Hagenauer

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Stammwappen der Herren von Hagenau, Helmzier der österreichischen Linien

Die Hagenauer sind ein altes, ursprünglich bairisches edelfreies Geschlecht, das im Jahr 994 mit dem Freisinger Bischof "Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau" erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie stammen aus der Gegend um Freising in Bayern; ihr Stammsitz bei Schrobenhausen (nordwestlich von Freising) war der Forst und Edelsitz Hagenau, von dem sich ihr Name ableitet.

Herkunft

Hauptartikel Hagenauer - ihre Herkunft

Die Geschichte der Hagenauer haben Historiker in den Freisinger Urkunden an Hand von Leitnamen und nach der Lage von Erbgütern bis in das Jahr 763/764 zurückverfolgt. Die Abstammung der Herren von Hagenau vermutet man als Seitenlinie aus der Sippe der Huosi, einem mächtigen frühmittelalterlichen Adelsgeschlecht aus Oberbayern (635 im Lex Baiuvariorum erwähnt). 763/764 wurden ein Abt Reginbert (Reginperht) und sein Bruder Irmenfried als Gründer des Klosters Scharnitz urkundlich genannt. In den Freisinger Urkunden tauchten in nachfolgenden Generationen ein Erchenwert, ein Hartwich, nochmals ein Reginbert, ein Radolt, wiederum ein Reginbert, ein Rapoto und ein Fridericus auf, der - letzterer - 963 mit seinen Kindern erwähnt wurde.

Die Herren von Hagenau begannen sich dann nach ihrem Edelsitz und Forst Hagenau zu nennen, der bei Schrobenhausen nordwestlich von Freising in Bayern lag.

Gottschalk von Hagenau, Bischof von Freising, Ostarrichi-Urkunde 996

Der erste als "Hagenauer" genannte aus diesem Geschlecht war der Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau, der erstmals 994 urkundlich aufscheint. Zwischen 1006 und 1036 wurde mehrmals ein Guntpolt (von Hagenau?) in den Freisinger Urkunden erwähnt. Seit der Erblichkeit der Lehen im Jahr 1037 scheinen die Herren von Hagenau einen festen Familiennamen geführt zu haben, um ihre Erbansprüche geltend machen zu können. Als Stammvater der Hagenauer wird jedoch der 1068 in den Freisinger Urkunden genannte Guntpold von Hagenau gesehen. Ende des 11. Jahrhunderts siedelten sich Mitglieder des Geschlechts in Oberösterreich (Hartwicus von Hagenau 1088) und in Niederösterreich (Reimprecht von Hagenau 1098) an und errichteten dort zwei weitere Familiensitze. Somit besaßen die in drei Linien (Stämme) verzweigten Hagenauer im 12. Jahrhundert gleichzeitig drei Stammsitze; den ursprünglichen Edelsitz bei Schrobenhausen in Bayern, den Stammsitz bei Braunau am Inn in Oberösterreich und den Stammsitz bei Böheimkirchen in Niederösterreich. Die Burg Hagenau in Oberösterreich wurde gemeinsam mit mehreren Lehen 1239 eingezogen, und (wahrscheinlich) erlosch bereits im selben Jahrhundert die Braunauer Linie. Der Stammsitz bei Böheimkirchen in Niederösterreich wurde im Jahr 1347 aufgegeben, im 15. Jahrhundert erlosch auch der Böheimkirchner Stamm. Der Edelsitz Hagenau bei Schrobenhausen der bayrischen Linie wurde nach Verwüstungen verlassen und 1364 geschliffen, der neue Stammsitz entstand dann bei Allershausen (nordwestlich von Freising).

Im Jahr 1484 veräußerte der „ehrbare Herr“ Stephan Hagenauer zu Allershausen mit der dortigen Wasserburg den wehrhaften und repräsentativen Stammsitz der Familie. Dieser Verkauf bedeutete jedoch keineswegs den vollständigen Rückzug des Geschlechts aus der Freisinger Region: Da es sich bei der Befestigungsanlage und den landwirtschaftlichen Besitztümern um rechtlich getrennte Güter handelte, blieb die familiäre Präsenz im Umland gewahrt. Während der herrschaftliche Burgsitz aufgegeben wurde, bewirtschaftete der Familienzweig um Stephans Sohn Ulrich weiterhin das nahegelegene, separate Gut Westerndorf. Die endgültige Aufgabe dieser verbliebenen Agrargüter und der darauffolgende Wechsel nach Salzburg vollzogen sich somit erst eine Generation später (zwischen 1530 und 1545) unter Georg I. und Sebastian Hagenauer.

Um 1550 ließ sich Sebastian Hagenauer (in älteren Quellen noch „de Allershausen“ genannt) dauerhaft im salzburgischen Piding nieder. Sein Sohn Georg II. Hagenauer, der die Familientradition fortsetzte, wird bereits im Jahr 1568 in einer Salzburger Urkunde mit seinem eigenen Gut am Högl genannt. Er wurde zum eigentlichen Begründer der noch heute blühenden Salzburger Linie, aus der sich später der Wiener und der Triester Zweig entwickelten. Später war die Familie in Ainring und in der Stadt Salzburg beheimatet.

Historischer Überblick

Die Hagenauer tauchten im 10. Jahrhundert in Bayern bei Freising auf und teilten sich im 11. Jahrhundert in die Freisinger, die Braunauer und die Böheimkirchner Linie. Die Braunauer Linie erlosch im 13. Jahrhundert, die Böheimkirchner Linie im 15. Jahrhundert. Die Mitglieder der ältesten Freisinger Linie setzten sich im 16. Jahrhundert im Erzbistum Salzburg als Salzburger (Ainringer) Ast fort. Aus diesem Salzburger Ast gingen Ende des 18. Jahrhunderts ein Triester Zweig und Mitte des 19. Jahrhunderts ein Wiener Zweig hervor. Der letzte in Salzburg geborene und dort lebende Hagenauer starb Mitte des 19. Jahrhunderts. Nachkommen dieses Geschlechts leben heute in Wien und in Florenz.

Der Freisinger, Braunauer und Böheimkirchner Stamm

Hauptartikel Hagenauer - der Freisinger, Braunauer und Böheimkirchner Stamm
Urkunde des Reginbert von Hagenau, Bischof von Passau, 1147

Im Jahr 994 wird in einer Urkunde "Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau" (Gottschalk aus dem edlen Geschlecht von Hagenau) und damit auch erstmals das Geschlecht der Hagenauer genannt. Mit diesem Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau (992 - 1005) begann der einstweilige Aufstieg des Geschlechts. Im Zug der Missionierung, Erschließung und Rodung neuer Territorien des altbayrischen Stammesgebietes siedelten sich im 11. Jahrhundert einige edelfreie Herren von Hagenau in Richtung südöstlicher Grenze an. Dort bekleideten sie Ämter der Suffraganbistümer Salzburgs als Vögte der Hochstifte Freising, Regensburg und Passau. Die Hagenauer von Hagenau hatten sich Ende des 11. Jahrhunderts in drei Linien verzweigt und besaßen neben ihren drei Stammsitzen (bei Freising in Bayern, bei Braunau am Inn in Oberösterreich und bei Böheimkirchen in Niederösterreich) eine große Anzahl von Lehen. Im 13. Jahrhundert begann, bedingt durch Veränderung der sozialen Strukturen, durch den Niedergang des Hochstiftes Freising und durch den Aufstieg der Wittelsbacher, der Abstieg der Hagenauer. Unter den Urkunden des 14. und 15. Jahrhunderts befanden sich viele Verkaufsurkunden sowie Urkunden über die Einziehung ihrer Güter. Etliche aus dem Geschlecht der Freien von Hagenau begaben sich im Mittelalter in den Schutz aufstrebender Städte, wie Wien, Klosterneuburg, St Pölten oder München, wo sie als Patrizier und Bürger genannt wurden. Schließlich erlosch die oberösterreichische Linie der Hagenauer im 13. Jahrhundert und die niederösterreichische Linie im 15. Jahrhundert, wobei die Mitglieder der Freisinger Linie keine Besitzungen oder Lehen übernehmen konnten. Die Freisinger Linie war letztendlich verarmt (Stammsitz Allershausen 1484 verkauft), die Nachkommen besaßen nur noch unbedeutende Höfe in der Umgebung von Allershausen und waren auf den Bauernstand herabgesunken. Im Zuge des Schmalkaldischen Krieges (1546/47 unter Kaiser Karl V., Katholiken gegen Protestanten) zogen zehntausende Landsknechte plündernd und brandschatzend durch diese Gegend. So wanderte einer der letzten Hagenauer der bayrischen Linie in das Erzbistum Salzburg aus und wurde Begründer einer neue Linie. Zu Salzburg bestanden bereits vor 1500 urkundlich belegte Kontakte zu alteingesessenen Patrizier-Familien, von denen einige Mitglieder hohe Stellungen (wie Erzbischöfe oder Bürgermeister) in Salzburg inne hatten.

Die bayerischen Wurzeln und die Chiemgau-Route über Teisendorf (16. Jahrhundert)

Die genealogische Herkunft der berühmten Salzburger Bürger- und Beamtendynastie der Hagenauer ist eng mit dem bayerischen Chiemgau verflochten. Bevor sich das Geschlecht im Rupertiwinkel und in der Stadt Salzburg dauerhaft etablierte, bildete der Raum Traunstein und die Hofmark Chieming das entscheidende wirtschaftliche und soziale Sprungbrett der Familie.

Die akademische Tradition (1484–1520), die Chiemgau-Achse und der soziale Wiederaufstieg

Der außergewöhnliche wirtschaftliche und administrative Erfolg der Familie beim Übergang nach Salzburg basierte maßgeblich auf einer über Generationen hinweg gepflegten humanistischen, juristischen und bürokratischen Bildungstradition. Die in der älteren Sekundärliteratur oft aufgestellte These, es habe sich um einfache, ungebildete ländliche Ökonomen gehandelt, wird durch historische Universitätsmatrikeln widerlegt, die eine gezielte akademische Ausbildung der Söhne im altbayerischen Raum dokumentieren:

  • Die Ingolstädter Matrikel (1484): Im Jahr des Verkaufs des altbayerischen Stammsitzes Allershausen immatrikulierte sich Wolfgang Hagenauer (aus Freising) an der Universität Ingolstadt.[1]
  • Die erste Wiener Matrikel (1500): An der Epochenschwelle schrieb sich der aus der Nachbarschaft zum Gut Westerndorf stammende Georg Hagenauer (aus Schrobenhausen, Diözese Augsburg) an der Universität Wien ein.[2] Er kehrte 1503 als "Herr zu Westerndorf" zurück.[3]
  • Strategische Heiratspolitik und ökonomische Neuorientierung (um 1546): Die im 15. und 16. Jahrhundert nachweisbare Heiratspolitik der Familie war eng mit den wirtschaftlichen Realitäten der Epoche verwoben. Das Studium von Georg Hagenauer an der Universität Wien (Immatrikulation 1500), das trotz anzunehmender Unterstützung durch klösterliche Stipendien oder Freitische erhebliche Nebenkosten verursacht haben dürfte, hinterließ auf dem Gut in Westerndorf eine spürbare finanzielle Belastung. Der endgültige wirtschaftliche Wendepunkt trat mit dem Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges (1546–1547) ein, dessen Truppenbewegungen und kriegsbedingte Sonderabgaben das westliche Oberbayern schwer trafen. Um den hochverschuldeten und krisengeschüttelten Hof für die Großfamilie zu sichern, griff der etablierte Mechanismus der Besitzübertragung: Eine Tochter Georgs heiratete Johann Schuhbauer, wodurch die Familie Schuhbauer fortan als rechtmäßige Besitzer das Gut übernahm und die Schuldenlast konsolidierte [4]. Für den Sohn Sebastian Hagenauer bedeutete diese Entwicklung, dass er als weichender Erbe auf dem elterlichen Hof keine wirtschaftliche Zukunft mehr hatte. Dies liefert den kausalen Hintergrund dafür, dass er im exakten Ausbruchsjahr des Krieges (um 1546) das bayerische Herzogtum verließ, um sich im vom Krieg weitgehend verschonten salzburgischen Grenzland (Piding/Hammerau) eine neue Existenz aufzubauen.
  • Die zweite Wiener Matrikel (1520): Nur 20 Jahre später folgte mit Michael Hagenauer (aus Freising) der nächste dokumentierte Student des Geschlechts an der Universität Wien.[5]

Der Epochenzusammenhang mit Martin Luther und dem klerikalen Latein

Die zeitliche Verortung dieser akademischen Phase verdeutlicht das außergewöhnliche intellektuelle Niveau des Geschlechts an der Schwelle zur Reformation. Als Martin Luther im Winter 1521/1522 das Neue Testament übersetzte und 1534 die deutsche Vollbibel vorlegte, änderte sich das Bildungswesen rasant. Während weite Teile der Bevölkerung durch die Reformation primär die deutsche Volkssprache lesen und schreiben lernten, blieb das offizielle Rechts- und Verwaltungswesen der katholischen Kirche und der Landesfürsten weiterhin lateinisch. Die gezielte Pflege der universitären Lateinkenntnisse sicherte der Familie Hagenauer eine administrative Monopolstellung im ländlichen Raum, da sie klerikale Grundbücher (Urbare) interpretieren und Verträge aufsetzen konnten.

Neben der akademischen Bildung bildete eine über Generationen hinweg gezielt betriebene Heiratspolitik (Konbinnenz) die zweite wesentliche Säule für den sozialen Wiederaufstieg, um Erbrechte und Vermögenswerte im Lehenssystem abzusichern:[6]

  • Die Etablierung in Westerndorf (um 1470): Die Ansiedlung des Freisinger Zweiges im Amt Dachau wurde durch die Heirat von Ulrich Hagenauer (erw. 1470) auf dem stattlichen 1/1 Erblehens-Gut Westerndorf Haus Nr. 2 ("Kuttenthreuer") besiegelt.[7]
  • Die rechtliche Güterrettung über die Familie Schuhbauer (1545): Den strategischen Höhepunkt bildete die Ehe einer Tochter des Wiener Studenten Georg Hagenauer mit dem katholischen Bauern Johann Schuhbauer.[8] Als die Hagenauer-Männer im Vorfeld des Schmalkaldischen Krieges infolge hoher Bildungskosten und Ernteausfällen in drückende Überschuldung gerieten, diente diese Verbindung als rechtlicher Schutzschild: Laut einer Indersdorfer Urkunde von 1545 wurde Johann Schuhbauer als neuer Verwalter des Hofes eingesetzt. Dieses Manöver entzog das Gut dem direkten Zugriff weltlicher bayerischer Gläubiger, wodurch Sebastian (Wastl) Hagenauer im Sommer 1546 mit schuldenfreier Basis die Flucht antreten konnte.[9]

Das Sprungbrett für den Ainringer Stamm und die Chiemgau-Achse

Als Sebastian (Wastl) und sein Sohn Georg I. im Sommer 1546 (im Zuge des Schmalkaldischen Konfessionskrieges und den Truppenaufmärschen im Raum Ingolstadt/Dachau) nach Salzburg auswanderten, bildete dieses an den Universitäten geschulte Familienwissen ihr wertvollstes Kapital. Nach der Flucht über das Pflegschaftsgericht Teisendorf und einer Phase der Konsolidierung in Hammerau (1554) bauten sie ihren Erfolg am Högl (Ainring) gezielt auf diesen Kulturtechniken auf.

Die Beherbergungs-, Bäcker- und Mühlenrechte wurden im Jahr 1568 durch den Bau des Großgutes zum dauerhaften Ainringer Stamm gebündelt. Da Georg I. die lateinisch geführten Stiftsakten rechtssicher interpretieren konnte, machte er sich für die katholischen Grundherren (das Domkapitel und die Stifte) unersetzlich.

Parallel dazu hielten leibliche Verwandte die Stellung im bayerischen Grenzgebiet: Georgs Onkel Thomas der Ältere hielt die Verbindung nach Dachau, während dessen Sohn Thomas Hagenauer der Jüngere im Jahr 1564 in den Regesten der Stadt Traunstein als rechtsfähiger Hofmarksuntertan in Chieming dokumentiert ist. Er nutzte die Schnittstelle an der Salzstraße, um ein logistisches Netz aufzubauen. Auf dieser doppelten Struktur – dem akademischen Erbe und der Chiemgauer Außenstelle – baute schließlich Georgs Sohn Rupert I. Hagenauer auf: Er kehrte 1612 nach Traunstein zurück und übernahm bis 1631 die mächtigen herrschaftlichen Urbarverwaltungen für das Salzburger Domkapitel und das Stift St. Peter.

Sebastian Hagenauer als Stammvater des Wechsels

Als entscheidendes Bindeglied und Stammvater für den geografischen Wechsel von Bayern nach Salzburg gilt Sebastian Hagenauer de Allershausen (später auch de Piding genannt). Um das Jahr 1546 verließ er das bayerische Herzogtum und zog in das salzburgische Grenzgebiet, um sich westlich der Stadt Salzburg im Raum Piding niederzulassen. Er teilte die familiären Aktivitäten strategisch zwischen der alten bayerischen Heimat und dem neuen salzburgischen Wirkungskreis auf.

Durch die lückenlose, vertikale Traditionslinie (Stephan → Ulrich → Georg) agieren Sebastian Hagenauer und sein Sohn Georg I. (Ab Ankunft im Erzbistums gerechnet) beim Umzug 1546 nach Piding/Salzburg als die direkten Stammhalter des Allershausener Hauptastes, die das unveränderte Originalwappen (Dreiberg mit belaubtem Hagenbaum) rechtmäßig mitführen.

Diese frühe Phase der Etablierung im 16. Jahrhundert dokumentiert, dass das Geschlecht im Rupertiwinkel nicht aus einfachen Verhältnissen stammte, sondern als geschlossene, hochqualifizierte Allianz auftrat. Die leiblichen Brüder teilten die Region strategisch unter sich auf, wodurch sie zeitgleich die herrschaftlichen Großgüter (u. a. in Hausmoning und Schiffmoning) besetzten, das administrative Bildungsniveau über Verwalterämter absicherten und über spezialisierte Huf- und Waffenschmieden das für den späteren Aufstieg notwendige liquide Großkapital generierten.

Die Etablierung im Ainringer Becken und am Högl (16. und 17. Jahrhundert)

Neuere quellenkritische Auswertungen der ältesten Ainringer Pfarrmatrikel (ab 1604) in systematischer Verknüpfung mit den herrschaftlichen Steuer- und Stiftbüchern des erzstiftischen Rupertiwinkels werfen ein klares Licht auf die Phase der sogenannten Adelsverdunkelung (des ruhenden Adels) der Familie Hagenauer. Die archivalischen Befunde des frühen 17. Jahrhunderts lösen das genealogische Paradoxon einer edelfreien Abstammung bei gleichzeitigem Besitz regionaler Höfe schlüssig auf.

Anknüpfend an die bayerisch-salzburgische Grenzlinienbildung erwarb Georg I. von Piding im Jahr 1568 das Stammgut am Högl (Ainring), wodurch er den dauerhaften wirtschaftlichen Grundstein für den Ainringer Stamm legte. Die Beherbergungs-, Bäcker- und Mühlenrechte im Einzugsbereich wurden in der Folgezeit konsequent ausgebaut. Da Georg I. und seine Nachkommen über eine fundierte administrative Bildung verfügten und die herrschaftlichen Stiftsakten rechtssicher zu handhaben wussten, machten sie sich für die katholischen Grundherren – wie das Salzburger Domkapitel und die Stifte – in der lokalen Verwaltung unersetzlich.

Von Georg I. von Piding verzweigte sich die Familie in die nachfolgende Enkelgeneration der vier Brüder: Wolfgang I. übernahm als Müllner die herrschaftliche Pidinger Mautmühle, Georg II. etablierte sich auf der Mautmühl in Hagenau (Hammerau) im Ainringer Becken, Christoph I. bewirtschaftete das Gut in Göpping und Rupert I. wirkte ab 1612 als herrschaftlicher Urbarverwalter in Traunstein für das Domkapitel und das Stift St. Peter.

Die historischen Urbare des Pfleggerichts Staufeneck belegen, dass die Familie Hagenauer im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts bedeutende ländliche Güter und Handwerksrechte erwarb. Hierzu gehörten neben der herrschaftlichen Mautmühle in Piding und den Besitzungen am Högl vor allem das Amangut in Straß bei Ainring sowie Güter in Göpping. Diese solide wirtschaftliche und administrative Verankerung bildete das reale Fundament, auf dem spätere Generationen der Familie – wie die barocken Künstlerbrüder vom Ainringer Straßgut sowie das Salzburger Handelshaus des Mozart-Freundes Johann Lorenz von Hagenauer – ihren gesellschaftlichen Wiederaufstieg vollziehen konnten.

Das geografische Netzwerk im bayerisch-salzburgischen Grenzraum

Die Migration von Sebastian Hagenauer um 1546 aus dem Freisinger Raum in den Rupertiwinkel (Piding/Ainring) darf nicht als isolierter, einseitiger Wohnortwechsel verstanden werden. Als hochgebildete Funktionselite agierte die Familie vielmehr über Generationen hinweg zeitgleich und netzwerkartig im gesamten Grenzraum zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Erzstift Salzburg.

Die wirtschaftliche Basis waren Güterbesitz und administrative Dienste um 1600. Der bemerkenswerte Aufstieg der Nachkommen von Georg Hagenauer I. vollzog sich an der Wende zum 17. Jahrhundert durch eine strategische Kombination aus ländlicher Bewirtschaftung im Rupertiwinkel und dem Einstieg in herrschaftliche Verwaltungsdienste. Obwohl die Familie beim Verlassen Bayerns zunächst wirtschaftlich bescheiden auftrat und in zeitgenössischen Quellen pragmatisch als „Müllner und Mayr“ bezeichnet wurde, bildeten diese Positionen das solide finanzielle und strukturelle Fundament des Clans.

Das tatsächliche Kernvermögen und die landwirtschaftlich-gewerbliche Basis der Familie konzentrierten sich im Rupertiwinkel um 1600 auf den Seyfriedshof in Piding (einen bedeutenden Meierhof unter der Grundherrschaft von Schloss Staufeneck, auf dem Wolfgang Hagenauer ab 1602 urkundlich als Verwalter greifbar ist)[10], die Mautmühle in Hagenau bei Piding (als gewerblichen Knotenpunkt an der Saalach nahe der Grenze), das Amangut in Straß (Ainring) als landwirtschaftliches Stammhaus der späteren Künstler-Generationen, das Gut am Högl (welches Georg I. bereits 1568 domkapitularisch erworben hatte) sowie das Geppingergut in Göpping, das ab November 1611 durch die Heirat von Christophorus Hagenauer als fester familiärer Zweig etabliert wurde. Die enge familiäre und geografische Nähe zu diesen lokalen Höfen an der Saalach und am Högl spiegelt sich auch in den Ainringer Kirchenbüchern dieser Epoche wider, wo die Brüder wechselseitig bei den Taufen ihrer Kinder als Paten und Zeugen in Erscheinung treten[11].

Im Gegensatz zu diesem realen Güterbesitz und den Pachtungen im Rupertiwinkel beruhte die Präsenz des Clans im nahegelegenen bayerischen Raum auf reinen Verwaltungs- und Beamtenfunktionen. Die Familie besaß in Traunstein um 1600 keine eigenen Güter oder Mühlen, erweiterte aber ihren Einflussbereich durch herrschaftliche Dienste: So kehrte Rupert I. Hagenauer (ein Sohn von Georg I.) im Jahr 1612 nach Traunstein zurück, um dort die Stelle als hochfürstlicher Urbarverwalter anzutreten[12], während bereits ab ca. 1564 Thomas Hagenauer als Hofmarksuntertan im nahegelegenen Chieming als administrative Außenstelle zur Absicherung von Handels- und Transportwegen agierte.

Vor diesem Hintergrund ist auch das Wirken von Sebastians Enkel, Rupert I. Hagenauer, ab 1612 als hochangesehener Urbarverwalter für das Salzburger Domkapitel und das Stift St. Peter im Chiemgau (Raum Traunstein/Teisendorf) zu bewerten. Es handelte sich hierbei nicht um eine biografische „Rückkehr“ nach einem vermeintlichen Abbruch der Kontakte, sondern um die logische administrative Ausdehnung einer Beamtenfamilie. Durch die Übernahme von Schlüsselpositionen in der Verwaltung grenzüberschreitender Kloster- und Kirchengüter sicherten die Hagenauers über Jahrhunderte hinweg die logistische und wirtschaftliche Infrastruktur der Region. Ihr Wirkungskreis umfasste somit zu jedem Zeitpunkt sowohl bayerische als auch salzburgische Territorien.

Thomas Hagenauer in Chieming (1564)

Als wichtiger Akteur dieser bayerischen Ursprungslinie ist im Jahr 1564 Thomas Hagenauer (der Jüngere) in den Regesten der Stadt Traunstein urkundlich dokumentiert. Er war ein Sohn (oder Neffe) von Sebastian Hagenauer und verblieb im Chiemgau, um dort die familiäre Stellung zu sichern. Thomas trat in der Hofmark Chieming am Ostufer des Chiemsees als angesehener und rechtsfähiger Hofmarksuntertan auf. Seine administrative Einbindung in die lokale Oberschicht belegt, dass die Familie bereits Mitte des 16. Jahrhunderts ein starkes Netzwerk im bayerischen Verwaltungs- und Gerichtswesen besaß.

Die Etablierung im Ainringer Becken und am Högl (16. und 17. Jahrhundert)

Neuere quellenkritische Auswertungen der ältesten Ainringer Pfarrmatrikel (ab 1604) in systematischer Verknüpfung mit den herrschaftlichen Steuer- und Stiftbüchern des erzstiftischen Rupertiwinkels*m werfen ein klares Licht auf die Phase der sogenannten „Adelsverdunkelung“ (des ruhenden Adels) der Familie Hagenauer. Die archivalischen Befunde des frühen 17. Jahrhunderts lösen das genealogische Paradoxon einer edelfreien Abstammung bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher und gewerblicher Nutzung regionaler Güter schlüssig auf.

Gegen die Theorie eines langsam im Umland aufgestiegenen, rein bäuerlichen Geschlechts spricht vor allem das urkundlich belegte Auftauchen der Familie im bayerisch-salzburgischen Grenzraum im Laufe des 16. Jahrhunderts. Die genealogische Forschung dokumentiert hier eine klare Migrations- und Expansionsbewegung über den Chiemgau, darunter Sebastian Hagenauer (erwähnt 1554) sowie dessen Sohn Georg Hagenauer I.

Grundbesitz und gewerbliche Rechte

Im Sommer 1546 verlagerte sich der Schwerpunkt der Familie weiter in Richtung Salzburg. Nach einer Phase der Konsolidierung in Hammerau (1554) erwarb Georg I. von Piding im Jahr 1568 das Stammgut am Högl (Ainring), wodurch er den dauerhaften wirtschaftlichen Grundstein für den Ainringer Stamm legte. Die Beherbergungs-, Bäcker- und Mühlenrechte wurden in der Folgezeit ausgebaut. Da Georg I. und seine Nachkommen über eine fundierte administrative Bildung verfügten und die herrschaftlichen Stiftsakten rechtssicher zu handhaben wussten, machten sie sich für die katholischen Grundherren – wie das Salzburger Domkapitel und die Stifte – in der lokalen Verwaltung schnell unverzichtbar.

Von Georg I. von Piding verzweigte sich die Familie in die nachfolgende Enkelgeneration der vier Brüder (Söhne Georgs I. bzw. Enkel Sebastians):

  • Wolfgang I.: Übernahm als Müllner die herrschaftliche Pidinger Mautmühle.
  • Georg II.: Etablierte sich auf der Mautmühl in Hagenau (Hammerau) im Ainringer Becken.
  • Christoph I.: Bewirtschaftete das Gut in Göpping.
  • Rupert I.: Wirkte ab 1612 als herrschaftlicher Urbarverwalter in Traunstein für das Domkapitel und das Stift St. Peter.

Diese solide wirtschaftliche und administrative Verankerung im 16. und frühen 17. Jahrhundert bildete das reale Fundament, auf dem spätere Generationen der Familie (wie die barocken Künstlerbrüder vom Ainringer Straßgut sowie das Salzburger Handelshaus des Mozart-Freundes Johann Lorenz von Hagenauer) ihren glanzvollen gesellschaftlichen Wiederaufstieg vollziehen konnten.

Der erneute Aufstieg in die städtische Elite

Der erneute und noch glanzvollere Aufstieg des Geschlechts im 17. Jahrhundert von ländlichen Güterpächtern zu einer einflussreichen Bürger-, Beamten- und Künstlerdynastie des Fürsterzbistums Salzburg war das Resultat einer gezielten familiären Logistikstrategie. Dieser Prozess lässt sich über die dichten Urkundenketten des bayerischen Grenzraums und die Grundbücher des Klosters Indersdorf quellenkritisch bis zu den Wurzeln im Ampertal zurückverfolgen.[13]

Nachdem die männliche Stammlinie um Sebastian Hagenauer als akademische Beamte abgewandert war, wurde das verbliebene landwirtschaftliche Familiengut in Bayern (die Höfe Westerndorf Nr. 1 und Nr. 2 bei Dachau) strategisch über die weibliche Linie gesichert.[14] Gleichzeitig hielt Thomas Hagenauer ab 1564 als angesehener Hofmarksuntertan in Chieming am Ostufer des Chiemsees die administrative und juristische Verbindung im bayerisch-salzburgischen Übergangsraum.[15] Dieses intakte Netzwerk nutzte der Enkel Rupert I. Hagenauer, welcher ab 1612 gezielt in den Chiemgau zurückkehrte und dort bis 1631 als herrschaftlicher Urbarverwalter für die Güter des Salzburger Domkapitels sowie des Stifts St. Peter wirkte.[16]

Diese enge Verflechtung beweist, dass der spektakuläre Aufstieg der späteren Barock-Generation – gipfelnd im Handelsherren und Mozart-Freund Johann Lorenz von Hagenauer sowie dessen Neffen, den Künstlern Wolfgang, Johann Baptist und Johann Georg – fundamental auf der im 16. Jahrhundert etablierten „Chiemgau-Route“, der Sicherung der wirtschaftlich entscheidenden Passstraße über Teisendorf und dem im bayerischen Verwaltungs- und Güterwesen generierten Kapital basierte. Aus dieser Familie gingen schließlich im späten 18. und 19. Jahrhundert auch der weltmännische Triester Zweig (Ignaz Joachim von Hagenauer) sowie der Wiener Beamtenzweig hervor.[17]

Die administrative Rückkehr nach Traunstein durch die Enkelgeneration

Das im 16. Jahrhundert durch Sebastian und Thomas Hagenauer im Chiemgau gelegte Fundament ermöglichte der nachfolgenden Enkelgeneration eine erfolgreiche grenzübergreifende Tätigkeit. Von Georg I. von Piding verzweigte sich die Familie in vier Brüder (die Enkel von Sebastian): Wolfgang (Müllner in Piding), Georg II. (Ainring), Christoph (Bauer in Göpping) und Rupert I.

  • Rupert I. Hagenauer: Dieser Enkel von Sebastian kehrte ab 1612 in den Chiemgau zurück. Er nutzte das von seinem Onkel Thomas etablierte lokale Netzwerk und wirkte dort bis 1631 als herrschaftlicher Urbarverwalter für die in Traunstein gelegenen Güter und Einkünfte des Salzburger Domkapitels sowie des Stifts St. Peter.

Diese enge Verflechtung zeigt, dass der Aufstieg der Hagenauers zu einer der einflussreichsten Familien des Fürsterzbistums Salzburg (aus der später der Mozart-Freund Johann Lorenz von Hagenauer hervorging) maßgeblich auf ihrer ursprünglichen Etablierung im bayerischen Chiemgau des 16. Jahrhunderts unter Sebastian und Thomas Hagenauer sowie der Sicherung der Passstraße über Teisendorf beruht.

Der Ausbau des Güterbesitzes im Rupertiwinkel und der vertikale Großbetrieb (ca. 1560–1610)

Anknüpfend an die Etablierung der bayerischen Chiemgau-Achse vollzog sich die eigentliche ökonomische Konsolidierung des Geschlechts im Rupertiwinkel. Die moderne Besitz- und Sozialgeschichte belegt, dass der rasche Aufbau des herrschaftlichen und wirtschaftlichen Imperiums im Raum Piding und Ainring innerhalb von rund fünfzig Jahren auf einer gezielten Expansion in ein regionale Strukturvakuum basierte. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die unmittelbaren Folgen des Salzburger Bauernkrieges von 1525 und 1526. Die drakonischen Strafzahlungen und Enteignungen der landesherrlichen Obrigkeit trafen die alte, aufständische ländliche Elite hart und hinterließen ein massives Immobilien- und Machtvakuum im Pidinger Becken. Verschuldete Großhöfe standen zum Verkauf, während das Fürsterzbistum loyale Kräfte für die Verwaltung benötigte. In dieser Phase etablierte die Familie, ausgehend von dem aus Bayern zugewanderten Sebastian Hagenauer, ein vertikal integriertes Monopol auf mehreren Ebenen.

Sein Sohn Georg der Erste übernahm das väterliche Gut und weitete den Einfluss im Jahr 1568 aus, als er vom Salzburger Domkapitel die offizielle Bewilligung für Zimmerholz am Högl zu vorhabenden Gebäuden erhielt, um anstehende Bauarbeiten an dem bestehenden Komplex durchzuführen. Da dieses Anwesen nahe beim Ortsteil Hagenau lag, wurde Georg in den Akten auch als de Hagenau geführt. Die lineare Kontinuität und Diversifikation dieses weitverzweigten Betriebes wird durch zeitgenössische kirchenbuchamtliche Dokumente gestützt. In den lokalen Pfarrmatrikeln spiegelt sich das geschlossene Wirtschaftssystem der Familie in den wechselnden lateinischen Berufsbezeichnungen wider; je nach Funktion und Generation werden die Familienmitglieder in den Registern konsequent als molitor für den Mühlenbetrieb, als agricola für den weitreichenden Gutsbesitz sowie als hospes für das betriebene Gast- und Herbergswesen geführt.

Am 10. Juni 1602 ging der familieneigene Hauptkomplex über einen Kaufbrief an Georgs Sohn Wolfgang Hagenauer den Ersten über, der als Besitzer des herrschaftlichen Seyfriedhofes in Mauthausen eingetragen wurde und dort die Funktionsbezeichnung als Müllner und Mayr zu Piding trug. Diese integrierte Mautmühle hielt das landesherrliche Bannrecht, wodurch die Bauern des Umlaufs ihr Korn gesetzlich dort mahlen lassen mussten. Über den gesetzlich verbrieften Mahllohn, die sogenannte Mahlmetze, generierte die Familie erhebliche Getreideüberschüsse. Die vier Söhne Georgs des Ersten bündelten diese wirtschaftliche Struktur strategisch untereinander über außergewöhnlich große landwirtschaftliche Einheiten und Ganzhöfe, die zeitgleich das Sprungbrett für den Ainringer Stamm bildeten. Neben Wolfgang auf der Mautmühle in Piding sicherte Christophorus Hagenauer mit seiner Hochzeit am 24. November 1611 als Bauer das massive Geppingergut in Göpping. Georg der Zweite verblieb auf dem Amangut in Straß und begründete dort dauerhaft den eigentlichen Ainringer Hauptstamm, aus dessen direkten Nachkommenlinien später sowohl die städtischen Handelsherren als auch die berühmten Salzburger Künstler- und Hofarchitektenbrüder hervorgingen.

Zusammen mit dem herrschaftlichen Gut am Högl sicherten diese Großkomplexe eine weitreichende agrarische Eigenproduktion. Direkt an der Mautstation der strategisch wichtigen Salzstraße bündelte die Familie über ihre Liegenschaften zudem das Beherbergungsrecht, das Tafernen- und Schankrecht sowie das Bäckerhandwerk, wodurch der gesamte Transit- und Kundenstrom des Nadelöhrs geschäftlich abgeschöpft wurde. Politisch wurde dieses Monopol durch die Übernahme von Spitzenposten im Staatsdienst abgesichert. Familienmitglieder agierten als Beamte auf Burg Staufeneck, dem Sitz des zuständigen Pfleggerichts. Zur Bestätigung ihres über Jahrzehnte etablierten Oberschichten-Status folgte am 14. September 1671 die kaiserliche Bestätigung des alten Stammwappens mit einer Wappenbesserung durch den Hofpfalzgrafen für die Brüder Paulus, Georg den Vierten und Johann Hagenauer. Die Quellennachweise hierzu finden sich im Salzburger Landesarchiv in den Grundbuchaufzeichnungen des Pfleggerichts Staufeneck, in den lokalen Pfarrmatrikeln sowie im Archiv der Erzabtei St. Peter.

Die Salzburger Linie

Hauptartikel Hagenauer - die Salzburger Linie

Von Freising kommend, ließ sich Mitte des 16. Jahrhunderts Sebastian Hagenauer de Allershausen (aus der bayrischen Linie der Herren von Hagenau) im Erzbistum Salzburg am Seyfriedengut unterhalb der Burg Staufeneck (Mauthausen in Piding) nieder. Sein Sohn Georg (agricolae et molitoris) wurde 1568 mit seinem Gut am Högl (damals Erzstift Salzburg) sowie mit einer Mühle genannt. Er gilt als der Begründer der Salzburger Linie der Hagenauer. Dessen vier Söhne Wolfgang, Rupert, Christoph und Georg besaßen in unmittelbarer Nähe ebenfalls Güter und hatten sich durch Heirat mit Frauen aus alten Geschlechtern des Rupertiwinkels verbunden. Ab Ende des 16. Jahrhunderts findet man sie in den Salzburger Urkunden als Urbar-Verwalter von Gütern des Domkapitels, des Benediktinerstifts St. Peter sowie als Gutsverwalter von Schloss Staufeneck. Im 17. Jahrhundert gelang ihnen durch den Handel mit Gewürzen, kostbaren Stoffen und Metallen erneut ein wirtschaftlicher Aufstieg. Die Hagenauer von Hagenau erhielten 1671 eine Wappenbesserung und die Bestätigung ihres Adels durch den kaiserlichen Palatin. Durch enge Beziehungen zu den jeweiligen Erzbischöfen und zum Benediktinerstift St. Peter, durch den Erwerb bedeutender Ämter am Salzburger Fürstenhof, durch gutes Wirtschaften und auch durch Nepotismus erlangten sie Ansehen und Einfluss in Salzburg.

Die kunstliebenden Hagenauer waren Förderer und Freunde der Mozarts und Haydns, es traten unter ihnen auch einige als Künstler von Erz- und Fürstbischöfen hervor, sowie als Geistliche (Abt der Benediktinererzabtei St. Peter). Zwischen 1800 und 1816 hatten jedoch die napoleonischen Kriege das Erzbistum Salzburg und damit auch die Hagenauer hart getroffen. Einige Familienmitglieder wanderten vorerst in die neue Hauptstadt des Salzachkreises nach Linz aus, deren Nachkommen dann nach Wien, in die Hauptstadt des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs, zogen. Andere Hagenauer lebten bereits seit 1775 in der damaligen k.u.k. österreichischen Hafenstadt Triest. Der letzte in Salzburg geborene und dort lebende aus dem Geschlecht war Josef Leopold Hagenauer, andere Hagenauer waren bereits ausgewandert. Er war unter anderem Besitzer von Salzburgs größter Bierbrauerei, dem Steinbräu. Er starb im Jahr 1850 auf seinem Sitz Schloss Mönchstein, das 1887 seine Erben verkauften. Die heute im Bundesland Salzburg lebenden Hagenauer sind keine Nachkommen dieses Geschlechts.

Das Ende des Salzburger Handelsimperiums und die Triest-Wiener Transformation

Der endgültige Verlust des physischen Stammbesitzes in der Salzburger Getreidegasse 9 (Mozarts Geburtshaus) sowie das Erlöschen der alten, radizierten Wirtschaftsmonopole im Pfleggericht Staufeneck vollzogen sich im frühen 19. Jahrhundert keineswegs durch ein einfaches familiäres Versagen. Die quellenkritische Analyse der makroökonomischen Rahmenbedingungen offenbart vielmehr das unbarmherzige Ineinandergreifen dreier gewaltiger geopolitischer, demographischer und rechtshistorischer Kräfte, gefolgt von einer spektakulären geografischen Umschichtung des Kapitals an die Adria und in die Reichshauptstadt:

  • Die demographische Zäsur durch den Wegzug der männlichen Erben: Das vitale Herzzentrum des barocken Handelshauses basierte auf der kontinuierlichen biologischen Nachfolge im Mannesstamm. Im Zuge der Aufklärung und des akademischen Aufstiegs verlagerte sich der Fokus der talentierten Söhne und Neffen des Johann Lorenz Hagenauer jedoch weit weg von der Salzburger Spezereiwarenhandlung. Während Verwandte wie Johann Georg Hagenauer als hochfürstliche Hofbaumeister nach Passau berufen wurden, baute der fünfte Sohn, Ignaz Joachim von Hagenauer, bereits ab 1779 das Fundament für die weitreichende maritime und familiäre Expansion nach Triest auf. Dieses physische Machtvakuum führte dazu, dass die Last der Geschäftsführung vor Ort ab 1800 bei den alternden, kinderlosen Töchtern Ursula und Franziska (Pichler) verblieb, wodurch sie im Jahr 1831 zum idealen Opfer für das skrupellose Manöver ihres Buchhalters Josef Schüler wurden. Schüler missbrauchte seine Vertrauensstellung, überging die verbleibenden Erben und brachte Haus und Handlung unter fragwürdigen juristischen Bedingungen an sich, um das erschlichene Hagenauerhaus bereits 1838 mit hohem Gewinn an Ludwig Thury weiterzuveräußern. Erst im Jahr 1917 gelangte das geschichtsträchtige Objekt in das Eigentum der Internationalen Stiftung Mozarteum.
  • Die wirtschaftliche Zerstörung durch die Napoleonischen Kriege: Das Erzstift Salzburg, das bis zum Jahr 1800 als unberührter, hochgradig profitabler und schuldenfreier klerikaler Musterstaat agiert hatte, wurde durch die Erschütterungen der Napoleonischen Kriege (1800–1815) ökonomisch systematisch ausgeblutet. Mehrfache französische Besatzungen, brutale Requisitionen, endlose Einquartierungen und astronomische Kontributionen (Kriegssteuern) vernichteten das liquide Vermögen des Salzburger Bürgertums. Der internationale Spezereiwarenhandel, die logistischen Saalachachsen und das mit dem hochfürstlichen Salzmonopol verknüpfte Kapital – das Lebenselixier der Hagenauer-Handlung – lagen nach fünfzehn Jahren Dauerkrieg wirtschaftlich völlig am Boden.
  • Das rechtliche Ende des Monopolsystems durch neue Landesherren: Die folgenschwerste strukturelle Zäsur bildete die Säkularisation des Erzstifts Salzburg ab 1803. Das alte Fürstentum verlor seine Jahrhunderte alte Eigenständigkeit und wurde als kaiserliche Manövriermasse zwischen der Toskana, Bayern und Österreich hin- und hergerissen. Die Unterordnung unter die neuen, modernen bürokratischen Zentralstaaten zerschlug das im 17. Jahrhundert etablierte System der radizierten Gewerberechte vollkommen. Die neuen Herrschaftsstrukturen schafften die exklusiven fürstbischöflichen Bannrechte und regionalen Privilegien im Zuge der schrittweisen Einführung einer freien Gewerbeordnung konsequent ab. Die alten Monopolhöfe und Handwerkszweige büßten damit schlagartig ihre rechtliche Exklusivität und Rentabilität ein.
  • Die maritime Metamorphose an der Adria (Der Triester und italienische Zweig): Während die alte ländlich-städtische Infrastruktur in Salzburg unter dem Druck von Krieg und Betrug zerbrach, expandierte der abgewanderte Mannesstamm im kaiserlichen Freihafen Triest zu einem maritimes Großhandelsimperium. Ignaz Joachim von Hagenauer fusionierte das familiäre Kapital 1785 durch die Heirat mit Elisabeth von Thys mit dem niederländischen Großindustriellen-Milieu und gründete 1814 die mächtige Transportversicherungsgesellschaft „Assicuratori Marittimi“. In den folgenden Generationen stieg sein Enkel, Ritter Johann Lorenz III. von Hagenauer (1800–1877), zum Präsidenten der weltberühmten Großreederei „Österreichischer Lloyd“ (Lloyd Austriaco), zum Vizepräsidenten des österreichischen Reichstags sowie zum Vizebürgermeister von Triest auf. Nach dem Übergang Triests an Italien nach dem Ersten Weltkrieg fand diese Entwicklung im 20. Jahrhundert ihren dynastischen Abschluss im italienischen Hauptzweig: Durch die Heirat von Pyrrhus von Hagenauer mit der Baroness Carlotta dei Locatelli kam es zur Namens- und Titelvereinigung, die im Jahr 1923 vom italienischen König offiziell als erblicher Titel „Barone Locatelli de Hagenauer“ bestätigt und in das goldene Buch des italienischen Adels (Libro d'oro della nobiltà italiana) eingetragen wurde.
  • Die Wiener Linie des römischen Adels (Baroni Romani): Parallel zu der adriatischen Linie schlug die nach Wien übersiedelte Linie einen vollkommen eigenständigen, spektakulären Aufstieg in den internationalen Adel ein. Anstatt im bloßen österreichischen Beamtenadel aufzugehen, erwarb der Wiener Zweig im 19. Jahrhundert die Erhebung in das päpstliche Baronat. Als römische Barone (baroni romani) erlangten sie höchste kirchliche Anerkennung und verkehrten dauerhaft in den exklusivsten klerikalen Kreisen Roms. Das scheinbare Erlöschen der Salzburger Besitztümer erweist sich somit historisch nicht als Niedergang, sondern als weitere geografische Expansion, Umschichtung des Kapitals und finale Restauration des edelfreien Mannesstammes in den beiden noch existierenden Linien Triest und Wien.


Der Wiener Zweig

Hauptartikel Hagenauer - der Wiener Zweig
Amélie Baronin von Hagenauer (Baronne Amélie de Hagenauer), Erinnerungsbild an die Audienz bei Papst Leo XIII. im Jahr 1888

Die napoleonischen Kriege hatten Salzburg und die Hagenauer in eine tiefe Krise gestürzt. 1810 war Salzburg als Salzachkreis bayerische Provinz geworden, von 1814 bis 1854 fiel das Land Salzburg als fünfter Kreis zu "Österreich ob der Enns" (Oberösterreich) mit dem Verwaltungssitz in Linz. Obwohl die Hagenauer in Salzburg noch auf Schloss Mönchstein, am Gurkerhof und auf der Burg Radeck saßen, übersiedelten die Nachkommen der nächsten Generation in die neue Hauptstadt des Salzachkreises nach Linz. In Linz bekleideten sie als k.k. Landesbeamte die Ämter des Registratur-Direktors sowie des Landes-Baudirektors. Das gesellschaftliches Umfeld der Hagenauer bestand nun hauptsächlich aus hohen Beamten aristokratischer Abstammung, hohen Vertretern des Klerus, sowie vielen heute noch bekannten Künstlern wie Franz Schubert, Adalbert Stifter, Moritz von Schwind etc. Um 1870 übersiedelte Franz de Paula von Hagenauer von Linz nach Wien, sein Neffe Arnold folgte ihm später dorthin. Die in Linz verbliebenen Hagenauer starben aus.

In Wien wurde Arnold von Hagenauer während des Studiums der Veterinärmedizin zunehmend als Schriftsteller tätig. Schließlich gab er sich ganz der Schriftstellerei hin, blieb unverheiratet und starb bei einem Unfall. Sein früher nach Wien gezogener Onkel Franz de Paula war in Wien Direktor einer Triester Assekuranz, als der er ausschließlich kirchliche Gebäude der Monarchie versicherte. Er betätigte sich wie viele seiner Vorfahren und Nachkommen sehr aktiv in der katholischen Kirche. Papst Leo XIII. verlieh dem "Nobile Francesco de Hagenauer di Salisburgo" für seine Verdienste um die römisch-katholische Kirche, als auch "für die Verdienste seiner Vorfahren", die erbliche römische Baronie. Sein Sohn Simon (II.) Baron von Hagenauer heiratete in die in Wien lebende französisch-italienische Bankiersfamilie Thomas ein, zu deren Freundes- und Bekanntenkreis eine große Anzahl von Künstlern zählten (Francesco Pollini, Gaëtano Donizetti, Giovanni Fadolini, Franz Liszt, Jacques Offenbach und Carl Lafite).

Mit den Lateranverträgen von 1929 wurde die päpstliche Baronie der Hagenauer im Königreich Italien rückwirkend anerkannt und per späterem Dekret als italienischer Adel auf alle Nachkommen übertragen. Die internationale Standesqualität des Wiener Zweiges der Familie Hagenauer wurde nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie durch Initiativen des Triester Zweiges völkerrechtlich und staatsrechtlich abgesichert. Gestützt auf die Lateranverträge von 1929 bestätigten königliche Dekrete in Italien den Titel und erfassten über eine Ausdehnungsklausel auch den Wiener Zweig um Simon III. Baron von Hagenauer.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich 1938 wurde Simon (III.) Baron von Hagenauer, für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshof (OGH) vorgesehen gewesen war, politisch massiv unter Druck gesetzt. Infolge seiner streng katholischen Gesinnung wurde er genötigt, seine Entlassung aus dem Staatsdienst einzureichen. Die 1940 verwitwete Berta Baronin von Hagenauer war in Wien als gläubige Katholikin in einer Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime tätig. Sie wurde von der Gestapo verhaftet, inhaftiert und gefoltert. Ihr Sohn Wolfgang, der 1940 auf ein Schweizer Internat (St. Gallen) geschickt worden war, um ihn der NS-Propaganda zu entziehen, leistete später in den Bergen Liguriens (Küstenregion in Nordwestitalien) bewaffneten Widerstand gegen das totalitäre Regime des Faschismus und gegen das NS-Regime. Seine Söhne sandte er in den 1970er Jahren auf ein Salzburger Internat, deren zahlreiche Nachkommen heute in Wien leben.

Der Triester Zweig

Hauptartikel Hagenauer - der Triester Zweig
Familiengruft der Barone Locatelli - Hagenauer in Gorizia.

1775 hatte Ignaz Joachim von Hagenauer, der Begründer des Triester Zweiges, in der (damals noch österreichischen) Hafenstadt Triest ein Handelshaus gegründet, das anfangs sehr erfolgreich war. Nach etlichen Schwierigkeiten während der napoleonischen Zeit gelang es ihm, das Handelshaus wieder zum ersten Haus von Triest zu machen. 1814 wurde die Versicherungsgesellschaft "Assicuratori Marittimi" von Ignaz Joachim von Hagenauer mitbegründet, deren Direktor er wurde. Nach 1819 erwarben die Hagenauer die Villa Murat (das Schloss von Caroline Murat, Königin von Neapel, Schwester Napoleons) in Triest. Als Ignaz 1824 starb, übernahmen seine zwei Söhne Johann Lorenz und Josef Paul das Handelshaus. Der ältere, Johann Lorenz (III.), wurde später Direktor der Lloyd Austriaco Versicherungsanstalt. Sein Bruder Josef Paul war ausschließlich als Handelsherr tätig, starb jedoch früh. Dessen Sohn Ignaz führte als Student und später beim Militär ein bewegtes Leben (er hatte Affären, Duelle, Spielschulden etc.). Nachdem Ignaz die k.k. Armee verlassen mußte, gründete er auf seinem Gut eine Reitschule für die gehobene Triester Gesellschaft, auf dem er jedoch bald verstarb. Sein Sohn Pyrrhus von Hagenauer wuchs auf diesem Reitgut auf und wurde einer der besten Reiter in der k.u.k. Armee. Durch Einheirat in das österreichische Adelsgeschlecht der Freiherren Locatelli von Eulenburg und Schönfeld (aus Friaul) wurde Pyrrhus sehr vermögend. 1923 erhielt der "nobile Pyrrhus de Hagenauer" durch die königliche Consulta Araldica per Dekret die Bestätigung seines Freiherrenstandes im Königreich Italien mit dem Titel "barone del S.R.I. di Eulenburg ed Schönfeld". Sein älterer Sohn Carl Georg Baron von Locatelli-Hagenauer starb während der Pilotenausbildung bei der königlichen italienischen Luftwaffe bereits 1942. Jedoch setzte sein jüngerer Sohn Alexander (* 1924; † 1987), der keine männlichen Nachkommen hatte, durch Adoption seines Stiefsohnes George Albert die Triester Linie fort. Dessen Nachkommen leben heute in Lucca und Florenz.

Persönlichkeiten

Hauptartikel Hagenauer - Persönlichkeiten aus der Familie

Das beständig katholische Adelsgeschlecht der Hagenauer stand stets in enger Beziehung mit Vertretern der römisch-katholischen Kirche; vorerst über das Hochstift Freising, das Hochstift Regensburg und das Hochstift Passau, später über das Erzbistum Salzburg und da im Besonderen mit der Erzabtei St. Peter. Etliche Hagenauer waren Bischöfe (von Freising und Passau), Äbte (in Scharnitz, Melk, Augsburg und Salzburg), Prioren (Wessobrunn) oder Würdenträger anderer Kirchenämter (Priester, Vikare, Ordensschwestern), und damit Repräsentanten der amtlichen Kirche. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert waren einige Familienmitglieder in Verwaltungsämtern am Salzburger Fürstenhof, am fürstbischöflichen Hof Gurk und am Hof des Fürstbistums Passau tätig. Die Künstler, die der Familie entsprangen, standen hauptsächlich in Diensten katholischer Erzbischöfe, der Fürstbischöfe, Domherren und Äbte, aber auch von den katholischen Monarchen des österreichischen Kaiserhauses und des bairischen Kurfürstentums, sowie von Mitgliedern der katholischen Hocharistokratie.

Ab circa 1865 oblag einigen Hagenauern die Verantwortung bezüglich der Assekuranz einer Großzahl von Gebäuden der katholischen Kirche in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Diese beständige wechselseitige Beziehung zwischen den Vertretern der römisch-katholischen Kirche und den Mitgliedern der Familie Hagenauer, manifestierte sich in kirchlichen Stiftungen, in der Verwaltung kirchlicher Güter, sowie in der Leitung von kirchlichen oder kirchennahen Organisationen durch die Hagenauer. Im Gegenzug erhielten die Hagenauer durch und von der Kirche Besitz und Privilegien (Lehnsrechte, Güterprivilegien, Bergrechte, Verwaltungsrechte, Vogtämter und andere Verwaltungsämter), sowie die Aufnahme in päpstliche Ritterorden und die Verleihung der päpstlichen Baronie. Unter den Nachkommen dieses Zweigs findet man neben außergewöhnlichen Kirchenmännern auch Kreuzritter, vermögende Handelsherren, Mäzene, Künstler, Freimaurer und Mitglieder anderer Geheimgesellschaften, sowie Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg.

Name

Hauptartikel Hagenauer - über den Namen, seine Herkunft, seinen Wandel und seine Bedeutung

Im Jahr 994 wurde das Geschlecht der Hagenauer als "stirps nobilis de Hagenau", als "edles Geschlecht von Hagenau", erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vom Gebiet Hagenau mit dem sich darauf befindlichen gleichnamigen Edelsitz ab, die sich beide nördlich von Freising (in Bayern) befinden. Der Flurname "Hagenau" setzt sich aus den beiden Begriffen Hagen und Au zusammen, die ihre Wurzeln in der germanischen Sprache haben: haga = Gehege, Umzäunung und awjo = Au, Wasserland, Insel. Der Name veränderte sich im Althochdeutschen zu hagan und awa, im Mittelhochdeutschen zu Hagen und Ouwe, um schließlich im Frühneuhochdeutschen zum heutigen "Hagenauer" zu werden. Parallel dazu entwickelte sich die Schreibweise des Namens, der sich zunächst "Hagenowe", später "Hagenower" schrieb und sich ab dem 14. Jahrhundert zunehmend und ab dem 15. Jahrhundert gänzlich zu "Hagenauer" gewandelt hatte. Er bedeutet soviel wie "umzäunte Au".

Stand und Wappen

Hauptartikel Hagenauer - Stand und Wappen
Siegel des Karel von Hagenau (auch Hagenauer), 1387

Die Familie der Hagenauer wurde in ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 994 bereits als adelig bezeichnet. Im 13. Jahrhundert begann der Abstieg der ehemals edelfreien Hagenauer, die sich in die Ministerialität und in den Schutz aufstrebender Städte begaben. Im 14. und 15. Jahrhundert, in dem die Hagenauer als Patrizier aufscheinen, mussten sie ihre verbliebenen Lehensrechte, Bergrechte, Vogtrechte, den Zehent und die Güter verkaufen, sowie den letzten Stammsitz in Bayern. Sie waren, wie auch Mitglieder anderer alter Familien, als Freie auf den Bauernstand herabgesunken. Um 1500 waren die Herren von Hagenau verarmt und ihr Adel infolge von Mesalliancen verdunkelt. Ab dem 16. Jahrhundert gelang ihnen in Salzburg erneut der Aufstieg und im 17. Jahrhundert erhielten die Herren Hagenauer die Bestätigung ihres alten Adelswappens mit Wappenmehrung durch den kaiserlichen Palatin. Im 18. Jahrhundert wurde Mitgliedern des Geschlechts vom Salzburger Erzbischof und vom Passauer Fürstbischof das Adelsprädikat bestätigt. Im 19. Jahrhundert wurde der Wiener Linie vom Papst die römische Baronie verliehen. Per späterem Dekret der königlichen Consulta Araldica wurde die römische Baronie als italienischer Freiherrenstand, für das Königreich Italien rückwirkend anerkannt. Auch die Triester Linie Locatelli-Hagenauer erhielt nach Adelsarrogation die spätere Anerkennung ihres Freiherrenstandes im Königreich Italien.

Das Hagenauer Stammwappen, das in vielen Urkunden, an Grabstätten und Gebäuden zu finden ist, zeigt einen Dreiberg mit Hagenbaum (-strauch). Aus dem Jahr 1137 stammt die älteste Darstellung des Wappens, das auf dem Epitaph des Reimprecht von Hagenau abgebildet ist (heute in Stift St. Pölten, Niederösterreich). Im 17. Jahrhundert erhielten die Hagenauer in Salzburg eine Wappenmehrung mit zwei schwarzen auffliegenden Adlern auf goldenem Grund, die Helmdecke nun in den Farben Salzburgs (rot-weiß, schwarz-gold) tingiert.

Erbgrabstätten

Genealogie

Hauptartikel Hagenauer - Genealogie der Familie

Die Erforschung der weit zurückreichenden Genealogie des Hauses Hagenauer lässt sich methodisch in drei klare Phasen unterteilen: Der früheste, im Jahr 994 einsetzende Ursprung beruht mangels personengenauer Quellen primär auf regionalen Besitzungen und plausiblen Leitnamensketten des bayerischen Uradels. Für das Hoch- und Spätmittelalter ab dem 11. Jahrhundert bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts existiert eine lose Kette von Urkunden, die zwar prominente Einzelpersonen belegt, aber noch keine lückenlosen Vater-Sohn-Verbindungen erlaubt. Erst ab dem späten 15. Jahrhundert – beginnend mit Stephan Hagenauer und dem Verkauf des Stammsitzes im Jahr 1484 – setzt eine durchgehende, vollkommen gesicherte Genealogie ein, die über die administrativen Eliten im Chiemgau des 16. Jahrhunderts bis zur berühmten Salzburger Bürger- und Beamtendynastie führt.

An Hand von Freisinger Urkunden konnten Historiker die Geschichte der Hagenauer bis ins Jahr 763 zurückverfolgen (bis zu Abt Reginbert und dessen Bruder Irmenfried). Als Stammvater des Geschlechts wird der 1068 in den Freisinger Urkunden genannte Guntpold von Hagenau gesehen. Ende des 11. Jahrhunderts hatten sich die Herren von Hagenau in drei Linien verzweigt, wobei die zwei jüngeren Linien bereits im 13. und 15. Jahrhundert erloschen und nur die älteste Linie (Freisinger Stamm) sich im Mannesstamm fortsetzte. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der letzte bayrische Stammsitz in Allershausen aufgegeben, wonach ein Nachkomme Bayern verließ und diese Linie in Salzburg (als Salzburger Linie) fortsetzte. Die Salzburger Linie verzweigte sich kurz nach 1600 erneut in drei Linien (Wolfgang, Johannes und Georg), wobei die beiden jüngeren Linien ebenfalls im Mannesstamm erloschen. Aus der ältesten (Wolfgang´schen) Linie gingen Ende des 18. Jahrhunderts ein Triester Zweig und Mitte des 19. Jahrhunderts ein Wiener Zweig hervor, von denen beiden es bis heute Nachkommen gibt. Wegen der weit zurückreichenden Genealogie des Hauses Hagenauer wurde vorerst ein Überblick der einzelnen Stämme, Linien, Äste und Zweige (mit den Begründern sowie mit den Letzten des Geschlechts) wiedergegeben. Ein durchgehender Stammbaum wurde unter Berücksichtigung des Salzburgbezuges erst ab der Niederlassung der Herren von Hagenau im Erzbistum Salzburg (beginnend mit "Georg I.") dargestellt.

Publikationen - Hypothesen und Fakten

Hauptartikel Hagenauer - Theorien über die Herren von Hagenau

Seit Ende des 16. Jahrhunderts erschienen in verschiedenen Publikationen diverse Theorien über die Herkunft, die Genealogie und die Geschichte der Hagenauer. Infolge des ursprünglich spärlichen Quellenmaterials waren die ersten Arbeiten über die Herren von Hagenau sehr fragmentarisch und enthielten Fehler. In späteren Publikationen setzten sich dann auf Grund lückenhafter, mitunter auch ungenauer oder überhaupt fehlender Quellenforschung, sowie durch die Wiederholung von bereits anfänglich publizierten Irrtümern, viele Fehler und Vermutungen fort. Jedoch hatten Historiker ab dem 19. Jahrhundert durch umfangreiche und gezielte Quellenforschung, sowie durch die Erschließung von neuem Quellenmaterial (Urkunden, Siegeln, Epitaphien, Gruften, Registern, Briefen, Annalen, Biographien, Kirchenbucheintragungen, genealogischen Tafeln etc.), die Geschichte der Hagenauer weitgehend rekonstruiert und frühere Irrtümer berichtigt.

Namensgleiche Adelsgeschlechter und Familien

Hauptartikel Hagenauer - namensgleiche Adelsgeschlechter und Familien

Neben dem Geschlecht der Herren von Hagenau tauchten ab dem 13. Jahrhundert auch andere namensgleiche Geschlechter auf, die sich ebenfalls von Hagenau bzw. später auch Hagenauer genannt hatten. Die meisten dieser Geschlechter kamen, soweit es sich nachvollziehen lässt, aus unterschiedlichen Orten und Städten Hagenau, von denen sie ihren Namen abgeleitet hatten. Sie traten in Urkunden manchmal in (zum Geschlecht der Herren von Hagenau) divergierender Schreibweise auf, führten aber vor allem andere Wappen. Diese Geschlechter und Familien waren in der Schweiz, in Bayern, im Elsass und in Hessen ansässig. Ebenso wurden Mitglieder von Hagenauer Geschlechtern in Tirol, in Oberösterreich und in Niederösterreich urkundlich erwähnt, wobei die meisten jener Geschlechter heute ausgestorben sind.

Sitze und Besitzungen

  • Edelsitz und Lehen Hagenau bei Schrobenhausen, Oberbayern, um 1006 bis 1348, Edelsitz vor 1348 verwüstet und verlassen, 1364 durch den Wittelsbacher Herzog eingezogen.
  • Burgstall Hagenau (Kranzberg): 1082 - 1484. Der ältere Sitz im Ampertal befand sich im heutigen Weiler Hagenau, einem Ortsteil der Gemeinde Kranzberg, unmittelbar an der Grenze zu Allershausen. Hierbei handelte sich um eine hochmittelalterliche Wasserburg. Bereits zwischen 1082 und 1097 wird ein Cuntbold de Haginau im Raum Allershausen urkundlich erwähnt. Im bayerischen Urkataster des 19. Jahrhunderts ist diese Anlage am nördlichen Ortsrand präzise verzeichnet. Sie ist heute obertägig verebnet und als offizielles Bodendenkmal unter der bayerischen Denkmal-Aktennummer D-1-7635-0158 geschützt.
  • Die Burg zu Allershausen (Turmhügel Aiterbach): Nach der Aufgabe der ursprünglichen Wasserburg verlagerte die Familie ihren Hauptwohnsitz knapp sieben Kilometer weiter nordwestlich nach Allershausen in den Ortsteil Aiterbach. In historischen Dokumenten wird dieser herrschaftliche Komplex als der „Sitz der Hagenauer zu Allershausen“ geführt. Es handelte sich um eine wehrhafte, mittelalterliche Turmhügelburg (Motte). Nach dem Verkauf durch Stephan Hagenauer im Jahr 1484 an die Freiherren von Hörwarth wurde die Anlage in den Folgejahrhunderten abgetragen. Um 1712 wurde dort das barocke Schloss Aiterbach errichtet. Die Reste der ursprünglichen Hagenauer-Burg sind heute noch als künstlich aufgeschütteter Erdhügel im Schlossgelände als Bodendenkmal unter der bayerischen Denkmal-Aktennummer D-1-7635-0158 geschützt.
  • Gut bei Natz, Brixen (Südtirol), um 1078, 1110/14 Novts genannt übergaben die Herren von Hagenau den Besitz dem Domkapitel Freising als Seelgerät (= ein Vorrat an guten Werken für die Seele)
  • Burg und Lehen bei Neuburg am Inn, um 1080
  • Burg und Lehen Hagenau bei Braunau am Inn, erstmals als Besitz des Hartwicus de Hagenowe genannt, nach dem Aussterben des oberösterreichischen Asts der Familie kam es an die Bischöfe von Passau, sie gaben es als Lehen an ein Ministerialiengeschlecht weiter, das sich nach der Burg benannte, der berühmteste Hagenauer war Bischof Reginbert von Passau. Mit Ludwig von Hagenau starb 1262 auch dieses Geschlecht aus. Die Burg wurde 1257 durch ottokarische Söldner weitgehend zerstört, 1571 durch Brand und Hochwasser endgültig vernichtet.
  • Burg und Lehen Hagenau bei Außerkasten, Böheimkirchen, Niederösterreich, 1098 bis 1347, (1529 im Türkenkrieg zerstört), zur Katastralgemeinde gehört die Streusiedlung Hagenau, in der sich der Name des Geschlechts bis heute erhalten hat.
  • Burg Zelking, wahrscheinlich von den Herren von Hagenau vor 1100 erbaut, bei Melk (Niederösterreich), eine mächtige Wand mit Fenstern und Zinnen sowie ein Rundbogentor sind als Ruine erhalten, der Rest ist Steinwerk des 12. bis 16. Jahrhunderts.
  • Gut Hagenau (Hag(e)naw) bei Anthering, um 1110 bis 1239
  • Burg und Lehen Steyregg, (Oberösterreich) bis ca. 1150
  • Gut Hagenau bei Ainring, Oberbayern, Hagenauer Mühle, bis 1239
  • Lehen bei Breitenwiesen, Seeheim (Bayern)
  • Lehen bei Maisbach, Nußloch (Bayern)
  • Gut Hagenau bei Rott am Inn, Bayern, bis 1239
  • Gut bei Sewen, Elsaß (Frankreich)
  • Gut in Sandelzhausen, Mainburg (Bayern)
  • Gut bei Salmading, Freising (Bayern)
  • Gut Schroßlach bei Freising (Bayern)
  • Gut Pellhausen bei Freising (Bayern)
  • Gut bei Piegendorf, Loiching (Bayern)
  • Gut bei Puchheim (Bayern)
  • Gut bei Elsenbach Dorfen (Bayern)
  • Gut bei Seeon, im Chiemgau (Bayern)
  • Lehen und Hof zu Schauching (NÖ.), bis 1366
  • Freieigener Hof zu Tresdorf (NÖ.), ab 1366
  • Gut und Hof zu Anger in der Pfarre Böheimkirchen (NÖ.), bis 1347
  • Mühle bei Moos an der Fischau (bei Wiener Neustadt, NÖ) um 1431
  • Güter und Lehen zu Perchtoldsdorf (NÖ.), mit Bergrecht, Vogtrecht und Weinzehent bis 1439
  • Gut Eggenberg bei Allershausen (Bayern), bis 1484
  • Gut in Westerndorf bei Allershausen (Bayern), bis 1530 oder 1545
  • Seyfried(en)hof in Mauthausen bei Piding 1550, Rupertiwinkel. Das Anwesen, welches als Meierhof (Hofbau) unter der Grundherrschaft von Schloss Staufeneck stand, wurde von der Familie Hagenauer möglicherweise bereits ab ca. 1550 als herrschaftliche Verwalter oder Pächter bewirtschaftet. 50 Jahre später ging das Gut schließlich fest in das Eigentum der Familie über: Laut den Urbaraufzeichnungen des Pfleggerichts Staufeneck (Max Wieser: Pidinger Heimatbuch, S. 307) erwarb Wolf Hagenauer das herrschaftliche Viertel des Seyfriedshofes per Kaufbrief von 1602 vom Halleiner Salzfertiger Hannß Schütz. Im Stockurbar von 1609 wird er folgerichtig unter dem herrschaftlichen Funktionstitel „(Wolf Hagenauer, Der Mayr zu Piding)“ als rechtmäßiger Besitzer geführt, welcher das logistische Zentrum für die Saalach-Mühlenachse der Familie bildete. Der Hof wurde von Christophs Bruder, Wolfgang Hagenauer, bewirtschaftet. Die enge familiäre und geografische Nähe zu den lokalen Höfen am Högl und in der Saalachau spiegelt sich auch in den Ainringer Kirchenbüchern dieser Epoche wider, wo die Brüder wechselseitig bei den Taufen ihrer Kinder als Paten und Zeugen in Erscheinung treten. Dieses Gut bildete das logistische Zentrum für die Saalach-Mühlenachse der Familie.
  • Mautmühl, Mühle in Hagenau, Rupertiwinkel (Oberbayern), 1602, (auch als Steinmühle oder Mautmühle im Pidinger Urbar verzeichnet). Mühle in Hagenau (auch als Steinmühle oder Mautmühle im Pidinger Urbar verzeichnet). Während der zugehörige Seyfriedshof im Jahr 1645 an die Familie Fuxreiter veräußert wurde, verblieb die Mühle ab 1640 nach einer internen Aufspaltung der Besitzungen als eigenständiges Wirtschaftsgut weiterhin fest in der Hand der Familie Hagenauer. Die wirtschaftliche Verflechtung dieser familieneigenen Mühlenstruktur im Pidinger Dorfalltag ist über die historischen Servitutsregister des Heimatbuchs (S. 275, 276) detailliert belegt: Demnach war der benachbarte Fuchreiter-Hof rechtlich dazu verpflichtet, dem „Hagenauer Müller bei Feldkirchen“ für dessen schwere Getreidewägen ein unentgeltliches Durchfahrtsrecht über die Lexenwiesen und mitten durch den eigenen Hausgarten zu gewähren, was das florierende Getreidemonopol der Familie an der Saalachgrenze unterstreicht. Diese Pidinger Mühlen-Ära endete im Zuge der Seuchenkrise der 1760er-Jahre: Nach dem tragischen Tod von Barbara Hagenauer († 25. Dezember 1765) und ihrem Neugeborenen forderten die überlebenden Geschwister ihr Erbteil in bar ein, was den Witwer und Müllermeister Erber in den finanziellen Ruin trieb und 1767 zum endgültigen Verkauf der geschichtsträchtigen Steinmühle für die Summe von 2980 Gulden an Andreas Haindlmayr führte.

Die wirtschaftliche Verflechtung dieser familieneigenen Mühlenstruktur im Pidinger Dorfalltag ist über die historischen Servitutsregister des Heimatbuchs (S. 275, 276) detailliert belegt: Demnach war der benachbarte Fuchreiter-Hof rechtlich dazu verpflichtet, dem „Hagenauer Müller bei Feldkirchen“ für dessen schwere Getreidewägen ein unentgeltliches Durchfahrtsrecht über die Lexenwiesen und mitten durch den eigenen Hausgarten zu gewähren, was das florierende Getreidemonopol der Familie an der Saalachgrenze unterstreicht. Diese Pidinger Mühlen-Ära endete im Zuge der Seuchenkrise der 1760er-Jahre: Nach dem tragischen Tod von Barbara Hagenauer († 25. Dezember 1765) und ihrem Neugeborenen forderten die überlebenden Geschwister ihr Erbteil in bar ein, was den Witwer und Müllermeister Erber in den finanziellen Ruin trieb und 1767 zum endgültigen Verkauf der geschichtsträchtigen Steinmühle für die Summe von 2980 Gulden an Andreas Haindlmayr führte.

  • Amangut, auch als Vogtgut oder "Hanai Huaba" (Hagenauer Hube) bekannt, in Straß bei Ainring, Rupertiwinkel (Bayern). Vor 1611 wahrscheinlich ab Mitte des 16. Jahrhunderts. Entgegen älterer Annahmen, die den Besitz meist erst im 18. Jahrhundert mit der dortigen Künstlergeneration verknüpften, ist die Familie Hagenauer hier nachweislich bereits vor 1611 als etablierte ländliche Oberschicht verankert. Das Ainringer Pfründenurbar vom 11. Oktober 1611 dokumentiert Sebastian Hagenauer bereits als grundabgabepflichtigen Inhaber der Hofstelle (heute Straß 13, geschütztes Baudenkmal). Rupertiwinkel (Bayern), gehörte bis 1803 zum Erzstift Salzburg. [18]
  • Geppingergut (Göppinger Hof / Rachbauer) in Gepping bei Ainring, Rupertiwinkel (Bayern), nachweislich ab dem 24. November 1611 im Besitz der Familie. Das stattliche Anwesen war ein ganzer Bauernhof und umfasste als Vollerbe über fünfzig Joch ertragsstarke Ackerflächen und Wiesen in der Saalachau. Es kam über die Erbtochter Catharina Bauernfeind, die hinterlassene Tochter des vor November 1611 verstorbenen Hans Bauernfeind, durch Heirat an Christophorus Hagenauer. Diese Besitzabfolge ist im Ainringer Pfründenurbar von 1617/1618 durch eine zeitgenössische Namenskorrektur am Seitenrand kirchenrechtlich verbrieft. Der Hof bildete die ökonomische Keimzelle der Familie, aus der der am 24. Mai 1625 getaufte Hoferbe Georgius II. (Giltbuch 1653) sowie die späteren Salzburger Linien (darunter der erzbischöfliche Mundkoch Mathias I. und der Mozart-Freund Johann Lorenz von Hagenauer) hervorgingen.[19]
  • Ainringer Hof, in Ainring, Rupertiwinkel (Oberbayern), ab 1635
  • Messerschmiedhaus zu Straß im Rupertiwinkel (Bayern), gehörte bis 1803 zum Erzstift Salzburg, um 1640
  • Haus in Salzburg, Getreidegasse Nr. 7, um 1676
  • "Hagenauerhaus" in der Stadt Salzburg, bekannt als Mozarts Geburtshaus, Getreidegasse Nr. 9, ab 1703/1706 bis 1831 im Besitz mehrerer Mitglieder der Familie Hagenauer
  • Hu(e)berhof zu Straß, Rupertiwinkel (Bayern), 1720
  • Habnerguet (Weirerguet) zu Berg, ab 1721
  • "Hagenauer-Landhaus" im Nonntal Nr. 10 (heute Nonntaler Hauptstraße Nr. 24), ab 1745
  • Gurkerhof in Salzburg, ursprünglich im Besitz der Gurker Fürstbischöfe, 1787 erwarb ihn der Handelsherr Matthias Hagenauer aus Anlass seiner Hochzeit, da er kinderlos verblieb, fiel das Haus an seine Brüder, später an einen Neffen und dessen Sohn Franz de Paula III., der - letzterer - den Gurker Hof 1837 verkaufte
  • Seuerlhof in Adelstetten (Oberbayern), um 1760
  • "Hasenhaus", Haus am Kranzlmarkt Nr. 4 in Salzburg, Johann Lorenz Hagenauer erwarb das Haus 1789 für seinen Sohn Leopold Judas Thaddäus Hagenauer
  • Hallergut in Viehhausen
  • Haus alte Adresse Stadt 839, damals Sackgasse 2 in Wien, erstmals im Jahr 1382 erwähnt (an der Hinterseite der Häuser Blutgasse 1 und 3) - zwischen 1805 und 1807 im Besitz des kaiserlichen Rats, Professors und Direktors der Akademie der bildenden Künste Johann Baptist von Hagenauer
  • Villa der Witwe Joachim Murats in Triest, Küstenland, seit 1819
  • nicht mehr bestehendes Haus in Wien mit der Konskriptionsnummer 733, Rotenturmstraße 12, 1. Bez.
  • Burg Radeck auch Schloss Radeck genannt, mit den Gütern Seichterberg und Strobl, 1825–1837
  • "Hagenauer-Schlösschen", Schloss Mönchstein in Salzburg, 1833–1887
  • Palazzo Locatelli-Hagenauer in Cormòns, Küstenland, bis 1922
  • Gut und Schloss (Villa) Angoris bei Cormòns, Küstenland, bis 1936
  • Palazzo Gianfigliazzi in Florenz, Toskana, Italien
  • Villa Bendinelli in Lucca, Toskana, Italien

Weblinks

Haus Hagenauer

Quellen

  • Wiguleus Hund à Sulzemos: Metropolis Salisburgensis, Ingolstadt 1582
  • Wiguleus Hund à Sulzemos: Bayrisch Stammen-Buch: Der erst(ander) Theil, S.219f, Ingolstadt 1585
  • Gabriel Bucelin(us): Germania topo-chrono-stemmatographica sacra et profana, Band IV, Ulm 1678
  • Johann Michael Wilhelm von Prey zu Straßkirchen (1690–1747): Bayrische Adels Beschreibung. Eine Sammlung zur Genealogie des bayerischen Adels, Band 13: Hagenau von und zu Hagenau, handschriftliche Aufzeichnungen in der Bayerischen Staats-Bibliothek
  • Philibert Hueber: Austria Ex Archivis Mellicensibus Illustrata, Leipzig 1722
  • P. Carl Meichelbeck: Historia Frisingensis: Prima Quinque Ab Adventu S.Corbiniani I.Episcopi Saecula ..., Bd. I, Augsburg 1724 online
  • Raimund Duellius: Excerpterum Genealogico - Historicorum, Libri Duo, Leipzig 1725
  • Johann Georg Schnürer: Hochfürstlich-Salzburgischer Kirchen und Hof/Kalender, 1735, Salzburg 1735
  • Hans-Jacob Leu: Allgemeines Eydgenössisches oder Schweitzerisches Lexicon, 9. Theil von Go-He, bey Hans Ulrich Denzler, Zürich 1754
  • Die Totenrotelsammlung Ensdorf, (Benediktinerkloster Ensdorf), Band 5 (1751–1760), 1760
  • Die Totenrotelsammlung von St. Emmeram, (Benediktinerkloster St. Emmeram), Band 3 (1767–1769), 1769
  • Placidus Berhandtsky: Auszug der Neuesten Chronick des alten Benediktiner Klosters zu St. Peter in Salzburg, Zweyter Theil, Joh. Jos. Mayers sel. Erbinn Buchhandlung, Salzburg 1782
  • J. Gerold: Hof und Staats-Schematismus der röm. kaiserl. auch kaiserl. königlichen und erzherzoglichen Haupt- u. Residenzstadt Wien, Wien 1784
  • Ludwig Albrecht Gebhardi: Genealogische Geschichte der erblichen Reichsstände in Deutschland Bd. III, Halle 1785
  • Passauer Kirchenbuch, handschriftliche Eintragung am 21. September 1786 (Hochzeit des Johann Georg v. Hagenauer mit Karolina Leopoldina Antonia Freyin v. La Marre), Passau
  • Johann Bapt. v. Hagenauer: Unterricht von der Proporzion des Menschen, k.k. Hofbuchdrucker Joseph Edler von Kuzbeck, Wien 1791 online
  • F.K. Wißgrill: Schauplatz des landesansässigen niederösterreichischen Adels vom Herren- und Ritterstand, Bd IV, 1794
  • Johann Bernard Zezi: Hochfürstlich-Salzburgischer Kirchen- und Staatskalender / 1794, Salzburg 1794
  • J. Gerold (Druckerei): Hof und Staats-Schematismus der röm. kaiserl. auch kaiserl. königlichen und erzherzoglichen Haupt- u. Residenzstadt Wien, Wien 1802 sowie 1803
  • Hof- und Staats-Schematismus des Österreichischen Kaiserthumes, 1807, Wien 1807
  • Joseph Johann Grosbauer: Vollständiges Verzeichniß aller in der k. k. Haupt- und Residenz-Stadt Wien, Gerold´sche Buchhandlung, Wien 1808, S.43
  • Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Baiern, 1812, München 1812
  • Franz Xaver Weilmeyr: Salzburg, die Hauptstadt des Salzachkreises, Mayr´sche Verlag, Salzburg 1813
  • Schematismus der Diözesan-Geistlichkeit des Erzbisthums Salzburg, auf das Jahr 1814, Salzburg 1814
  • Samuel Baur: Neues Historisch- Biographisch- Literarisches- Handwörterbuch, VI. Bd., Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1816
  • Benedikt Pillwein: Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler, Salzburg 1821
  • Franz Anton Sinnacher: Beyträge z. Geschichte d.bischöfl. Kirche Säben u. Brixen in Tyrol, Band 6, Brixen 1828
  • Galinberger-Urbar von 1832, Folio 7 & 8 (Besitzrechte Göppinger Zwillingshof-Komplex) im kreuzweisen Abgleich mit den herrschaftlichen Kurrent-Urbaren des Pfleggerichts Staufeneck (Heftserien zu Piding und Mauthausen, Blätter 36, 37 und 61/62) sowie den Freisinger und Staufenecker Amtsakten zu den Rechnungsjahren 1480 und 1550.
  • Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg Bd. IV, Der Innkreis, Linz 1832
  • Joseph Philipp Fellner: Familiengeschichte Fel(l)ner, handschriftliche Aufzeichnungen, Wien 1833 (Privat-Archiv, Salzburg)
  • Franz Xaver Scheidhardt: Darstellung des Erzherogthums Oesterreich unter der Ens, Viertel Ober- Wienerwald, Bd. III, Wallishausser´s Buchdruckerei, Wien 1836
  • Friedrich Freiherr v. Schweickhard: Darstellung des Erzherogthums Oesterreich unter der Ens, Viertel Ober- Wienerwald, Bd. IX, Wallishausser´s Buchdruckerei, Wien 1837
  • Friedrich Heinrich von der Hagen: Minnesänger, Deutsche Liederdichter des 12., 13. und 14. Jahrhunderts, Leipzig 1838
  • Joseph Schöller: Die Bischöfe von Passau und ihre Zeitereignisse, Druck und Verlag Pustet´sche Buchhandlung, Passau 1844
  • Andreas Chabert: Chronik Chabert, Familienchronik mit einem Kapitel über die Hagenauer, handschriftliche Aufzeichnungen, Linz 1847 (Privat-Archiv, Salzburg und Wien)
  • Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld: Die Dynastie von Hagenau, Mitstifter der Abbtei Seitenstetten in Österreich, in: Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen, Band 1, 1848
  • Martin von Deutinger, Dompropst zu München (Hrsg.):Beyträge zur Geschichte, Topographie und Statistik des Erzbistums München und Freising, Bd. VI, München 1854
  • Heinrich Gentner: Geschichte des Benedictinerklosters Weihenstephan bey Freysing, München 1854
  • Johann Michael Fick: Chronikon der Stadt Schrobenhausen, Gedruckt in der Hickl´schen Officin, Schrobenhausen 1850
  • Gustav Haider: Jahrbuch der Kaiserl. Königl. Central-Comission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, Bd. II, S.122 ff; Wien 1857
  • Historischer Verein von und für Oberbayern (Hrsg.): Die Veste, das fürstliche Pflegschloß zu Traunstein, Oberbayrisches Archiv für vaterländische Geschichte, Bd. 19, S. 223 ff; Kgl. Hofbuch-Druckerei G. Wolf & Sohn, München 1858-1860
  • Johann Baptist Rietstap, Armorial général , Wappenbuch Europäischer Adelsfamilien, S. 870, Couda 1861
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, 7. Bd., kaiserlich-königliche Hofdruckerei, Wien 1861
  • Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Deutsches Adels-Lexicon, 4. Bd., Verlag Fr. Voigt, Leipzig 1863
  • Joseph Grassinger: Die Pfarrei Allershausen im königl. Bezirks-Amte Freising, Sonderabruck aus Bd. 27 des oberbayrischen Archivs, Kgl. Hofbuch-Druckerei Dr. G. Wolf & Sohn, München 1866
  • Historische Verein von und für Oberbayern (Hrsg.): Oberbayrisches Archiv für vaterländische Geschichte, Bd. 27, Kgl. Hofbuch-Druckerei Dr. G. Wolf & Sohn, München 1866-1867
  • L. De Magny: Armorial - et Comtes Romains - et Titres Pontificaux, Aux Archives de la Noblesse, Paris 1890
  • Johann Ev. Lamprecht: Geistliche Ehrenhalle, das ist aus Oberösterreich entstammende Geistliche höheren Ranges, 2. Aufl. Linz 1895
  • Ranglisten des kaiserlich und königlichen Heeres 1916, abgeschlossen mit Personalverordnungsblatt Nr. 44/16, teilweise bis Personalverordnungsblatt Nr. 66/16 berichtigt, K.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1916
  • Michael Schaller: Schematismus für das K. u. K. Heer und für die Kriegsmarine für 1918, k. k. Hof- und Staatsdruckerey, Wien 1918
  • Simon (II.) Baron von Hagenauer: Jagd, Kostelitz 1919, handschriftliche Aufzeichnungen, (Privat-Archiv Wien)
  • Simon (II.) Baron von Hagenauer: Reisen, Kostelitz 1919, handschriftliche Aufzeichnungen, (Privat-Archiv Wien)
  • Simon (II.) Baron von Hagenauer: Familie, Wien 1920, handschriftliche Aufzeichnungen, (Privat-Archiv Wien)
  • Simon (II.) Baron von Hagenauer: Land und Leute, Wien 1920, handschriftliche Aufzeichnungen, (Privat-Archiv Wien)
  • E. Tietze - Conrat: Johann Baptist Hagenauer, Sonderdruck a. d. JB d. KHI; Dr. Benno Filser-Verlag, Augsburg 1920
  • Consulta araldica - Italia: Pel riconoscimento del titolo di barone del S.R.I. di Schönfeld ed Eulenburg a Carlotta Maria Giorgina Matilde Locatelli ed al marito cavaliere Pirro de Hagenauer, Verlag Pallotta, fratelli (tip.), Rom 1923
  • Marianne Freifrau von Hauser: Beiträge zu Salzburger Familiengeschichte, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, S. 148ff, Salzburg 1938
  • Franz Martin: Hundert Salzburger Familien, Sonderdruck des Verlags der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1946
  • Friedrich Funder: Vom Gestern ins Heute, Heroldverlag Wien, 1952
  • I. Wegleiter: Johann Baptist Hagenauer; Diss. Uni Wien, 1952
  • Stephen Tayler: who`s who in Austria 1957/58, The Central European Times Pub. Co. Ltd., 1959
  • Franz Pfeffer, Die Trefflinger Pforte - Die Altherrschaften, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Linz, 1962
  • Marianne Freifrau von Hauser: Geschichte des Hauses Hagenauer, maschinenschriftliche Aufzeichnungen, (Privat-Archiv) Wien, 1965
  • Fried Pankraz, Die Hochfreien von Hagenau bei Freising, Amperland Bd. 2, 1966
  • Franz Tyroller, Genealogie des altbayerischen Adels im Hochmittelalter, in: Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, hg. von Wilhelm Wegener, Göttingen 1962–1969
  • Günther Flohrschütz, Die Giesenbacher und ihre Verwandten (1. Teil), Amperland Bd.1, 1969
  • Kurt Holter, Geschichte von Schlierbach bis 1355, in: Jahrbuch des OÖ Musealvereins. Bd. 116/1, S. 213 ff, 1971
  • Adolf Hahnl, Das Neutor, Schriftreihe des Stadtvereins Salzburg, Verlag: Kulturgut der Heimat, Bd. 6, Hrsg. Ernst Ziegenleder, Salzburg 1977
  • Max Wieser: Schloß Staufeneck, Verlag Staufeneck, 1978
  • Franz Brunhölzl, Max Spindler: Handbuch d. bayrischen Geschichte, C.H.Beck Verlag, München 1980
  • Georg Hunklinger: Das Salzfass, Heimatkundliche Zeitschrift des historischen Vereins Rupertiwinkel 16. Jg. H 1 , 1982
  • Amt der Salzburger Landesregierung - Kulturabteilung, Peter Krön (Hrsg.): St. Peter in Salzburg, 3. Landesausstellung, Druckhaus Nonntal, Salzburg 1982
  • Max Wieser: Pidinger Heimatbuch. Aus der Chronik eines Dorfes mit Hof- und Familiengeschichte. 1250 Jahre Piding 735–1985, Eigenverlag, Piding 1985
  • Gemeinde Ainring (Hrsg.): Ainring, Heimatbuch, Tittmoning 1990.
  • Josef Hemmerle: Das Bistum Augsburg; Die Benediktinerabtei Benediktbeuern, Berlin, New York: de Gruyter, 1991
  • Wilma Buchinger: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Georg Olms Verlag, Hildesheim 1996
  • P. Petrus Eder / Johann Kronbichler (Hrsg.): Hl. Rupert von Salzburg 696–1996, Katalog der Ausstellung im Dommuseum zu Salzburg und in der Erzabtei St. Peter, Salzburg / Dommuseum / 1996
  • G. Geromet, R. Alberti: Nobiltà della contea. Palazzi, castelli e ville a Gorizia, in Friuli e in Slovenia, Vol.1 u. 2., Verlag: Editioni della Laguna, 1999
  • Adolf Haslinger und Peter Mittermayr: Salzburger Kulturlexikon, Residenz Verlag, Salzburg 2001
  • Wolfgang Hagenauer: Erinnerungen, maschinenschriftliche Aufzeichnungen, (Privat-Archiv) Wien 2001
  • Martin Hofbauer: Ausbildung und Strukur der Herrschafts- und Besitzverhältnisse des Hochstifts Passau im 13. und 14. Jahrhundert, dargestellt an den Passauer Urbaren; Diss. Helmuth-Schmidt Univ., Hamburg 2005
  • Genealogisches Handbuch des Adels: Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2006
  • Salzburger Barockmuseum (Hrsg.): Barockberichte 44/45 (2006): Die Hagenauer – Künstler, Kaufleute, Kirchenmänner im Salzburg der Mozartzeit, Eigenverlag, Salzburg 2006
  • Adolf Hahnl: Der Gurker, Passauer beziehungsweise Salzburger Architekt Johann Georg Hagenauer (1748 - 1835)
  • A. Borella: Annuario della Nobiltà Italiana, Nova Ser. 2006; Milano 2007
  • Rudolph Angermüller: Maria Theresia Hagenauer, Salzburger Archiv, Bd. 32, Salzburg 2007
  • Plinio Correa de Oliveira: Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten, Wien, 2008
  • Johann Christoph Allmayer-Beck: Vom Gastwirtssohn zum Ministermacher: Anton Beck und seine Brüder, Böhlau Verlag, Wien 2008
  • Adolf Hahnl, Hannelore und Rudolph Angermüller: Abt Dominikus Hagenauer (1746-1811) von St. Peter in Salzburg. Tagebücher 1786-1810; Hrsg. Historischen Sektion der Bayerischen Benediktinerakademie; St. Ottilien. EOS, 2009
  • Giorgio Geromet: Araldica, nobiltà e costumi del Friuli e della venezia Giulia, del Carso triestino, dell'Istria e della Dalmazia; Edizione Lugio, Triest 2009
  • Stephan Hubinger: Herrschaftsarchiv Hagenau, Oberösterreichisches Landesarchiv, 2009
  • Bruno Schober: Der schiefe Turm von Lanzendorf bei Böheimkirchen, 2009/2010
  • Gunda Barth-Scalmani, Margareth Lanzinger, Ellinor Forste, Gertrude Langer-Ostrawsky: Aushandeln von Ehen, Heiratsverträge der Neuzeit im europäischen Vergleich, Böhlau-Verlag, Köln Weimar Wien, 2010
  • Ulrich Nersinger: Liturgien und Zeremonien am Päpstlichen Hof, Band 1, Verlag nova & vetera, Bonn 2010
  • Roman Sandgruber: Traumzeit für Millionäre: Die 929 reichsten Wienerinnen und Wiener im Jahr 1910, Styria Premium Verlag, Wien 2013

Urkunden und Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe Einträge der Oberdeutschen Personendatenbank, Matrikel der Universität Ingolstadt (MU Ingolstadt 1484, Band 134, Zeile 19).
  2. ↑ Vgl. Matrikel der Universität Wien (MU Wien 1500 I R 049).
  3. ↑ Siehe Indersdorfer Übergaberegister von 1503 (BayHStA Klost.Lit. 81).
  4. ↑ Vgl. Haus- und Hofchronik Westerndorf, Hofmark Haimhausen.
  5. ↑ Vgl. Matrikel der Universität Wien (MU Wien 1520 I R 021).
  6. ↑ Vgl. Hagenauer - Genealogie der Familie.
  7. ↑ Siehe Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Klosterliteralien Indersdorf, Band 81.
  8. ↑ Vgl. Hauschronik Westerndorf 2, Genealogie-Kiening.
  9. ↑ Vgl. Hagenauer - Stand und Wappen.
  10. ↑ Vgl. Urkundenregesten zum Seyfriedshof Piding, 1602: „Wolf Hagenauer, Müllner und Mayr zu Piding“.
  11. ↑ Vgl. herkömmliche Eintragungen in den Tauf- und Trauungsbüchern der Pfarrei Ainring, frühes 17. Jahrhundert.
  12. ↑ Vgl. Bestallungsurkunden und herrschaftliche Amtsregister der Stadt Traunstein, 1612.
  13. ↑ Bayerisches Hauptstaatsarchiv (BayHStA), Kurbayern Äußeres Archiv, Nr. 1241 (Kloster Indersdorf); Besitzwechselakten zu Westerndorf ca. 1530–1545.
  14. ↑ Vgl. Grundbücher des Klosters Indersdorf, Literalien 81 (Hauschronik Westerndorf 2, „Kuttenthreuer“- oder Mesnerhof).
  15. ↑ Oberbayerische Archiv-Regesten und Hofmarksakten Chieming, Regesten der Stadt Traunstein, 1564.
  16. ↑ Benediktinerstift St. Peter in Salzburg, Archiv, Besitz- und Rechnungsbücher der Traunsteiner Urbarverwaltung (1612–1631).
  17. ↑ Hagenauer - der Triester Zweig / der Wiener Zweig (Genealogische Registerübersicht im Salzburgwiki).
  18. ↑ Pfarrarchiv Ainring: Urbar der Pfarrpfründe Ainring (1617/1618), Signatur PB 258/17, Bildseite 1; Stift- und Giltverzeichnis (1653), Signatur PB 127/3, Bildseite 3.
  19. ↑ Archiv des Erzbistums München und Freising, Pfarrarchiv Ainring: Trauungsbuch (1610–1663), Fol. 4; Taufbuch 1 (ab 1610), Bildseiten 20–21; Stift- und Giltverzeichnis (1653), Bildseite 8; Urbar der Pfarrpfründe Ainring (1617/1618), Bildseite 7.