Salzburger Landestheater: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Landestheater und Hotel Bristol.jpg|thumb|Landestheater und [[Hotel Bristol]].]]
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[[Datei:Landestheater in der Festpielzeit 2011 bei Nacht.jpg|thumb|Das Landestheater in der Festspielzeit 2011 bei Nacht.]]
[[Datei:Landestheater historische Aufnahme.jpg|thumb|Historische Aufnahme.]]
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Das '''Salzburger Landestheater''' ist eine in der [[Stadt Salzburg|Landeshauptstadt Salzburg]] situierte Bühneninstitution
[[Datei:Landestheater in der Festpielzeit 2011 bei Nacht.jpg|thumb|Das Landestheater in der Festpielzeit 2011 bei Nacht.]]
 
[[Datei:Salzburger Landestheater, Blick vom Balkon.jpg|thumb|Salzburger Landestheater Innenansicht, Blick vom Balkon.]]
 
[[Datei:Salzburger Landestheater, Zuschauerraum Balkon.jpg|thumb|Salzburger Landestheater Zuschauerraum, Balkon.]]
 
[[Datei:Theaterluster.jpg|thumb|Kristallluster im Zuschauerraum des Salzburger Landestheaters.]]
 
[[Datei:Kunstvolle Deckenansicht.jpg|thumb|Kunstvolle Deckenansicht im Salzburger Landestheater.]]
 
[[Datei:Landestheater, Dachlandschaft.jpg|thumb|Salzburger Landestheater, Dachlandschaft]]
 
Das '''Salzburger Landestheater''' befindet sich in der Landeshauptstadt [[Salzburg]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] an der Kreuzung [[Schwarzstraße]] - [[Makartplatz]].
 
  
 
== Allgemeines ==
 
== Allgemeines ==
Das Theater hat eigene Ensembles für Schauspiel, Ballett und Musiktheater (Oper, Operette, Musical), die auch in der Sparte Junges Land zum Einsatz kommen. Das Repertoire des Hauses besteht aus zeitgenössischen und klassischen Werken mit 400 Vorstellungen pro Spielzeit. Insgesamt arbeiten am Salzburger Landestheater 340 Personen aus 35 verschiedenen Ländern.
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Das Theater hat eigene Ensembles für Schauspiel, Ballett und Musiktheater (Oper, Operette, Musical), die auch in der Sparte "Junges Land" zum Einsatz kommen. Das Repertoire des Hauses besteht aus zeitgenössischen und klassischen Werken mit 400 Vorstellungen pro Spielzeit. Insgesamt arbeiten (2015) am Salzburger Landestheater 340 Personen aus 35 verschiedenen Ländern.
  
== Geschichte ==
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[[Datei:2025 11 24 Salzburg bei Nacht Landestheater.jpg|thumb|Das Landestheater in der Nacht, November 2025.]]
=== Die Entstehung ===
 
[[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] hatte an der Stelle des heutigen Theaters ein [[Ballhaus]] zum ''Zwecke des Ballspiels'' erbauen lassen.
 
  
Am [[16. November]] [[1775]] wurde vom aufklärten Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] am damals noch [[Hannibalplatz]] genannten Makartplatz das ''Fürsterzbischöfliche Hoftheater'' eröffnet, wobei "''Die Gunst des Fürsten''" von Christian Heinrich Schmidt aufgeführt wurde. Colloredo, der auch oberster Zensor war, vertrat ein Theater der Aufklärung, als öffentliche Erziehungsanstalt und geistvollen Zeitvertreib für die Bürger. So spielte man hier schon sehr früh Schillersche Dramen wie "''Die Räuber''" und "''Fiesco''" [[1783]]/[[1784|1784]], "''Kabale und Liebe''" [[1785]] oder "''Don Carlos''" [[1797]].
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Das Theater hat einen Bildungsauftrag zu erfüllen, der es zur Pflege des Kulturgutes in verschiedenen künstlerischen Sparten, insbesondere der darstellenden Kunst, der Musik und der Literatur verpflichtet; es hat dabei vor allem folgende Aufgaben wahrzunehmen:<ref>[https://www.salzburg.gv.at/politik_/Documents/LVA_2021Web.pdf Landesvoranschlag 2021], S. 494: Erläuterung zum Haushaltsansatz 32300</ref>
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* Durchführung von musikalischen Veranstaltungen, Schauspielen, Ballettaufführungen u.dgl.
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* Förderung der zeitgenössischen Theaterkunst
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* Vermittlung des klassischen Theaterschaffens
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* Förderung der berufsbegleitenden Weiterbildung von darstellenden Künstlern, Regisseuren und von Nachwuchskräften in künstlerischen Nebenberufen sowie des Bühnen-, Werkstätten- und Verwaltungspersonals
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* Schaffung einer Begegnungsstätte für kultur- und gesellschaftspolitische Strömungen
  
=== Das Theater und Mozart ===
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Das Theater befindet sich in der Landeshauptstadt Salzburg in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] an der Kreuzung [[Schwarzstraße]]/[[Makartplatz]].  
Das als ein typisches Logentheater seiner Zeit erbaute Theater erwies sich schon bald als zu klein und wurde bereits [[1788]]/[[1789]] umgebaut. Bereits am fürsterzbischöflichen Hoftheater, das man an Theatertruppen und Theatergesellschaften verpachtete, arbeiteten berühmte Persönlichkeiten - z. B. [[Emanuel Schikaneder]], der Librettist der "[[Die Zauberflöte|Zauberflöte]]" von [[Wolfgang Amadeus Mozart]], als Prinzipal [[1780]]/[[1781]]. Unter seiner Leitung wurden zur Aufheiterung des Publikums Tragödien immer mit Ballett kombiniert. Der größte Publikumserfolg dieser Jahre war "''Agnes Bernauer''" mit 60 Soldaten als Ritter-Darstellern.  
 
  
Die Familie [[Mozart]] hatte im Hause freien Eintritt. Und bereits [[1784]]/[[1785|1785]] gab man sieben oder acht Mal [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozarts]] "[[Entführung aus dem Serail]]".
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[[Datei:2021_04_05_Salzburger_Landestheater.jpg|thumb|Das Salzburger Landestheater 2021.]]
  
Ebenfalls als Prinzipal wirkte hier [[Franz Anton von Weber]], der Vater Carl Maria von Webers, mit seiner Weberschen Operntruppe [[1795]]/[[1796|1796]].
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== Trägerschaft ==
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Rechtsträger des Landestheaters ist das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]]. Land und [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] bilden zur Betriebsführung und Finanzierung des Landestheaters eine Arbeitsgemeinschaft. Im zugrundeliegenden Vertrag haben sich die beiden Partner verpflichtet, den Gebarungsabgang des Haushaltsplanes je zur Hälfte zu tragen, kommen also zu je 50 % für die Erhaltung und den Betrieb des Landestheaters auf.<ref>Betriebsführungsvertrag vom 25.04.2016, zitiert im Landesvoranschlag 2021 (siehe vorige Fußnote); davor Betriebsführungsvertrag vom 2.12.1994 (siehe [https://www.salzburg.gv.at/politik_/Documents/lva2012-erl-oh-3.pdf  Landesvoranschlag 2012], Erläuterung zum Haushaltsansatz 1/32300.</ref>
  
=== Das Theater im Kurfürsten- und Herzogtum ===
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==Technik==
Nach der [[Säkularisation]] des Fürsterzbistums [[1803]] wurden unter dem Kurfürsten [[Ferdinand III. von Toskana]] Erleichterungen für das Theater geschaffen, wie jährliche Subventionen, ein Zuschuss für das Orchester und ein Abonnement der Hofloge. Das Haus hieß ab jetzt ''Kurfürstliches Theater''. Freilich währte das [[Kurfürstentum Salzburg]] nur bis [[1805]].
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Das Salzburger Landestheater verfügt über ein [[Induktionsgestütztes Lautsprechersystem]] und ermöglicht Hörbeeinträchtigten in den Aufführungen das barrierefreie Hören.
  
[[1806]] wurde von der Theater-Kommission mit [[Andre Schopf]] erstmals eine Art Regisseur ernannt, verantwortlich für die Besetzung, Einstellung und Entlassung von Schauspielern und Dekoration. Man gab Singspiele mit aktuellen Anspielungen, Pantomimen, Melodramen und Passionsspiele. Vertraglich war die Direktion zu einer Oper und drei Schauspielinszenierungen pro Monat verpflichtet.  
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== Geschichte ==
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Im Artikel [[Vom Salzburger Hoftheater zum Salzburger Stadttheater|vom Salzburger Hoftheater zum Salzburger Stadttheater]] wird die Geschichte dieses Theaters von seiner Entstehung als "Ballhaus" unter [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] bis zum Stadttheater der [[1920er]]-Jahre beschrieben. Anlässlich [[400 Jahre Theater am Mirabellgarten]] fand am Samstag, den [[27. September]] [[2025]] ein Tag der offenen Tür
  
Ein kurzes ''Gastspiel'' des österreichischen [[Habsburger|Kaiserhauses]] in Salzburg brachte [[1808]] dem Haus den Namen ''k. k. Nationaltheater''. Doch schon [[1809]] kam Salzburg unter [[Salzburg unter Napoleon|französische]] Verwaltung und [[1810]] wurde es ein Teil des Königreichs [[Bayern]]. Die Theater von Salzburg und Innsbruck wurden unter eine Direktion gestellt und mit 2.000 [[Gulden]] subventioniert. Das jetzt bayerische Salzburger "''Königliche National-Theater''" musste jedoch zugunsten des abgewirtschafteten Innsbrucker Hauses verzichten.  
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=== Das Theater zur NS-Zeit ===
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[[1933]] kam es durch die Einführung der [[1000-Mark-Sperre]], mit der [[Adolf Hitler]] die [[Ständestaat|österreichische Regierung]] unter Druck setzte, zu einem eklatanten Schwund der deutschen Besucher.  
  
[[1816]] kam Salzburg endgültig zu Österreich und wurde eine vergessene Provinzstadt, [[Linz]] unterstellt. Sämtliche Subventionen für das Theater wurden eingestellt.  
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Nach dem [[Anschluss]] Österreichs an das Deutsche Reich erfolgte [[1939]] eine große Renovierung für eine Million Reichsmark vom Deutschen Reich sowie von Stadt und Land Salzburg. Dabei wurden viel Stuckatur und Gold entfernt und die Fassade neu errichtet. Die Wiedereröffnung fand mit Mozarts "Entführung aus dem Serail" unter dem Dirigenten [[Karl Böhm]] und in Anwesenheit Adolf Hitlers statt.
  
In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s wirkten der Volksschauspieler [[Alexander Girardi]], der in Salzburg [[1870]]/[[1871|1871]] sein erstes Engagement fand, [[Katharina Schratt]], die von [[1879]] bis [[1887]] in verschiedenen Rollen zu sehen war, und der Komponist [[Hugo Wolf]] als Kapellmeister [[1881]]/[[1882]].  
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=== Das Stadttheater wird Landestheater ===
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Im April [[1940]] wurde das Haus in "Landestheater" umbenannt,<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19400424&query=%22Landestheater+Salzburg%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 24. April 1940, Seite 5</ref> [[1944]] wegen des Krieges und der [[Bomben auf die Stadt Salzburg|Bombenangriffe]] geschlossen, dann abermals renoviert.
  
Die [[1863]] eingeführte Gasbeleuchtung wurde [[1887]] elektrifiziert - das [[Erste Salzburger Elektricitätswerk|erste Salzburger Elektrizitätswerk]] stand ja nur ein paar Meter weiter am Makartplatz, wo heute eine Bank steht.
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=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===
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Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] benutzten die [[USFA|Amerikaner]], die das Haus beschlagnahmt hatten, den heutigen Ballettsaal als Filmprüfstelle, im heutigen Logenfoyer entstand das erste [[ORF Landesstudio Salzburg|ORF]]-Studio. Intendant war der Konzentrationslager-Überlebende [[Johannes van Hamme]]. Dieser stellte, erst 14 Tage im Amt, im November [[1945]] bereits neue Operettenkräfte vor: [[Fred Kraus]] (Tenor), [[Marga Randolph]] (Sängerin), [[Robert Montana]] (Tenor), [[Ika von Kniep]] (Soubrette) und [[Jory Wagner]] (Tenorbuffo).<ref>[[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 23. November 1945, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19451123&seite=4&zoom=33 Seite 4] (ANNO)</ref>
  
Mit Kaufvertrag vom [[9. April]] und [[24. Mai]] [[1892]] wurde das alte Theater zum Kaufpreis von 3.400 Gulden und der Übernahme von restlichen Sparkassenschulden von 3.400 Gulden, somit zum Gesamt-Kaufpreis von 6.400 Gulden, an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] verkauft, mit der Auflage und Verpflichtung, dafür ein neues Theatergebäude zu errichten. [[1892]] wurde das alte Theater wegen Baufälligkeit und veralteter technischer Ausstattung abgerissen.
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[[Datei:2025 09 27 Salzburger Landestheater 05.jpg|thumb|Blick zum Orchestergraben und zur Bühne, 2025.]]
  
=== Das Stadttheater ===
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Am [[5. Februar]] [[1951]] wurde [[Peter Stanchina]] Direktor des Landestheaters.
Die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] ließ an gleicher Stelle für 650.000 [[Krone]]n das Theater im historistischen Stil nach Plänen des Architekten [[Ferdinand Fellner|Fellner]] und unter Mitwirkung des Bildhauers [[Edmund Hellmer]] neu erbauen. Es wurde am [[1. Oktober]] [[1893]] als neues Stadttheater von Kaiser [[Franz Joseph I.]] eröffnet. Die Eröffnungsvorstellung am selben Tage waren die "''Titus''"-Ouverture von W. A. Mozart und "''Der Talisman''" von Ludwig Fulda unter Mitwirkung von [[Max Reinhardt]], der seine Karriere an diesem Haus [[1893]]/[[1894]] begann. Wie auch [[Robert Stolz]] [[1902]]/[[1903]] und [[Nico Dostal]] [[1921]] bis [[1924]]. Das Stadttheater fasste mit den Stehplätzen insgesamt 1&nbsp;001 Personen.
 
  
=== Künstler ===
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Am [[18. Juni]] [[1949]] gelangte das symphonische Ballett "Atalanta" von Vittorio Gnecchi zur Welturaufführung.
Nicht minder prominent sind die Künstler, die ab [[1893]] und im [[20. Jahrhundert]] hier wirkten und die anfangs durch einen so genannten "Korsarenbrief" zu einem umfangreichen "eisernen Repertoire" und dem Aufkommen für ihre Garderobe verpflichtet waren. Außer dem erwähnten Max Reinhardt waren es unter vielen anderen
 
  
:Albert Bassermann, [[Alexander Moissi]], [[Anna Bahr-Mildenburg]], Asta Nielsen, [[Alma Seidler]], Hansi Niese, [[Richard Tauber]], Rosa Albach-Retty, Adele Sandrock, Erich Ponto, [[Max Mell]], [[Hans Moser]], [[Carl Zuckmayer]], [[Karl Böhm]], [[Maria Cebotari]], [[Susi Nicoletti]], [[Josef Meinrad]], Hellmuth Matiasek (der auch Intendant war und später die hier engagierte [[Cornelia Froboess]] heiratete), [[Kurt Weinzierl]], [[Karl Merkatz]], Raoul Aslan, [[Hugo Lindinger]], Werner Schneyder, Walter Giller, [[Franz Muxeneder]], [[Boris Rubaschkin]], Heinz Rohn, [[Klaus Maria Brandauer]], [[Margot Werner]] als Balletteuse, Günther Schneider-Siemssen, Maria Tiboldi, Hermann Leopoldi, Tilla Durieux, [[Max Pallenberg]], Fritz Muliar, [[Johannes Heesters]], [[Heinz Hilpert]], Karl Schönböck, Marika Rökk, [[Lola Müthel]], Annie Rosar, Sieghardt Rupp, Helge Roswaenge, [[Otto Schenk]], [[Magda Schneider]], Leo Slezak, Giuseppe Taddei, [[Bruno Walter]], [[Hans Thimig]] oder [[Werner Friedl]].
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[[1961]] wurde der Orchestergraben vergrößert, [[1971]] die [[Salzburger Kammerspiele]] mit "Change" von Wolfgang Bauer im ehemaligen [[Hotel Mirabell (Stadt Salzburg)|Mirabell-Casino]] eröffnet. [[1975]] wurde im Großen Haus die Drehbühne eingebaut.  
  
=== Das Theater zur NS-Zeit ===
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[[Datei:2025 09 27 Salzburger Landestheater 01.jpg|thumb|Blick zu den oberen Rängen und zur Decke, 2025.]]  
[[1933]] kam es durch die Einführung der [[1000-Mark-Sperre]] zu einem eklatanten Schwund der deutschen Besucher. Eine große Renovierung wurde [[1939]] für eine Million Reichsmark vom Deutschen Reich sowie von Stadt und Land Salzburg durchgeführt. Dabei wurden viel Stuckatur und Gold entfernt und die Fassade neu gebaut. Die Wiedereröffnung fand mit Mozarts "''Entführung''" unter dem Dirigenten [[Karl Böhm]] und in Anwesenheit [[Adolf Hitler]]s statt. [[1940]] wurde das Haus in „Landestheater“ umbenannt, [[1944]] wegen des Krieges und der [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriffe]] geschlossen, dann abermals renoviert.
 
  
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===
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In zehn Jahren unter der Intendanz von [[Lutz Hochstraate]] seit [[1986]] gab es in diesem Hause
Nach dem Krieg benutzten die Amerikaner, die das Haus beschlagnahmt hatten, den heutigen Ballettsaal als Filmprüfstelle, im heutigen Logenfoyer entstand das erste [[ORF Landesstudio Salzburg|ORF]]-Studio. Intendant war im Konzentrationslager überlebende [[Johannes von Hamme]]. Dieser stellte, erst 14 Tage im Amt, im November [[1945]] bereits neue Operettenkräfte vor: [[Fred Kraus]] (Tenor), Marga Randolph (Sängerin), Rob. Montama (Tenor), Ika von Kniep (Soubrette) und Jory Wagner (Tenorbufio).<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19451123&seite=4&zoom=33 ANNO], [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 23. November 1945, Seite 4</ref>
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* zahlreiche Uraufführungen, wie z. B. Rolf Hochhuths "Arbeitlose oder Das Recht auf Arbeit",
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* Opern von Gerhard Schedl wie "Glaube Liebe Hoffnung",  
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* Inszenierungen von [[Hermann Prey]] ("[[Die Hochzeit des Figaro]]"), [[Harry Kupfer]], in dessen "Zauberflöte" der unvergessene [[Walter Berry]] den Sarastro gab, [[Karl Ernst]] und [[Ursel Herrmann]], in deren "Die Zauberflöte" [[1991]] [[Christine Schäfer]] als ''Pamina'' von hier aus Karriere machte, oder [[Christine Mielitz]] ("Così fan tutte" [[2002]]/[[2003]]);
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* weiters Auftritte international bekannter Schauspieler wie Michael Heltau (Klemperer-Lesung) und Will Quadflieg (Goethe-Rezitation), Wolfgang Gasser (z. B. als der "Unbestechliche"), Fritz Muliar ("Sibirien"), [[Karl Merkatz]] ("Der Bockerer"), Heinz Trixner ("Furtwängler" ) oder Mathieu Carrière als Michail Bulgakow in der Uraufführung "Der Dichter und sein Diktator" von Maria G. Hofmann (2002/2003), in vielen Produktionen [[Julia Gschnitzer]] (z. B. "Geschichten aus dem Wienerwald" 2001/2002, "Am Ziel" von [[Thomas Bernhard]] 2001/2002) oder [[Georg Schuchter]] als ''Torquato Tasso'', als schüchterner Kontrabassist ("Der Kontrabaß") oder als ''Mephisto'' im "[[Faust]]".  
  
Am [[5. Februar]] [[1951]] wurde [[Peter Stanchina]] Direktor des Landestheaters.
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2003/2004 fand die bisher letzte umfassende Renovierung statt. Am [[13. Juni]] [[2004]] beschloss eine Aufführung vom Mozarts "[[Le Nozze di Figaro|Hochzeit des Figaro]]" die 18-jährige Intendanz Hochstraates.
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Mit der Spielzeit [[2004]]/[[2005]] übernahm [[Peter Dolder]] die Leitung des Hauses. Am [[26. November]] [[2007]] wurde [[Carl Philip von Maldeghem]] zum neuen Intendanten des Salzburger Landestheaters ab der Saison [[2009]]/[[2010]] bestellt.
  
Am [[18. Juni]] [[1949]] gelangte das symphonische Ballett „''Atalanta''“ von Vittorio Gnecchi zur Welturaufführung.
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=== Musical 2011: ''The Sound of Music'' ===
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Im Mai [[2012]] gab das Salzburger Landestheater bekannt, dass alle 35 Vorstellungen des Musicals ''[[The Sound of Music (Musical)|The Sound of Music]]'' der Saison [[2011]]/2012 zu 100 Prozent ausverkauft waren und dem Haus damit den größten kommerziellen Erfolg seiner Geschichte bescherten. Das Musical wurde als Wiederaufnahme in den darauf folgenden Jahren erfolgreich weiter gespielt, die 100. Vorstellung am [[6. Mai]] [[2017]] mit einem Festakt gefeiert.
  
=== Das Landestheater ===
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=== Affäre B. (2012) ===
Das [[Land Salzburg]] und die [[Stadt Salzburg]] kommen seit (Jahr nicht nicht bekannt) gemeinsam als Rechtsträger zu je 50 % für die Erhaltung und den Betrieb auf. [[1961]] wurde der Orchestergraben vergrößert, [[1971]] die [[Salzburger Kammerspiele]] mit "''Change''" von Wolfgang Bauer im ehemaligen [[Hotel Mirabell|Mirabell-Casino]] eröffnet. [[1975]] wurde im Großen Haus die Drehbühne eingebaut.  
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Im Juni 2012 erhob eine Mitarbeiterin des Salzburger Landestheaters schwere Vorwürfe gegen den kaufmännischen Direktor B. Dieser habe eine SMS mit sexistischem Inhalt an sie geschickt. B. wehrte sich. Nachdem sich die Vorwürfe erhärtet hatten, sprach [[LH-Stv]]. und Kulturreferent Mag. [[David Brenner]] ([[SPÖ]]) nach einer dreistündigen Sitzung des zehnköpfigen Theaterausschusses, in deren Verlauf auch B. angehört wurde, B.s Entlassung aus. Im nachfolgenden Prozess einigten sich dann beide Parteien zur Überraschung von Richter [[Herbert Moritz (Richter)|Herbert Moritz]] auf Vergleichsverhandlungen. Der Kompromissvorschlag: Die Entlassung wird in eine einvernehmliche Kündigung umgewandelt. Der Angestellte wird vom Dienst freigestellt. Er soll bis März 2013 sein Gehalt weiterbeziehen, dazu 25.000 Euro Abschlagszahlung erhalten. Er soll insgesamt rund 100.000 Euro erhalten. Er und das Land zahlen jeweils die eigenen Anwaltskosten. David Brenner musste den Theaterausschuss dazu befragen. Dieser stimmte am [[29. Oktober]] 2012 der Lösung zu – B. wird 104.000 Euro Gehaltsfortzahlung und Entschädigung bekommen.<ref>{{Quelle SN|31. Oktober 2012}}</ref>
  
In den Jahren unter der Intendanz von [[Lutz Hochstraate]] seit [[1986]] gab es in diesem Hause zahlreiche Uraufführungen, wie z. B. Rolf Hochhuths "''Arbeitlose oder Das Recht auf Arbeit''", Opern von Gerhard Schedl wie "''Glaube Liebe Hoffnung''", Inszenierungen von [[Hermann Prey]] ("''Hochzeit des Figaro''"), [[Harry Kupfer]], in dessen "''Zauberflöte''" der unvergessene [[Walter Berry]] den Sarastro gab, [[Karl Ernst]] und [[Ursel Herrmann]], in deren "''Die Zauberflöte''" [[1991]] [[Christine Schäfer]] als ''Pamina'' von hier aus Karriere machte, [[Christine Mielitz]] ("''Così fan tutte''" 2002/2003);
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[[Datei:2025 09 27 Salzburger Landestheater 02.jpg|thumb|Blick zur Decke, 2025.]]  
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[[Datei:2025 09 27 Salzburger Landestheater 03.jpg|thumb|Blick zur Decke, 2025.]]  
  
Weiters Auftritte international bekannter Schauspieler wie Michael Heltau (Klemperer-Lesung) und Will Quadflieg (Goethe-Rezitation), Wolfgang Gasser (z. B. als der "''Unbestechliche''"), Fritz Muliar ("''Sibirien''"), [[Karl Merkatz]] ("''Der Bockerer''"), Heinz Trixner ("''Furtwängler''" ) oder Mathieu Carrière als Michail Bulgakow in der Uraufführung "''Der Dichter und sein Diktator''" von Maria G. Hofmann (2002/2003), in vielen Produktionen Julia Gschnitzer (z. B. "''Geschichten aus dem Wienerwald''" 2001/2002, "''Am Ziel''" von [[Thomas Bernhard]] 2001/2002) oder Georg Schuchter als ''Torquato Tasso'', als schüchterner Kontrabassist ("''Der Kontrabaß''") oder als ''Mephisto'' im "''Faust''".  
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=== 2022: Sanierung und Ausweichquartier in einem Zirkuszelt ===
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Um 13,6 Millionen Euro wurde das Landestheater [[2022]] saniert. Ein schwerwiegendes Projekt bei den Sanierungen war jenes der Wiederaufbereitung der Goldelemente an der Logenbrüstung. Diese wurden im Zuge der Vorarbeiten mit dem Landesdenkmalamt entdeckt. Die originale Stuckatur aus Gold aus dem Jahr 1893 wurde in den [[1930er]]-Jahren nämlich in weiß und grau übermalt. Außerdem wurde die Bühnentechnik modernisiert. Wo sich vorher noch 27 Züge befanden, die händisch gezogen werden missten, war nach der Sanierung ein elektrisches Pendant vorhanden. Die Akustik wurde ebenso einer Veränderung unterzogen. Weiters wurden alle Stühle in den Logen und am Parterre durch neue ersetzt. Auch der aktuell knackende und knarzende Balkon wurde erneuert. Das alles geschah in Zusammenarbeit mit der [[Liefering]]er Architekturwerkstatt Zopf.
  
2003/2004 fand die bisher letzte umfassende Renovierung statt. Am [[13. Juni]] [[2004]] beschloss eine Aufführung vom Mozarts ''Hochzeit des Figaro'' die 18-jährige Intendanz Hochstraates.
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Die Vorstellungen mussten währenddessen in ein Zirkuszelt beim [[Messezentrum]] ausweichen. Auf der sogenannten Zirkuswiese, einer über 8&nbsp;000 m² großen Außenfläche des Messezentrums, wurde eine nostalgische Zeltstadt errichtet. Herz dieser Zeltstadt war ein Circuszelt mit einem Durch­messer von 36 Metern der Firma Wagner – ein ehemaliges Zelt des Circus Roncalli. Es bot Platz für 990 Besucher.
  
Mit der Spielzeit 2004/2005 übernahm [[Peter Dolder]] die Leitung des Hauses. Am [[26. November]] [[2007]] wurde [[Carl Philip von Maldeghem]] zum neuen Intendanten des Salzburger Landestheaters ab der Saison 2009/2010 bestellt.
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[[Datei:2025 09 27 Salzburger Landestheater 04.jpg|thumb|Der große Luster, 2025.]]  
  
=== Musical 2011: The Sound of Music ===
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In der Spielanordnung der Manege waren vier Produktionen angesiedelt, die bewusst mit der kreis­runden Bühne umgehen und neue artistische Möglichkeiten ausreizen konnten – unter anderem mit einem gigantischen ''Wheel of Steel'', mit Akrobatik, Jonglage und der Arbeit mit circustypischen Geräten wie Ring, Trapez, Seil und Tuch. Seit Mitte Dezember 2021 arbeiteten die Darsteller des Salzburger Landestheaters dafür mit den Profis des [[Cirkus-TrainingsCentrum Salzburg|Circus-TrainingCentrums Salzburg]] zusammen. Ödön von Horvaths "Kasimir und Karoline" feierte als erste Produktion am [[7. Mai]] Premiere, gefolgt vom Musical "Cabaret" von John Kander am [[13. Mai]] und der Opernproduktion "Carmen" von Georges Bizet am [[20. Mai]]. Am [[12. Juni]] erlebte "Peter Pan" von George Stiles seine Premiere. Gespielt wurde bis [[22. Juni]] 2022. Im Herbst gab es die Vorstellungen in der [[Felsenreitschule]], wo am [[1. Oktober]] die Premiere vom "Rosenkavalier" stattfand.
Im Mai 2012 gab das Salzburger Landestheater bei einem Pressegespräch bekannt, dass alle 35 Vorstellungen des Musicals [[The Sound of Music (Musical)|The Sound of Music]] der Saison 2011/2012 zu 100 Prozent ausverkauft waren und dem Haus damit den größten kommerziellen Erfolg seiner Geschichte bescherten. Das Musical wurde als Wiederaufnahme in den darauf folgenden Jahren erfolgreich weiter gespielt und die 100. Vorstellung am 6. Mai 2017 mit einem Festakt gefeiert.  
 
  
=== Affäre B. (2012) ===
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[[Datei:2025 09 27 Salzburger Landestheater 06.jpg|thumb|Blick in den Licht- und Tonregieraum im rückwärtigen Zuschauerraum, 2025.]]
Im Juni 2012 erhob eine Mitarbeiterin des Salzburger Landestheaters schwere Vorwürfe gegen den kaufmännischen Direktor B. Dieser hätte eine SMS mit sexistischem Inhalt an sie geschickt. B wehrte sich. Nachdem sich die Vorwürfe erhärtet hatten, sprach [[Landeshauptmann-Stellvertreter|LH-Stv]]. und Kulturreferent Mag. [[David Brenner]] ([[SPÖ]]) im Gefolge einer dreistündigen Sitzung des zehnköpfigen Theaterausschusses, in deren Verlauf auch B angehört wurde, B.s Entlassung aus. Im nachfolgenden Prozess einigten sich dann beide Parteien zur Überraschung von Richter [[Herbert Moritz (Richter)|Herbert Moritz]] auf Vergleichsverhandlungen. Der Kompromissvorschlag: Die Entlassung wird in eine einvernehmliche Kündigung umgewandelt. Der Angestellte wird vom Dienst freigestellt. Er soll bis März 2013 sein Gehalt weiterbeziehen, dazu 25.000 Euro Abschlagszahlung erhalten. Er soll insgesamt rund 100.000 Euro erhalten. Er und das Land zahlen jeweils die eigenen Anwaltskosten. David Brenner musste den Theaterausschuss dazu befragen. Dieser stimmte am 29. Oktober 2012 der Lösung zu – B. wird 104.000 Euro Gehaltsfortzahlung und Entschädigung bekommen.<ref>{{Quelle SN|31. Oktober 2012}}</ref>
 
  
==Technik==
+
== Intendanten ==
Das Salzburger Landestheater verfügt über ein [[Induktionsgestütztes Lautsprechersystem]] und ermöglicht - bei entsprechender Wartung der Anlage - Hörbeeinträchtigten das barrierefreie Hören in den Aufführungen.
+
:''siehe [[Intendant des Salzburger Landestheaters|Intendanten und Direktoren des Salzburger Landestheaters]]
  
==Intendanten==
+
== Bühnenbildner ==
* [[1780]]: [[Emanuel Schikaneder]]
+
* Andy Fuchs<ref name="diff">[https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Salzburger_Landestheater&type=revision&diff=1256658&oldid=1238409 Benutzer Peter Krackowizer (2019)]</ref>
* [[1795]]: [[Franz Anton von Weber]]
+
* [[Franz Schaffgotsch]]<ref name="diff"/>
* [[1806]]: [[Andre Schopf]]
 
* [[1893]]–1899: [[Anton Lechner]]
 
* [[1899]]–1900: [[Toni Pletzer]]
 
* [[1900]]–mindestens [[1932]]: [[Paul Blasel]], mit Unterbrechungen in den Jahren [[1902]]/[[1903]] und [[1920]]/[[1921]]
 
:mit Kriegsbeginn ([[Erster Weltkrieg]] wurde das Theater vorerst für 3 Monate gesperrt; danach wurde die ganze Kriegszeit zu "Friedensgagen" - eine Einzelerscheinung auf allen deutschen Bühnen - durchgespielt. [[1920]] trat Blasel von der Direktion zurück, weil er die Einführung der Oper als ständiges Ensemble neben Schauspiel und Operette als eine für das hiesige Theater schwere Belastung ansah. Die Verhältnisse gaben ihm Recht, als das Stadttheater trotz gutem Besuch nach zwei Jahren finanziell zusammen brach. [[1922]] schloss sich das Personal unter Direktor Blasel neu zusammen und wird seither auf Teilung gespielt. Seither haben wir es mit einem sozialisierten Betriebe zu tun. Das darstellende Personal, das technische Personal und das Orchester bilden eine Gesellschaft nach Bürgerlichem Recht.
 
  
* [[1942]]–[[1943]]: [[Erwin Kerber]]
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[[Datei:2025 09 27 Salzburger Landestheater 08.jpg|thumb|Blick in zwei Logen.]]
* [[1943]]–[[1944]]: [[Peter Stanchina]]
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[[Datei:2025 09 27 Salzburger Landestheater 09.jpg|thumb|Stuckfiguren unterhalb der Logen.]]
  
* [[1951]]–1957: Peter Stanchina (erneut)
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=== Künstler ===
* [[1957]]–1962: [[Fritz Klingenbeck]]
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Berühmte Künstler begannen ihre Karriere an diesem Haus: Max Reinhardt [[1893]]/[[1894]], [[Robert Stolz]] [[1902]]/[[1903]] und [[Nico Dostal]] [[1921]] bis [[1924]]. Nicht minder prominent sind die Künstler, die ab [[1893]] und im [[20. Jahrhundert]] hier wirkten und die anfangs durch einen so genannten "Korsarenbrief" zu einem umfangreichen "eisernen Repertoire" und dem Aufkommen für ihre Garderobe verpflichtet waren. Außer dem erwähnten Max Reinhardt waren es unter vielen anderen
* [[1962]]–1964: [[Hellmuth Matiasek]]
 
* [[1964]]–1967: [[Fritz Herterich]]
 
* [[1967]]–1974: [[Gandolf Buschbeck]]
 
* [[1974]]–1981: [[Karlheinz Haberland]]
 
* [[1981]]–1986: [[Federik Mirdita]]
 
* [[1986]]–2004: [[Lutz Hochstraate]]
 
* [[2004]]–2009: [[Peter Dolder]]
 
* ab [[2009]]: [[Carl Philip von Maldeghem]]
 
  
=== Bühnenbildner ===
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:Albert Bassermann, [[Alexander Moissi]], [[Anna Bahr-Mildenburg]], Asta Nielsen, [[Alma Seidler]], Hansi Niese, [[Richard Tauber]], Rosa Albach-Retty, Adele Sandrock, Erich Ponto, [[Max Mell]], [[Hans Moser (Volksschauspieler)|Hans Moser]], [[Carl Zuckmayer]], [[Karl Böhm]], [[Maria Cebotari]], [[Susi Nicoletti]], [[Josef Meinrad]], [[Hellmuth Matiasek]] (der auch Intendant war und später die hier engagierte [[Cornelia Froboess]] heiratete), [[Kurt Weinzierl]], [[Karl Merkatz]], [[Raoul Aslan]], [[Hugo Lindinger]], [[Werner Schneyder]], Walter Giller, [[Franz Muxeneder]], [[Boris Rubaschkin]], Heinz Rohn, [[Klaus Maria Brandauer]], [[Margot Werner]] als Balletteuse, Günther Schneider-Siemssen, Maria Tiboldi, Hermann Leopoldi, Tilla Durieux, [[Max Pallenberg]], [[Fritz Muliar]], [[Johannes Heesters]], [[Heinz Hilpert]], Karl Schönböck, Marika Rökk, [[Lola Müthel]], Annie Rosar, Sieghardt Rupp, Helge Roswaenge, [[Otto Schenk]], [[Magda Schneider]], Leo Slezak, [[Giuseppe Taddei]], [[Bruno Walter]], [[Hans Thimig]] oder [[Werner Friedl]].
* [[Andy Fuchs]]
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* [[Franz Schaffgotsch]]
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== Daten und Fakten Spielzeit 2023/2024 ==
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* Vorstellungen Spielzeit 2023/2024: 421
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* Gesamtanzahl Besucher Spielzeit 2023/2024: rund 160&nbsp;000, davon rund 32&nbsp;400 Schüler und Jugendliche, 330 Workshops der Theaterpädagogik wurden in dieser Zeit abgehalten.
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* Maximale Besucheranzahl im Haus: 700
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* Preis günstigste Karte: Sieben Euro für Schüler, acht Euro auf dem Balkon
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* Das Land Salzburg unterstützt das Haus in der Spielzeit 2024/2025 mit rund 10,47 Millionen Euro.
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* Zirka 280 Personen arbeiten am Landestheater.
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* Das Theater verfügt über 40&nbsp;000 Kostüme, das älteste erhaltene Kostüm ist aus den [[1920er]]-Jahren.
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* Rund zwei Kilo Makeup werden jährlich benötigt.
  
 
==Bilder ==
 
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== Literatur ==
 
== Literatur ==
* [[Das Buch der Stadt Salzburg]]: ''Das [[Landestheater|Stadttheater]] (Nationalrat [[Josef Franz Witternigg]])'', [[1932]], Seite 109 f
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* [[Das Buch der Stadt Salzburg]]: ''Das [[Landestheater|Stadttheater]] (Nationalrat [[Josef Franz Witternigg]])'', [[1932]], Seiten 109 f
* [[Lutz Hochstraate|Hochstraate, Lutz ]] (Hrsg): ''"100 Jahre Haus am Markartplatz" - Salzburger Landestheater'', 1993, [[Verlag Alfred Winter]], ISBN 3-85380-060-2, Redaktion Dr. [[Christian Fuchs]], zur Baugeschichte des Landestheaters und über 100 Jahre Theatergeschichte und -leben, erzählt anhand der bedeutender Persönlichkeiten, Schauspieler, Sänger, Tänzer und Produktionen. Portrait von Lutz Hochstraate
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* [[Lutz Hochstraate|Hochstraate, Lutz]] (Hrsg): ''"100 Jahre Haus am Makartplatz" Salzburger Landestheater'', 1993, [[Verlag Alfred Winter]], ISBN 3-85380-060-2, Redaktion Dr. Christian Fuchs, zur Baugeschichte des Landestheaters und über 100 Jahre Theatergeschichte und -&#8209;leben, erzählt anhand der bedeutender Persönlichkeiten, Schauspieler, Sänger, Tänzer und Produktionen. Portrait von Lutz Hochstraate
 
 
== Weblinks ==
 
* [http://www.pharus-plan.de/karten/1477a-Pharus-Historischer-Stadtplan-Salzburg-1930-Ausschnitt-Kurgarten.jpg historischer Kartenausschnitt] um 1930, auf dem "Stadttheater" steht
 
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbt&datum=19461231&seite=8&zoom=33&query=%22Neujahrsw%C3%BCnsche%22&ref=anno-search ANNO], [[Salzburger Tagblatt]], Ausgabe vom 31. Dezember 1946, Seite 8: "Aus der Vergangenheit unseres Theaters"
 
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
 
{{Homepage|http://www.salzburger-landestheater.at}}
 
{{Homepage|http://www.salzburger-landestheater.at}}
* {{Quelle SN|27. Oktober 2012}}
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* {{Quelle SN|27. Oktober 2012 und 9. März 2022}}
==== Einzelnachweise ====
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* [https://www.salzburger-landestheater.at/de/presse/2021-2022.html www.salzburger-landestheater.at/de/presse], abgefragt am 9. März 2022
 +
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://www.salzburg.gv.at/magazin/seiten/salzburgs-landestheater-feiert-jubilaeum 23. März 2025], Daten und Fakten Spielzeit 2023/2024
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== Einzelnachweise ==
 
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Aktuelle Version vom 1. Dezember 2025, 20:05 Uhr

Das Landestheater 2021.
Das Landestheater in der Festspielzeit 2011 bei Nacht.

Das Salzburger Landestheater ist eine in der Landeshauptstadt Salzburg situierte Bühneninstitution

Allgemeines

Das Theater hat eigene Ensembles für Schauspiel, Ballett und Musiktheater (Oper, Operette, Musical), die auch in der Sparte "Junges Land" zum Einsatz kommen. Das Repertoire des Hauses besteht aus zeitgenössischen und klassischen Werken mit 400 Vorstellungen pro Spielzeit. Insgesamt arbeiten (2015) am Salzburger Landestheater 340 Personen aus 35 verschiedenen Ländern.

 
Das Landestheater in der Nacht, November 2025.

Das Theater hat einen Bildungsauftrag zu erfüllen, der es zur Pflege des Kulturgutes in verschiedenen künstlerischen Sparten, insbesondere der darstellenden Kunst, der Musik und der Literatur verpflichtet; es hat dabei vor allem folgende Aufgaben wahrzunehmen:[1]

  • Durchführung von musikalischen Veranstaltungen, Schauspielen, Ballettaufführungen u.dgl.
  • Förderung der zeitgenössischen Theaterkunst
  • Vermittlung des klassischen Theaterschaffens
  • Förderung der berufsbegleitenden Weiterbildung von darstellenden Künstlern, Regisseuren und von Nachwuchskräften in künstlerischen Nebenberufen sowie des Bühnen-, Werkstätten- und Verwaltungspersonals
  • Schaffung einer Begegnungsstätte für kultur- und gesellschaftspolitische Strömungen

Das Theater befindet sich in der Landeshauptstadt Salzburg in der rechtsufrigen Altstadt an der Kreuzung Schwarzstraße/Makartplatz.

 
Das Salzburger Landestheater 2021.

Trägerschaft

Rechtsträger des Landestheaters ist das Land Salzburg. Land und Stadt Salzburg bilden zur Betriebsführung und Finanzierung des Landestheaters eine Arbeitsgemeinschaft. Im zugrundeliegenden Vertrag haben sich die beiden Partner verpflichtet, den Gebarungsabgang des Haushaltsplanes je zur Hälfte zu tragen, kommen also zu je 50 % für die Erhaltung und den Betrieb des Landestheaters auf.[2]

Technik

Das Salzburger Landestheater verfügt über ein Induktionsgestütztes Lautsprechersystem und ermöglicht Hörbeeinträchtigten in den Aufführungen das barrierefreie Hören.

Geschichte

Im Artikel vom Salzburger Hoftheater zum Salzburger Stadttheater wird die Geschichte dieses Theaters von seiner Entstehung als "Ballhaus" unter Fürsterzbischof Paris Graf Lodron bis zum Stadttheater der 1920er-Jahre beschrieben. Anlässlich 400 Jahre Theater am Mirabellgarten fand am Samstag, den 27. September 2025 ein Tag der offenen Tür

Das Theater zur NS-Zeit

1933 kam es durch die Einführung der 1000-Mark-Sperre, mit der Adolf Hitler die österreichische Regierung unter Druck setzte, zu einem eklatanten Schwund der deutschen Besucher.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich erfolgte 1939 eine große Renovierung für eine Million Reichsmark vom Deutschen Reich sowie von Stadt und Land Salzburg. Dabei wurden viel Stuckatur und Gold entfernt und die Fassade neu errichtet. Die Wiedereröffnung fand mit Mozarts "Entführung aus dem Serail" unter dem Dirigenten Karl Böhm und in Anwesenheit Adolf Hitlers statt.

Das Stadttheater wird Landestheater

Im April 1940 wurde das Haus in "Landestheater" umbenannt,[3] 1944 wegen des Krieges und der Bombenangriffe geschlossen, dann abermals renoviert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Krieg benutzten die Amerikaner, die das Haus beschlagnahmt hatten, den heutigen Ballettsaal als Filmprüfstelle, im heutigen Logenfoyer entstand das erste ORF-Studio. Intendant war der Konzentrationslager-Überlebende Johannes van Hamme. Dieser stellte, erst 14 Tage im Amt, im November 1945 bereits neue Operettenkräfte vor: Fred Kraus (Tenor), Marga Randolph (Sängerin), Robert Montana (Tenor), Ika von Kniep (Soubrette) und Jory Wagner (Tenorbuffo).[4]

 
Blick zum Orchestergraben und zur Bühne, 2025.

Am 5. Februar 1951 wurde Peter Stanchina Direktor des Landestheaters.

Am 18. Juni 1949 gelangte das symphonische Ballett "Atalanta" von Vittorio Gnecchi zur Welturaufführung.

1961 wurde der Orchestergraben vergrößert, 1971 die Salzburger Kammerspiele mit "Change" von Wolfgang Bauer im ehemaligen Mirabell-Casino eröffnet. 1975 wurde im Großen Haus die Drehbühne eingebaut.

 
Blick zu den oberen Rängen und zur Decke, 2025.

In zehn Jahren unter der Intendanz von Lutz Hochstraate seit 1986 gab es in diesem Hause

  • zahlreiche Uraufführungen, wie z. B. Rolf Hochhuths "Arbeitlose oder Das Recht auf Arbeit",
  • Opern von Gerhard Schedl wie "Glaube Liebe Hoffnung",
  • Inszenierungen von Hermann Prey ("Die Hochzeit des Figaro"), Harry Kupfer, in dessen "Zauberflöte" der unvergessene Walter Berry den Sarastro gab, Karl Ernst und Ursel Herrmann, in deren "Die Zauberflöte" 1991 Christine Schäfer als Pamina von hier aus Karriere machte, oder Christine Mielitz ("Così fan tutte" 2002/2003);
  • weiters Auftritte international bekannter Schauspieler wie Michael Heltau (Klemperer-Lesung) und Will Quadflieg (Goethe-Rezitation), Wolfgang Gasser (z. B. als der "Unbestechliche"), Fritz Muliar ("Sibirien"), Karl Merkatz ("Der Bockerer"), Heinz Trixner ("Furtwängler" ) oder Mathieu Carrière als Michail Bulgakow in der Uraufführung "Der Dichter und sein Diktator" von Maria G. Hofmann (2002/2003), in vielen Produktionen Julia Gschnitzer (z. B. "Geschichten aus dem Wienerwald" 2001/2002, "Am Ziel" von Thomas Bernhard 2001/2002) oder Georg Schuchter als Torquato Tasso, als schüchterner Kontrabassist ("Der Kontrabaß") oder als Mephisto im "Faust".

2003/2004 fand die bisher letzte umfassende Renovierung statt. Am 13. Juni 2004 beschloss eine Aufführung vom Mozarts "Hochzeit des Figaro" die 18-jährige Intendanz Hochstraates.

Mit der Spielzeit 2004/2005 übernahm Peter Dolder die Leitung des Hauses. Am 26. November 2007 wurde Carl Philip von Maldeghem zum neuen Intendanten des Salzburger Landestheaters ab der Saison 2009/2010 bestellt.

Musical 2011: The Sound of Music

Im Mai 2012 gab das Salzburger Landestheater bekannt, dass alle 35 Vorstellungen des Musicals The Sound of Music der Saison 2011/2012 zu 100 Prozent ausverkauft waren und dem Haus damit den größten kommerziellen Erfolg seiner Geschichte bescherten. Das Musical wurde als Wiederaufnahme in den darauf folgenden Jahren erfolgreich weiter gespielt, die 100. Vorstellung am 6. Mai 2017 mit einem Festakt gefeiert.

Affäre B. (2012)

Im Juni 2012 erhob eine Mitarbeiterin des Salzburger Landestheaters schwere Vorwürfe gegen den kaufmännischen Direktor B. Dieser habe eine SMS mit sexistischem Inhalt an sie geschickt. B. wehrte sich. Nachdem sich die Vorwürfe erhärtet hatten, sprach LH-Stv. und Kulturreferent Mag. David Brenner (SPÖ) nach einer dreistündigen Sitzung des zehnköpfigen Theaterausschusses, in deren Verlauf auch B. angehört wurde, B.s Entlassung aus. Im nachfolgenden Prozess einigten sich dann beide Parteien zur Überraschung von Richter Herbert Moritz auf Vergleichsverhandlungen. Der Kompromissvorschlag: Die Entlassung wird in eine einvernehmliche Kündigung umgewandelt. Der Angestellte wird vom Dienst freigestellt. Er soll bis März 2013 sein Gehalt weiterbeziehen, dazu 25.000 Euro Abschlagszahlung erhalten. Er soll insgesamt rund 100.000 Euro erhalten. Er und das Land zahlen jeweils die eigenen Anwaltskosten. David Brenner musste den Theaterausschuss dazu befragen. Dieser stimmte am 29. Oktober 2012 der Lösung zu – B. wird 104.000 Euro Gehaltsfortzahlung und Entschädigung bekommen.[5]

 
Blick zur Decke, 2025.
 
Blick zur Decke, 2025.

2022: Sanierung und Ausweichquartier in einem Zirkuszelt

Um 13,6 Millionen Euro wurde das Landestheater 2022 saniert. Ein schwerwiegendes Projekt bei den Sanierungen war jenes der Wiederaufbereitung der Goldelemente an der Logenbrüstung. Diese wurden im Zuge der Vorarbeiten mit dem Landesdenkmalamt entdeckt. Die originale Stuckatur aus Gold aus dem Jahr 1893 wurde in den 1930er-Jahren nämlich in weiß und grau übermalt. Außerdem wurde die Bühnentechnik modernisiert. Wo sich vorher noch 27 Züge befanden, die händisch gezogen werden missten, war nach der Sanierung ein elektrisches Pendant vorhanden. Die Akustik wurde ebenso einer Veränderung unterzogen. Weiters wurden alle Stühle in den Logen und am Parterre durch neue ersetzt. Auch der aktuell knackende und knarzende Balkon wurde erneuert. Das alles geschah in Zusammenarbeit mit der Lieferinger Architekturwerkstatt Zopf.

Die Vorstellungen mussten währenddessen in ein Zirkuszelt beim Messezentrum ausweichen. Auf der sogenannten Zirkuswiese, einer über 8 000 m² großen Außenfläche des Messezentrums, wurde eine nostalgische Zeltstadt errichtet. Herz dieser Zeltstadt war ein Circuszelt mit einem Durch­messer von 36 Metern der Firma Wagner – ein ehemaliges Zelt des Circus Roncalli. Es bot Platz für 990 Besucher.

 
Der große Luster, 2025.

In der Spielanordnung der Manege waren vier Produktionen angesiedelt, die bewusst mit der kreis­runden Bühne umgehen und neue artistische Möglichkeiten ausreizen konnten – unter anderem mit einem gigantischen Wheel of Steel, mit Akrobatik, Jonglage und der Arbeit mit circustypischen Geräten wie Ring, Trapez, Seil und Tuch. Seit Mitte Dezember 2021 arbeiteten die Darsteller des Salzburger Landestheaters dafür mit den Profis des Circus-TrainingCentrums Salzburg zusammen. Ödön von Horvaths "Kasimir und Karoline" feierte als erste Produktion am 7. Mai Premiere, gefolgt vom Musical "Cabaret" von John Kander am 13. Mai und der Opernproduktion "Carmen" von Georges Bizet am 20. Mai. Am 12. Juni erlebte "Peter Pan" von George Stiles seine Premiere. Gespielt wurde bis 22. Juni 2022. Im Herbst gab es die Vorstellungen in der Felsenreitschule, wo am 1. Oktober die Premiere vom "Rosenkavalier" stattfand.

 
Blick in den Licht- und Tonregieraum im rückwärtigen Zuschauerraum, 2025.

Intendanten

siehe Intendanten und Direktoren des Salzburger Landestheaters

Bühnenbildner

 
Blick in zwei Logen.
 
Stuckfiguren unterhalb der Logen.

Künstler

Berühmte Künstler begannen ihre Karriere an diesem Haus: Max Reinhardt 1893/1894, Robert Stolz 1902/1903 und Nico Dostal 1921 bis 1924. Nicht minder prominent sind die Künstler, die ab 1893 und im 20. Jahrhundert hier wirkten und die anfangs durch einen so genannten "Korsarenbrief" zu einem umfangreichen "eisernen Repertoire" und dem Aufkommen für ihre Garderobe verpflichtet waren. Außer dem erwähnten Max Reinhardt waren es unter vielen anderen

Albert Bassermann, Alexander Moissi, Anna Bahr-Mildenburg, Asta Nielsen, Alma Seidler, Hansi Niese, Richard Tauber, Rosa Albach-Retty, Adele Sandrock, Erich Ponto, Max Mell, Hans Moser, Carl Zuckmayer, Karl Böhm, Maria Cebotari, Susi Nicoletti, Josef Meinrad, Hellmuth Matiasek (der auch Intendant war und später die hier engagierte Cornelia Froboess heiratete), Kurt Weinzierl, Karl Merkatz, Raoul Aslan, Hugo Lindinger, Werner Schneyder, Walter Giller, Franz Muxeneder, Boris Rubaschkin, Heinz Rohn, Klaus Maria Brandauer, Margot Werner als Balletteuse, Günther Schneider-Siemssen, Maria Tiboldi, Hermann Leopoldi, Tilla Durieux, Max Pallenberg, Fritz Muliar, Johannes Heesters, Heinz Hilpert, Karl Schönböck, Marika Rökk, Lola Müthel, Annie Rosar, Sieghardt Rupp, Helge Roswaenge, Otto Schenk, Magda Schneider, Leo Slezak, Giuseppe Taddei, Bruno Walter, Hans Thimig oder Werner Friedl.

Daten und Fakten Spielzeit 2023/2024

  • Vorstellungen Spielzeit 2023/2024: 421
  • Gesamtanzahl Besucher Spielzeit 2023/2024: rund 160 000, davon rund 32 400 Schüler und Jugendliche, 330 Workshops der Theaterpädagogik wurden in dieser Zeit abgehalten.
  • Maximale Besucheranzahl im Haus: 700
  • Preis günstigste Karte: Sieben Euro für Schüler, acht Euro auf dem Balkon
  • Das Land Salzburg unterstützt das Haus in der Spielzeit 2024/2025 mit rund 10,47 Millionen Euro.
  • Zirka 280 Personen arbeiten am Landestheater.
  • Das Theater verfügt über 40 000 Kostüme, das älteste erhaltene Kostüm ist aus den 1920er-Jahren.
  • Rund zwei Kilo Makeup werden jährlich benötigt.

Bilder

  Salzburger Landestheater – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. Landesvoranschlag 2021, S. 494: Erläuterung zum Haushaltsansatz 32300
  2. Betriebsführungsvertrag vom 25.04.2016, zitiert im Landesvoranschlag 2021 (siehe vorige Fußnote); davor Betriebsführungsvertrag vom 2.12.1994 (siehe Landesvoranschlag 2012, Erläuterung zum Haushaltsansatz 1/32300.
  3. ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 24. April 1940, Seite 5
  4. Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 23. November 1945, Seite 4 (ANNO)
  5. "Salzburger Nachrichten", 31. Oktober 2012
  6. 6,0 6,1 Benutzer Peter Krackowizer (2019)