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== Über die Korrespondenz ==
 
== Über die Korrespondenz ==
Über seine Tochter Johanna [[Spängler]] (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, [[Rupert Holzapfel]] (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet mit Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (O. H.) (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
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Über seine Tochter Johanna [[Spängler]] (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, [[Rupert Holzapfel]] (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet mit Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska ''Fanny'' Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter ''Fanny'' und Enkelkind ''Fanni''.<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter ''Fanny'' [Kobler] und Enkelin ''Fanni'' [Schlegel-Spängler].</ref>
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska ''Fanny'' Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter ''Fanny'' und Enkelkind ''Fanni''.<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, [[Otto Holzapfel]], zu Großmutter ''Fanny'' [Kobler] und Enkelin ''Fanni'' [Schlegel-Spängler].</ref>
    
== 1872 ==
 
== 1872 ==
Briefe "1871/1872" (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 18 Franz II. Xaver Gregor Spängler aus Mödling an Fanni = Nr. 19 "Frl Fanny Schlegel Salzburg Marktplaz N 10 II Stok" [...]: 28.01.1872 mit "Blümchen" vom Gesangvereinsball. – 29.01.1872 – 04.02.1872 – 11.02.1872. mit Papierblümchen. – 16.02.1872 – 19.02.1872 – 22.02.1872 Karte. – 23.02.1872 – 24.02.1872 – 27.02.1872 Karte. – 28.02.1872 – 11.03.1872 mit Einschreiben und einem Glücksklee. – 23.03.1872 – 27.03.1872 – 30.03.1872 [...]
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07.01.1872 aus [[Wien]], 15.01.1872 aus Mödling, siehe "[[Kobler-Spängler-Briefe von 1882]]"
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==== Brief vom 2. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
 
==== Brief vom 2. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Umschlagklappe mit undeutlichem Prägedruck, ohne Lacksiegel; Poststempel "Mödling 2/1 72", rückseitig "Wien…" [verwischt] und "Salzburg Stadt 3/1 9-10 Früh 72"; "Frl. [unterstrichen:] Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10 // II. St[oc]k". Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Umschlagklappe mit undeutlichem Prägedruck, ohne Lacksiegel; Poststempel "Mödling 2/1 72", rückseitig "Wien…" [verwischt] und "Salzburg Stadt 3/1 9-10 Früh 72"; "Frl. [unterstrichen:] Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10 // II. St[oc]k". Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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"Lida" [verheiratet] Guttenberg, enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860.
 
"Lida" [verheiratet] Guttenberg, enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860.
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==== Brief vom 6. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; rückseitig kleines rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel verwischt, rückseitig Stempel "Salzburg Stadt 7/1 9-10 Früh 72"; ''Frl'' [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 II. Sto[c]k". Zwei Bögen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:<br />
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''Mödling 6/I 1872 // Meine liebe Fanny! // Für Deinen lieben Brief sage ich dir meinen herzlichen Dank; ich entne[h]me daraus auch mit Befriedig[un]g, daß die Correspondenzkarte in deine Hände kam; denn Du hättest fast am Ende glauben können, ich hätte darauf vergeßen. // Du hast wo[h]l recht, wenn Du sagst daß diese Tage schön waren, die wir zusammen verlebt! Aber sie waren leider so rasch vorbei! Und wie ganz anders ist es je[t]zt wieder! Doch, ich hoffe u Gott gebe es, es wird diese so schöne Zeit wieder kommen. / Dauernd wieder kommen! u. ich stimme aus vollem Herzen ein in den von Dir in Deinem Briefe ausgesprochenen Wunsch: "Gott segne unsern Bund." // Du schreibst ich werde recht oft mit Dir Geduld haben müßen! Ich glaube nicht, dß du mir sonst wirst Anlaß geben, meine Geduld zu üben, denn wenn wir uns wirklich lieb haben, so wird ja jedes gerne das zu erwide[r]n suchen, was dem andern nicht angene[h]m ist, u. kommt doch öfters etwas vor, so wird die Liebe auch die Geduld u. Nachsicht erleichtern. Weiterhin fürchte ich, werde ich Dir / dazu Anlaß geben, drum rüste Du Dich mit Geduld, wenn mitunter die Pedanterie, wenn Grillen mich erfaßen u. mich dir vielleicht unangene[h]m erscheinen lassen sollten. Ich will mich wa[h]rlich bemühen dieselben zu bekämpfen, u. ich hoffe, dß Deine Nähe, Deine Liebe mich hiebei unterstü[t]zen wird.''
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[Zusammenfassung:] Als er in ihren Armen ruhte, war ihm der Gedanke des gemeinsamen Glückes bewusst. // Sein Bruder war in Wien, / er auch, zusammen haben sie ein Ballet angesehen, voller Pracht in der Ausstattung und mit einer vernünftigen Handlung. / [zweiter Bogen:] Es gab bei einer Feier ''Cherry, Rheinwein'' und ''Champagner''; sie stießen auf das Wohl von Fanni an. // Er will ihr von Wien aus ein Buch senden und einige Zeilen beischließen. / ''Für heute schließe ich, da ich vor meiner Fahrt nach Wien noch einiges zu tun habe. // Grüße mir die Großmutter u deine Eltern, sowie meine Mutter; diese möge entschuldigen, dß ich ihr noch nicht schrieb, es wird aber im Laufe der nächsten Tage geschehen. Mit den Arbeiten die mir während meiner Abwesenheit zurü[c]kgeblieben waren, habe ich bereits wieder aufgeräumt. Nun lebe recht wo[h]l, u erfreue bald wieder mit einem – mit dem neuen Siegel versehenen / Briefe – // Deinen // treuen Franz''
 
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Brief von Fanni Schlegel [Nr. 19] an Franz Spängler [Nr. 18]:<br />
 
Brief von Fanni Schlegel [Nr. 19] an Franz Spängler [Nr. 18]:<br />
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''Herrn Doctor Franz Spängler kk Gerichtsadjunkt, Mödling bei Wien [LVI 9/1 beantw mit LVII 11/1]''; rotes Siegel "F. S." [so auch alle folgenden Briefe dieses Päckchens]: ''Salzburg 7. Jänner 1872. ¾ 8 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Besten Dank für deinen lieben Brief sowie auch für deine Zeilen vom 3. die ich deinem Wunsch gemäß unbeantwortet ließ. Heute hatte ich schon mit großer Ungeduld auf eine Nachricht gewartet, und freue mich zu sehen, daß auch dir die hier verlebten Tage schön erschienen sind. Was die Geduld betrifft, wird die Zukunft lehren, wer von uns mehr von diesem nützlichen Artikel in Anspruch nimmt, daß ich ein recht garstiges Ding bin zuweilen, habe ich dir längst gesagt, allein meine gutgemeinte Warnung hast du nicht berücksichtigt, da kannst du dann zusehen wie du mit deinem Hauskreuz fertig wirst. Mit der Pedanterie werde ich schon auf Gleich zu kommen suchen, und hoffe auch meinen lieben Pedanten die Grillen verzeihen zu können, wenn solche wirklich wagen sollten, sich im Reiche Bereiche meines Burgfriedens zu zeigen. Heiterer Sinn, mit dem die gütige Natur mich versorgte, soll eine recht tüchtige Waffe gegen diese kleinen Unholde sein. Wandelt mich aber bisweilen ein kleiner Mutwille an, so wird eine kleine XX geringe Dosis Pedanterie deinerseits gerade das rechte Gleichgewicht herstellen. Weißt du, heute vor 8 Tagen litt ich unter einer solchen Anwandlung, wo du sagtest, ich sekire'' [ärgere, Anm.] ''dich. Jetzt sind schon ganze 8 7 Tage dahin, seit wir auf dem Bahnhofe Abschied nahmen! Wie doch die Zeit vergeht. Ich darf recht fleißig sein, wenn bis zum April Alles fertig sein soll. Morgen werde ich wahrscheinlich mein Reisekleid zuschneiden. Ich wählte zu diesem Zweck einen einfärbig grauen Stoff. Ich werde meine ganze Kunst aufbieten, damit ich zur Hochzeitsreise schön bin. Die Reisetour'' [-route, Anm.] ''haben wir wirklich nicht festgestellt, während deinem Hiersein, vielleicht nimmst du einmal die Karte zur Hand, und theilst mir dann die voraussichtlichen Haupstationen mit?''
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''Herrn Doctor Franz Spängler kk Gerichtsadjunkt, Mödling bei Wien [LVI 9/1 beantw mit LVII 11/1]''; rotes Siegel "F. S." [so auch alle folgenden Briefe dieses Päckchens<ref>Ein neues Siegel für Fanni wird im vorigen Brief vom 6. Jänner 1872 erwähnt.</ref>]: ''Salzburg 7. Jänner 1872. ¾ 8 Uhr Abends. Mein lieber Franz! Besten Dank für deinen lieben Brief sowie auch für deine Zeilen vom 3. die ich deinem Wunsch gemäß unbeantwortet ließ. Heute hatte ich schon mit großer Ungeduld auf eine Nachricht gewartet, und freue mich zu sehen, daß auch dir die hier verlebten Tage schön erschienen sind. Was die Geduld betrifft, wird die Zukunft lehren, wer von uns mehr von diesem nützlichen Artikel in Anspruch nimmt, daß ich ein recht garstiges Ding bin zuweilen, habe ich dir längst gesagt, allein meine gutgemeinte Warnung hast du nicht berücksichtigt, da kannst du dann zusehen wie du mit deinem Hauskreuz fertig wirst. Mit der Pedanterie werde ich schon auf Gleich zu kommen suchen, und hoffe auch meinen lieben Pedanten die Grillen verzeihen zu können, wenn solche wirklich wagen sollten, sich im Reiche Bereiche meines Burgfriedens zu zeigen. Heiterer Sinn, mit dem die gütige Natur mich versorgte, soll eine recht tüchtige Waffe gegen diese kleinen Unholde sein. Wandelt mich aber bisweilen ein kleiner Mutwille an, so wird eine kleine XX geringe Dosis Pedanterie deinerseits gerade das rechte Gleichgewicht herstellen. Weißt du, heute vor 8 Tagen litt ich unter einer solchen Anwandlung, wo du sagtest, ich sekire'' [ärgere, Anm.] ''dich. Jetzt sind schon ganze 8 7 Tage dahin, seit wir auf dem Bahnhofe Abschied nahmen! Wie doch die Zeit vergeht. Ich darf recht fleißig sein, wenn bis zum April Alles fertig sein soll. Morgen werde ich wahrscheinlich mein Reisekleid zuschneiden. Ich wählte zu diesem Zweck einen einfärbig grauen Stoff. Ich werde meine ganze Kunst aufbieten, damit ich zur Hochzeitsreise schön bin. Die Reisetour'' [-route, Anm.] ''haben wir wirklich nicht festgestellt, während deinem Hiersein, vielleicht nimmst du einmal die Karte zur Hand, und theilst mir dann die voraussichtlichen Haupstationen mit?''
    
''Wie war denn diesmal die Salzburger Versammlung? Hast du am Ende wieder Unschuldige zum Besuch des Kafehauses verleitet? wie neulich? Heute findet eine Redoute'' [Ball, Anm.] ''zum Besten der Volksküche statt. Lida ist bei den Verkäuferinnen in der Conditorei. Für sie beginnt hiermit der Fasching. Ich komme mir ordentlich erhaben in meiner heurigen Solidität vor. Heute war ich beim Mozarteumskonzerte. Ein blinder Klavierspieler ließ sich hören, er spielte sehr brav, namentlich sehr weich. Mich ergriff bei seinem Anblick tiefes Mitleid. Ich hatte Gelegenheit, ihn zu beobachten, während eine Symfonie v. Beethoven aufgeführt wurde, und beobachtete, wie lebhaft die Musik ihn bewegte. Manchmal glitt ein zufriedenes Lächeln über seine Züge, während unrichtige Töne ihm offenbar Mißbehagen erregten. Seine Erscheinung ist sehr sonderbar, auch seine SprXXX ist kaum so groß wie ich und sieht ziemlich leidend aus. Deiner guten Mutter habe ich deine Grüße entrichtet, sie findet es verzeihlich, daß du mir früher und öfter schreibst als ihr. Gestern war ich mit Lida noch einmal in [[Leopoldskroner Weiher|Leopolskron]], doch ist das Eis schon schlecht. Vielleicht war ich gestern zum letzten Male auf dem Eis, nächstes Jahr komme ich wo[h]l kaum dazu. Bei vielen Gelegenheiten denke ich mir jetzt: Das geschieht hier wo[h]l nicht mehr von mir. Es ist wie ein langsames Loslösen von bisher gewohnten Dingen, ein wortloser Abschied. Doch empfinde ich deßwegen keinen Schmerz. Freilich vor dem le[t]zten Abschied, der mir bevorsteht, habe ich bange. Da wirst du schon ein wenig an mir trösten müßen, wenn wir miteinander von hier weg reisen! Doch genug für heute! gute Nacht. – 8. Jänner 9 Uhr Morgens. Ich füge noch einige Zeilen bei, sonst komme ich nicht zur Arbeit! Du sagst, du wirst mir wieder ein Buch schicken, ich danke dir im Voraus dafür und freue mich schon darauf um so mehr als ich wieder etwas von dir hören werde. Ich werde deine Zeilen jedenfalls beantworten so bald ich kann. Wenn die Witterung so milde bleibt wie je[t]zt, wo es vollständig thaut, wird auch die Reise nach Wien nicht zu weit hinausgeschoben werden. Wie schön wird es sein, wenn du mich auf dem Westbahnhof erwarten wirst! Wenn ich nur einmal wüßte wann Emmas Hochzeit ist! Mir wäre viel lieber wenn die Reise nach derselben stattfände. Nun lebe recht wo[h]l und bleibe gut deiner treuen Fanni. – Großmutter grüßt dich. Vorgestern schickte ich unsere Fotografien nach Würzburg.''
 
''Wie war denn diesmal die Salzburger Versammlung? Hast du am Ende wieder Unschuldige zum Besuch des Kafehauses verleitet? wie neulich? Heute findet eine Redoute'' [Ball, Anm.] ''zum Besten der Volksküche statt. Lida ist bei den Verkäuferinnen in der Conditorei. Für sie beginnt hiermit der Fasching. Ich komme mir ordentlich erhaben in meiner heurigen Solidität vor. Heute war ich beim Mozarteumskonzerte. Ein blinder Klavierspieler ließ sich hören, er spielte sehr brav, namentlich sehr weich. Mich ergriff bei seinem Anblick tiefes Mitleid. Ich hatte Gelegenheit, ihn zu beobachten, während eine Symfonie v. Beethoven aufgeführt wurde, und beobachtete, wie lebhaft die Musik ihn bewegte. Manchmal glitt ein zufriedenes Lächeln über seine Züge, während unrichtige Töne ihm offenbar Mißbehagen erregten. Seine Erscheinung ist sehr sonderbar, auch seine SprXXX ist kaum so groß wie ich und sieht ziemlich leidend aus. Deiner guten Mutter habe ich deine Grüße entrichtet, sie findet es verzeihlich, daß du mir früher und öfter schreibst als ihr. Gestern war ich mit Lida noch einmal in [[Leopoldskroner Weiher|Leopolskron]], doch ist das Eis schon schlecht. Vielleicht war ich gestern zum letzten Male auf dem Eis, nächstes Jahr komme ich wo[h]l kaum dazu. Bei vielen Gelegenheiten denke ich mir jetzt: Das geschieht hier wo[h]l nicht mehr von mir. Es ist wie ein langsames Loslösen von bisher gewohnten Dingen, ein wortloser Abschied. Doch empfinde ich deßwegen keinen Schmerz. Freilich vor dem le[t]zten Abschied, der mir bevorsteht, habe ich bange. Da wirst du schon ein wenig an mir trösten müßen, wenn wir miteinander von hier weg reisen! Doch genug für heute! gute Nacht. – 8. Jänner 9 Uhr Morgens. Ich füge noch einige Zeilen bei, sonst komme ich nicht zur Arbeit! Du sagst, du wirst mir wieder ein Buch schicken, ich danke dir im Voraus dafür und freue mich schon darauf um so mehr als ich wieder etwas von dir hören werde. Ich werde deine Zeilen jedenfalls beantworten so bald ich kann. Wenn die Witterung so milde bleibt wie je[t]zt, wo es vollständig thaut, wird auch die Reise nach Wien nicht zu weit hinausgeschoben werden. Wie schön wird es sein, wenn du mich auf dem Westbahnhof erwarten wirst! Wenn ich nur einmal wüßte wann Emmas Hochzeit ist! Mir wäre viel lieber wenn die Reise nach derselben stattfände. Nun lebe recht wo[h]l und bleibe gut deiner treuen Fanni. – Großmutter grüßt dich. Vorgestern schickte ich unsere Fotografien nach Würzburg.''
    
"Emma": In einem Brief von 1871 heißt es, dass die Freundin Emma [Seehofer] "im Laufe des nächsten Sommers heirathen" werde, das ist der Sommer 1872 während der geplanten Hochzeitsreise von Fanni und Franz. – "Würzburg": u. a. im September 1871 schreibt Fanni Freundin Lonchen Ziegler aus Würzburg.
 
"Emma": In einem Brief von 1871 heißt es, dass die Freundin Emma [Seehofer] "im Laufe des nächsten Sommers heirathen" werde, das ist der Sommer 1872 während der geplanten Hochzeitsreise von Fanni und Franz. – "Würzburg": u. a. im September 1871 schreibt Fanni Freundin Lonchen Ziegler aus Würzburg.
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==== Brief vom 7. und 8. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Wien 7. Jänner 1872 // Ab[en]ds 11 Uhr // Meine liebe Fanny // Ich hatte heute [Dir] die versprochenen XX Rü[c]kerts "Liebesfrühling"<ref>Liederzyklus von über 300, zumeist kurzen Gedichten, 1821 von Friedrich Rückert (* 1788 in Schweinfurt; † 1866 in Neuses bei Coburg), gewidmet Luise Wiethaus-Fischer, die er im Dezember 1821 in Coburg heiratet. Die Gedichtsammlung ist über Jahrzehnte ein Erfolg. Vgl. die Briefe vom 21. bis 23. Jänner 1872 und vom 11. Februar 1872. Vgl. die folgende detaillierte Liste von ausgewählten Gedichten, die Franz zur Lektüre empfiehlt, Fanni zu lesen "ersucht". Im folgenden Brief vom 15. Jänner 1872 spricht er vom "gleichmäßigen", d. h. möglichst zeitgleichen Lesen der Texte. Im Internet ist eine 16. Auflage von 1896 einsehbar.</ref> senden wollen, damit dieß wirklich tief gefü[h]lte u. hochpoetische Büchlein morgen am 8. Jänner, als dem Tage, wo nun 4 Monate seit unserer Verlobung verfloßen sind, in Deine Ha[ä]nde kommen. Doch da ich heute Mittags bei Fenzl speiste, u. etwas länger, als ich erwartet hatte dort blieb, so wurde es mir nicht me[h]r möglich vor Schluß der Hauptpost das Paketchen sammt einem Briefe für Dich fertig zu machen, u. ich sandte daher nur eine Correspondenzkarte, damit Du an diesem Tage doch einige Zeilen von mir erhaltest u schreibe nun erst jetzt Ab[en]ds diesen Brief an Dich um ihn morgen früh an Dich, meine Liebe zu senden. / ''
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''Zugleich ersuche ich Dich von Mittwoch, 10. Jänner an, täglich 3 Gedichte zu lesen, so werden wir mit dem größeren Teile bis Anfangs April fertig; der Rest, der uns dann noch bleibt, lesen wir dann zusammen in den le[t]zten Tagen von "zweier verliebten Verlobten vermä[h]lender Feier" (Seite 313). Uebrigens kom ich nicht umhin, Dich auf einzelne Gedichte besonders die mir im durchblättern wieder auffielen aufmerksam zu machen'' [folgende Hinweise jeweils in neuer Zeile:] ''I. Strauß 3 u 4 u 6, 17, ferner 33; auf die sonderweise [?] ich Dich zugleich mit Bezug auf eine von Dir zu Weihnachten gemachte Bemerkung, an die Du Dich wo[h]l noch erinnern wirst. // 2. Strauß 32. // 3 Strauß 27, 94 // 4 Strauß 7, + 9, (gerade so wie wir es ein paar Mal im September getan) 27;'' [doppelt unterstrichen:] ''31 34 (auch eine Antwort auf eine gleiche Frage, die Du öfters an mich gestellt), 65 – Seitenstü[c]k zu Geibels Kornblumen flecht ich Dir zum Kranz (Intermezzo'' [römisch:] ''XX) '' [unterstrichen:] ''66, welches ich auch Lida zur Beherzigung empfe[h]le // 5. Strauß 21, 23, 37. (Hat nicht Großmutter / uns zu unserer Freude gleiches Vertrauen geschenkt?) 45 (das ich ich Dir auf der Rü[c]kfa[h]rt von Hallein damals mitteilte, 44, 48, 53, 70, 75 (das XX auf Dein Verhältniß zur Großmutter se[h]r gut paßt. // ''<ref>4. Strauß Nr. 9 = abends im Zimmer, nachts am Fenster die Sterne sehen. Nr. 31 = Bitte um ungestörtes Seelenglück. Nr. 34 = Frage, warum man jemanden liebt. 5. Strauß Nr. 37 = Vertrauen des alten Vaters, dass sein Kind bei ihm in guten Händen ist. Nr. 45 = Farbe der Augen</ref>
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''8 Jänner 1872 // Morgens // Von gestern u vorgestern habe ich noch zu berichten, dß ich vorgestern bei der Salzburger Zusammenkunft war, wo einige ganz interessante Vorträge gehalten wurden, dß ich gestern Vormittags bei dem Landesgerichte einige Aufwartungen machte, wegen der Verse[t]zung nach Wien, dß aber nach den Äußerungen der betreffenden Herren kaum zu erwarten ist, dß unsere für Mödling bereits getroffenen Dispositionen schon nächstens eine Änderung erleiden; ich glaube, dß wir schon noch ganz ruhig den Sommer in Mödling zubringen werden. Mittags speiste ich bei Fenzl, u. Ab[en]ds war ich mit Dr Kaserer bei Streinsberg [?]. An beiden Orten war natürlich noch vor Dir öfters die Rede / Doch ich schließe für heute u. freue mich auf Deinen Brief, den ich morgen früh zu erhalten hoffe. Ich bitte Dich noch der Großmutter u deinen Eltern meine Grüße zu entrichten, u verbleibe mit herzlichem Gruße u Kuße // Dein // treuer Franz''
 
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Brief von [Nr. 37<ref>"Nr. 37" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] [[Antonia Spängler]] (* [[1803]]; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] [[Franz II. Xaver Gregor Spängler|Franz Spängler]], 1872 verheiratet mit Fanni Schlegel:<br />
 
Brief von [Nr. 37<ref>"Nr. 37" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] [[Antonia Spängler]] (* [[1803]]; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] [[Franz II. Xaver Gregor Spängler|Franz Spängler]], 1872 verheiratet mit Fanni Schlegel:<br />
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''Salzburg 15. 1. 72: Mein liebster, theuerster Franz! Es sind nun heute schon 15 Tage seit, du von uns fort bist, und ich habe noch keine Zeile an dich geschrieben, allein ich bekamm lange keinen Brief von dir, hörte aber von Fany'' [Fanni, Anm.] ''schon wie es dir geht auch von Otto, der aber mit einen starken Lontach [?] nach Hauße kamm, geht ihm aber jetzt gottlob wieder beßer. Auch bey uns geht es gut. Wir arbeiten sehr fleißig, aber es giebt nicht so viel aus weil der Tag noch so kurz ist. Ich denke schon bis das Bett in Ordnung ist das noch bey 40 oder 50 fl aufgehen. Den Näherlohn trieft ja auch noch für 18 Hemden, und Joppenleintücher. Das Bett wird so groß, das ich werde Roßhaar- Schließ und dergleichen dazu kauffen müßen. Wegen der Loden hat dir Otto schon geschrieben, das Ihr das Geld bekömt, wird Euch schon recht sein, aber das die Pepi ohne jemand davon etwas zu sagen es gethan, und leicht hätte sie um 500 mehr bekommen können, ja der Riedl sagte zum Otto 5 Tausend 500 gebe ich, aber die Roch welche den Loden für die Grol [?] kaufte ging nicht mehr zurück. Wie schnell die Zeit vergeht – ehe wir uns es versehen wird die Zeit da sein wo die Hochzeit ist. Diese Zeit wo die beyden Fany'' [Großmutter und Enkelin, Anm.] ''nach Wien reisen wird für dich eine sehr belebte sein bey Tag wirst du in Mödling sein die Abende wirst du bey, und mit Ihnen zubringen. Das die Wall schon 5 Monathe in gesegneten ist, wirst du vieleicht schon wissen. Der Pepi [[Zellner]] geht es wieder beßer die Zellner war neulich bey mir, aber sie war sehr betriebt, weil eben so vieles zusammen kömmt. Für deinen lieben Brief danke ich die recht herzlich, weiß der liebe Gott ob ich doch einmal zu Euch komme, ich denke immer ich kann mir zu wenig helfen auf einer so langen Reise. – Der Mensch denkt, der liebe Gott lenkt, verXXden [?] thue ich es nicht. Morgen Mittwoch sind die 2 Fany und ich, und die Roch bey der Louise eingeladen. Ich muß schließen Lebe recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe deine dich herzlich liebende Mutter Spängler – Sey versichert das ich recht fleißig für dich bethe''
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''Salzburg 15. 1. 72: Mein liebster, theuerster Franz! Es sind nun heute schon 15 Tage seit, du von uns fort bist, und ich habe noch keine Zeile an dich geschrieben, allein ich bekamm lange keinen Brief von dir, hörte aber von Fany'' [Fanni, Anm.] ''schon wie es dir geht auch von Otto, der aber mit einen starken Lontach [?] nach Hauße kamm, geht ihm aber jetzt gottlob wieder beßer. Auch bey uns geht es gut. Wir arbeiten sehr fleißig, aber es giebt nicht so viel aus weil der Tag noch so kurz ist. Ich denke schon bis das Bett in Ordnung ist das noch bey 40 oder 50 fl aufgehen. Den Näherlohn trieft ja auch noch für 18 Hemden, und Joppenleintücher. Das Bett wird so groß, das ich werde Roßhaar- Schließ und dergleichen dazu kauffen müßen. Wegen der Loden hat dir Otto schon geschrieben, das Ihr das Geld bekömt, wird Euch schon recht sein, aber das die Pepi ohne jemand davon etwas zu sagen es gethan, und leicht hätte sie um 500 mehr bekommen können, ja der Riedl sagte zum Otto 5 Tausend 500 gebe ich, aber die Roch welche den Loden für die Grol [?] kaufte ging nicht mehr zurück. Wie schnell die Zeit vergeht – ehe wir uns es versehen wird die Zeit da sein wo die Hochzeit ist. Diese Zeit wo die beyden Fany'' [Großmutter und Enkelin, Anm.] ''nach Wien reisen wird für dich eine sehr belebte sein bey Tag wirst du in Mödling sein die Abende wirst du bey, und mit Ihnen zubringen. Das die Wall'' [Wahl, Anm.] ''schon 5 Monathe in gesegneten ist, wirst du vieleicht schon wissen. Der Pepi Zeller geht es wieder beßer die Zeller war neulich bey mir, aber sie war sehr betriebt, weil eben so vieles zusammen kömmt. Für deinen lieben Brief danke ich die recht herzlich, weiß der liebe Gott ob ich doch einmal zu Euch komme, ich denke immer ich kann mir zu wenig helfen auf einer so langen Reise. – Der Mensch denkt, der liebe Gott lenkt, verXXden [?] thue ich es nicht. Morgen Mittwoch sind die 2 Fany und ich, und die Roch bey der Louise eingeladen. Ich muß schließen Lebe recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe deine dich herzlich liebende Mutter Spängler – Sey versichert das ich recht fleißig für dich bethe''
    
1872, Päckchen, zusammengeschnürt [erster Teil bis einschl. [[9. Februar]] 1872], von Fanni Schlegel (Nr. 19) an Franz II. Xaver Gregor Spängler (Nr. 18): ''Correspondenz-Karte Herrn Doctor Franz Spängler kk Gerichtsadjunkt, Mödling bei Wien;'' [Vermerk von Franz Spängler:] ''LIV erhalten 3/1 1872 beantwor[tet] 3/1: Salzburg 2 Jänner 1872 – Bis jetzt, ½ 5 Uhr Nachmittag erwartete ich vergebens die versprochene Postkarte; durch den morgen zu erwartenden Brief hoffe ich zu hören, daß die Reise recht gut zurückgelegt wurde. Ich konnte es nicht unterlaßen wenigstens in dieser Form tausend herzliche Grüße zu senden. Der nächste Brief wird ausführlich beantwortet werden. Mit herzlichem Lebewo[h]l F S.
 
1872, Päckchen, zusammengeschnürt [erster Teil bis einschl. [[9. Februar]] 1872], von Fanni Schlegel (Nr. 19) an Franz II. Xaver Gregor Spängler (Nr. 18): ''Correspondenz-Karte Herrn Doctor Franz Spängler kk Gerichtsadjunkt, Mödling bei Wien;'' [Vermerk von Franz Spängler:] ''LIV erhalten 3/1 1872 beantwor[tet] 3/1: Salzburg 2 Jänner 1872 – Bis jetzt, ½ 5 Uhr Nachmittag erwartete ich vergebens die versprochene Postkarte; durch den morgen zu erwartenden Brief hoffe ich zu hören, daß die Reise recht gut zurückgelegt wurde. Ich konnte es nicht unterlaßen wenigstens in dieser Form tausend herzliche Grüße zu senden. Der nächste Brief wird ausführlich beantwortet werden. Mit herzlichem Lebewo[h]l F S.
 
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==== Brief vom 15. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Mödling 15 / I 1872 // Meine liebe Fanny! // Gestern erhielt ich Deinen so lieben Brief gerade noch, bevor ich früh nach Wien fuhr u. hatte im Eisenbahnwagen reichliche Muße, um denselben wiederholt durch zu lesen, u. freute mich über denselben herzlich. // Nun dauert es ja hoffentlich nicht me[h]r so lange, bis Du wirklich meine liebe "Frau" sein wirst, u. nicht bloß Dir dieß vorstellst. Und ich hoffe daß [!] Du mir noch eine recht gute "Frau" sein werdest. In 3 Monaten von je[t]zt sind wir hoffentlich schon auf der Hochzeitsreise, u. es wird der von Dir schon öfter mit einem gewißen Besorgniß erwä[h]nte Abschied von / Salzburg auch überstanden sein, u. damit hoffentlich auch das "Fieber", von dem Du zu Weihnachten einige Male sprachest. // Auch der Abschied von der Großmutter wird sich Dir etwas erleichtern, wenn das Projekt ausgefü{h}rt<ref>"h" geschrieben und wieder gestrichen</ref> wird, dß sie wegen Vollendung der Einrichtung unserer Wo[h]nung hieherkömmt, u Du sie also dann bei Deinem Eintreffen hier wieder findest. //''
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''Denke Dir am 1. Febr habe ich bereits das 1. Mal den Zins'' [Miete, Anm.] ''für unsere neue Wo[h]nung zu za[h]len. So fügt sich in der Kette der Vorbereitungen ein Ring an den andern, u. der Tag der Vollendung rü[c]kt stets näher. / Ich möchte wo[h]l nicht bloß um der Erwäh[n]ung dieses Zinses an sich willen, sondern noch aus manchen anderen Gründen, recht se[h]r wünschen, dß diese Zeit bis dahin möglichst rasch vergehe; denn es ist die je[t]zige Zeit ein Uebergangsstadium, das, wären wir beisammen, ganz gewiß se[h]r schön u. poetisch wäre, das aber bei unserer Trauung auch manches minder angene[h]me mit sich bringt, in welchem auch mir so manche Aufregung – ja mitunter Beunruhigung nicht erspart bleibt, die ich, wäre ich bei Dir, viel leichter überwände, als so, wo ich Niemanden habe, mit dem ich mich über manche Fragen sofort aussprechen könnte. / Gestern speiste ich bei Gut[t]enberg; Maria, welche Dich grüßen läßt leidet an Grippe u Husten. Den Abend brachte ich mit Angermay[e]r u. Julius Spängler u deren Frauen im Gasthause zu; dieselben laßen Dich ebenfalls grüßen u Dir für die Mitunterfertig[un]g der Glü[c]kwunschkarten zu Neuja[h]r danken. Ich hätte dieß schon im le[t]zten Breife entrichten sollen, vergaß es aber damals.''
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''Noch muß ich Dir mitteilen dß leider unser gleichmäßiges Lesen im Liebesfrühling<ref>vgl. vorangehenden Brief vom 7. und 8. Jänner 1872</ref> nicht ausführbar ist, ich habe nämlich bei allen meinen Bekannten hier denselben nicht vollständig finden können, sondern nur eine Ausgabe der Gedichte Rü[c]kerts erhalten, in der eine Auswa[h]l aus dem Liebesfrühling enthalten ist; ich bitte Dich nichts desto weniger die Lektüre wie bisher fortzuse[t]zen; ich lese in meinem Auszuge täglich einmal u so werden sich doch so manchmal unsere Gedanken u. unsere Lektüre bei demselben Gedichte begegnen. // Nun lebe wo[h]l. Schreibe mir ja recht bald wieder. Grüße an die Großmutter. Es küßt u grüßt Dich herzlich // Dein treuer Franz''
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==== Brief vom 16. Jänner 1872 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
 
==== Brief vom 16. Jänner 1872 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
 
Brief von Fanni Schlegel [Nr. 19] an Franz Spängler [Nr. 18]:<br />
 
Brief von Fanni Schlegel [Nr. 19] an Franz Spängler [Nr. 18]:<br />
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==== Brief vom 18. und 19. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanny Spängler ====
 
==== Brief vom 18. und 19. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanny Spängler ====
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an seine Frau [[Franziska Spängler]]; zwei Bögen<ref>Zwei Bögen etwas unterschiedlicher Größe. Der zweite Bogen undatiert, aber der Zusammenhang ist durch den Anschluss des Textes im Brief gegeben.</ref>; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich; // = Absatz:<br />
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an seine Frau [[Franziska Spängler]]; zwei Bögen<ref>Zwei Bögen etwas unterschiedlicher Größe. Der zweite Bogen undatiert, aber der Zusammenhang ist durch den Anschluss des Textes im Brief gegeben.</ref>; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich; // = Absatz:<br />
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''Mödling 18 Jänner 1872 // Meine liebe Fanny! // Indem ich mich an die Beantwortung deines lieben Briefe[s] mache, muß ich dir vor allem die angene[h]me<ref>Dehnungs-h, das damals offenbar nicht geschrieben wurde; zur Deutlichkeit ergänzt. Seine Schrift verbindet oft fließend mehrere Wörter miteinander; das wird nicht übernommen.</ref> Nachricht mitteilen, d[a]ß<ref>geläufige Abkürzung in seinen Briefen</ref> meinem Antrage gemäß das Honorar für die Vorlesungen<ref>Welcher Art die sind, ist unbekannt. Franz Spängler ist ab April 1870 Richter am Bezirksgericht in Mödling.</ref> von 100 fn'' [Florin, Gulden] ''auf 200 fn erhöht wurde, also wieder 100 fn mehr Einna[h]men. Was die Gehaltserhöhung betrifft, so weiß ich dir noch gar nicht verläßliches mitzutheilen; die gerüchteweisen Angaben schwanken zwischen 15 u[nd]<ref>geläufige Abkürzung in seinen Briefen</ref> 30 % des Gehaltes, was also zwischen 120 u 240 fn im Jahr ausmachen würde. Würde eine 25 - 30 % Erhöhung bewilligt, so würden wir auf eine Ja[h]res-Einna[h]me von 2500 fn kommen; hoffentlich kämen wir dann aus! Würde die Gehaltserhöhung in dem gehofften Maße pla[t]zgreifen, so würdest du jedenfalls die ursprünglich besprochenen 80 fn Monatsgeld erhalten. // Um an diese angene[h]me prosaische Angelegenheit die Beantwortng deiner gleichfalls prosaischen / Anfrage wegen des Strohsackfüllens zu machen, theile ich dir mit, dß in dem Gasthause, wo ich zu Mittag speise, frisches Stroh zum Strohsackhüllen zu erhalten ist. In Beantwortung deiner weiteren Frage wegen des Besuches von Bällen, gebe ich dir bekannt, dß ich gestern Abends zu einem Gesangvereinskränzchen für 1 Stunde ging, ­ gerade wie ich über Tag in der Kanzlei angezogen gewesen war, u eine Quadrille mit der Frau des Professor Langer, XXbr[a]v [?] keinen Schritt tanzte. Ich hoffe, du bist mit mir zufrieden. Ich hatte auch wirklich nicht die geringste Lust zu tanzen, im Gegenteile dachte ich gerade dort sehr lebhaft u. sehnsüchtig deiner.''
 
''Mödling 18 Jänner 1872 // Meine liebe Fanny! // Indem ich mich an die Beantwortung deines lieben Briefe[s] mache, muß ich dir vor allem die angene[h]me<ref>Dehnungs-h, das damals offenbar nicht geschrieben wurde; zur Deutlichkeit ergänzt. Seine Schrift verbindet oft fließend mehrere Wörter miteinander; das wird nicht übernommen.</ref> Nachricht mitteilen, d[a]ß<ref>geläufige Abkürzung in seinen Briefen</ref> meinem Antrage gemäß das Honorar für die Vorlesungen<ref>Welcher Art die sind, ist unbekannt. Franz Spängler ist ab April 1870 Richter am Bezirksgericht in Mödling.</ref> von 100 fn'' [Florin, Gulden] ''auf 200 fn erhöht wurde, also wieder 100 fn mehr Einna[h]men. Was die Gehaltserhöhung betrifft, so weiß ich dir noch gar nicht verläßliches mitzutheilen; die gerüchteweisen Angaben schwanken zwischen 15 u[nd]<ref>geläufige Abkürzung in seinen Briefen</ref> 30 % des Gehaltes, was also zwischen 120 u 240 fn im Jahr ausmachen würde. Würde eine 25 - 30 % Erhöhung bewilligt, so würden wir auf eine Ja[h]res-Einna[h]me von 2500 fn kommen; hoffentlich kämen wir dann aus! Würde die Gehaltserhöhung in dem gehofften Maße pla[t]zgreifen, so würdest du jedenfalls die ursprünglich besprochenen 80 fn Monatsgeld erhalten. // Um an diese angene[h]me prosaische Angelegenheit die Beantwortng deiner gleichfalls prosaischen / Anfrage wegen des Strohsackfüllens zu machen, theile ich dir mit, dß in dem Gasthause, wo ich zu Mittag speise, frisches Stroh zum Strohsackhüllen zu erhalten ist. In Beantwortung deiner weiteren Frage wegen des Besuches von Bällen, gebe ich dir bekannt, dß ich gestern Abends zu einem Gesangvereinskränzchen für 1 Stunde ging, ­ gerade wie ich über Tag in der Kanzlei angezogen gewesen war, u eine Quadrille mit der Frau des Professor Langer, XXbr[a]v [?] keinen Schritt tanzte. Ich hoffe, du bist mit mir zufrieden. Ich hatte auch wirklich nicht die geringste Lust zu tanzen, im Gegenteile dachte ich gerade dort sehr lebhaft u. sehnsüchtig deiner.''
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Weiteres Blatt, hier nicht übertragen, mit ähnlichen Gedichtzitaten für den 13.'' [Februar, Anm.] ''bis zum 1. März. - Und weiteres Blatt, Bleistift, ebenfalls nicht übertragen, mit 10. ''Endlich hab' ich das errungen'' bis "30 Herr, der du alles wo[h]lgemacht'' und ''31. Nachtrag 1833 // 1. April 1834 // 2. April 1835 // 3 April zur silbernen Hochzeit 1845 // 4'' [April, Anm.] ''XX 1846''. Bei diesen Jahreszahlen handelt es sich vielleicht um Druckjahre der benützten Gedichtsammlung. Unklar bleibt der Bezug zu einer "silbernen Hochzeit".
 
Weiteres Blatt, hier nicht übertragen, mit ähnlichen Gedichtzitaten für den 13.'' [Februar, Anm.] ''bis zum 1. März. - Und weiteres Blatt, Bleistift, ebenfalls nicht übertragen, mit 10. ''Endlich hab' ich das errungen'' bis "30 Herr, der du alles wo[h]lgemacht'' und ''31. Nachtrag 1833 // 1. April 1834 // 2. April 1835 // 3 April zur silbernen Hochzeit 1845 // 4'' [April, Anm.] ''XX 1846''. Bei diesen Jahreszahlen handelt es sich vielleicht um Druckjahre der benützten Gedichtsammlung. Unklar bleibt der Bezug zu einer "silbernen Hochzeit".
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==== Todesanzeige für Anna Rizzi vom 16. Jänner 1872 ====
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Ein Blatt, 27 x 21,5 cm, schwarze Umrandung; unterschiedliche Schriftgrößen, oben „Kreuz“<ref>Vgl. Brief vom 30. Jänner 1872.</ref>:<br />''Die Unterzeichneten geben hiemit die betrübende Nachricht von dem Hinscheiden ihrer innigst geliebten Mutter, bezüglich Schwester und Schwägerin, der Frau // Anna Rizzi, // geb. Lürzer, Edle von Zehendthal, Landrichterswitwe, // welche nach einer längeren schmerzlichen Krankheit, mit den hl. Sterbsakramenten versehen, im 74. Jahre ihres Lebens am 16. Jänner 1872 selig im Herrn entschlafen ist. // Die entseelte Hülle wird am 18. Jänner um 3 ½ Uhr Nachmittags auf dem Friedhofe in Hall bestattet werden. // Die Seelenmessen werden am 19. Jänner um 9 Uhr Vormittags in der Pfarrkirche zu Hall gelesen. // Anton Rizzi, k. k. Kreisgerichtsoffizial // Karl Rizzi, Handlungsdisponent // Heinrich Rizzi, k. k. Lieutenant //'' [zusammen:] ''als Kinder. // Josefine Sauter, geb. von Lürzer // Therese von Lürzer, Stiftsdame // Antonie Spängler, geb. von Lürzer, Witwe // Leopold von Lürzer, pens. k. k. Finanzoffizial'' [zusammen:] ''als Geschwister. // Andreas Sauter, pens. k. k. Oberforstrath, als Schwager. // '' [unten, klein:] ''Druck von F. J. Gassner in Innsbruck.''
 
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''Wie du dazu kommst, dir über Manches aus deinem Leben "Vorwürfe" zu machen, kann ich nicht einsehen. Dank deines XXX mir bewiesenen Vertrauens glaube ich die Hauptpunkte deines bisherigen Lebens ziemlich zu kennen doch wüßte ich nicht, was hiervon dir zum Vorwurf werden könnte. Mir scheint, da kommen Grillen zum Vorschein, gegen welche ich werde zu Felde ziehen müßen. Auch daß du mit allzu strenger Auffassung deiner Pflichten dich quälst, kann ich nicht gut heißen, denn wenn du an dich solche ernste Anforderungen stellst, muß ich ja fürchten, du werdest auch erst mein Schreiben mit gar zu kritischen Augen betrachten und dieser Gedanke könnte eine ganze Kette von Fieberanfällen bei mir zur Folge haben, und das willst du doch sicher nicht. Ich achte gewiß getreue Pflichterfüllung als eine Tugend, die Jedes sich aneignen sollte, aber ich meine, wir dürfen aus der Pflicht, die uns obliegt, nicht eine Last machen die uns drückt. Doch nun zu etwas Anderen. Es scheint die Mödlinger Luft für Verlobungen ja ganz besonders ersprießlich zu sein, und daß die Mödlinger Mädchen mit euch Allen unzufrieden sind, ist ihnen wahrlich nicht zu verdenken. Die werden, wenn so jeder sein Bräutchen heimführt, wo[h]l ein wenig die Nase rümpfen und denken: nun, Engel sind anderswo auch gerade nicht, daß es dafür stände die Frau und den Herrn zu holen. Für kommenden Sanmstag wünsche ich dir recht gute Unterhaltung, und wenn du mit einer recht guten Tänzerin tanzest, so mache für mich extra eine Tour im Saale! Ob wir den Unterhaltungsabend besuchen, steht noch gar nicht fest. Fester aber der Entschluß nicht zu tanzen bei dieser Gelegenheit. Es ist nämlich am 6. Febr: Casinoball und da will Lida nicht am Abend vorher auch tanzen und ich habe gar keine Lust dazu. Ich danke dir herzlich für das Wort: "ich weiß, daß ich keine Ursache zur Eifersüchtelei habe" u.s.f. Nein gewiß, die hast nicht! Und ich habe dir so schon gesagt, ich habe kein Talent zur Eifersucht. Ich bin schon so neugierig, wann wir nach Wien kommen. Großmutter spricht von einem Aufenthalte von 8 bis 10 Tagen. Ich freue mich schon, wenn wir uns wiedersehen werden! Für Minna habe ich nicht weiters zu entrichten. Wenn wir nach Wien kommen werden wir jedenfalls dort Besuch machen und Minna in aller Form zur Hochzeit laden.''
 
''Wie du dazu kommst, dir über Manches aus deinem Leben "Vorwürfe" zu machen, kann ich nicht einsehen. Dank deines XXX mir bewiesenen Vertrauens glaube ich die Hauptpunkte deines bisherigen Lebens ziemlich zu kennen doch wüßte ich nicht, was hiervon dir zum Vorwurf werden könnte. Mir scheint, da kommen Grillen zum Vorschein, gegen welche ich werde zu Felde ziehen müßen. Auch daß du mit allzu strenger Auffassung deiner Pflichten dich quälst, kann ich nicht gut heißen, denn wenn du an dich solche ernste Anforderungen stellst, muß ich ja fürchten, du werdest auch erst mein Schreiben mit gar zu kritischen Augen betrachten und dieser Gedanke könnte eine ganze Kette von Fieberanfällen bei mir zur Folge haben, und das willst du doch sicher nicht. Ich achte gewiß getreue Pflichterfüllung als eine Tugend, die Jedes sich aneignen sollte, aber ich meine, wir dürfen aus der Pflicht, die uns obliegt, nicht eine Last machen die uns drückt. Doch nun zu etwas Anderen. Es scheint die Mödlinger Luft für Verlobungen ja ganz besonders ersprießlich zu sein, und daß die Mödlinger Mädchen mit euch Allen unzufrieden sind, ist ihnen wahrlich nicht zu verdenken. Die werden, wenn so jeder sein Bräutchen heimführt, wo[h]l ein wenig die Nase rümpfen und denken: nun, Engel sind anderswo auch gerade nicht, daß es dafür stände die Frau und den Herrn zu holen. Für kommenden Sanmstag wünsche ich dir recht gute Unterhaltung, und wenn du mit einer recht guten Tänzerin tanzest, so mache für mich extra eine Tour im Saale! Ob wir den Unterhaltungsabend besuchen, steht noch gar nicht fest. Fester aber der Entschluß nicht zu tanzen bei dieser Gelegenheit. Es ist nämlich am 6. Febr: Casinoball und da will Lida nicht am Abend vorher auch tanzen und ich habe gar keine Lust dazu. Ich danke dir herzlich für das Wort: "ich weiß, daß ich keine Ursache zur Eifersüchtelei habe" u.s.f. Nein gewiß, die hast nicht! Und ich habe dir so schon gesagt, ich habe kein Talent zur Eifersucht. Ich bin schon so neugierig, wann wir nach Wien kommen. Großmutter spricht von einem Aufenthalte von 8 bis 10 Tagen. Ich freue mich schon, wenn wir uns wiedersehen werden! Für Minna habe ich nicht weiters zu entrichten. Wenn wir nach Wien kommen werden wir jedenfalls dort Besuch machen und Minna in aller Form zur Hochzeit laden.''
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''Denke dir, Lidas Eltern werden Minna für die Zeit unserer Hochzeit einladen. Mich würde es schon recht freuen, wenn Minna dabei wäre. Neulich habe ich Lida schon gebeten, daß sie mir am Tage der Trauung beim Ankleiden hilft, was sie mir auch versprach. Dermalen kann ich mit vollem Rechte sagen: Petit à petit l’oiseau fait son nid /:diesmal nicht nied:/ denn bei uns werden gerade die mir gehörigen Betten gefüllt. Den Schatz der von dir empfangenen Briefe habe ich lange nicht mehr nachgezählt, willst du vielleicht warten, bis das Hundert voll ist?- - Ich habe Heideprinzeßchen schon ausgelesen, ich war nicht überrascht daß Leonore endlich doch den "uralten["] Mann heirathet, das müßte nicht die Marlitt geschrieben haben, wenn die zwei am schroffsten gegenüberstehenden Charaktere nicht ein Paar würden. Aber zu alt ist Erich jedenfalls. Ich bin neugierig auf die neue Erzählung, von welcher ich heute die 2.Nummer erhielt. – Gestern war Leseabend, wo "Tasso"'' [Goethe, Anm.] ''gelesen wurde. Lida las die Prinzeßin, Emma die Leonore, Ludwig'' [&nbsp;[[Zellner]], Anm.] ''den Tasso, Mama den Alphons und ich den Antonio. Wir kamen bis zum IV.Acte, nachdem wir anfangs schrecklich kindisch gewesen waren. – Nun aber gute Nacht, behalte lieb deine Fanni. – Großmutter grüßt.''
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''Denke dir, Lidas Eltern werden Minna für die Zeit unserer Hochzeit einladen. Mich würde es schon recht freuen, wenn Minna dabei wäre. Neulich habe ich Lida schon gebeten, daß sie mir am Tage der Trauung beim Ankleiden hilft, was sie mir auch versprach. Dermalen kann ich mit vollem Rechte sagen: Petit à petit l’oiseau fait son nid /:diesmal nicht nied:/ denn bei uns werden gerade die mir gehörigen Betten gefüllt. Den Schatz der von dir empfangenen Briefe habe ich lange nicht mehr nachgezählt, willst du vielleicht warten, bis das Hundert voll ist?- - Ich habe Heideprinzeßchen schon ausgelesen, ich war nicht überrascht daß Leonore endlich doch den "uralten["] Mann heirathet, das müßte nicht die Marlitt geschrieben haben, wenn die zwei am schroffsten gegenüberstehenden Charaktere nicht ein Paar würden. Aber zu alt ist Erich jedenfalls. Ich bin neugierig auf die neue Erzählung, von welcher ich heute die 2.Nummer erhielt. – Gestern war Leseabend, wo "Tasso"'' [Goethe, Anm.] ''gelesen wurde. Lida las die Prinzeßin, Emma die Leonore, Ludwig'' [Zeller, Anm.] ''den Tasso, Mama den Alphons und ich den Antonio. Wir kamen bis zum IV.Acte, nachdem wir anfangs schrecklich kindisch gewesen waren. – Nun aber gute Nacht, behalte lieb deine Fanni. – Großmutter grüßt.''
    
"Marlitt": Eugenie Marlitt (* [[1825]]; † [[1887]]), Verfasserin von Romanen und Novellen im (trivialen) Stil; Roman "Das Haideprinzeßchen", 1872 [vorher in der Zeitschrift "Gartenlaube" in Fortsetzungen erschienen].
 
"Marlitt": Eugenie Marlitt (* [[1825]]; † [[1887]]), Verfasserin von Romanen und Novellen im (trivialen) Stil; Roman "Das Haideprinzeßchen", 1872 [vorher in der Zeitschrift "Gartenlaube" in Fortsetzungen erschienen].
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==== Brief vom 28. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
 
==== Brief vom 28. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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[[Datei:Brief vom 28. Jänner 1872.JPG|thumb|Brief vom 28. Jänner 1872]]
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[[Datei:Umschlag vom 28. Jänner 1872 mit Cotillon-Orden.JPG|thumb|Umschlag des Briefes vom 28. Jänner 1872 mit Cotillon-Orden.]]
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, Marke 5 kr. aufgeklebt; Poststempel "Wien…" [verwischt], rückseitig "Salzburg Stadt 29/1 9-10 Früh 72"; "Frl [unterstrichen:] Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 2. Sto[c]k". Ein Bogen, nur eine Seite beschrieben:<br />
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, Marke 5 kr. aufgeklebt; Poststempel "Wien…" [verwischt], rückseitig "Salzburg Stadt 29/1 9-10 Früh 72"; "Frl [unterstrichen:] Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 2. Sto[c]k". Ein Bogen, nur eine Seite beschrieben:<br />
 
''Mödling 28/I früh // Meine liebe Fanny! // Beiliegend schi[c]ke ich dir vom gestrigen Gesangsvereinsball ein Blümchen aus einem der Bouguets'' [liegt nicht mehr bei, Anm.] '', u. einen Cotillonorden<ref>Cotillon ist ein Figurentanz mit spielerischen Elementen. Dazu wurden Geschenke verteilt, z. B. Cotillon-Orden. Dieser Tanz wird bereits im Brief vom 16. November / 1. Dezember 1846 erwähnt, dann ab 1869 mehrfach.</ref> zum Zeichen freundlicher Erinnerung. // Ich habe außer den Cotillon nur 2 Quadrillen, die eine mit der Frau des Bezirksrichters, die andere mit der des Advokaten getanzt, nach der Raststunde garnichts mehr. Auch beim Cotillon waren das Verhältniß meiner Tänzerin zu ihrem Bräutigam, u. meines zu Dir das hauptsächliche Unterhaltungst[h]ema. Ich hoffe Du bist mit mir zufrieden. // Mit herzlichen Grüßen und Küßen // Dein // treuer Franz''
 
''Mödling 28/I früh // Meine liebe Fanny! // Beiliegend schi[c]ke ich dir vom gestrigen Gesangsvereinsball ein Blümchen aus einem der Bouguets'' [liegt nicht mehr bei, Anm.] '', u. einen Cotillonorden<ref>Cotillon ist ein Figurentanz mit spielerischen Elementen. Dazu wurden Geschenke verteilt, z. B. Cotillon-Orden. Dieser Tanz wird bereits im Brief vom 16. November / 1. Dezember 1846 erwähnt, dann ab 1869 mehrfach.</ref> zum Zeichen freundlicher Erinnerung. // Ich habe außer den Cotillon nur 2 Quadrillen, die eine mit der Frau des Bezirksrichters, die andere mit der des Advokaten getanzt, nach der Raststunde garnichts mehr. Auch beim Cotillon waren das Verhältniß meiner Tänzerin zu ihrem Bräutigam, u. meines zu Dir das hauptsächliche Unterhaltungst[h]ema. Ich hoffe Du bist mit mir zufrieden. // Mit herzlichen Grüßen und Küßen // Dein // treuer Franz''
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''Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien [LXIII erh. u beantw 31/1]: Salzburg, 29 Jänner 1872. 8 Uhr Ab[en]ds: Mein lieber Franz! Dein lieber Brief machte mir große Freude und ich danke dir herzlichst dafür. Daß ich dießmal wieder einen Tag länger auf denselben warten mußte, wirst du bereits durch die Correspondenz-Karte erfahren haben, ebenso wirst hast du vielleicht schon errathen, daß ich zerstreutes, vergeßenes Ding dieselbe aufzugeben unterließ, bis ich Abends vom Eise heimkam, welches dermalen ausgezeichnet ist und auf welchem Lida u. ich heute fast 3 Stunden zubrachten. Für den zweiten Brief danke ich dir ebenfalls, es ist ein Zeichen großer Aufmerksamkeit deinerseits, mir ein Ballandenken zu schicken, die Blumen werde ich sorgfältig aufheben, die kleinen Landleutchen'' <ref>Figuren auf dem Cotillon-Orden, vgl. Brief vom 28. Jänner 1872</ref> ''eben so gut als möglich an den Aufenthalt in der Stadt zu gewöhnen suchen. Ich hoffe dabei um so sicherer auf günstigen Erfolg, als dieselben heiteren Gemütes und frei von jeder Anlage zum Heimweh zu sein scheinen.''
 
''Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien [LXIII erh. u beantw 31/1]: Salzburg, 29 Jänner 1872. 8 Uhr Ab[en]ds: Mein lieber Franz! Dein lieber Brief machte mir große Freude und ich danke dir herzlichst dafür. Daß ich dießmal wieder einen Tag länger auf denselben warten mußte, wirst du bereits durch die Correspondenz-Karte erfahren haben, ebenso wirst hast du vielleicht schon errathen, daß ich zerstreutes, vergeßenes Ding dieselbe aufzugeben unterließ, bis ich Abends vom Eise heimkam, welches dermalen ausgezeichnet ist und auf welchem Lida u. ich heute fast 3 Stunden zubrachten. Für den zweiten Brief danke ich dir ebenfalls, es ist ein Zeichen großer Aufmerksamkeit deinerseits, mir ein Ballandenken zu schicken, die Blumen werde ich sorgfältig aufheben, die kleinen Landleutchen'' <ref>Figuren auf dem Cotillon-Orden, vgl. Brief vom 28. Jänner 1872</ref> ''eben so gut als möglich an den Aufenthalt in der Stadt zu gewöhnen suchen. Ich hoffe dabei um so sicherer auf günstigen Erfolg, als dieselben heiteren Gemütes und frei von jeder Anlage zum Heimweh zu sein scheinen.''
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[[Datei:Brief_vom_29._und_31._Jänner_1872,_1._Bogen,_S._4.JPG|thumb|Brief vom 29. und 31. Jänner 1872, 1. Bogen, Seite 4.]]
    
''Beim Cotillon unterhieltest du dich gewiß recht gut, Brautpaare sollen denselben jederzeit sehr angenehm finden. Heute über 10 Wochen zu dieser Stunde haben uns die Dampfrosse vielleicht schon an unser erstes Reiseziel geführt, da haben wir, so Gott will noch verschiedene, in Aussicht stehende Fieberanfälle glücklich hinter uns, und freuen uns der Gewißheit, einander für immer anzugehören. Bis dahin aber bitte ich dich innigst, durch trübe Stimmungen dich nicht beherrschen zu laßen oder dich gar mit grundlosen Vorwürfen zu quälen. Fehler haben wir gewiß Beide, und du XX wir sind ja eben Menschen, mit menschlichen Schwachheiten und Irrthümern, und wir thun gewiß Beide gut, in unseren Anforderungen hübsch Maas zu halten. Auch an das Leben wollen wir keine zu großen Ansprüche machen, sondern bescheiden dankbar die frohen und mit Gleichmut und möglichster Seelenruhe die trüben Stunden hinnehmen, und des schönen Wortes gedenken "Getheilte Freud ist doppelt Freude, Getheilter Schmerz ist halber Schmerz." Wann Antonio seine Rolle ausspielen wird, weiß ich noch nicht. Sollte die Antonio-Rolle sich einmal in’s Leben hinüberspielen müßen, so hoffe ich, heiterere Waffen gebrauchen zu können, und hoffe auch, keinen dem wirklichen Leben so hilflos gegenüber stehenden Charakter vor mir zu sehen, wie er im Tasso geschildert ist.''
 
''Beim Cotillon unterhieltest du dich gewiß recht gut, Brautpaare sollen denselben jederzeit sehr angenehm finden. Heute über 10 Wochen zu dieser Stunde haben uns die Dampfrosse vielleicht schon an unser erstes Reiseziel geführt, da haben wir, so Gott will noch verschiedene, in Aussicht stehende Fieberanfälle glücklich hinter uns, und freuen uns der Gewißheit, einander für immer anzugehören. Bis dahin aber bitte ich dich innigst, durch trübe Stimmungen dich nicht beherrschen zu laßen oder dich gar mit grundlosen Vorwürfen zu quälen. Fehler haben wir gewiß Beide, und du XX wir sind ja eben Menschen, mit menschlichen Schwachheiten und Irrthümern, und wir thun gewiß Beide gut, in unseren Anforderungen hübsch Maas zu halten. Auch an das Leben wollen wir keine zu großen Ansprüche machen, sondern bescheiden dankbar die frohen und mit Gleichmut und möglichster Seelenruhe die trüben Stunden hinnehmen, und des schönen Wortes gedenken "Getheilte Freud ist doppelt Freude, Getheilter Schmerz ist halber Schmerz." Wann Antonio seine Rolle ausspielen wird, weiß ich noch nicht. Sollte die Antonio-Rolle sich einmal in’s Leben hinüberspielen müßen, so hoffe ich, heiterere Waffen gebrauchen zu können, und hoffe auch, keinen dem wirklichen Leben so hilflos gegenüber stehenden Charakter vor mir zu sehen, wie er im Tasso geschildert ist.''
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''Salzburg den 30/1 1872. Mein inigst geliebter theuerster Franz! Es ist schon wieder eine geraume Zeit, seit ich dir das letzte mal geschrieben, aber ich habe imer viel zu thun; ann [!] einen Tag auf den andern meine ich zu schreiben und wider komme ich nicht dazu. Ich höre wohl immer von der Fany wie es dir geht. Die Fany sieht recht gut auß und ist schon bald fertig mit der Außstattung'' [Aussteuer, Anm.] ''bis auf Kleinigkeiten, und Kleider; auch wir sind schon zimmlich vorwerts gekommen habe[n] aber doch noch vieles zu ordnen? wie ist es den mit den [!] Bett? wenn du es früher brauchen solltest – so mußt du es schreiben, sonst warte ich mit Roßhar zupfen, bis es etwas wärmer wird.'' /
 
''Salzburg den 30/1 1872. Mein inigst geliebter theuerster Franz! Es ist schon wieder eine geraume Zeit, seit ich dir das letzte mal geschrieben, aber ich habe imer viel zu thun; ann [!] einen Tag auf den andern meine ich zu schreiben und wider komme ich nicht dazu. Ich höre wohl immer von der Fany wie es dir geht. Die Fany sieht recht gut auß und ist schon bald fertig mit der Außstattung'' [Aussteuer, Anm.] ''bis auf Kleinigkeiten, und Kleider; auch wir sind schon zimmlich vorwerts gekommen habe[n] aber doch noch vieles zu ordnen? wie ist es den mit den [!] Bett? wenn du es früher brauchen solltest – so mußt du es schreiben, sonst warte ich mit Roßhar zupfen, bis es etwas wärmer wird.'' /
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''Wen alles fertig ist, so laße ich es bey den Goigingen waschen, und auch dort alles bügeln, damit es recht schön ist. Morgen 2 Monathe gehst du so gott will schon von Mödling fort, wie schnell die Zeit herum sein wird. Ich bin für dich sehr erfreut, daß du nun wider um 100 gulden mehr bekommen hast, ist gut zu brauchen. Es giebt Außlagen genug. August Spángler<ref>August Franz Maria [[Spängler]] (* 1827; † 1895); er führt mit seinem Bruder Josef II. Spängler (* 1823; † 1895) die "Franz Spängler'sche Tuch- und Seidenhandlung" am Marktplatz  [&nbsp;[[Alter Markt]], Anm.] Nr. 2, Gehmacherhaus), bis die Firma 1893 an Max [[Gehmacher]] verkauft wird.</ref> hat wider 150 fl [Gulden] gezalt, da gab mir Otto die 8 fl vom Monathgeld und die Außlagen was ich für dich noch kaufen mußte was zu wenig herug [?] ward [?]. Ich glaube er schreibt auch einige Zeilen und fragt was er kauffen soll von den übrigen geld, ich glaube es wird auch das Abzahlen an der Sparkasse bald treffen. Das die Rizzi gestorben, ist wohl ein glück, den sie hat ja mit den Tod nun auf gehört zu Leiden. / Sie hatte ja schon Jahre lang keinen Genuß von Leben. Das vom Schlägl das kleine Kind gestorben<ref>Berta Schlegel (* 20. Dezember 1871; † 26. Jänner 1872), eine Tochter von [[Richard Franz Schlegel]] aus der zweiten Ehe</ref> wirst du von Fany wissen die Mutter war ganz trostlos, aber es wird sich schon geben, sie hat zum erziehen, und anhalten, und zur Arbeit, noch Kinder genug. Die Fany ist auch meiner Meinung. Du wirst dieß mal den Fasching ganz einfach zubringen und gewiß wenig oder gar nicht tanzen, die Fany geht eigens hin so auch die Ewa Zeller. Die Louise war neulich auf den Juristen Ball hat sehr hübsch außgesehen und viel getanzt. Am 6 te Februar geht sie wider eben so auch die Koch, auch die soll sehr hübsch außgese[he]n haben. Lebe nun recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe deine treue Mutter Kata[ri]na Spángler'' /
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''Wen alles fertig ist, so laße ich es bey den Goigingen waschen, und auch dort alles bügeln, damit es recht schön ist. Morgen 2 Monathe gehst du so gott will schon von Mödling fort, wie schnell die Zeit herum sein wird. Ich bin für dich sehr erfreut, daß du nun wider um 100 gulden mehr bekommen hast, ist gut zu brauchen. Es giebt Außlagen genug. August Spángler<ref>August Franz Maria [[Spängler]] (* 1827; † 1895); er führt mit seinem Bruder Josef II. Spängler (* 1823; † 1895) die "Franz Spängler'sche Tuch- und Seidenhandlung" am Marktplatz  [&nbsp;[[Alter Markt]], Anm.] Nr. 2, Gehmacherhaus), bis die Firma 1893 an Max [[Gehmacher]] verkauft wird.</ref> hat wider 150 fl [Gulden] gezalt, da gab mir Otto die 8 fl vom Monathgeld und die Außlagen was ich für dich noch kaufen mußte was zu wenig herug [?] ward [?]. Ich glaube er schreibt auch einige Zeilen und fragt was er kauffen soll von den übrigen geld, ich glaube es wird auch das Abzahlen an der Sparkasse bald treffen. Das die Rizzi gestorben, ist wohl ein glück, den sie hat ja mit den Tod nun auf gehört zu Leiden.<ref>Anna Rizzi, geb. Lürzer, Edle von Zehendthal, Landrichterswitwe ... [gestorben] nach einer längeren schmerzlichen Krankheit ... im 74. Jahre ihres Lebens am 16. Jänner 1872 ... Vgl. Todesanzeige vom 16. Jänner 1872.</ref> / Sie hatte ja schon Jahre lang keinen Genuß von Leben. Das vom Schlägl das kleine Kind gestorben<ref>Berta Schlegel (* 20. Dezember 1871; † 26. Jänner 1872), eine Tochter von [[Richard Franz Schlegel]] aus der zweiten Ehe</ref> wirst du von Fany wissen die Mutter war ganz trostlos, aber es wird sich schon geben, sie hat zum erziehen, und anhalten, und zur Arbeit, noch Kinder genug. Die Fany ist auch meiner Meinung. Du wirst dieß mal den Fasching ganz einfach zubringen und gewiß wenig oder gar nicht tanzen, die Fany geht eigens hin so auch die Ewa Zeller. Die Louise war neulich auf den Juristen Ball hat sehr hübsch außgesehen und viel getanzt. Am 6 te Februar geht sie wider eben so auch die Koch, auch die soll sehr hübsch außgese[he]n haben. Lebe nun recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe deine treue Mutter Kata[ri]na Spángler'' /
    
''die Pepi Reißigl hat in Mühln'' [Mülln, Anm.] ''eine Wohnung gemiethet um 300 fl'' [Gulden, Anm.] ''sie will um eine Partei'' [wohl: Mieter, Anm.] ''sich schauen, die wird wohl fertig werden mit ihren geld wen sie so thut. Wir gehen hier wegen der Rizzi nicht in trauer. Mittag. Soeben habe ich von der Fany ihrer Kochkunst einen sehr guten Guglhupf gekostet.''
 
''die Pepi Reißigl hat in Mühln'' [Mülln, Anm.] ''eine Wohnung gemiethet um 300 fl'' [Gulden, Anm.] ''sie will um eine Partei'' [wohl: Mieter, Anm.] ''sich schauen, die wird wohl fertig werden mit ihren geld wen sie so thut. Wir gehen hier wegen der Rizzi nicht in trauer. Mittag. Soeben habe ich von der Fany ihrer Kochkunst einen sehr guten Guglhupf gekostet.''
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==== Brief vom 29. und 31. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
 
==== Brief vom 29. und 31. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Umschlagklappe mit Prägedruck „Blume", kleines rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Mödling 31/1 72", rückseitig "Salzburg 1/… 9-… Früh 72" [verwischt]; Frl. [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 II Sto[c]k". Zwei Bögen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Umschlagklappe mit Prägedruck „Blume", kleines rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Mödling 31/1 72", rückseitig "Salzburg 1/… 9-… Früh 72" [verwischt]; Frl. [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 II Sto[c]k". Zwei Bögen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
''Mödling 29. Jänner // 1872 Nachm. // Meine inniggeliebte Fanny! // Soeben komme ich von einem Spaziergange auf den Lichtenstein zurü[c]k, u beeile mich diesen Brief an dich zu beginnen, dem ich die ersten zarten Boten des bald beginnenden Frühjahres, die ersten grünen Blättchen die sich zwischen den Resten des Schnee’s hervorwagen beischließe. Wenn wir nun schon volles blühendes Frühjahr hätten! Aber derlei kleine Boten werden noch so manches Mal von neuer Schneede[c]ke verhüllt werden, bis die wärmenden Sonnenstrahlen den unbestrittenen Sieg über Schnee u Frost erringen! O daß ich dann auch mit aller Kraft der Liebe, die in der Brust des Mannes wohnt, der Deinen Liebe dir erse[t]zen möge, den Verlust der Deinen di[e]s Gefühl, dß sie Dich glü[c]klich wißen. / Diese schönen Worte Rü[c]kerts kommen mir immer wieder in den Sinn, teils [?] von dem lebhaften Wunsch der Erfüllung u von dem VersuXX begleitet, mir eifrigst dieß angelegen sein zu lassen. Gestern wurde ich in Wien bei einer Familie wieder einmal über Deine dichterischen Leistungen interpellirt [?], ich gab in Uebereinstimmung mit dem, was ich Dir versprochen, die Erklärung, dß dieß eine schon länger hinter Dir liegende Jugendschwäche gewesen sei. Habe ich recht getan? Ich hatte die mir damals von Dir gesandten Gedichte nicht bei mir; wer weiß, was sonst geschehen wäre. Meinen gestrigen Brief sammt Inhalt hast Du hoffentlich heute noch vor Schluß Des Deinen<ref>Ich [O. H.] habe Probleme damit, in der Schrift von Franz groß oder klein geschriebenes "d" zu unterscheiden. Ich bitte zu entschuldigen, dass ich (aus Zeitmangel) frühere Briefe nicht nachträglich nochmals daraufhin durchsehe. Inhaltlich störend ist es nicht. "D" hat einen größeren Bogen oben und beginnt den nächsten Buchstaben mit der Durchstreichung des D; "d" hat einen einfachen S-Bogen und der Folgebuchstabe wird (zumeist) neu angesetzt. Der Unterschied ist oft minimal, zuman das kleine d zuweilen "groß" geschrieben wird.</ref> erhalten, u ich gebe mich der Hoffnung hin, dß er Dir Freude machte. // Doch genug für je[t]zt; ich muß mich wieder der Arbeit zuwenden; für morgen freue ich mich schon sehr auf Deinen Brief! Lebe wo[h]l, lieber Scha[t]z u. behalte mich lieb! /''
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''Mödling 29. Jänner // 1872 Nachm. // Meine inniggeliebte Fanny! // Soeben komme ich von einem Spaziergange auf den Lichtenstein zurü[c]k, u beeile mich diesen Brief an dich zu beginnen, dem ich die ersten zarten Boten des bald beginnenden Frühjahres, die ersten grünen Blättchen die sich zwischen den Resten des Schnee’s hervorwagen beischließe. Wenn wir nun schon volles blühendes Frühjahr hätten! Aber derlei kleine Boten werden noch so manches Mal von neuer Schneede[c]ke verhüllt werden, bis die wärmenden Sonnenstrahlen den unbestrittenen Sieg über Schnee u Frost erringen! O daß ich dann auch mit aller Kraft der Liebe, die in der Brust des Mannes wohnt, der Deinen Liebe dir erse[t]zen möge, den Verlust der Deinen di[e]s Gefühl, dß sie Dich glü[c]klich wißen. / Diese schönen Worte Rü[c]kerts kommen mir immer wieder in den Sinn, teils [?] von dem lebhaften Wunsch der Erfüllung u von dem VersuXX begleitet, mir eifrigst dieß angelegen sein zu lassen. Gestern wurde ich in Wien bei einer Familie wieder einmal über Deine dichterischen Leistungen interpellirt [?], ich gab in Uebereinstimmung mit dem, was ich Dir versprochen, die Erklärung, dß dieß eine schon länger hinter Dir liegende Jugendschwäche gewesen sei. Habe ich recht getan? Ich hatte die mir damals von Dir gesandten Gedichte nicht bei mir; wer weiß, was sonst geschehen wäre. Meinen gestrigen Brief sammt Inhalt hast Du hoffentlich heute noch vor Schluß Des Deinen<ref>Ich, [[Otto Holzapfel]], habe Probleme damit, in der Schrift von Franz groß oder klein geschriebenes "d" zu unterscheiden. Ich bitte zu entschuldigen, dass ich (aus Zeitmangel) frühere Briefe nicht nachträglich nochmals daraufhin durchsehe. Inhaltlich störend ist es nicht. "D" hat einen größeren Bogen oben und beginnt den nächsten Buchstaben mit der Durchstreichung des D; "d" hat einen einfachen S-Bogen und der Folgebuchstabe wird (zumeist) neu angesetzt. Der Unterschied ist oft minimal, zuman das kleine d zuweilen "groß" geschrieben wird.</ref> erhalten, u ich gebe mich der Hoffnung hin, dß er Dir Freude machte. // Doch genug für je[t]zt; ich muß mich wieder der Arbeit zuwenden; für morgen freue ich mich schon sehr auf Deinen Brief! Lebe wo[h]l, lieber Scha[t]z u. behalte mich lieb! /''
    
''31/1. Nachm. // Gestern hoffte ich vergeblich auf einen Brief von Dir, u erhielt dann erst nachmittags die Correspondenzkarte, welche mir die Erklärung der Verzögerung brachte, heute früh kam dann Dein Brief in meine Hände für den ich Dir herzlich danke, doch möchte ich recht gerne Deine Briefe mitunter etwas länger wünschen! // Deinen Eltern bitte ich mein Beleid wegen des Verlustes der kleinen Berta<ref>Berta Schlegel (* 20. Dezember 1871; † 26. Jänner 1872)</ref> zu entrichten, schmerzlich bleibt der Verlust besonders für die Mutter immer, auch dann, wenn so viele da sind. Den Spendern der Hochzeitsgeschenke bitte ich auch meinen verbindlichsten Dank zu entrichten, nur sind diese etwas ernster gemeint, als jene – 2 [t]en u die himmlische Nudelwalzer, die ich damals erhielt. Nebenbei XX die 2 [t]en habe [?] ich noch immer aufgehoben, / um sie seinerzeit für den Zwe[c]k, zu dem sie gewidmet wurden, zu verwenden. // Meine Mutter schrieb mir auch, dß du mit der Ausstattung schon fast fertig seiest; du siehst da, dß wir mit der Bestimmung der Hochzeit für April eigentlich zu weit hinaus angetragen haben, denn nun werden die Sachen noch etliche Wochen unbenü[t]zt liegen müßen, u. da[s] ist doch schade! // Wenn übrigens bei Euch wieder vorzügliches Eis ist, so ist dies ein Zeichen, dß es bei Euch viel kälter ist, denn wir haben hier wie auch der Eingang dieses Briefes dir schon angedeutet haben wird, entschiedenes Thauwetter. //''
 
''31/1. Nachm. // Gestern hoffte ich vergeblich auf einen Brief von Dir, u erhielt dann erst nachmittags die Correspondenzkarte, welche mir die Erklärung der Verzögerung brachte, heute früh kam dann Dein Brief in meine Hände für den ich Dir herzlich danke, doch möchte ich recht gerne Deine Briefe mitunter etwas länger wünschen! // Deinen Eltern bitte ich mein Beleid wegen des Verlustes der kleinen Berta<ref>Berta Schlegel (* 20. Dezember 1871; † 26. Jänner 1872)</ref> zu entrichten, schmerzlich bleibt der Verlust besonders für die Mutter immer, auch dann, wenn so viele da sind. Den Spendern der Hochzeitsgeschenke bitte ich auch meinen verbindlichsten Dank zu entrichten, nur sind diese etwas ernster gemeint, als jene – 2 [t]en u die himmlische Nudelwalzer, die ich damals erhielt. Nebenbei XX die 2 [t]en habe [?] ich noch immer aufgehoben, / um sie seinerzeit für den Zwe[c]k, zu dem sie gewidmet wurden, zu verwenden. // Meine Mutter schrieb mir auch, dß du mit der Ausstattung schon fast fertig seiest; du siehst da, dß wir mit der Bestimmung der Hochzeit für April eigentlich zu weit hinaus angetragen haben, denn nun werden die Sachen noch etliche Wochen unbenü[t]zt liegen müßen, u. da[s] ist doch schade! // Wenn übrigens bei Euch wieder vorzügliches Eis ist, so ist dies ein Zeichen, dß es bei Euch viel kälter ist, denn wir haben hier wie auch der Eingang dieses Briefes dir schon angedeutet haben wird, entschiedenes Thauwetter. //''
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''Ich muß dir mittheilen, daß ich schon wieder Hochzeitsgeschenke bekommen habe: von Frau Wahl ein sehr schönes Fotografiealbum und von Fr. von Schlögelhofer eine vollständige Waschtischeinrichtung von weißem Porze[l]lan mit Goldrand. Mir kommt vor, daß H: v. Sch:'' [Schlögelhofer, Anm.] ''darauf rechnete, daß Ida bei meiner Hochzeit ist und so werden wir sie also einladen. Weißt du, Großmutter wünscht es und eigentlich ist es für uns ziemlich gleich. Neulich sagten wir Ida, wir würden sie zur Hochzeit bitten, und wurde die Einladung von der Hochgnädigen huldvollst angenommen und Ida hat sichtlich große Freude. Ich bin schon so neugierig ob Minna kommen darf, ich hoffe es, dann habe ich lauter so schöne Brautjungfrauen daß ich als Braut ganz davor verschwinden werde. Am Ende gefalle ich dir dann gar nicht mehr, wenn die Andern Alle so schön sind? Magst mich doch? Wer mein Brautführer sein wird, weiß ich noch nicht. Willi kommt im Mäerz heraus, da werden wir ja sehen. Warst du wirklich nicht am Salzburger Kränzchen? So viel ich weiß, war Minna'' [Lorinser, Anm.] ''dort, so muß wunderschön auf einem Balle sein. Was meinst du nur immer mit den Andeutungen als wolltest du bald kommen? Willst du uns wirklich holen? Neulich bekam ich eine Gratulation, nämlich vobn Fräulein Schroff [?] in München, der ich neulich unser Bild /:Gruppe:/ geschickt habe, und die von meiner Verlobung noch nichts gewußt hatte, da die Karte an den Stiftsdechant Lohner [?] verloren ging. Frl: Schroff schreibt sehr lieb und ist entzückt von unserm edlen Conterfei.''
 
''Ich muß dir mittheilen, daß ich schon wieder Hochzeitsgeschenke bekommen habe: von Frau Wahl ein sehr schönes Fotografiealbum und von Fr. von Schlögelhofer eine vollständige Waschtischeinrichtung von weißem Porze[l]lan mit Goldrand. Mir kommt vor, daß H: v. Sch:'' [Schlögelhofer, Anm.] ''darauf rechnete, daß Ida bei meiner Hochzeit ist und so werden wir sie also einladen. Weißt du, Großmutter wünscht es und eigentlich ist es für uns ziemlich gleich. Neulich sagten wir Ida, wir würden sie zur Hochzeit bitten, und wurde die Einladung von der Hochgnädigen huldvollst angenommen und Ida hat sichtlich große Freude. Ich bin schon so neugierig ob Minna kommen darf, ich hoffe es, dann habe ich lauter so schöne Brautjungfrauen daß ich als Braut ganz davor verschwinden werde. Am Ende gefalle ich dir dann gar nicht mehr, wenn die Andern Alle so schön sind? Magst mich doch? Wer mein Brautführer sein wird, weiß ich noch nicht. Willi kommt im Mäerz heraus, da werden wir ja sehen. Warst du wirklich nicht am Salzburger Kränzchen? So viel ich weiß, war Minna'' [Lorinser, Anm.] ''dort, so muß wunderschön auf einem Balle sein. Was meinst du nur immer mit den Andeutungen als wolltest du bald kommen? Willst du uns wirklich holen? Neulich bekam ich eine Gratulation, nämlich vobn Fräulein Schroff [?] in München, der ich neulich unser Bild /:Gruppe:/ geschickt habe, und die von meiner Verlobung noch nichts gewußt hatte, da die Karte an den Stiftsdechant Lohner [?] verloren ging. Frl: Schroff schreibt sehr lieb und ist entzückt von unserm edlen Conterfei.''
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''Es dürfte dich vielleicht interessieren zu hören, daß der le[t]zte Casinoball wozu samm[äm]tliche Offiziere geladen waren, von vielleicht 80 Herren und nur 22 tanzenden Damen besucht war, darunter nur 9 Mädchen. Über die Unterhaltung am 5 Feb: kann ich berichten daß sehr viele Leute [da] waren. Ludwig'' [Zellner, Anm.] ''sprach einen recht hübschen Prolog, Frau Asböck [?] sang zwei Lieder dann trug ein mir unbekannter Herr das Gedicht "Warum" vor ziemlich trocken. Es war einmal in der Gartenlaube'' [Zeitschrift, Anm.] ''. Ludwig sprach es einmal im Casino wenn du dich vielleicht erinnerst. Dann sang ein Herr den wir ebenfalls nicht kannten, und endlich entlud sich die Deklamiermitrailleuse /:im sonstigen Leben Frl Mitterbacher:/ Sie sprach das Gedicht das Glückshemd Hemd des Glücklichen u. dann im Dialekt "der Séjour im Lade["]. Zum Schluß kam das Theater. Fräulein Maria Tomaselli spielte ihre kleine Rolle recht gut. Es wurde im Ganzen recht nett gespielt. – Beiliegend schicke ich darüber Programm, damit du siehst welch verlockend[e] Tanzordnung sich anreichte [?]. Wir sahen einem Walzer noch zu und entfernten uns dann. Da siehst du, daß ich der Versuchung des Tanzes nicht unterlag, es wurde mir auch ganz gewiß nicht schwer.''
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''Es dürfte dich vielleicht interessieren zu hören, daß der le[t]zte Casinoball wozu samm[äm]tliche Offiziere geladen waren, von vielleicht 80 Herren und nur 22 tanzenden Damen besucht war, darunter nur 9 Mädchen. Über die Unterhaltung am 5 Feb: kann ich berichten daß sehr viele Leute [da] waren. Ludwig'' [Zeller, Anm.] ''sprach einen recht hübschen Prolog, Frau Asböck [?] sang zwei Lieder dann trug ein mir unbekannter Herr das Gedicht "Warum" vor ziemlich trocken. Es war einmal in der Gartenlaube'' [Zeitschrift, Anm.] ''. Ludwig sprach es einmal im Casino wenn du dich vielleicht erinnerst. Dann sang ein Herr den wir ebenfalls nicht kannten, und endlich entlud sich die Deklamiermitrailleuse /:im sonstigen Leben Frl Mitterbacher:/ Sie sprach das Gedicht das Glückshemd Hemd des Glücklichen u. dann im Dialekt "der Séjour im Lade["]. Zum Schluß kam das Theater. Fräulein Maria Tomaselli spielte ihre kleine Rolle recht gut. Es wurde im Ganzen recht nett gespielt. – Beiliegend schicke ich darüber Programm, damit du siehst welch verlockend[e] Tanzordnung sich anreichte [?]. Wir sahen einem Walzer noch zu und entfernten uns dann. Da siehst du, daß ich der Versuchung des Tanzes nicht unterlag, es wurde mir auch ganz gewiß nicht schwer.''
    
''Man will es mir immer nicht glauben, daß ich kein Verlangen nach einem Balle spüre. Ich hätte mich gefreut, wenn du dich am Salzb:[urger] Kränzchen recht gut unterhalten hättest. Mir wäre es auch recht gewesen, wenn du mit Minna über mich gesprochen hättest, ich hoffe, sie würde dir nicht zu viel Übles von mir gesagt haben. Doch nun hoffe ich, daß meine beiden Briefe sich einer recht ausführlichen Antwort erfreuen werden und hoffe auch, du bist zufrieden mit mir. Gute Nacht du Lieber es freut sich auf baldiges Wiedersehen deine treue Fanni – Großmutter grüßt –'' [quer:] ''Ich danke dir nochmals für das schöne Buch.''
 
''Man will es mir immer nicht glauben, daß ich kein Verlangen nach einem Balle spüre. Ich hätte mich gefreut, wenn du dich am Salzb:[urger] Kränzchen recht gut unterhalten hättest. Mir wäre es auch recht gewesen, wenn du mit Minna über mich gesprochen hättest, ich hoffe, sie würde dir nicht zu viel Übles von mir gesagt haben. Doch nun hoffe ich, daß meine beiden Briefe sich einer recht ausführlichen Antwort erfreuen werden und hoffe auch, du bist zufrieden mit mir. Gute Nacht du Lieber es freut sich auf baldiges Wiedersehen deine treue Fanni – Großmutter grüßt –'' [quer:] ''Ich danke dir nochmals für das schöne Buch.''
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"Marie Guttenberg": Lida [verh.] Guttenberg ist eine enge Freundin von Fanni; vielleicht die Schwägerin zu Lida.
 
"Marie Guttenberg": Lida [verh.] Guttenberg ist eine enge Freundin von Fanni; vielleicht die Schwägerin zu Lida.
 
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==== Brief vom 12. und 13. Februar 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; rückseitig kleines rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Mödling 13/2/72", rückseitig "Wien…" [verwischt] und "Salzburg Stadt 14/2 9-10 Früh 72"; [unterstrichen:] "Frl. Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 II. Sto[c]k". Zwei Bögen; beigelegt eine Papierblume; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br />
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''Mödling 12 Febr 1872 // Nachm ¾ 2 Uhr // Meine liebe Fanny! // Vor allem meinen herzlichen Dank für den lieben u. ausführlichen Brief; ich hoffe auch, dß du den meinen von gestern ebenfalls heute erhalten haben wirst. Ich trage zu demselben noch die Grüße von den Ehepaaren Angermayer u Spängler nach, die ich gestern zu entrichten vergaß, sowie die Grüße von Frau v. Fenzl u Gusti, bei denen ich gestern Ab[en]ds war. // Heute über 14 Tage um diese Zeit si[t]zt Ihr bei Zeller fröhlich beisammen um ein Brautpaar zu feiern, und über 8 Wochen si[t]zen wir hoffentlich als Mittelpunkt eines / festlichen Kreises in feierlicher u. hoffentlich auch recht fröhlicher Stimmung, beisammen als neuerwä[h]ltes Ehepaar! Ein großes Wort! Ein gewichtiges Wort ist dieses kleine "Ja", das ein solches Paar am Altare spricht, wichtig, u. entscheidend für das ganze Leben, für diesseits u. jenseits. Gott gebe diesem Ja, das wir über 8 Wochen zu sprechen gedenken, seinen Segen u. geleite uns auf unserer gemeinsamen Lebensbahn! Das bete u. wünsche ich wo[h]l täglich! // Was die Einladung der Ida Schl. zur Hochzeit betrifft, so habe ich nichts dagegen, u es war dieselbe unter den gegebenen Verhältnißen nicht mal zu vermeiden // Auch diesen neuerlichen Spendern von Hochzeitsgeschenken meinen Dank. /''
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''Nun wird die erste Sendung von deinigen Sachen schon bald kommen; od wartet Ihr mit dem Schi[c]ken, bis Ihr selbst kömmt? // Für unsere hiesige Wo[h]nung hätte ich schon ein Angebot erhalten, während mir anderseits erst dieser Tage eine recht hübsch hergerichtete Wohnung [!] in Wien angetragen wurde in derselben Größe wie die unserige hier um 500 fe.'' [Gulden] ''. Für die Mitteilung des Programmes von dem Unterhaltungs Abende des kaufmännischen Vereins meinen Dank. Erinnerst du Dich noch wie du selbst im Casino auch bei einem Theater mitwirktest? // Eben fällt mir ein, dß damals, als ich zu Pfingsten am 30 Mai zum 1. Male bei Euch war, u. von Euerm damaligen Projekte einer Reise nach Wiem die Rede war, Ihr auch mir / versprochen habt, nach Mödling zu kommen. So wird nun dieser Besuch bald wahr, freilich um vieles später, als damals gemeint war, aber auch in anderer Weise! Ich muß für je[t]zt schließen, weil soeben der Wagen zu einer Coannsfahrt [?] vorgefahren ist. Adieu meine Liebe, morgen Fortsetzung! //'' [ein Absatz mit Bleistift:] ''In der Nacht 12/13 Febr ½ 2 Uhr // Ich befinde mich heute in Brunn auf einem Balle u. sende Dir von da tausend Grüße! u. ein Vergißmeinnicht das ich beim Cotillon erhielt. Näheres morgen ich füge nur noch bei, dß ich heute wie oft dessen gedenke, war wir über 8 Wochen um dieselbe Zeit thun werden, u. wie wir uns befinden. Adieu meine Liebe! //''
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[Feder:] ''13 Febr Nachm // Heute 11 Uhr erhielt ich deinen freundlichen Brief, für den ich dir bestens danke. Ich bedauere nur dß die / '' [zweiter Bogen:] ''Bemerkung in deinem le[t]zten Briefe, dß du einen leichtsinnigen Bräutigam habest, in dem gestrigen Ballbesuche meinerseits eine neuerliche Bestätigung gefunden hat. // Die Sache kam nämlich so: Frau v Grohe (jene Frau in Brunn, bei der an Dienstagen Tanz S[o]iree ist, u. wo ich seinerzeit das Geschenk des Hl Nikolaus erhielt) lud mich, den ledigen Advokaten von hier, der auch gewöhnlich hinkömmt u. den Bezirksrichter u dessen Frau ein mit ihr u ihrer Familie einen geschloßenen Ball in Brunn zu besuchen, u. es war mir schwer das abzulehnen; ich beteiligte mich also mit den übrigen an diesem Balle, rechnend auf deine Nachsicht, konnte es aber nicht unterlassen, in einem günstigen Momente an einem leeren Tische obige Bleistiftzeilen an dich zu schreiben. Ich hoffe demnach auf deine Verzeihung. Meine Cotillontänzerin, eine der Enkelinen der Frau v Grohe, – hat ohnehin als sie mich unter / den Orden wählen ließ u ich das Vergißmeinnicht wählte, sofort die Meinung ausgesprochen, dß ich dir dasselbe schi[c]ken werde. // Also nochmals die Bitte, nicht böse zu sein! // ''
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''Ich beeile mich nun, noch einiges aus deinem Briefe zu beantworten. Was das Geschenk für Emma betrifft, so glaube ich, daß [!] etwa 5 fe.'' [Gulden] ''eventuell auch 6 – 8 fe höchstens 10 fe ein angemessener Preis wäre um den sich etwas Hübsches bekommen läßt. Das nähere überlasse ich ganz Dir; meine Schuld werde ich dann entweder brieflich od bei deinem Hiersein abtragen. // Sobald du etwas passendes gekauft hast, bitte ich dich, es mir sogleich zu schreiben, damit ich dir dann einen Brief für Emma schi[c]ken kann. Daß Mina Lorinser zur Hochzeit kommen wird, freut mich für dich insbesondere. Brautjungfern werden demnach / Lida, Mina, Ida u deine Schwester Rosa sein. Uebrigens könnte ich dich auch je[t]zt "du böse" nennen, (wie du mich neulich), wenn du mich nämlich fragst, ob du mir neben den andern doch noch gefallen werdest! Habe ich dir doch so oft schon gesagt, daß [!] es vor allem dein Charakter, deine Geistes u Gemüts Eigenschaften waren, die mich an dir anzogen, die mich die Ueberzeugung gewinnen ließen, daß du vor allem für mich paßest. //''
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''Morgen beginnt mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit, u. mit deren Ende naht dann das Fest des Frühlings, Ostern, für uns diesesmal ein so wichtiges, wie noch nie in unserm Leben, hoffentlich ein glü[c]kbringendes Fest. Beiläufig in die Mitte dieser Zeit aber fällt Euer Hieherkommen! auf das ich mich nun schon sehr freue. Wegen Bestellung eines Zimmers schreibe dir'' [mir] ''dann, ich werde es schon besorgen. / Voraussichtlich werde auch ich einige Male dort übernachten, besonders an solchen Abenden, wo ich dann am andern Tage früh nach Mödling fahren muß. // Doch nun schließe ich, dich herzlichst grüßend mit der Bitte, um baldige Antwort, u. mit der Bitte die Großmutter zu grüßen. Behalte lieb // Deinen // "leichtsinnigen", aber dir treuer Bräutigam Franz''
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==== Brief vom 14. Februar 1872 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
 
==== Brief vom 14. Februar 1872 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
 
Brief von Fanni Schlegel [Nr. 19] an Franz Spängler [Nr. 18]:<br />
 
Brief von Fanni Schlegel [Nr. 19] an Franz Spängler [Nr. 18]:<br />
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''Mödling 24/2 1872 // Meine innig geliebte Fanny! // Ich beginne heute schon diesen Brief, mit dem Berichte, dß heute die Betten glü[c]klich angekommen sind u dß sie sich bereits in unserer Wohnung befinden. Als ich heute kurz vor der Ueberbringung der Sachen unsere Wo[h]nung<ref>"Wohnung" mit und ohne Dehnungs-h stehen tatsächlich nebeneinander.</ref> betrat, war der erste Gedanke, wie natürlich, der an Dich, mein lieber Scha[t]z, der 2te ein inniges Gebet um Segen für unsere Ehe. Wenn nur Du auch schon bald demnächst! Wie oft wünsche ich Dich se[h]nsüchtig an meine Seite! wie oft mache ich während der Arbeit eine Pause, wo ich Deiner gedenke, u. den Wunsch, Dich in meine Arme schließen zu können, so recht lebhaft sich geltend macht. In 6 Tagen hoffe ich, / ja, dß diese Wünsche, wenn auch nur für kurze Zeit, erfüllt sind. Auf die Frage, ob Ihr über den 9. März hier bleiben werdet, hast Du mir keine Antwort gegeben; ich glaube daraus zu entne[h]men, dß darüber noch nichts gewißes bestimmt ist. Ich laße übrigens die Großmutter recht herzlich bitten, dß sie es einrichten möge, dß Ihr Euren Namenstag noch in Wien zubringet. Du schreibst dß Du schon se[h]r neugierig auf unsere Wo[h]nung seist; ich finde das se[h]r erklärlich, ich hoffe aber auch, dß sie Dir gefallen werde; mir hat sie heute wieder se[h]r gut gefallen, viel besser, als damals am 2 Febr., wo ich sie in der Abenddämmerung zum le[t]zten Male sah.''
 
''Mödling 24/2 1872 // Meine innig geliebte Fanny! // Ich beginne heute schon diesen Brief, mit dem Berichte, dß heute die Betten glü[c]klich angekommen sind u dß sie sich bereits in unserer Wohnung befinden. Als ich heute kurz vor der Ueberbringung der Sachen unsere Wo[h]nung<ref>"Wohnung" mit und ohne Dehnungs-h stehen tatsächlich nebeneinander.</ref> betrat, war der erste Gedanke, wie natürlich, der an Dich, mein lieber Scha[t]z, der 2te ein inniges Gebet um Segen für unsere Ehe. Wenn nur Du auch schon bald demnächst! Wie oft wünsche ich Dich se[h]nsüchtig an meine Seite! wie oft mache ich während der Arbeit eine Pause, wo ich Deiner gedenke, u. den Wunsch, Dich in meine Arme schließen zu können, so recht lebhaft sich geltend macht. In 6 Tagen hoffe ich, / ja, dß diese Wünsche, wenn auch nur für kurze Zeit, erfüllt sind. Auf die Frage, ob Ihr über den 9. März hier bleiben werdet, hast Du mir keine Antwort gegeben; ich glaube daraus zu entne[h]men, dß darüber noch nichts gewißes bestimmt ist. Ich laße übrigens die Großmutter recht herzlich bitten, dß sie es einrichten möge, dß Ihr Euren Namenstag noch in Wien zubringet. Du schreibst dß Du schon se[h]r neugierig auf unsere Wo[h]nung seist; ich finde das se[h]r erklärlich, ich hoffe aber auch, dß sie Dir gefallen werde; mir hat sie heute wieder se[h]r gut gefallen, viel besser, als damals am 2 Febr., wo ich sie in der Abenddämmerung zum le[t]zten Male sah.''
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''Die eingelangten Sachen ließ ich verpa[c]kt in das 1[te] Zimmer stellen u. habe der Hausfrau aufgetragen, dß sie ja / gewiß dafür sorge, dß die Haustüre stets ordentlich gesperrt sei. In dem Boden der Küche u des Vorzimmers wurden einige Fugen mit Holzstäbchen ausgefüllt, wie ich angeordnet hatte. Ich bin nun neugierig, welche Einteilung der Wo[h]nung wir treffen werden. Ich meine wir sollten zunächst für den Sommer das Eßzimmer zum Schlaf- u Wohnzimmer [!], daß 1. (vom Vorzimmer unmittelbar) zum Salon u. das 3. (von der Küche hinein) zum Fremden-Zimmer machen. // Noch möchte ich Dich, weil Du auch hierauf nicht geantwortet, Dich nochmals erinnern, daß [!] Du Taufschein u Großjä[h]rigkeits-Erklärung mitbringst. // Doch genug für heute; morgen erhalte ich ja hoffentlich ohnehin einen Brief von Dir. Gute Nacht meine Liebe! // 25/2 1872 // Ich muß Dich zunächst mit Bezug / auf Eure Reise noch darauf aufmerksam machen, dß Ihr Euch mit sehr [!] festen Lederstiefletten versehen möget, denn hier ist ein fürchterlicher Koth. // Dann DXX Dir zur erfreulichen Ken[n]tniß, dß die von der Regierung beantragte Gehaltsaufbesserung 15 %, also 120 fl [Gulden] beträgt, dß sie aber nach dem gestrigen Beschluße des Finanzausschußes auf 20 %, also 160 fl erhöht werden soll. Hiemit wäre unser Einna[h]men budget auf fast 2500 fl gebracht, u es bleibt nun selbstverständlich bei dem ursprünglich verabredeten Wirtschafts Gelde v. 80 fl.<ref>Das "Wirtschaftsgeld" ist offenbar ein vereinbarter Zuschuss der Großmutter von Fanni, [[Fanny Kobler]]. Wenn man die Auskünfte aus den vorangehenden Briefen vom 29. und 31. Jänner 1872 und vom 4. Februar 1872 dazunimmt, dann stellt sich für mich [O. H.] in etwa Folgendes dar: Franz hat ein Jahreseinkommen vom 2.500 Gulden, monatlich hat er, den Zuschuss der Großmutter mitberechnet, ca. 288 Gulden zur Verfügung. Nach dieser Berechnung – falls sie stimmt – braucht er etwa 14 % für die Miete. Gegenüber der heute üblichen Mietbelastung von, positiv berechnet, bis 30 % ist das erstaunlich wenig. Im Brief vom 3. und 4. Juli 1877 bittet Franz jedoch die Großmutter um eine erhöhte "Zulage", auch wegen der "leidigen" Miete.</ref> // ''
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''Die eingelangten Sachen ließ ich verpa[c]kt in das 1[te] Zimmer stellen u. habe der Hausfrau aufgetragen, dß sie ja / gewiß dafür sorge, dß die Haustüre stets ordentlich gesperrt sei. In dem Boden der Küche u des Vorzimmers wurden einige Fugen mit Holzstäbchen ausgefüllt, wie ich angeordnet hatte. Ich bin nun neugierig, welche Einteilung der Wo[h]nung wir treffen werden. Ich meine wir sollten zunächst für den Sommer das Eßzimmer zum Schlaf- u Wohnzimmer [!], daß 1. (vom Vorzimmer unmittelbar) zum Salon u. das 3. (von der Küche hinein) zum Fremden-Zimmer machen. // Noch möchte ich Dich, weil Du auch hierauf nicht geantwortet, Dich nochmals erinnern, daß [!] Du Taufschein u Großjä[h]rigkeits-Erklärung mitbringst. // Doch genug für heute; morgen erhalte ich ja hoffentlich ohnehin einen Brief von Dir. Gute Nacht meine Liebe! // 25/2 1872 // Ich muß Dich zunächst mit Bezug / auf Eure Reise noch darauf aufmerksam machen, dß Ihr Euch mit sehr [!] festen Lederstiefletten versehen möget, denn hier ist ein fürchterlicher Koth. // Dann DXX Dir zur erfreulichen Ken[n]tniß, dß die von der Regierung beantragte Gehaltsaufbesserung 15 %, also 120 fl [Gulden] beträgt, dß sie aber nach dem gestrigen Beschluße des Finanzausschußes auf 20 %, also 160 fl erhöht werden soll. Hiemit wäre unser Einna[h]men budget auf fast 2500 fl gebracht, u es bleibt nun selbstverständlich bei dem ursprünglich verabredeten Wirtschafts Gelde v. 80 fl.<ref>Das "Wirtschaftsgeld" ist offenbar ein vereinbarter Zuschuss der Großmutter von Fanni, [[Fanny Kobler]]. Wenn man die Auskünfte aus den vorangehenden Briefen vom 29. und 31. Jänner 1872 und vom 4. Februar 1872 dazunimmt, dann stellt sich für mich, [[Otto Holzapfel]], in etwa Folgendes dar: Franz hat ein Jahreseinkommen vom 2.500 Gulden, monatlich hat er, den Zuschuss der Großmutter mitberechnet, ca. 288 Gulden zur Verfügung. Nach dieser Berechnung – falls sie stimmt – braucht er etwa 14 % für die Miete. Gegenüber der heute üblichen Mietbelastung von, positiv berechnet, bis 30 % ist das erstaunlich wenig. Im Brief vom 3. und 4. Juli 1877 bittet Franz jedoch die Großmutter um eine erhöhte "Zulage", auch wegen der "leidigen" Miete.</ref> // ''
    
''Was wir etwa heute über 6 Wochen um diese Zeit machen! Nun wäre ich schon se[h]r froh, wenn diese Zeit recht rasch vorüberginge; u. ich hoffe auch, dß es der Fall sein wird; denn /'' [zweiter Bogen:] ''2 nun haben wir nur me[h]r wenige Tage bis zum 1. März, die mir zwar noch lange genug vorkommen, dann folgen 8 od 10 Tage schönen Beisammenseins, u dann sind es ja nur me[h]r 3 Wochen, die ich hier allein zubringen werde, denn über 5 Wochen von heute hoffe ich ja entweder von hier abzureisen od in Salzburg anzukommen. // In diesen 3 Wochen aber wird es noch genug hier und auch in Wien für mich zu tun zu geben, um alles zu überne[h]men, da u. dort bei den Arbeiten nachzusehen u zu treiben etc Ansonst in den le[t]zten 8 Tagen in Salzburg! was wird da noch alles zu tun sein! Wie viel Phrasen u. wie viel Ceremoniell werden wir [un]d Du über uns ergehen lassen müßen! Doch auch das wird vorübergehen, u dann werden wir uns ja ganz angehören, u. hoffentlich auf der Hochzeitsreise nur / Zeit ungeteilten Glü[c]kes auch fern von allen geschäftl[ichen] Sorgen – genießen können. Gott gebe es! Du freust Dich doch auch auf diese Zeit? Aber das ist je[t]zt eine recht sonderbare, fast ungeschi[c]kte Frage gewesen; ich getraue mir ja, sie anstatt Deiner getrost zu bejahen, u. hoffe, dß Deine Antwort in Deinem nächsten Briefe mich nicht Lügen strafen wird. //''
 
''Was wir etwa heute über 6 Wochen um diese Zeit machen! Nun wäre ich schon se[h]r froh, wenn diese Zeit recht rasch vorüberginge; u. ich hoffe auch, dß es der Fall sein wird; denn /'' [zweiter Bogen:] ''2 nun haben wir nur me[h]r wenige Tage bis zum 1. März, die mir zwar noch lange genug vorkommen, dann folgen 8 od 10 Tage schönen Beisammenseins, u dann sind es ja nur me[h]r 3 Wochen, die ich hier allein zubringen werde, denn über 5 Wochen von heute hoffe ich ja entweder von hier abzureisen od in Salzburg anzukommen. // In diesen 3 Wochen aber wird es noch genug hier und auch in Wien für mich zu tun zu geben, um alles zu überne[h]men, da u. dort bei den Arbeiten nachzusehen u zu treiben etc Ansonst in den le[t]zten 8 Tagen in Salzburg! was wird da noch alles zu tun sein! Wie viel Phrasen u. wie viel Ceremoniell werden wir [un]d Du über uns ergehen lassen müßen! Doch auch das wird vorübergehen, u dann werden wir uns ja ganz angehören, u. hoffentlich auf der Hochzeitsreise nur / Zeit ungeteilten Glü[c]kes auch fern von allen geschäftl[ichen] Sorgen – genießen können. Gott gebe es! Du freust Dich doch auch auf diese Zeit? Aber das ist je[t]zt eine recht sonderbare, fast ungeschi[c]kte Frage gewesen; ich getraue mir ja, sie anstatt Deiner getrost zu bejahen, u. hoffe, dß Deine Antwort in Deinem nächsten Briefe mich nicht Lügen strafen wird. //''
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''Liebe Fanni! Im eigenen u. im Namen meiner Louise füge ich den Zeilen der Mutter mit unseren herzlichsten Grüßen die besten Wünsache zu deinem u. der verehrten Großmutter Namenstage bei. Auch meinen lieben Bruder Franz, dessen Glück u Freude ich mit brüderlicher Innigkeit mitempfinde, bitte ich mir herzlichst zu grüßen u. zu küssen; er wird nichts dagegen haben, wenn du es per procura thust. Adieu liebe Fanni dein aufrichtiger Schwager Otto''
 
''Liebe Fanni! Im eigenen u. im Namen meiner Louise füge ich den Zeilen der Mutter mit unseren herzlichsten Grüßen die besten Wünsache zu deinem u. der verehrten Großmutter Namenstage bei. Auch meinen lieben Bruder Franz, dessen Glück u Freude ich mit brüderlicher Innigkeit mitempfinde, bitte ich mir herzlichst zu grüßen u. zu küssen; er wird nichts dagegen haben, wenn du es per procura thust. Adieu liebe Fanni dein aufrichtiger Schwager Otto''
 
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==== Einzelblatt vom 9. März 1872 von Ludwig Zeller für Fanni Schlegel ====
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| [[Datei:Ludwig Zeller 9. März 1872 1.JPG|thumb|200px|Brief von Ludwig Zeller 9. März 1872, Seite 1]]|| [[Datei:Ludwig Zeller 9. März 1872 2.JPG|thumb|200px|Brief von Ludwig Zeller 9. März 1872, Seite 2]]
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Einzelblatt mit einem aufgedruckten Zitat "He will have learned the lesson of // life who is skilful in the ethics of friendship. // Emerson." für [[Franziska Spängler]]:<br />
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''Wehrtes<ref>Sehr schwungvolle Schrift, aber hinsichtlich einzelner Wörter unsichere Lesung. Das Blatt lag dem Briefwechsel von Franz Spängler und Fanni Schlegel, 1871 – März 1872, am Schluss bei und ist dort belassen worden.</ref> Fräulein! // Ich bitte Sie höflichst & inständig gleich nach Ihrer Ankunft, so wie Sie sind, also im Reisekleide, zu mir zu kommen, da wir heute en famille bei mir den Vorabend vor meiner Schwester Hochzeit begehen. // Ihre wehrte Frau Großmutter wird um so eher die / Güte haben, Ihr Kommen gut zu heißen,'' [unterstrichen:] ''da wir ohne Sie 13. wären was sich bei'' [in?] ''meinen Augen absolut verpönt ist. // Ich empfehle mich Ihnen in bekannter Werthschätzung // Ludwig Zeller // Salzburg, den 9. Maerz, 1872''
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Die Rede ist von Emma Zeller (* 29. Oktober 1848) und ihrer Hochzeit am 11. März 1872 mit [[Albert Schumacher]] (* 1844; † 1913), zu deren Vorabend der ältere Bruder [[Ludwig Zeller (Unternehmer)]] (* 1844; † 1933) einlädt.
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==== Postkarte vom 10. März 1872 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
==== Postkarte vom 10. März 1872 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Correspondenz-Karte von Fanni Schlegel (Nr. 19) an Franz Spängler (Nr. 18):<br />
 
Correspondenz-Karte von Fanni Schlegel (Nr. 19) an Franz Spängler (Nr. 18):<br />
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"Volljährigkeitserklärung": Fanni Schlegel ist am 1. Juni 1848 in Salzburg geboren, ist also fast 24 Jahre alt. Mit der Erklärung [siehe frühere Briefe] ist sie aber auch finanziell eigenverantwortlich (juristische Mündigkeitserklärung).
 
"Volljährigkeitserklärung": Fanni Schlegel ist am 1. Juni 1848 in Salzburg geboren, ist also fast 24 Jahre alt. Mit der Erklärung [siehe frühere Briefe] ist sie aber auch finanziell eigenverantwortlich (juristische Mündigkeitserklärung).
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==== Brief vom 23. März 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Mödling 23/3 72", rückseitig "Salzburg Stadt 24/3 9-10 Früh 72"; "Frl" [unterstrichen:] " Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10 // II. St[oc]k". Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Mödling 23/III 1872 // früh // Meine liebe Fanny! Ich danke Dir herzlich für Deinen gestern eingelangten Brief u. die Mitteilungen in demselben, die so deutlich u. erfreulich anzeigen, daß [!] die Vorbereitungen für den Tag unserer Verbindung sich allseitig vollenden, u. dß Du mit Freude und Sicherheit diesem Tage entgegengehst. Auch bei mir ist das Fieber wie ich es wirklich ausdrü[c]ken darf, in den le[t]zten Tagen viel besser geworden, doch noch nicht ganz verschwunden. // Uebrigens hat mir gestern Nachts u. heute Nacht von Dir, u zwar heute insbesondere von dem Morgen unserer Vermä[h]lung geträumt. Auf die Beantwortung Deiner Fragen übergehend bitte ich zunächst, mir die Statuten des Pensions-Institutes unter Kreuzband zuzusenden, da sie nicht mir gehören u. ich sie noch zurü[c]kstellen möchte. Dem Hr Pfarrer werde ich gelegentlich die Anfrage des Domherrn Aichinger / mitteilen, wenngleich ich mit Bestimmtheit anne[h]men kann, dß er die fragliche Bestätig[un]g nicht verlangt u auch nicht braucht. // Das Urlaubsgesuch habe ich dem Bezirksrichter dieser Tage übergeben, zur Einsendung an den Präsidenten Scharschmid; er war zwar durch das Bege[h]ren eines 4 wochenlichten Urlaubs gar nicht erbaut, allein ich glaube nicht, dß er dem Ansuchen direkte entgegentritt. Ich werde übrigens, da ich Sonntag u Montag noch in Wien sein werde, um einige Besuche zu machen, mich persönlich zu Präsid[ent] Scharschmid begeben, u. mit ihm in dieser Angelegenheit sprechen. Das nächste Mal hoffe ich Dir schon definitiven Bericht – u. zwar günstigen geben zu können.''
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''Die Dauer des Urlaubs würde am Ende doch auf die Route unserer Reise von Einfluß sein. Aber nicht wahr, Du beschränkst das Gepä[c]k für die Hochzeitreise auf das unumgänglich notwendige? damit wir mit einem nicht zu großen Koffer ausreichen. Was die Besuche bei den Verwandten in Tirol betrifft, so bin ich ganz Deiner Ansicht, daß [!] wir einer / eventuellen Einladung für Mittag und Abend nicht immer würden ausweichen können, ist natürlich, aber etwas weiteres würden wir nicht anne[h]men. Du hast neulich von einer anderen Braut gesprochen die Du kaum kanntest, u. die auch am 8. April ihre Hochzeit habe, u dann auch nach Italien zu reisen beabsichtige. Wer ist denn diese? // Daß Susi Wanninger [?] so aufgeregt ist, hatte ich bei ihrem sonst so heiteren Temperamente nicht erwartet; sie ist wo[h]l noch ziemlich jung u. kömmt doch weit weg u. ist dann auch den mannigfaltigen Beschwerden u Unane[h]mlichkeiten des unstäten Lebens bei den Eisenbahnleuten ausgese[t]zt! Hoffentlich sind uns nicht zu viele Uebersiedlungen beschieden! Ich werde morgen od übermorgen jedenfalls zu Lorinser gehen, u auch zu XX nachzusehen, wie es denn steht, u. ob schon etwas fertig ist.''
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''Hast Du Emma u Albert Schumacher gesehen? Wenn es der Fall war, so wird Dir Emma hoffentlich meine Grüße entrichtet haben. Ich fand Emma ziemlich gut aussehend. / Ich wende mich schon zum Schluße, da ich je[t]zt in die Vorlesung muß – die le[t]zte die ich vor der Abreise halte, (da ich'' [in] ''der Charwoche Ferien sind!) – u. da ich auch über Tag voraussichtlich nicht mehr Zeit finden werde den Brief fortzusetzen. Ich lege noch ein gestern gepflü[c]ktes Blümchen'' [ein Kleeblatt liegt bei, Anm.] ''bei, u. grüße Dich herzlichst. An Großmutter u Eltern meine Grüße. Mit der Bitte, dß Du recht bald mir wieder schreibst, bleibe ich, mit Gruß u Kuß // Dein // treuer Franz''
 
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''Salzburg 27. 3. 72: Mein innigst geliebter Franz! Deinen lieben Brief habe ich richtig erhalten, und danke dir dafür. Heute erhielt Otto dein Telegram, er schückt aber das geld nicht ab bevor der Brief von dir kömmt. Ich will dir aber nur bemmerken das die großmutter Montag zu mir sagte, Franz soll ja nicht einlegen in den doktor Colegium den doktor SeselXX sagte der großmutter bestimmt du sollst es nicht thun, wen ihr ordentlich Hauß haltet so braucht es dießes nicht indem ja die Fany ohnehin noch ein Vermögen bekömmt, und du ja auch gewiß und stürbe bald eines von Euch beyden, so bekömmt die Fany von der großmutter ja jedenfall so viel das sie leben kan, und stürbe die Fany, so würde es dir nichts nützen, wen auch eingelegt wäre, und überdieß sind diese Institute ja doch nicht so ganz sicher also zu diesen Zweck hoffe ich wirst du das geld nicht brauchen. Verwende ja nicht zu viel geld um der Fany einen Brautschmuck zu kauffen. Den Otto seiner für die Louise hat 130 fl gekostet, er war mit Schmuck gewiß sehr hübsch. Ich bin sehr begierig wen du kömmst, schreibe es uns doch genau, dammit ich mich einrichten kann, die Feyertage bekömmt man ja nichts ordentliches mehr. Nun nur noch einige Tage und ich sehe dich wieder ich freue mich schon recht sehr auf dich. Ich hoffe es wird alles in Ordnung gehen, nur wird es eine rechte He[t]ze werden, bis alles gepackt und geordnet ist und alle Visiten gemacht sind Otto Fany Louise die Kinder grüßen dich herzlich. manches neue wirst du hören wen du kömmst. Lebe recht wohl es küßt und segnet dich von ganzen Herzen deine treue Mutter Spängler.''
 
''Salzburg 27. 3. 72: Mein innigst geliebter Franz! Deinen lieben Brief habe ich richtig erhalten, und danke dir dafür. Heute erhielt Otto dein Telegram, er schückt aber das geld nicht ab bevor der Brief von dir kömmt. Ich will dir aber nur bemmerken das die großmutter Montag zu mir sagte, Franz soll ja nicht einlegen in den doktor Colegium den doktor SeselXX sagte der großmutter bestimmt du sollst es nicht thun, wen ihr ordentlich Hauß haltet so braucht es dießes nicht indem ja die Fany ohnehin noch ein Vermögen bekömmt, und du ja auch gewiß und stürbe bald eines von Euch beyden, so bekömmt die Fany von der großmutter ja jedenfall so viel das sie leben kan, und stürbe die Fany, so würde es dir nichts nützen, wen auch eingelegt wäre, und überdieß sind diese Institute ja doch nicht so ganz sicher also zu diesen Zweck hoffe ich wirst du das geld nicht brauchen. Verwende ja nicht zu viel geld um der Fany einen Brautschmuck zu kauffen. Den Otto seiner für die Louise hat 130 fl gekostet, er war mit Schmuck gewiß sehr hübsch. Ich bin sehr begierig wen du kömmst, schreibe es uns doch genau, dammit ich mich einrichten kann, die Feyertage bekömmt man ja nichts ordentliches mehr. Nun nur noch einige Tage und ich sehe dich wieder ich freue mich schon recht sehr auf dich. Ich hoffe es wird alles in Ordnung gehen, nur wird es eine rechte He[t]ze werden, bis alles gepackt und geordnet ist und alle Visiten gemacht sind Otto Fany Louise die Kinder grüßen dich herzlich. manches neue wirst du hören wen du kömmst. Lebe recht wohl es küßt und segnet dich von ganzen Herzen deine treue Mutter Spängler.''
 
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==== Brief vom 27. März 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit kleinem Umschlag, Marke 5 kr. aufgeklebt; rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Mödling 27…" [verwischt], rückseitig "Wien…" [verwischt] und "Salzburg Stadt 28/3 9-10 Früh 72"; "Frl." [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z" [ohne Nr.]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br />
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''Mödling 27 März 1872 // früh // Meine liebe Fanny! // Deinen Brief erhielt ich gestern mitten zwischen dringenden Geschäften, so dß ich nicht früher als ich zu Mittag aus der Kanzlei ging, denselben lesen konnte. Ich hätte ihn auch gerne noch gestern beantwortet, fand aber ebenfalls die Zeit nicht me[h]r. // Ich habe Dir nur zunächst zu berichten, dß der hiesige Pfarrer keine Bestätigung über die Verkündigung in Salzburg bege[h]rt. // Dann war ich Montags auch bei Lorinser, u holte die Lampe ab, die ich unverse[h]rt hieher brachte. Min[n]a ist noch nicht zurü[c]k, sondern wird erst am 2. April nach Wien kommen, daher wa[h]rscheinlich erst am 4. nach Salzburg reisen, so lange gedenke ich wo[h]l nicht zu warten, wenngleich ich den Tag meiner Ankunft heute noch nicht bestimmen kann. Jedenfalls wäre es mir angene[h]m, wenn ich die Antwort auf diesen Brief schon freitags bekommen könnte. /''
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''Die Sendung der Statuten habe ich erhalten. Der Urlaub ist in der Dauer von 4 Wochen nun bereits schriftlich bewilligt, u. es hat daher von dieser Seite die Reise kein Hinderniß. Soll ich also die Rundreisebillets für Südtirol – Venedig – Triest ne[h]men? Der Frau Emma Schumacher habe ich mich aus bereits halb im Ernste, halb im Scherze für Donnerstag 4. April angekündet; es dürfte dies aus verschiedenen Gründen der zwe[c]kmäßigste Tag sein. Die Ueberschüttung mit Uhren läßt sich am Ende noch ertragen, wenngleich mir statt die eine etwas anderes lieber gewesen wäre Daß aber dem Otto u Carl, die im selben Hause waren, u. schlecht sich ins Einverne[h]men se[t]zen konnten, dieß passi[e]rte, ist wirklich sonderbar. Übrigens<ref>Sonst verwendet er in der Großschreibung "Ue", vgl. oben "Ueberschüttung", hier anscheinend doch einen ü-Strich, zumindest ohne "e".</ref> beiden meinen Dank. Bei diesem Anlaße muß ich dich fragen was bezüglich der Einladung von Carl u Rudolf Spängler u deren Frauen beschloßen wurde, die wir damals zu Weihnachten noch nicht definitiv bestimmt hatten? // Daß Ludwig die Funktion des Brautfü[h]rers / übernimmt, ist mir ganz angene[h]m. Du wirst doch mit dem Anfertigen der Kleider fertig werden, bis ich hinauf komme, denn da hättest Du wo[h]l keine Zeit me[h]r, u. ich würde Dir noch kaum Ruhe dazu lassen, es wird am besten sein ich komme nicht eher als bis Du mir anzeigst, daß dieß "wichtige" Werk vollendet ist. Ich muß aber hier schon gleich beise[t]zen um Mißverständniße zu vermeiden, dß ich "wichtig" ja nicht ironisch, sondern im vollen Ernste gemeint habe.''
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''Am Montage habe ich wo[h]l oft daran gedacht, was wir über 14 Tage am 8 ten April machen werden. Aus Deiner Erinnerung im le[t]zten Briefe glaube ich zu entne[h]men dß die Absicht ist, die Trauung auf 11 Uhr erst anzuberaumen, mir wäre es fast lieber um 10 Uhr, einige Zeit vergeht ohnehin immer, bis alle beisammen sind. Nur ob die Damen alle bis 10 Uhr fertig werden, könnte die Frage sein. // Noch muß ich 2 recht prosaische Angelegenheiten besprechen. 1) ich werde also meinen Koffer nach Salzburg mitbringen, damit wir entweder / den meinen od den Eurigen auf die Hochzeitsreise mitne[h]men können, je nachdem der eine od andere uns besser taugt, meinen Reisesa[c]k aber werde ich nicht mitne[h]men, sondern ich meine, wir sollten auch einen in Salzburg kaufen, da der meinige doch zu garstig schon ist. // 2) Du hast ja nichts dagegen, wenn ich meinen neuen schwarzen Anzug schon zu den Einladungen u. Brautvisiten trage, u nicht erst zur Trauung selbst zum ersten Male ne[h]me; ich mu[ü]ßte ja sonst 2 schwarze Anzüge mitne[h]men. //''
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''Auch möchte ich Dich bitten, die Großmutter zu fragen, ob ich nicht für die Zeit Ihres Alleinseins hier eine mir bekannte Familie allenfalls direkter Reitlachner [?] od auch eine andere, ersuchen soll, dß sie sich im Fall des Bedarfes an dieselben wenden dürfe; in welchem Fall ich vor meiner Abreise noch da mit denselben hierüber sprechen würde. // Hiemit glaube ich alle geschäftlichen Dinge erwä[h]nt zu haben, schließe aber auch hiemit, weil ich über Tag doch nicht Zeit fände, weiter zu schreiben. Ich füge noch bei, daß gestern Abends'' [unterstrichen:] ''hier das Oratortium "Paulus" von Mendelssohn ganz gut aufgefü[h]rt wurde. Auf baldiges frohes Wiedersehen // Mit herzlichem Gruße u. Kuße // Dein treuer Franz''
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==== Brief vom 28. März 1872 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
==== Brief vom 28. März 1872 von Fanni Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Brief von Fanni Schlegel (Nr. 19) an Franz Spängler (Nr. 18):<br />''Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien [LXXXIII erh. 29/3 beantw 31/3''; inliegend Zweig und verblasstes Foto der Fanni Schlegel]: ''Salzburg, 28. März 1872. 7 ½ Uhr Abends. – Mein lieber Franz! Es war mir heute nicht möglich, zu schreiben, doch werde ich den Brief noch auf die Hauptpost schicken und hoffe doch, daß du ihn morgen noch bekommst. Allein ich muß mich auf ganz kurze Beantwortung deiner verschiedenen Fragen beschränken. – Lida bekam einen Brief von Minna, daß diese vielleicht erst am 6. kommen wird, es wäre also jedenfalls zu spät daß du sie begleiten könntest. Und ich habe doch immer die Hoffnung, du kommst schon in den Feiertagen, ist es nicht so? Daß du den Urlaub bekommst, ist mir schon lieb, wenn du noch mit der besprochenen Frau einverstanden bist, so sei so gut und besorge die Karten. Ich hoffe, daß die Reiseerinnerungen einst mit zu den schönsten gehören werden. – Es ist beschloßen worden, daß Karl und [[Rudolf Spängler]] sammt deren Frauen jedenfalls geladen werden.''
 
Brief von Fanni Schlegel (Nr. 19) an Franz Spängler (Nr. 18):<br />''Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien [LXXXIII erh. 29/3 beantw 31/3''; inliegend Zweig und verblasstes Foto der Fanni Schlegel]: ''Salzburg, 28. März 1872. 7 ½ Uhr Abends. – Mein lieber Franz! Es war mir heute nicht möglich, zu schreiben, doch werde ich den Brief noch auf die Hauptpost schicken und hoffe doch, daß du ihn morgen noch bekommst. Allein ich muß mich auf ganz kurze Beantwortung deiner verschiedenen Fragen beschränken. – Lida bekam einen Brief von Minna, daß diese vielleicht erst am 6. kommen wird, es wäre also jedenfalls zu spät daß du sie begleiten könntest. Und ich habe doch immer die Hoffnung, du kommst schon in den Feiertagen, ist es nicht so? Daß du den Urlaub bekommst, ist mir schon lieb, wenn du noch mit der besprochenen Frau einverstanden bist, so sei so gut und besorge die Karten. Ich hoffe, daß die Reiseerinnerungen einst mit zu den schönsten gehören werden. – Es ist beschloßen worden, daß Karl und [[Rudolf Spängler]] sammt deren Frauen jedenfalls geladen werden.''
    
''So viel man hört, will sich Alles wunderschön machen zu unserer Hochzeit, und ich sage immer, die Leute werden finden, "daß Alles sehr elegant ist, wenn auch die Braut nicht viel frißt." Habe ich Recht? Es wird mit wahrer Leidenschaft geschneidert, doch muß das Notwendige bis Samstag Abend fertig werden, da ich die le[t]zte Woche meines Hierseins ganz gewiß zu keiner rechten Arbeit mehr komme. Was übrig bleibt, muß ich laßen und erst in Mödling machen, da kannst du gleich erleben, wie so ein "wichtiges Werk" in Scene gese[t]zt wird. Deine gute Mutter meint, wir werden es dem Herrn Prälaten überlaßen müßen, wann die Trauung sein soll. Wenn es ausführbar wäre, möchte ich mich gern nach der Trauung fotografi[e]ren laßen. Ich meine, wir sollten blos einen Koffer, keinen Reisesack brauchen. Was den schwarzen Anzug betrifft, bin ich mit deinem Vorschlag einverstanden. Noch eins zur Kleiderfrage, falls du etwas von Kleidern hättest, das für dich unbrauchbar geworden ist, dürfte ich dich wo[h]l bitten, es mitzubringen und unserm Schützling Hinterholzer zukommen zu laßen? Wegen Großmutter wäre es wo[h]l gut, wenn du sie an Irgendjemand empfehlen könntest, um wenn nöthig, ihr an der Hand zu gehen. Auch bittet dich Großmutter, ihr für sie und Kathi zwei kleine Zimmer in dem Gasthause zu bestellen. Großmutter will allein schlafen, und es macht auch nichts, wenn Kathi nicht im selben Stockwerk ein Zimmer bekommt. Nun lebe recht wo[h]l und komm‘ nur bald! ich möchte daß dieß der le[t]zte Brief wäre, vor der Hochzeit. Behalte lieb deine Fanni. – Großmutterr grüßt. –'' [quer klein:] ''Vielleicht kannst du die Frau Wirthin auch ersuchen, daß sie der Großmutter ein wenig an die Hand geht. Ob Angermayer so gut wären, sie am Westbahnhof zu empfangen? Was meinst du?''
 
''So viel man hört, will sich Alles wunderschön machen zu unserer Hochzeit, und ich sage immer, die Leute werden finden, "daß Alles sehr elegant ist, wenn auch die Braut nicht viel frißt." Habe ich Recht? Es wird mit wahrer Leidenschaft geschneidert, doch muß das Notwendige bis Samstag Abend fertig werden, da ich die le[t]zte Woche meines Hierseins ganz gewiß zu keiner rechten Arbeit mehr komme. Was übrig bleibt, muß ich laßen und erst in Mödling machen, da kannst du gleich erleben, wie so ein "wichtiges Werk" in Scene gese[t]zt wird. Deine gute Mutter meint, wir werden es dem Herrn Prälaten überlaßen müßen, wann die Trauung sein soll. Wenn es ausführbar wäre, möchte ich mich gern nach der Trauung fotografi[e]ren laßen. Ich meine, wir sollten blos einen Koffer, keinen Reisesack brauchen. Was den schwarzen Anzug betrifft, bin ich mit deinem Vorschlag einverstanden. Noch eins zur Kleiderfrage, falls du etwas von Kleidern hättest, das für dich unbrauchbar geworden ist, dürfte ich dich wo[h]l bitten, es mitzubringen und unserm Schützling Hinterholzer zukommen zu laßen? Wegen Großmutter wäre es wo[h]l gut, wenn du sie an Irgendjemand empfehlen könntest, um wenn nöthig, ihr an der Hand zu gehen. Auch bittet dich Großmutter, ihr für sie und Kathi zwei kleine Zimmer in dem Gasthause zu bestellen. Großmutter will allein schlafen, und es macht auch nichts, wenn Kathi nicht im selben Stockwerk ein Zimmer bekommt. Nun lebe recht wo[h]l und komm‘ nur bald! ich möchte daß dieß der le[t]zte Brief wäre, vor der Hochzeit. Behalte lieb deine Fanni. – Großmutterr grüßt. –'' [quer klein:] ''Vielleicht kannst du die Frau Wirthin auch ersuchen, daß sie der Großmutter ein wenig an die Hand geht. Ob Angermayer so gut wären, sie am Westbahnhof zu empfangen? Was meinst du?''
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==== Brief vom 30. März 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit großem Umschlag, Briefmarke 5 kr. aufgeklebt; rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Mödling 30/3 72", rückseitig "Salzburg Stadt 31/3 9-10 Früh 72"; "Frl." [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10 II Sto[c]k". Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Mödling 30 März // 1872 // Meine liebe Fanny! // Heute früh erhielt ich Deinen freundlichen Brief, für den ich Dir bestens danke, u dessen Mitteilungen ich mit ebenso interessanten erwidern kann. Ich war gestern Nachm in Wien, u war bei Bake [?], wo ich mich mit eigenen Augen überzeugte, dß die Sessel bereits fertig u Kanape[e] u Fauteuils in der Vollendung begriffen ist. Auch hat Irmler nach Versicherung der Frau des Bake die Sachen schon in Arbeit genommen Gestern kaufte ich auch den schwarzen Anzug, u Cylinder, ferner eine[n] Operngu[c]ker für die Reise; auch habe ich gestern ½ K[la]ft[e]r [klein darüber:] kleingeha[c]ktes Buchen-Holz gekauft, damit die Großmutter gleich etwas Holz zum Kochen hat. / Endlich habe ich gestern Früh bereits begonnen einzupa[c]ken, sowo[h]l die Sachen, die hier bleiben, als auch schon [?], welche ich mitne[h]me Einige alten außer Gebrauch gese[t]zten Kleider werde ich für Hinterholzen mitbringen. // ''
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''Was meine Abreise von hier betrifft, so wird es mir kaum möglich sein, früher als Montags von hier abzukommen, da ich gerne möglichst wenig Rü[c]kstände zurü[c]k lassen möchte. // Mit der Wirtin werde ich schon sprechen, u. ebenso werde ich den Direktor Raitlachner ersuchen, dß er u seine Frau nötigenfalls der Großmutter an die Hand gehen, dasselbe Ersuchen werde ich auch noch an den Bezirksrichter u dessen Frau richten. Frau v Angermay[e]r wird mir gewiß / die Gefälligkeit erweisen die Großmutter am Westbahnhofe'' [zu] ''erwarten; es wird dann Sache der Großmutter sein, sie von dem Tage der Ankunft zu verständigen, einstweilen werde ich sie darum ersuchen. // So nun wäre das Geschäftliche besprochen, u. ich glaube nichts vergeßen zu haben. // Wie ist es, wirst Du mich dießmal am Bahnhofe erwarten? Es wäre wo[h]l se[h]r schön u erfreulich, u. ich glaube, dießmal könnte Dich niemand irgend etwas dagegen sagen. // Wenn ich also nicht schon am Montag früh komme, und nicht noch eine Gegenteilige Nachricht kömmt, so hoffe ich am Dienstage früh Dich wieder umarmen zu können, worauf ich mich herzlich freue. Beiliegend sende ich Dir ein Veilchen'' [liegt bei, Anm.] ''das ich gestern in'' [unterstrichen:] ''unserem Garten gepflü[c]kt habe. / ''
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''Daß es noch se[h]r viel auch in Salzburg zu tun geben wird, ist natürlich, u wir werden unter Tags nicht viel Zeit haben, um ungesto[ö]rt beisammen zu sein. Doch die Abende sollen hoffentlich doch uns gehören. Min[n]a wird also nach Deiner Mitteilung noch später kommen; am Ende unterhält sie sich so gut in Pesth'' [Budapest, Anm.] '', dß sie gar nicht kömmt. // '' [folgt eine flüchtige Schrift mit mehreren Durchstreichungen und Änderungen:] ''Indem ich dem baldigen u XX Dauer in den mündlichen VerkXX alles Gute hoffend und freudig entgegensehe, grüße ich Dich herzlichst u. rufe Dir aus ganzem Herzen zu: Auf ein frohes glü[c]kliches Wiedersehen. // Ich kann nicht umhin, Dich noch auf jenes Gedicht aufmerksam zu machen das für heute trifft: "Herr du hast alles wo[h]l gemacht", u das mir besonders gut gefällt. // Ich schließe diesen Brief, voraussichtlich den le[t]zten vor unserer Hochzeit (N 89)<ref>Er hat auf vielen Umschlägen die Briefe durchnummeriert.</ref> mit der Bitte um Gottes Segen für uns beide, u. mit herzlichem Gruße u Kuße u verbleibe // Dein treuer Franz''
 
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==== Erinnerungen an die Hochzeitsreise von Franz und Fanni Spängler, 9. bis 29. April 1872 ====
 
==== Erinnerungen an die Hochzeitsreise von Franz und Fanni Spängler, 9. bis 29. April 1872 ====
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:''Hauptartikel [[Die Hochzeitsreise 1872 von Fanni und Franz Spängler]]
 
[[Datei:Landkarte Kaiserthum Österreich, Raffelsperger, Ausschnitt.JPG|thumb|Ausschnitt aus der Landkarte [[Kaisertum Österreich|Kaiserthum Österreich]] von Franz Raffelsperger (* 1793;  † 1861).]]
 
[[Datei:Landkarte Kaiserthum Österreich, Raffelsperger, Ausschnitt.JPG|thumb|Ausschnitt aus der Landkarte [[Kaisertum Österreich|Kaiserthum Österreich]] von Franz Raffelsperger (* 1793;  † 1861).]]
 
[[Datei:Piazzetta_Venezia_1872 vorne.jpg|thumb|"Piazzetta Venezia", ein Bild von der Hochzeitsreise, datiert mit 22. April.]]
 
[[Datei:Piazzetta_Venezia_1872 vorne.jpg|thumb|"Piazzetta Venezia", ein Bild von der Hochzeitsreise, datiert mit 22. April.]]
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''Meine lieben theuren! Wie sehr freuen wir uns alle über Euer Glück, wir vergönen es Euch von ganzen Herzen, und wünschen das es immer so grüne- und blühe. Recht sehr danke ich, für Eure freundlichen Zeilen, zu meinen Geburtstag, wie es kamm weiß ich gar nicht aber die Großmutter über brachte mir selbst den Brief ich laß ihr dan den Brief gleich vor, und gab ihr auch denselben mit, damit sie in in Muse lesen kan. Wie froh bin ich daß die Groß mutter von gestern endlich einen Brief von Euch bekamm sie war schon in der that recht ver droßen und gekränkt, so lange von der Fany [Fanni] keinen Brief erhalten zu haben, nun scheint es, ist sie wider gut. Sie hat viel für die Fany [Fanni], und Euch gethan, daher bitte ich Euch, nie die Dankbarkeit aus dem Wege zu lassen, von Euch etwas zu hören, ist ihr größten Lust seit sie allein ist, die Groß mutter ist wohl; zurstunt sich durch Lubreit [?], und ist nun immer darauf bedacht, was du etwa noch brauchen könntest. Wir hatten in dieser Zeit immer schon großen Strauß zu überkommen bey Otto waren alle 3 Kinder krank Otto hatte die häutige Launen mit schrecklich starken Fieber mußte 2 mal mit Luzis in Hals gebracht werden, der Kuhn kamm 2 mahl in einem Tag. Die Paula hatte starken Husten und war sehr k[g]rantig, und die kleine hat einen sehr starken Brust herten [?] so daß sie gewiß 3 Tag und Nächt gewiß nicht länger als eine ¼ Stund außsetzte mit Husten also war eine Person mit Otto, eine mit der kleinen, und die Mamma größtentheil mit der Paula beschäftigt. Die 2 Mädchen mußten so gar auß den Zimmer weg geXXaumt werden wo Otto lag damit sie nicht diese kranke Luf[t] einathmen also war die Pepi nun mit Otto beschäftigt, ich besorgte die kleinen. Die Paula hat dan einmal ich glaube es war gerade am Dienstag fast den ganzen Nachmittag geschlaffen, wo dan diese wider ganz frisch wurden. Otto ist nun auch gottlob wider gut, und fast ganz geheilt im Hals, er mußte auch Tag und Nacht Eis über schlag auf den Kopf haben, den er war oft ganz außeinander. Nun sind sie wieder alle im Kindszimmer beysammen, die kleine hat gestern Nachmmittag auch angefangen länger an ein ander zu schlaffen, und so gott will wird alles wider recht werden Otto ist auch schon wider auf. und zimmlich heiter man muß ihn nur imer hütten das er nicht hinauß kömmt. Ich muß nun schließen um die Post nicht zu ver säumen Lebt alle recht wohl genießt Eure Tage in Lust und Freude und seit herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer treuen Mutter Spängler – Alle Bekanten grüßen Euch herzlich und freuen sich über Euer glück. Die Chati küßt die Hände.''
 
''Meine lieben theuren! Wie sehr freuen wir uns alle über Euer Glück, wir vergönen es Euch von ganzen Herzen, und wünschen das es immer so grüne- und blühe. Recht sehr danke ich, für Eure freundlichen Zeilen, zu meinen Geburtstag, wie es kamm weiß ich gar nicht aber die Großmutter über brachte mir selbst den Brief ich laß ihr dan den Brief gleich vor, und gab ihr auch denselben mit, damit sie in in Muse lesen kan. Wie froh bin ich daß die Groß mutter von gestern endlich einen Brief von Euch bekamm sie war schon in der that recht ver droßen und gekränkt, so lange von der Fany [Fanni] keinen Brief erhalten zu haben, nun scheint es, ist sie wider gut. Sie hat viel für die Fany [Fanni], und Euch gethan, daher bitte ich Euch, nie die Dankbarkeit aus dem Wege zu lassen, von Euch etwas zu hören, ist ihr größten Lust seit sie allein ist, die Groß mutter ist wohl; zurstunt sich durch Lubreit [?], und ist nun immer darauf bedacht, was du etwa noch brauchen könntest. Wir hatten in dieser Zeit immer schon großen Strauß zu überkommen bey Otto waren alle 3 Kinder krank Otto hatte die häutige Launen mit schrecklich starken Fieber mußte 2 mal mit Luzis in Hals gebracht werden, der Kuhn kamm 2 mahl in einem Tag. Die Paula hatte starken Husten und war sehr k[g]rantig, und die kleine hat einen sehr starken Brust herten [?] so daß sie gewiß 3 Tag und Nächt gewiß nicht länger als eine ¼ Stund außsetzte mit Husten also war eine Person mit Otto, eine mit der kleinen, und die Mamma größtentheil mit der Paula beschäftigt. Die 2 Mädchen mußten so gar auß den Zimmer weg geXXaumt werden wo Otto lag damit sie nicht diese kranke Luf[t] einathmen also war die Pepi nun mit Otto beschäftigt, ich besorgte die kleinen. Die Paula hat dan einmal ich glaube es war gerade am Dienstag fast den ganzen Nachmittag geschlaffen, wo dan diese wider ganz frisch wurden. Otto ist nun auch gottlob wider gut, und fast ganz geheilt im Hals, er mußte auch Tag und Nacht Eis über schlag auf den Kopf haben, den er war oft ganz außeinander. Nun sind sie wieder alle im Kindszimmer beysammen, die kleine hat gestern Nachmmittag auch angefangen länger an ein ander zu schlaffen, und so gott will wird alles wider recht werden Otto ist auch schon wider auf. und zimmlich heiter man muß ihn nur imer hütten das er nicht hinauß kömmt. Ich muß nun schließen um die Post nicht zu ver säumen Lebt alle recht wohl genießt Eure Tage in Lust und Freude und seit herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer treuen Mutter Spängler – Alle Bekanten grüßen Euch herzlich und freuen sich über Euer glück. Die Chati küßt die Hände.''
 
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==== Brief von 1872 von Otto Spängler an den Bruder Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
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==== Brief vom April 1872 von Otto Spängler an den Bruder Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
ein Blatt ohne Datum [ca. 1872]:<br />
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ein Blatt ohne Datum [ca. 8. April 1872]:<br />
 
''Lieber Franz! Vor allem empfange zu deinem Brautstande<ref>Franz heiratet 1872 Fanni Schlegel</ref> meine herzinnigsten Glückwünsche; glaube uns lieber Franz, dß es mich sehr gefreut hat, zu hören, du habest endlich nach deinem Herzenswunsch ein Mädchen gefunden, das auch allen übrigen Anforderungen, die man gegenwärtig an ein Mädchen eigentlich stellen muß, entspricht. Möge der Himmel dir Glück u Segen schenken, möge es Euch auch Kinder schenken; sie bilden eine dr schönsten Blumen im Kranze häuslicher Freuden! Geahnt habe ich es wol schon seit längerer Zeit, allein du hattest deine Gründe, es bis nun geheim zu halten; so schrieb ich auch nie etwas. Ein ähnliches Ding waltet bei mir bezüglich meines Eintrites [!] in die Praxis ob; sei also so gut, und warte die Entscheidung ab; auch ich habe Gründe. Wir haben also demnächst die Freude, dich recht bald bei uns zu sehen. Die Geldangelegenheiten pro September wirst du dann selbst hier ordnen. Indeß sei herzlich geküßt u gegrüßt von deinem treuen Bruder Otto''
 
''Lieber Franz! Vor allem empfange zu deinem Brautstande<ref>Franz heiratet 1872 Fanni Schlegel</ref> meine herzinnigsten Glückwünsche; glaube uns lieber Franz, dß es mich sehr gefreut hat, zu hören, du habest endlich nach deinem Herzenswunsch ein Mädchen gefunden, das auch allen übrigen Anforderungen, die man gegenwärtig an ein Mädchen eigentlich stellen muß, entspricht. Möge der Himmel dir Glück u Segen schenken, möge es Euch auch Kinder schenken; sie bilden eine dr schönsten Blumen im Kranze häuslicher Freuden! Geahnt habe ich es wol schon seit längerer Zeit, allein du hattest deine Gründe, es bis nun geheim zu halten; so schrieb ich auch nie etwas. Ein ähnliches Ding waltet bei mir bezüglich meines Eintrites [!] in die Praxis ob; sei also so gut, und warte die Entscheidung ab; auch ich habe Gründe. Wir haben also demnächst die Freude, dich recht bald bei uns zu sehen. Die Geldangelegenheiten pro September wirst du dann selbst hier ordnen. Indeß sei herzlich geküßt u gegrüßt von deinem treuen Bruder Otto''
 
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1872 1.JPG|thumb|Der Brief ohne Datum [ca. 1872].]]
 
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1872 1.JPG|thumb|Der Brief ohne Datum [ca. 1872].]]
 
Ein Bogen (siehe Bild), bedruckt "Dr. [[Otto Spängler]] / Salzburg", ohne Datum [ca. 1872]:<br />
 
Ein Bogen (siehe Bild), bedruckt "Dr. [[Otto Spängler]] / Salzburg", ohne Datum [ca. 1872]:<br />
''Lieber Franz! Ich hatte von dir in Händen nachstehende Silberbeträge: In österr Währu[n]g – 25.35 / Mutter Quartier ab – 9 / Rest: ÖW 16.35 / ode [?] Südd. Whg – 19.01 / Ferner ursprünglich in Südd. Whg – 9.21 / 28 fl 22 Xr [Gulden, Kreuzer] / Hinzu kaufte ich heute 101. / [Summe:] 129.22 / ab Hammerauerzalg [-zahlung] 128.57 / bleibt Silberrest in meinen Händen fl 25 Xr welche ich aufbehalte, und welche daher fortan vorläufig aus der Verrechnung wegbleibt. Die Rechnung über Papiergeld gestaltet sich, wie folgt: Von Mödling gesendet – 35 fl / Von August 17/10 abbezalt 150 - / Summe des Empfanges: 185 fl – Xr / Entgegen: Passivrest laut lezter Verrech[nun]g – 31.38 / Schirting [?] zu Tag senden – 17.34 / 2 Strehn [Strähn, Strähne] Strikzwirn – 1.76 / Kaufe Sdd. Whg. Silber 101 fl – 103.02 / [Summe:] 153.50 / Empfang 185.- / Abgang 153.50 / 31.50 Rest // Am 15. Dezember wird bereits die erhöhte Hammerauerausbeute pr[o] 11 fl ausbezahlt werden. / Was mich betrifft, so werde ich demnächst bei Dr Paschacher in Praxis treten<ref>Der Hinweis ergibt in Verbindung mit dem vorangehenden Brief eine mögliche Datierung mit ca. 1872. Otto Spängler schreibt "Paschacher" mit "a"; möglich ist Dr.jur. [[Peter Poschacher]], seit 1870 mehrfach Vizebürgermeister.</ref>, um sobald eine Richtung abgeschlossen zu haben. Wie ich vernommen habe, soll Eure Hochzeit erst im April sein<ref>Eine Bestätigung der Datierung: Franz Spängler heiratet am 8. April 1872 Fanni Schlegel im Salzburger Dom.</ref>; ist es mehr [noch]? Die beid[e]n Damen waren vor einigen Tagen bei uns, wobei aber davon nicht die Rede war; sonsten gestern sagte das mir die Mutter; gearbeitet wird im Hause der Braut über Hals u. Kopf. Louise war in jüngster Zeit leider an einem Absceß am rechten Knie eine Woche bettlägerig; jezt ist Gottlob alles wieder wol. Wenn es dich vielleicht interessirt Kaztengstatt [?] ist seit 3 Tagen an Saullich (wohl [[Angelo Saullich]]) verkauft; was mit Bamberger geschieht, weiß ich noch nicht. Nun lebe recht wol, lieber Franz Herzliche Grüße u Küße von Deinem treuen Bruder Otto / Mittwoch 3 Uhr Nachmittag.''
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''Lieber Franz! Ich hatte von dir in Händen nachstehende Silberbeträge: In österr Währu[n]g – 25.35 / Mutter Quartier ab – 9 / Rest: ÖW 16.35 / ode [?] Südd. Whg – 19.01 / Ferner ursprünglich in Südd. Whg – 9.21 / 28 fl 22 Xr [Gulden, Kreuzer] / Hinzu kaufte ich heute 101. / [Summe:] 129.22 / ab Hammerauerzalg [-zahlung] 128.57 / bleibt Silberrest in meinen Händen fl 25 Xr welche ich aufbehalte, und welche daher fortan vorläufig aus der Verrechnung wegbleibt. Die Rechnung über Papiergeld gestaltet sich, wie folgt: Von Mödling gesendet – 35 fl / Von August 17/10 abbezalt 150 - / Summe des Empfanges: 185 fl – Xr / Entgegen: Passivrest laut lezter Verrech[nun]g – 31.38 / Schirting [?] zu Tag senden – 17.34 / 2 Strehn [Strähn, Strähne] Strikzwirn – 1.76 / Kaufe Sdd. Whg. Silber 101 fl – 103.02 / [Summe:] 153.50 / Empfang 185.- / Abgang 153.50 / 31.50 Rest // Am 15. Dezember wird bereits die erhöhte Hammerauerausbeute pr[o] 11 fl ausbezahlt werden. / Was mich betrifft, so werde ich demnächst bei Dr Paschacher in Praxis treten<ref>Der Hinweis ergibt in Verbindung mit dem vorangehenden Brief eine mögliche Datierung mit ca. 1872. Otto Spängler schreibt "Paschacher" mit "a"; möglich ist Dr.jur. [[Peter Poschacher]], seit 1870 mehrfach Vizebürgermeister.</ref>, um sobald eine Richtung abgeschlossen zu haben. Wie ich vernommen habe, soll Eure Hochzeit erst im April sein<ref>Eine Bestätigung der Datierung: Franz Spängler heiratet am 8. April 1872 Fanni Schlegel im Salzburger Dom.</ref>; ist es mehr'' [noch] ''? Die beid[e]n Damen waren vor einigen Tagen bei uns, wobei aber davon nicht die Rede war; sonsten gestern sagte das mir die Mutter; gearbeitet wird im Hause der Braut über Hals u. Kopf. Louise war in jüngster Zeit leider an einem Absceß am rechten Knie eine Woche bettlägerig; jezt ist Gottlob alles wieder wol. Wenn es dich vielleicht interessirt Kaztengstatt [?] ist seit 3 Tagen an Saullich'' (wohl [[Angelo Saullich]], Anm.) ''verkauft; was mit Bamberger geschieht, weiß ich noch nicht. Nun lebe recht wol, lieber Franz Herzliche Grüße u Küße von Deinem treuen Bruder Otto / Mittwoch 3 Uhr Nachmittag.''
 
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==== Brief vom 6. Mai 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
==== Brief vom 6. Mai 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen; beiliegend vertrocknete Blumen:<br />
 
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen; beiliegend vertrocknete Blumen:<br />
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==== Brief vom 20. Oktober 1872 von Theresia Schlegel an Fanni Spängler ====
 
==== Brief vom 20. Oktober 1872 von Theresia Schlegel an Fanni Spängler ====
Brief von Theresia Schlegel<ref>Die Mutter von [[Richard Franz Schlegel]]; sie ist eine geborene Heigel, wurde 1783 in Böhmisch Leipa [Česká Lípa], Böhmen, geboren und starb am 23. September 1875 in der Stadt Salzburg. Die Schreiberin ist 89 Jahre alt!</ref> an [[Franziska Spängler]]; ein Bogen mit Prägedruck "Leitmeritz"; / = Seitenwechsel; [Ergänzung/Korrektur] <ref>Es werden von mir nur die auffallendsten Stellen ergänzt, damit man versteht, dass der Wortlaut nicht mein [O. H.] Tippfehler ist.</ref>; [?] = fraglich; XX = unleserlich; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt:<br />
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Brief von Theresia Schlegel<ref>Die Mutter von [[Richard Franz Schlegel]]; sie ist eine geborene Heigel, wurde 1783 in Böhmisch Leipa [Česká Lípa], Böhmen, geboren und starb am 23. September 1875 in der Stadt Salzburg. Die Schreiberin ist 89 Jahre alt!</ref> an [[Franziska Spängler]]; ein Bogen mit Prägedruck "Leitmeritz"; / = Seitenwechsel; [Ergänzung/Korrektur] <ref>Es werden von mir nur die auffallendsten Stellen ergänzt, damit man versteht, dass der Wortlaut nicht mein, [[Otto Holzapfel]], Tippfehler ist.</ref>; [?] = fraglich; XX = unleserlich; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt:<br />
 
"Leitmeritz" ''am 20. Ocktober 1872. // Liebe gute Fanny! // Dein lieber Brief hat uns sehr gefreut das wir doch etwas von dir horten, daß du liebe mit deiner Haußhaltung wirst zu thun haben das t[d]achten wir wohl du warst es wohl gewohl[n]t von deiner guten Großmutter aber es war kein Man da, doch liebe Fanny das gewöhnt man balt, wir freuen uns über deine glückliche Zufriedenheit, und mein Gebeth zu Gott ist daß daß du liebe nur immer so zufrieden blei[b]st als da wo du an mich geschrieben hast, ich danke dir für deinen Wunsch zu meine[n] Nahmenstage so t[d]anke ich deinen lieben Man und auch deiner guten Schwiegermutter und bitte um eure fernere Liebe und Freundschaft, daß der Besuch deines lieben guten Vatters uns sehr freute aber er wird dir auch erzählt haben wie er uns gefunden hat wir haben uns gefreut als wir den Tage Vormittags / von der guten Kathi die Nachricht erhilten daß dein guter Vatter kömt aben[d]s 5 Uhr kam er mit P. Schlegel<ref>Pater Vincenz Schlegel, * 1810 in Politz, Böhmen; katholischer Superior (Ordensgeistlicher) und Pfarrer in Leipzig an der St. Trinitatiskirche von 1870 bis 1877; † 1878 in Salzburg; er ist vermutlich ein Cousin von [[Richard Franz Schlegel]]. Es gibt einen früheren Brief vom 11. Mai 1846, den Amalie Schlegel aus Leitmeritz schreibt. Und [[Franziska Spängler]] schreibt am 30. September 1871 an ihren Mann bzw. damals ihren Verlobten, dass sie einen Brief vom Pfarrer Vinzenz Schlegel bekam. Sie hatte von ihrer Verlobung an die böhmische Großmutter in Leitmeritz geschrieben, wo Vinzenz [er selbst schrieb sich Vincenz] gerade auf Ferien war. Im Brief vom 1. März 1877 wird dieser Vincenz erwähnt, im Brief vom 11. Oktober 1877 dagegen der nach 1846 verstorbene ältere Bruder Vincenz Schlegel, der 1807 und wie Richard Franz Schlegel in Theresienstadt geboren wurde. Vgl. auch den Brief vom 11. März 1879. Weitere Fragen dazu sind [März 2025] noch offen.</ref> selbst er wird dir wohl alles erzählt haben der armen Toni<ref>Antonia Schlegel, eine jüngere Schwester von [[Richard Franz Schlegel]]; Daten unbekannt bzw. unsicher</ref> aussehn hat sehr auf ihn gewirkt so ein Jammerbilt hat er sich nicht vorgestelt aber er hat sich gefreut, aber die gute Toni tobte jedesmahl, wen er wieder fortging mein Anblick tuth den Richard wehe – ich habe öfters nach Salzburg geschrieben was die Doktore über der Toni ihren Krankheits Zustand sagten aber der liebe Richard hat nie eine erwä[h]nung darüber gemacht, aber jezt hat er alles in einen schröklichen Lichte gesehn ach wen nur kente geholfen worden, an 7. Ocktober ist die arme Toni wieder abgezogen worden es sind wieder 28 Seidl Wasser von ihr abgegangen, aber es wird wieder nicht daß lezte mahl gewesen sein daß ist ein leiden eine solche Last und der schrecklüche Leib sie ißt und hat großen Abetit man muß sagen Hunger, und darf sich nur des Mittags sich sat[t]essen des Aben[d]s nimt sie nur eine klare Sup[p]e, ißt sie mehr so kan sie es vor aufstosen nicht aushalten /''
 
"Leitmeritz" ''am 20. Ocktober 1872. // Liebe gute Fanny! // Dein lieber Brief hat uns sehr gefreut das wir doch etwas von dir horten, daß du liebe mit deiner Haußhaltung wirst zu thun haben das t[d]achten wir wohl du warst es wohl gewohl[n]t von deiner guten Großmutter aber es war kein Man da, doch liebe Fanny das gewöhnt man balt, wir freuen uns über deine glückliche Zufriedenheit, und mein Gebeth zu Gott ist daß daß du liebe nur immer so zufrieden blei[b]st als da wo du an mich geschrieben hast, ich danke dir für deinen Wunsch zu meine[n] Nahmenstage so t[d]anke ich deinen lieben Man und auch deiner guten Schwiegermutter und bitte um eure fernere Liebe und Freundschaft, daß der Besuch deines lieben guten Vatters uns sehr freute aber er wird dir auch erzählt haben wie er uns gefunden hat wir haben uns gefreut als wir den Tage Vormittags / von der guten Kathi die Nachricht erhilten daß dein guter Vatter kömt aben[d]s 5 Uhr kam er mit P. Schlegel<ref>Pater Vincenz Schlegel, * 1810 in Politz, Böhmen; katholischer Superior (Ordensgeistlicher) und Pfarrer in Leipzig an der St. Trinitatiskirche von 1870 bis 1877; † 1878 in Salzburg; er ist vermutlich ein Cousin von [[Richard Franz Schlegel]]. Es gibt einen früheren Brief vom 11. Mai 1846, den Amalie Schlegel aus Leitmeritz schreibt. Und [[Franziska Spängler]] schreibt am 30. September 1871 an ihren Mann bzw. damals ihren Verlobten, dass sie einen Brief vom Pfarrer Vinzenz Schlegel bekam. Sie hatte von ihrer Verlobung an die böhmische Großmutter in Leitmeritz geschrieben, wo Vinzenz [er selbst schrieb sich Vincenz] gerade auf Ferien war. Im Brief vom 1. März 1877 wird dieser Vincenz erwähnt, im Brief vom 11. Oktober 1877 dagegen der nach 1846 verstorbene ältere Bruder Vincenz Schlegel, der 1807 und wie Richard Franz Schlegel in Theresienstadt geboren wurde. Vgl. auch den Brief vom 11. März 1879. Weitere Fragen dazu sind [März 2025] noch offen.</ref> selbst er wird dir wohl alles erzählt haben der armen Toni<ref>Antonia Schlegel, eine jüngere Schwester von [[Richard Franz Schlegel]]; Daten unbekannt bzw. unsicher</ref> aussehn hat sehr auf ihn gewirkt so ein Jammerbilt hat er sich nicht vorgestelt aber er hat sich gefreut, aber die gute Toni tobte jedesmahl, wen er wieder fortging mein Anblick tuth den Richard wehe – ich habe öfters nach Salzburg geschrieben was die Doktore über der Toni ihren Krankheits Zustand sagten aber der liebe Richard hat nie eine erwä[h]nung darüber gemacht, aber jezt hat er alles in einen schröklichen Lichte gesehn ach wen nur kente geholfen worden, an 7. Ocktober ist die arme Toni wieder abgezogen worden es sind wieder 28 Seidl Wasser von ihr abgegangen, aber es wird wieder nicht daß lezte mahl gewesen sein daß ist ein leiden eine solche Last und der schrecklüche Leib sie ißt und hat großen Abetit man muß sagen Hunger, und darf sich nur des Mittags sich sat[t]essen des Aben[d]s nimt sie nur eine klare Sup[p]e, ißt sie mehr so kan sie es vor aufstosen nicht aushalten /''
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''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben/ die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. - Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida'' [Guttenberg; Freundin, Anm.] ''hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage'' [Jacke, Anm.] ''. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt/ wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida'' [Schlögelhofer, Anm.] ''eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer, der einmal die Schnerberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer'' [Steyr, Anm.] ''; die Laschenzki welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es [ist] nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage'' [fehlt wohl: Ferien, Anm.] ''zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. - Alle Bekanten grüßen dich herzlich/ Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten''
 
''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben/ die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. - Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida'' [Guttenberg; Freundin, Anm.] ''hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage'' [Jacke, Anm.] ''. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt/ wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida'' [Schlögelhofer, Anm.] ''eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer, der einmal die Schnerberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer'' [Steyr, Anm.] ''; die Laschenzki welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es [ist] nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage'' [fehlt wohl: Ferien, Anm.] ''zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. - Alle Bekanten grüßen dich herzlich/ Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten''
 
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==== Brief vom 16. Dezember 1872 von Theresia Schlegel an Franziska Spängler ====
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Brief von [[Theresia Schlegel]] an [[Franziska Spängler]]; ein Bogen mit farblosem Prägedruck "Leitmeritz" und Blumenmuster; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br />[Leitmeritz] ''am 16. Dezember 1872. // Liebe gute Freundin! // Es nahet daß Wei[h]nachts Fest, so wie daß neue Jahr, und zu diesen freudigen Festen wünschen wir dir so wie der lieben glücklichen Braut Fanny alles nur immer erdenkliche gute besonders dir liebe Gesundheit und alles war ihr euch selbst nur wünschet, wir aber bitten beide um eure fernere Liebe – liebe Freundin wir danken dir für deine so wohlthätig[e] Unterstü[t]zung wir bitten den guten Got[t] täglich daß er dich dafür lohnen wolle und es dir wirklich ersä[t]ze was du uns giebst – wir freuen uns daß du dich so wohl und gesund befindest, ach kente'' [könnte] ''ich das auch von uns sagen ich bin sehr leident und was erst meine gute arme Toni die hat die / Wassersucht sie sieht aus wie eine Frau die der Entbindung nahet wen[n] ihr sie sehen kentet es'' [tut] ''mich [?] gewiss recht leid um sie, was die seit der Zeit was mein lieber guter Man[n] tot ist, daß sind'' [unterstrichen:] ''27. Jahre schon ausgestanden und gelit[t]en hat, und lauter Krankheiten die für reiche Leute oder für Her[r]schaften wären aber nicht für so'' [vier Wörter unterstrichen:] ''Arme wie wir sind, und sie macht alles im Hauße nur waschen oder Zimmer waschen kann[n] sie nicht, und was sie jammert wen[n] die Wäscherin mit der Wäsche kom[m]t wen[n] gezahlt wird, aber was mich ihr leiden schmerzt, und doch nicht helfen kan[n] ich muß mich dan[n] mit Gewalt sammeln wen[n] ich nur nicht weinen kente aber es kom[m]t der Schmerz über mich ich bekomme keinen Athem / aber den'' [unterstrichen:] ''Brustkrampf so muß ich mich'' [unterstrichen:] ''quälen – wir haben hi[e]r sehr kalt Got[t] hilf der Winter fängt erst an und die Kohle so theuer die gute Kathi schrieb uns daß die Kohle der Zentner um 7. X'' [Kreuzer] ''theurer ist als voriges Jahr war die klar Kohle um 22 X und je[t]zt kostet der Zentner 40 X und bei uns wo wir nur 4 – oder 6 – Stund bis in Kohlenbruch haben bei euch werden die Kohle wieder her geführt – wir brennen sehr sparsam kochen gewöhnlich auf 2 Tage und es wird aufgewärmt gehe um ½ 8 Uhr ins Bet[t] und stehe gegen 8 Uhr erst auf nur um Heizung zu sparen und alle andere Artikel sind immer theuerer – / wir sagen immer es ist gar nicht mehr schön auf der Welt und jeder zu beneiden der'' [unterstrichen:] ''toet'' [tot] ''ruht daß wird die liebe Fanny nicht sagen Got[t] erhalte sie nur immer so glücklich wie sie je[t]zt ist wir sprechen immer von euch allen wen[n] wir nur nicht gar so weit entfernt wären die Toni schückt der lieben Fanny auch 2 paar Strümpfe – Lebt beide recht wohl und Gesund wir grüßen und küssen euch beide im Geiste ich aber bin deine dich liebende und dankbare // Freundin // Theresia Schlegel''
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==== Brief vom 20. Dezember 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
==== Brief vom 20. Dezember 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Ein Bogen, aufgedruckt "Dr. Otto Spängler / Salzburg", und ein Blatt eingelegt; / = Seitenwechsel; kräftige und klare Schrift der Mutter, doch in Ottos Teil fragliche [?] und unleserliche XX Stellen: <br />
 
Ein Bogen, aufgedruckt "Dr. Otto Spängler / Salzburg", und ein Blatt eingelegt; / = Seitenwechsel; kräftige und klare Schrift der Mutter, doch in Ottos Teil fragliche [?] und unleserliche XX Stellen: <br />