Oldtimer Grand Prix für historische Automobile und Motorräder am Salzburgring

Zwischen 1974 und 1987 fand am Salzburgring neun mal der Oldtimer Grand Prix für historische Motorräder und Automobile statt, der jedes Mal mehrere Hundert Teilnehmer aus aller Welt anlockte. 1994, 1996 und 1997 gab es dann nochmals "Oldtimer Grand Prix" in reduzierter Form.

Oldtimer Grand Prix 1981: Start von vier Weltmeistern, von links: 21 – Walter Zeller (GER), Vize-Weltmeister 1956 in der 500‑cm³‑Klasse auf BMW (hier am Start); 3 – Luigi Taveri (SUI), dreifacher Weltmeister in der 125‑cm³‑Klasse 1962, 1964 und 1966 auf Honda (hier am Start); 2 – Bill Lomas (GBR), Weltmeister 1955 und 1956 in der 350‑cm³‑Klasse auf Moto Guzzi; und 1 – John Surtees (GBR), der einzige Weltmeister auf zwei Rädern (sieben Mal in den 1950er‑Jahren) und auf vier Rädern (1964 auf Ferrari).

Entstehung

Vorläufer MARTHA-Rallye

"5. Int. Motorveteranen-Rallye um den blauen Donaupokal der MARTHA" 1970, 18 min Video

Die erste vom Motor Veteranen Club Salzburg (MVCS) organisierte Veteranen-Rallye im Land Salzburg war die "5. Internationale Motorveteranen-Rallye um den blauen Donaupokal der MARTHA" vom 18. bis 20. September 1970. Die Strecke führte von der Stadt Salzburg nach Glasenbach in Elsbethen, wo die erste Zeitetappe begann und über Hallein durch das Wiestal ins Fahrerlager am Salzburgring führte. Die nächste Zeitetappe verlief von Fuschl am See nach St. Gilgen und über die Scharflinger Höhe nach Mondsee. Die darauffolgende Zeitetappe begann in Zell am Moos und führte über Straßwalchen, Neumarkt am Wallersee, Köstendorf und Mattsee bis Obertrum am See, wo eine ländliche Jause im Braugasthof Sigl auf die Teilnehmer wartete. Die letzte Etappe schließlich brachte die Teilnehmer über Elixhausen, Lengfelden, Bergheim und die Plainbrücke zum Ziel in Salzburg-Itzling, bei der ARAL-Tankstelle der "MARTHA" an der Raiffeisenstraße.

Der Salzburgring eröffnete neue Möglichkeiten

Erst durch die Eröffnung des Salzburgring 1969 als permanente Rennstrecke vor den Toren der Stadt Salzburg entstand die Möglichkeit, an Veranstaltungen mit historischen Fahrzeugen zu denken. Bis zum ersten als eigenständig durchgeführten "Oldtimer Grand Prix" 1975 konnte man nur kurzzeitig Straßenzüge oder Straßenrundkurse für derartige Veranstaltungen sperren, ohne den Verkehr nachhaltig zu behindern.

In den 1960er-Jahren entstanden Motor‑Veteranen‑Clubs und man erinnerte sich an die Werte alter Automobile und Motorräder. Während man in England schon längere Zeit auf permanenten Rennstrecken derartige Veranstaltungen durchführte, begann man erst 1973 auch in Deutschland auf alten Streckenteilen des Nürburgrings ab 1973 und auf dem Hockenheimring 1977 mit historischen Rennveranstaltungen.

 
Der erste Oldtimer Grand Prix 1974: 1 - Georg "Schorsch" Meier auf BMW 500 Kompressor, 1939, Besitzer Michael Krauser;

In Salzburg fand bereits 1974 in Zusammenarbeit des MVCS unter der damaligen Leitung von Helmut Krackowizer und dem Salzburger Automobil-, Motorrad- und Touring-Club (SAMTC) der "1. Wettbewerb um die Castrol-Austria-Trophäe in memoriam Rupert Karner" – Karner war in den 1920er-Jahren ein bekannter und erfolgreicher Straßen-, Bahn- und Bergrennfahrer – auf dem Salzburgring statt. Zunächst gab es nur einen Lauf für Motorräder im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft-Veranstaltung. 1975, zwar ebenfalls noch im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft-Veranstaltung, wurden bereits zwei Läufe durchgeführt (einer am Vormittag und einer am Nachmittag). Erst ab 1976 wurde der "Oldtimer Grand Prix" als eigenständige zweitägige Veranstaltung durchgeführt und ab dann auch mit Wertungsläufen für historische Automobile.

Nach 1994 gab es dann noch zwei weitere "Oldtimer Grand Prix" am Salzburgring, nämlich 1996 und 1997, organisiert vom ARBÖ Salzburg. Der Charakter der Veranstaltung war der Entwicklung der Zeit bereits angepasst: Es gab Läufe der European Challenge for historic Touring cars, Grand Tourisme-Meisterschafts- und Motorradläufe. Diese waren jedoch mit nur 48 Startern sehr mager besetzt im Vergleich zu den großartigen Veranstaltungen in den 1970er- und 1980er-Jahren.

Die Geschichte der Veranstaltung

 
Oldtimer Grand Prix 1983: Klasse der Seitenwagen, 20 – Eric Bezon – Louis Bezon, SUI, auf einer Motosacoche 1000, Baujahr 1919;

Die Termine

Am 4. und 5. Mai 1975 fand die Veranstaltung zunächst im Rahmen des Motorrad-Weltmeisterschaftslaufes "Großer Preis von Österreich" statt. Anschließend wurde sie als eigene Veranstaltung durchgeführt, zunächst als Tagesveranstaltung und später über ein ganzes Wochenende hinweg.

1. Oldtimer Grand Prix: 11. September 1976, nur Samstag, der erste eigenständig veranstaltete Oldtimer Grand Prix
2. Oldtimer Grand Prix: 10. und 11. September 1977
3. Oldtimer Grand Prix: 2. und 3. September 1978
4. Oldtimer Grand Prix: 8. und 9. September 1979
5. Oldtimer Grand Prix: 29. und 30. August 1981
6. Oldtimer Grand Prix: 3. und 4. September 1983
7. Oldtimer Grand Prix: 7. und 8. September 1985
8. Oldtimer Grand Prix: 5. und 6. September 1987

Der Ablauf eines "Oldtimer Grand Prix"

Es gab Gleichmäßigkeitsbewerbe für Automobile und Motorräder, jeweils in Jahrgangsklassen und Hubraumgruppen unterteilt. Dabei musste die Zeit bzw. Geschwindigkeit, die nach einer Startrunde gemessen wurde, möglichst ohne Abweichung über weitere drei Runden gehalten werden. Ein Lauf umfasste somit fünf Runden (vor der ersten gemessenen Runde gab es eine Runde mit stehendem Start), je Runde 4,2 Kilometer. Je Klasse wurden zwei Läufe absolviert. Sieger war derjenige, der die kleinste Zeitabweichung der beiden Läufe hatte.

Bereits am Freitagnachmittag reisten die ersten Teilnehmer an. Am Samstag fanden die technische Abnahme (Sicherheits- und Markenkontrolle) sowie die Trainingsläufe statt. Die beiden Wertungsläufe wurden am Sonntag ausgetragen. An diesen Wochenenden kamen bis zu 10 000 Zuschauer zum Ring.

Die Geschichte des originalen "Oldtimer Grand Prix"

Die erste Veranstaltung am 5. Mai 1974 fand bei strömendem Regen statt.

Am Wochenende des 8. und 9. September 1979 feierte man gleich zwei Jubiläen: "50 Jahre Gaisbergrennen" (das letzte fand im September 1969 statt) und "40 Jahre TT‑Sieg Schorsch Meier". TT steht für die englische Tourist Trophy, das älteste Motorradrennen der Welt, das noch heute stattfindet. Außerdem gedachte man der 25‑jährigen Wiederkehr des Todestages des bisher einzigen österreichischen Solo‑Motorrad‑Weltmeisters Rupert Hollaus († 11. September 1954 im Training in Monza, Italien).

Bei den Automobilen war der 68‑Jährige, ehemalige fünffache argentinische Weltmeister Juan Manuel Fangio mit dem Mercedes‑Benz W 196 "Silberpfeil", dem Weltmeisterauto von 1954, zum ersten Mal in Österreich zu Gast. Diese Veranstaltung war gleichzeitig der Höhepunkt in der Geschichte des originalen "Oldtimer Grand Prix".

Ab 1979 wurde der "Oldtimer Grand Prix" nur mehr alle zwei Jahre veranstaltet.

1981 konnte man eine Reihe prominenter ehemaliger Rennfahrer erleben: John Surtees (GBR, Vincent "Black Lightning"), Bill Lomas (GBR, Moto Guzzi), Luigi Taveri (SUI, Honda), František "Franta" Šťastný (CSSR, Jawa) sowie Walter Zeller (GER, BMW RS). Niki Lauda (AUT) pilotierte einen Mercedes-Benz "Silberpfeil". Bei den Automobilen wurde erstmals um die "Alfred-Neubauer-Trophäe" gefahren.

1983 stand unter dem Motto "60 Jahre BMW-Motorräder".

Beim letzten "Oldtimer Grand Prix" der "alten Art" im September 1987 war nochmals die "alte Garde" angetreten, schreibt Helmut Krackowizer zu einem Bild: Hein Thorn-Prikker (GER), Sammy Miller (Trial-Weltmeister, GBR), John Surtees (GBR), Walter Zeller (GER), Luigi Taveri (SUI), Hans Haldemann (SUI), Gert von Woedtke (GER) und H. O. Buthenuth (GER).

 
Von links nach rechts: Prof. Dr. Helmut Krackowizer, Wolfgang Gruber (Mercedes Benz Österreich), Niki Lauda am Salzburgring bei einem Oldtimer Grand Prix 1981.
 
Helmut Krackowizer bei einer Fahrerbesprechung im Fahrerlager.

Das Ende der legendären Veranstaltung

Der "Oldtimer Grand Prix" konnte 1989 aufgrund verschärfter Lärmschutzbestimmungen des Landes Salzburgs in seiner bisherigen Form nicht mehr stattfinden.

Am 15. und 16. September 1990 fand ein "Oldtimer Grand Prix" auf dem steirischen Österreichring statt, für die die Bezirkshauptmannschaft Knittelfeld mit Bescheid vom 22. März 1990 diese Veranstaltung genehmigt hatte. Dieser "Oldtimer Grand Prix" stand unter dem Motto "Schorsch Meier, BMW, erfolgreichster Motorrad-Rennfahrer, feiert heuer seinen 80. Geburtstag."

Bei einer als "Oldtimer Grand Prix" betitelten Veranstaltung, die am 14. und 15. September 1991 am Salzburgring stattfand, handelte es sich jedoch um einen zur Europameisterschaft zählenden Lauf für Automobile der 1950er- und 1960er-Jahre.[1]

1992 fand anstelle des "Oldtimer Grand Prix" vom 19. bis 21. Juni der Lungauer Bergpreis am Fanningberg statt. Im Herbst gab es eine Veranstaltung am Salzburgring, die ebenfalls in Medien als "Oldtimer Grand Prix" betitelt wurde (siehe Oldtimer Grand Prix 1992). Dabei handelte es sich jedoch um den FIA‑Cup‑Lauf für historische Sport‑Tourenwagen sowie um Demonstrationsrunden von Niki Lauda in einem Mercedes-Benz‑Rennwagen "Silberpfeil" und von Hans Stuck in einem CanAm‑Porsche 917 aus dem Jahr 1972.[2]

Dann änderten sich die Verhältnisse im Land Salzburg wieder, und 1994 konnten Motorräder bei einem "Oldtimer Grand Prix" auf dem Salzburgring starten. An dieser Veranstaltung nahmen 149 Motorräder teil. Sie fand im Rahmen des FIA‑Cup‑Laufs für historische Sport‑Tourenwagen statt. Unter den Motorradfahrern waren Luigi Taveri, John Surtees und Hans‑Georg Anscheidt vertreten. [3]

Doch die Österreichische Oberste Sportkommission (OSK) versuchte, diese Veranstaltung in letzter Minute mit einem verstaubten Passus aus der Sportgesetzgebung abzuwürgen. Bei Veteranenveranstaltungen war nur eine maximale Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h erlaubt (Anmerkung: 1981 wurden Spitzengeschwindigkeiten von 200 km/h gefahren, Durchschnittsgeschwindigkeiten von 137 km/h!). Helmut Krackowizer sagte in einem Interview nach der Veranstaltung 1994 mit dem Journalisten Andy Schwietzer: "...wir fuhren die Veranstaltung und schlossen am Ende eben alle Teilnehmer aus, um den Bestimmungen der OSK Genüge zu tun..." So endete die Geschichte des wohl bekanntesten "Oldtimer Grand Prix" Mitteleuropas!

1996 fand ein "Oldtimer Grand Prix des ARBÖ Salzburg" statt. Bei der Veranstaltung am Wochenende 13. bis 15. September 1996 kamen noch einmal Stars von vor 30 oder mehr Jahren nach Salzburg. Unter ihnen waren wieder Luigi Taveri und John Surtees zu sehen. Bei den Automobilen kam ein "Brabham BT 34" an den Start, mit dem 1971 der Brite Graham Hill Fünfter beim Weltmeisterschaftslauf in Zeltweg in der Steiermark wurde.[4] Aber das Wetter spielte nicht mit. Es gab einen frühen Wintereinbruch mit Regen und Schneematsch.[5]

Vom 4. bis 6. Juli 1997 veranstaltete der ARBÖ Salzburg letztmalig einen "Oldtimer-Grand-Prix" auf dem Salzburgring. Dieser fand im Rahmen des dritten Laufs zur historischen Tourenwagen-Europameisterschaft der FIA statt. Bei den Automobilen reichte der Zeitrahmen bis zu Fahrzeugen aus dem Jahr 1958 zurück. Bei den Motorrädern waren auch ältere, echte Oldtimer aus der Zwischenkriegszeit zu sehen, jedoch stammte die Mehrheit aus Baujahren nach 1960. Galten bei den legendären "Oldtimer-Grand-Prix" der 1970er- und 1980er-Jahre die Programmhefte um öS 25,--/30,-- als "Eintrittskarte" für das Fahrerlager (um den Ring herum kostenlos), so zahlte man 1997 für den Eintritt ins Fahrerlager und um den Ring herum am Samstag öS 200,-- und am Sonntag öS 300,-- pro Person.[6]

Die Teilnehmer bei den "klassischen Oldtimer Grand Prix"

Mit oft bis zu 100 Automobilen und bis zu 200 Motorrädern reisten die Teilnehmer aus ganz Europa an, einige sogar aus Übersee. Zu den prominenten Teilnehmern zählten unter anderem:

 
Niki Lauda in einem Mercedes-Benz "Silberpfeil" beim Oldtimer Grand Prix 1981.

Bei den Automobilisten:

 
Oldtimer Grand Prix 1981: Prof. Dr. Max Reisch ist mit seinem Steyr 100 Transasien-Expeditionswagen aus dem Jahr 1935 zu Gast am Salzburgring; neben Max Reisch sitzt Siegfried Cmyral, Puch-Werks-Motorradrennfahrer der 1930er-Jahre; zweiter von rechts sein Sohn DI Arch. Peter Reisch, neben Max Reisch, mit Kappe, Prof. Dr. Helmut Krackowizer.

Bei den Motorradfahrern:

  • John Surtees, Großbritannien, der einzige Weltmeister auf Motorrad und im Automobil;
  • Bill Lomas, Großbritannien, 1955 und 1956 Weltmeister auf einer Moto Guzzi;
  • Luigi Taveri, dreifacher Weltmeister aus der Schweiz;
  • "Wiggerl" Kraus und sein "Schmiermaxe" Bernhard Huser, ein ehemaliger BMW‑Beiwagengespann‑Fahrer und fünffacher deutscher Meister;
  • Jock West (GB), BMW‑Werksfahrer 1937 bis 1939;
  • Franz Falk aus Graz;
  • Georg "Schorsch" Meier aus Bayern, der erste Nicht‑Engländer, der die letzte Vorkriegs‑TT auf der Isle of Man gewonnen hatte;
  • Fritz Walcher, Sieger des ersten Nachkriegsrennens im Oktober 1946 in Salzburg‑Nonntal;
  • die Salzburger Brüder Ferdinand und Edi Kranawetvogl, beide ehemalige Motorradrennfahrer und Staatsmeister;
  • Siegfried Cmyral, der von 1929 bis 1932 die sagenumwobene Kompressor‑Puch pilotierte;
  • August "Gustl" Hobl, DKW‑Werksfahrer in den 1950er‑Jahren und mehrfacher deutscher Meister;
  • Franta Stastny, Vizeweltmeister aus der Tschechoslowakei;
  • Hans Haldemann aus der Schweiz, der ebenfalls einige Male in der Rangliste der WM mit seinen schnellen Norton‑Beiwagengespannen aufschien;
  • Walter Zeller aus Hammerau in Bayern, ehemaliger BMW‑Werksfahrer und mehrfacher deutscher Staatsmeister sowie einmal WM‑Vizeweltmeister;
  • Erwin Lechner, Österreich, siebenfacher Motorradstaatsmeister;
  • 1979: Reinhard Hollaus, der Bruder des am 11. September 1954 tödlich verunglückten einzigen österreichischen Solo‑Motorrad‑Weltmeisters Rupert Hollaus, fuhr jene Hollaus‑NSU "Rennfox" 125 cm³ mit der Rupert Weltmeister wurde;
 
Helmut Krackowizer (ganz rechts) beim Oldtimer Grand Prix 1979, steht neben Juan Manuel Fangio, dem fünffachen Ex-Weltmeister aus Argentinien (im Mercedes-Benz Grand-Prix-Rennwagen W 196 aus dem Jahr 1955); dazwischen Prof. Eberan von Eberhorst, angesehener österreichischer Ingenieur, der vor allem an der Entwicklung und dem Bau von Grand-Prix-Rennwagen bei der Auto Union in der Zwischenkriegszeit beteiligt war.

Prominente Zuschauer fanden sich ebenfalls ein, wie Prof. Eberan von Eberhorst, angesehener österreichischer Ingenieur, der vor allem an der Entwicklung und am Bau von Grand‑Prix‑Rennwagen bei Auto Union in der Zwischenkriegszeit beteiligt war, Fürst zu Hohenlohe‑Langenburg, die früheren BMW‑Konstrukteure Dipl.-Ing. Schleicher und Klaus von Rücker sowie die beiden international bekannten Motorradexperten Dipl.-Ing. Helmut Hütten und Ing. H. W. Bönsch.

Auch hinter den Kulissen waren bekannte Salzburger tätig, wie etwa Regierungsrat Fritz Stengl, Leiter der Zeitnahme (sein Vater, Franz Stengl, war schon Rennleiter bei den Großglockner Automobil- und Motorradrennen 1935, 1938 und 1939 sowie bei den Vorkriegs‑Gaisbergrennen bis 1932 gewesen; sein Sohn Manfred Stengl war Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck, Silbermedaillengewinner bei der Juniorenbob‑Europameisterschaft 1974, Dritter bei der Viererbob‑Weltmeisterschaft 1975 sowie erfolgreicher Motorradrennfahrer und Rodelsportler).

Die Fahrzeuge

Auch hier wäre natürlich die Liste der "Edelsteine" lang.

  • z. B. 1981 war ein legendärer "Silberpfeil" von Mercedes‑Benz dabei, mit dem 1939 Hermann Lang Europameister wurde; dieser 3‑Liter‑Kompressorwagen mit knapp 500 PS brachte Niki Lauda wieder auf die Rennstrecke zurück;
  • z. B. 1981 gab es als ältesten Wagen den 1,5‑Liter‑Vierzylinder‑Kompressor‑Mercedes‑Benz 1924 zu sehen, der aus dem Deutschen Museum München stammte und als Siegerfahrzeug der "Targa Florio" auf Sizilien in Süditalien 1924 berühmt wurde;
  • z. B. 1981 war ein Talbot‑Lago‑Grand‑Prix‑Wagen aus 1949, der "Delahaye‑Sport", gefahren von Fürst zu Hohenlohe‑Langenburg, unter den "Edelsteinen";
  • z. B. 1981 pilotierte Helmut Schellenberg einen Bugatti 35 C, mit dem Fürst Lobkowitz beim Gaisbergrennen 1930 teilnahm und einen spektakulären Unfall verursachte;
  • z. B. 1981 sah man erstmals auch eine Werks‑NSU 350 cm³ aus 1937 mit dem letzten Doppelnockenmotor von Walter Moore, dem englischen Konstrukteur der NSU‑Königswellen‑Renner bis 1938; sie wurde vom Badener Heinz Metzmeier restauriert und gefahren;
  • z. B. 1981 kam der Bremer Günther Warnecke mit der von ihm aufgebauten und von seinem Sohn gefahrenen, seltenen Rudge TT Replica 350 cm³;
  • ein Austro‑Daimler ADM 1924, DKW F1‑Rennwagen 1930, Rolls‑Royce 20/25 aus 1934, Mercedes‑Benz 300 SL aus 1952, ein Stanguellini Formel Junior 1959; die Firma Stanguellini ist in Modena, Italien, zuhause, und auch Niki Lauda fuhr einmal einen Rennwagen aus diesem Haus;
  • Reinhard Hollaus fuhr die NSU Rennfox 125 cm³, mit der sein Bruder Rupert Weltmeister geworden war;
  • Ivan Rhodes (GB) brachte die einzige noch am Leben und in Form befindliche 500‑cm³‑Werks‑Velocette 1974 an den Start, mit der vor 1939 Stanley Woods (GB), der zehnfache TT‑Sieger, den Halbliter‑Nortons mit Guthrie, Frith und Daniell das Leben sauer machte;
  • Hans Wilhelm Busch (BRD) brachte 1974 eine achtventilige V‑2‑Zylinder‑Wanderer aus dem Jahr 1925 nach Salzburg;
  • 1987 brachte Michael Krauser jun. die Ex‑Weltmeisterschafts‑BMW‑Beiwagenmaschine von Deubel/Hörner von 1961;
  • 1987 fuhr der schnelle Deutsche Erwin Bongards die vollverkleidete Doppelnocken‑Einzylinder‑Guzzi von 1955;

Weiters waren zu sehen: eine Scott TT 500 aus 1926, eine Puch 250 Sport aus 1928, eine Megola 640 5‑Zylinder aus 1923, eine DKW 350 SS aus 1939 und natürlich jede Menge Rudge‑Motorräder. Der Markenreigen begann mit Ariel und AJS, und reichte über Brough‑Superior, BSA, Calthorpe, DKW, D‑Rad, Douglas, DSH, Gillet Herstal, Humber, Harley‑Davidson, Moto Guzzi, Megola, Norton, New Imperial, NSU, Puch, Raleigh, Rudge, Schütthoff, Standard, Velocette, Wimmer bis Zenith (die Aufzählung ist aber unvollständig).

Die Sponsoren

Eine derartige Veranstaltung wäre auch damals schon nicht ohne die großzügige Unterstützung von Firmen möglich gewesen. So lief der Automobilteil unter dem Titel "Mercedes Benz Cup", später dann umbenannt in "Mercedes-Benz-Trophäe Alfred Neubauer", gesponsert von Mercedes Benz Österreich, und der Motorradteil unter dem Titel "Castrol Austria Trophy", gesponsert von Castrol Austria. Es gab noch eine Reihe weiterer Sponsoren wie z. B. den österreichischen BMW-Importeur Wolfgang Denzel.

Die Geschwindigkeiten

Obwohl es sich um Oldtimer handelte, die an diesen Gleichmäßigkeitsbewerben teilnahmen, waren viele noch sehr schnell unterwegs. Nach einer Aussage von Helmut Krackowizer fährt man am gleichmäßigsten mit Vollgas. Sein Sohn Christian fuhr beispielsweise beim "Oldtimer Grand Prix" 1976 auf einer DKW SS 350, Baujahr 1939, mit einer Zeit von 1:59,2 min, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 128,03 km/h entspricht – die schnellste Runde der Klasse Motorräder 1931 bis 1940. Somit musste er auf der langen Start-Zielgeraden wohl deutlich über 150 km/h erreicht haben.

Berichte in den "Salzburger Nachrichten"

Die "Salzburger Nachrichten" berichteten stets sehr ausführlich über diese Veranstaltung. Hier einige Beiträge.

Auszug aus der Sonderausgabe 2017 Das Speichenrad

Weitere Bilder

  Oldtimer Grand Prix für historische Automobile und Motorräder am Salzburgring – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 14. September 1991, Seite 29
  2. Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 21. September 1992, Seite 21
  3. Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 8. September 1994, Seite 30
  4. Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 12. September 1996, Seite 20
  5. "Salzburger Nachrichten", 16. September 1997, Titelseite Lokalteil
  6. Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 27. Juni 1997, Seite 23 im Lokalteil