Das Lessachtal im Nebel, auf den Bergen Sonnenschein - Inversionswetterlage

Als Wetter bezeichnet man die lokal begrenzten Erscheinungen der Atmosphäre, wie Schneefall, Regen, Sonnenschein, Gewitter und anderes. Wetter ist somit eine kleinräumige und kurzzeitige Betrachtung im Gegensatz zu Klima, das die Wetterbeschreibung eines großen Gebiets über mindestens mehrere Jahrzehnte betrachtet.

Wetter in Salzburg

Obwohl das Bundesland Salzburg überwiegend im Einflussbereich des atlantisch-maritimes Klima, das durch milde Winter und mäßig warme Sommer mit ganzjährigen Niederschlägen gekennzeichnet ist, kommt es immer wieder zu Extremen.

Jährlich etwa 50 Sommer- und rund zehn Tropentage

Die Hitzewelle im Juli 2015 machte neugierig zu wissen, wie heiß es in den vergangenen Jahren war. Dazu wertete die Salzburger Landesstatistik die Klimadaten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik für die Messstationen Salzburg-Flughafen und Observatorium Sonnblick aus. Unterschiedlicher können die beiden Messstationen nicht sein, liegt doch die Messstation am Flughafen Salzburg auf einer Höhe von 430 m ü. A., jene am Sonnblick hingegen auf 3 109 m ü. A..

Am Flughafen Salzburg wurden in den vergangenen 20 Jahren (1994 - 2014) im Durchschnitt jährlich 54 Sommertage mit elf Tropentagen gezählt. Bei Sommertagen muss ein Tagesmaximum von mindestens 25 Grad Celsius, bei Tropentagen sogar von mindestens 30 Grad Celsius gemessen werden. Den heißesten Sommer gab es im Jahr 2003 mit 91 Sommertagen und 29 Tropentagen, am "kühlsten" war es 1999 mit 42 Sommertagen und vier Tropentagen. Nur einen Tropentag gab es 1997 - bei 48 Sommertagen. Die maximale Tageshöchsttemperatur variierte in den Jahren 1995 bis 2014 zwischen 30,7 Grad Celsius vom 26. Juni 1997 und 37,2 Grad Celsius, die am 28. Juli 2013 gemessen wurden. 2014 gab es 43 Sommertage mit neun Tropentagen, wobei das Tagesmaximum von 33,1 Grad Celsius am 9. und 10. Juni erreicht wurde. Angenehm kühl ist es in den Sommermonaten hingegen am Sonnblick auf 3 109 Metern Seehöhe: Bei dieser Messstation wurden in den vergangenen 20 Jahren Tageshöchsttemperaturen zwischen 10,1 und 15,3 Grad Celsius gemessen.

Wird die mittlere Tagestemperatur der Sommermonate Juni bis August betrachtet, stehen sogar Daten bis 1887 für den Sonnblick und sogar bis 1842 für den Flughafen Salzburg zur Analyse bereit. Auch bei dieser Betrachtung war der Sommer 2003 mit einer mittleren Tagestemperatur von 21,3 Grad Celsius am Salzburger Flughafen und 4,7 Grad Celsius am Sonnblick der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Am kühlsten war es im Sommer 1913, wo am Flughafen-Salzburg im Mittel nur 14,3 Grad Celsius und am Sonnblick minus 1,6 Grad Celsius gemessen wurden.

Informationen zum Salzburger Klima finden sich auch im "Statistischen Handbuch Salzburg", das die Landesstatistik unter der Leitung von Dr. Gernot Filipp zusammengestellt hat und online abzurufen ist[1].

Wetterphänomene

Nördlich des Alpenhauptkammes kommt es immer wieder zu Föhnlagen.

Wetterkapriolen

Neben immer wiederkehrenden Hochwassersituationen, bedingt durch starken Dauerregen, gibt es aber auch immer wieder Hitzeperioden oder -tage.

Wärmerekorde und -kapriolen

 
mit Sahara-Staub angereicherte Wolken im Juni 2013 über der Stadt Salzburg
 
Saharastaub im Henndorf am 5.4.2016
Hauptartikel Saharastaub

Durch Zufuhr heißer Luft aus dem nördlichen Afrika, aus der Wüste Sahara, kommt es alle paar Jahre zu besonders heißen Tagen in Salzburg. Auch kann diese Sahara-Luft feine Sandpartikel mit sich führen, was sich in meist gelben Niederschlag, besonders auf Kraftfahrzeugen, offenbart. Am 18. Juni 2013 waren faszinierende Farbenspiele in den Wolken über dem Land Salzburg zu sehen, die durch Sahara-Sand ausgelöst wurden.

Hitzerekorde im Land Salzburg

Hier einige Salzburger Hitzerekorde der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts[2]

Temperaturen aus dem Jahr 2009

36,9° C, gemessen an der Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Salzburg in der Stadt Salzburg, Freisaal um 16:30 Uhr
35,4° C, gemessen in Lofer
34,6° C, gemessen in Zell am See

Dieses zweitägige Hitzewetter (22. und 23. Juli 2009) wurde wiederum durch die Zufuhr heißer Wüstenluft aus der Sahara hervorgerufen, die auch Sand mit sich führte.

Wetter August 2014

In der Bilanz für den August 2014 sticht besonders die (fehlende) Sonnenscheindauer heraus. Österreichweit war es der sonnenärmste August seit 2006 und seit Beginn der Sonnenaufzeichnungen im Jahr 1884 haben es nur 13 August-Monate auf weniger Sonnenschein gebracht als jener im Jahr 2014.

In Salzburg fiel um 25 Prozent mehr Niederschlag und das Monatsmittel der Lufttemperatur lag 1,3° C Grad unter dem langjährigen Durchschnitt. Gewinner in diesem Sommer waren neben den Schwammerlsucher auch die Gletscher, die sich wiederholt über schützenden Neuschnee freuen durften[4]. Siehe dazu auch Pete Wetterstation Neumarkt am Wallersee.

Sonstige Wärme-"Rekorde"

Heißester Apriltag

Der heißeste Apriltag war der 30. April 2003 für die Stadt Salzburg mit 30,6°C Grad. Übertroffen wurde er mit dem 27. April 2012, an dem bei der Wetterstation in Salzburg-Freisaal am Nachmittag 31,5° C gemessen wurden. Der bisherige April-Rekord wurde in Obersiebenbrunn (Niederösterreich) mit 31,0 Grad am 24. April 1968 gemessen[5].

Juni-Rekorde 2013

War schon der der 19. Juni 2013 der bis dahin heißeste Tag im Juni seit, so legte der 20. Juni 2013 "ein eins drauf". Der 20. Juni 2013 wird in die Wetter-Geschichte eingegangen: Mit 38,6 Grad Celsius wurde in Waidhofen a. d. Ybbs (NÖ) die höchste jemals im Juni gemessene Temperatur in Österreich registriert. Hier einige Daten[6]

Messstelle m ü. A. alter Rekord mit °C neuer Rekord mit °C Junidaten seit
Salzburg Flughafen 430 14. Juni 1980 35,6 19. Juni 2013 35,7 1874
Salzburg Freisaal 418 23. Juni 2003 34,8 19. Juni 2013 35,8 1987
Abtenau 709 10. Juni 2010 33,9 19. Juni 2013 34,5 2008
Golling 490 10. Juni 2010 34,0 20. Juni 2013 35,7 2009
Großarltal 882 19. Juni 2012 31,1 20. Juni 2013 33,2 2011
Radstadt 858 19. Juni 2002 33,7 20. Juni 2013 34,2 1936
Zell am See 770 19. Juni 2002 33,3 20. Juni 2013 35,2 1948

Oktober-Rekorde

Der Freitag, der 19. Oktober 2012, brachte im Großteil Österreichs sonniges und ungewöhnlich warmes Wetter[7]:

Loferer Alm (1  623 m ü. A.): 22,2° C Grad; bisheriger Rekord 20,3° C Grad am 2. Oktober 2001, Messungen seit 1995;
Kolomansberg (1 113 m ü. A.): 24,4° C Grad, bisheriger Rekord 22,7° C Grad am 7. Oktober 2009, Messungen seit 2008;

November-Rekorde

Der Spätherbst 2015 mit Rekordtemperaturen: am 9. November 2015 mit 22° C in der Stadt Salzburg.

Dezember-Rekorde

In Golling wird mit 18,4 Grad Celsius am 25. Dezember 2009 der wärmste Weihnachtstag in Österreich seit Ende des Zweiten Weltkrieges gemessen.
Der Dezember 2012 war laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik[8] der wärmste Dezember seit in Österreich ein flächendeckendes Stationsnetz besteht, also seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Am 24. Dezember 2012 meldete die Wetterwarte Kolm-Saigurn (1 622 m ü. A.) um 13:00 Uhr plus 13,0 Grad Celsius, die Wetterwarte am Kolomansberg (1 110 m ü. A.) plus 14,5 Grad Celsius.
Weihnachten 2013 waren mit 19,1 Grad Celsius (gemessen in Freisaal am 25. Dezember 2013) die wärmsten Weihnachten seit 20 Jahren und österreichweit 2013.

Winter 2013/2014

Hauptartikel Wetter im Winter 2013/2014

Das Wetter im Winter 2013/2014 war in vieler Hinsicht ein bisher außergewöhnlicher Winter. Neben Hitzerekorden sah man auch Zugvögel um Monate früher im Bundesland Salzburg als für gewöhnlich.

Winter 2014/2015

Nachdem der November der wärmste November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, folgte auch ein ebensolcher Dezember. Am 23. Dezember 2014 erreichte die Temperatur in der Stadt Neumarkt am Wallersee +14° C[9], in der Stadt Salzburg immerhin knapp über +10° C, gemessen im Schatten. Der erste flächendeckende Schneefall im Flachgau ereignete sich erst in der Nacht vom 25. auf 26. Dezember 2014, wobei die Menge beispielsweise in Neumarkt am Wallersee zwei Zentimeter betrug[9]. 2012 fiel der erste Schnee in Neumarkt am Wallersee am 1. Dezember.

Am Wochenende 9./11. Jänner 2015 zog Sturm "Felix" vom Nordatlantik über Deutschland und Teile von Österreich hinweg. Im Berchtesgadener Land wurden Temperaturen von über 20° C gemessen, ebenso in der Stadt Salzburg. Kaum kühler war es im Flachgau, wo die Schneemenge von etwa 40 Zentimeter, die am 31. Dezember 2014 gefallen war, über Nacht wegschmolz.

Kälte

 
Wetterdaten, Observatorium Sonnblick, die letzten Tage im Februar 2018: die Temperatur fiel unter -30° C

Wintertemperatur-Rekorde

Am 1. Jänner 1905 wurde im Observatorium am Sonnblick mit -37,2°C die absolut tiefste in Österreich gemessene Temperatur registriert. Auch der Februar 1953 war sehr kalt - im Observatorium am Sonnblick wurden am 8. Februar minus 30,2° C gemessen[10]

Am 8. Februar 1953 wurden im Observatorium am Sonnblick -30,2°C gemessen - ein kräftiger Kaltluftvorstoß brachte verbreiteten Strahlungsfrost in den Tälern bis unter -20°C[10].

In der Nacht vom 26. auf 27. Februar 2018 wurde im Observatorium am Sonnblick -31,9° C gemessen.[11] Und in der Nacht von 27. auf 28. Februar gab es dann einen Kälterekord in der Stadt Salzburg mit -19,6° Celsius. Und mit –25,2° C in St. Michael im Lungau war die Nacht auf Montag (25. auf 26. Februar) die bislang kälteste Nacht des Jahres im Land Salzburg.[12]

2011 früher Schneefall

In der Nacht vom 18. auf 19. September 2011 brach ein sehr früher Winter im Land Salzburg mit 20 bis 25 cm Neuschnee ein, der Züge hängen bleiben und eine Sperre der Großglockner Hochalpenstraße notwendig werden ließ. Es war dies rund ein Monat früher als üblich.

2015 früher Schneefall

Am Rupertitag 2015, 24. September, musste die Großglockner Hochalpenstraße aus Sicherheitsgründen wegen Schneefall gesperrt werden. Bis zu 50 Zentimeter Schnee lagen auf der Straße und zwischen dem Fuscher Törl und dem Hochtor (Tunnel) gab es die Schneeverwehungen bis zu zwei Meter Höhe erklärte der stellvertretende Betriebsleiter Peter Embacher im APA-Gespräch.

In Bad Gastein lag am Rupertitag 2015 noch Schnee vom Vortag, an dem die Gasteiner Alpenstraße nach Sportgastein gesperrt werden musste. Dort lag bis zu 40 Zentimeter Neuschnee. Auf der Gerlos Alpenstraße (B 165) herrschte zwischen Wald im Pinzgau und der Passhöhe am Rupertitag vormittags noch Kettenpflicht, auf der Katschberg Straße (B 99) über den Radstädter Tauernpass und dem Katschbergpass auf Salzburger Seite wurde die Schneekettenpflicht wieder aufgehoben.[13].

Nachgelesen: regnet es am Wochenende tatsächlich öfters als während der Woche?

Die WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH[14] ist dieser Frage im August 2014 nachgegangen. Sie fand eine Analyse aus dem Jahr 2008, in der Wissenschafter festgestellt hatten, dass es im Zeitraum von 1991 bis zum Jahr 2005 am Wochenende zehn Prozent häufiger geregnet hat als während der Woche. Daraufhin wertete WetterOnline über 20 000 Datensätze von vier deutschen Städten aus. Sie verglichen, an welchen Wochentagen es im Zeitraum von Januar 2000 bis 2014 geregnet hat und an welchen es trocken blieb (wobei die Menge des Niederschlags unerheblich war).

Das Ergebnis zeigte, dass in den ausgewerteten 14 Jahren während der Woche an knapp 1 900 von rund 3 800 Tagen Regen gefallen war, also an 49,7 Prozent aller Wochentage (Montag bis Freitag). Am Wochenende wurde Regen an rund 770 Tagen oder 50,5 Prozent festgestellt. Somit liegt die Wahrscheinlichkeit, dass am Wochenende Regen fällt um 0,8 Prozent höher als an Wochentagen.

Zwischen 2000 und 2014 fiel zur Wochenmitte am seltensten Regen, freitags hingegen am häufigsten:

  • Montag: ~ 48,8 %
  • Dienstag: ~ 48,4 %
  • Mittwoch: 48,39 %
  • Donnerstag: ~ 50,9 %
  • Freitag: 51,94 %
  • Samstag: ~ 51,3 %
  • Sonntag: ~ 49,8 %

Siehe auch

Weblinks

Fußnoten und Quellen

Fußnoten

  1. siehe www.salzburg.gv.at/statistik_daten_handbuch.pdf
  2. Quelle Salzburger Nachrichten, 22. Juli 2009, Luft aus der Sahara
  3. alle Werte Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik http://www.zamg.ac.at
  4. "Salzburger Nachrichten", 1. September 2014
  5. Quelle www.salzburg24.at
  6. Quelle www.zamg.ac.at
  7. Quelle www.zamg.ac.at, abgefragt am 25. Oktober 2012
  8. Quelle Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
  9. 9,0 9,1 Quelle Pete Wetterstation Neumarkt am Wallersee
  10. 10,0 10,1 Quelle Witterungsspiegel 1953
  11. Quelle www.zamg.ac.at, Daten Winter 2017/18, abgefragt am 28. Februar 2018
  12. Quelle www.salzburg24.at, abgefragt am 28. Februar 2018
  13. Quelle Salzburg24, abgefragt am 24. September 2015 um 11:45 Uhr
  14. Quelle www.wetteronline.de