Erzbischof von Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

K (Textersetzung - „Rupert von Worms“ durch „Rupert von Salzburg“)
 
(97 dazwischenliegende Versionen von 7 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
 
[[File:MatthausLangvonWellenburg.jpg|thumb|[[Matthäus Lang von Wellenburg]]]]
 
[[File:MatthausLangvonWellenburg.jpg|thumb|[[Matthäus Lang von Wellenburg]]]]
 
[[Datei:EB Sigismund Waitz.jpg|thumb|[[Sigismund IV. von Waitz]]]]
 
[[Datei:EB Sigismund Waitz.jpg|thumb|[[Sigismund IV. von Waitz]]]]
[[Datei:Fürsterzbischof Dr. Ignazius Rieder.jpg|thumb|Erzbischof Dr. [[Ignaz Rieder]]]]
+
[[Datei:Fürsterzbischof Dr. Ignazius Rieder.jpg|thumb|[[Ignaz Rieder]]]]
 
[[Datei:EB Andreas Rohracher.jpg|thumb|[[Andreas Rohracher]]]]
 
[[Datei:EB Andreas Rohracher.jpg|thumb|[[Andreas Rohracher]]]]
 
[[Datei:Alois Kothgasser.jpg|thumb|[[Alois Kothgasser]]]]
 
[[Datei:Alois Kothgasser.jpg|thumb|[[Alois Kothgasser]]]]
Der erste '''Salzburger Erzbischof''' war [[Arn]], der von [[821]] bis [[836]] regierte. Davor waren es Bischöfe, die gleichzeitig [[Äbte von St. Peter|Äbte]] des (damals noch) [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstiftes St. Peter]] waren (Abtbischof).  
+
[[Datei:Lackner Predigt.jpg|miniatur|[[Franz Lackner (Erzbischof)|Franz Lackner]]]]
 +
Der '''Erzbischof von Salzburg''' ist Diözesanbischof der [[Erzdiözese Salzburg]] und (als '''Erz'''bischof) Oberhaupt der [[Salzburger Kirchenprovinz]].
 +
== Historisches ==
 +
Der erste Erzbischof von Salzburg war [[Arn]], der als solcher von [[798]] bis [[821]] regierte. Davor waren in Salzburg jeweils als ''primus inter pares'' der Kirchenoberhäupter Bayerns Bischöfe tätig, die gleichzeitig auch [[Äbte von St. Peter|Äbte]] des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] waren. Sie nannten sich daher "Abtbischöfe".  
  
== Erzbischof und Fürsterzbischof ==
+
=== Erzbischöfe und Fürsterzbischöfe ===
Auf Wunsch von von Kaiser [[Karl der Große|Karl dem Großen]] erhob am [[20. April]] [[798]] Papst Leo III. Arno zum Erzbischof. Spätere Rangerhöhungen der Salzburger Erzbischöfe waren [[870]] zum Kanzler ([[Erzkaplan]]) für [[Bayern]], [[896]]/[[916]] für das gesamte ostfränkische Reich, ab [[1026]] Legatus des Apostolischen Stuhls, ab [[1179]] ständiger Legat (''legatus natus'') und ab [[1650]] Primas Germaniae<ref>siehe [[Privilegien der Salzburger Erzbischöfe|Priviligien]]</ref>.
+
Auf Wunsch von Kaiser [[Karl dem Großen]] erhob am [[20. April]] 798 Papst Leo III. Arno zum Erzbischof. Spätere Rangerhöhungen der Salzburger Erzbischöfe waren [[870]] zum [[Kanzler (Geistlicher)|Kanzler]] ([[Erzkaplan]]) für das [[Herzogtum Bayern]], [[896]]/[[916]] für das gesamte ostfränkische Reich, ab [[1026]] Legat des Apostolischen Stuhls, ab [[1179]] ständiger Legat (''legatus natus'') und ab [[1650]] ''Primas Germaniae''.<ref>siehe [[Privilegien der Salzburger Erzbischöfe|Priviligien]]</ref>
  
Sie waren nach der Loslösung vom Mutterland Bayern faktisch bis Ende des Jahres [[1800]], rechtlich bis [[1803]], gleichzeitig als Fürsten weltliches Oberhaupt von Salzburg. Fürsterzbischöfe - ''archiepiscopus et princeps'' - nannten sich die Salzburger Landesherren nach der Erlangung der Selbständigkeit von Bayern in der Zeit nach [[Heinrich von Pirnbrunn]]  († 1343). Mit dem Rücktritt von Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] im Jahr [[1803]] endete die Zeit der Erzbischöfe als weltliche Landesherren - Österreich, Frankreich, Bayern und schließlich ab [[1816]] endgültig Österreich waren die Landesherren. Doch bis [[Andreas Rohracher]] führten diese Erzbischöfe weiterhin den Titel "Fürsterzbischof" (ohne Rechte).  [[Andreas Rohracher]] legte erst [[1951]] ab. Seither tragen sie wieder nur mehr die Bezeichnung ''Erzbischof''.  
+
Sie waren nach der Loslösung vom [[Herzogtum Bayern|Mutterland Bayern]] um die bzw. nach der Mitte des [[14. Jahrhundert]]s faktisch bis Ende [[1800]], rechtlich bis [[1803]] gleichzeitig Fürsten und damit auch weltliche Regenten von Salzburg. Sie blieben aber bis nach 1800 weiter Oberhaupt der bayrischen Landeskirche.  
  
===Interessantes===
+
Fürsterzbischöfe - ''archiepiscopus et princeps'' - nannten sich die Salzburger Landesherren nach der Erlangung der Selbständigkeit in der Zeit nach [[Heinrich von Pirnbrunn]] († [[1343]]), gesichert seit [[Pilgrim II. von Puchheim]]. Mit dem Rücktritt von Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] im Jahr 1803 endete die Zeit der [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr|Erzbischöfe als weltliche Landesherren]] – nun folgte die Zugehörigkeit zum [[Kurfürstentum Salzburg]], zu [[Habsburgermonarchie|Österreich]], zum bayerischen [[Salzburgkreis]] und schließlich ab [[1816]] als Teil des oberösterreichischen "Salzburgkreis" endgültig zu Österreich. Doch bis [[Andreas Rohracher]] führten diese Erzbischöfe weiterhin den Titel "Fürsterzbischof" (allerdings ohne herrscherliche Rechte). Andreas Rohracher legte den Titel im Jahr [[1951]] ab. Seither tragen sie wieder nur die Bezeichnung ''Erzbischof''.  
Wie jüngere Forschungen (2009) ergeben haben, wurden die meisten Erzbischöfe nach ihrem Tod zunächst in lauwarmen Wein gewaschen, anschließend seziert und schließlich einbalsamiert. Die verschiedenen Innereien der Erzbischöfe finden sich als Reliquien verstreut in Salzburg.<ref>Quelle "Salzburg heute"-Beitrag am 21. Februar 2009</ref>
 
  
===Wahl des Erzbischofs ===
+
==== Einzug der Fürsterzbischöfe ====
:''Hauptartikel: [[Wahl des Salzburger Erzbischofs]]''
+
:'' siehe auch [[Salzburger Fürstenhof]]
Anhand eines [[Domkapitel]]<nowiki>protokolls</nowiki> aus dem Jahr [[1772]] konnte die Salzburger Archivarin [[Ulrike Engelsberger]] 2012 "erstmals", wie sie sagt, den [[Kapitelsaal (Domkapitel)|Kapitelsaal]] lokalisieren, in dem die Erzbischöfe gewählt worden sind: Es ist der heute Senatssitzungssaal der [[Universität Salzburg]] an der [[Kapitelgasse]].<ref>{{Quelle SN|28. Juni 2012 "Er war der Letzte seiner Art"}}</ref>
+
Die Salzburger Fürsterzbischöfe zogen nach ihrer Wahl zunächst von [[Schloss Freisaal]] in die [[Altstadt|Stadt Salzburg]] ein, wo ihnen am [[Stadttore in Salzburg|Stadttor]] vom [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] der Stadttorschlüssel und der [[Dom]]schlüssel übergeben wurde. Der erste urkundlich nachweisbare Einritt fand [[1462]] durch [[Burkhard II. von Weißpriach]] statt. Ab dem Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] erfolgte der Einritt in die Stadt von [[Schloss Mirabell]] aus. Der letzte regierende Früsterzbischof, Hieronymus Graf Colloredo, kam nochmals von Schloss Freisaal.<ref>Quelle [[Friederike Zaisberger]]: ''[[Geschichte Salzburgs]]'', der innenpolitische Aufbau: der Landesfürst, Seite 117</ref>
 +
 
 +
====Bemerkenswert====
 +
Wie jüngere Forschungen ([[2009]]) ergeben haben, wurden die meisten Erzbischöfe nach ihrem Tod zunächst in lauwarmem Wein gewaschen, anschließend seziert und schließlich zum Teil einbalsamiert. Innereien der Erzbischöfe, d. h. das Herz und das Gehirn, vereinzelt auch die Eingeweide, finden sich zum Teil als Reliquien an besonderen Wirkungsstätten der jeweiligen Erzbischöfe abseits des Grabes.<ref>Quelle "Salzburg heute"-Beitrag am 21. Februar 2009</ref>
 +
 
 +
====Wahl der Erzbischöfe ====
 +
:''Hauptartikel [[Wahl des Salzburger Erzbischofs]]
 +
Anhand eines [[Domkapitel]]<nowiki>protokolls</nowiki> aus dem Jahr [[1772]] konnte die Salzburger Archivarin [[Ulrike Engelsberger]] [[2012]] "erstmals", wie sie sagt, den [[Kapitelsaal (Domkapitel)|Kapitelsaal]] lokalisieren, in dem die Erzbischöfe gewählt worden sind: Es ist der heutige Senatssitzungssaal der [[Universität Salzburg]] an der [[Kapitelgasse]].<ref>{{Quelle SN|28. Juni 2012 "Er war der Letzte seiner Art"}}</ref>
  
 
==== Salzburg ein kirchenrechtlicher Sonderfall====
 
==== Salzburg ein kirchenrechtlicher Sonderfall====
Während der Papst in der Regel freie Hand bei der Bestellung von Bischöfen hat, liegt in der [[Erzdiözese Salzburg]] kirchenrechtlich eine Sonderfall vor: Das [[Salzburger Domkapitel]], das aus zwölf Priestern besteht, hat das Recht, aus einem von Rom vorgelegten Dreiervorschlag den künftigen Erzbischof in geheimer Abstimmung zu wählen. Der Papst muss die Wahl dann noch bestätigen. Sobald der vatikanische Vorschlag in Salzburg eintrifft, hat das Domkapitel 90 Tage Zeit, um den Erzbischof zu wählen. Eine ganz ähnliche Regelung hat die Erzdiözese Freiburg im Breisgau, Deutschland.
+
Während der Papst in der Regel freie Hand bei der Bestellung von Bischöfen hat, liegt in der [[Erzdiözese Salzburg]] kirchenrechtlich einen Sonderfall vor: Das [[Salzburger Domkapitel]], das aus zwölf Priestern besteht, hat das Recht, aus einem von Rom vorgelegten Dreiervorschlag den künftigen Erzbischof in geheimer Abstimmung zu wählen. Der Papst muss die Wahl dann bestätigen. Sobald der vatikanische Vorschlag in Salzburg eintrifft, hat das Domkapitel 90 Tage Zeit, um den Erzbischof zu wählen. Eine ganz ähnliche Regelung besitzt die Erzdiözese [[Freiburg im Breisgau]] im Südwesten [[Deutschland]]s.
 +
 
 +
=== Liste der Bischöfe und Erzbischöfe ===
 +
Es gib mehrere Quellen, die unterschiedliche Namen und Reihungen angeben.
 +
: [[Franz Ortner]] ''Salzburger Bischöfe in der Geschichte des Landes (696-2005)'', Mai 2005
 +
: [[Salzburger Kulturlexikon]], Ausgabe 2001, Seite 578f 
 +
: [[Heinz Dopsch]]: ''Kleine Geschichte Stadt und Land'', Ausgabe 2009, Seite 262-263
 +
Die nachstehende Liste richtet sich daher nach der derzeit jüngsten dem [[SALZBURGWIKI]] zur Verfügung stehenden Liste von Heinz Dopsch mit Ergänzungen der beiden erstgenannten Quellen.
  
==Bischöfe==
+
==== Bischöfe====
#[[Rupert]] - Abtbischof in Salzburg, auch Bischof von Worms ([[696]] bis [[716]]/18)
+
:01. [[Rupert von Salzburg]] ''Hrodbertus'', Abtbischof in Salzburg, auch Bischof von Worms, [[696]] bis [[716]]/18
#[[Vitalis]] - Abtbischof in Salzburg ([[718]] bis [[727]]?)
+
:02. [[Vitalis]], Abtbischof in Salzburg, nach 716/[[718]] und vor [[739]]
#[[Flobrigis]] (latinisiert Flobargisus) - Abtbischof in Salzburg (ca. [[730]] bis ca. [[737]])
+
:03. Anzogolus, Abt von [[St. Peter]]
#[[Johannes I. von Salzburg|Johannes I.]] - erster Bischof der neuen Diözese Salzburg ([[739]] bis [[745]])
+
:04. Savolus, Abt
#[[Virgil]] - Abtbischof von Salzburg (745 bis [[784]])
+
:05. Izzio, Ezius, Abt
 +
:06. [[Flobrigis]] (latinisiert Flobargisus), Bischof und Abt, ca. [[730]] bis ca. [[737]]  
 +
:07. [[Johannes I. von Salzburg|Johannes I.]], erster Bischof der neuen Diözese Salzburg, [[739]] bis [[746]]/[[747]]  
 +
:08. [[Virgil]], Bischof und Abt, 746/747 bis [[784]]
  
==Erzbischöfe==
+
==== Erzbischöfe====
# 01. [[Arn]] [[785]] bis [[821]], seit [[798]] erster Erzbischof von Salzburg
+
:09. [[Arn]](o), Abtbischof von Salzburg, Bischof von [[785]] bis 798, [[798]] bis [[821]] erster [[Erzbischof von Salzburg]]
# 02. [[Adalram]] - Erzbischof und Abt von St. Peter (821 bis [[836]])
+
:10. [[Adalram]], Erzbischof und Abt von St. Peter, 821 bis [[836]]  
# 03. [[Liupram]] - Erzbischof und Abt von St. Peter (836 bis [[859]])
+
:11. [[Liupram]], auch Liupramm, Erzbischof und Abt von St. Peter, 836 bis [[859]]  
# 04. [[Adalwin]] - Erzbischof und Abt von St. Peter (859 bis [[873]])
+
:12. [[Adalwin]], Erzbischof und Abt von St. Peter, 859 bis [[873]]  
# 05. [[Adalbert I.]] - Erzbischof und Abt von St. Peter (873 bis [[874]])
+
:: [[Adalbert I.]], Abt und vielleicht 873 für kurze Zeit Erzbischof 
# 06. [[Theotmar I.]] - Erzbischof und Abt von St. Peter (874 bis [[907]])
+
:13. [[Theotmar I.]], auch Dietmar I., Erzbischof und Abt von St. Peter, 873 bis [[907]]  
# 07. [[Pilgrim I.]] - Erzbischof und Abt von St. Peter (907 bis [[923]])
+
:14. [[Pilgrim I.]], Erzbischof und Abt von St. Peter, 907 bis [[923]]  
# 08. [[Adalbert II.]] (auch: [[Odalbert]]) - Erzbischof und Abt von St. Peter (923 bis [[935]])
+
:15. [[Adalbert II.]], auch Odalbert, Erzbischof und Abt von St. Peter, 923 bis [[935]]  
# 09. [[Egilolf]] - Erzbischof und Abt von St. Peter (935 bis [[939]])
+
:16. [[Egilolf]], Erzbischof und Abt von St. Peter, 935 bis [[939]]  
# 10. [[Herold]] - Erzbischof und Abt von St. Peter (939/[[940]] bis [[958]])
+
:17. [[Herold]], Erzbischof und Abt von St. Peter, 939/[[940]] bis [[958]]
# 11. [[Friedrich I.]] - Erzbischof (958 bis [[991]]) und Abt von St. Peter ([[958]] bis [[987]]) ''Unter [[Friedrich I.]] wurde das Amt des [[Äbte von St. Peter|Abtes von St. Peter]] vom Amt des Erzbischofs getrennt.''
+
:18. [[Friedrich I.]], Erzbischof, 958 bis [[962]] (nach Dopsch), bis 987 Abt und bis 991 Erzbischof (nach dem Kulturlexikon)
# 12. [[Hartwig]] ([[991]] bis [[1023]])
 
# 13. [[Gunther von Meißen]] ([[1024]] bis [[1025]])
 
# 14. [[Thietmar II.]] (1025 bis [[1041]])
 
# 15. [[Baldwin]] (1041 bis [[1060]])
 
# 16. [[Gebhard]] (1060 bis [[1088]])
 
##  [[Berthold von Moosburg]] - kaiserlicher Gegen-Erzbischof ([[1085]] bis [[1106]])
 
# 17. [[Thiemo]] ([[1090]] bis [[1098]])
 
# 18. [[Konrad I. von Abensberg]] (1106 bis [[1147]])
 
# 19. [[Eberhard I. von Biburg]]  (1147 bis [[1164]])
 
# 20. [[Konrad II. von Babenberg]] (1164 bis [[1168]])
 
# 21. [[Adalbert III. von Böhmen]] (1168 bis [[1177]])
 
## 22. [[Heinrich von Berchtesgaden]] - auf kaiserliche Anordnung gewählter Gegen-Erzbischof ([[1174]] bis [[1177]])
 
# 23. [[Konrad III. von Wittelsbach]] - Kardinal (1177 bis [[1183]])
 
# 24. [[Adalbert III. von Böhmen]] (1183 bis [[1200]])
 
# 25. [[Eberhard II. von Regensberg]] (1200 bis [[1246]])
 
# 26. [[Burkhart I. von Ziegenhain]] ([[1247]])
 
#  [[Philipp von Spanheim]] - Erwählter (Administrator) (1247 bis [[1256]])
 
# 27. [[Ulrich I.]] (1256 bis [[1265]])
 
# 28. [[Wlodizlaus von Schlesien]] (1265 bis [[1270]])
 
# 29. [[Friedrich II. von Walchen]] (1270 bis [[1284]])
 
# 30. [[Rudolf I. von Hohenegg]] (1284 bis [[1290]]) 
 
# 31. [[Konrad IV. von Fohnsdorf]] ([[1291]] bis [[1312]]) 
 
# 32. [[Weichart von Polheim]] (1312 bis [[1315]]) 
 
# 33. [[Friedrich III. von Leibnitz]] (1315 bis [[1338]]) 
 
# 34. [[Heinrich von Pirnbrunn]] (1338 bis [[1343]])
 
  
==Fürsterzbischöfe==
+
''987 wurden die Ämter von Erzbischof und [[Äbte von St. Peter|Abt]] getrennt''
# 35. [[Ortolf von Weißeneck]] (1343 bis [[1365]])
 
# 36. [[Pilgrim II. von Puchheim]] (1365 bis [[1396]])
 
# 37. [[Gregor Schenk von Osterwitz]] (1396 bis [[1403]])
 
# 38. [[Eberhard III. von Neuhaus]] (1403 bis [[1427]])
 
## - [[Berthold von Wehingen]] - auf Betreiben von Herzog Wilhelm ernannter Gegen-Erzbischof (1403 bis [[1406]])
 
# 39. [[Eberhard IV. von Starhemberg]] (1427 bis [[1429]])
 
# 40. [[Johann II. von Reisberg]] (1429 bis [[1441]])
 
# 41. [[Friedrich IV. Truchseß von Emmerberg]] (1441 bis [[1452]])
 
# 42. [[Sigismund I. von Volkersdorf]] (1452 bis [[1461]])
 
# 43. [[Burkhard II. von Weißpriach]] - Kardinal (1461 bis [[1466]])
 
# 44. [[Bernhard von Rohr]] (1466 bis [[1487]])
 
# 45. [[Johann III. Beckenschlager]] auch Johann von Gran (1487 bis [[1489]])
 
## - [[Christoph Ebran von Wildenberg]] - letzter Salzburger Gegen-Erzbischof (1487 - [[1491]])
 
# 46. [[Friedrich V. von Schaunberg]] (1489 bis [[1494]])
 
# 47. [[Sigmund II. von Hollenegg]] (1494 bis [[1495]])
 
# 48. [[Leonhard von Keutschach]] (1495 bis [[1519]])
 
# 49. [[Matthäus Lang von Wellenburg]] - Kardinal (1519 bis [[1540]])
 
#  [[Ernst Herzog von Bayern]] - Erwählter (Administrator) (1540 bis [[1554]])
 
# 50. [[Michael von Kuenburg]] (1554 bis [[1560]])
 
# 51. [[Johann Jakob Khuen von Belasi]] (1560 bis [[1586]])
 
# 52. [[Georg von Kuenburg]] (1586 - [[1587]])
 
# 53. [[Wolf Dietrich von Raitenau]] (1587 bis [[1612]])
 
# 54. [[Markus Sittikus von Hohenems]] (1612 bis [[1619]])
 
# 55. [[Paris Graf Lodron]] ([[1619]] bis [[1653]])
 
# 56. [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] - Kardinal ([[1654]] bis [[1668]])
 
# 57. [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] - Kardinal (1668 bis [[1687]])
 
# 58. [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] (1687 bis [[1709]])
 
# 59. [[Franz Anton Fürst Harrach]] (1709- [[1727]])
 
# 60. [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] (1727 bis [[1744]])
 
# 61. [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]] ([[1745]] bis [[1747]])
 
# 62. [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] (1747 bis [[1753]])
 
# 63. [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] (1753 bis [[1771]])
 
# 64. [[Hieronymus Graf Colloredo]], eigentlich Josef Franz de Paula Hieronymus Graf Colloredo von Waldsee und Mels ([[1772]] bis [[1812]]), Landesfürst bis [[1803]]
 
  
==Erzbischöfe==
+
:19. [[Hartwig]], [[991]] bis [[1023]]
Bis Andreas Rohracher führten diese Erzbischöfe weiterhin den Titel "Fürsterzbischof".
+
:20. [[Gunther von Meißen|Gunther Markgraf von Meißen]], 1023 bis [[1025]]
[[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]] Administrator (1812 bis [[1814]])
+
:21. [[Thietmar II.]], auch Dietmar II., 1025 bis [[1041]]
[[Leopold Maximilian von Firmian]] - Administrator "''in spiritualibus''" ([[1816]] bis [[1822]])
+
:22. [[Baldwin]],  1041 bis [[1060]]
# 65. [[Augustin Johann Joseph Gruber]] ([[1823]] bis [[1835]])
+
:23. [[Gebhard]], 1060 bis [[1088]]
# 66. [[Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg]] - Kardinal ([[1836]] bis [[1850]])
+
::23a [[Berthold von Moosburg]], kaiserlicher Gegenerzbischof von [[1085]] bis [[1106]]
# 67. [[Maximilian Josef von Tarnóczy]] - Kardinal ([[1851]] bis [[1876]])
+
:24.  [[Thiemo]], [[1090]] bis [[1098]]
# 68. [[Franz de Paula Albert Eder]] OSB (1876 bis [[1890]])
+
:25. [[Konrad I. von Abenberg]], im Kulturlexikon irrtümlich ''Aben'''s'''berg, 1106 bis [[1147]]
# 69. [[Johann IV. Evangelist Haller]] - Kardinal (1890 bis [[1900]])
+
:26. [[Eberhard I. von Biburg]], 1147 bis [[1164]]
# 70. [[Johann V. Baptist Katschthaler]] - Kardinal (1900 bis [[1914]])
+
:27. [[Konrad II. von Babenberg]], 1164 bis [[1168]]
# 71. [[Balthasar Kaltner]] (1914 bis [[1918]])
+
:28. [[Adalbert III. von Böhmen]], 1168 bis [[1177]] 
# 72. [[Ignaz Rieder]] (1918 bis [[1934]])
+
:28a [[Heinrich von Berchtesgaden]], auf kaiserliche Anordnung gewählter Gegen-Erzbischof, [[1174]] bis [[1177]]
# 73. [[Sigismund IV. von Waitz]] (1934 bis [[1941]])
+
:29. [[Konrad III. von Wittelsbach]], Kardinal, 1177 bis [[1183]]
# [[Johannes Filzer]] - Weihbischof, Kapitelvikar in der Sedisvakanz (1941 bis [[1943]])
+
:: Adalbert III. von Böhmen erneut von 1183 bis [[1200]]
# 74. [[Andreas Rohracher|Andreas II. Rohracher]] (1943 bis [[1969]])
+
:30. [[Eberhard II. von Regensberg]], 1200 bis [[1246]], als '''Vater des Landes Salzburgs''' bezeichnet 
# 75. [[Eduard Macheiner]] (1969 bis [[1972]])
+
:31. [[Burkhart I. von Ziegenhain]], [[1247]] 
# 76. [[Karl Berg]] ([[1973]] bis [[1988]])
+
:32. [[Philipp von Spanheim]], Erwählter zum Erzbischof (vom Papst (1248/1249 als "Electus" anerkannt)  1247 bis [[1257]]
# 77. [[Georg Eder]] ([[1989]] bis [[2002]])
+
:33. [[Ulrich I.]], 1257 oder [[1257]] bis [[1265]]
# 78. [[Alois Kothgasser]] SDB ([[2003]] bis [[2013]])
+
:34. [[Wlodizlaus von Schlesien]], 1265 bis [[1270]]
# 79. [[Franz Lackner]] OFM (Amtseinführung Jänner [[2014]])
+
:35. [[Friedrich II. von Walchen]], 1270 bis [[1284]] 
 +
:36. [[Rudolf I. von Hohenegg]], 1284 bis [[1290]] 
 +
:: ''[[Stephan von Niederbayern]]'', für wenige Wochen gewählter, aber nicht bestätigter Erzbischof (Elekt), 1290 bis 1291
 +
:37. [[Konrad IV. von Fohnsdorf]], [[1291]] bis [[1312]] 
 +
:38. [[Weichart von Polheim]], 1312 bis [[1315]] 
 +
:39. [[Friedrich III. von Leibnitz]], 1315 bis [[1338]] 
 +
:40. [[Heinrich von Pirnbrunn]], 1338 bis [[1343]]
 +
 
 +
====Fürsterzbischöfe====
 +
:41. [[Ortolf von Weißeneck]], 1343 bis [[1365]]
 +
:: ''[[Ortolf von Offenstetten]]'', kurzzeitig gewählter Erzbischof, aber offenbar nicht vom Papst bestätigt
 +
:42. [[Pilgrim II. von Puchheim]], 1365 bis [[1396]]
 +
:43. [[Gregor Schenk von Osterwitz]], 1396 bis [[1403]]
 +
:44. [[Berthold von Wehingen]], (vom Papst bestätigter Erzbischof 1404 bis [[1406]] 
 +
:45. [[Eberhard III. von Neuhaus]], Erwählter zum Erzbischof 1403 bis 1406 ohne päpstliche Bestätigung, dann von 1406 bis [[1427]] Erzbischof
 +
:46. [[Eberhard IV. von Starhemberg]], 1427 bis [[1429]] 
 +
:47. [[Johann II. von Reisberg]], 1429 bis [[1441]]
 +
:48. [[Friedrich IV. Truchseß von Emmerberg]], 1441 bis [[1452]]
 +
:49. [[Sigmund I. von Volkersdorf]], 1452 bis [[1461]]
 +
:50. [[Burkhard II. von Weißpriach]], Kardinal, 1461 bis [[1466]]
 +
:51. [[Bernhard von Rohr]], 1466 bis [[1481]], Titel "Erzbischof"  bis 1487 
 +
:52. [[Johann III. Beckenschlager]], Koadjutor und [[Administrator (Katholische Kirche)|Administrator]] von 1481 bis 1487, Fürsterzbischof von  1487 bis [[1489]]
 +
:53. [[Friedrich V. von Schaunberg]], 1489 bis [[1494]]
 +
:54. [[Sigmund II. von Hollenegg]], 1494 bis [[1495]]
 +
:55. [[Leonhard von Keutschach]], 1495 bis [[1519]]
 +
:56. [[Matthäus Lang von Wellenburg]], Kardinal, Koadjutor von [[1512]] bis 1519, Erzbischof von 1519 bis [[1540]]
 +
:57. [[Ernst Herzog von Bayern]], Administrator des geistlichen [[Fürsterzbistum Salzburg|Reichsfürstentums]] Salzburg von 1540 bis [[1554]]
 +
:58. [[Michael von Kuenburg]], 1554 bis [[1560]]
 +
:59. [[Johann Jakob Kuen von Belasy]], 1560 bis [[1586]]
 +
:60. [[Georg von Kuenburg]], 1586 bis [[1587]]
 +
:61. [[Wolf Dietrich von Raitenau]], 1587 bis [[1612]]
 +
:62. [[Markus Sittikus von Hohenems]], 1612 bis [[1619]] 
 +
:63. [[Paris Graf von Lodron]], [[1619]] bis [[1653]] 
 +
:64. [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]], Kardinal, [[1654]] bis [[1668]]
 +
:65. [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]], Kardinal, 1668 bis [[1687]]
 +
:66. [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], 1687 bis [[1709]] 
 +
:67. [[Franz Anton Fürst Harrach]], Koadjutor von [[1705]] bis 1709, Erzbischof von 1709 bis [[1727]]
 +
:68. [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]], 1727 bis [[1744]]
 +
:69. [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]], [[1745]] bis [[1747]]
 +
:70. [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]], 1747 bis [[1753]]
 +
:71. [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]], 1753 bis [[1771]]
 +
:72. [[Hieronymus Graf Colloredo]], Erzbischof [[1772]] bis [[1812]], der letzte Landesfürst nominell bis [[1803]]
 +
 
 +
====Erzbischöfe====
 +
Bis Andreas Rohracher führten die Erzbischöfe weiterhin den Titel "Fürsterzbischof" ohne Rechte.
 +
:73. [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]], Administrator, 1812 bis [[1814]]  
 +
:74. [[Leopold Maximilian von Firmian]], Administrator ''in spiritualibus'' von [[1816]], gewählt, bestätigt [[1818]] bis [[1822]]  
 +
:75. [[Augustin Johann Joseph Gruber]], [[1823]] bis [[1835]]  
 +
:76. [[Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg]], Kardinal, [[1836]] bis [[1850]]  
 +
:77. [[Maximilian Josef von Tarnóczy]], Kardinal, [[1850]] bis [[1876]]  
 +
:78. [[Franz de Paula Albert Eder]] [[OSB]], 1876 bis [[1890]]  
 +
:79. [[Johann IV. Evangelist Haller]], Kardinal, 1890 bis [[1900]]  
 +
:80. [[Johann V. Baptist Katschthaler]], Kardinal, 1900 bis [[1914]]  
 +
:81. [[Balthasar Kaltner]], 1914 bis [[1918]]  
 +
:82. [[Ignaz Rieder]], 1918 bis [[1934]]  
 +
:83. [[Sigismund IV. von Waitz]], 1934 bis [[1941]]  
 +
:: [[Johannes Filzer]], [[Weihbischof]], Kapitelvikar in der Sedisvakanz 1941 bis [[1943]]  
 +
:84. [[Andreas Rohracher|Andreas II. Rohracher]], 1943 bis [[1969]]
 +
:85. [[Eduard Macheiner]], 1969 bis [[1972]]  
 +
:86. [[Karl Berg]], [[1973]] bis [[1988]]  
 +
:87. [[Georg Eder (Erzbischof)|Georg Eder]], [[1989]] bis [[2002]]  
 +
:88. [[Alois Kothgasser]] SDB, [[2003]] bis [[2013]]  
 +
:89. [[Franz Lackner (Erzbischof)|Franz Lackner]] [[OFM]], Amtseinführung Jänner [[2014]]
 +
 
 +
==== Weitere denkbare Salzburger Bischöfe und Erzbischöfe ====
 +
Im "Verzeichnis der Erzbischöfe und Bischöfe der Salzburger Kirchenprovinz" in "Salzburg Archiv"<ref>[[Salzburg Archiv#Salzburg Archiv 24 (1998)|Salzburg Archiv]], Lebensbilder Salzburger Erzbischöfe aus zwölf Jahrhunderten. 1200 Jahre Erzbistum Salzburg, Seite 243f</ref> stehen folgende Namen:
 +
 
 +
===== mögliche Bischöfe =====
 +
* Anzogolus, Savolus, Izzio, und Beretricus, Abt und interim. Leiter von 784 bis 785. Angozolus wird gemäß der Publikation von Franz Ortner (Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes) nur im Verbrüderungsbuch von St. Peter genannt und war gemäß diesem Buch "nur" Abt, Savolus sowie Izzio war Abt und Rektor. 
 +
 
 +
===== Erzbischöfliche Aufgabe =====
 +
* Ammilon, Abt und interimistischer Leiter im Jahr 821, war naturgemäß kein Erzbischof, sondern eben interimistischer Leiter (siehe Publikation Franz Ortner).
 +
 
 +
== Siehe auch ==
 +
* [[Wappen der Salzburger Erzbischöfe und Fürsterzbischöfe]]
  
==Fußnote==
 
<references/>
 
 
==Weblinks==
 
==Weblinks==
 
* [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/webseite/erzbischoefe.htm die Salzburger Erzbischöfe bis 1900 mit Wappen, wo vorhanden]
 
* [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/webseite/erzbischoefe.htm die Salzburger Erzbischöfe bis 1900 mit Wappen, wo vorhanden]
  
==Quellen==
+
==Quellen ==
* die geschichtlichen Beiträge in Salzburgwiki
+
* Die geschichtlichen Beiträge in SALZBURGWIKI
*''Salzburg'', Dr. [[Franz Martin]], [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], [[1952]]
+
* [[Franz Martin|Martin, Franz]]: ''[[Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst#Die Ausgaben im Überblick|Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt]]'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], [[1952]]
 
{{Quelle Kulturlexikon}}
 
{{Quelle Kulturlexikon}}
 
{{Quelle Salzburgs Synchronik}}
 
{{Quelle Salzburgs Synchronik}}
 +
* [[Heinz Dopsch]]: ''Kleine Geschichte Stadt und Land'', Ausgabe 2009, Seite 262-263
 +
 +
== Einzelnachweise ==
 +
<references/>
  
 +
{{Navigationsleiste Erzbischöfe}}
  
 
[[Kategorie:Person]]
 
[[Kategorie:Person]]
Zeile 138: Zeile 176:
 
[[Kategorie:Geschichte (Person)]]
 
[[Kategorie:Geschichte (Person)]]
 
[[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]]
 
[[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]]
[[Kategorie:Weltanschauung]]
 
 
[[Kategorie:Religion]]
 
[[Kategorie:Religion]]
[[Kategorie:Kirche]]
+
[[Kategorie:Liste]]
 
[[Kategorie:Person (Kirche)]]
 
[[Kategorie:Person (Kirche)]]
[[Kategorie:Weltanschauung]]
 
[[Kategorie:Religion]]
 
 
 
 
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
 
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
 
[[Kategorie:Person (Katholische Kirche)]]
 
[[Kategorie:Person (Katholische Kirche)]]
[[Kategorie:Erzbischof|!]]
+
[[Kategorie:Erzbischof|!|]]

Aktuelle Version vom 26. März 2025, 20:33 Uhr

Der Erzbischof von Salzburg ist Diözesanbischof der Erzdiözese Salzburg und (als Erzbischof) Oberhaupt der Salzburger Kirchenprovinz.

Historisches

Der erste Erzbischof von Salzburg war Arn, der als solcher von 798 bis 821 regierte. Davor waren in Salzburg jeweils als primus inter pares der Kirchenoberhäupter Bayerns Bischöfe tätig, die gleichzeitig auch Äbte des Benediktinerstifts St. Peter waren. Sie nannten sich daher "Abtbischöfe".

Erzbischöfe und Fürsterzbischöfe

Auf Wunsch von Kaiser Karl dem Großen erhob am 20. April 798 Papst Leo III. Arno zum Erzbischof. Spätere Rangerhöhungen der Salzburger Erzbischöfe waren 870 zum Kanzler (Erzkaplan) für das Herzogtum Bayern, 896/916 für das gesamte ostfränkische Reich, ab 1026 Legat des Apostolischen Stuhls, ab 1179 ständiger Legat (legatus natus) und ab 1650 Primas Germaniae.[1]

Sie waren nach der Loslösung vom Mutterland Bayern um die bzw. nach der Mitte des 14. Jahrhunderts faktisch bis Ende 1800, rechtlich bis 1803 gleichzeitig Fürsten und damit auch weltliche Regenten von Salzburg. Sie blieben aber bis nach 1800 weiter Oberhaupt der bayrischen Landeskirche.

Fürsterzbischöfe - archiepiscopus et princeps - nannten sich die Salzburger Landesherren nach der Erlangung der Selbständigkeit in der Zeit nach Heinrich von Pirnbrunn († 1343), gesichert seit Pilgrim II. von Puchheim. Mit dem Rücktritt von Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo im Jahr 1803 endete die Zeit der Erzbischöfe als weltliche Landesherren – nun folgte die Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Salzburg, zu Österreich, zum bayerischen Salzburgkreis und schließlich ab 1816 als Teil des oberösterreichischen "Salzburgkreis" endgültig zu Österreich. Doch bis Andreas Rohracher führten diese Erzbischöfe weiterhin den Titel "Fürsterzbischof" (allerdings ohne herrscherliche Rechte). Andreas Rohracher legte den Titel im Jahr 1951 ab. Seither tragen sie wieder nur die Bezeichnung Erzbischof.

Einzug der Fürsterzbischöfe

siehe auch Salzburger Fürstenhof

Die Salzburger Fürsterzbischöfe zogen nach ihrer Wahl zunächst von Schloss Freisaal in die Stadt Salzburg ein, wo ihnen am Stadttor vom Bürgermeister der Stadttorschlüssel und der Domschlüssel übergeben wurde. Der erste urkundlich nachweisbare Einritt fand 1462 durch Burkhard II. von Weißpriach statt. Ab dem Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg erfolgte der Einritt in die Stadt von Schloss Mirabell aus. Der letzte regierende Früsterzbischof, Hieronymus Graf Colloredo, kam nochmals von Schloss Freisaal.[2]

Bemerkenswert

Wie jüngere Forschungen (2009) ergeben haben, wurden die meisten Erzbischöfe nach ihrem Tod zunächst in lauwarmem Wein gewaschen, anschließend seziert und schließlich zum Teil einbalsamiert. Innereien der Erzbischöfe, d. h. das Herz und das Gehirn, vereinzelt auch die Eingeweide, finden sich zum Teil als Reliquien an besonderen Wirkungsstätten der jeweiligen Erzbischöfe abseits des Grabes.[3]

Wahl der Erzbischöfe

Hauptartikel Wahl des Salzburger Erzbischofs

Anhand eines Domkapitelprotokolls aus dem Jahr 1772 konnte die Salzburger Archivarin Ulrike Engelsberger 2012 "erstmals", wie sie sagt, den Kapitelsaal lokalisieren, in dem die Erzbischöfe gewählt worden sind: Es ist der heutige Senatssitzungssaal der Universität Salzburg an der Kapitelgasse.[4]

Salzburg ein kirchenrechtlicher Sonderfall

Während der Papst in der Regel freie Hand bei der Bestellung von Bischöfen hat, liegt in der Erzdiözese Salzburg kirchenrechtlich einen Sonderfall vor: Das Salzburger Domkapitel, das aus zwölf Priestern besteht, hat das Recht, aus einem von Rom vorgelegten Dreiervorschlag den künftigen Erzbischof in geheimer Abstimmung zu wählen. Der Papst muss die Wahl dann bestätigen. Sobald der vatikanische Vorschlag in Salzburg eintrifft, hat das Domkapitel 90 Tage Zeit, um den Erzbischof zu wählen. Eine ganz ähnliche Regelung besitzt die Erzdiözese Freiburg im Breisgau im Südwesten Deutschlands.

Liste der Bischöfe und Erzbischöfe

Es gib mehrere Quellen, die unterschiedliche Namen und Reihungen angeben.

Franz Ortner Salzburger Bischöfe in der Geschichte des Landes (696-2005), Mai 2005
Salzburger Kulturlexikon, Ausgabe 2001, Seite 578f
Heinz Dopsch: Kleine Geschichte Stadt und Land, Ausgabe 2009, Seite 262-263

Die nachstehende Liste richtet sich daher nach der derzeit jüngsten dem SALZBURGWIKI zur Verfügung stehenden Liste von Heinz Dopsch mit Ergänzungen der beiden erstgenannten Quellen.

Bischöfe

01. Rupert von Salzburg Hrodbertus, Abtbischof in Salzburg, auch Bischof von Worms, 696 bis 716/18
02. Vitalis, Abtbischof in Salzburg, nach 716/718 und vor 739
03. Anzogolus, Abt von St. Peter
04. Savolus, Abt
05. Izzio, Ezius, Abt
06. Flobrigis (latinisiert Flobargisus), Bischof und Abt, ca. 730 bis ca. 737
07. Johannes I., erster Bischof der neuen Diözese Salzburg, 739 bis 746/747
08. Virgil, Bischof und Abt, 746/747 bis 784

Erzbischöfe

09. Arn(o), Abtbischof von Salzburg, Bischof von 785 bis 798, 798 bis 821 erster Erzbischof von Salzburg
10. Adalram, Erzbischof und Abt von St. Peter, 821 bis 836
11. Liupram, auch Liupramm, Erzbischof und Abt von St. Peter, 836 bis 859
12. Adalwin, Erzbischof und Abt von St. Peter, 859 bis 873
Adalbert I., Abt und vielleicht 873 für kurze Zeit Erzbischof
13. Theotmar I., auch Dietmar I., Erzbischof und Abt von St. Peter, 873 bis 907
14. Pilgrim I., Erzbischof und Abt von St. Peter, 907 bis 923
15. Adalbert II., auch Odalbert, Erzbischof und Abt von St. Peter, 923 bis 935
16. Egilolf, Erzbischof und Abt von St. Peter, 935 bis 939
17. Herold, Erzbischof und Abt von St. Peter, 939/940 bis 958
18. Friedrich I., Erzbischof, 958 bis 962 (nach Dopsch), bis 987 Abt und bis 991 Erzbischof (nach dem Kulturlexikon)

987 wurden die Ämter von Erzbischof und Abt getrennt

19. Hartwig, 991 bis 1023
20. Gunther Markgraf von Meißen, 1023 bis 1025
21. Thietmar II., auch Dietmar II., 1025 bis 1041
22. Baldwin, 1041 bis 1060
23. Gebhard, 1060 bis 1088
23a Berthold von Moosburg, kaiserlicher Gegenerzbischof von 1085 bis 1106
24. Thiemo, 1090 bis 1098
25. Konrad I. von Abenberg, im Kulturlexikon irrtümlich Abensberg, 1106 bis 1147
26. Eberhard I. von Biburg, 1147 bis 1164
27. Konrad II. von Babenberg, 1164 bis 1168
28. Adalbert III. von Böhmen, 1168 bis 1177
28a Heinrich von Berchtesgaden, auf kaiserliche Anordnung gewählter Gegen-Erzbischof, 1174 bis 1177
29. Konrad III. von Wittelsbach, Kardinal, 1177 bis 1183
Adalbert III. von Böhmen erneut von 1183 bis 1200
30. Eberhard II. von Regensberg, 1200 bis 1246, als Vater des Landes Salzburgs bezeichnet
31. Burkhart I. von Ziegenhain, 1247
32. Philipp von Spanheim, Erwählter zum Erzbischof (vom Papst (1248/1249 als "Electus" anerkannt) 1247 bis 1257
33. Ulrich I., 1257 oder 1257 bis 1265
34. Wlodizlaus von Schlesien, 1265 bis 1270
35. Friedrich II. von Walchen, 1270 bis 1284
36. Rudolf I. von Hohenegg, 1284 bis 1290
Stephan von Niederbayern, für wenige Wochen gewählter, aber nicht bestätigter Erzbischof (Elekt), 1290 bis 1291
37. Konrad IV. von Fohnsdorf, 1291 bis 1312
38. Weichart von Polheim, 1312 bis 1315
39. Friedrich III. von Leibnitz, 1315 bis 1338
40. Heinrich von Pirnbrunn, 1338 bis 1343

Fürsterzbischöfe

41. Ortolf von Weißeneck, 1343 bis 1365
Ortolf von Offenstetten, kurzzeitig gewählter Erzbischof, aber offenbar nicht vom Papst bestätigt
42. Pilgrim II. von Puchheim, 1365 bis 1396
43. Gregor Schenk von Osterwitz, 1396 bis 1403
44. Berthold von Wehingen, (vom Papst bestätigter Erzbischof 1404 bis 1406
45. Eberhard III. von Neuhaus, Erwählter zum Erzbischof 1403 bis 1406 ohne päpstliche Bestätigung, dann von 1406 bis 1427 Erzbischof
46. Eberhard IV. von Starhemberg, 1427 bis 1429
47. Johann II. von Reisberg, 1429 bis 1441
48. Friedrich IV. Truchseß von Emmerberg, 1441 bis 1452
49. Sigmund I. von Volkersdorf, 1452 bis 1461
50. Burkhard II. von Weißpriach, Kardinal, 1461 bis 1466
51. Bernhard von Rohr, 1466 bis 1481, Titel "Erzbischof" bis 1487
52. Johann III. Beckenschlager, Koadjutor und Administrator von 1481 bis 1487, Fürsterzbischof von 1487 bis 1489
53. Friedrich V. von Schaunberg, 1489 bis 1494
54. Sigmund II. von Hollenegg, 1494 bis 1495
55. Leonhard von Keutschach, 1495 bis 1519
56. Matthäus Lang von Wellenburg, Kardinal, Koadjutor von 1512 bis 1519, Erzbischof von 1519 bis 1540
57. Ernst Herzog von Bayern, Administrator des geistlichen Reichsfürstentums Salzburg von 1540 bis 1554
58. Michael von Kuenburg, 1554 bis 1560
59. Johann Jakob Kuen von Belasy, 1560 bis 1586
60. Georg von Kuenburg, 1586 bis 1587
61. Wolf Dietrich von Raitenau, 1587 bis 1612
62. Markus Sittikus von Hohenems, 1612 bis 1619
63. Paris Graf von Lodron, 1619 bis 1653
64. Guidobald Graf von Thun und Hohenstein, Kardinal, 1654 bis 1668
65. Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg, Kardinal, 1668 bis 1687
66. Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein, 1687 bis 1709
67. Franz Anton Fürst Harrach, Koadjutor von 1705 bis 1709, Erzbischof von 1709 bis 1727
68. Leopold Anton Freiherr von Firmian, 1727 bis 1744
69. Jakob Ernst Graf Liechtenstein, 1745 bis 1747
70. Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein, 1747 bis 1753
71. Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach, 1753 bis 1771
72. Hieronymus Graf Colloredo, Erzbischof 1772 bis 1812, der letzte Landesfürst nominell bis 1803

Erzbischöfe

Bis Andreas Rohracher führten die Erzbischöfe weiterhin den Titel "Fürsterzbischof" ohne Rechte.

73. Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg, Administrator, 1812 bis 1814
74. Leopold Maximilian von Firmian, Administrator in spiritualibus von 1816, gewählt, bestätigt 1818 bis 1822
75. Augustin Johann Joseph Gruber, 1823 bis 1835
76. Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg, Kardinal, 1836 bis 1850
77. Maximilian Josef von Tarnóczy, Kardinal, 1850 bis 1876
78. Franz de Paula Albert Eder OSB, 1876 bis 1890
79. Johann IV. Evangelist Haller, Kardinal, 1890 bis 1900
80. Johann V. Baptist Katschthaler, Kardinal, 1900 bis 1914
81. Balthasar Kaltner, 1914 bis 1918
82. Ignaz Rieder, 1918 bis 1934
83. Sigismund IV. von Waitz, 1934 bis 1941
Johannes Filzer, Weihbischof, Kapitelvikar in der Sedisvakanz 1941 bis 1943
84. Andreas II. Rohracher, 1943 bis 1969
85. Eduard Macheiner, 1969 bis 1972
86. Karl Berg, 1973 bis 1988
87. Georg Eder, 1989 bis 2002
88. Alois Kothgasser SDB, 2003 bis 2013
89. Franz Lackner OFM, Amtseinführung Jänner 2014

Weitere denkbare Salzburger Bischöfe und Erzbischöfe

Im "Verzeichnis der Erzbischöfe und Bischöfe der Salzburger Kirchenprovinz" in "Salzburg Archiv"[5] stehen folgende Namen:

mögliche Bischöfe
  • Anzogolus, Savolus, Izzio, und Beretricus, Abt und interim. Leiter von 784 bis 785. Angozolus wird gemäß der Publikation von Franz Ortner (Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes) nur im Verbrüderungsbuch von St. Peter genannt und war gemäß diesem Buch "nur" Abt, Savolus sowie Izzio war Abt und Rektor.
Erzbischöfliche Aufgabe
  • Ammilon, Abt und interimistischer Leiter im Jahr 821, war naturgemäß kein Erzbischof, sondern eben interimistischer Leiter (siehe Publikation Franz Ortner).

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  • Heinz Dopsch: Kleine Geschichte Stadt und Land, Ausgabe 2009, Seite 262-263

Einzelnachweise

  1. siehe Priviligien
  2. Quelle Friederike Zaisberger: Geschichte Salzburgs, der innenpolitische Aufbau: der Landesfürst, Seite 117
  3. Quelle "Salzburg heute"-Beitrag am 21. Februar 2009
  4. "Salzburger Nachrichten", 28. Juni 2012 "Er war der Letzte seiner Art"
  5. Salzburg Archiv, Lebensbilder Salzburger Erzbischöfe aus zwölf Jahrhunderten. 1200 Jahre Erzbistum Salzburg, Seite 243f
Salzburger Bischöfe, Erz- und Fürsterzbischöfe
Liste bitte

Bischöfe, 7. bis 8. Jahrhundert
Rupert von Salzburg · Vitalis · Flobrigis · Johannes I. · Virgil


Erzbischöfe
8. bis 10. Jahrhundert
Arn · Adalram · Liupram · Adalwin · Adalbert I. · Theotmar I. · Pilgrim I. · Adalbert II. · Egilolf · Herold · Friedrich I. · Hartwig
11. Jahrhundert
Gunther von Meißen · Thietmar II. · Baldwin · Gebhard · Berthold von Moosburg · Thiemo
12. Jahrhundert
Konrad I. von Abenberg · Eberhard I. von Biburg · Konrad II. von Babenberg · Adalbert III. von Böhmen · Heinrich von Berchtesgaden · Konrad III. von Wittelsbach · Adalbert III. von Böhmen
13. Jahrhundert
Eberhard II. von Regensberg · Burkhart I. von Ziegenhain · Philipp von Spanheim · Ulrich I. · Wlodizlaus von Schlesien · Friedrich II. von Walchen · Rudolf I. von Hohenegg · Stephan von Niederbayern · Konrad IV. von Fohnsdorf
14. Jahrhundert
Weichart von Polheim · Friedrich III. von Leibnitz · Heinrich von Pirnbrunn


Fürsterzbischöfe
Ortolf von Weißeneck · Pilgrim II. von Puchheim · Gregor Schenk von Osterwitz
15. Jahrhundert
Berthold von Wehingen · Eberhard III. von Neuhaus · Eberhard IV. von Starhemberg · Johann II. von Reisberg · Friedrich IV. Truchseß von Emmerberg · Sigmund I. von Volkersdorf · Burkhard II. von Weißpriach · Bernhard von Rohr · Johann III. Beckenschlager · Friedrich V. Graf von Schaunberg · Sigmund II. von Hollenegg
16. Jahrhundert
Leonhard von Keutschach · Matthäus Lang von Wellenburg · Ernst Herzog von Bayern · Michael von Kuenburg · Johann Jakob Kuen von Belasy · Georg von Kuenburg · Wolf Dietrich von Raitenau
17. Jahrhundert
Markus Sittikus von Hohenems · Paris Graf von Lodron · Guidobald Graf von Thun und Hohenstein · Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg · Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein
18. Jahrhundert
Franz Anton Fürst Harrach · Leopold Anton Freiherr von Firmian · Jakob Ernst Graf Liechtenstein · Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein · Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach · Hieronymus Graf Colloredo


Erzbischöfe, die noch den Titel "Fürsterzbischof" trugen, aber keine weltliche Macht mehr hatten
19. Jahrhundert
Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg · Leopold Maximilian von Firmian · Augustin Johann Joseph Gruber · Maximilian Josef von Tarnóczy · Franz de Paula Albert Eder · Johann IV. Evangelist Haller
20. Jahrhundert
Johann V. Baptist Katschthaler · Balthasar Kaltner · Ignaz Rieder · Sigismund IV. von Waitz · Andreas II. Rohracher


Erzbischöfe 20. und 21. Jahrhundert
Eduard Macheiner · Karl Berg · Georg Eder ·Alois Kothgasser · Franz Lackner