | * [[1929]] waren es 926 Pkw, 361 Lkw und 1 342 Motorräder. | ||
Noch immer war das Autofahren den Wohlhabenden aufgrund der hohen Kosten vorbehalten. So kostete ein neuer Steyr 100 in den [[1930er]] Jahren rund öS 6.000.-- - bei einem durchschnittlichen Monatslohn von öS 300.-- bis öS 350.-- (eines Baufacharbeiters hier als Beispiel). Für ein 1 | Noch immer war das Autofahren den Wohlhabenden aufgrund der hohen Kosten vorbehalten. So kostete ein neuer [[Steyr 100, das Glocknerauto und Transasien-Expeditionsfahrzeug|Steyr 100]] in den [[1930er]]-Jahren rund [[öS]] 6.000.-- - bei einem durchschnittlichen Monatslohn von öS 300.-- bis öS 350.-- (eines Baufacharbeiters hier als Beispiel). Für ein 1 500 cm³ Auto kostete die Versicherung jährlich öS 260.--, der Liter Benzin kam auf 64 Groschen. | ||
Auch wurde [[Mautstraßen|Maut]] auf vielen Straßen verlangt. Selbst die Fahrt mit einem der 1935 täglich fünf Mal verkehrenden Autozügen zwischen [[Böckstein]] und [[Mallnitz]] im [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] kostete für den | Auch wurde [[Mautstraßen|Maut]] auf vielen Straßen verlangt. Selbst die Fahrt mit einem der [[1935]] täglich fünf Mal verkehrenden Autozügen zwischen [[Böckstein]] und [[Mallnitz]] im [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] kostete für den Pkw öS 28.--, für einen Bus gar öS 200.-- (allerdings inklusive der Fahrgäste). | ||
[[1927]] fuhren zum ersten Mal Autobusse in der Stadt Salzburg als öffentliche Verkehrsmittel. | |||
=== Die Kennzeichen in Österreich === | |||
{| class="wikitable" | |||
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! Land!! Zeichen!! Land!! Zeichen | |||
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| Land Wien|| A|| Kärnten|| F | |||
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| Niederösterreich|| B|| Steiermark|| H | |||
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| Oberösterreich|| C|| Grazer Polizeirayon|| K | |||
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| Salzburg|| D|| Vorarlberg|| W | |||
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| Tirol|| E|| Burgenland|| M | |||
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Kärnten und Osttirol stellte [[1935]] auf das Rechtsfahren um - | ===Links oder Rechts=== | ||
''Hauptartikel [[Rechtsfahrgebot]] | |||
Unter der [[Habsburgermonarchie|k+k Monarchie]] fuhr man links. Die [[Republik Österreich]] übernahm dies mit Ausnahme von [[Vorarlberg]], wo man stets rechts gefahren war. | |||
Nun fuhr man aber vor dem [[Zweiten Weltkrieg]] in [[Italien]] und in Deutschland rechts. Daher galt ab [[1930]] in [[Nordtirol]] Rechtsfahren. Nun stellte man im selben Jahr im [[Pinzgau]] ab April auch auf rechts um: In [[Lend]] mussten die Kraftfahrer vom [[Pongau]] kommend von links auf rechts wechseln. Ein eigener Posten des Landesbauamtes wurde dann sogar ab [[1936]] während der Sommermonate aufgestellt, der Reisende auf diesen Wechsel aufmerksam machte. | |||
Kärnten und Osttirol stellte [[1935]] auf das Rechtsfahren um - auf dem [[Katschberg]] hieß es für die vom Norden Kommenden - Fahrbahn wechseln! Was aber zur damaligen Zeit nicht wirklich zu Problemen führte, denn fast jedes europäische Land hatte seine eigene "Fahrbahnseite"... | |||
==Stadt Salzburg== | ==Stadt Salzburg== | ||
===Festspielverkehr=== | |||
Die Probleme waren [[1927]] dieselben bei | Die Probleme waren [[1927]] dieselben bei [[Festspielauffahrt]]en wie [[2007]]: Zur Premiere von "Ein Sommernachtstraum" drängten 144 Pkw und 22 Kutschen in die [[Hofstallgasse]]. [[1937]] erfolgte die Festspielauffahrt über den [[Rudolfskai]], [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozart]]- und [[Residenzplatz]], [[Churfürststraße]], [[Ritzerbogen]], [[Universitätsplatz]], [[Sigmundsplatz]] und [[Bürgerspitalgasse]] durch das [[Gstättentor]] in die Hofstallgasse - der [[Griesgassen-Durchbruch]] existierte damals noch nicht. | ||
===Nach dem Zweiten Weltkrieg=== | |||
Die [[Bundespolizeidirektion Salzburg]] | [[Datei:LudwigZehetner-Platzl1952.jpg|thumb|Ing. [[Ludwig Zehetner]] begutachtet am 29. Dezember 1952 am Platzl die neu installierten Fußgängerampeln.]] | ||
Die [[Bundespolizeidirektion Salzburg]] hatte im Jahr [[1946]] im Gebiet der Landeshauptstadt 431 Verkehrsunfälle, davon 34 mit tödlichem Ausgang, aufgenommen. In die Unfälle waren auch zahlreiche US-Soldaten verwickelt. | |||
Am [[1. November]] [[1947]] | Am [[1. November]] [[1947]] waren im Land Salzburg 4 414 Motorräder, 2 167 Personenautos, 1 701 Lastkraftwagen, 453 Zugmaschinen, 375 Anhänger, 145 Spezialfahrzeuge und 284 nicht fahrbereite Fahrzeuge gemeldet. | ||
[[1949]] gab es in der Stadt Salzburg 955 Verkehrsunfälle (1948: 576), davon 29 tödliche (1948: 17). 130 Personen wurden schwer und 374 leicht verletzt (1948: 81 bzw. 257). Am [[7. August]] eröffnete die Esso-Standard-Company in der Stadt Salzburg am [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] ihre erste Auto-Service-Station nach amerikanischem Muster in Österreich. Hier konnten Autos nicht nur betankt, sondern auch gewaschen und repariert werden. | [[1949]] gab es in der Stadt Salzburg 955 Verkehrsunfälle (1948: 576), davon 29 tödliche (1948: 17). 130 Personen wurden schwer und 374 leicht verletzt (1948: 81 bzw. 257). Am [[7. August]] eröffnete die Esso-Standard-Company in der Stadt Salzburg am [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] ihre erste Auto-Service-Station nach amerikanischem Muster in Österreich, die [[Esso Tankstelle "Festspielstadt Salzburg"]]. Hier konnten Autos nicht nur betankt, sondern auch gewaschen und repariert werden. | ||
Am [[22. Juli]] [[1950]] begann der Österreichische Wachdienst mit der Bewachung von Parkplätzen in der Stadt Salzburg: am [[Franz-Josef-Kai]] | Am [[22. Juli]] [[1950]] begann der Österreichische Wachdienst mit der Bewachung von Parkplätzen in der Stadt Salzburg: am [[Franz-Josef-Kai]] galt Pflichtbewachung, am [[Giselakai]], in der [[Griesgasse]], am [[Sigmundsplatz]], [[Max-Reinhardt-Platz]], [[Residenzplatz]], [[Kapitelplatz]] und in der [[Hofstallgasse]] wurde die Bewachung auf Wunsch durchgeführt - Preis pro Stunde: Motorräder 50 Groschen, Beiwagenmaschinen einen Schilling und Autos 1,50 Schilling. | ||
[[1951]] hatten sich im Salzburger Stadtgebiet | [[1951]] hatten sich im Salzburger Stadtgebiet 1 411 Verkehrsunfälle mit 527 Leichtverletzten, 160 Schwerverletzten und 21 Toten ereignet. An diesen Verkehrsunfällen waren 315 Fahrzeuge der Besatzungsmacht beteiligt. | ||
Am [[16. Juli]] [[1952]] wurde der [[Residenzplatz]] autofrei. Als Ersatz für die weggefallenen Parkplätze | Am [[16. Juli]] [[1952]] wurde der [[Residenzplatz]] autofrei. Als Ersatz für die weggefallenen Parkplätze dienten der [[Kapitelplatz|Kapitel]]-, der [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] sowie die Straßen um die [[Gewerbeschule Salzburg|Gewerbeschule]]. Am [[22. Dezember]] geht die erste automatische Ampelanlage an der [[Staatsbrücke]] beim [[Platzl]] in Betrieb. | ||
Am [[2. März]] [[1954]] fand eine Verkehrsenquete in der Stadt Salzburg statt. Die von Landesrat Florian Groll (VdU) geforderte Schaffung eines | Am [[2. März]] [[1954]] fand eine Verkehrsenquete in der Stadt Salzburg statt. Die von Landesrat [[Florian Groll]] ([[Verband der Unabhängigen|VdU]]) geforderte Schaffung eines "heiligen Tempelbezirkes", das heißt die Freihaltung der [[Altstadt]] vom Verkehr, stieß auf heftige Ablehnung durch Vertreter der Wirtschaft. Parkverbote für den [[Alter Markt|Alten Markt]] und den Kapitelplatz seien wirtschaftsschädigend. Die [[Handelskammer Salzburg|Handelskammer]] forderte die Schaffung einer kleinen Grünzone um den [[Residenzbrunnen]] und die Öffnung des Residenzplatzes für den Verkehr. Der Bau einer Autostraße von der [[Staatsbrücke]] entlang des Kais nach [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] wurde von den Vertretern der Stadt abgelehnt. Einig waren sich die Teilnehmer der Enquete über die Notwendigkeit des Baues einer Entlastungsstraße von [[Maxglan]] in den Süden der Stadt. Der Vorschlag, den Durchzugsverkehr für Fahrzeuge über 1,5 Tonnen in der Altstadt zu untersagen, wurde vertagt. | ||
All diese zur Verschönerung der Innenstadt beitragenden Maßnahmen brachten auch die erste Busregelung mit sich. [[1955]] wurde auf dem Areal des 1954 aufgelassenen [[Nonntaler Lokalbahnhof]]s | All diese zur Verschönerung der [[Innenstadt]] beitragenden Maßnahmen brachten auch die erste Busregelung mit sich. [[1955]] wurde auf dem Areal des 1954 aufgelassenen [[Nonntaler Lokalbahnhof]]s an der [[Erzabt-Klotz-Straße]] ein [[Busterminals|Busterminal]] eingerichtet. Zwar durfte Busfahrer ihre Fahrgäste noch am Kapitelplatz aussteigen lassen, wurden aber anschließend von einem Lotsendienst - der Pfadfinder, auf Fahrrädern! - zum Parkplatz nach [[Nonntal]] gelotst. | ||
===Verkehrsampeln in der Stadt Salzburg=== | |||
Am [[14. Juli]] [[1950]] wurden die ersten Verkehrssignalanlagen an den beiden [[Staatsbrücke]]nköpfen in Betrieb genommen. Es folgten weitere Ampeln an den Kreuzungen [[Mirabellplatz]] | Am [[14. Juli]] [[1950]] wurden die ersten Verkehrssignalanlagen an den beiden [[Staatsbrücke]]nköpfen in Betrieb genommen. Es folgten weitere Ampeln an den Kreuzungen [[Mirabellplatz]]-[[Paris-Lodron-Straße]], [[Rudolfskai]]-[[Michaelstor]], [[Elisabethstraße]]-[[St.-Julien-Straße]], [[Rainerstraße]]-[[Nelböck-Viadukt]]. Die Ampeln mussten von der Polizei händisch bedient werden. Am [[12. Juli]] [[1955]] wurde die neue Verkehrsampel an der Theaterkreuzung in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] von Salzburg von [[Vizebürgermeister]] [[Hans Donnenberg]] und Ing. [[Ludwig Zehetner]] vom Maschinenamt in Betrieb genommen.<ref>''Theaterkreuzung in grün-gelb-rotem Licht'', [[Salzburger Volkszeitung]], 13. Juli 1955, Seite 5</ref> Von der Polizei musste die Anlage noch per Hand bedient werden; es hatten aber nun schon neun Kreuzungen in Salzburg Lichtsignalanlagen; | ||
== Wichtige Maßnahmen in der Chronologie == | |||
* 1973: Tempo 100 auf Freilandstraßen, Tempo 130 auf Autobahnen | |||
* 1977: Einführung der Gurtenpflicht | |||
* 1983: Gurtenpflicht unter Strafandrohung | |||
* 1985: Helmpflicht für Motorradfahrer | |||
* 1986: Helmpflicht für Mopedfahrer | |||
* 1988: Einführung von Alkomattests | |||
* 1990: Gurtenpflicht für alle Autoinsassen | |||
* 1992: Einsatz der ersten Lasergeräte bei der Polizei | |||
* 1994: Kinder dürfen nur noch auf geeigneten Kindersitzen befördert werden | |||
* 1998: Die Promillegrenze wird von 0,8 auf 0,5 gesenkt | |||
* 2004: Das Vormerksystem wird eingeführt | |||
* 2005: Die ersten Alkovortestgeräte kommen zum Einsatz | |||
* 2009: Höhere Strafrahmen und Verkehrscoaching werden beschlossen | |||
Quelle<ref>{{Quelle SN|9. April 2011}}</ref> | |||
==Literaturtipps== | |||
* Buch [[Salzburger Automobil- und Motorradgeschichte]] | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
* ''Salzburger Automobil- und Motorradgeschichte'', [[Verlag Anton Pustet]], 1997, ISBN 3-7025-0363-3, die Autoren waren [[Helmut Krackowizer]], [[Erich Marx]], [[Guido Müller]] , [[Knut Rakus]], [[Volker Rothschädl]] und [[Harald Waitzbauer]] | * ''Salzburger Automobil- und Motorradgeschichte'', [[Verlag Anton Pustet]], 1997, ISBN 3-7025-0363-3, die Autoren waren [[Helmut Krackowizer]], [[Erich Marx]], [[Guido Müller]], [[Knut Rakus]], [[Volker Rothschädl]] und [[Harald Waitzbauer]] | ||
* [http://www.stadt-salzburg.at www.stadt-salzburg.at] | * [http://www.stadt-salzburg.at www.stadt-salzburg.at] | ||
* Waitzbauer Harald: Selbst beweglich. Die Straßenverkehrsentwicklung im Bundesland Salzburg 1900-2002. In: Verkehrsland Salzburg. Schriftenreihe des Landespressebüros – Serie | * Waitzbauer Harald: Selbst beweglich. Die Straßenverkehrsentwicklung im Bundesland Salzburg 1900-2002. In: Verkehrsland Salzburg. Schriftenreihe des Landespressebüros – Serie "Sonderpublikationen", Nr. 198. Salzburg 2004 | ||
* Motorradzeitschrift "Das Motorrad", Jahrgang 1926, Ausgabe 36 (Kennzeichen in Österreich) | |||
== Einzelnachweise == | |||
<references/> | |||
[[Kategorie:Infrastruktur]] | |||
[[Kategorie:Verkehr]] | [[Kategorie:Verkehr]] | ||
[[Kategorie:Verkehr (Geschichte)]] | [[Kategorie:Verkehr (Geschichte)]] | ||
[[Kategorie:Geschichte]] | |||
[[Kategorie:Verkehr (Geschichte)]] | |||
[[Kategorie:Straßenverkehr|!]] | |||
Aktuelle Version vom 2. April 2025, 20:17 Uhr

In diesem Beitrag soll die geschichtliche Entwicklung des Straßenverkehrs in Stadt und Land Salzburg dokumentiert werden.
Geschichte
Die Anfänge

Die erste Straßenverordnung im Herzogtum Salzburg wurde 1879 erlassen. Der Beginn der Motorisierung in Salzburg war dann mit dem Auftauchen des ersten Motorwagens am 11. September 1895. Gesteuert wurde der fünf-PS-Wagen vom böhmischen Textilindustriellen Theodor von Liebig aus Reichenberg. Zusammen mit seinem Beifahrer Strantzky waren sie mehrere Wochen in Deutschland und Frankreich unterwegs gewesen, bevor sie in Salzburg ihr Auto per "Eilgut" bei der Bahn nach Reichenberg aufgaben und selbst mit dem Schnellzug heimreisten.
Der erste Salzburger, der einen Motorwagen besaß, war Baron Richard Schwarz. 1898 kaufte er sich einen "Benz-Comfortable", der es auf 3,5 PS (!) Leistung bei 600 Umdrehungen pro Minute und drei Vorwärtsgängen brachte. Erst 1901 kaufte sich Kunibert Graf Lamberg als zweiter Salzburger einen Serpollet-Dampfwagen. Dieser mit Petroleum über zwölf Brenner betriebene Wagen brachte vier PS bei 500 Umdrehungen pro Minute an Leistung.
Großes Aufsehen erregte dann die erste größere Rennveranstaltung, das Straßenrennen Salzburg - Wien am 1. und 2. Juni 1900. König Leopold II. von Belgien war der nächste "Aufreger", als dieser 1901 in waghalsiger Fahrt zur Kur ins Gasteinertal mit eigenem Auto reiste. Vom Salzach- ins Gasteinertal mussten Pferde allerdings vorgespannt werden. 1902 war dann die Stadt Salzburg ein Etappenziel des Fernstreckenrennens Paris - Wien.
Und wie sah die "Verkehrsdichte" seinerzeit aus? Am 1. April 1907 zählte man in Salzburg 13 Automobile und 43 Motorräder. Eine Zählstelle in Tweng registrierte im selben Jahr 89 Fahrzeuge, die den Radstädter Tauern passierten.
Die ersten Unfälle
Bald wurde es enger auf den Straßen in der Stadt Salzburg: die Rote Elektrische, Pferdedroschken, Radfahrer und Fußgänger mussten sich die teilweise noch engen Fahrbahnen teilen. So dauerte es auch nicht lange, es war 1901, als Baron Richard Schwarz von der Staatsbrücke kommend den Rudolfskai hinunter rollte und die Bulldogge des Tandlers und Hundezüchters Wallner aus der Klampferergasse rannte, nach den Rädern schnappte und dabei von diesen überrollt wurde. Sie blieb jedoch unversehrt und lebte noch einige Jahre.
Einen nicht lokalisierten Zwischenfall soll es allerdings bereits schon 1899 gegeben haben. Dr. Richard Ritter von Stern war mit seinem Leon Bollée-Wagen in einen kleinen Unfall verwickelt gewesen und ließ in Salzburg in der Wagner- und Sattler-Werkstätte Fortunati in der Griesgasse den Schaden durch seinen ständig mitfahrenden Mechaniker Lambert Herz reparieren.
Der erste Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am 4. September 1904. Karl von Baron Erlanger aus Nieder-Igelsheim am Rhein fuhr im Automobil des Barons Haymerle mit dem Chauffeur Ferdinand Otto, der von der Elisabethstraße kommend scharf nach links in die heutige Rainerstraße einbog. Dabei krachte er in die eben vorbei kommende Dampftramway. Der Baron erlag seinen schweren Verletzungen.[1]
Die Straßenverhältnisse
Bis in die 1920er-Jahre hinein waren die Straßen in mehr oder weniger sehr desolatem Zustand. Es gab noch keinen Unterbau, der den Fahrbahndecken Halt geboten hätte. Unzählige Kurven und Steigungen machten das Vorwärtskommen auch nicht gerade flüssig. Es gab noch kein Netz von Tankstellen und Reparaturwerkstätten, die motorisierten Herren und Damen mussten Ersatzteile, Werkzeug und Mechaniker selbst auf die Reisen mitnehmen.
1904 kam das Land Salzburg gerade einmal auf 365 km Reichs-, 394 km Landes- und 535 km Gemeindestraßen. Erst 1908 begann mit der Teerung der wichtigsten Fernstraßen.
Die Entstehung der verkehrstechnischen Infrastruktur
Straßen
Zur Verbreiterung der Stadteinfahrt wurden zahlreiche Stadttore, wie 1894 das Linzertor, abgerissen. Straßentunnels wie durch den Mönchs- und Kapuzinerberg wurden geplant. Man wollte beispielsweise vom Krauthügel zum Kapitelplatz einen Tunnel graben. Dafür hätte ein Teil des Friedhofs von St. Peter zerstört werden müssen. Diese Aktion konnte jedoch durch Intervention von Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este verhindert werden.
Geschäfte, Taxen, Vermietungen
Hans Böhm war es dann schließlich, der 1903 den ersten Gewerbebetrieb für Handel mit Fahrzeugen, Motorrädern und Motorwagen erhielt. Sein Geschäft war in der Späthgasse Nr. 5. Georg Jung eröffnete 1904 in der Nähe des Grand Hôtel de l'Europe beim Hauptbahnhof einen Handel mit Auto-Bedarfsartikeln, das Gummiwaren-Geschäft Josef Klein an der Sigmund-Haffner-Gasse 16 erweiterte sein Angebot um Auto-Bedarfsartikeln wie Pneus. Auch eine Autovermietung wurde bald gegründet: 1905 von Georg Jung und Wilhelm Steiner in der Vierthalerstraße 3.
Und das erste Taxiunternehmen hatte seinen Standort in der Schwarzstraße gegenüber vom Hotel Österreichischer Hof: Rudolf Haitzinger erhielt die Konzession für Automobilfiaker (auch Autodroschke genannt) 1909.
1913 erhielt das Rote Kreuz Salzburg seinen ersten motorisierten Rettungswagen.
Benzin
In der Anfangszeit der Motorisierung musste das Benzin in der Drogerie gekauft werden. In Salzburg war es die Drogerie Karl Eigner und Albert Lauterbach am Platzl Nr. 3, die ab 1903 die Berechtigung zum Verkauf von Benzin erhielten: in einem eigenen Kellerraum, maximal 100 Liter und verschraubte Blechflaschen; es wurde dann bei Bedarf in Kannen umgefüllt, die man hinaus tragen konnte. Die erste echte Zapfsäule gab es dann 1907 von Josef Klein bei seiner Central-Garage in der Lasserstraße 39.
Salzburgs Verkehr in der Zwischenkriegszeit
- 1922 gab es im Land Salzburg 162 Pkw, 126 Lkw und 117 Motorräder.
- 1929 waren es 926 Pkw, 361 Lkw und 1 342 Motorräder.
Noch immer war das Autofahren den Wohlhabenden aufgrund der hohen Kosten vorbehalten. So kostete ein neuer Steyr 100 in den 1930er-Jahren rund öS 6.000.-- - bei einem durchschnittlichen Monatslohn von öS 300.-- bis öS 350.-- (eines Baufacharbeiters hier als Beispiel). Für ein 1 500 cm³ Auto kostete die Versicherung jährlich öS 260.--, der Liter Benzin kam auf 64 Groschen.
Auch wurde Maut auf vielen Straßen verlangt. Selbst die Fahrt mit einem der 1935 täglich fünf Mal verkehrenden Autozügen zwischen Böckstein und Mallnitz im Tauerntunnel kostete für den Pkw öS 28.--, für einen Bus gar öS 200.-- (allerdings inklusive der Fahrgäste).
1927 fuhren zum ersten Mal Autobusse in der Stadt Salzburg als öffentliche Verkehrsmittel.
Die Kennzeichen in Österreich
| Land | Zeichen | Land | Zeichen |
|---|---|---|---|
| Land Wien | A | Kärnten | F |
| Niederösterreich | B | Steiermark | H |
| Oberösterreich | C | Grazer Polizeirayon | K |
| Salzburg | D | Vorarlberg | W |
| Tirol | E | Burgenland | M |
Links oder Rechts
Hauptartikel Rechtsfahrgebot
Unter der k+k Monarchie fuhr man links. Die Republik Österreich übernahm dies mit Ausnahme von Vorarlberg, wo man stets rechts gefahren war.
Nun fuhr man aber vor dem Zweiten Weltkrieg in Italien und in Deutschland rechts. Daher galt ab 1930 in Nordtirol Rechtsfahren. Nun stellte man im selben Jahr im Pinzgau ab April auch auf rechts um: In Lend mussten die Kraftfahrer vom Pongau kommend von links auf rechts wechseln. Ein eigener Posten des Landesbauamtes wurde dann sogar ab 1936 während der Sommermonate aufgestellt, der Reisende auf diesen Wechsel aufmerksam machte.
Kärnten und Osttirol stellte 1935 auf das Rechtsfahren um - auf dem Katschberg hieß es für die vom Norden Kommenden - Fahrbahn wechseln! Was aber zur damaligen Zeit nicht wirklich zu Problemen führte, denn fast jedes europäische Land hatte seine eigene "Fahrbahnseite"...
Stadt Salzburg
Festspielverkehr
Die Probleme waren 1927 dieselben bei Festspielauffahrten wie 2007: Zur Premiere von "Ein Sommernachtstraum" drängten 144 Pkw und 22 Kutschen in die Hofstallgasse. 1937 erfolgte die Festspielauffahrt über den Rudolfskai, Mozart- und Residenzplatz, Churfürststraße, Ritzerbogen, Universitätsplatz, Sigmundsplatz und Bürgerspitalgasse durch das Gstättentor in die Hofstallgasse - der Griesgassen-Durchbruch existierte damals noch nicht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Bundespolizeidirektion Salzburg hatte im Jahr 1946 im Gebiet der Landeshauptstadt 431 Verkehrsunfälle, davon 34 mit tödlichem Ausgang, aufgenommen. In die Unfälle waren auch zahlreiche US-Soldaten verwickelt.
Am 1. November 1947 waren im Land Salzburg 4 414 Motorräder, 2 167 Personenautos, 1 701 Lastkraftwagen, 453 Zugmaschinen, 375 Anhänger, 145 Spezialfahrzeuge und 284 nicht fahrbereite Fahrzeuge gemeldet.
1949 gab es in der Stadt Salzburg 955 Verkehrsunfälle (1948: 576), davon 29 tödliche (1948: 17). 130 Personen wurden schwer und 374 leicht verletzt (1948: 81 bzw. 257). Am 7. August eröffnete die Esso-Standard-Company in der Stadt Salzburg am Dr.-Franz-Rehrl-Platz ihre erste Auto-Service-Station nach amerikanischem Muster in Österreich, die Esso Tankstelle "Festspielstadt Salzburg". Hier konnten Autos nicht nur betankt, sondern auch gewaschen und repariert werden.
Am 22. Juli 1950 begann der Österreichische Wachdienst mit der Bewachung von Parkplätzen in der Stadt Salzburg: am Franz-Josef-Kai galt Pflichtbewachung, am Giselakai, in der Griesgasse, am Sigmundsplatz, Max-Reinhardt-Platz, Residenzplatz, Kapitelplatz und in der Hofstallgasse wurde die Bewachung auf Wunsch durchgeführt - Preis pro Stunde: Motorräder 50 Groschen, Beiwagenmaschinen einen Schilling und Autos 1,50 Schilling.
1951 hatten sich im Salzburger Stadtgebiet 1 411 Verkehrsunfälle mit 527 Leichtverletzten, 160 Schwerverletzten und 21 Toten ereignet. An diesen Verkehrsunfällen waren 315 Fahrzeuge der Besatzungsmacht beteiligt.
Am 16. Juli 1952 wurde der Residenzplatz autofrei. Als Ersatz für die weggefallenen Parkplätze dienten der Kapitel-, der Mozartplatz sowie die Straßen um die Gewerbeschule. Am 22. Dezember geht die erste automatische Ampelanlage an der Staatsbrücke beim Platzl in Betrieb.
Am 2. März 1954 fand eine Verkehrsenquete in der Stadt Salzburg statt. Die von Landesrat Florian Groll (VdU) geforderte Schaffung eines "heiligen Tempelbezirkes", das heißt die Freihaltung der Altstadt vom Verkehr, stieß auf heftige Ablehnung durch Vertreter der Wirtschaft. Parkverbote für den Alten Markt und den Kapitelplatz seien wirtschaftsschädigend. Die Handelskammer forderte die Schaffung einer kleinen Grünzone um den Residenzbrunnen und die Öffnung des Residenzplatzes für den Verkehr. Der Bau einer Autostraße von der Staatsbrücke entlang des Kais nach Lehen wurde von den Vertretern der Stadt abgelehnt. Einig waren sich die Teilnehmer der Enquete über die Notwendigkeit des Baues einer Entlastungsstraße von Maxglan in den Süden der Stadt. Der Vorschlag, den Durchzugsverkehr für Fahrzeuge über 1,5 Tonnen in der Altstadt zu untersagen, wurde vertagt.
All diese zur Verschönerung der Innenstadt beitragenden Maßnahmen brachten auch die erste Busregelung mit sich. 1955 wurde auf dem Areal des 1954 aufgelassenen Nonntaler Lokalbahnhofs an der Erzabt-Klotz-Straße ein Busterminal eingerichtet. Zwar durfte Busfahrer ihre Fahrgäste noch am Kapitelplatz aussteigen lassen, wurden aber anschließend von einem Lotsendienst - der Pfadfinder, auf Fahrrädern! - zum Parkplatz nach Nonntal gelotst.
Verkehrsampeln in der Stadt Salzburg
Am 14. Juli 1950 wurden die ersten Verkehrssignalanlagen an den beiden Staatsbrückenköpfen in Betrieb genommen. Es folgten weitere Ampeln an den Kreuzungen Mirabellplatz-Paris-Lodron-Straße, Rudolfskai-Michaelstor, Elisabethstraße-St.-Julien-Straße, Rainerstraße-Nelböck-Viadukt. Die Ampeln mussten von der Polizei händisch bedient werden. Am 12. Juli 1955 wurde die neue Verkehrsampel an der Theaterkreuzung in der rechtsufrigen Altstadt von Salzburg von Vizebürgermeister Hans Donnenberg und Ing. Ludwig Zehetner vom Maschinenamt in Betrieb genommen.[2] Von der Polizei musste die Anlage noch per Hand bedient werden; es hatten aber nun schon neun Kreuzungen in Salzburg Lichtsignalanlagen;
Wichtige Maßnahmen in der Chronologie
- 1973: Tempo 100 auf Freilandstraßen, Tempo 130 auf Autobahnen
- 1977: Einführung der Gurtenpflicht
- 1983: Gurtenpflicht unter Strafandrohung
- 1985: Helmpflicht für Motorradfahrer
- 1986: Helmpflicht für Mopedfahrer
- 1988: Einführung von Alkomattests
- 1990: Gurtenpflicht für alle Autoinsassen
- 1992: Einsatz der ersten Lasergeräte bei der Polizei
- 1994: Kinder dürfen nur noch auf geeigneten Kindersitzen befördert werden
- 1998: Die Promillegrenze wird von 0,8 auf 0,5 gesenkt
- 2004: Das Vormerksystem wird eingeführt
- 2005: Die ersten Alkovortestgeräte kommen zum Einsatz
- 2009: Höhere Strafrahmen und Verkehrscoaching werden beschlossen
Quelle[3]
Literaturtipps
Quellen
- Salzburger Automobil- und Motorradgeschichte, Verlag Anton Pustet, 1997, ISBN 3-7025-0363-3, die Autoren waren Helmut Krackowizer, Erich Marx, Guido Müller, Knut Rakus, Volker Rothschädl und Harald Waitzbauer
- www.stadt-salzburg.at
- Waitzbauer Harald: Selbst beweglich. Die Straßenverkehrsentwicklung im Bundesland Salzburg 1900-2002. In: Verkehrsland Salzburg. Schriftenreihe des Landespressebüros – Serie "Sonderpublikationen", Nr. 198. Salzburg 2004
- Motorradzeitschrift "Das Motorrad", Jahrgang 1926, Ausgabe 36 (Kennzeichen in Österreich)
Einzelnachweise
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 5. September 1904, Seite 2
- ↑ Theaterkreuzung in grün-gelb-rotem Licht, Salzburger Volkszeitung, 13. Juli 1955, Seite 5
- ↑ "Salzburger Nachrichten", 9. April 2011