Felix Albrecht Harta: Unterschied zwischen den Versionen
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Er hatte bereits solche Vereine in [[München]], Paris und Wien gepflegt. Er führte einen regen Briefwechsel mit seinem Freund und Künstlerkollegen Anton Faistauer, der sich gegen die Gründung eines neuen Künstlervereins aussprach. Harta blieb jedoch hartnäckig, und ein Brief Faistauers vom [[9. Jänner]] [[1919]] bestätigt, dass die Initiative zur Gründung des neuen Künstlervereins von Harta ausging. Die neue rebellische Vereinigung nannte sich "[[Der Wassermann]]", Harta wurde zum Präsidenten ernannt und ist als Gründungsmitglied aufgeführt. Die erste "Wassermann"-Ausstellung wurde am [[3. August]] 1919 eröffnet. Harta zeigte zehn Ölgemälde; weitere namhafte Teilnehmer waren A. P. Gütersloh, Faistauer, Oskar A. Vonwiller, Anton Kolig, Robin C. Andersen, Alfred Kubin, Broncia Koller-Pinell, Franz Wiegele und Egon Schiele (posthum). Die Ausstellung konzentrierte sich nicht nur auf Malerei, sondern umfasste auch Unterteilungen für Grafik, Musik und Literatur. Die erste Ausstellung war, gemessen an der Besucherzahl, ein Erfolg und stellte einen Rekord auf. Die Kritiker waren jedoch polarisiert: einige waren sehr positiv, andere negativ. Heute ist anerkannt, dass "Der Wassermann" moderne Kunst nach Salzburg brachte und wesentlich zu seiner kulturellen Entwicklung beitrug. Zwei weitere Ausstellungen fanden [[1920]] und [[1921]] statt. Harta und Faistauer sorgten zudem für ein Denkmal für den österreichischen Maler [[Hans Makart]] in dessen [[Alte Residenz|Geburtshaus]] in Salzburg. Schließlich setzten sich beide für die Gründung einer modernen Malakademie in Salzburg ein, doch der Mangel an finanzieller Unterstützung durch Stadt und Land setzte dieser bahnbrechenden Idee ein schnelles Ende. | Er hatte bereits solche Vereine in [[München]], Paris und Wien gepflegt. Er führte einen regen Briefwechsel mit seinem Freund und Künstlerkollegen Anton Faistauer, der sich gegen die Gründung eines neuen Künstlervereins aussprach. Harta blieb jedoch hartnäckig, und ein Brief Faistauers vom [[9. Jänner]] [[1919]] bestätigt, dass die Initiative zur Gründung des neuen Künstlervereins von Harta ausging. Die neue rebellische Vereinigung nannte sich "[[Der Wassermann]]", Harta wurde zum Präsidenten ernannt und ist als Gründungsmitglied aufgeführt. Die erste "Wassermann"-Ausstellung wurde am [[3. August]] 1919 eröffnet. Harta zeigte zehn Ölgemälde; weitere namhafte Teilnehmer waren A. P. Gütersloh, Faistauer, Oskar A. Vonwiller, Anton Kolig, Robin C. Andersen, Alfred Kubin, Broncia Koller-Pinell, Franz Wiegele und Egon Schiele (posthum). Die Ausstellung konzentrierte sich nicht nur auf Malerei, sondern umfasste auch Unterteilungen für Grafik, Musik und Literatur. Die erste Ausstellung war, gemessen an der Besucherzahl, ein Erfolg und stellte einen Rekord auf. Die Kritiker waren jedoch polarisiert: einige waren sehr positiv, andere negativ. Heute ist anerkannt, dass "Der Wassermann" moderne Kunst nach Salzburg brachte und wesentlich zu seiner kulturellen Entwicklung beitrug. Zwei weitere Ausstellungen fanden [[1920]] und [[1921]] statt. Harta und Faistauer sorgten zudem für ein Denkmal für den österreichischen Maler [[Hans Makart]] in dessen [[Alte Residenz|Geburtshaus]] in Salzburg. Schließlich setzten sich beide für die Gründung einer modernen Malakademie in Salzburg ein, doch der Mangel an finanzieller Unterstützung durch Stadt und Land setzte dieser bahnbrechenden Idee ein schnelles Ende. | ||
[[1920]] organisierte Harta dauerhafte Ausstellungsräume in der Neuen Galerie | [[1920]] organisierte Harta dauerhafte Ausstellungsräume in der "Neuen Galerie" im Haus [[Alter Markt 12]] in Salzburg. Viele der bedeutendsten österreichischen Künstler stellten ihre Ölgemälde und Grafiken aus, darunter Faistauer, Harta, Kokoschka sowie Klimt und Schiele (posthum). | ||
Am [[24. März]] [[1921]] wurde Harta katholisch getauft. Der Kritiker, Dramatiker und Gelehrte Hermann Bahr war sein Taufpate. Harta und seine Frau feierten am [[29. Oktober]] 1921 die Geburt ihres zweiten Kindes, Klaudius (Claude). | Am [[24. März]] [[1921]] wurde Harta katholisch getauft. Der Kritiker, Dramatiker und Gelehrte Hermann Bahr war sein Taufpate. Harta und seine Frau feierten am [[29. Oktober]] 1921 die Geburt ihres zweiten Kindes, Klaudius (Claude). | ||
[[1922]] schlugen Harta und Faistauer die Gründung einer | [[1922]] schlugen Harta und Faistauer die Gründung einer "Neuen Galerie Alter Meister" vor, aus der später die [[Residenzgalerie]] in Salzburg hervorging. | ||
<blockquote>''Künstlerhaus und [[Salzburger Kunstverein|Kunstverein]]. Die vom Staatsamt für Inneres und Unterricht zur Prämierung ausgezeichneter Werke von bildenden Künstlern für das Jahr 1921 gespendeten Medaillen wurden nachstehenden Künstlern, welche Werke in den Ausstellungen | [[Datei:Harta Bäume Wallersee 1932.jpg|thumb|1932: Oben: Bäume, unten: [[Wallersee]];]] | ||
<blockquote>''Künstlerhaus und [[Salzburger Kunstverein|Kunstverein]]. Die vom Staatsamt für Inneres und Unterricht zur Prämierung ausgezeichneter Werke von bildenden Künstlern für das Jahr 1921 gespendeten Medaillen wurden nachstehenden Künstlern, welche Werke in den Ausstellungen des laufenden Jahres ausgestellt hatten, verliehen: Die goldene Staatsmedaille: Franz Dorwig, Alfred Kubin, Luigi Kasimir und Julius Schräg: die silberne Staatsmedaille Karl Reffing, Felix Albrecht Harta und Erwin Lang: die belobende Anerkennungwurde ausgesprochen Gertrud Heller und Albin Müller.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19220111&query=%22Felix+Albrecht+Harta%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 11. Jänner 1922, Seite 3</ref></blockquote> | |||
Anfang [[1924]] kehrte Harta nach Wien zurück und stellte im März im Künstlerhaus der Genossenschaft Bildender Künstler in Wien 24 Ölgemälde und 37 Grafiken aus. Gleichzeitig wurde er Mitglied des Hagenbundes. Harta nahm an vielen Ausstellungen teil und war Mitglied in zahlreichen Präsidiums- und Hängungskommissionen. Im Juni [[1928]] präsentierte der Hagenbund eine Themenausstellung zum Thema "Familie", darunter eine Sammlung von 36 Ölgemälden Hartas, die positive Kritiken erhielten. Er entwarf die Plakate für die Europäische Plastik-Ausstellung [[1931]] sowie die 58. und 66. Hagenbund-Ausstellungen. Von [[1929]] bis 1931 war er Sekretär und [[1932]] und 1933 Vizepräsident. In dieser Zeit fanden auch zahlreiche Ausstellungen in ganz Europa statt. Neuere Forschungen zum Hagenbund-Netzwerk zeigen, dass Harta einer von nur zwölf Künstlern war, die zwischen 1930 und [[1938]] am häufigsten im Hagenbund ausstellten. | Anfang [[1924]] kehrte Harta nach Wien zurück und stellte im März im Künstlerhaus der Genossenschaft Bildender Künstler in Wien 24 Ölgemälde und 37 Grafiken aus. Gleichzeitig wurde er Mitglied des Hagenbundes. Harta nahm an vielen Ausstellungen teil und war Mitglied in zahlreichen Präsidiums- und Hängungskommissionen. Im Juni [[1928]] präsentierte der Hagenbund eine Themenausstellung zum Thema "Familie", darunter eine Sammlung von 36 Ölgemälden Hartas, die positive Kritiken erhielten. Er entwarf die Plakate für die Europäische Plastik-Ausstellung [[1931]] sowie die 58. und 66. Hagenbund-Ausstellungen. Von [[1929]] bis 1931 war er Sekretär und [[1932]] und 1933 Vizepräsident. In dieser Zeit fanden auch zahlreiche Ausstellungen in ganz Europa statt. Neuere Forschungen zum Hagenbund-Netzwerk zeigen, dass Harta einer von nur zwölf Künstlern war, die zwischen 1930 und [[1938]] am häufigsten im Hagenbund ausstellten. | ||
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In den Jahren [[1926]] und [[1927]] kehrte er nach Paris und Südfrankreich zurück. Er stellte im ''Salon d’Automne'' in Paris, im ''Salon du Franc'', im ''Café du Dome'' und auf der Internationalen Ausstellung der Schönen Künste aus, wo er das ''Diplôme d’Honneur'' in Bordeaux erhielt. [[1929]] erhielt er den österreichischen Staatspreis für sein Plakat der Wiener Festwoche. Während dieser Zeit nahm Harta Schüler wie Ilse Tauber und die Künstlerin Frieda Salvendy auf. 1927 adoptierten die Hartas eine junge Frau namens Gusti Wolf, die eine bekannte österreichische Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielerin werden sollte. Sie schrieb der Adoption durch Harta zu, dass sie ihren Lebensweg verändert habe. Harta zeichnete zahlreiche Porträts von ihr, und sein bekanntestes Gemälde von ihr hängt im Foyer des Wiener Burgtheaters. | In den Jahren [[1926]] und [[1927]] kehrte er nach Paris und Südfrankreich zurück. Er stellte im ''Salon d’Automne'' in Paris, im ''Salon du Franc'', im ''Café du Dome'' und auf der Internationalen Ausstellung der Schönen Künste aus, wo er das ''Diplôme d’Honneur'' in Bordeaux erhielt. [[1929]] erhielt er den österreichischen Staatspreis für sein Plakat der Wiener Festwoche. Während dieser Zeit nahm Harta Schüler wie Ilse Tauber und die Künstlerin Frieda Salvendy auf. 1927 adoptierten die Hartas eine junge Frau namens Gusti Wolf, die eine bekannte österreichische Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielerin werden sollte. Sie schrieb der Adoption durch Harta zu, dass sie ihren Lebensweg verändert habe. Harta zeichnete zahlreiche Porträts von ihr, und sein bekanntestes Gemälde von ihr hängt im Foyer des Wiener Burgtheaters. | ||
1938 war kein gutes Jahr für Harta. Zunächst brach in der Neuen Galerie ein Brand aus, bei dem viele seiner Gemälde zerstört wurden. Am [[12. März]] 1938 besetzten die Deutschen Österreich ([[Anschluss]]). Trotz Hartas Konversion zum römisch-katholischen Glauben musste er Wien im Juni [[1939]] verlassen und emigrierte nach [[England]], wo er sich in ''Cambridge'' niederließ. | 1938 war kein gutes Jahr für Harta. Zunächst brach in der "Neuen Galerie" ein Brand aus, bei dem viele seiner Gemälde zerstört wurden. Am [[12. März]] 1938 besetzten die Deutschen Österreich ([[Anschluss]]). Trotz Hartas Konversion zum römisch-katholischen Glauben musste er Wien im Juni [[1939]] verlassen und emigrierte nach [[England]], wo er sich in ''Cambridge'' niederließ. | ||
== Emigration und Aufenthalt in England (1939–1950) == | == Emigration und Aufenthalt in England (1939–1950) == | ||
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* Preis des Österreichischen Staates, 1929 | * Preis des Österreichischen Staates, 1929 | ||
* Ehrenpreis der Stadt Wien, 1934 | * Ehrenpreis der Stadt Wien, 1934 | ||
== Straßenbenennung in der Stadt Salzburg == | |||
Die [[Felix-Harta-Straße]] im [[Salzburger Stadtteil]] [[Salzburg Süd]], genauer in der [[Josefiau]], wurde nach dem Maler benannt. | |||
== Ausgewählte Museen, in denen Werke ausgestellt sind == | == Ausgewählte Museen, in denen Werke ausgestellt sind == | ||
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* Heeresgeschichtliches Museum, Wien | * Heeresgeschichtliches Museum, Wien | ||
* Victoria and Albert Museum, London, England | * Victoria and Albert Museum, London, England | ||
== Werke (Auswahl) == | == Werke (Auswahl) == | ||
[[Datei:Harta_Selbstporträt_um_1905.jpg|thumb|left]] | [[Datei:Harta_Selbstporträt_um_1905.jpg|thumb|left]] | ||
Selbstporträt, um 1905, Öl auf Karton, 47 x 37 cm, Salzburg Museum, Inv. Nr. 1054 a-2001<br /> | Selbstporträt, um 1905, Öl auf Karton, 47 x 37 cm, Salzburg Museum, Inv. Nr. 1054 a-2001<br /> | ||
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Stillleben mit Puppe, Schaukelpferd, Äpfeln und Krug, 1953, Öl auf Karton, 59,5 x 69,5 cm, Salzburg Museum, Inv. Nr. 20116-49<br /> | Stillleben mit Puppe, Schaukelpferd, Äpfeln und Krug, 1953, Öl auf Karton, 59,5 x 69,5 cm, Salzburg Museum, Inv. Nr. 20116-49<br /> | ||
© Salzburg Museum | © Salzburg Museum | ||
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* [https://www.faharta.com/ faharta.com] über das Projekt Felix Albrecht Harta vom Enkel Larry Heller | |||
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