Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei: FaistenauPfarrkr- IMG 2538.JPG|miniatur|Pfarrkirche Faistenau]]
[[Datei:Pfarrkirche Faistenau, Südansicht.jpg|thumb|Pfarrkirche Faistenau, Südansicht mit Beinhaus, Nothelferkapelle und Sakristei (von links).]]
Die '''Pfarrkirche zum hl. Jakobus''', die ''Kirche in der Faistenau'', ist seit [[1873]] [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Pfarrkirche der höchstgelegenen [[Flachgau]]er Gemeinde, nämlich von [[Faistenau]]. ''Die Faistenau'' mit ihrer Kirche gehört zum [[Dekanat Thalgau]] und ist dem Apostel Jakobus d. Ä.<ref>Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobus_der_%C3%84ltere], aufgerufen am 1. November 2015.</ref> geweiht, das [[Patrozinium]] wird am [[Jakobitag]], dem [[25. Juli]], begangen.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 277.</ref>
Die '''Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren''', die ''Kirche in der Faistenau'', ist seit [[1873]] Pfarrkirche der [[Katholische Kirche|römisch-katholischen]] [[Pfarre Faistenau]] in [[Faistenau]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Faistenau|denkmalgeschützten Objekten]] in der höchstgelegenen [[Flachgau]]er Gemeinde.  
 
== Allgemeines ==
Die Pfarre Faistenau gehört zum [[Dekanat Thalgau]]. Ihre Pfarrkirche ist dem Apostel Jakobus d. Ä. geweiht, das [[Patrozinium]] wird am [[Jakobitag]], dem [[25. Juli]], begangen.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 277.</ref>


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Im [[14. Jahrhundert]] erlaubte der Salzburger [[Erzbischof]] den [[Ministerialen]] „von Thurn“, deren [[Salzburger Ansitz|Ansitz]] das Schloss in [[St. Jakob am Thurn]] war, in der [[Katholische Pfarre Thalgau|Pfarre Thalgau]] eine [[Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau|Filialkirche]] zu errichten. Am [[1. Mai]] [[1324]] bestätigte dazu der Vicedom Heinrich von Lampoding († 1347), dass ihm die Edlen ''Jakob v. Thurn, sowie Jakob, Hertneid, Hermann und Ulrich, Brüder v. d. Thurn'' 30 Pfund [[Salzburger Pfennig]]e (1 Pfund = 240 Stück)<ref>60 Pfenning = 1 Kreuzer; 4 Kreuzer = 1 [[Gulden]] (4 mal 60)</ref> so lange überlassen hätten, bis der Thalgauer Pfarrer einen Baugrund freigäbe, den man dann zwischen Philippi ([[3. Mai]]) und [[Jakobitag|Jakobi]] ([[25. Juli]]) [[1324]] kaufen wolle, um darauf den von ihnen bereits gestifteten Bau einer Kirche ''in der Geswant'' von Thalgau (=im thalgauer Rodungsgebiet) auszuführen.<ref>Siehe Urkunde [http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgDK/AUR_1324_V_01/charter], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref>
Im [[14. Jahrhundert]] erlaubte der [[Salzburger Erzbischof]] den [[Ministerialen]] "von Thurn", deren [[Salzburger Ansitz|Ansitz]] das Schloss in [[St. Jakob am Thurn]] war, in der [[Pfarre Thalgau]] eine [[Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau|Filialkirche]] zu errichten. Am [[1. Mai]] [[1324]] bestätigte dazu der Vicedom [[Heinrich von Lampoding]] († [[1347]]), dass ihm die Edlen "Jakob v. Thurn, sowie Jakob, Hertneid, Hermann und Ulrich, Brüder v. d. Thurn" 30 Pfund [[Salzburger Pfennig]]e (1 Pfund = 240 Stück)<ref>60 Pfenning = 1 Kreuzer; 4 Kreuzer = 1 [[Gulden]] (4 mal 60)</ref> so lange überlassen hätten, bis der Thalgauer [[Pfarrer von Thalgau|Pfarrer]] einen Baugrund freigäbe, den man dann zwischen Philippi ([[Walpurgisnacht]]) und Jakobi [[1324]] kaufen wolle, um darauf den von ihnen bereits gestifteten Bau einer Kirche "in der Geswant" von Thalgau (= im Thalgauer Rodungsgebiet) auszuführen.<ref>Siehe Urkunde [http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgDK/AUR_1324_V_01/charter], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref>
 
Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz|Friedrich III.]] unterzeichnete dann am [[Martinitag]] 1324 selber eine Urkunde, in der er bestätigte, dass die Edlen von Thurn in seinem Sinne die Kirche und das dazugehörende Grundstück "vogteifrei" gestiftet hätten, dazu auch noch einen Hof in Reitershausen in Faistenau. Die Kirche sollte zur Ehre "Unserer Lieben Frau" und "Sankt Jakob" geweiht werden. Er verlangte, dass die Leute innerhalb "des waldes", welche wegen der "weiten Entfernung oft die Kirche" [Anm.: in Thalgau] "versäumt oder wegen [[Schnee]] und [[Unwetter]] nicht besuchen konnten", in der neuen Kirche die hl. Messe besuchen sollten, nämlich die Bewohner von Faistenau (''Vaistenow''), [[Tiefbrunnau]] (''Tevffenprunneow'') und Kühleiten (''Chueleuten''). Überdies verpflichtete er den Thalgauer Pfarrer Ortwein ([[1324]]–1395?)<ref> Siehe die [[Pfarrer von Faistenau|Liste der Pfarrer und Vikare von Faistenau]].</ref> in Faistenau Messen zu lesen und zwar an jedem Sonntag, dem [[Ostern|Oster]]tag, dem [[Stephanitag]], zu [[Weihnachten]], am Mittwoch der [[Pfingsten|Pfingst]]woche, an [[Mariä Himmelfahrt]] ([[15. August]]) sowie bei der [[Dult]] am Kirchweihtag bzw. Jakobitag; außerdem die Neugeborenen zu taufen, Kranke zu versehen usw. An allen anderen Tagen müssten die Faistenauer weiterhin die [[Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau|Thalgauer Pfarrkirche]] besuchen. Im Weiteren ist in der Urkunde sinngemäß (in sprachlich vereinfachter und modernisierter Fassung) zu lesen: "Hält der Pfarrer diese Ordnung nicht ein, hat er jede Versäumnis dem [[Domdechant]] mit sechzig Pfennig und die dritte mit ½&nbsp;Pfund Salzburger Pfennig zu büßen, wenn einer der Stifter oder einer ihrer Erben mit zwei Landleuten eidlich die Säumnis bekräftigen. Der Pfarrer gelobt auch in der Pfarrkirche zu Thalgau am achten Tag nach Allerseelen einen Jahrtag für die Stifter zu begehen. Das [[Domkapitel]] darf die Stiftungsgüter nicht" [Anm.: zur Pfarrkirche Thalgau] "abziehen".<ref>Siehe Urkunde: [http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgDK/AUR_1324_XI_11/charter], aufgerufen am 25. Jänner 2015.</ref>
 
Als ein Kooperator auf seinem Heimweg von [[Hintersee (Ort)|Hintersee]] mit seinem Pferd in den Schneemassen beim Paulhäusl in Faistenau stecken blieb und "elendiglich" erfror, erhob das [[Domkapitel]] die Filialkirche [[1622]] zu einem Vikariat. Der erste Faistenauer Vikar ([[1622]]–[[1637]]), [[Johann Christ Stängelmayr]],<ref name="vikare">Siehe die [[Pfarrer von Faistenau|Liste der Pfarrer und Vikare von Faistenau]]</ref> konnte fortan in einem neu errichteten Vikariatshaus wohnen und musste nicht zurück nach Thalgau reiten.
 
Das vermutlich "Reitershausen" genannte Haus kam um 1808 in den Besitz der Familie Haberpointner. [[1873]] wurde das Vikariat Faistenau eigenständige Pfarre.
 
=== 1863 ===
Am Sonntag den [[25. Oktober]] [[1863]] begann in Faistenau eine Missionszeit, die von [[Jesuiten]]-Patres abgehalten wurde und neun Tage, bis zum Allerseelentag am [[2. November]] [[1863]], gedauert hatte.


Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz|Friedrich III.]] unterzeichnete dann am [[Martinitag]] 1324 selber eine Urkunde, in der er bestätigte, dass die Edlen von Thurn in seinem Sinne die Kirche und das dazugehörende Grundstück ''vogteifrei'' gestiftet hätten, dazu auch noch einen Hof zu ''Reitershausen''. Die Kirche sollte zur Ehre „Unserer Lieben Frau“ und „Sankt Jakob“ geweiht werden. Er verlangte, dass die Leute innerhalb ''des waldes'', welche wegen der ''weiten Entfernung oft die Kirche'' [in Thalgau] ''versäumt oder wegen [[Schnee]] und [[Unwetter]] nicht besuchen konnten'', in der neuen Kirche die hl. Messe besuchen sollten, nämlich die Bewohner von Faistenau (''Vaistenow''), Tiefbrunnau (''Tevffenprunneow'') und Kühleiten (''Chueleuten''). Überdies verpflichtete er den Thalgauer Pfarrer ([[1324]] – 1395?) ''Ortwein''<ref>Siehe: [http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Thalgau Liste der Pfarrer von Thalgau], aufgerufen am 26. Jänner 2015.</ref> in Faistenau Messen zu lesen und zwar an jedem Sonntag, dem Ostertag, dem [[Stephanitag]], zu [[Weihnachten]], am Mittwoch der Pfingstwoche, an [[Maria Himmelfahrt]] ([[15. August]]) sowie bei der [[Dult]] am Kirchweihtag bzw. Jakobitag; außerdem die Neugeborenen zu Taufen, Kranke zu versehen usw. An allen anderen Tagen müssten die Faistenauer weiterhin die Pfarrkirche Thalgau besuchen. Im Weiteren ist in der Urkunde zu lesen: ''Hält der Pfarrer diese Ordnung nicht ein, hat er jede Versäumnis dem Domdechant mit 60 Pfg. und die dritte mit 1/2 Pfd. zu büßen, wenn der Stifter oder einer ihrer Erben mit zwei Landleuten eidlich die Säumnis bekräftigen. Der Pfarrer gelobt auch in der Pfarrkirche zu T.''[halgau] ''am 8. Tag nach Allerseelen einen Jahrtag für die Stifter zu begehen. Das [[Domkapitel]] darf die Stiftungsgüter nicht'' [zur Pfarrkirche Thalgau] ''abziehen''.<ref>Siehe Urkunde: [http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgDK/AUR_1324_XI_11/charter], aufgerufen am 25. Jänner 2015.</ref>
Dabei wurde auch ein neues Missionskreuz an der Kirche angebracht, das alte, obwohl für die Ausstattung zu groß, danach im Inneren der Kirche aufgehängt.<br/>Von den 26 Predigten waren 19 auf dem Dorfplatz gehalten worden, wobei der jeweilige Jesuiten-Pater auf den sogenannten "Predigtstuhl" der [[Linde in Faistenau|Tausendjährigen Linde]] stieg: einem waagrechten, hohlen und nach oben offenen Ast der Linde, der von innen durch den ebenso hohlen Baum erreicht werden kann. Für den im Baum hochsteigenden Prediger schuf man damals eine Stiege mit neun Stufen, damit derselbe oben, durch eine Öffnung, im dicken Ast hinaustreten konnte. Aus acht Gemeinden strömten damals Gläubige herbei, um diese Tage mitzuerleben, wobei sich die [[Abtenau]]er die größten Mühe machten: viele gingen erst nach einem anstrengenden Arbeitstag, während der Nacht, den Fußweg von sechs Stunden nach Faistenau.  


Als ein Kooperator auf seinem Heimweg von [[Hintersee (Gemeinde)|Hintersee]] mit seinem Pferd in den Schneemassen beim Paulhäusl in Faistenau stecken blieb und ''elendiglich'' erfror, erhob das Domkapitel die Filialkirche [[1622]] zu einem Vikariat. Der erste Faistenauer Vikar ([[1622]] – [[1637]]), Johann Christ Stängelmayr,<ref name="vikare">[http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Faistenau Liste der Vikare von Faistenau]</ref> konnte fortan in einem neu errichteten Vikariatshaus wohnen und musste nicht zurück nach Thalgau reiten.<br/>Das vermutlich ''Reitershausen'' genannte Haus kam um 1808 in den Besitz der Fam. Haberpointner. [[1873]] wurde das Vikariat Faistenau eigenständige Pfarre.
Für die Feierlichkeiten waren außerdem neue Paramente und eine [[Matthäus Mauracher I.|Matthäus-Mauracher]]-Orgel gekauft worden. Für die Anschaffung derselben und die Ausrichtung der Missionszeit spendeten die Gemeindemitglieder des Vikariats Faistenau 900 [[Gulden|fl.]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=skb&datum=18631105&seite=3&zoom=33 ANN], "[[Salzburger Kirchenblatt]]", Nr. 45 vom 5. November 1863, S. 371f.</ref>
<blockquote>
''[[Herzogtum Salzburg|Herzogthum Salzburg]]. Faistenau. In dieser abgeschlossenen, auf freundlicher Höhe gelegenen Gemeinde wurde das halbtausendjährige Jubiläum des Gotteshaues mit 9tägiger Jesuitenmission in eben so feierlicher als erbaulicher Weise vom 25. v.M. bis zum 2. d.M. begangen. Sowohl diese Gemeinde (welche obschon nur 1100 Seelen zählend, bei dieser Gelegenheit nahe an die 900 [[Gulden|fl.]] für eine neue Orgel, Anschaffung kirchlicher Paramente und Bestreitung anderer Missionsauslagen bereitwilligst, ja mit Freude gespendet hatte), als auch die umliegenden Nachbargemeinden (es trafen 8 Gemeinden mit ihren Seelsorgern prozessionsweise ein) zeigten die lebhafte Teilnehme. Man zählte 3&nbsp;000 Kommunikanten; täglich wurde noch nach der Abendlitanei um 5, einmal sogar noch um ½7 Uhr Abends abgespeist. Die [[Abtenau]]er haben den 6stündigen beschwerlichen Weg über die Berge und vielen Gräben nicht gescheut, um zur hl. Mission zu kommen. Es gab sogar Solche, die den ganzen Tag im Walde gearbeitet hatten, zu Hause Abends speisten, dann Nachts sich auf den weiten Weg machten, um 6 Uhr früh in Faistenau an den Beichtstühlen standen! Ein Gegenstand allgemeiner Bewunderung war die große Linde auf dem Platze vor der Kirche – sie mißt 4½ Umgriff oder 27 Fuß –, an der die Kanzel angebracht war; mit sehr geringer Mühe wurde ein ganz bequemer Aufgang von 9 Stufen durch die sehr schön verwachsene Höhlung der Linde hergestellt, so daß der Prediger aus dem Innern des Baumes auf die Kanzel heraustrat. – Die 9tägige Gnadenzeit war vom herrlichsten Wetter begünstigt, so daß aus den 26 Predigten 19 im Freien gehalten werden konnten. Die Weihe und Aufstellung des Missionskreuzes fand im Beisein einer sehr großen Volksmenge am Allerseelentage bei gleichfalls günstiger Witterung statt.</blockquote>


=== Baugeschichte der Kirche ===
=== Baugeschichte der Kirche ===
[[Datei:Hl. Jakobus d.Ä. als Pilger, mit Adorationsengel.JPG|thumb|hl. Jakobus im Pilgergewand mit Jakobsmuscheln und Adorationsengel]] [[Datei:Altarblatt von Matthias Wichlhamer ca. 1687 Faistenau.JPG|thumb|Altarblatt ''hl. Familie'', Auszugstondo ''hl. Georg'', Vorsatzbild ''Mariahilf''.]] [[Datei:Altarblatt von Christoph Scheen, Altar von Tischler Wolf Hauser 1689-90.jpg|thumb|Altarblatt ''Anna lehrt Maria das Lesen'', Auszugstondo ''hl. Leonhard'']]
[[Datei:Hl. Jakobus d.Ä. als Pilger, mit Adorationsengel.JPG|thumb|hl. Jakobus im Pilgergewand mit Jakobsmuscheln und Adorationsengel]]  
[[Datei:Altarblatt von Matthias Wichlhamer ca. 1687 Faistenau.JPG|thumb|Altarblatt ''hl. Familie'', Auszugstondo ''hl. Georg'', Vorsatzbild ''Mariahilf''.]] [[Datei:Altarblatt von Christoph Scheen, Altar von Tischler Wolf Hauser 1689-90.jpg|thumb|Altarblatt ''Anna lehrt Maria das Lesen'', Auszugstondo ''hl. Leonhard'']]
[[Datei:Alois Linder Faistenau 2018.jpg|thumb|Alois Linder-Orgel 2018]]
[[Datei:Alois Linder Faistenau 2018.jpg|thumb|Alois Linder-Orgel 2018]]
Beim Bau der ersten Kirche ab [[1324]] dürfte die sogenannte 1&nbsp;000-jährige Linde, ein [[Naturdenkmal]], schon gepflanzt gewesen sein, sie bildet heute den Mittelpunkt des [[Dorfplatz (Faistenau)|Dorfplatz]]es. Wie diese Kirche aussah ist nicht überliefert und könnte nur durch eine Grabung eruiert werden. Die westlichen Bereiche des geosteten Baues wurden vermutlich im [[15. Jahrhundert]], in der Zeit der Spät[[gotik]] errichtet. Am [[25. Juli]] [[1517]] weihte der [[Bischöfe von Chiemsee|Bischof von Chiemsee]], [[Berthold Pürstinger]], den um die Kirche liegenden Friedhof ein, tags darauf konsekrierte er zwei Altäre: den nördlichen, evangelienseitigen zu Ehren der drei hll. Frauen Maria, Maria Magdalena und Anna, und den südlichen, epistelseitigen zu Ehren der drei hll. Männer Georg, Markus und Florian.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 4f.</ref>
Beim Bau der ersten Kirche ab [[1324]] dürfte die sogenannte [[Linde in Faistenau|1&nbsp;000-jährige Linde]], ein [[Naturdenkmal]], schon gepflanzt gewesen sein, sie bildet heute den Mittelpunkt des [[Dorfplatz (Faistenau)|Dorfplatz]]es. Wie diese Kirche aussah ist nicht überliefert und könnte nur durch eine Grabung eruiert werden. Die westlichen Bereiche des geosteten Baues wurden vermutlich im [[15. Jahrhundert]], in der Zeit der Spät[[gotik]] errichtet. Am [[25. Juli]] [[1517]] weihte der [[Bischof von Chiemsee]], [[Berthold Pürstinger]], den um die Kirche liegenden Friedhof ein, tags darauf konsekrierte er zwei Altäre: den nördlichen, evangelienseitigen zu Ehren der drei hll. Frauen Maria, Maria Magdalena und Anna, und den südlichen, epistelseitigen zu Ehren der drei hll. Männer Georg, Markus und Florian.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von [[Georg Bernard]], redigiert von [[Adolf Hahnl]], Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 4f.</ref>
 
Im Jahr [[1625]] erweiterte man den Kirchenbau nach Süden mit einer Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, in der auch der hl. Rochus vertreten war, wohl als Bitte um Verschonung vor der [[Pest]], die schon in mehreren umliegenden Gemeinden grassierte. Jedoch breitete sie sich dann im Jahre [[1628]] auch in Faistenau aus und forderte unzählige Opfer. Vermutlich in Hinblick auf einen größeren und höheren Kirchenneubau, ähnlich wie bei der Pfarrkirche in Thalgau, erhöhte man [[1707]] den [[gotik|gotischen]] Kirchturm. Er erhielt ein achteckiges Glockengeschoß mit einem mehrzwiebeligen Turm und einer vergoldeten Turmkugel, auf der ein Lothringer Kreuz steht. In der ehemaligen Glockenstube mit dreibogigen Schallfenstern mit romanischen Säulen<ref>Die Schallfenster wurden Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise zugemauert und weiß gekalkt</ref> wurde die von [[Jeremias Sauter]] [[1688]] angefertigte Turmuhr untergebracht. Nach der Erhöhung des Kirchturms wollte man die "Neue Kirche" realisieren, da auch schon 6.000 [[Gulden|fl.]] dafür angespart worden waren. Es kam aber nicht dazu. Stattdessen schlugen der [[Pfleger]] und der Pfarrer von Thalgau<ref>''G. Friedrich Freyherr von Gabelcoven''. Siehe: ''Monasterium'', Liste der Pfarrer von Thalgau [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Thalgau], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref> u. a. vor, "ein neues" (Gewölbe) "oben an dem Chore" aufzubrechen, möglicherweise der Zeitpunkt, an dem die Kirche nach Osten hin mit einem vergrößerten Chor [[1720]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom [[Erzbischöfliches Ordinariat Salzburg|Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg]] 1957, S. 277.</ref>verlängert wurde. Im Weiteren wurden die im Scheitelpunkt der Stichkappen liegenden Fenster zugemauert und darunter große Fenster ausgebrochen. Die Kirche war bis dahin fast vollständig mit Fresken versehen, die durch die hoch liegenden Fenster belichtet wurden. Bei der Renovierung der Kirche in den Jahren [[1948]]–[[1949]] konnten übermalte Fresken, mit dargestellter Datierung "1517", entdeckt und teilweise freigelegt werden, die [[1980]] an den Seitenwänden aufgefunden Fresken in Form von Ornament-Bändern wurden nicht gerettet. Jetzt sichtbar sind die Wandmalereien in den Laibungen der nordseitigen Einsatznischen und zwar in der westlichen die "hll. [[Rupert von Salzburg|Rupert]] und [[Virgil]]", "Mariæ Verkündigung" durch den Erzengel Gabriel, in der östlichen "Christus vor Kaiphas" und "Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld", dann "Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße" und die "Gefangennahme Jesu Christi".<ref>''Dehio Salzburg'', Wien 1986, S. 94.</ref>


Im Jahr [[1625]] erweiterte man den Kirchenbau nach Süden mit einer Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, in der auch der hl. Rochus vertreten war, wohl als Bitte um Verschonung vor der [[Pest]], die schon in mehreren umliegenden Gemeinden grassierte. Jedoch breitete sie sich dann im Jahre [[1628]] auch in Faistenau aus und forderte unzählige Opfer. Vermutlich in Hinblick auf einen größeren und höheren Kirchenneubau, ähnlich wie bei der Pfarrkirche in Thalgau, erhöhte man [[1707]] den [[gotik|gotischen]] Kirchturm. Er erhielt ein achteckiges Glockengeschoß mit einem mehrzwiebeligen Turm und einer vergoldeten Turmkugel, auf der ein Lothringer Kreuz steht. In der ehemaligen Glockenstube mit dreibogigen Schallfenstern mit romanischen Säulen<ref>Die Schallfenster wurden Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise zugemauert und weiß gekalkt</ref> wurde die von [[Jeremias Sauter]] [[1688]] angefertigte Turmuhr untergebracht. Nach der Erhöhung des Kirchturms wollte man die „Neue Kirche“ realisieren, da auch schon 6.000 [[Gulden|fl.]] dafür angespart worden waren. Es kam aber nicht dazu. Stattdessen schlugen der [[Pfleger]] und der [[Pfarrer von Thalgau]]<ref>''G. Friedrich Freyherr von Gabelcoven''. Siehe: Monasterium, Liste der Pfarrer von Thalgau [http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Thalgau], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref> u.a. vor, ''ein neues'' (Gewölbe) ''oben an dem Chore'' aufzubrechen, möglicherweise der Zeitpunkt, an dem die Kirche nach Osten hin mit einem vergrößerten Chor 1720<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom [[Erzbischöfliches Ordinariat Salzburg|Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg]] 1957, S. 277.</ref>verlängert wurde. Im Weiteren wurden die im Scheitelpunkt der Stichkappen liegenden Fenster zugemauert und darunter große Fenster ausgebrochen. Die Kirche war bis dahin fast vollständig mit Fresken versehen, die durch die hoch liegenden Fenster belichtet wurden. Bei der Renovierung der Kirche in den Jahren 1948/49 konnten übermalte Fresken, mit dargestellter Datierung ''1517'', entdeckt und teilweise freigelegt werden, die 1980 an den Seitenwänden aufgefunden Fresken in Form von Ornament-Bändern wurden nicht gerettet. Jetzt sichtbar sind die Wandmalereien in den Laibungen der nordseitigen Einsatznischen und zwar in der westlichen die „hll. [[Rupert von Worms|Rupert]] und [[Virgil]]“, „Mariæ Verkündigung“ durch den Erzengel „Gabriel“, in der östlichen „Christus vor Kaiphas“ und „Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld“, dann „Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße“ und die „Gefangennahme Jesu Christi“.<ref>''Dehio Salzburg'', Wien 1986, S. 94.</ref>
==== Umbauten und Erweiterungspläne der Kirche ====
Da die Kirche durch die Zunahme der Kirchenbesucher zu klein wurde, entstanden Pläne, sie zu erweitern. Erste Hinweise datieren aus den Jahren nach 1700 und beziehen sich auf einen kompletten Neubau.<ref>[[11. September]] [[1723]] von Vikar [[Jakob Thaler]] ([[1723]]–[[1726]]), am [[6. Februar]] [[1725]] von den Gemeindeausschussmitgliedern (Johann Eckschlager (Ebnerbauer), Matthias Brandstätter (Oberzechprobst, von Hinterstein) und Georg Ebner (Unterzechprobst, vom Todtbauern). Am [[12. Mai]] 1725 weist Matthias Brandstätter nochmals darauf hin, dass die Gemeinde zwischen 1324 und 1725 von 600 auf 1&nbsp;300 Seelen angewachsen wäre.</ref> Am [[15. Juni]] [[1727]] z. B. wird bei einer Eingabe an das [[Konsistorium der Erzdiözese Salzburg|Konsistorium]] darauf hingewiesen, dass die Gemeinde [[1708]] schon 3.600 [[Gulden]] gespendet hätte und ein weiterer Betrag von 6.686 Gulden für einen Neubau der Kirche übrig wären.<ref>Pfarrarchiv Faistenau</ref> Im Jahr [[1869]] plante man abermals einen Neubau der Kirche, [[1911]] legte [[Karl Pirich]], von dem das (2013 veränderte) Kriegerdenkmal, die Exedra im Friedhof und (das 2005 zerstörte) Brunnenhaus stammen, Pläne vor, die ein Seitenschiff mit neugotischen Emporen vorsahen.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 5.</ref> 1934 ließ Pfarrer Bäumer<ref>Anton P. Bäumer: [https://res.icar-us.eu/index.php?title=B%C3%A4umer,_Anton_P._%281872-1953%29], aufgerufen am 6. Jänner 2016.</ref> die aus dem Jahre 1912 stammenden Erweiterungspläne der Kirche in Wörgl herbeischaffen, um die Faistenauer so ähnlich zu vergrößern, in den [[1960er]]-Jahren diskutierte man Lösungen wie bei der Erweiterung der Pfarrkirche [[Stadtpfarrkirche St. Maximilian|Maxglan]] 1952–56, in den [[1970er]]- und [[1980er]]-Jahren wurde die Errichtung eines neuen, größeren Chores diskutiert. Pläne dazu lieferten die Architekten [[Clemens Holzmeister]] und Hans Hofmann. Im Zuge einer solchen Maßnahme wollte man den Friedhof auf ein Feld am Fuß des Kugelberges verlegen.
 
Realisiert wurden allerdings nur den Gesamteindruck der Kirche störende Maßnahmen: eine 1693 errichtete westliche Volksempore, die weit in das Langhaus ragt, 1825 der Einbau einer Orgel-Empore im Chor, wobei mehrere Kapitelle der nördlichen Pilaster abgeschlagen und die Symmetrie im Presbyterium gestört wurde, und vor 1913 das Herausschlagen der sechs Dienste im gotischen Teil der Kirche.


== Ausstattung ==
== Ausstattung ==
=== Fresken ===
Einige [[Renaissance]]-Fresken aus dem Jahr [[1517]] seien zufällig im Jahr [[1949]] unter Tünche entdeckt und freigelegt worden. Was seit gut 70 Jahren von diesen Fresken aus der späten Regierungszeit von [[Fürsterzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]]s sichtbar ist, etwa die Landespatrone [[Rupert von Salzburg|Rupert]] mit [[Salzfass]] und [[Virgil]] mit [[Salzburger Dom#Virgildom|Dommodell]], ist ebenso wie andere Besonderheiten der Faistenauer Kirche im [[2024]] neu erschienenen Kirchenführer nachzulesen.<ref>{{Kulturklauberin|https://www.sn.at/kolumne/kulturklauberin/pfarrkirche-faistenau-mit-rupert-entdecken-162336844}}</ref>
=== Hochaltar ===
=== Hochaltar ===
Der Hochaltar wurde von einem unbekannten Tischler angefertigt und [[1716]] von dem Maler [[Josef Andrä Eisl]] geliefert. Der Aufbau mit je einem seitlichen Säule-Pilaster-Paar erinnert an den Hochaltar der [[Franziskanerkirche]] in Salzburg. Das Altarblatt stellt die Rosenkranzspende an die [[1714]] gegründete [[Rosenkranzbruderschaft Faistenau|Rosenkranzbruderschaft]] dar, die von Vikar (1714–1722)<ref name="vikare">[http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Faistenau Liste der Vikare von Faistenau]</ref> [[Johann Michael Freundt]] ins Leben gerufen wurde und der vermutlich im Bild rechts als Geistlicher dargestellt ist. Flankiert wird der Altar von den Statuen der hll. Johann B. und Johann Ev., über dem Gebälk thront der Kirchen-Patron Jakob mit den Attributen Pilgerstab, Pilgerhut, Pilgerschuhen, Pilgerbuch und Pilgermantel mit Jakobsmuscheln als Besatz. [[1721]] lieferte der Bildhauer [[Paul Mödlhammer]] aus [[Neumarkt am Wallersee|Neumarkt]] noch zwei ''Adorationssengel'' für den Altar sowie ''Laub und'' Feston-''Gehänge'', womit 15 aneinandergeknüpfte Rosenmedaillons mit eingelassenen Bildern gemeint sein könnten, die jetzt oben im Bogen des Chores angebracht sind und vor 1980 um den Hochaltar angeordnet waren. Dargestellt sind die 15 Geheimnisse der drei Rosenkränze mit ihren jeweils fünf Gesätzen. Eine Sarkophag-Mensa und ein Drehtabernakel vervollständigen den Altar.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 11.</ref>
Der Hochaltar wurde von einem unbekannten Tischler angefertigt und [[1716]] von dem Maler [[Josef Andrä Eisl]] geliefert. Der Aufbau mit je einem seitlichen Säule-Pilaster-Paar erinnert an den Hochaltar der [[Franziskanerkirche]] in der [[Stadt Salzburg]]. Das Altarblatt stellt die Rosenkranzspende an die [[1714]] gegründete [[Rosenkranzbruderschaft Faistenau|Rosenkranzbruderschaft]] dar, die von Vikar (1714–[[1722]])<ref name="vikare"></ref> [[Johann Michael Freundt]] ins Leben gerufen wurde und der vermutlich im Bild rechts als Geistlicher dargestellt ist. Flankiert wird der Altar von den Statuen Johannes des Täufers und des Apostels Johannes, über dem Gebälk thront der Kirchenpatron Jakob mit den Attributen Pilgerstab, Pilgerhut, Pilgerschuhen, Pilgerbuch und Pilgermantel mit Jakobsmuscheln als Besatz. [[1721]] lieferte der Bildhauer [[Paul Mödlhammer]] aus [[Neumarkt am Wallersee|Neumarkt]] noch zwei Adorationsengel für den Altar sowie "Laub und" Feston-"Gehänge", womit 15 aneinander geknüpfte Rosenmedaillons mit eingelassenen Bildern gemeint sein könnten, die jetzt oben im Bogen des Chores angebracht sind und vor 1980 um den Hochaltar angeordnet waren. Dargestellt sind die 15 Geheimnisse der drei Rosenkränze mit ihren jeweils fünf Gesätzen. Eine Sarkophag-Mensa und ein Drehtabernakel vervollständigen den Altar.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 11.</ref>


=== Seitenaltäre ===
=== Seitenaltäre ===
Die Entwürfe für die beiden Seitenaltäre machte der Maler [[Mathias Wichlhamer]] aus Neumarkt (am [[Wallersee]]) [[1684]] und sind im [[Archiv der Erzdiözese Salzburg]] erhalten. Beide Altäre sind schwarz gefasst und mit Vergoldungen versehen. Das Gebälk ruht auf jeweils zwei Salomonischen Säulen, auf denen vergoldete Weintrauben-Reliefs angebracht sind, einem Symbol der eucharistischen Gestalt Wein. Den linken Seitenaltar fertigte der Thalgauer Tischler Wolf Reitlechner [[1687]], den rechten der Tischler Wolf Hauser 1689/90. Das Altarblatt auf der Evangelienseite (=Frauenseite) zeigt die ''Heilige Familie'', der Tondo darüber den ''hl. Georg'', beide gemalt von Mathias Wichlhamer. Auf der Epistelseite (=Männerseite) sieht man ''Maria'', der ihre ''Mutter Anna'' das Lesen beibringt, (nach einer Komposition von Rubens), darüber ist der ''hl. [[Leonhard von Limoges|Leonhard]]'' zu erkennen, beide Gemälde stammen von Christof Scheen.<ref>''Dehio Salzburg'', Wien 1986, S. 95.</ref>
Die Entwürfe für die beiden Seitenaltäre machte der Maler [[Mathias Wichlhamer]] aus Neumarkt (am [[Wallersee]]) [[1684]] und sind im [[Archiv der Erzdiözese Salzburg]] erhalten. Beide Altäre sind schwarz gefasst und mit Vergoldungen versehen. Das Gebälk ruht auf jeweils zwei Salomonischen Säulen, auf denen vergoldete Weintrauben-Reliefs angebracht sind, einem Symbol der eucharistischen Gestalt Wein. Den linken Seitenaltar fertigte der Thalgauer Tischler Wolf Reitlechner [[1687]], den rechten der Tischler Wolf Hauser [[1689]]–[[1690]]. Das Altarblatt auf der Evangelienseite (= Frauenseite) zeigt die Heilige Familie, der Tondo darüber den hl. Georg, beide gemalt von Mathias Wichlhamer. Auf der Epistelseite (= Männerseite) sieht man Maria, der ihre Mutter Anna das Lesen beibringt, (nach einer Komposition von Peter PaUL Rubens), darüber ist der hl. [[Leonhard von Limoges|Leonhard]] zu erkennen, beide Gemälde stammen von Christof Scheen.<ref>''Dehio Salzburg'', Wien 1986, S. 95.</ref>


=== Übrige Einrichtung ===
=== Übrige Einrichtung ===
Unweit der Rosenkranzbilder hängt eine Mondsichel-Madonna mit Strahlenkranz von der Decke, die von einer Gebetskette gerahmt wird, sie könnte von [[Simon Fries]] stammen. Bemerkenswert sind die Statuen der eine Schlange zertretenden Maria, der Darstellung der „Unbefleckten Empfängnis“, des „Auferstandenen“ mit Kelch und Kreuz und die 1702 geschaffenen Statuen des „''Ecce Homo''“ und der „Schmerzensmutter“, die beide [[Meinrad Guggenbichler]] schuf.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 11ff.</ref>
Unweit der Rosenkranzbilder hängt eine Mondsichel-Madonna mit Strahlenkranz von der Decke, die von einer Gebetskette gerahmt wird, sie könnte von [[Simon Fries]] stammen. Bemerkenswert sind die Statuen der eine Schlange zertretenden Maria, der Darstellung der "Unbefleckten Empfängnis", des "Auferstandenen" mit Kelch und Kreuz und die [[1702]] geschaffenen Statuen des ''Ecce Homo'' und der "Schmerzensmutter", die beide [[Meinrad Guggenbichler]] schuf.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 11ff.</ref>
 
==== Bestuhlung, Speisgitter etc. ====
==== Bestuhlung, Speisgitter etc. ====
Die Bestuhlung des Presbyteriums und die Aufstellung der Speisgitter erfolgte am 17. November 1923, während die Bestuhlung im Langhaus schon 1913/14 erfolgt war.<ref>Pfarrarchiv Faistenau: ''V. Kirche, VI. Schule''. In: ''I. Ursprung des Ortes'' etc. S. 13 und, o.p., [S. 20]. (Handschriftliche Chronik, vermutlich von Pfarrer Jakob Lukasser vor 1913 begonnen)</ref>
Die Bestuhlung des Presbyteriums und die Aufstellung der Speisgitter erfolgte am [[17. November]] [[1923]], während die Bestuhlung im Langhaus schon 1913/14 erfolgt war.<ref>Pfarrarchiv Faistenau: ''V. Kirche, VI. Schule''. In: ''I. Ursprung des Ortes'' etc. S. 13 und, o.p., [S. 20]. (Handschriftliche Chronik, vermutlich von Pfarrer Jakob Lukasser vor 1913 begonnen)</ref>


=== Orgel ===
=== Orgel ===
[[Datei:Rekonstruktionsstudie Karl Mauracher 1825 Faistenau.png|mini|left|Rekonstruktionsstudie: [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]-Orgel 1825]]
==== Mauracher-Orgel ====
Die Kirche in der Faistenau hatte ca. 500 Jahre kein Orgelinstrument.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]], Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10. Nach: Schmeißner, Roman: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln, WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0, S. 3.</ref> Die erste Orgel wurde während der Amtszeit von [[Johann Waibl]]<ref name="vikare"/> angeschafft, der von 1823 bis 1826 Vikar in Faistenau gewesen war. Sie stammte von dem Tiroler Orgelbauer [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982, S. 44.</ref> und muss Ende Mai [[1825]] fertig aufgestellt gewesen sein, denn seine Rechnung über 170 Gulden Reichswährung (= 68 [[Gulden|fl.]] C.M.)<ref>Die Reichswährung (R.W.), auch Wiener Währung (W.W.) genannt, war um den Faktor 2,5 geringer bewertet also die Conventionsmünze (C.M.): ''250 fl. W.W. galten 100 fl. C.M''. In: Günther Probszt: ''Österreichische Münz- und Geldgeschichte''. Von den Anfängen bis 1918, Wien / Köln / Graz 1973, S. 531.</ref> wurde am [[8. Juni]] 1825 quittiert.<ref>''Quittung Uiber 170 fl. R.W. welche Unterzeichneter für das gelieferte Orgelwerk an die löbl. Vicariatskirche Faistenau, unter nachstehenden Data aufgestellt, und den ob angeführten Betrag richtig und bar empfangen hat. Dieß bescheint Faistenau am 8. Juni 1825 Karl Mauracher Orglbauer aus Fügen im Zillerthalle''. In: [[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10.</ref>  
[[Datei:Rekonstruktionsstudie Karl Mauracher 1825 Faistenau.png|mini|Rekonstruktionsstudie: [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]-Orgel 1825]]
Die Kirche in der Faistenau hatte ca. 500 Jahre kein Orgelinstrument.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]], Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10. Nach: Schmeißner, Roman: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln, WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0, S. 3.</ref> Die erste Orgel wurde während der Amtszeit von [[Johann Waibl]]<ref name="vikare"></ref> angeschafft, der von 1823 bis 1826 Vikar in Faistenau gewesen war. Sie stammte von dem Tiroler Orgelbauer [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982, S. 44.</ref> und muss Ende Mai [[1825]] fertig aufgestellt gewesen sein, denn seine Rechnung über 170 Gulden Reichswährung (= 68 [[Gulden|fl.]] C.M.)<ref>Die Reichswährung (R.W.), auch Wiener Währung (W.W.) genannt, war um den Faktor 2,5 geringer bewertet also die Conventionsmünze (C.M.): ''250 fl. W.W. galten 100 fl. C.M''. In: Günther Probszt: ''Österreichische Münz- und Geldgeschichte''. Von den Anfängen bis 1918, Wien / Köln / Graz 1973, S. 531.</ref> wurde am [[8. Juni]] 1825 quittiert.<ref>''Quittung Uiber 170 fl. R.W. welche Unterzeichneter für das gelieferte Orgelwerk an die löbl. Vicariatskirche Faistenau, unter nachstehenden Data aufgestellt, und den ob angeführten Betrag richtig und bar empfangen hat. Dieß bescheint Faistenau am 8. Juni 1825 Karl Mauracher Orglbauer aus [[Fügen]] im Zillerthalle''. In: [[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10.</ref>  


Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus [[Linde]]<nowiki>nholz</nowiki> geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister [[Johann Hacksteiner]] aus [[Laufen an der Salzach|Laufen]], es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der [[Kirche St. Nikola|Nikolauskirche]] in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 [[Franz Xaver Gruber]] spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß [[Franz Strobl]], er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten „Volksgesang“ einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die „neuen Lieder“ anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.<br/>Dieses Instrument wurde [[1863]] von [[Matthäus Mauracher I.]] abgebaut und um 70 [[Gulden]] übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,<ref>Siehe: [http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Mitterecker,_Franz_(1807-1876)] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.</ref> Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: ''Principal''&nbsp;8' (''die tiefste Oktav aus Holz''), ''Coppel''&nbsp;8', ''Octav''&nbsp;4' (''die zehn tiefsten Tön'' von Holz), ''Flötte''&nbsp;4' (''die tiefste Oktav aus der „Oktav 4 Fuß“ entnommen.''), ''Mixtur''&nbsp;2' (''dreifach''), ''Octav-Baß''&nbsp;8' (''12 Tön''). Im Weiteren ist zu lesen: ''Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten''[s].<ref>AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).</ref>
Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus [[Linde]]<nowiki>nholz</nowiki> geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister [[Johann Hacksteiner]] aus [[Laufen an der Salzach|Laufen]], es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der [[Kirche St. Nikola|Nikolauskirche]] in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 [[Franz Xaver Gruber]] spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß [[Franz Strobl]], er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten "Volksgesang" einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die "neuen Lieder" anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.<br/>Dieses Instrument wurde [[1863]] von [[Matthäus Mauracher I.]] abgebaut und um 70 [[Gulden]] übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,<ref>Siehe [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Mitterecker,_Franz_(1807-1876)] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.</ref> Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: ''Principal''&nbsp;8' (''die tiefste Oktav aus Holz''), ''Coppel''&nbsp;8', ''Octav''&nbsp;4' (''die zehn tiefsten Tön'' von Holz), ''Flötte''&nbsp;4' (''die tiefste Oktav aus der "Oktav 4 Fuß" entnommen.''), ''Mixtur''&nbsp;2' (''dreifach''), ''Octav-Baß''&nbsp;8' (''12 Tön''). Im Weiteren ist zu lesen: ''Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten''[s].<ref>AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).</ref>


Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], als überall Rohstoffmangel herrschte, wurde die Mauracher-Orgel abgetragen und durch ein Instrument von [[Max Dreher]] ersetzt, federführend für diesen Vorgang war der Salzburger [[Domkapellmeister]] [[Joseph Messner]].<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit [[Pädagogische Hochschule Salzburg]] 1982, S. 44.</ref> Naturgemäß war dieses Instrument von Anfang an störanfällig und wurde ob seines optischen, technischen und klanglichen Erscheinungsbildes kritisiert.<br/>
Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]], als überall Rohstoffmangel herrschte, wurde die Mauracher-Orgel abgetragen und durch ein Instrument von [[Max Dreher]] ersetzt, federführend für diesen Vorgang war der Salzburger [[Domkapellmeister]] [[Joseph Messner]].<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit [[Pädagogische Hochschule Salzburg]] 1982, S. 44.</ref> Die Orgelweihe fand am [[Jakobitag]] [[1949]] statt, das anspruchsvolle Programm des [[Kirchenchor Faistenau|Faistenauer Kirchenchores]] begleitete die Organistin [[Rosa Klaushofer]]. Naturgemäß war dieses Instrument, das aus minderwertigen Nachkriegsmaterialien zusammengestellt war, von Anfang an störanfällig und wurde ob seines optischen, technischen und klanglichen Erscheinungsbildes kritisiert.  


Im Mai 2015 vergab das Orgelkomitee der Pfarre Faistenau den Auftrag für eine neue Orgel mit 18 Registern an Orgelbaumeister Alois Linder, der, in Absprache mit [[Heribert Metzger]], 82 Pfeifen aus dem Mauracher-Instrument übernahm, die sich in der Dreher-Orgel erhalten hatten.<ref>Faltblatt: ''ORGEL FAISTENAU''. Spenden-Aufruf für eine neue Orgel in der Pfarrkirche Faistenau, hrsg. vom Pfarramt Faistenau, Faistenau 2015.</ref>  
==== Linder-Orgel ====
Im Mai [[2015]] vergab das Orgelkomitee der Pfarre Faistenau den Auftrag für eine neue Orgel mit 18 Registern an Orgelbaumeister Alois Linder, der, in Absprache mit [[Heribert Metzger]], 82 Pfeifen aus dem Mauracher-Instrument übernahm, die sich in der Dreher-Orgel erhalten hatten.<ref>Faltblatt: ''ORGEL FAISTENAU''. Spenden-Aufruf für eine neue Orgel in der Pfarrkirche Faistenau, hrsg. vom Pfarramt Faistenau, Faistenau 2015.</ref>  


Die Inauguration des neuen Instruments fand zu [[Jakobitag|Jakobi]] 2018 statt, im Zuge der sie von Weihbischof [[Hansjörg Hofer]] gesegnet, und von [[Roman Schmeißner]] zum ersten Mal gespielt wurde.
Die Inauguration des neuen Instruments fand zu Jakobi 2018 statt, im Zuge der sie von Weihbischof [[Hansjörg Hofer]] gesegnet wurde. Danach erklang sie das erste Mal mit dem Präludium von Joh. Seb. Bach in C-Dur (BWV 545), gespielt von [[Roman Schmeißner]].


==== Disposition der Linder-Orgel ====
==== Disposition der Linder-Orgel ====
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* [[Koppel (Orgel)|Koppeln]]: I-Pedal, II-Pedal, II-I.
* Koppeln: I-Pedal, II-Pedal, II-I.
;Anmerkungen
;Anmerkungen
<references group="Anm." />
<references group="Anm." />


== Umbauten und Erweiterungspläne der Kirche ==
Da die Kirche durch die Zunahme der Kirchenbesucher zu klein wurde, entstanden Pläne, sie zu erweitern. Erste Hinweise datieren aus den Jahren nach 1700 und beziehen sich auf einen kompletten Neubau.<ref>[[11. September]] [[1723]] von Vikar [[Jakob Thaler]] ([[1723]] – [[1726]]), am [[6. Februar]] [[1725]] von den Gemeindeausschussmitgliedern (Johann Eckschlager (Ebnerbauer), Matthias Brandstätter (Oberzechprobst, von Hinterstein) und Georg Ebner (Unterzechprobst, vom Todtbauern). Am [[12. Mai]] 1725 weist Matthias Brandstätter nochmals darauf hin, dass die Gemeinde zwischen 1324 und 1725 von 600 auf 1&nbsp;300 Seelen angewachsen wäre.</ref> Am [[15. Juni]] [[1727]] z. B. wird bei einer Eingabe an das [[Konsistorium der Erzdiözese Salzburg|Konsistorium]] darauf hingewiesen, dass die Gemeinde [[1708]] schon 3.600 [[Gulden]] gespendet hätte und ein weiterer Betrag von 6.686 Gulden für einen Neubau der Kirche übrig wären.<ref>Pfarrachiv Faistenau</ref> Im Jahr [[1869]] plante man abermals einen Neubau der Kirche, [[1911]] legte [[Karl Pirich]], von dem das (2013 veränderte) Kriegerdenkmal, die Exedra im Friedhof und (das 2005 zerstörte) Brunnenhaus stammen, Pläne vor, die ein Seitenschiff mit neugotischen Emporen vorsahen.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 5.</ref> 1934 ließ Pfarrer Bäumer<ref>Anton P. Bäumer: [http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=B%C3%A4umer,_Anton_P._%281872-1953%29], aufgerufen am 6. Jänner 2016.</ref> die aus dem Jahre 1912 stammenden Erweiterungspläne der Kirche in Wörgl herbeischaffen, um die Faistenauer so ähnlich zu vergrößern, in den [[1960er]] Jahren diskutierte man Lösungen wie bei der Erweiterung der Pfarrkirche [[Stadtpfarrkirche St. Maximilian|Maxglan]] 1952–56, in den [[1970er]] und [[1980er]]-Jahren wurde die Errichtung eines neuen, größeren Chores diskutiert. Pläne dazu lieferten die Architekten [[Clemens Holzmeister]] und Hans Hofmann. Im Zuge einer solchen Maßnahme wollte man den Friedhof auf ein Feld am Fuß des Kugelberges verlegen.
Realisiert wurden allerdings nur den Gesamteindruck der Kirche störende Maßnahmen: eine 1693 errichtete westliche Volksempore, die weit in das Langhaus ragt, 1825 der Einbau einer Orgel-Empore im Chor, wobei mehrere [[Kapitell]]e der nördlichen [[Pilaster]] abgeschlagen und die Symmetrie im [[Chor (Architektur)|Presbyterium]] gestört wurde, und vor 1913 das Herausschlagen der sechs [[Dienst (Architektur)|Dienste]] im gotischen Teil der Kirche.
== Besonderheiten ==
=== 1863 ===
Am Sonntag den [[25. Oktober]] [[1863]] begann in Faistenau eine Missionszeit, die von Jesuiten-Patres abgehalten wurde und neun Tage, bis zum Allerseelentag am [[2. November]] [[1863]], gedauert hatte.
Dabei wurde auch ein neues Missionskreuz an der Kirche angebracht, das alte, obwohl für die Ausstattung zu groß, danach im Inneren der Kirche aufgehängt.<br/>Von den 26 Predigten waren 19 auf dem Dorfplatz gehalten worden, wobei der jeweilige Jesuiten-Pater auf den sogenannten „Predigtstuhl“ der Tausendjährigen Linde stieg: einem waagrechten, hohlen und nach oben offenen Ast der Linde, der von innen durch den ebenso hohlen Baum erreicht werden kann. Für den im Baum hochsteigenden Prediger schuf man damals eine Stiege mit neun Stufen, damit derselbe oben, durch eine Öffnung, im dicken Ast hinaustreten konnte. Aus acht Gemeinden strömten damals Gläubige herbei, um diese Tage mitzuerleben, wobei sich die [[Abtenau]]er die größten Mühe machten: viele gingen erst nach einem anstrengenden Arbeitstag, während der Nacht, den Fußweg von sechs Stunden nach Faistenau.
Für die Feierlichkeiten waren außerdem neue Paramente und eine [[Matthäus Mauracher I.|Matthäus-Mauracher]]-Orgel gekauft worden. Für die Anschaffung derselben und die Ausrichtung der Missionszeit spendeten die Gemeindemitglieder des Vikariats Faistenau 900 [[Gulden|fl.]]<ref>[[Herzogtum Salzburg|Herzogthum Salzburg]]. Faistenau. In dieser abgeschlossenen, auf freundlicher Höhe gelegenen Gemeinde wurde das halbtausendjährige Jubiläum des Gotteshaues mit 9tägiger Jesuitenmission in eben so feierlicher als erbaulicher Weise vom 25. v.M. bis zum 2. d.M. begangen. Sowohl diese Gemeinde (welche obschon nur 1100 Seelen zählend, bei dieser Gelegenheit nahe an die 900 [[Gulden|fl.]] für eine neue Orgel, Anschaffung kirchlicher Paramente und Bestreitung anderer Missionsauslagen bereitwilligst, ja mit Freude gespendet hatte), als auch die umliegenden Nachbargemeinden (es trafen 8 Gemeinden mit ihren Seelsorgern prozessionsweise ein) zeigten die lebhafte Teilnehme. Man zählte 3&nbsp;000 Kommunikanten; täglich wurde noch nach der Abendlitanei um 5, einmal sogar noch um ½7 Uhr Abends abgespeist. Die [[Abtenau]]er haben den 6stündigen beschwerlichen Weg über die Berge und vielen Gräben nicht gescheut, um zur hl. Mission zu kommen. Es gab sogar Solche, die den ganzen Tag im Walde gearbeitet hatten, zu Hause Abends speisten, dann Nachts sich auf den weiten Weg machten, um 6 Uhr früh in Faistenau an den Beichtstühlen standen! Ein Gegenstand allgemeiner Bewunderung war die große Linde auf dem Platze vor der Kirche – sie mißt 4½ Umgriff oder 27 Fuß –, an der die Kanzel angebracht war; mit sehr geringer Mühe wurde ein ganz bequemer Aufgang von 9 Stufen durch die sehr schön verwachsene Höhlung der Linde hergestellt, so daß der Prediger aus dem Innern des Baumes auf die Kanzel heraustrat. – Die 9tägige Gnadenzeit war vom herrlichsten Wetter begünstigt, so daß aus den 26 Predigten 19 im Freien gehalten werden konnten. Die Weihe und Aufstellung des Missionskreuzes fand im Beisein einer sehr großen Volksmenge am Allerseelentage bei gleichfalls günstiger Witterung statt''. In: ''Salzburger Kirchenblatt.'' Nr. 45 vom 3. November 1863, S. 371f.</ref>


== Bildergalerie ==
== Bildergalerie ==
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Datei:Ecce homo, Werkstatt Meinrad Guggenbichler 1702.jpg|Ecce Homo von [[Meinrad Guggenbichler]] [[1702]].
Datei:Ecce homo, Werkstatt Meinrad Guggenbichler 1702.jpg|Ecce Homo von [[Meinrad Guggenbichler]] [[1702]].
Datei:Faistenau Missionskreuz Anfang des 17. Jahrhunderts.jpg|Missionskreuz, ursprünglich im Freien an der Außenmauer im Osten der Kirche angebracht.
Datei:Faistenau Missionskreuz Anfang des 17. Jahrhunderts.jpg|Missionskreuz, ursprünglich im Freien an der Außenmauer im Osten der Kirche angebracht.
Datei:Mater Dolorosa, Werkstatt Meinrad Guggenbichler 1702.jpg|Mater Dolorosa, war möglicherweise unter dem Missionskreuz im Freien aufgestellt.
Datei:Mater Dolorosa, Werkstatt Meinrad Guggenbichler 1702.jpg|Mater Dolorosa, war möglicherweise unter dem Missionskreuz im Freien aufgestellt.
Datei:Faistenau Orgelempore Karl Mauracher 1825.jpg|Orgelempore [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Maurachers]] im Chor, [[1825]] errichtet.
Datei:Faistenau Orgelempore Karl Mauracher 1825.jpg|Orgelempore [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Maurachers]] im Chor, [[1825]] errichtet.
Datei:Pfarrkirche Faistenau, Südansicht.jpg|Südansicht mit Beinhaus, Nothelferkapelle und Sakristei (von links).
 
Datei:Pfarrkirche Faistenau, Altaransicht.jpg|Gesamtansicht in Richtung Osten.
Datei:Ausblick von der Empore in Richtung Altar der Pfarrkirche Faistenau.jpg|Ausblick von der Empore in Richtung Altar der Pfarrkirche Faistenau
Datei:Ausblick von der Empore in Richtung Altar der Pfarrkirche Faistenau.jpg|Ausblick von der Empore in Richtung Altar der Pfarrkirche Faistenau
Datei:Pfarrkirche Faistenau, Chorseite.jpg|Ansicht nach Westen mit 1693 eingezogener Volksempore. 2009
Datei:Pfarrkirche Faistenau, Chorseite.jpg|Ansicht nach Westen mit 1693 eingezogener Volksempore. 2009
Datei:Ansicht der neuen Lindner-Orgel mit der Empore.jpg|Ansicht der neuen Linder-Orgel mit der Empore. 2018
Datei:Ansicht der neuen Lindner-Orgel mit der Empore.jpg|Ansicht der neuen Linder-Orgel mit der Empore. 2018
Datei:Pfarrkirche Faistenau, Mittelgang.jpg|Mittelgang Volksempore (1693) und Stützen aus dem Jahre 1863.
Datei:Ausziehbare Kirchenbänke.JPG|Kirchenbänke mit Ausziehladen  
Datei:Ausziehbare Kirchenbänke.JPG|Kirchenbänke mit Ausziehladen  
Datei:Faistenauer Krippe.jpg|Faistenauer Krippe
Datei:Faistenauer Krippe.jpg|Faistenauer Krippe
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=== weitere Bilder ===
=== weitere Bilder ===
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=== Historische Abbildungen ===
== Historische Abbildungen ==
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Datei:Hochaltar Faistenau, ÖKT 10-1, Wien 1913, S. 208..JPG|Hochaltar [[1913]], noch mit dornenumringtem Herz im Strahlenkranz und mit einem Bogen von 15 vergoldeten Rosen.
Datei:Hochaltar Faistenau, ÖKT 10-1, Wien 1913, S. 208..JPG|Hochaltar [[1913]], noch mit dornenumringtem Herz im Strahlenkranz und mit einem Bogen von 15 vergoldeten Rosen.
Datei:Pfarrkirche Faistenau 1949.jpeg|Nach der Renovierung [[1948]]/[[1949|49]], noch mit umlaufender Lambrie.
Datei:Pfarrkirche Faistenau 1949.jpeg|Nach der Renovierung [[1948]]/[[1949|49]], noch mit umlaufender Lambrie.
Datei:Pfarrkirche Faistenau 1949 nach Westen.jpeg|1948/49 mit unfertiger Dreher-Orgel.
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Datei:Vikariatshaus Faistenau Photo Karl Hintner Salzburg (1828–1904) Nr. 105725.jpeg|''Reitershausen'' von 1324 (?), Kühbergstr. 2, Photograph: Karl [[Hintner]]. Früher Pfaffsteg, später Gasteg genannt, wo die Geistlichen ihre Pferde einstellten.
Datei:Vikariatshaus Faistenau Photo Karl Hintner Salzburg (1828–1904) Nr. 105725.jpeg|''Reitershausen'' von 1324 (?), Kühbergstr. 2, Fotograf: [[Karl Hintner senior]]. Früher Pfaffsteg, später Gasteg genannt, wo Geistliche bis 1622 übernachten und ihre Pferde einstellen konnten.
Datei:Pfarrhof Faistenau im Winter 1938-39.tif|Pfarrhof Faistenau im Winter [[1938]]/[[1939|39]].
Datei:Pfarrhof Faistenau im Winter 1938-39.tif|Pfarrhof Faistenau im Winter [[1938]]/[[1939|39]].
Datei:Faistenau Bienenhaus-Plan um 1898.jpg|Plan der Bienenhütte, die Pfarrer Florian Eisl [[1898]] im südwestlichen Eck des Pfarrgartens errichten ließ.<ref>Florian Eisl (* 1855; † 1907), Pfarrer in der Faistenau 1893 – 1902. Siehe: [http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Eisl,_Florian_(1855-1907)] aufgerufen am 11. Februar 2015.</ref>
Datei:Faistenau Bienenhaus-Plan um 1898.jpg|Plan der Bienenhütte, die Pfarrer Florian Eisl [[1898]] im südwestlichen Eck des Pfarrgartens errichten ließ.<ref>Florian Eisl (* 1855; † 1907), Pfarrer in der Faistenau 1893 – 1902. Siehe: [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Eisl,_Florian_(1855-1907)] aufgerufen am 11. Februar 2015.</ref>
Datei:Faistenau Gartenplan Pfarrhof 1906.jpg|Bepflanzungsplan des Pfarrgartens von Jakob Lukasser aus dem Jahre [[1906]], der [[1902]]–[[1913]] Pfarrer in der Faistenau war.<ref>Jakob Lukasser (* 1863; † 1916), Pfarrer in der Faistenau 1902 – 1913. Siehe: [http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Lukasser,_Jakob_(1863-1916)] aufgerufen am 11. Februar 2015.</ref>
Datei:Faistenau Gartenplan Pfarrhof 1906.jpg|Bepflanzungsplan des Pfarrgartens von Jakob Lukasser aus dem Jahre [[1906]], der [[1902]]–[[1913]] Pfarrer in der Faistenau war.<ref>Jakob Lukasser (* 1863; † 1916), Pfarrer in der Faistenau 1902 – 1913. Siehe: [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Lukasser,_Jakob_(1863-1916)] aufgerufen am 11. Februar 2015.</ref>
Datei:Kirchenchor Faistenau am 28. Juni 1936.jpg|Photo vom 28. Juni 1936: der von Pfarrer [[Franz Xaver Klaushofer|Klaushofer]] gegründete [[Kirchenchor Faistenau]]
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* [http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Datei:Faistenau_Orgel.pdf über die Faistenauer Orgel, pdf]
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== Fußnoten ==
== Einzelnachweise ==
<references />
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Aktuelle Version vom 25. Juli 2026, 20:29 Uhr

Pfarrkirche Faistenau, Südansicht mit Beinhaus, Nothelferkapelle und Sakristei (von links).

Die Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren, die Kirche in der Faistenau, ist seit 1873 Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarre Faistenau in Faistenau. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der höchstgelegenen Flachgauer Gemeinde.

Allgemeines

Die Pfarre Faistenau gehört zum Dekanat Thalgau. Ihre Pfarrkirche ist dem Apostel Jakobus d. Ä. geweiht, das Patrozinium wird am Jakobitag, dem 25. Juli, begangen.[1]

Geschichte

Im 14. Jahrhundert erlaubte der Salzburger Erzbischof den Ministerialen "von Thurn", deren Ansitz das Schloss in St. Jakob am Thurn war, in der Pfarre Thalgau eine Filialkirche zu errichten. Am 1. Mai 1324 bestätigte dazu der Vicedom Heinrich von Lampoding († 1347), dass ihm die Edlen "Jakob v. Thurn, sowie Jakob, Hertneid, Hermann und Ulrich, Brüder v. d. Thurn" 30 Pfund Salzburger Pfennige (1 Pfund = 240 Stück)[2] so lange überlassen hätten, bis der Thalgauer Pfarrer einen Baugrund freigäbe, den man dann zwischen Philippi (Walpurgisnacht) und Jakobi 1324 kaufen wolle, um darauf den von ihnen bereits gestifteten Bau einer Kirche "in der Geswant" von Thalgau (= im Thalgauer Rodungsgebiet) auszuführen.[3]

Erzbischof Friedrich III. unterzeichnete dann am Martinitag 1324 selber eine Urkunde, in der er bestätigte, dass die Edlen von Thurn in seinem Sinne die Kirche und das dazugehörende Grundstück "vogteifrei" gestiftet hätten, dazu auch noch einen Hof in Reitershausen in Faistenau. Die Kirche sollte zur Ehre "Unserer Lieben Frau" und "Sankt Jakob" geweiht werden. Er verlangte, dass die Leute innerhalb "des waldes", welche wegen der "weiten Entfernung oft die Kirche" [Anm.: in Thalgau] "versäumt oder wegen Schnee und Unwetter nicht besuchen konnten", in der neuen Kirche die hl. Messe besuchen sollten, nämlich die Bewohner von Faistenau (Vaistenow), Tiefbrunnau (Tevffenprunneow) und Kühleiten (Chueleuten). Überdies verpflichtete er den Thalgauer Pfarrer Ortwein (1324–1395?)[4] in Faistenau Messen zu lesen und zwar an jedem Sonntag, dem Ostertag, dem Stephanitag, zu Weihnachten, am Mittwoch der Pfingstwoche, an Mariä Himmelfahrt (15. August) sowie bei der Dult am Kirchweihtag bzw. Jakobitag; außerdem die Neugeborenen zu taufen, Kranke zu versehen usw. An allen anderen Tagen müssten die Faistenauer weiterhin die Thalgauer Pfarrkirche besuchen. Im Weiteren ist in der Urkunde sinngemäß (in sprachlich vereinfachter und modernisierter Fassung) zu lesen: "Hält der Pfarrer diese Ordnung nicht ein, hat er jede Versäumnis dem Domdechant mit sechzig Pfennig und die dritte mit ½ Pfund Salzburger Pfennig zu büßen, wenn einer der Stifter oder einer ihrer Erben mit zwei Landleuten eidlich die Säumnis bekräftigen. Der Pfarrer gelobt auch in der Pfarrkirche zu Thalgau am achten Tag nach Allerseelen einen Jahrtag für die Stifter zu begehen. Das Domkapitel darf die Stiftungsgüter nicht" [Anm.: zur Pfarrkirche Thalgau] "abziehen".[5]

Als ein Kooperator auf seinem Heimweg von Hintersee mit seinem Pferd in den Schneemassen beim Paulhäusl in Faistenau stecken blieb und "elendiglich" erfror, erhob das Domkapitel die Filialkirche 1622 zu einem Vikariat. Der erste Faistenauer Vikar (1622–1637), Johann Christ Stängelmayr,[6] konnte fortan in einem neu errichteten Vikariatshaus wohnen und musste nicht zurück nach Thalgau reiten.

Das vermutlich "Reitershausen" genannte Haus kam um 1808 in den Besitz der Familie Haberpointner. 1873 wurde das Vikariat Faistenau eigenständige Pfarre.

1863

Am Sonntag den 25. Oktober 1863 begann in Faistenau eine Missionszeit, die von Jesuiten-Patres abgehalten wurde und neun Tage, bis zum Allerseelentag am 2. November 1863, gedauert hatte.

Dabei wurde auch ein neues Missionskreuz an der Kirche angebracht, das alte, obwohl für die Ausstattung zu groß, danach im Inneren der Kirche aufgehängt.
Von den 26 Predigten waren 19 auf dem Dorfplatz gehalten worden, wobei der jeweilige Jesuiten-Pater auf den sogenannten "Predigtstuhl" der Tausendjährigen Linde stieg: einem waagrechten, hohlen und nach oben offenen Ast der Linde, der von innen durch den ebenso hohlen Baum erreicht werden kann. Für den im Baum hochsteigenden Prediger schuf man damals eine Stiege mit neun Stufen, damit derselbe oben, durch eine Öffnung, im dicken Ast hinaustreten konnte. Aus acht Gemeinden strömten damals Gläubige herbei, um diese Tage mitzuerleben, wobei sich die Abtenauer die größten Mühe machten: viele gingen erst nach einem anstrengenden Arbeitstag, während der Nacht, den Fußweg von sechs Stunden nach Faistenau.

Für die Feierlichkeiten waren außerdem neue Paramente und eine Matthäus-Mauracher-Orgel gekauft worden. Für die Anschaffung derselben und die Ausrichtung der Missionszeit spendeten die Gemeindemitglieder des Vikariats Faistenau 900 fl.:[7]

Herzogthum Salzburg. Faistenau. In dieser abgeschlossenen, auf freundlicher Höhe gelegenen Gemeinde wurde das halbtausendjährige Jubiläum des Gotteshaues mit 9tägiger Jesuitenmission in eben so feierlicher als erbaulicher Weise vom 25. v.M. bis zum 2. d.M. begangen. Sowohl diese Gemeinde (welche obschon nur 1100 Seelen zählend, bei dieser Gelegenheit nahe an die 900 fl. für eine neue Orgel, Anschaffung kirchlicher Paramente und Bestreitung anderer Missionsauslagen bereitwilligst, ja mit Freude gespendet hatte), als auch die umliegenden Nachbargemeinden (es trafen 8 Gemeinden mit ihren Seelsorgern prozessionsweise ein) zeigten die lebhafte Teilnehme. Man zählte 3 000 Kommunikanten; täglich wurde noch nach der Abendlitanei um 5, einmal sogar noch um ½7 Uhr Abends abgespeist. Die Abtenauer haben den 6stündigen beschwerlichen Weg über die Berge und vielen Gräben nicht gescheut, um zur hl. Mission zu kommen. Es gab sogar Solche, die den ganzen Tag im Walde gearbeitet hatten, zu Hause Abends speisten, dann Nachts sich auf den weiten Weg machten, um 6 Uhr früh in Faistenau an den Beichtstühlen standen! Ein Gegenstand allgemeiner Bewunderung war die große Linde auf dem Platze vor der Kirche – sie mißt 4½ Umgriff oder 27 Fuß –, an der die Kanzel angebracht war; mit sehr geringer Mühe wurde ein ganz bequemer Aufgang von 9 Stufen durch die sehr schön verwachsene Höhlung der Linde hergestellt, so daß der Prediger aus dem Innern des Baumes auf die Kanzel heraustrat. – Die 9tägige Gnadenzeit war vom herrlichsten Wetter begünstigt, so daß aus den 26 Predigten 19 im Freien gehalten werden konnten. Die Weihe und Aufstellung des Missionskreuzes fand im Beisein einer sehr großen Volksmenge am Allerseelentage bei gleichfalls günstiger Witterung statt.

Baugeschichte der Kirche

hl. Jakobus im Pilgergewand mit Jakobsmuscheln und Adorationsengel
Altarblatt hl. Familie, Auszugstondo hl. Georg, Vorsatzbild Mariahilf.
Altarblatt Anna lehrt Maria das Lesen, Auszugstondo hl. Leonhard
Alois Linder-Orgel 2018

Beim Bau der ersten Kirche ab 1324 dürfte die sogenannte 1 000-jährige Linde, ein Naturdenkmal, schon gepflanzt gewesen sein, sie bildet heute den Mittelpunkt des Dorfplatzes. Wie diese Kirche aussah ist nicht überliefert und könnte nur durch eine Grabung eruiert werden. Die westlichen Bereiche des geosteten Baues wurden vermutlich im 15. Jahrhundert, in der Zeit der Spätgotik errichtet. Am 25. Juli 1517 weihte der Bischof von Chiemsee, Berthold Pürstinger, den um die Kirche liegenden Friedhof ein, tags darauf konsekrierte er zwei Altäre: den nördlichen, evangelienseitigen zu Ehren der drei hll. Frauen Maria, Maria Magdalena und Anna, und den südlichen, epistelseitigen zu Ehren der drei hll. Männer Georg, Markus und Florian.[8]

Im Jahr 1625 erweiterte man den Kirchenbau nach Süden mit einer Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, in der auch der hl. Rochus vertreten war, wohl als Bitte um Verschonung vor der Pest, die schon in mehreren umliegenden Gemeinden grassierte. Jedoch breitete sie sich dann im Jahre 1628 auch in Faistenau aus und forderte unzählige Opfer. Vermutlich in Hinblick auf einen größeren und höheren Kirchenneubau, ähnlich wie bei der Pfarrkirche in Thalgau, erhöhte man 1707 den gotischen Kirchturm. Er erhielt ein achteckiges Glockengeschoß mit einem mehrzwiebeligen Turm und einer vergoldeten Turmkugel, auf der ein Lothringer Kreuz steht. In der ehemaligen Glockenstube mit dreibogigen Schallfenstern mit romanischen Säulen[9] wurde die von Jeremias Sauter 1688 angefertigte Turmuhr untergebracht. Nach der Erhöhung des Kirchturms wollte man die "Neue Kirche" realisieren, da auch schon 6.000 fl. dafür angespart worden waren. Es kam aber nicht dazu. Stattdessen schlugen der Pfleger und der Pfarrer von Thalgau[10] u. a. vor, "ein neues" (Gewölbe) "oben an dem Chore" aufzubrechen, möglicherweise der Zeitpunkt, an dem die Kirche nach Osten hin mit einem vergrößerten Chor 1720[11]verlängert wurde. Im Weiteren wurden die im Scheitelpunkt der Stichkappen liegenden Fenster zugemauert und darunter große Fenster ausgebrochen. Die Kirche war bis dahin fast vollständig mit Fresken versehen, die durch die hoch liegenden Fenster belichtet wurden. Bei der Renovierung der Kirche in den Jahren 1948–1949 konnten übermalte Fresken, mit dargestellter Datierung "1517", entdeckt und teilweise freigelegt werden, die 1980 an den Seitenwänden aufgefunden Fresken in Form von Ornament-Bändern wurden nicht gerettet. Jetzt sichtbar sind die Wandmalereien in den Laibungen der nordseitigen Einsatznischen und zwar in der westlichen die "hll. Rupert und Virgil", "Mariæ Verkündigung" durch den Erzengel Gabriel, in der östlichen "Christus vor Kaiphas" und "Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld", dann "Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße" und die "Gefangennahme Jesu Christi".[12]

Umbauten und Erweiterungspläne der Kirche

Da die Kirche durch die Zunahme der Kirchenbesucher zu klein wurde, entstanden Pläne, sie zu erweitern. Erste Hinweise datieren aus den Jahren nach 1700 und beziehen sich auf einen kompletten Neubau.[13] Am 15. Juni 1727 z. B. wird bei einer Eingabe an das Konsistorium darauf hingewiesen, dass die Gemeinde 1708 schon 3.600 Gulden gespendet hätte und ein weiterer Betrag von 6.686 Gulden für einen Neubau der Kirche übrig wären.[14] Im Jahr 1869 plante man abermals einen Neubau der Kirche, 1911 legte Karl Pirich, von dem das (2013 veränderte) Kriegerdenkmal, die Exedra im Friedhof und (das 2005 zerstörte) Brunnenhaus stammen, Pläne vor, die ein Seitenschiff mit neugotischen Emporen vorsahen.[15] 1934 ließ Pfarrer Bäumer[16] die aus dem Jahre 1912 stammenden Erweiterungspläne der Kirche in Wörgl herbeischaffen, um die Faistenauer so ähnlich zu vergrößern, in den 1960er-Jahren diskutierte man Lösungen wie bei der Erweiterung der Pfarrkirche Maxglan 1952–56, in den 1970er- und 1980er-Jahren wurde die Errichtung eines neuen, größeren Chores diskutiert. Pläne dazu lieferten die Architekten Clemens Holzmeister und Hans Hofmann. Im Zuge einer solchen Maßnahme wollte man den Friedhof auf ein Feld am Fuß des Kugelberges verlegen.

Realisiert wurden allerdings nur den Gesamteindruck der Kirche störende Maßnahmen: eine 1693 errichtete westliche Volksempore, die weit in das Langhaus ragt, 1825 der Einbau einer Orgel-Empore im Chor, wobei mehrere Kapitelle der nördlichen Pilaster abgeschlagen und die Symmetrie im Presbyterium gestört wurde, und vor 1913 das Herausschlagen der sechs Dienste im gotischen Teil der Kirche.

Ausstattung

Fresken

Einige Renaissance-Fresken aus dem Jahr 1517 seien zufällig im Jahr 1949 unter Tünche entdeckt und freigelegt worden. Was seit gut 70 Jahren von diesen Fresken aus der späten Regierungszeit von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschachs sichtbar ist, etwa die Landespatrone Rupert mit Salzfass und Virgil mit Dommodell, ist ebenso wie andere Besonderheiten der Faistenauer Kirche im 2024 neu erschienenen Kirchenführer nachzulesen.[17]

Hochaltar

Der Hochaltar wurde von einem unbekannten Tischler angefertigt und 1716 von dem Maler Josef Andrä Eisl geliefert. Der Aufbau mit je einem seitlichen Säule-Pilaster-Paar erinnert an den Hochaltar der Franziskanerkirche in der Stadt Salzburg. Das Altarblatt stellt die Rosenkranzspende an die 1714 gegründete Rosenkranzbruderschaft dar, die von Vikar (1714–1722)[6] Johann Michael Freundt ins Leben gerufen wurde und der vermutlich im Bild rechts als Geistlicher dargestellt ist. Flankiert wird der Altar von den Statuen Johannes des Täufers und des Apostels Johannes, über dem Gebälk thront der Kirchenpatron Jakob mit den Attributen Pilgerstab, Pilgerhut, Pilgerschuhen, Pilgerbuch und Pilgermantel mit Jakobsmuscheln als Besatz. 1721 lieferte der Bildhauer Paul Mödlhammer aus Neumarkt noch zwei Adorationsengel für den Altar sowie "Laub und" Feston-"Gehänge", womit 15 aneinander geknüpfte Rosenmedaillons mit eingelassenen Bildern gemeint sein könnten, die jetzt oben im Bogen des Chores angebracht sind und vor 1980 um den Hochaltar angeordnet waren. Dargestellt sind die 15 Geheimnisse der drei Rosenkränze mit ihren jeweils fünf Gesätzen. Eine Sarkophag-Mensa und ein Drehtabernakel vervollständigen den Altar.[18]

Seitenaltäre

Die Entwürfe für die beiden Seitenaltäre machte der Maler Mathias Wichlhamer aus Neumarkt (am Wallersee) 1684 und sind im Archiv der Erzdiözese Salzburg erhalten. Beide Altäre sind schwarz gefasst und mit Vergoldungen versehen. Das Gebälk ruht auf jeweils zwei Salomonischen Säulen, auf denen vergoldete Weintrauben-Reliefs angebracht sind, einem Symbol der eucharistischen Gestalt Wein. Den linken Seitenaltar fertigte der Thalgauer Tischler Wolf Reitlechner 1687, den rechten der Tischler Wolf Hauser 1689–1690. Das Altarblatt auf der Evangelienseite (= Frauenseite) zeigt die Heilige Familie, der Tondo darüber den hl. Georg, beide gemalt von Mathias Wichlhamer. Auf der Epistelseite (= Männerseite) sieht man Maria, der ihre Mutter Anna das Lesen beibringt, (nach einer Komposition von Peter PaUL Rubens), darüber ist der hl. Leonhard zu erkennen, beide Gemälde stammen von Christof Scheen.[19]

Übrige Einrichtung

Unweit der Rosenkranzbilder hängt eine Mondsichel-Madonna mit Strahlenkranz von der Decke, die von einer Gebetskette gerahmt wird, sie könnte von Simon Fries stammen. Bemerkenswert sind die Statuen der eine Schlange zertretenden Maria, der Darstellung der "Unbefleckten Empfängnis", des "Auferstandenen" mit Kelch und Kreuz und die 1702 geschaffenen Statuen des Ecce Homo und der "Schmerzensmutter", die beide Meinrad Guggenbichler schuf.[20]

Bestuhlung, Speisgitter etc.

Die Bestuhlung des Presbyteriums und die Aufstellung der Speisgitter erfolgte am 17. November 1923, während die Bestuhlung im Langhaus schon 1913/14 erfolgt war.[21]

Orgel

Mauracher-Orgel

Rekonstruktionsstudie: Karl Mauracher-Orgel 1825

Die Kirche in der Faistenau hatte ca. 500 Jahre kein Orgelinstrument.[22] Die erste Orgel wurde während der Amtszeit von Johann Waibl[6] angeschafft, der von 1823 bis 1826 Vikar in Faistenau gewesen war. Sie stammte von dem Tiroler Orgelbauer Karl Mauracher[23] und muss Ende Mai 1825 fertig aufgestellt gewesen sein, denn seine Rechnung über 170 Gulden Reichswährung (= 68 fl. C.M.)[24] wurde am 8. Juni 1825 quittiert.[25]

Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus Lindenholz geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister Johann Hacksteiner aus Laufen, es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der Nikolauskirche in Oberndorf (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 Franz Xaver Gruber spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß Franz Strobl, er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten "Volksgesang" einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die "neuen Lieder" anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.
Dieses Instrument wurde 1863 von Matthäus Mauracher I. abgebaut und um 70 Gulden übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,[26] Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: Principal 8' (die tiefste Oktav aus Holz), Coppel 8', Octav 4' (die zehn tiefsten Tön von Holz), Flötte 4' (die tiefste Oktav aus der "Oktav 4 Fuß" entnommen.), Mixtur 2' (dreifach), Octav-Baß 8' (12 Tön). Im Weiteren ist zu lesen: Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten[s].[27]

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als überall Rohstoffmangel herrschte, wurde die Mauracher-Orgel abgetragen und durch ein Instrument von Max Dreher ersetzt, federführend für diesen Vorgang war der Salzburger Domkapellmeister Joseph Messner.[28] Die Orgelweihe fand am Jakobitag 1949 statt, das anspruchsvolle Programm des Faistenauer Kirchenchores begleitete die Organistin Rosa Klaushofer. Naturgemäß war dieses Instrument, das aus minderwertigen Nachkriegsmaterialien zusammengestellt war, von Anfang an störanfällig und wurde ob seines optischen, technischen und klanglichen Erscheinungsbildes kritisiert.

Linder-Orgel

Im Mai 2015 vergab das Orgelkomitee der Pfarre Faistenau den Auftrag für eine neue Orgel mit 18 Registern an Orgelbaumeister Alois Linder, der, in Absprache mit Heribert Metzger, 82 Pfeifen aus dem Mauracher-Instrument übernahm, die sich in der Dreher-Orgel erhalten hatten.[29]

Die Inauguration des neuen Instruments fand zu Jakobi 2018 statt, im Zuge der sie von Weihbischof Hansjörg Hofer gesegnet wurde. Danach erklang sie das erste Mal mit dem Präludium von Joh. Seb. Bach in C-Dur (BWV 545), gespielt von Roman Schmeißner.

Disposition der Linder-Orgel

I Manual C–g3
Principal 8′
Tibia 8′[Anm. 1]
Gamba 8′
Octave 4′
Traversflöte 4′[Anm. 2]
Superoctav 2′
Quint 11/3'[Anm. 3]
Mixtur III–IV 11/3'
II. Manual C–g3
Copel 8′[Anm. 4]
Salicional 8′
Flöte 4′
Gemshorn 4′
Nasard 22/3'
Doublette 2′[Anm. 5]
Terz 13/5'
Tremulant
Pedal C–f1
Subbaß 16′
Oktavbaß 8′
Choralbaß 4′
Fagottbaß 8′
  • Koppeln: I-Pedal, II-Pedal, II-I.
Anmerkungen
  1. ↑ C–a0 vermutlich von Matthäus Mauracher d.Ä aus dem Jahre 1863
  2. ↑ C–h0 vermutlich von Karl Mauracher aus dem Jahre 1825
  3. ↑ Vorbabzug aus der Mixtur
  4. ↑ C–H vermutlich von Matthäus Mauracher d.Ä aus dem Jahre 1863
  5. ↑ C–h0 vermutlich von Matthäus Mauracher d.Ä aus dem Jahre 1863


Bildergalerie

weitere Bilder

 Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Historische Abbildungen

Literatur

  • Dehio Salzburg. Wien, 1986
  • Feistenau, Faistenau, ein Dorf mit 9 Häusern, 10 Wohnparteyen, 66 Bewohnern in: Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg, fünfter Teil: Der Salzburgkreis (S. 219 – 554.), hrsg. von Benedikt Pillwein. Joh. Christ. Quandt, Kastner’s seel. Eidam, Linz, 1839, S. 390f
  • Dürlinger, Joseph: Das Vicariat Faistenau zum heil. Apostel Jakob dem Aelt. In: Historisch-statistsisches Handbuch der Erzdiöcese Salzburg in ihren heutigen Grenzen, erster Band: Ruraldecanate des Flachlandes, Duyle'sche Hofbuchdruckerei, Salzburg 1862, S. 420–431.
  • Faistenau, Land Salzburg, hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994).
  • Kerschbaum, Roland Peter: Die Kanzellandschaft in den Salzburger Kirchen. Künstlerische Entwicklungslinien des liturgischen Verkündigungsortes vom 16. bis 18. Jahrhundert. Magisterarbeit Universität Salzburg 2003.
  • Österreichische Kunsttopographie. Die Denkmale des politischen Bezirkes Salzburg, I. Teil: Die Gerichtsbezirke St. Gilgen, Neumarkt, Thalgau (ÖKT 10/1), Wien 1913.
  • Schmeißner, Roman: Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982.
  • Schmeißner, Roman: In Etappen zur neuen Orgel – eine Dokumentation. In: Alois Linder-Orgel, Pfarrkirche Faistenau, Sankt Jakob 2018, S. 24 – 39.
  • Schmeißner, Roman: Geschichte der Orgeln in Faistenau. In: Alois Linder-Orgel, Pfarrkirche Faistenau, Sankt Jakob 2018, S. 40 – 58.

Einzelnachweise

  1. ↑ Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 277.
  2. ↑ 60 Pfenning = 1 Kreuzer; 4 Kreuzer = 1 Gulden (4 mal 60)
  3. ↑ Siehe Urkunde [1], aufgerufen am 24. Jänner 2015.
  4. ↑ Siehe die Liste der Pfarrer und Vikare von Faistenau.
  5. ↑ Siehe Urkunde: [2], aufgerufen am 25. Jänner 2015.
  6. ↑ 6,0 6,1 6,2 Siehe die Liste der Pfarrer und Vikare von Faistenau
  7. ↑ ANN, "Salzburger Kirchenblatt", Nr. 45 vom 5. November 1863, S. 371f.
  8. ↑ Faistenau, Land Salzburg, hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 4f.
  9. ↑ Die Schallfenster wurden Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise zugemauert und weiß gekalkt
  10. ↑ G. Friedrich Freyherr von Gabelcoven. Siehe: Monasterium, Liste der Pfarrer von Thalgau [3], aufgerufen am 24. Jänner 2015.
  11. ↑ Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 277.
  12. ↑ Dehio Salzburg, Wien 1986, S. 94.
  13. ↑ 11. September 1723 von Vikar Jakob Thaler (1723–1726), am 6. Februar 1725 von den Gemeindeausschussmitgliedern (Johann Eckschlager (Ebnerbauer), Matthias Brandstätter (Oberzechprobst, von Hinterstein) und Georg Ebner (Unterzechprobst, vom Todtbauern). Am 12. Mai 1725 weist Matthias Brandstätter nochmals darauf hin, dass die Gemeinde zwischen 1324 und 1725 von 600 auf 1 300 Seelen angewachsen wäre.
  14. ↑ Pfarrarchiv Faistenau
  15. ↑ Faistenau, Land Salzburg, hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 5.
  16. ↑ Anton P. Bäumer: [4], aufgerufen am 6. Jänner 2016.
  17. ↑ Für nähere Informationen zu "Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau)" siehe auch den Originalartikel von Kulturklauberin Daniele Pabinger auf SN.at.
  18. ↑ Faistenau, Land Salzburg, hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 11.
  19. ↑ Dehio Salzburg, Wien 1986, S. 95.
  20. ↑ Faistenau, Land Salzburg, hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 11ff.
  21. ↑ Pfarrarchiv Faistenau: V. Kirche, VI. Schule. In: I. Ursprung des Ortes etc. S. 13 und, o.p., [S. 20]. (Handschriftliche Chronik, vermutlich von Pfarrer Jakob Lukasser vor 1913 begonnen)
  22. ↑ AES, Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10. Nach: Schmeißner, Roman: Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen, Duisburg & Köln, WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0, S. 3.
  23. ↑ Roman Schmeißner: Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982, S. 44.
  24. ↑ Die Reichswährung (R.W.), auch Wiener Währung (W.W.) genannt, war um den Faktor 2,5 geringer bewertet also die Conventionsmünze (C.M.): 250 fl. W.W. galten 100 fl. C.M. In: Günther Probszt: Österreichische Münz- und Geldgeschichte. Von den Anfängen bis 1918, Wien / Köln / Graz 1973, S. 531.
  25. ↑ Quittung Uiber 170 fl. R.W. welche Unterzeichneter für das gelieferte Orgelwerk an die löbl. Vicariatskirche Faistenau, unter nachstehenden Data aufgestellt, und den ob angeführten Betrag richtig und bar empfangen hat. Dieß bescheint Faistenau am 8. Juni 1825 Karl Mauracher Orglbauer aus Fügen im Zillerthalle. In: AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10.
  26. ↑ Siehe [5] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.
  27. ↑ AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).
  28. ↑ Roman Schmeißner: Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982, S. 44.
  29. ↑ Faltblatt: ORGEL FAISTENAU. Spenden-Aufruf für eine neue Orgel in der Pfarrkirche Faistenau, hrsg. vom Pfarramt Faistenau, Faistenau 2015.
  30. ↑ Florian Eisl (* 1855; † 1907), Pfarrer in der Faistenau 1893 – 1902. Siehe: [6] aufgerufen am 11. Februar 2015.
  31. ↑ Jakob Lukasser (* 1863; † 1916), Pfarrer in der Faistenau 1902 – 1913. Siehe: [7] aufgerufen am 11. Februar 2015.