Int. Motorrad- und Auto-Eisrennen Zell am See

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1956: Der einarmige Innsbrucker Otto Mathé (links) gewann vor dem legendären deutschen Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein (Porsche).
1956: Der 490 Kilogramm Leergewicht ultraleichten Sportwagens namens MA-01 von Otto Mathé aus dem Jahr 1952. Der Renner, Spitzname „Fetzenflieger, hat einen 1,5 Liter großer Porsche-Motor mit 130 PS im Heck

Das Int. Motorrad- und Auto-Eisrennen Zell am See in „memoriam Prof. Dr. hc. Ferdinand Porsche“ fand zum ersten Mal 1952 in Zell am See statt und wurde dann je nach der Eisdecke auf dem Zeller See bis in die 1970er-Jahre veranstaltet. 2019 gab es eine Wiedergeburt in der Form des „GP Ice Race in Zell am See“.

Geschichte

1937

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es am 31. Jänner 1937 ein Motorrad-Skijöring auf dem Zeller See, veranstaltet vom Salzburger Automobil-, Motorrad- und Touring-Club (SAMTC) gemeinsam mit der Sektion Zell am See. Das „Salzburger Volksblatt“ berichtet in seiner Ausgabe vom 29. Jänner 1937:[1]

Das Motorrad-Skijöring in Zell am See. Der Salzburger Automobil-Club und seine Ortsgruppe Zell am See führen, wie bereits gemeldet, am 31. ds., um 14 Uhr, ein Motorrad-Ski­jöring auf dem Zeller See durch, zu dem sich bereits 33 Kon­kurrenten gemeldet haben. Außer einer Anzahl Konkurrenten aus Zell am See und aus Deutschland werden auch die besten Salzburger Motorradfahrer (Sepp Hofmann, Ludwig Zangerl, Franz Streibl, Toni Magnus, Sepp Brücker usw.) teilnehmen. Im Rahmen dieser Veranstaltung führt der österreichische Aero-Club, Landesgeschäfts­stelle Salzburg, zwei Segelflugstarts von der Schmittenhöhe mit Landungen auf dem Zeller See durch. Das Skijöring bildet den Auftakt zu den am 1. Februar beginnenden Akademischen Welt-Winterspielen in Zell am See. Die hiefür bestehenden Fahrtbegünstigungen können bereits zum Besuchs des Skijöring ver­wendet werden.

Am 2. Februar 1937 berichtet dann das „Salzburger Volksblatt“ von der Veranstaltung:[2]

Das Motorrad-Skijöring dem Zellersee, welches der Salzburger Automobil-Club mit seiner rührigen Ortsgruppe Zell unter Leitung des Herrn Straßgschwandtner am Sonntag zur Durchführung brachte, kann in jeder Hin­sicht als voller Erfolg gewertet werden. Bei herrlichstem Win­terwetter umrahmte die mit großen Opfern erstklassig herge­richtete Rennbahn schon lange vor Beginn des Rennens eine tausendköpfige Zuschauermenge, in der man viele Ausländer beobachten konnte. Trotz bravurösen Leistungen der Motor­rad- und Skifahrer war kein Unfall zu verzeichnen, und die Veranstaltung, welche aus insgesamt 6 Rennen und 14 Rennläufen mit je 3 gleichzeitig startenden Fahrern bestand, konnte auch organisatorisch vollkommen programmmäßig und glatt ab­ gewickelt werden.

Als besondere Attraktion starteten während des Rennens zwei Segelflugzeuge der Segelfliegergruppe 401 in Salzburg des Österreichischen Aeroclubs von der Schmittenhöhe, um in unmittelbarer Nähe der Rennbahn niederzugehen.— Die Piloten waren Straßer auf H 17 mit einer Flugzeit von 20 Minuten und Dr. Aigner auf einem Bussard mit einer Flugzeit von 25 Minuten. Schließlich wurde das Programm des Rennens noch durch die Vorführung einiger maskierter Motorradfahrer bereichert, welche lebhaften Beifall fanden. Bei der Preisverteilung, welche am gleichen Abend im Cafe Mozart stattfand, konnte Kammerrat Leeb als Rennsekretär eine große Zahl von Erschienenen begrüßen. Präsi­dent Baron Preuschen dankte hierauf den Herren, welche sich um die Veranstaltung besonders verdient gemacht hatten, wie

den zahlreichen Preisspendern. Die placierten Skifahrer erhiel­ten ebenfalls geschmackvolle Erinnerungsabzeichen des SAC.

Ergebnisse

  • 1. Rennen: Neulinge bis 220 cm³ (drei Runden, 3 000 m):
  1. Hitzl (Puch), Zell am See (Skifahrer Josef Koch) in 199 4/5 Sek.,
  2. Holleis, Badgastein,
  3. Zeller, St. Johann,
  4. Ibetsberger, Taxenbach.
  • 2. Rennen: Neulinge über 250 cm³ (drei Runden, 3 000 m):
  1. Fischer, Bayerisch Gmain (Skifahrer Walleck) in 162 1/5 Sek.,
  2. Mag­nus, Salzburg,
  3. Kreuzberger, St. Johann,
  4. Turner, St. Georgen.
  • 3. Rennen: offen bis 220 cm³ (drei Runden, 3 000 m):
  1. Holleis (Puch), Badgastein, (Skifahrer Fr. Kößler), in 200 1/5 Sek.,
  2. Zeller, St. Johann,
  3. Hitzl, Zell am See,
  4. Ibetzberger, Taxenbach
  • 4. Rennen: offen über 220 bis 320 cm³ (drei Runden, 3 000 m):
  1. Brücker (Sarolea), Salzburg, (Skifahrer Georg Graf), in 163 4/5 Sek.,
  2. Magnus, Salzburg,
  3. Streibl Salzburg,
  4. Buchwinkler, Berchtesgaden.
  • 5. Rennen: offen über 820 cm³ (drei Runden, 3 000 m):
  1. Solleder, Reichenhall (Skifahrer Ludwig Wendel) in 161 1/5 Sek.,
  2. Magnus, Salzburg,
  3. Kreuzberger, St. Johann,
  4. Brücker, Salzburg.
  • 6. Rennen: Handicap der vorherigen Sieger (vier Runden, 4 000 m):
  1. Magnus (Zündapp), Salzburg, (Ski­fahrer Josef Kaindl) in 206 Sek.,
  2. Brücker, Salzburg,
  3. Holleis, Badgastein,
  4. Hitzl, Zell am See.

Pause bis nach dem Zweiten Weltkrieg

1949 gab es wieder Skijörings im Land Salzburg wie beispielsweise in Tamsweg.[3] 1950 gab es in Werfen und Großgmain Motorrad-Skjörings. In diesem Jahr gab es noch in der Stadt Salzburg (12. Februar, Badgastein (19. Februar und in Bruck (26. Februar) Motorrad-Skijörings. Aber erst ab 1952 entstand auf dem Zeller See jene Traditionsveranstaltung des SAMTC, die für fast zwei Jahrzehnte die Zeller Wintersportgeschichte prägte. Zunächst fand das Rennen nur als Skijöring ohne Auto-Eisrennen statt. Ab 1953 dann mit Automobilen und ab 1956 als „internationales Motorrad- und Auto-Eisrennen Zell am See“.

Aus Sicherheitsgründen wurden beim Motorrad-Skijöring der Skifahrer nur mehr von Solomotorrädern bis 250 cm³ Hubraum und Tourenwagen am Strick „nachgezogen“, während ab 1953 alle schnelleren Fahrzeuge ohne einen Skifahrer fuhren.

1952

Das erste „Porsche-Gedächtnisrennen“ hätte am 10. Februar 1952 auf dem Zeller See, veranstaltet vom SAMTC Zell am See, stattfinden sollen. Eine Runde auf dem Zeller See wäre 1 000 Meter lang bei einer Breite bis zu vier Meter gewesen. Wegen heftigem Schneetreiben musste man kurzfristig vom Seekurs auf eine Ausweichstrecke an Land ausweichen, die 1 800 m lang war. Es traten mehr als 60 Teilnehmer zu den Wettkämpfen an, die von etwa tausend Besuchern verfolgt wurden.

Mit einem Schnitt von 57 km/h war der Salzburger Hans Faude bei den Automobilen am schnellsten (04:04,3 min.), wofür er den „Dr.-Porsche-Pokal“ erhielt. Der Großgmainer Franz Wembacher war im letzten Rennen mit 58,9 km/h bei den Motorrädern noch etwas schneller gewesen und auch er erhielt den „Dr.-Porsche-Pokal“. Insgesamt wurde 100 Pokale verteilt und jeder Teilnehmer erhielt eine Erinnerungsplakette der Fa. Porsche.

Hier noch einige ausgewählte Ergebnisse: Bei den Motorrädern bis 125 cm³ war der Salzburger Paul Schwarz mit einer Zeit von 04:57,1 min. siegreich. Fritz Walcher, ebenfalls aus Salzburg, war bei den Tourenwagen bis 1 100 cm³ mit 04:50,2 min. am schnellsten. Auch der Neffe von Prof. Porsche, Ing. Herbert Kaes war auf einem Porsche gestartet und gewann mit einer Zeit von 04:07,1 min. die Sportwagenklasse bis 1 500 cm³.

Einige Motorsportler wie Eduard Kranawetvogl aus Grödig, Richard Felkl oder Georg Fallenegger fehlten, da sie an einem Motorrad-Skjöring auf der Salzburger Trabrennbahn teilgenommen hatten.

1953

Am 1. Februar 1953 ging das 2. „Porsche-Gedächtnisrennen“ über die Bühne. Trotz der Teilnahme von Porsche-Sportwagen fuhr ein Motorradfahrer, Franz Resch aus Schladming, die schnellste Zeit mit einem Schnitt von 85,3 km/h mit einer „BMW 600“. Der Saalfeldener Willi Faude war auch dieses Jahr der schnellste bei den Automobilen, in der Klasse Sportwagen bis 1 500 cm³ siegte wieder Ing. Herbert Kaes.

Bei den Motorrädern gewann neuerlich Paul Schwarz auf „Puch Sport“ in der Klasse bis 125 cm³ sowie in der Klasse bis 175 cm³ mit Toni Koch als Skifahrer. In der Klasse bis 175 cm³ kam der Salzburger Helmut Volzwinkler auf den zweiten Platz, ebenfalls auf „Puch Sport“, die Klasse bis 250 cm³ gewann er, in der Klasse bis 350 cm³ wurde er wieder Zweiter. In dieser Klasse gewann der Halleiner Karl Wahrstätter mit Reinhold Wahrstätter als Skifahrer. Das Wahrstätter-Duo mit ihrer „Victoria 350 SS“ wurde in Klasse bis 500 cm³ Zweite, in der Klasse bis 750 cm³ Dritte.

1954

Das Rennen fiel wegen starkem Regen aus.

1955

Das 3. „Porsche-Gedächtnisrennen“ fand am 6. Februar 1955 statt, bei dem 40 Fahrer an den insgesamt acht Rennen teilnahmen. Je Rennen musste der ein Kilometer lange Rundkurs dreimal durchfahren werden. Es wurden 1 500 Zuschauer gezählt. Bei den Motorrädern fuhr Hans Kinigader (der Vater des späteren KTM-Stars Heinz Kinigadner) die schnellste Runde auf BMW mit Skifahrer Holzer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 92,8 km/h.

Erstmals trat der einarmige Innsbrucker Otto Mathé mit einem Porsche Eigenbau in Erscheinung. Er erreichte ohne Skifahrer einen Schnitt von 97,3 km/h und gewann mit einer Zeit von 02:08,0 min. in der Rennwagenklasse. Zweiter wurde Kurt Ahrens senior, der mit einem brandneuen „Porsche Spyder RS 550“ (Fahrgestellnummer 0018) angetreten war. Der „Porsche Spyder“ von Kurt Ahrens senior war der erste an Privatfahrer verkaufte „Porsche RS 550“. Und noch zwei bekannte Namen tauchten auf: Der Porsche-Rennleiter Fritz Huschke von Hanstein gewann in der Sportwagenklasse bis 1 300 cm³ in einer Zeit von 02:33,2 min. und in der Sportwagenklasse über 1 300 cm³ siegte der erstmals angetretene Dachauer VW-Händler Sepp Greger auf Porsche in einer Zeit von 02:30,8 min.

1956

Am 12. Februar 1956 wurde das Rennen erstmals als „internationales Motorrad- und Auto-Eisrennen Zell am See“ ausgetragen. Rund 2 500 Zuschauer erlebten diese Veranstaltung.

Bei den Automobilen war der einmarmige Innsbrucker Otto Mathé der Mann des Tages. Mit seinem 490 Kilogramm Leergewicht ultraleichten Sportwagens namens MA-01 (das Rennauto mit dem Spitzname „Fetzenflieger“, hatte einen 1,5 Liter großer Porsche-Motor mit 130 PS im Heck) gewann mit der Tagesbestzeit (02:36,8 min. = 93 km/h) vor dem deutschen Porsche-Rennleiter Fritz Huschke von Hanstein auf „Porsche RSK“ in einer Zeit von 02:44,0 min. Bei den Sportwagen erreichte der einarmige Berchtesgadener Fred Hartmann zwei Klassensiege auf DKW. Auch Sepp Greger war wieder angetreten und wurde 3. in der Sportwagenklasse über 1 300 cm³.

In der Motorradklasse bis 125 cm³ gewann Paul Schwarz. Schnellster Motorradfahrer war Hans Kinigadner aus Finsing im Zillertal auf „BMW R 68“ mit einer Zeit von 02:46,3 min. Bei den Beiwagen fuhr Ernst Kussin aus Hallein im Alleingang auf „Norton 500“ mit einer Zeit von 02:48,6 min. die viertbeste Zeit des Tages. Mit drei Siegen, die Skijörings bis 125 cm³ und 175 c³ sowie die Sonderwertung des Eisrennens bis 175 cm³, war der Tiroler Franz Albert aus Wörgl auf „Mondial“ der erfolgreichste Fahrer von 35 Solo-Motorrädern und 20 Automobilen.

1957

Für das Rennen am 10. Februar 1957 wurde die Strecke auf 1 250 Meter verlängert und 3 500 Zuschauer erlebten wieder Rennen auf dem zugefrorenen See. Jedoch gab es lediglich in den beiden Eisrennen der Motorradklassen 250 cm³ und 350 cm³ spannende Rennen.

Die Überschrift in den „Salzburger Nachrichten“ sagte eigentlich schon wieder alles aus:

Otto Mathé - Schnellster auf dem Zeller See

Bei den Motorrad-Skijörings dominierten KTM-Maschinen (oder was man damals dafür ausgab, denn die Motoren stammten vom italienischen Motorradhersteller „Mondial“): In der 125-cm³-Klasse Skijöring siegte Paul Schwarz (Durchschnittsgeschwindigkeit 68,4 km/h) vor Manfred Magnus und Erwin Lechner (alle drei auf KTM), in der Klasse bis 175 cm³ Skijöring wurde Schwarz Vierter und Lechner Sechster; mit den 125-cm³-Maschinen wurden dann auch noch im Eisrennen bis 175 cm³ durch Franz Albert der Sieg und durch Schwarz ein zweiter Platz errungen; Lechner wurde in diesem Rennen Vierter; in den Rennen bis 250 cm³ und 350 cm³ konnten die 125-cm³-Modelle noch jeweils Zweite werden mit Albert (in der 250-cm³-Klasse) und Lechner (in der 350-cm³-Klasse). Dabei war Erwin Lechner mit seinem 125-cm³-Motorrad sogar schneller als Alois Maxwald auf seiner 350-cm³ „AJS“. Helmut Volzwinkler war ebenfalls gekommen.

Bei den Automobilen war wiederum der einmarmige Innsbrucker Otto Mathé mit seinem Porsche Eigenbau am Start, sowie Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein auf „Porsche RSK“, Ernst Vogel auf „Porsche Sypder“ und Sepp Greger auf „Porsche 356 Carrera“. Otto Mathé fuhr bei den Automobilen die schnellste Runde mit 102,3 km/h und damit neuen Bahnrekord. Sein Schnitt des Rennens betrug 97,46 km/h.[4]

Sepp Greger gewann in der Grand Tourisme-Klasse bis 1 300 cm³ auf Porsche (79,2 km/h) vor Hartmann aus Berchtesgaden auf DKW und Willi Koch (Stadt Salzburg) auf Porsche. Bei den Grand Tourisme über 1 300 cm³ wurde Greger Zweiter hinter Klarer aus Zell am See auf BMW (83,2 km/h).

1958

1958 sollte das Rennen am 16. Februar stattfinden. Während noch in der Nacht von Samstag auf Sonntag, den Renntag, klares und trockenes Wetter herrschte, setzte in der Früh ein gewitterartiger Regen ein. Dieser verwandelte den gefrorenen Zeller See in wenigen Stunden in seinen Normalzustand zurück. So musste das Rennen abgesagt werden. Es wäre mit 100 Startern das bisher größte Teilnehmerfeld gewesen.

Noch am Vorabend des Rennens gab der Veranstalter, die Sektion Zell am See des SAMTC, einen Empfang im Grand Hotel, zu dem viele Ehrengäste erschienen, an der Spitze Louise Piëch, Dipl.-Ing. Ferry Porsche sowie prominente Rennfahrer, wie der zur Weltklasse zählende Richard von Frankenberg, der oftmalige österreichische Meister Otto Mathé und Österreichs Ski-Abfahrts-Ass vergangener Jahre, der Innsbrucker Egon Schöpf, der dieses Mal mit seinen Skiern auf dem blanken Eis im Schlepptau eines Pkw versuchen wollte. Rennleiter Moser, Stadtrat Graßmann und Bürgermeister Richard Glantschnigg begrüßten die Gäste. Bürgermeister Glantschnigg nahm den Empfang zum Anlass, der Familie Porsche-Piëch in aller Öffentlichkeit für ihre schon so oft bewiesene großartige Hilfsbereitschaft gegenüber der Bergstadt zu danken. VW-Pressechef Dr. Helmut Krackowizer bereitete abschließend mit einem gelungenen Farbfilm vom Rennen des Vorjahres den Gästen einen Vorgeschmack auf das morgige REnnen. Zwölf Stunden später wusste man, dass es bei diesem Vorgeschmack bleiben musste.[5]

1959

Am 15. Februar 1959 konnte bei prachtvollem Wetter wieder ein Rennen am See stattfinden. Bei den Automobilisten waren so klangvolle Namen wie Otto Mathé, Richard von Frankenberg, Fritz Huschke von Hanstein, Sepp Greger und andere angetreten, bei den Motorradfahrern fanden sich Franz Albert aus Tirol, die Brüder Wahrstätter aus Hallein, Paul Schwarz, Erwin Lechner und der unverwüstliche Österreicher Pepi Walla ein. Rund 5 000 Besucher verfolgten dann spannende Rennen.

Überragender Mann des Tages war wiederum der einarmige Innsbrucker Otto Mathé in seinem Porsche Spezialwagen. Er gewann mit einem Schnitt von 96,8 km/h vor Richard von Frankenberg (Porsche RS). In der Klasse Automobile ohne Limit konnte Otto Mathé mit 94,7 km/h Schnitt den Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein, der den zweiten Werksrennwagen steuerte, gleichfalls auf den zweiten Platz verweisen. Die schnellste Runde des Tages auf dem Eis fuhr aber der Motorradfahrer Albert Fritz aus Bayern mit seiner „BMW 500 RS“ mit einem Schnitt von genau 100 km/h.[6]

Es war das letzte Rennen, das Otto Mathé fuhr, denn er hatte seiner Frau versprochen, nach diesem Rennen mit dem aktiven Rennsport aufzuhören.

Die Ergebnisse (Auswahl):

  • Skijöring Klasse bis 175 cm³: 1. Paul Schwarz, Salzburg auf KTM; 2. Ziegler, Mittersill, auf Puch und 3. Schrems aus Straßwalchen auf Puch;
  • Eisrennen bis 250 cm³: 1. Franz Albert, Wörgl, auf MV-Augusta, 2. Erwin Lechner, Hallein, auf KTM
  • Eisrennen bis 350 cm³: 1. Reinhold Wahrstätter, Hallein, auf BSA, 2. Karl Wahrstätter, Hallein, auf BSA, 3. Erwin Lechner, Hallein, auf KTM - allerdings einer 175-cm³-Maschine!
  • Skijöring der Volkswagen-Skijöring: Sepp Greger (65,5 km/h)
  • Eisrennen der Automobile Grand Tourisme über 1 300 cm³: Sepp Greger auf Porsche (82,5 km/h)

1960

Das am 14. Februar 1960 hätte stattfindende Eisrennen musste in letzter Minute abgesagt werden. Ein Unimog der Stadtgemeinde Zell am See war bei Schneeräumungsarbeiten eingebrochen und die zuständigen Behörden konnten sich nicht entschließen, die Rennstrecke freizugeben.

1961

Am 5. März 1961 fand das 7. „Porsche-Gedächtnis-Skijöring“ am See bei bestem Wetter vor 6 000 Zuschauern statt. Das spannendste Rennen des Tages bot die Solo-Motorradklasse bis 500 cm³. Der Sohn des Wiener Sandbahnfahrers Pepi Waller, Günther Walla, lieferte dem späteren Tagesschnellsten, Josef Siegl aus Schlierhausen, einen erbitterten Kampf. Dieser wurde erst in der letzten Kurve entschieden. Walla überholte und kam zu Sturz, blieb aber unverletzt. Siegl holte sich den Tagessieg mit einem Schnitt von 90 km/h. Interessant war auch die Tatsache, dass eine Klasse mit Beiwagenmaschinen an den Start gingen, in der Paul Stangl aus Schliersee mit 78,0 km/h die schnellste Runde fuhr. Die einzelnen Rennen dauerte zwischen etwa 03:30 min und 05:30 min.

Die Eisbahn wurde im Verlauf der Rennen immer weicher. Dadurch konnten die Fahrer der Automobile die von den Motorfahrern erreichten Zeiten nicht mehr unterbieten. Eine tolle Leistung bot dann noch der Münchner Sepp Greger. Er wurde trotz des eingegipsten rechten Armes Klassensieger. Tagesschnellster Autofahrer wurde Franz Albert aus Wörgl auf seinem „Porsche Spyder RSK“, mit dem er im selben Jahr auch die Europa-Bergmeisterschaft bestritt.

In der Klasse Grand Tourismo bis 850 cm³ war der Salzburger Konrad Eckschlager auf „DKW Junior“ mit einem Schnitt von 60,1 km/h siegreich. In der Klasse über 1 300 cm³ holte sich der Münchner Sepp Greger auf „Porsche 1600“ (64 km/h) den Sieg. Die formelfreie Rennwagenklasse gewann der Wörgler Franz Albert auf „Porsche Spyder RSK“ (68,0 km/h).[7]

1962

Das für den 17. Februar 1962 geplante Eisrennen fiel aus.

1963

Auch in diesem Jahr fand kein Rennen statt.

1964

Am 23. Februar 1964 fand das 8. „Porsche-Gedächtnisrennen“ auf dem See statt, zu dem rund 12 000 Besuchern gekommen waren. Für insgesamt zehn Rennen hatten Fahrer aus Österreich und Bayern ihre Nennungen abgegeben.

Der Münchner Sandbahnspezialist Otto Lantenhammer stellte mit 109,7 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit einen neuer Bahnrekord auf. Für eine Runde von 1 000 m fuhr er in 32,8 Sekunden und gewann das Rennen der Soloklasse bis 500 cm³.

Besonders spannend waren die Rennen der Grand-Tourisme-Klassen. Das Duell zwischen Sepp Greger auf einem „Porsche Carrera“ und Hans Malz mit einem „Formel-Junior“-Wagen war einer der Höhepunkte des Tages. Trotz eines platten Reifens wurde Sepp Greger im 1 600-cm³-Rennen noch Zweiter und fuhr mit 98,6 km/h Schnittgeschwindigkeit die schnellste Runde der Grand-Tourisme-Klasse. Überraschend siegte Hans Ortner aus Villach auf „Puch 600“ in der Grand-Tourisme-Wagenklasse bis 1 300 cm³.

1966

Für dieses Jahr stand im österreichischen Motorsportkalender als Termin der 20. Februar 1966. Ob ein Rennen tatsächlich stattfand, konnte noch nicht eruiert werden[8] Im Archiv der „Salzburger Nachrichten“ finden sich keine Artikel über das Rennen.

1969 und 1970: Eisrennen am Alpenflugplatz

siehe Artikel Eisrennen am Alpenflugplatz Zell am See

1971

1971 fand wieder ein Rennen auf dem See statt. Rund 5 000 Zuschauer erlebten Sonntag, 14. Februar 1971 beim Eisrennen auf dem Zeller See überaus spannende und schnelle Rennen. „Mann des Tages“ war der Saalfeldner Walter Wartbichler, der auf seiner „ESA“ die schnellste Runde des Tages drehte (Durchschnittsgeschwindigkeit 121,9 km/h) und auch den bisher höchsten Schnitt in der Geschichte des Zeller Eisrennens markierte.

Bei den Automobilen überraschte der Grazer Josl mit seinem „NSU 1200 TT“, mit dem er zwei Klassensiege und drei dritte Plätze eroberte. Darüber hinaus war er schneller als z. B. der Münchner Stammgast Sepp Greger auf „Porsche 914/6“. Den absolut schnellsten Wagen steuerte der Villacher Egger, der die Formel V-Klasse mit 101,2 km/h dominierte.[9]

1972

In diesem Jahr fand kein Rennen statt.

1973

Trotz des Warmwettereinbruchs in der Vorwoche und Schneetreibens am Renntag wurde am Sonntag, 11. Februar 1973, das Eisrennen am Zeller See durchgeführt. Der Schwede Börje Sjöbom konnte auf „Jawa“ alle drei Speedway-Rennen für sich entscheiden. Außerdem fuhr er die schnellste Runde mit 31,5 Sekunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 114,28 km/h.

In der Beiwagenklasse dominierte der Steirer Gottlieb Sonnweber auf „ESO“, während bei den Automobilien der Zweikampf zwischen Kurt Brückl aus Tirol und dem Rallye-Spezialisten Klaus Russling aus Kärnten im Vordergrund stand. Kurt Brückl entschied alle drei Rennen für sich.[10]

1974

Nachdem die Probleme wegen der Energie- und Benzinkrise geklärt worden waren, begann man mit den Vorbereitungen für das diesjährige Porsche Gedächtnisrennen, da es das einzige internationale motorsportliche Ereignis des Pinzgaus gewesen wäre. Teilnehmer aus der ganzen Welt waren angesagt. Bei den Automobilen mag der Name des weltbesten schwedischen Rallyefahrers Björn Waldegaard der bekannteste gewesen sein. Der Favorit bei den Motorrad-Eisspezialisten war zweifellos der schwedische WM-Teilnehmer Kurt Westlund.[11]

Die Veranstaltung am 10. Februar 1974 musste aber aufgrund eines tödlichen Unfalls beim Schneeräumen kurzfristig abgesagt werden.

Das Ende der Veranstaltung

Die unsicheren Witterungsverhältnisse, unerfüllbare behördliche Auflagen und letztlich das Unglück mit Todesfolgen 1974 führten zum „Aus“ dieser beliebten und gut besuchten Veranstaltung.

Quellen

→ ein Schreiben aus dem Jahr 2001 von Prof. Dr. Peter Wittner vom Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Zell am See an Helmut Krackowizer mit Recherche-Ergebnisse im Archiv der Salzburger Nachrichten

Einzelnachweise

  1. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 29. Jänner 1937, Seite 8
  2. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 2. Februar 1937, Seite 8
  3. ANNOSalzburger Volkszeitung“, Ausgabe vom 22. Jänner 1949, Seite 4
  4. www.sn.at, Archiv der „Salzburger Nachrichten“, Ausgabe vom 11. Februar 1957
  5. www.sn.at, Archiv der „Salzburger Nachrichten“, Ausgabe vom 17. Februar 1958, Seite 5
  6. www.sn.at, 16. Februar 1959
  7. www.sn.at, Archiv der „Salzburger Nachrichten“, Ausgabe vom 6. März 1961, Seite 6
  8. Austro-Motor“ internationale Auto- und Motorrundschau, Wien, Ausgabe 2/1966
  9. Salzburger Nachrichten, 15. Februar 1971
  10. Salzburger Nachrichten, 12. Februar 1973
  11. Salzburger Nachrichten, 9. Februar 1974 und Pinzgauer Post, 6. Februar 1974
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