Stadtverein Salzburg

Der Stadtverein Salzburg ist ein Verein zur Pflege und Erhaltung der baulichen und landschaftlichen Schönheit Salzburgs. Er wurde von 1970 bis 1951 Stadtverschönerungsverein genannt und gilt für viele als das wachgehaltene Gewissen für die Erhaltung der Altstadt und gegen Verschandelung.
Geschichte
Der Verschönerungsverein wurde 1862 gegründet.[1] Erster Präsident des Stadtverschönerungsvereines war von 1862 bis 1869 Bürgermeister Dr. Heinrich Ritter von Mertens. Der Künstler Josef Mayburger war Mitbegründer des Stadtvereins. Mitbegründer Josef Mayburger (* 1814; † 1908), Maler und Gemeinderat, wollte mit dem Verein ein Instrument zum Schutz der Stadt schaffen. Eine der frühen Maßnahmen war die Verhinderung einer geraden Trasse der regulierten Salzach im Stadtgebiet. Bis heute nimmt sich der Stadtverein wichtiger kommunaler Anliegen an.
Ihm folgte bis 1873 und von 1875 bis 1884 Bürgermeister Leopold Scheibl, unterbrochen von einer einjährigen Führung im Jahr 1874 durch den Landtagsabgeordneten Ludwig Zeller.
Von 1886 bis 1894 war der Bankier und Mäzen Dr. Rudolf Spängler Präsident.
Ihm folgten bis 1897 Rechtsrat Anton Neumüller und bis 1901 Stadtbaudirektor Hans Müller, gefolgt von den Offizieren Oberst Georg Edlen von Helly bis 1907 und Feldmarschall-Leutnant Julius Weyrich von Trubenburg bis 1914.
Bis 1922 stand Vizebürgermeister Josef Beinkofer an der Spitze des Vereins und dann bis 1924 Hugo Leskowitz und bis 1925 Feldmarschall-Leutnant Josef Schilhavsky.
Von 1926 bis 1932 war Sparkassendirektor Franz Dafner, im Jahr 1933 Kommerzialrat Carl Kaltenbrunner und von 1934 bis 1939 der Buchhändler Dr. Erich Grießenböck Präsident.
Von 1940 bis 1945 führte Josef Zulehner den Verein, wobei von 1942 bis 1950 die Vereinstätigkeit ruhte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Vereinigung als "Salzburger Stadtverein" am 29. Juni 1951 im Zipfer Bierhaus neu gegründet. Dort hielt er seine Hauptversammlung ab und bestellte Direktor Wilhelm Flatz zum Präsidenten, Stellvertreter wurden Erich Grießenböck, Geschäftsführer Sepp Zulehner, Kassier Karl Tomaselli.
Von 1954 bis 1977 leitete Fachinspektor Hofrat Prof. Alois Schmiedbauer den Verein, dem bis 1982 der Verleger Prof. Dr. Ernst Ziegeleder folgte. Von 1982 bis 1990 war der Gemeinderat a. D. Baurat h. c. Arch. Hanns Enhuber Präsident, von 1990 bis 1995 der Sparkassendirektor Prof. Dr. Franz Ruedl und seit 1995 der frühere Landesbaudirektor Hofrat Dipl.-Ing. Axel Wagner.
1952 erschien die erste Folge der Vereinszeitung Bastei - Blätter des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft. Diese repräsentativ gestaltete Schriftenreihe ersetzte die früheren Mitteilungsblätter. Landeshauptmann Josef Klaus rühmte im Vorwort die Kulturarbeit des Vereines, "der aus der Stadt nicht mehr wegzudenken ist", Bürgermeister Stanislaus Pacher sprach die Hoffnung aus, dass sich die Bastei als ein wirkungsvolles Sprachrohr erweisen möge, "das in den Fragen der Erhaltung und Pflege des Stadtbildes ein gewichtiges Wort zu sagen haben wird".
Der Verein blickt auf eine gut 150-jährige Arbeit zurück und zählte 2001 1 300 Mitglieder.
Initiativen
Die wichtigsten Initiativen durch den Stadt-Verschönerungsverein waren: [2] [3] [4] [5]
- Bürgermeisterloch durch den Schartenwall auf der Mönchsbergscharte, 1862/63
- Instandsetzung und Neubau der Wege auf dem Mönchsberg, 1863
- Aussichtspunkte und Ruheplätzen am Mönchsberg, ca. 1865
- Aussichtspunkte und Ruheplätzen am Kapuzinerberg, ca. 1865
- 46 Sitzbänke für die Stadtberge
- Cafehausgarten des Café Tomaselli, 1870
- Meteorologische Station des Salzburger Stadtvereins am Alten Markt (gespendet vom Großherzog von Toskana), ca. 1870
- Mitwirkung an der Gestaltung des Kurgartens, insbesondere Baron Schwarz Denkmal, 1872
- Fußweg nach Maria Plain, 1883
- 1884 übernimmt die Stadtgemeinde Salzburg die bisher geschaffenen Anlagen und Wege.
- Herstellung einiger Kinderspielplätze, ca. 1895
- direkte Weg von der Leprosenhausleiten zur Müllner Schanze, ca. 1895
- Kastaniealle auf dem Mirabellplatz, 1890
- Pavillon auf der Stadtaussicht am Kapuzinerberg, 1890
- Bepflanzung der Brodhäuslau, ca. 1890
- Marmortreppe und Große Fontäne im Mirabellgarten, 1893/1894
- Kinderspielplatz Müllner Schanze, 1900
- Renovierung der Pferdeschwemme (Marstallschwemme)
- Baumreihe am rechten Salzachufer vom Franz-Josefs-Park bis zur Überfuhr
- Eduard-Richter-Höhe, 1907
- Pegasusbrunnen, Neuaufstellung im Mirabellgarten, 1913
- Gestaltung der Hettwer-Bastei, 1926
- Wiederbelebung der Freskomalerei an Salzburger Häusern, 1928
- Renovierung und Gestaltung des Innenhofes im Bürgerspital, 1934
- Gestaltung der Anlage beim Café Corso , 1934
- Erhaltung des Botanischen Gartens, 1934
- weiter Ruhebänke und Floraverbesserung auf den Stadtbergen, 1934
- Erwerbung von Figuren für den Zwergelgarten
- Instandsetzung des Basteiweges am Kapuzinerberg, in vier Etappen, 1927-1935
- Zurückversetzung der Herkulesfigur vom Schloss Klessheim in den Innenhof der Alten Residenz, 1952
Führende Männer im Stadtverein
- Hauptartikel Führende Männer im Stadtverein
Zeitschrift und Schriftenreihe
Der Stadtverein Salzburg ist Herausgeber folgender Publikationen
- Zeitschrift des Stadtvereins Salzburg
- Bastei, viermal jährlich
- Schriftenreihe des Stadtvereins Salzburg ergänze
- Lieselotte Eltz-Hoffmann: Salzburger Brunnen, 1979
- Rudolph Klehr: Linzer Gasse, 1989
- Rudolph Klehr: Getreidegasse, 1994
- Rudolph Klehr: Steingasse, 1998
- Rudolph Klehr: Gstättengasse, ergänze
Quellen
- Salzburger Nachrichten
- Bastei, Sondernummer zum 100jährigen Bestehens des Stadtvereins Salzburg, 1962, Seite 8</ref>.