Ernst Kronreif II.

Ernst II. Johann Kronreif (* 24. November 1953 in der Stadt Salzburg), »Wirt aus Überzeugung« vom Gasthof Hohlwegwirt in Hallein-Taxach, ist der Sohn des Mitbegründers der Motorenwerke KTM in Mattighofen im Innviertel, Ernst Kronreif I..
Leben
Kinder- und Jugendjahre
Ernst II. wuchs im Gasthof Hohlwegwirt in Hallein-Taxach auf und besuchte die Volksschule Hallein. Viele Wochenenden und Ferien verbrachte er bei seiner Großtante "Lola", Maria Hartmann, in deren Haus in Grödig, der Villa Hartmann. 1964 nahm er bei Metha Häuser, einer Konzertpianistin, Klavierunterricht, doch blieb der Erfolg aus. Während der Hauptschulzeit versuchte er sich nochmals im Knabenchor (unter der Leitung von Hannes Klinger) und erhielt Blockflötenunterricht – auch diese Versuche verliefen im Sande.


Im Oktober 1968 begann er an der Hotelfachschule Bad Hofgastein seine Ausbildung, die er 1972 als Hotelkaufmann erfolgreich abschloss. In den Sommermonaten verdiente er sich ein Taschengeld bei seinem Onkel Hans Hager in dessen Bauunternehmen. Bereits als 12-Jähriger durfte er bei seinem Vetter Paul, ebenfalls im Bauunternehmen Hager tätig, als Lastwagenbeifahrer die Arbeitswelt kennenlernen. Noch vor Beginn seiner Ausbildung war er im Sommer 1968 im Service[1] beim Schloßwirt Anif tätig, wo er unter die Fittiche des "Altmeisters" Heimo Graf genommen wurde. Im darauffolgenden Sommer arbeitete er dort an der Rezeption und im Backoffice-Bereich[2]. 1970 schnupperte er in der Metzgerei Stefanitsch in Hallein, 1971 in der Küche des Salzburger Flughafen-Restaurants, das damals zur Firmengruppe Koller + Koller gehörte. Nach dem Schulabschluss in Bad Hofgastein verbrachte er drei Monate in Grenoble, Frankreich, um mit dem Unternehmen SFA Sprach-, Bildungs- und Kulturreisen GmbH seine Sprachkenntnisse zu perfektionieren.
Den Grundwehrdienst beim Österreichischen Bundesheer absolvierte er beim Versorgungsregiment in der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim, wo er zu den zehn besten Skifahrern des Regiments zählte.
Einstieg ins Berufsleben
Nach Ende des Grundwehrdienstes stieg Ernst Kronreif in den elterlichen Betrieb ein, doch schon nach wenigen Monaten zog es ihn wieder hinaus in die Welt. Von September 1973 bis September 1974 war er in Lausanne, Schweiz, in einem Hotel tätig – zunächst in der Küche, dann an der Rezeption, schließlich wurde ihm die Abrechnung von drei weiteren Hotels und vier Restaurants desselben Eigentümers übertragen. In seiner Freizeit unternahm er auf einer KTM 125 cm³ Penton Ausflüge in die Westschweiz. Im Herbst 1974 verließ er die Schweiz, um auf Bildungsreisen durch die Türkei, Persien, Afghanistan und die griechische Insel Kreta seinen Wissenshorizont zu erweitern.
Im Februar 1975 kehrte er zurück und nahm eine Stelle an der Rezeption des Hotels Friesacher in Anif an, damals unter Marianne und Michael Friesacher senior. Im August desselben Jahres erhielt er sein Hotelkonzessionsdekret. Im Spätherbst 1977 wechselte er in die Küche von »Katzensbergers Adler« in Rastatt, Deutschland[3]. Dort erlernte er bei Rudolf Katzenberger, einem der besten 100 Köche Europas, die hohe Kunst des Pasteten-Machens – eine Leidenschaft, die er bis heute pflegt und im Gasthof Hohlwegwirt mit verschiedensten Pasteten als Spezialität anbietet.

Im Spätwinter 1979 arbeitete er erneut kurz im elterlichen Betrieb, bevor er als Restaurantleiter in die »Taverne am Sachsengang« in Großenzersdorf bei Wien wechselte, wo Robert Winkler sein Lehrmeister wurde. Ruhelos wie in seiner Sturm- und Drangzeit blieb er dort nur knapp ein Jahr und kehrte für rund zwei Jahre wieder zum Hohlwegwirt zurück. Im November 1981 wurde er zum Weinritter der Weinbruderschaft geschlagen.
Im Dezember 1982 zog es ihn in die USA. In McPherson, Kansas, arbeitete er am Aufbau des Restaurants Raymonds Peppermill mit. Eine zweimonatige Reise durch den Mittelwesten und Westen Amerikas führte ihn durch 17 Bundesstaaten.
Bereits im Juli 1983 kehrte er nach Hallein zurück und blieb fortan – abgesehen von Gastvorträgen – in seiner Heimat. Noch vor der Übernahme des elterlichen Betriebes im Jänner 1988 wurde er im April 1986 in den Vorstand des Verbands Beste Österreichische Gastlichkeit (BÖG) berufen und kochte 1987 bei Roger Vergé, einem der besten französischen Köche seiner Zeit. Nach der Übernahme des Hohlwegwirts verdoppelte er die Restaurantfläche zur heutigen Größe.

1998 setzte er mit der Gründung der Wirtevereinigung in Hallein und deren Wirtefest für Jedermann einen touristisch-gastronomischen Meilenstein in der Geschichte des Fremdenverkehrs von Hallein.
Von 2003 bis 3. Dezember 2012 war er Vorsitzender und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Hallein−Bad Dürrnberg sowie Kurdirektor von Bad Dürrnberg (siehe Tourismusverband Hallein–Bad Dürrnberg Geschichte#2003–2012 unter Obmann Ernst Kronreif).
Seine Liebe zum Motorrad ist ungebrochen: 1998 bereiste er Kalifornien mit einer Harley Davidson, 1999 überquerte er die Alpen und erklomm in einer Woche 30 Pässe, 2002 führte ihn eine Tour in die Pyrenäen und 2006 machte er Korsika und die Toskana mit dem Motorrad unsicher.
Kronreif und BÖG
Beim Bundeskongress der "BÖG Beste Österreichische Gastlichkeit" Ende April 2014 im Schloss Fuschl wurde Ernst Kronreif einstimmig zum Landesobmann für Salzburg gewählt. Seine Stellvertreter waren Mag. Harald Kratzer vom Stern- und Gablerbräu sowie Gen.-Dir. Paul Karnutsch vom Schloss Fuschl. Als langjähriger Geschäftsführer wurde Peter Kober bestätigt.
Ernst Kronreif privat
Ernst Kronreif hat drei Kinder und ist in zweiter Ehe verheiratet.
Familienübersicht
- Ernst Kronreif I. (* 13. Dezember 1920; † 24. Mai 1960)
- Ernst Johann Kronreif II. (* 24. November 1953) ∞ Daniela (erste Ehe), ∞ Biljana Pavkić (seit 2016, zweite Ehe)
In memoriam seines Vaters, Ernst Kronreif senior
In Erinnerung an seinen Vater veranstaltete Kronreif II. gemeinsam mit Peter Frohnwieser junior am 24. Mai 2009 erstmals die KTM Sternfahrt zum Gasthof Hohlwegwirt. Die Veranstaltung fand bis 2022 statt.
Funktionen
- März 2003: Wahl zum Vorstand und Geschäftsführer des Tourismusverbands Hallein−Bad Dürrnberg sowie zum Kurdirektor Bad Dürrnberg;
- 2005: Berufung in den Ausschuss der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Salzburg;
- 2006: Vorstand und Geschäftsführer ARGE Stille Nacht Land Salzburg sowie Vorstand GenussRegion Tennengauer Almkäse;
Ehrungen
Am 27. November 2007 wurde Kronreif das Ehrenzeichen für Verdienste um den Salzburger Tourismus verliehen.
Der Bürgermeister der Stadt Hallein Gerhard Anzengruber zeichnete ihn am 13. November 2014 mit der Wappenplakette der Stadt Hallein in Silber aus.
Bilder
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2010: Pressekonferenz des BÖG im Gasthof Hohlwegwirt, von links: Ernst Kronreif, Hera Lind, Genussbotschafterin und Dr. Wilfried Haslauer junior, Landeshauptmann-Stellvertreter.]]
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2007: Ehrung durch Landeshauptmann-Stv. Dr. Wilfried Haslauer junior mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um den Salzburger Tourismus
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BÖG-Wahl 2014: von links nach rechts: Peter Kober, Geschäftsführer BÖG Salzburg, Gen. Dir.. Paul Karnutsch, Landesobmannstellvertreter BÖG Salzburg und Ernst Kronreif, Landesobmann BÖG Salzburg
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2014: Kronreif wird vom Bürgermeister der Stadt Hallein, Gerhard Anzengruber, mit der Wappenplakette der Stadt Hallein in Silber ausgezeichnet
Weitere Bilder
Ernst Kronreif II. – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- Lebenslauf, zur Verfügung gestellt von Ernst Kronreif, bearbeitet von Benutzer:Peter Krackowizer
- Salzburger Nachrichten, 30. Juli 2017, "Festspieler des Tages": Gesellschaft für die Festspieler (der Link war bei einer Kontrolle am 17. Juli 2026 nicht mehr abrufbar)
Einzelnachweise
- ↑ Service ist der Fachausdruck für den Bereich Servieren in einem gastronomischen Betrieb
- ↑ das ist der Büro- und Verwaltungsbereich eines Hotels
- ↑ siehe Stadtwikipedia Karlsruhe Rudolf Katzenberger
| Vorgänger - |
Geschäftsführer des Tourismusverbands Hallein−Bad Dürrnberg 2003–3. Dezember 2012 |
Nachfolger |