Festung Hohensalzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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== Allgemeines ==
 
== Allgemeines ==
Die über 900 Jahre alte Festung ist Europas größte Burganlage aus dem [[11. Jahrhundert]] und eine der besterhaltenen Burganlagen Europas. Der Bau der Festung begann während des Investiturstreits zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor im Jahr [[1077]] von Erzbischof [[Gebhard]] mit dem Zweck, [[Erzbistum (Überblick)|Fürsterzbistum]] und Bevölkerung zu schützen. Der [[Erzbischof]] war aber folgerichtig gleichzeitig auch dem Papst verpflichtet. Damals war Salzburg noch ein Teil von [[Bayern]] (bis um 1330/50) und auch Teil des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen Reiches]] (bis 1803).   
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Die über 900 Jahre alte Festung ist Europas größte Festungsanlage aus dem [[11. Jahrhundert]] und eine der besterhaltenen Festungsanlagen Europas. Der Bau der Festung begann während des Investiturstreits zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor im Jahr [[1077]] von [[Erzbischof]] [[Gebhard]] mit dem Zweck, [[Erzbistum (Überblick)|Fürsterzbistum]] und Bevölkerung zu schützen. Der Erzbischof war aber folgerichtig gleichzeitig auch dem Papst verpflichtet. Damals war Salzburg noch ein Teil von [[Bayern]] (bis um 1330/50) und auch Teil des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen Reiches]] (bis 1803).   
  
Die Burg ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der Blick über Stadt und [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] machen die Festung Hohensalzburg zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Festung wird alljährlich von rund 900 000 Personen besichtigt. An Spitzentagen im August kommen bis zu 7 000 Personen auf die Festung, womit auch die Kapazitätsgrenze erreicht wird. Mit 996 000 Besuchern hat die Festung Hohensalzburg im Jahr 2012 das beste Ergebnis aller Zeiten verzeichnet.
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Die Festung ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der Blick über Stadt und das [[Salzburger Becken]] bis hin zu den Randgebirgen ([[Osterhorngruppe]], [[Salzburger Kalkhochalpen]], [[Berchtesgadener Alpen|Berchtesgadener]]- und [[Chiemgauer Alpen]]) machen die Festung Hohensalzburg zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Festung wird alljährlich von rund 900 000 Personen besucht. An Spitzentagen im August kommen bis zu 7 000 Personen auf die Festung, womit auch die Kapazitätsgrenze erreicht wird. Mit 996 000 Besuchern hatte die Festung Hohensalzburg im Jahr 2012 das beste Ergebnis aller Zeiten verzeichnet.
  
 
== Lage ==
 
== Lage ==
Die Festung befindet sich am Festungsberg südwestlich der Salzburger Altstadt auf 540 [[m ü. A.]] (Niveau im Burghof beim Reißzug; der höchste Punkt der Festung liegt bei 568 m ü. A.). Man erreicht sie zu Fuß von der Altstadt aus entweder über die [[Festungsgasse]] oder von der [[Kaigasse]] und die [[Nonnbergstiege]] über den [[Hoher Weg|Hohen Weg]], vom [[Mönchsberg]] (auf den es mehrere Aufgänge gibt), vom Stadtteil [[Nonntal]] entweder von der [[Brunnhausgasse]] über den [[Hans-Sedlmayr-Weg]] und über das [[Bürgermeisterloch]] oder über das [[Erhardgässchen]] bzw. die [[Nonnberggasse]] vorbei am [[Benediktinenstift Nonnberg]] und über den Hohen Weg. Von der Altstadt können Besucher auch von der Festungsgasse aus die [[Festungsbahn]] benützen, die im zehn-Minuten-Takt verkehrt.  
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Die Festung befindet sich am Festungsberg südwestlich der Salzburger Altstadt auf 540 [[m ü. A.]] (Niveau im Burghof beim Reißzug; der höchste Punkt der Festung liegt bei 568 m ü. A.). Man erreicht sie zu Fuß von der Altstadt aus entweder über die [[Festungsgasse]] oder von der [[Kaigasse]] über die [[Nonnbergstiege]], die zum [[Hoher Weg|Hohen Weg]] führt, vom [[Mönchsberg]] (auf den es mehrere Aufgänge gibt), vom Stadtteil [[Nonntal]] entweder von der [[Brunnhausgasse]] über den [[Hans-Sedlmayr-Weg]] und über das [[Bürgermeisterloch]] oder über das [[Erhardgässchen]] und die [[Nonnberggasse]] vorbei am [[Benediktinenstift Nonnberg]] und über den Hohen Weg. Von der Altstadt können Besucher auch von der Festungsgasse aus die [[Festungsbahn]] benützen, die im zehn-Minuten-Takt verkehrt.  
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
=== Palas, Schloss, Burg, Festung ===
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=== Name Burg - Festung ===
''Hohensalzburg'' ist nicht identisch mit der [[Salzpurch]], dem ''Castrum superius'', das [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Herzog]] [[Theodo II.]] von Bayern [[Rupert von Worms]] geschenkt hat. Diese ''Salzpurch'' befand sich auf dem [[Nonnberg]]. Sie bezog mit ihren Außenanlagen aber die Kuppe des [[Festungsberg]]s mit ein.  
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Der Begriff ''Burg'' hat seine Wurzeln in [[Römer|römischen]] Zeiten und wurde dann in das Neuhochdeutsche übernommenIm [[14. Jahrhundert]] verbreitete sich die Bezeichnung ''veste'' („Feste“) oder ''vestunge'' („Festung“) für Burgen.<ref>{{wikipedia-de|Burg|Burg}}</ref>. Damit es zu keinen Verwirrungen kommt, wird hier im Artikel nur der Begriff ''Festung'' verwendet.
  
Die erste Nachricht von einer Burg ''auf'' dem Festungsberg findet sich in der Zeit von Erzbischof [[Gebhard]]. Erzbischof Gebhard wurde [[1085]] ins Exil gezwungen und so konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertig gestellt werden.  
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=== Die Anfänge der Festung ===
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''Hohensalzburg'' ist nicht identisch mit der [[Salzpurch]], dem ''Castrum superius'', das [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Herzog]] [[Theodo II.]] von Bayern  [[Rupert von Worms]] geschenkt hatte. Diese ''Salzpurch'' befand sich auf dem [[Nonnberg]]. Sie bezog mit ihren Außenanlagen aber die Kuppe des [[Festungsberg]]s mit ein.  
  
Um [[1250]] bestand Hohensalzburg aus einem [[Romanik|romanischen]], gemauerten ''Palas'', dem Wohnturm, einer Kapelle und einem Nebengebäude und einer Ringmauer. Unter Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] (1461 - 1466) wurde die Ringmauer durch vier Rundtürme - [[Glockenturm (Festung Hohensalzburg)|Glockenturm]], [[Trompeterturm]], [[Krautturm]] und den [[Schmiedturm (Festung Hohensalzburg)|Schmiedturm]] - verstärkt und die Burg ausgebaut. Sein Nachfolger, Fürsterzbischof [[Bernhard von Rohr]] (1466 - 1482), baute zum Schutz vor verschiedenen Feinden und vor  aufständischen Salzburgern an der Ost- und an der [[Bernhard-von-Rohr-Bastei|Südseite]] der Burg zwei Basteien, erhöhte die Ringmauer ( vergleiche: Jahreszahl [[1479]] am [[Hoher Stock|Hohen Stock]] ) und sicherte den östlichen Aufgang vom Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. [[Johann III. Beckenschlager]], Fürsterzbischof von 1482 bis 1489, erweiterte die Burg um zwei Gebäude: das erste [[Großes Zeughaus (Festung Hohensalzburg)|Zeughaus]] und den [[Schüttkasten (Festung Hohensalzburg)|Schüttkasten]].  
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Die erste Nachricht von einer Wehranlage ''auf'' dem Festungsberg findet sich in der Zeit von Erzbischof [[Gebhard]]. Erzbischof Gebhard wurde [[1085]] ins Exil gezwungen und so konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertig gestellt werden.  
  
[[Leonhard von Keutschach]] (1495 - 1519) baute die Burg zum prunkvollen Herrschersitz weiter aus. So fügte der geistliche Regent dem [[Hoher Stock|Hohen Stock]] weitere Etagen hinzu, legt die [[Zisterne (Festung Hohensalzburg)|alte Zisterne]] neu an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krautturm, den [[Salzburger Stier (Festung Hohensalzburg)|Salzburger Stier]], legte den [[Reißzug]] als Transportanlage für die Burg an und ließ [[Kuchlturm (Festung Hohensalzburg)|Kuchlturm]] und Bäckerei bauen.  
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Um [[1250]] bestand Hohensalzburg aus einem [[Romanik|romanischen]], gemauerten ''Palas'', dem Wohnturm, einer Kapelle und einem Nebengebäude und einer Ringmauer. Unter Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] (1461 - 1466) wurde die Ringmauer durch vier Rundtürme - [[Glockenturm (Festung Hohensalzburg)|Glockenturm]], [[Trompeterturm]], [[Krautturm]] und den [[Schmiedturm (Festung Hohensalzburg)|Schmiedturm]] - verstärkt und die Wehranlage ausgebaut. Sein Nachfolger, Fürsterzbischof [[Bernhard von Rohr]] (1466 - 1482), baute zum Schutz vor verschiedenen Feinden und vor  aufständischen Salzburgern an der Ost- und an der [[Bernhard-von-Rohr-Bastei|Südseite]] der Festung zwei Basteien, erhöhte die Ringmauer ( vergleiche: Jahreszahl [[1479]] am [[Hoher Stock|Hohen Stock]] ) und sicherte den östlichen Aufgang vom Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. [[Johann III. Beckenschlager]], Fürsterzbischof von 1482 bis 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste [[Großes Zeughaus (Festung Hohensalzburg)|Zeughaus]] und den [[Schüttkasten (Festung Hohensalzburg)|Schüttkasten]].  
  
Da das Geld für den Ausbau der Burg zum Teil aus dem [[Bergbau]] der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] stammte, regte sich von Seiten der organisierten Bergknappen Widerstand gegen die Salzburger Erzbischöfe. Infolgedessen belagerten [[Vor und nach den Bauernkriegen (Überblick)|Bauern]] und Bergknappen im Jahre [[1525]] den Salzburger Landesfürsten [[Matthäus Lang von Wellenburg]] 14 Wochen lang in seiner Burg. Jedoch ohne Erfolg - die Festung Hohensalzburg blieb uneinnehmbar.  
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[[Leonhard von Keutschach]] (1495 - 1519) baute die Festung zum prunkvollen Herrschersitz weiter aus. So fügte der geistliche Regent dem Hohen Stock weitere Etagen hinzu, legt die [[Zisterne (Festung Hohensalzburg)|alte Zisterne]] neu an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krautturm, den [[Salzburger Stier (Festung Hohensalzburg)|Salzburger Stier]], legte den [[Reißzug]] als Transportanlage für die Burg an und ließ [[Kuchlturm (Festung Hohensalzburg)|Kuchlturm]] und Bäckerei bauen.  
  
Der nächste Landesfürst, [[Wolf Dietrich von Raitenau]] (1587 - 1612), forcierte während seiner Regentschaft die Bautätigkeit in der Stadt Salzburg stärker als die auf der Burg. Er wurde später von seinem Nachfolger [[Markus Sittikus von Hohenems]] (1612 - 1653) bis zu seinem Tod auf der Festung gefangen gehalten.  
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Da das Geld für den Ausbau der Burg zum Teil aus dem [[Bergbau]] der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] stammte, regte sich von Seiten der organisierten Bergknappen Widerstand gegen die Salzburger Fürsterzbischöfe. Infolgedessen belagerten [[Vor und nach den Bauernkriegen (Überblick)|Bauern]] und Bergknappen im Jahre [[1525]] den Salzburger Landesfürsten [[Matthäus Lang von Wellenburg]] 14 Wochen lang in seiner Burg. Jedoch ohne Erfolg - die Festung Hohensalzburg blieb uneinnehmbar.  
  
Fürsterzbischof  [[Paris Graf Lodron]] (1619 - 1653) ließ Salzburg während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges durch große [[Befestigung der Stadt Salzburg|Wehrbauten]] schützen und schloss auch die Burg Hohensalzburg in seinen Verteidigungsring mit ein. Die stetig zunehmende Feuerkraft der damaligen Mörser, Feldschlangen und ersten Kanonen machte es notwendig, die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen ''Festung'' umzubauen, so dass sie der Artillerie standhalten konnte. In einer Festung sind innerhalb der Bastionen keine schusstoten Winkel mehr vorhanden und der Feind konnte von den verschiedenen Geschützstellungen aus durch die eigene, schlagkräftige Artillerie in alle Richtungen auf Distanz gehalten werden.  
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Der nächste Landesfürst, [[Wolf Dietrich von Raitenau]] (1587 - 1612), forcierte während seiner Regentschaft die Bautätigkeit in der Stadt Salzburg stärker als die auf der Festung. Er wurde später von seinem Nachfolger [[Markus Sittikus von Hohenems]] (1612 - 1653) bis zu seinem Tod auf der Festung gefangen gehalten.
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Fürsterzbischof  [[Paris Graf Lodron]] (1619 - 1653) ließ Salzburg während der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] durch große [[Befestigung der Stadt Salzburg|Wehrbauten]] schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in seinen Verteidigungsring mit ein. Die stetig zunehmende Feuerkraft der damaligen Mörser, Feldschlangen und ersten Kanonen machte es notwendig, die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen ''Festung'' umzubauen, so dass sie der Artillerie standhalten konnte. In einer Festung sind innerhalb der Bastionen keine schusstoten Winkel mehr vorhanden und der Feind konnte von den verschiedenen Geschützstellungen aus durch die eigene, schlagkräftige Artillerie in alle Richtungen auf Distanz gehalten werden.  
  
 
Im [[17. Jahrhundert]] errichtete Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] (1668 - 1687) aus Furcht vor einer Türkenbelagerung die [[Kuenburgbastei]] an der Nordseite.  
 
Im [[17. Jahrhundert]] errichtete Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] (1668 - 1687) aus Furcht vor einer Türkenbelagerung die [[Kuenburgbastei]] an der Nordseite.  
  
Um [[1800]] hat die Festung ihre militärische Funktion und Bedeutung schon weitestgehend verloren. Nach der [[Schlacht am Walserfeld]] wurde die Festung kampflos an die Franzosen übergeben. Als [[1816]] das Land Salzburg zu k.k. [[Österreich]] kam wurde die Festung vor allem als ''Kaserne'' genutzt.  
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Um [[1800]] hat die Festung ihre militärische Funktion und Bedeutung schon weitestgehend verloren. Nach der [[Schlacht am Walserfeld]] wurde die Festung kampflos an die Franzosen übergeben. Als [[1816]] das Land Salzburg zu k.k. [[Österreich]] kam wurde die Festung vor allem als Kaserne genutzt.  
  
[[1861]] hob Kaiser [[Franz Joseph I.]] Hohensalzburg als ''Festung'' auf, d.h. sie war nicht mehr militärische Sperrgebiet und konnte nun auch von der Bevölkerung betreten werden. Anfangs waren dafür aber noch Passierscheine notwendig, weil sie weiter als Kaserne genutzt wurde. Sie blieb auch im Besitz des kaiserlichen Ärars<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84rar Wikipedia Ärar]</ref> - ganz im Gegensatz zu anderen [[Stadtbefestigung]]sanlagen, die er damals der Stadt Salzburg schenkte.  
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[[1861]] hob Kaiser [[Franz Joseph I.]] Hohensalzburg als Festung auf, d.h. sie war nicht mehr militärische Sperrgebiet und konnte nun auch von der Bevölkerung betreten werden. Anfangs waren dafür aber noch Passierscheine notwendig, weil sie weiter als Kaserne genutzt wurde. Sie blieb auch im Besitz des kaiserlichen Ärars<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84rar Wikipedia Ärar]</ref> - ganz im Gegensatz zu anderen [[Stadtbefestigung]]sanlagen, die er damals der Stadt Salzburg schenkte. Später kam sie in den Besitz der Republik Österreich und anlässlich der Feiern [[200 Jahre Salzburg bei Österreich]] im Jahr [[2016]] übergab die Republik die Festung in das Eigentum des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburg]].
  
 
Nach [[1860]] nahm durch den Bau der [[Westbahn|''Kaiserin-Elisabeth-Bahn'']] in Salzburg die Zahl der [[Fremdenverkehr|Reisenden]] zu und stieg auch die Zahl der Besucher auf der Festung so stark an, weshalb [[1892]] mit dem Bau der [[Festungsbahn]] begonnen wurde.
 
Nach [[1860]] nahm durch den Bau der [[Westbahn|''Kaiserin-Elisabeth-Bahn'']] in Salzburg die Zahl der [[Fremdenverkehr|Reisenden]] zu und stieg auch die Zahl der Besucher auf der Festung so stark an, weshalb [[1892]] mit dem Bau der [[Festungsbahn]] begonnen wurde.
  
 
== Innere Burg==
 
== Innere Burg==
Die Festung beherbergt in ihrem Inneren noch eine Burg, bestehend aus dem [[Hoher Stock|Inneren Schloss]], drei [[Feuertürme]]n und der
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: ''Hauptartikel [[Inneres Schloss der Festung Hohensalzburg]]''
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Die Festung beherbergt in ihrem Inneren noch die ursprüngliche [[#Geschichte|Burganlage]] bestehend aus dem [[Hoher Stock|Inneren Schloss]], drei [[Feuertürme]]n und der
 
[[Schlossbastei]].
 
[[Schlossbastei]].
: ''Hauptartikel [[Inneres Schloss der Festung Hohensalzburg]]''
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=== Gebäude ===
 
=== Gebäude ===
: im Uhrzeigersinn rechts herum, am Hohen Stock (Ostseite) beginnend
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: im Uhrzeigersinn am Hohen Stock (Ostseite) beginnend
 
* [[Stockhaus (Festung Hohensalzburg)|Stockhaus]]
 
* [[Stockhaus (Festung Hohensalzburg)|Stockhaus]]
 
* [[Wallmeisterstöckl(Festung Hohensalzburg)|Wallmeisterstöckl]]
 
* [[Wallmeisterstöckl(Festung Hohensalzburg)|Wallmeisterstöckl]]
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* [[Reckturm]]: (von mittelhochdeutsch "recke" = Verbannter, Flüchtling, vgl. "Rächen", andere Quellen<ref>{{Quelle Heimatkunde Hübl}}</ref> erklären das Wort von "recken" = strecken)
 
* [[Reckturm]]: (von mittelhochdeutsch "recke" = Verbannter, Flüchtling, vgl. "Rächen", andere Quellen<ref>{{Quelle Heimatkunde Hübl}}</ref> erklären das Wort von "recken" = strecken)
 
* [[Bleitürmchen]]: ein ganz kleines Türmchen zwischen Reck- und Glockenturm
 
* [[Bleitürmchen]]: ein ganz kleines Türmchen zwischen Reck- und Glockenturm
* [[Glockenturm (Festung Hohensalzburg)|Glockenturm]] : jeden Freitag um 11 Uhr läutet noch heute die Glocke, früher warnte sie die Bewohner der Stadt bei Feuersgefahr
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* [[Glockenturm (Festung Hohensalzburg)|Glockenturm]]: jeden Freitag um 11 Uhr läutet noch heute die Glocke, früher warnte sie die Bewohner der Stadt bei Feuersgefahr
 
* [[Trompeterturm]]: hier war ein Wächter, der die Stadt beobachtete und bei Notfällen Alarm gab; später wurde das Trompetensignal durch das Abgeben eines Schusses aus einer Kanone abgelöst
 
* [[Trompeterturm]]: hier war ein Wächter, der die Stadt beobachtete und bei Notfällen Alarm gab; später wurde das Trompetensignal durch das Abgeben eines Schusses aus einer Kanone abgelöst
 
*  [[Bürgermeisterturm]]: ein Geschützturm-Rondell, dass die auf begehrenden ''Bürger meistern'' sollte  
 
*  [[Bürgermeisterturm]]: ein Geschützturm-Rondell, dass die auf begehrenden ''Bürger meistern'' sollte  
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== Basteien ==
 
== Basteien ==
: im Uhrzeigersinn rechts herum, am Hohen Stock (Ostseite) beginnend
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: im Uhrzeigersinn am Hohen Stock (Ostseite) beginnend
 
* [[Kuenburgbastei]] im Norden, auch ''Feuerbastei'' genannt, in der sich zwei Kasematten befinden. Sie wurde unter [[Max Gandolf von Kuenburg]] errichtet  
 
* [[Kuenburgbastei]] im Norden, auch ''Feuerbastei'' genannt, in der sich zwei Kasematten befinden. Sie wurde unter [[Max Gandolf von Kuenburg]] errichtet  
 
* [[Kleine Kuenburgbastei]] zwischen Bürgermeistertor und Kuenburgbastei, auch sie wurde unter Max Gandolf Kuenburg errichtet .   
 
* [[Kleine Kuenburgbastei]] zwischen Bürgermeistertor und Kuenburgbastei, auch sie wurde unter Max Gandolf Kuenburg errichtet .   
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[[Datei:Panorama von der Festung Hohensalzburg 20160914.jpg|thumb|600px|Panoramaansicht der Stadt Salzburg vom [[Reckturm]]]]
 
[[Datei:Panorama von der Festung Hohensalzburg 20160914.jpg|thumb|600px|Panoramaansicht der Stadt Salzburg vom [[Reckturm]]]]
[[Datei:Festung Hohensalzburg Hoher Stock Fürstensaal Panorama 20160914.jpg|thumb|600px|[[Fürstenzimmer (Festung Hohensalzburg)|Fürstensaal]] des [[Erzbischof]]s [[Leonhard von Keutschach]] im 3. Obergeschoß vom [[Hoher Stock|Hohen Stock]]]]
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[[Datei:Festung Hohensalzburg Hoher Stock Fürstensaal Panorama 20160914.jpg|thumb|600px|[[Fürstenzimmer (Festung Hohensalzburg)|Fürstensaal]] des Fürsterzbischofs [[Leonhard von Keutschach]] im dritten Obergeschoß vom [[Hoher Stock|Hohen Stock]]]]
  
 
== Wasserversorgung ==
 
== Wasserversorgung ==
Die Festung Hohensalzburg war von Anfang an so geplant, dass sie sich autark versorgen konnte. Ein ausgeklügeltes Dach- und [[Dachrinnen]]system sammelte das auch früher reichlich vorhandene [[Salzburger Schnürlregen|Regenwasser]] in der ''[[Zisterne im Hohen Stock (Festung Hohensalzburg)|Zisterne im Hohen Stock]]'', sowie in der [[Zisterne im Burghof (Festung Hohensalzburg)|Burghof-Zisterne]]. Dies reicht für die Versorgung der Festung stets aus.
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Die Festung Hohensalzburg war von Anfang an so geplant, dass sie sich autark versorgen konnte. Ein ausgeklügeltes Dach- und Dachrinnensystem sammelte das auch früher reichlich vorhandene Regenwasser in der [[Zisterne im Hohen Stock (Festung Hohensalzburg)|Zisterne im Hohen Stock]], sowie in der [[Zisterne im Burghof (Festung Hohensalzburg)|Burghof-Zisterne]]. Dies reicht für die Versorgung der Festung stets aus.
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Heute hängt die Festung am Netz der [[Wasserversorgung der Stadt Salzburg]].
 
Heute hängt die Festung am Netz der [[Wasserversorgung der Stadt Salzburg]].
  
 
== Brände und Brandschutz ==
 
== Brände und Brandschutz ==
 
:''Hauptartikel: [[Brandschutz auf der Festung Hohensalzburg]]''
 
:''Hauptartikel: [[Brandschutz auf der Festung Hohensalzburg]]''
Das bislang letzte Feuer auf der Festung gab es [[1849]]. Damals brannte ein Holzlager, jedoch konnte das Feuer rasch gelöscht werden. Wie sieht es im 21. Jahrhundert aus? Die Festung verfügt auf Grund ihre exponierten Lage über eine moderne Blitzschutzanlage. Innerhalb der Festung gibt es mehr als 700 Brandmelder. Die Verfügbarkeit von Löschwasser ist auf Burgen eine große Herausforderung. Früher konnte man das Löschen nur mit Regenwasser aus Zisternen bewerkstelligen. Das Legen einer Schlauchleitung im Brandfall ist auch mit heutiger Logistik und Technik ein aufwändige und schwierige Angelegenheit. Deshalb wurden im Jahr [[2017]] im Burghof zwei unterirdische Löschwassertanks aus Edelstahlt mit je 80 Kubikmetern Fassungsvermögen eingegraben. <ref>[http://salzburg.orf.at/news/stories/2861799/]</ref>
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Das bislang letzte Feuer auf der Festung gab es [[1849]]. Damals brannte ein Holzlager, jedoch konnte das Feuer rasch gelöscht werden.  
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Wie sieht es im [[21. Jahrhundert]] aus?  
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Die Festung verfügt auf Grund ihre exponierten Lage über eine moderne Blitzschutzanlage. Innerhalb der Festung gibt es mehr als 700 Brandmelder. Die Verfügbarkeit von Löschwasser ist auf Burgen eine große Herausforderung. Früher konnte man das Löschen nur mit Regenwasser aus Zisternen bewerkstelligen. Das Legen einer Schlauchleitung im Brandfall ist auch mit heutiger Logistik und Technik ein aufwändige und schwierige Angelegenheit. Deshalb wurden im Jahr [[2017]] im Burghof zwei unterirdische Löschwassertanks aus Edelstahlt mit je 80 Kubikmetern Fassungsvermögen eingegraben. <ref>[http://salzburg.orf.at/news/stories/2861799/]</ref>
  
 
== Mittelalter-Museum ==
 
== Mittelalter-Museum ==
Die Festung Hohensalzburg war als Standort für das [[The-Sound-of-Music-Museum]] im Gespräch. Kritik regte sich bei diesem Vorschlag, den der für Kultur zuständige [[Landeshauptmann|LH]]-Stv. [[David Brenner]] ([[SPÖ]]) 2010 präsentierte. Er schlug vor, ein bis zu 500 Quadratmeter großes Ausstellungsareal im sogenannten Speisehaus auf der Festung Hohensalzburg einzurichten. Kritiker hielten fest, dass einerseits ein zusätzlicher Eintritt für die Festung zu bezahlen gewesen wäre, andererseits meinten Fachleute, dass ein Gros der amerikanischen Touristen ein straff gehaltenes Besichtigungsprogramm für Salzburg habe und daher wohl kaum Zeit für Auffahrt auf die Festung und deren  Besichtigung bliebe. Untermauert wurden diese Kritiken durch eine Umfrage unter 560 Personen, die 2010 an der Kasse umdrehten. Der Eintrittspreis von 10,50 Euro pro Person, der zwar alle in der Festung möglichen Besichtigungen inkludiert, sei für viele zu teuer. Auch sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 145 Minuten auf 120 Minuten gesunken.
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Die Festung Hohensalzburg war als Standort für das [[The-Sound-of-Music-Museum]] im Gespräch. Kritik regte sich bei diesem Vorschlag, den der für Kultur zuständige [[Landeshauptmann|LH]]-Stv. [[David Brenner]] ([[SPÖ]]) 2010 präsentierte. Er schlug vor, ein bis zu 500 Quadratmeter großes Ausstellungsareal im [[Speisehaus (Festung Hohensalzburg)|Speisehaus]] auf der Festung Hohensalzburg einzurichten. Kritiker hielten fest, dass einerseits ein zusätzlicher Eintritt für die Festung zu bezahlen gewesen wäre, andererseits meinten Fachleute, dass ein Gros der amerikanischen Touristen ein straff gehaltenes Besichtigungsprogramm für Salzburg habe und daher wohl kaum Zeit für Auffahrt auf die Festung und deren  Besichtigung bliebe. Untermauert wurden diese Kritiken durch eine Umfrage unter 560 Personen, die 2010 an der Kasse umdrehten. Der Eintrittspreis von 10,50 Euro pro Person, der zwar alle in der Festung möglichen Besichtigungen inkludiert, sei für viele zu teuer. Auch sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 145 Minuten auf 120 Minuten gesunken.
  
 
[[2017]] war die Sound-of-Music-Museums-Idee vom Tisch und man wandte sich der Planung eines seit langem geplanten ''Mittelalter-Museum'' zu. Darin sollen wichtige seit der [[Ars Sacra]]-Ausstellung im Depot verwahrte Schätze des Mittelalters in einer neuen Dauerausstellung präsentiert werden. Dazu werde das Festungsmuseum mit seinen 1&nbsp;270 Quadratmetern bis Ende 2018 Schritt für Schritt umgestaltet. Es sollte dann 2019 zum 500-Jahr-Jubiläum des Amtsantritts von Fürsterzbischof [[Matthäus Lang von Wellenburg]] fertiggestellt sein. Dafür werden 750.000 Euro investiert.<ref>{{Quelle SN|18. Jänner 2017}}</ref>
 
[[2017]] war die Sound-of-Music-Museums-Idee vom Tisch und man wandte sich der Planung eines seit langem geplanten ''Mittelalter-Museum'' zu. Darin sollen wichtige seit der [[Ars Sacra]]-Ausstellung im Depot verwahrte Schätze des Mittelalters in einer neuen Dauerausstellung präsentiert werden. Dazu werde das Festungsmuseum mit seinen 1&nbsp;270 Quadratmetern bis Ende 2018 Schritt für Schritt umgestaltet. Es sollte dann 2019 zum 500-Jahr-Jubiläum des Amtsantritts von Fürsterzbischof [[Matthäus Lang von Wellenburg]] fertiggestellt sein. Dafür werden 750.000 Euro investiert.<ref>{{Quelle SN|18. Jänner 2017}}</ref>
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* [[Rainer-Regiments-Museum]]
 
* [[Rainer-Regiments-Museum]]
 
* [[Marionetten-Museum]]
 
* [[Marionetten-Museum]]
 
== Literatur ==
 
* [[Johann Carl Pillwax|Pillwax, Johann Carl]]: ''Hohen-Salzburg. Seine Geschichte, Baulichkeiten und Ausrüstung'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18770003&zoom=2&seite=00000001 MGSLK 17, 1877, S.&nbsp;1-88]
 
* [[Richard Schlegel|Schlegel, Richard]]: ''Veste Hohensalzburg'' Geschichte von 1077 bis ins 20. Jhdt, Bildband mit Lichtbildern von [[Alois Schmiedbauer]], [[Otto Müller Verlag]] Salzburg, 224 Seiten, 1952<ref>[http://data.onb.ac.at/rec/AC02668658 Veste Hohensalzburg]</ref>
 
* [[Unbekannte Festung Hohensalzburg]]
 
  
 
== Alte Ansichten ==
 
== Alte Ansichten ==
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{{Bildkat}}
 
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{{Commonscat|Festung Hohensalzburg}}
 
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== Literatur ==
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* [[Johann Carl Pillwax|Pillwax, Johann Carl]]: ''Hohen-Salzburg. Seine Geschichte, Baulichkeiten und Ausrüstung'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18770003&zoom=2&seite=00000001 MGSLK 17, 1877, S.&nbsp;1-88]
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* [[Richard Schlegel|Schlegel, Richard]]: ''Veste Hohensalzburg'' Geschichte von 1077 bis ins 20. Jhdt, Bildband mit Lichtbildern von [[Alois Schmiedbauer]], [[Otto Müller Verlag]] Salzburg, 224 Seiten, 1952<ref>[http://data.onb.ac.at/rec/AC02668658 Veste Hohensalzburg]</ref>
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* [[Unbekannte Festung Hohensalzburg]]
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== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
[[Datei:Hohensalzburg Festung Plan.jpg|thumb|Plan von der Festung]]
 
[[Datei:Hohensalzburg Festung Plan.jpg|thumb|Plan von der Festung]]

Version vom 12. September 2017, 10:07 Uhr

Die Festung Hohensalzburg aus der Luft, 45 sek Video
Herbstimpression der Festung Hohensalzburg, vom Müllnersteg aus gesehen
Die abendliche Festung Hohensalzburg vom Müllnersteg aus gesehen
Luftbild der Festung Hohensalzburg
Die Festung vom Kapitelplatz aus
Die Festung vom Kapuzinerberg oberhalb vom Äußeren Stein, aus nordöstlicher Sicht gesehen
Die Festung Hohensalzburg und im Hintergrund der Untersberg
winterliche Festung vom Kapuzinerberg aus östlicher Richtung gesehen
die Festung im Nebel
die Goldene Stube
Datei:Festung Hohensalzburg von Südosten 01.jpg
Festung Hohensalzburg von Südosten

Die Festung Hohensalzburg ist das Wahrzeichen der Stadt Salzburg und befindet sich oberhalb der Altstadt am Festungsberg. Sie ist Mitglied der Dachmarke hello salzburg.

Allgemeines

Die über 900 Jahre alte Festung ist Europas größte Festungsanlage aus dem 11. Jahrhundert und eine der besterhaltenen Festungsanlagen Europas. Der Bau der Festung begann während des Investiturstreits zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor im Jahr 1077 von Erzbischof Gebhard mit dem Zweck, Fürsterzbistum und Bevölkerung zu schützen. Der Erzbischof war aber folgerichtig gleichzeitig auch dem Papst verpflichtet. Damals war Salzburg noch ein Teil von Bayern (bis um 1330/50) und auch Teil des römisch-deutschen Reiches (bis 1803).

Die Festung ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der Blick über Stadt und das Salzburger Becken bis hin zu den Randgebirgen (Osterhorngruppe, Salzburger Kalkhochalpen, Berchtesgadener- und Chiemgauer Alpen) machen die Festung Hohensalzburg zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Festung wird alljährlich von rund 900 000 Personen besucht. An Spitzentagen im August kommen bis zu 7 000 Personen auf die Festung, womit auch die Kapazitätsgrenze erreicht wird. Mit 996 000 Besuchern hatte die Festung Hohensalzburg im Jahr 2012 das beste Ergebnis aller Zeiten verzeichnet.

Lage

Die Festung befindet sich am Festungsberg südwestlich der Salzburger Altstadt auf 540 m ü. A. (Niveau im Burghof beim Reißzug; der höchste Punkt der Festung liegt bei 568 m ü. A.). Man erreicht sie zu Fuß von der Altstadt aus entweder über die Festungsgasse oder von der Kaigasse über die Nonnbergstiege, die zum Hohen Weg führt, vom Mönchsberg (auf den es mehrere Aufgänge gibt), vom Stadtteil Nonntal entweder von der Brunnhausgasse über den Hans-Sedlmayr-Weg und über das Bürgermeisterloch oder über das Erhardgässchen und die Nonnberggasse vorbei am Benediktinenstift Nonnberg und über den Hohen Weg. Von der Altstadt können Besucher auch von der Festungsgasse aus die Festungsbahn benützen, die im zehn-Minuten-Takt verkehrt.

Geschichte

Name Burg - Festung

Der Begriff Burg hat seine Wurzeln in römischen Zeiten und wurde dann in das Neuhochdeutsche übernommen. Im 14. Jahrhundert verbreitete sich die Bezeichnung veste („Feste“) oder vestunge („Festung“) für Burgen.[1]. Damit es zu keinen Verwirrungen kommt, wird hier im Artikel nur der Begriff Festung verwendet.

Die Anfänge der Festung

Hohensalzburg ist nicht identisch mit der Salzpurch, dem Castrum superius, das Herzog Theodo II. von Bayern Rupert von Worms geschenkt hatte. Diese Salzpurch befand sich auf dem Nonnberg. Sie bezog mit ihren Außenanlagen aber die Kuppe des Festungsbergs mit ein.

Die erste Nachricht von einer Wehranlage auf dem Festungsberg findet sich in der Zeit von Erzbischof Gebhard. Erzbischof Gebhard wurde 1085 ins Exil gezwungen und so konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertig gestellt werden.

Um 1250 bestand Hohensalzburg aus einem romanischen, gemauerten Palas, dem Wohnturm, einer Kapelle und einem Nebengebäude und einer Ringmauer. Unter Fürsterzbischof Burkhard II. von Weißpriach (1461 - 1466) wurde die Ringmauer durch vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm und den Schmiedturm - verstärkt und die Wehranlage ausgebaut. Sein Nachfolger, Fürsterzbischof Bernhard von Rohr (1466 - 1482), baute zum Schutz vor verschiedenen Feinden und vor aufständischen Salzburgern an der Ost- und an der Südseite der Festung zwei Basteien, erhöhte die Ringmauer ( vergleiche: Jahreszahl 1479 am Hohen Stock ) und sicherte den östlichen Aufgang vom Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. Johann III. Beckenschlager, Fürsterzbischof von 1482 bis 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste Zeughaus und den Schüttkasten.

Leonhard von Keutschach (1495 - 1519) baute die Festung zum prunkvollen Herrschersitz weiter aus. So fügte der geistliche Regent dem Hohen Stock weitere Etagen hinzu, legt die alte Zisterne neu an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krautturm, den Salzburger Stier, legte den Reißzug als Transportanlage für die Burg an und ließ Kuchlturm und Bäckerei bauen.

Da das Geld für den Ausbau der Burg zum Teil aus dem Bergbau der Hohen Tauern stammte, regte sich von Seiten der organisierten Bergknappen Widerstand gegen die Salzburger Fürsterzbischöfe. Infolgedessen belagerten Bauern und Bergknappen im Jahre 1525 den Salzburger Landesfürsten Matthäus Lang von Wellenburg 14 Wochen lang in seiner Burg. Jedoch ohne Erfolg - die Festung Hohensalzburg blieb uneinnehmbar.

Der nächste Landesfürst, Wolf Dietrich von Raitenau (1587 - 1612), forcierte während seiner Regentschaft die Bautätigkeit in der Stadt Salzburg stärker als die auf der Festung. Er wurde später von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems (1612 - 1653) bis zu seinem Tod auf der Festung gefangen gehalten.

Fürsterzbischof Paris Graf Lodron (1619 - 1653) ließ Salzburg während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges durch große Wehrbauten schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in seinen Verteidigungsring mit ein. Die stetig zunehmende Feuerkraft der damaligen Mörser, Feldschlangen und ersten Kanonen machte es notwendig, die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen Festung umzubauen, so dass sie der Artillerie standhalten konnte. In einer Festung sind innerhalb der Bastionen keine schusstoten Winkel mehr vorhanden und der Feind konnte von den verschiedenen Geschützstellungen aus durch die eigene, schlagkräftige Artillerie in alle Richtungen auf Distanz gehalten werden.

Im 17. Jahrhundert errichtete Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg (1668 - 1687) aus Furcht vor einer Türkenbelagerung die Kuenburgbastei an der Nordseite.

Um 1800 hat die Festung ihre militärische Funktion und Bedeutung schon weitestgehend verloren. Nach der Schlacht am Walserfeld wurde die Festung kampflos an die Franzosen übergeben. Als 1816 das Land Salzburg zu k.k. Österreich kam wurde die Festung vor allem als Kaserne genutzt.

1861 hob Kaiser Franz Joseph I. Hohensalzburg als Festung auf, d.h. sie war nicht mehr militärische Sperrgebiet und konnte nun auch von der Bevölkerung betreten werden. Anfangs waren dafür aber noch Passierscheine notwendig, weil sie weiter als Kaserne genutzt wurde. Sie blieb auch im Besitz des kaiserlichen Ärars[2] - ganz im Gegensatz zu anderen Stadtbefestigungsanlagen, die er damals der Stadt Salzburg schenkte. Später kam sie in den Besitz der Republik Österreich und anlässlich der Feiern 200 Jahre Salzburg bei Österreich im Jahr 2016 übergab die Republik die Festung in das Eigentum des Landes Salzburg.

Nach 1860 nahm durch den Bau der Kaiserin-Elisabeth-Bahn in Salzburg die Zahl der Reisenden zu und stieg auch die Zahl der Besucher auf der Festung so stark an, weshalb 1892 mit dem Bau der Festungsbahn begonnen wurde.

Innere Burg

Hauptartikel Inneres Schloss der Festung Hohensalzburg

Die Festung beherbergt in ihrem Inneren noch die ursprüngliche Burganlage bestehend aus dem Inneren Schloss, drei Feuertürmen und der Schlossbastei.

Gebäude

im Uhrzeigersinn am Hohen Stock (Ostseite) beginnend
am Schlossgraben:
im Burghof

Zwei "älteste-der-Welt"-Einrichtungen

Der Reißzug ist heute die älteste betriebene Standseilbahn der Welt und der Salzburger Stier ist weltweit das älteste betriebene (Orgel-)Hornwerk.

Türme der Festung

von der Altstadt aus gesehen

von Westen nach Osten
  • Reckturm: (von mittelhochdeutsch "recke" = Verbannter, Flüchtling, vgl. "Rächen", andere Quellen[3] erklären das Wort von "recken" = strecken)
  • Bleitürmchen: ein ganz kleines Türmchen zwischen Reck- und Glockenturm
  • Glockenturm: jeden Freitag um 11 Uhr läutet noch heute die Glocke, früher warnte sie die Bewohner der Stadt bei Feuersgefahr
  • Trompeterturm: hier war ein Wächter, der die Stadt beobachtete und bei Notfällen Alarm gab; später wurde das Trompetensignal durch das Abgeben eines Schusses aus einer Kanone abgelöst
  • Bürgermeisterturm: ein Geschützturm-Rondell, dass die auf begehrenden Bürger meistern sollte
dieser Turm erhebt sich neben Burggraben, Zugbrücke und Fallgittertor (=Bürgermeistertor) nördlich der Kuenburgbastei und ist auch über den Schlangengang zugänglich, der nach Artillerie-Geschützen, den Feldschlangen (kleinere, "wendige" Kanonen) benannt ist

von Nonntal aus gesehen

von Osten nach Westen

Basteien

im Uhrzeigersinn am Hohen Stock (Ostseite) beginnend
Die beiden Nonnbergbasteien wurden im Zug der Zweiten Stadtbefestigung errichtet, unter Matthäus Lang von Wellenburg verstärkt und unter Paris Lodron zu Geschützstellungen ausgebaut.

Reste einer alten Bastei, nach 1550 erbaut, befinden sich vor dem Keutschachbogen.

Sperrbogen und Tore

  • erster Sperrbogen und (Inneres bzw Äußeres) Schartentor, zusammen mit der "Katze" von Paris Graf Lodron erbaut
  • zweiter Sperrbogen, der Keutschachbogen
  • dritter Sperrbogen, das Bürgermeistertor neben dem Bürgermeisterturm, mit Fallgatter und Wolfsgrube
  • Rosspforte, die durch die äußere Ringmauer und das Große Zeughaus hindurch in den Burghof führt, deren oberer Teil Schleuderpforte genannt wird
  • Höllenpforte, ein Stiegenaufgang zum Burghof
  • Fünf Reißzug-Pforten, dessen oberste Pforte früher ein richtiger Turm mit dem Namen "Reiseturm" war

Wasserversorgung

Die Festung Hohensalzburg war von Anfang an so geplant, dass sie sich autark versorgen konnte. Ein ausgeklügeltes Dach- und Dachrinnensystem sammelte das auch früher reichlich vorhandene Regenwasser in der Zisterne im Hohen Stock, sowie in der Burghof-Zisterne. Dies reicht für die Versorgung der Festung stets aus.

Heute hängt die Festung am Netz der Wasserversorgung der Stadt Salzburg.

Brände und Brandschutz

Hauptartikel: Brandschutz auf der Festung Hohensalzburg

Das bislang letzte Feuer auf der Festung gab es 1849. Damals brannte ein Holzlager, jedoch konnte das Feuer rasch gelöscht werden.

Wie sieht es im 21. Jahrhundert aus?

Die Festung verfügt auf Grund ihre exponierten Lage über eine moderne Blitzschutzanlage. Innerhalb der Festung gibt es mehr als 700 Brandmelder. Die Verfügbarkeit von Löschwasser ist auf Burgen eine große Herausforderung. Früher konnte man das Löschen nur mit Regenwasser aus Zisternen bewerkstelligen. Das Legen einer Schlauchleitung im Brandfall ist auch mit heutiger Logistik und Technik ein aufwändige und schwierige Angelegenheit. Deshalb wurden im Jahr 2017 im Burghof zwei unterirdische Löschwassertanks aus Edelstahlt mit je 80 Kubikmetern Fassungsvermögen eingegraben. [4]

Mittelalter-Museum

Die Festung Hohensalzburg war als Standort für das The-Sound-of-Music-Museum im Gespräch. Kritik regte sich bei diesem Vorschlag, den der für Kultur zuständige LH-Stv. David Brenner (SPÖ) 2010 präsentierte. Er schlug vor, ein bis zu 500 Quadratmeter großes Ausstellungsareal im Speisehaus auf der Festung Hohensalzburg einzurichten. Kritiker hielten fest, dass einerseits ein zusätzlicher Eintritt für die Festung zu bezahlen gewesen wäre, andererseits meinten Fachleute, dass ein Gros der amerikanischen Touristen ein straff gehaltenes Besichtigungsprogramm für Salzburg habe und daher wohl kaum Zeit für Auffahrt auf die Festung und deren Besichtigung bliebe. Untermauert wurden diese Kritiken durch eine Umfrage unter 560 Personen, die 2010 an der Kasse umdrehten. Der Eintrittspreis von 10,50 Euro pro Person, der zwar alle in der Festung möglichen Besichtigungen inkludiert, sei für viele zu teuer. Auch sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 145 Minuten auf 120 Minuten gesunken.

2017 war die Sound-of-Music-Museums-Idee vom Tisch und man wandte sich der Planung eines seit langem geplanten Mittelalter-Museum zu. Darin sollen wichtige seit der Ars Sacra-Ausstellung im Depot verwahrte Schätze des Mittelalters in einer neuen Dauerausstellung präsentiert werden. Dazu werde das Festungsmuseum mit seinen 1 270 Quadratmetern bis Ende 2018 Schritt für Schritt umgestaltet. Es sollte dann 2019 zum 500-Jahr-Jubiläum des Amtsantritts von Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg fertiggestellt sein. Dafür werden 750.000 Euro investiert.[5]

Museen

Datei:Burgmuseum Festung Hohensalzburg 01.jpg
ein mittelalterliches Schlachtengetümmel ...

Alte Ansichten

weitere Bilder

 Festung Hohensalzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Festung Hohensalzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Literatur

Quellen

Plan von der Festung

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974

Weblinks

Fußnoten

  1. Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Burg"
  2. siehe Wikipedia Ärar
  3. Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
  4. [1]
  5. "Salzburger Nachrichten", 18. Jänner 2017
  6. Veste Hohensalzburg