KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen

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Begriffsklärung
Dieser Artikel informiert über das historische KTM-Motorenwerk. Über die Zeit ab Stefan Pierer informiert der Artikel Pierer Mobility AG.
1. Mai Rennen 1958: der rollende Verkaufswagen des Motorenwerkes KTM - eine Idee von Ernst Kronreif, der das Marketing von KTM machte
KTM alt-neu Fahrradpräsentation in Mattighofen

Die Fahrrad-, Moped- und Motorradfirma KTM-Motorfahrzeugbau KG – Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen – wurde 1934 in Mattighofen im Innviertel in Oberösterreich gegründet.

Geschichte

Erstes KTM Logo in Orange

1934 gründete der Innviertler Hans Trunkenpolz am Marktplatz von Mattighofen eine Schlosserwerkstätte. 1937 folgte der Verkauf von DKW-Motorrädern, 1938 der Automarke Opel. Während des Zweiten Weltkriegs führte seine Frau den Betrieb, der sich auf die Instandsetzung von Dieselmotoren für die Deutsche Wehrmacht spezialisiert hatte.

Nach dem Krieg, 1952, die Reparaturaufträge waren stark rückläufig, begann die Idee des eigenen Motorrads Gestalt anzunehmen. Ein Jahr später stand der erste Prototyp mit einem 98-cm³-Sachs-Motor aus dem Gunskirchner (Oberösterreich) Rotax-Werk auf den Rädern - die "Moser R 100". Aufgrund der kriegsbedingten, politischen Nachwehen konnte Trunkenpolz (noch) nicht seinen früheren Firmennamen "KTM" führen, sondern war der Kompagnon von Moser. Rotax startete ihre Tätigkeit während des Krieges in Wels in Oberösterreich als eine Tochter des in Schweinfurt, Deutschland, ansässigen Unternehmens "Fichtel & Sachs"-Konzerns.

Der Name KTM war aber schon seit 1934 existent, noch ehe der 1953 neu hinzukommende Kompagnon Ernst Kronreif I., aus Hallein-Taxach, in die Firma eintrat und für das Marketing zuständig wurde. Der dann langjährig gültige volle Firmen-Wortlaut war "KTM-Motorfahrzeugbau KG" - Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen. Vorher bedeutete KTM: Kraftfahrzeuge, Trunkenpolz, Mattighofen". Es gibt auch Quellen (Typenscheine), in denen vor 1953 KTM mit Kraftfahrzeuge, Trunkenpolz, Moser" ausgelegt wird.

In den folgenden Jahren produzierte KTM die Motorräder "Tarzan", "Mustang" und Motorräder mit kleinen 125 cm²-Rennmotoren, zunächst mit umgebauten MV-Agusta-Motoren, später mit dem vom österreichischen Konstrukteur Ludwig Apfelbeck konzipierten Rennmotor. Der Halleiner Erwin Lechner wurde zum bekanntesten KTM-Rennfahrer der 1950er-Jahre neben Ernst Kussin, Albert Brenter, Edi und Inge Kranawetvogl, Paul Schwarz und anderen.

Schon 1955 kam der Motorrad-Roller "Mirabell" auf dem Markt. Dem folgte 1957 der erste Moped-Roller der Welt, den "Mecky" – was aber in Fachkreisen umstritten ist, denn die Wiener Lohner-Werke hatten bereits am 13. April 1950 einen "Motorroller" auf den Markt gebracht. 1960 kam schließlich der bekannte "Pony-Roller" auf den Markt. Zunächst der "Pony I", dann 1962 der "Pony II", der eine Kipphebel-Fußschaltung besaß.

Oranges KTM-Logo, wie es dann ab 1956 verwendet worden war

1958 versuchte der Salzburger Landeshauptmann Josef Klaus vergeblich, KTM zur Ansiedlung in Hallein unter Beteiligung der Grill-Werke zu bewegen. Es scheiterte daran, dass Grill nicht die Freigabe der Entschädigungssumme vom Finanzminister erhielt.

1962 starb Hans Trunkenpolz im Alter von 53 Jahren völlig überraschend. Sein Sohn Erich, der seit 1955 im Unternehmen tätig war, übernahm die Firma und führte sie bis zu seinem ebenfalls frühen und überraschenden Tod 1989 im Alter von 57 Jahren. Bereits 1960 war der rührige, im Vertriebssektor unermüdlich agierende Gesellschafter Ernst Kronreif I. ebenfalls überraschend und jung – 40‑jährig – verstorben.

ein späteres KTM Logo

Die Ende der 1950er‑Jahre einsetzende Krise bei Mopeds und Motorrädern – man konnte sich mittlerweile auch ein (kleines) Auto leisten (BMW‑Isetta, Puch 500 oder FIAT 500 waren die Kleinstvarianten davon) – führte auch bei KTM um 1960 zu großen Problemen. Doch Erich Trunkenpolz setzte auf neue Produkte und Märkte. 1961 begann man mit dem Bau und Export eines "Schweizer Mofas" in die Schweiz. Der "Pony II"-Roller war 1962 das richtige Produkt zur richtigen Zeit, und 1964 wurde in Mattighofen mit der Fahrradproduktion begonnen.

Den Motorsport hatte man ebenfalls nicht aus den Augen verloren. Nachdem man in den 1950er‑ und frühen 1960er‑Jahren zwar schon bei Geländerennen, überwiegend aber bei Straßenrennen vertreten war, setzte man nun ganz auf Geländemaschinen und war im Wertungssport sowie bei Moto‑Cross‑Veranstaltungen präsent. Vor allem mit dem Modell "Comet" wurden zahlreiche Erfolge erzielt. 1967 formierte sich ein neues Geländesport‑Team bei KTM. 1968 begann die Serienfertigung einer echten und vollkommen neuen Geländesportmaschine, der "Penton". 1972 konnte man unter folgenden KTM‑Modellen für den "normalen" Gebrauch wählen: Comet‑Racer, Comet 500, Comet 502, Comet 504 S, Comet Cross, Minicross, Hobby 2 und Pony Super 4.

Das KTM-Stammwerk in Mattighofen in den 1950er- oder 1960er-Jahren.

1975 kam das Modell 125 RS für die Straße heraus. Es war das erste Modell mit Druckgussrädern und Scheibenbremsen (anfangs nur vorne).

1980 wurde der Firmenwortlaut nochmals in "KTM Motor-Fahrzeug KG" geändert. Nach dem Tod von Erich Trunkenpolz 1989 kam es dann am 9. Dezember 1991 zum Konkurs der "KTM Motor- und Fahrzeugbau AG". Miteigentümer war damals der ehemalige Politiker Josef Taus (ÖVP) mit seinen Unternehmen "Management Trust Holding AG". Mit je zwölf Millionen Schilling aus dem Topf der Arbeitsmarkt-Förderung und Girozentrale, die ebenfalls Miteigentümerin von KTM war, sicherten zunächst den Betrieb bis Weihnachten. Eine jener Sparten, die in diesen Jahren keine Verluste brachten, war die Herstellung von Kühlern für Automobile. Hauptfehler war, dass das Unternehmen bei Übernahme 1989 von Taus nicht entschuldet war.[1]

Das KTM-Stammwerk in Mattighofen 1984.

KTM Fahrrad GmbH

Aus der Konkursmasse 1991 kaufte der Salzburger Fahrradhändler Urkauf die Fahrradproduktion, die im Stammwerk in Mattighofen produziert wurden, um 35 Millionen Schilling (5,4 Millionen Euro). Stefan Pierer, der die "KTM Motor- und Fahrzeugbau AG" erworben hatte, wollte das Fahrradgeschäft nicht haben. Fünf Jahre später drohte diesem Unternehmen erneut der Konkurs. Seine Frau, die gelernte Betriebswirtin Carol Fong-Mei Urkauf-Chen, löste ihren damaligen Mann in der vor dem Konkurs stehenden Firma ab. Urkauf-Chen war wegen der Liebe aus Taiwan nach Österreich gekommen, doch später kam es zur Scheidung. 2018 zog sich Urkauf-Chen, die 40 Jahre im Fahrrad-Geschäft tätig war, von der Geschäftsleitung zurück, die ihre Tochter Johanna Grabner-Urkauf übernahm.[2]

Carol Urkauf-Chen ist seit 1997 Alleineigentümerin der KTM Fahrrad GmbH mit Sitz in Mattighofen (OÖ)., die mit 400 Mitarbeitern 220 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete (2018).[3]

Firmengeschichte ab 1992

Firmengeschichte ab 1992 der Motorradsparte siehe Pierer Mobility AG
Firmengeschichte ab 1992 der Fahrradsparte siehe KTM Fahrrad GmbH

Modelle, Auswahl der ersten Jahrzehnte des Unternehmens

1953 wurde mit der Produktion eines KTM-Leichtmotorrads begonnen. Das Fahrzeug wog 61 kg und lief etwa 60 km/h Spitze, der Preis betrug öS 6.500.-- (ca. € 480.--).

Fahrräder und Mofas

Hobby automatic, HS 26 Herrenfahrrad, DS 26 Damenfahrrad;

Mopeds

Mirabell, 1955, ein 125 cm² Motorrad-Roller
Mecky, 1957, der erste Moped-Roller der Welt (!) mit Sachs Motor
Ponny I, 1960
Ponny II, 1962, gab es zunächst mit üblicher Fußschaltung, später mit einem Wipp-Fußschalter
Comet, 1964, das erste Sport-Moped mit gebläsegekühltem Puch-Motor, Mitte der Siebziger Jahre dann "Comet Grand Prix RS" mit Druckgussrädern und Scheibenbremsen

Motorräder

Die verhängnisvolle KTM-Fabrik: Der Skandal, der Österreichs Stolz in den Bankrott trieb, 01:09 Stunde Video

Straßenmotorräder

Tarzan, 125 cm³
KTM Tourist, 1955, 125 cm³
Mustang, 125 cm³ 1959

Moto-Cross

Penton, 1968
Modell 495 MC 1982 mit 56 PS

Rennsport

1954–1959

Der erste motorsportliche Erfolg stellte sich bereits im Sommer 1953 ein. Bei der Wertung quer durch das untere Mühlviertel (OÖ) gingen die Plätze ein bis vier in der Klasse bis 100 cm³ an KTM: 1. Erich Trunkenpolz, 2. Hans Trunkenpolz (Stiefbruder von Erich), 3. Ernst Kussin, 4. F. Teufl. Bei der Gaisberg-Wertungsfahrt im selben Jahr gingen die Plätze zwei bis fünf (Alois Hoffmann, Erich Trunkenpolz, Erwin Lechner, Ing. Eugen Hitzl), sowie acht (Leopold Kaidsch, der als Einbeiniger Rennen fuhr) an KTM. Die beiden Ränge dazwischen wurden vom schärfsten Salzburger Konkurrenzmodell der damalige Zeit belegt: zwei HMW (Halleiner Motorenwerk)-Mopeds!

Bereits 1954 waren schon zwei 125-cm³-KTM-Tourist-Motorräder mit fußgeschaltenen Dreigang-Rotax-Motor bei der "Internationalen Alpenfahrt" dabei. Im selben Jahr beim Straßenrennen von Mattighofen, am 25. April, gewann Erich Trunkenpolz die 125-cm³-Tourenmaschinen-Klasse mit einem Schnitt von 74,481 km/h. Erwin Lechner fuhr noch auf Puch, mit der er die 175-cm³-Tourenmaschine-Klasse vor Erich Trunkenpolz auf KTM gewann. Auch Ernst Kussin war dabei: auf Norton 500 gewann er in der Klasse über 350 cm³.

Werbeeinschaltung von KTM 1955: "Schneller als der Arlbergexpress" war eine Marketing-Idee von Ernst Kronreif: Zu den herausragenden Leistungen des KTM-Teams der ersten Stunde gehörte unter anderem die Nonstop-Fahrt Paris-Wien der 125-cm²-KTM-Maschinen am 30. September 1954. Für die Strecke von 1 278 km benötigten die drei Fahrer Hans Trunkenpolz, Albert Brenter und Paul Schwarz 18,16 Stunden reine Fahrzeit, was immerhin einen Schnitt von beinahe 70 km/h bedeutete. Die gesamte Fahrzeit inkl. Pausen betrug 21:41 Stunden und somit war das Team von KTM mit dem Motorrad schneller als damals der "Arlberg-Express-Zug" auf selber Strecke! Eine der Begleitfahrzeugfahrer war weiblich, nämlich die Tante Lola vom Hohlwegwirt.

Es folgte der Sieg von Erich Trunkenpolz in der 125-cm³ beim Straßenrennen in Hallein am 2. Mai, Zweiter wurde Hoffmann vor Edi Kranawetvogl (beide auf KTM). Kranawetvogl gewann auch die 100-cm³-Klasse vor Sauseng, ebenfalls auf KTM, 3. wurde Adolf Golser auf einem Moped. Die österreichische Alpenfahrt wurde von Albert Brenter und Edi Kranawetvogl auf KTM 125 bestritten. Dabei gewann Brenter in der 125 cm³ Klasse.

1955 trat das KTM Team trat mit der neuen 'KTM Tourist' erstmals bei der Wintertourenfahrt des ÖAMTC an, gewann gleich zwei Goldmedaillen (Kranawetvogl, Lechner) und drei Bronzemedaillen (Schwarz, Pfeiffer und Inge Weikinger (die spätere Gattin von Edi Kranawetvogl). Und so ging es dann auch weiter: "Vom Bisamberg zur Höhenstraße", Straßenrennen St. Pölten, Straßenrennen Mattighofen und natürlich beim 1. Mai Rennen in Salzburg, um nur einige der Rennen aufzuzählen, bei denen es für KTM stets die Plätze unter den ersten vier gab. Mit einer Vollverkleidung versehen, waren die KTM-Renner (mit MV-Agusta-Motoren) die Sensation beim 1. Rupert-Hollaus-Gedächtisrennen am 1. Mai 1955 auf dem Autobahnrundkurs Salzburg-Liefering. Paul Schwarz und Erich Trunkenpolz belegten die Plätze eins und zwei. Weitere bekannte Salzburger Rennfahrer, die KTM fuhren, waren Edi Kranawetvogl und Albert Brenter.

1956 gab es mit Kurt Statzinger (Wiener Neustadt) und Egon Dornauer (Hallein) die beiden ersten Goldmedaillen bei den Six Days im bayerischen Garmisch-Partenkirchen. Franz Albert aus Wörgl in Tirol gewann das Zeller Eisrennen und das Straßenrennen in Mattighofen. Paul Schwarz hielt beim '1. Mai Rennen' in Salzburg tapfer mit und wurde Fünfter im Rennen, das der deutsche August Gustl Hobl auf DKW gewann.

KTM wird Orange

Ernst Kronreif I., der stets auf der Suche nach neuen Ideen zur werbewirksamen Bekanntmachung von KTM war, kam auch auf die Idee, Orange als Firmenfarbe zu wählen. Zur Six Days 1956 in Garmisch‑Partenkirchen erschien Kronreif mit einem Kastenwagen, einem Porsche 1300 und seinem Lancia Spyder – alle waren blau/orange lackiert.

Für Aufregung sorgte der erste Abend der Six Days: Der Porsche war verschwunden! Albert Brenter hatte ihn vor seinem Quartier stehen lassen – mit steckendem Zündschlüssel. Die Polizei suchte den Wagen zwei Stunden lang, bevor sie den Dieb fasste: Es war Paul Schwarz vom KTM‑Team, der sich den Porsche für eine "dringende" Fahrt ausgeliehen hatte. Da er weder Papiere noch Pass bei sich hatte, wurde er vorübergehend verhaftet.

1957 gewann KTM erstmals die österreichische Motorrad-Straßenmeisterschaft der 125-cm³-Klasse mit einer Vier-Takt-Rennmaschine, die bei 12 000 U/min 18 PS leistete. Schon im Februar, beim "Porsche Gedächtnis Rennen" am Zeller See, dominierten KTM-Maschinen: In der 125-cm³-Klasse Skijöring siegte Paul Schwarz vor Manfred Magnus und Erwin Lechner (alle drei auf KTM), in der Klasse bis 175 cm³ Skijöring wurde Schwarz Vierter und Lechner Sechster. Mit den 125-cm³-Maschinen wurde dann auch noch im Eisrennen bis 175 cm³ durch Franz Albert der Sieg und durch Schwarz ein zweiter Platz heraus gefahren; Lechner wurde in diesem Rennen Vierter. In den Rennen bis 250 und 350 cm³ konnten Albert (250 cm³) und Lechner (350 cm³) mit den 125-cm³-Modellen noch jeweils Zweite werden. Dabei war Erwin Lechner mit seiner 125-cm³-Maschine sogar schneller als Alois Maxwald auf seiner 350-cm²-AJS.

Beim internationalen Motocross von Riga, UdSSR (heute Hauptstadt von Lettland), einer der größten Veranstaltungen im damaligen Ostblock, kamen alle fünf gestarteten KTM-Teilnehmer ins Ziel. Erwin Lechner in der 125-cm³- Klasse wurde 7., Kurt Statzinger 9., Edi Kranawetvogl in der 175-cm³ Klasse sogar 2., Inge Weikinger wurde 10.

1958 gewann KTM bereits zum vierten Mal die Geländesport‑Staatsmeisterschaft in der Klasse bis 125 cm³. Bei der Sechstagefahrt in Garmisch‑Partenkirchen (Bayern) errang KTM die Silbermedaille. Erwin Lechner mischte in diesem Jahr in mehreren Bewerben mit: Bei der ersten Frühjahrsfahrt des Oberösterreichischen Automobil‑, Motorrad‑ und Touring‑Clubs in Engelhartszell an der Donau wurde er Sieger; bei der Eisenstädter Bergwertung war er überlegener Sieger; beim Motocross in Judenburg siegte er ebenso wie beim Kapfenberger Schlossbergrennen.

Er brachte zahlreiche Erfolge im Geländesport für KTM mit dem neuen KTM‑Rennmotor nach Hause, der vom Österreicher Ing. Ludwig Apfelbeck konstruiert worden war. Apfelbeck war bereits 1955 von Trunkenpolz ins Unternehmen geholt worden.

Das Jahr 1959 begann mit zwei Siegen und einem zweiten Platz beim Zeller Eisrennen. Im Laufe des Jahren gewann Erwin Lechner mehrmals oder belegte zweite, dritte oder vierte Plätze beim Kapfenberger Schlossrennen, Waldviertler Wertungsfahrt, Flugplatzrennen Zeltweg, Sollböck-Bergwertung bei Scheibbs, bei der internationalen Berglandfahrt, Enzian-Wertungsfahrt und anderen Veranstaltungen.

1960–1999

Nicht mehr erlebte Ernst Kronreif aufgrund seines unerwartet frühen Todes am 24. Mai 1960 die Erfolge dieses Jahres. Lechner gewann entweder die Rennen, in denen er startete, oder wurde Zweiter. Beim Flugplatzrennen in Zeltweg fuhr er auf dem 3,2 Kilometer langen Rundkurs die schnellste Runde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 112,94 km/h auf der 125‑cm³‑Maschine in der 175‑cm³‑Klasse. Dies war damals aufgrund der geltenden Reglements noch möglich.

Ab 1965 engagierte sich KTM dann stark im Geländesport, wo die Firma bis heute Welterfolge erzielt. 1967 formierte sich ein neues Geländesport‑Team bei KTM: Siegfried Stuhlberger, Gerhard Weber, Hans Trunkenpolz (Halbbruder von Erich Trunkenpolz) und Toni Kiemeswenger. 1968 begann die Serienfertigung einer echten und vollkommen neuen Geländesportmaschine, der "Penton". 1970 wurde Manfred Klerr auf einer 250‑cm³‑Maschine österreichischer Staatsmeister im Geländesport. Ein Jahr später gelangen die ersten Weltmeisterschaftspunkte im Motocross‑Sport sowie zwei Motocross‑Staatsmeistertitel.

Manfred Stengl am Eröffnungswochenende des Salzburgrings, hier am Samstag, den 20. September 1969, wo er in der Klasse bis 50 cm³ auf KTM mit einer Rennzeit von genau 10:00,0 min. Dritter wird.

Mit den Russen Moiseev und Roulev machte KTM 1973 einen guten Fahrergriff, und es gab mehrmals Weltmeisterschaftspunkte. Schließlich folgte 1974 der erste Weltmeistertitel in der 250‑cm³‑Motocross‑Klasse mit Gennadij Moiseev aus dem (damaligen) Leningrad (heute St. Petersburg) in der (damaligen) UdSSR (heute Russland). Am 29. Oktober 1974 fand im Hotel Kobenzl die Ehrung der besten aktiven Motorsportler des Jahres von KTM aus sieben Nationen statt, allen voran Weltmeister Gennadij Moiseev. Weitere geehrte Motorsportler waren Imerio Testori (ITA), Gelände‑Europameister in der Klasse bis 500 cm³; Siegfried Lerner (AUT), österreichischer Staatsmeister im Motocross in den Klassen bis 250 und 500 cm³; Elio Andreoletti (ITA), italienischer Meister in der Geländeklasse bis 100 cm³ sowie Sieger der Klasse bis 500 cm³ bei der Sechstagefahrt; und Toni Stöcklmeier (GER), deutscher Geländemeister in der Klasse bis 350 cm³. Es war das bisher erfolgreichste Jahr von KTM im Geländesport.[4]

Auch 1977 und 1978 gewann KTM den Weltmeisterschaftstitel in dieser Klasse. 1984 wurde Heinz Kinigadner 250‑cm³‑Weltmeister im Motocross.[5]

21. Jahrhundert

Der Motorsport von KTM im 21. Jahrhundert fällt bereits in die Zeit der Pierer Mobility AG und wird im dortigen Artikel weitergeführt.

KTM Historic Sternfahrt

Plakat für das Oldtimer-Treffen für Automobile und Motorräder 2018

In Erinnerung an einen der beiden Mitbegründer, Ernst Kronreif I., veranstaltete sein Sohn, Ernst Kronreif II. zusammen mit der KTM Austria Historic Interessensgemeinschaft mit Obmann Peter Frohnwieser junior aus Salzburg-Gnigl (Zweirad Frohnwieser) erstmals am 24. Mai 2009 die KTM Sternfahrt zum Gasthof Hohlwegwirt.

Bilder

 KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Archiv der Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 12. Dezember 1991, Seite 12
  2. ↑ www.firmenabc.at, abgefragt am 30. November 2024
  3. ↑ www.derstandard.at, 18. März 2018: KTM-Fahrrad-Chefin: "Es war ein Sonnenuntergang-Geschäft"
  4. ↑ Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 31. Oktober 1974, Seite 9
  5. ↑ Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 30. August 1985, Seite 11