Matthäus Mauracher I.

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Matthäus Mauracher I., eigentlich Mathias (* 20. Juli 1818 in Zell am Ziller;[1]7. August 1884 in Aigen[2]), war ein Orgelbauer aus der bedeutenden Zillertaler Künstler-, Bildhauer- und Orgelbauerfamilie Mauracher.

Leben

Matthäus folgte seinem Vater Mathias (I.) nach Graz, wo er nach dessen Tod die von diesem begonnene Orgel der Franziskanerkirche vollendete, und bei dem er das Handwerk des Orgelbauers erlernt hatte.

Bei Domchorvikar Johann Kliebenschädel[3] nahm er 1837 und 1838 Unterricht im Generalbass und in der Harmonielehre. Begonnen hatte es seine solide Ausbildung als 18jähriger 1836 bei Pater Peter Singer in Bozen, bei welchem er seine musikalisch-theoretischen Studien machte. Zeitlebens haben diese kongenialen Naturen in Freud und Leid sich eine feste Freundschaft gehalten, haben sich mancherlei ergänzt, maches zusammen erkämpft, errungen.[4]

Er wurde von dem Franziskanerpater Peter Singer, dem Erbauer des Pansymphonikons, nach Salzburg gebeten. Er verlegte 1861 seinen Wohn- und Werkstattsitz nach Salzburg, in die Steingasse, Stein 42.,[5] wo sein Betrieb am 6. Oktober 1863 im Gewerberegister eingetragen wurde. Von Pater Singer erhielt Mauracher eine gründliche musikalische Ausbildung.

Mauracher hatte sodann mit der Schaffung der neuen Orgel der Kollegienkirche ("Studienkirche") solchen Erfolg, dass ihm mehrfache Großaufträge, u.a. der Umbau der Salzburger Domorgel und die Erneuerung der Bruckner-Orgel im Stift St. Florian, anvertraut wurden. Er machte auch die Bekanntschaft des Komponisten und Organisten Anton Bruckner, der ihn sehr schätzte.

In seinem Betrieb wurde ab 1878 die von seinem ältesten Sohn Josef (* 1845; † 1907) verwendete Hängeventillade (Registerkanzellen mit hängenden Ventilen und horizontalem Hebelverschluss) verwendet. Etwa 120 Orgeln entstanden in dieser Generation, bevor das Unternehmen von den jüngeren Söhnen Hans (* 1847; † 1900) und Matthäus II. (* 1859; † 1939) übernommen wurde.

Werke

(Auswahl; Manuale/Register:)

Literatur

Siehe Artikel "Mauracher"

Quellen

  • "Info zu 'Mauracherstraße'" auf gis.stadt-salzburg.at
  • Reichling, Alfred und Matthias: Lexikon der in Tirol tätigen Orgelbauer, Eintrag [2]
  • M. Mauracher-Orgel von 1890 mit Harmonikastimme im Kleinen Michl (Hamburg): [3], aufgerufen am 20. September 2015.

Einzelnachweise

  1. TB 5 (Taufbuch Zell am Ziller 1813–1853), S. 75.
  2. STB3 (Sterbebuch Aigen 1852–1886), S. 168.
  3. Siehe: [1], aufgerufen am 20. September 2015.
  4. Salzburger Chronik Nr. 182 (1884), zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 192.
  5. Handels- und Gewerbe-Schematismus für das Herzogthum Salzburg, Salzburg, Verlag Ludwig Taube 1866, S. 23.