Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
== Geschichte ==
=== Beginn im "Alten Borrromäum" ===
=== Beginn im "Alten Borrromäum" ===
Erzbischof Kardinal  [[Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg]] holte [[1836]] etwa zehn talentierte Buben aus den Gebirgsgauen in die Stadt Salzburg. Er ließ sie in Privathäusern der Stadt Salzburg auf eigene Kosten unterbringen und verpflegen. Die Ausbildung erfolgte noch an verschiedenen Schulstandorten. Erstmals [[1840]] wurden die bis dahin verstreut wohnenden Buben in einer Wohngemeinschaft im [[Berchtesgadener Hof]] an der Ecke [[Kaigasse]]-[[Krotachgasse]] gesammelt untergebracht.
Erzbischof Kardinal  [[Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg]] holte [[1836]] etwa zehn talentierte Buben aus den [[Innergebirg|Gebirgsgauen]] in die Stadt Salzburg. Er ließ sie in Privathäusern der Stadt Salzburg auf eigene Kosten unterbringen und verpflegen. Die Ausbildung erfolgte noch an verschiedenen Schulstandorten. Erstmals [[1840]] wurden die bis dahin verstreut wohnenden Buben in einer Wohngemeinschaft im [[Berchtesgadener Hof]] an der Ecke [[Kaigasse]]-[[Krotachgasse]] gesammelt untergebracht.


Spendenaufrufe von Kardinal Schwarzenberg seit [[1842]] für die weiterhin private Unterstützung ermöglichte [[1843]] das das "''Archiepiscopale Collegium puerorum''" (Erzbischöfliches Knabenseminar) die staatliche Anerkennung als "''autorisiertes Privatconvict''" erhielt.  Der Berchtesgadener Hof erwies sich für die schulische Ausbildung und Vorbereitung künftiger Priesterkandidaten rasch als zu klein.  
Spendenaufrufe von Kardinal Schwarzenberg seit [[1842]] für die weiterhin private Unterstützung ermöglichte [[1843]], dass das "''Archiepiscopale Collegium puerorum''" (Erzbischöfliches Knabenseminar) die staatliche Anerkennung als "''autorisiertes Privatconvict''" erhielt.  Der Berchtesgadener Hof erwies sich für die schulische Ausbildung und Vorbereitung künftiger Priesterkandidaten rasch als zu klein.  
   
   
Kardinal Schwarzenberg erwarb daher [[1846]] den Lodronschen [[Primogeniturpalast|Primogenitur-Palast]] zwischen [[Mirabellgarten]], [[Mirabellplatz]] und [[Makartplatz]]. Das monumentale Gebäude gegenüber dem [[Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg]] an der [[Dreifaltigkeitsgasse]] wurde ursprünglich als Palast der [[Lodron|Lodronschen]] [[Primogeniturpalast]] [[1631]] für die Familie des [[Paris Graf von Lodron|Fürsterzbischofs]] von [[Santino Solari]] erbaut. Hier war nun das erste Borromäum untergebracht, eine katholische Privatschule, die zunächst vor allem für Priesterkandidaten diente und erst später ein allgemeines Gymnasium wurde.
Kardinal Schwarzenberg erwarb daher [[1846]] den Lodronschen [[Primogeniturpalast|Primogenitur-Palast]] zwischen [[Mirabellgarten]], [[Mirabellplatz]] und [[Makartplatz]]. Das monumentale Gebäude gegenüber dem [[Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg]] an der [[Dreifaltigkeitsgasse]] wurde ursprünglich als Palast der [[Lodron|Lodronschen]] [[Lodronsche Primogenitur|Primogenitur]] [[1631]] für die Familie des [[Paris Graf von Lodron|Fürsterzbischofs]] von [[Santino Solari]] erbaut. Hier war nun das erste Borromäum untergebracht, eine katholische Privatschule, die zunächst vor allem für Priesterkandidaten bestimmt war und erst später ein allgemeines Gymnasium wurde.


Als Patron für die hauseigene Kirche bot sich dabei der Mailänder Erzbischof Carlo Borromeo an. Die alte [[Borromäuskirche]], nach Plänen [[Georg Pezolt]]s 1848–1853 im byzantinischen Stil errichtet, ließ Architekt [[Eugen Wörle]] nach 1972, trotz heftiger Proteste, abreißen. Um [[1900]] gingen im Alten Borromäum etwa 200 Knaben zur Schule. [[1972]] wurde das Haus total verändert, um der damals sog. [[Universität Mozarteum|Hochschule Mozarteum]] Platz zu machen.
Als Patron für die hauseigene Kirche bot sich dabei der Mailänder Erzbischof Carlo Borromeo an. Die alte [[Borromäuskirche]], nach Plänen [[Georg Pezolt]]s 1848–1853 im byzantinischen Stil errichtet, ließ Architekt [[Eugen Wörle]] nach 1972, trotz heftiger Proteste, abreißen. Um [[1900]] gingen im Alten Borromäum etwa 200 Knaben zur Schule. [[1972]] wurde das Haus total verändert, um der damals so genannten [[Universität Mozarteum|Hochschule Mozarteum]] Platz zu machen.


=== Das neue Borromäum ===
=== Das neue Borromäum ===
[[1905]] bot sich die Gelegenheit, von der Herzoglich [[Arenberg]]ischen Domänenverwaltung Grund in [[Parsch]] zu kaufen und am heutigen Platz einen Neubau zu planen. [[1910]] bis [[1912]] wurde dann das ''neue fürsterzbischöfliche Knabenseminar Borromäum'' erbaut<ref>Quelle Foto in ''Salzburg Vorstädte Album 1860–1930'', Verlag für Photografie, Wien, 1998</ref>.
[[1905]] bot sich die Gelegenheit, von der Herzoglich [[Arenberg]]ischen Domänenverwaltung Grund in [[Parsch]] zu kaufen und am heutigen Platz einen Neubau zu planen. [[1910]] bis [[1912]] wurde dann das ''neue fürsterzbischöfliche Knabenseminar Borromäum'' erbaut<ref>Quelle Foto in ''Salzburg Vorstädte Album 1860–1930'', Verlag für Photografie, Wien, 1998</ref>.


[[Matthäus Schlager]] zeichnete gemeinsam mit Weihbischof [[Balthasar Kaltner]] die Baupläne der neuen Schule. Erzbischof [[Johannes Baptist Katschthaler|Johannes Kardinal Katschthaler]] weihte [[1912]] Schule und Kirche. Schwere Zeiten bestand das Privatgymnasium in der Zeit des [[Erster Weltkrieg|Ersten]] und noch mehr des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]]. [[1938]] musste das Gymnasium nach [[Bischofshofen]] ins dort bestehende [[Privatgymnasium St. Rupert]] übersiedeln, da es in Parsch enteignet wurde. [[1939]] musste unter dem großen Druck der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Machthaber geschlossen erden. Das "''Fürsterzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum in St. Rupert''" - so die damals offizielle Bezeichnung - wurde in die "''NS-Erziehungsanstalt Kreuzberg''" umgewandelt.
[[Matthäus Schlager]] zeichnete gemeinsam mit [[Weihbischof]] [[Balthasar Kaltner]] die Baupläne der neuen Schule. Erzbischof [[Johannes Baptist Katschthaler|Johannes Kardinal Katschthaler]] weihte [[1912]] Schule und Kirche. Schwere Zeiten bestand das Privatgymnasium in der Zeit des [[Erster Weltkrieg|Ersten]] und noch mehr des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]]. [[1938]] musste das Gymnasium nach [[Bischofshofen]] ins dort bestehende [[Privatgymnasium St. Rupert]] übersiedeln, da es in Parsch enteignet wurde. [[1939]] musste unter dem großen Druck der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Machthaber geschlossen werden. Das "''Fürsterzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum in St. Rupert''" so die damals offizielle Bezeichnung wurde in die "''NS-Erziehungsanstalt Kreuzberg''" umgewandelt.


Nach Ende des Krieges - das Haus in Parsch war von [[Bomben auf Salzburg|Bomben]] verschont geblieben - konnte man das völlig geplünderte und von den Besatzungstruppen genutzte Gebäude nicht benutzen. Der Unterrichtsbetrieb wurde also zunächst wieder in St. Rupert in Bischofshofen aufgenommen. Erst am [[10. Oktober]] eröffnete das Borromäum wieder seinen Schul- und Internatsbetrieb im Stammhaus in Parsch.  
Nach Ende des Krieges das Haus in Parsch war von [[Bomben auf Salzburg|Bomben]] verschont geblieben konnte man das völlig geplünderte und von den [[USFA|Besatzungstruppen]] genutzte Gebäude nicht benutzen. Der Unterrichtsbetrieb wurde also zunächst wieder in St. Rupert in Bischofshofen aufgenommen. Erst am [[10. Oktober]] eröffnete das Borromäum wieder seinen Schul- und Internatsbetrieb im Stammhaus in Parsch.  


Nach 1950 kam es verschiedenen Sanierungsmaßnahmen und Neubauten, [[1953]]-[[1954]] entstand der Fest- und Theatersaal, [[1967]]-[[1968]] deie Turnhalle und Neubauklassen und [[1990]]-[[2000]] die Sportanlage.  
Nach 1950 kam es verschiedenen Sanierungsmaßnahmen und Neubauten, [[1953]]-[[1954]] entstand der Fest- und Theatersaal, [[1967]]-[[1968]] die Turnhalle und Neubauklassen und [[1990]]-[[2000]] die Sportanlage.  


Ab Herbst [[2020]] sollen erstmals auch Mädchen die Schule besuchen dürfen.<ref>{{Quelle SN|12. April 2019}}</ref>
Ab Herbst [[2020]] sollen erstmals auch Mädchen die Schule besuchen dürfen.<ref>{{Quelle SN|12. April 2019}}</ref>
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* [[1858]]–[[1886]]: Msgr. [[Johann Baptist Zimmermann]]
* [[1858]]–[[1886]]: Msgr. [[Johann Baptist Zimmermann]]
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* [[1887]]–[[1899]]: [[Alois Kalhofer]]
* [[1899]]–[[1904]]: Dr. [[Franz Tragseil]]
*1899–[[1904]]: Dr. [[Franz Tragseil]]
* [[1904]]–[[1920]]: [[Balthasar Feuersinger]]
*1904–[[1920]]: [[Balthasar Feuersinger]]
* [[1921]]–[[1929]]: Dr. [[Josef Ferner (Borromäum)|Josef Ferner]]
* [[1921]]–[[1929]]: Dr. [[Josef Ferner (Borromäum)|Josef Ferner]]
* [[1929]]–[[1938]]: [[Georg Feichtner (Priester)|Georg Feichtner]]
*1929–[[1938]]: [[Georg Feichtner (Priester)|Georg Feichtner]]
* [[1946]]–[[1957]]: Georg Feichtner (erneut)
* [[1946]]–[[1957]]: Georg Feichtner (erneut)
* [[1957]]–[[1959]]: Dr. [[Sebastian Ritter]]
*1957–[[1959]]: Dr. [[Sebastian Ritter]]
* [[1959]]–[[1960]]: Georg Feichtner (erneut)
*1959–[[1960]]: Georg Feichtner (erneut)
* [[1960]]–[[1973]]: Dr. Sebastian Ritter (erneut)
*1960–[[1973]]: Dr. Sebastian Ritter (erneut)
* [[1973]]–[[1981]]: [[Roman Roither]]
*1973–[[1981]]: [[Roman Roither]]
* [[1981]]–[[1991]]: [[Martin Walchhofer (Priester)|Martin Walchhofer]]
*1981–[[1991]]: [[Martin Walchhofer (Priester)|Martin Walchhofer]]
* [[1991]]–[[2005]]?: Mag. [[Peter Röck]]
*1991–[[2005]]?: Mag. [[Peter Röck]]
* ab [[2005]]: Dr. [[Gottfried Laireiter]]
* 2005–[[2016]]: Dr. [[Gottfried Laireiter]]
* ab 2016: Mag. [[Tobias Giglmayr]]


===Direktoren===
===Direktoren===
Als Direktoren des Gymnasiums waren bisher tätig:
Als Direktoren des Gymnasiums waren bisher tätig:
* bis [[1873]]: Msgr. [[Johann Baptist Zimmermann]]
* bis [[1873]]: Msgr. [[Johann Baptist Zimmermann]]
* [[1873]]–[[1879]]: Dr. [[Johann Jakob Della Bona]], [[Dompropst]]
*1873–[[1879]]: Dr. [[Johann Jakob Della Bona]], [[Dompropst]]
* [[1879]]–[[1889]]: P. [[Willibald Hauthaler]]
*1879–[[1889]]: P. [[Willibald Hauthaler]]
* [[1889]]–[[1897]]: [[Balthasar Vogl]]
*1889–[[1897]]: [[Balthasar Vogl]]
* [[1897]]–[[1901]]: P. Willibald Hauthaler (erneut)
*1897–[[1901]]: P. Willibald Hauthaler (erneut)
* [[1901]]–[[1905]]: [[Karl Ebmer]]
*1901–[[1905]]: [[Karl Ebmer]]
* [[1906]]–[[1919]]: [[Peter Kogler]]
* [[1906]]–[[1919]]: [[Peter Kogler]]
* [[1919]]–[[1935]]: Dr. [[Josef Ferner (Borromäum)|Josef Ferner]]
*1919–[[1935]]: Dr. [[Josef Ferner (Borromäum)|Josef Ferner]]
* [[1936]]–[[1938]]: [[Georg Feichtner (Priester)|Georg Feichtner]]
* [[1936]]–[[1938]]: [[Georg Feichtner (Priester)|Georg Feichtner]]
* [[1938]]–19??: Dr. [[Karl Schmid]]
*1938–19??: Dr. [[Karl Schmid]]
* [[1946]]–[[1954]]: Georg Feichtner (erneut)
* [[1946]]–[[1954]]: Georg Feichtner (erneut)
* [[1954]]–[[1970]]: Dr. [[Heinrich Moser]]
*1954–[[1970]]: Dr. [[Heinrich Moser]]
* [[1970]]–[[1977]]: Dr. [[Andreas Kreuzeder]]
*1970–[[1977]]: Dr. [[Andreas Kreuzeder]]
* [[1977]]–[[1982]]: Msgr. Dr. [[Franz Calliari]]
*1977–[[1982]]: Msgr. Dr. [[Franz Calliari]]
* [[1982]]–[[1985]]: Dr. [[Franz Schmid]]
*1982–[[1985]]: Dr. [[Franz Schmid]]
* [[1985]]–[[1996]]: Dr. [[Walter Scheichl]]
*1985–[[1996]]: Dr. [[Walter Scheichl]]
* [[1996]]–[[2001]]: Mag. [[Johann Regelsberger]]
*1996–[[2001]]: Mag. [[Johann Regelsberger]]
* [[2001]]–[[2006]]: Mag. [[Peter Lanner]]
*2001–[[2006]]: Mag. [[Peter Lanner]]
* [[2006]]–[[2014]]: Mag. [[Stephan Cecon]]
*2006–[[2014]]: Mag. [[Stephan Cecon]]
* ab [[2014]]: Mag. [[Winfried Penninger]]
* ab 2014: Mag. [[Winfried Penninger]]


===Persönlichkeiten===
===Persönlichkeiten===

Version vom 14. Juli 2019, 14:29 Uhr

Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt die Bildungseinrichtung Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum. Die Geschichte der Gebäude findest du unter Borromäum


Schulbild
Schuldaten[1]
Schulkennzahl: 501036
Name der Schule: Erzbischöfliches Privatgymnasium
Borromäum M.Ö.R.
Adresse: Gaisbergstraße 7, 5020 Salzburg
Website: www.borromaeum.at
E-Mail: sekretariat@borromaeum.at
Telefon: (06 62) 80 47-68 00
Direktorin: Mag. Winfried Penninger
Karte
Sportanlagen der Schule und angrenzende Siedlung
Turnhalle der Schule auf der Nordseite
Sportanlagen an der Ostseite des Borromäums

Das Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum ist eine allgemein bildende höhere Schule der Erzdiözese Salzburg im Salzburger Stadtteil Parsch.

Allgemeines

Das Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum ist eine katholische Privatschule mit angeschlossener Tagesbetreuung. Das Leitbild der Schule ist Grundlage der Erziehungsarbeit. In der überschaubaren Gemeinschaft steht der junge Mensch im Mittelpunkt, wobei die Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Schülern eine betont familiäre Atmosphäre schafft.

Die Schule ist im teilweise denkmalgeschützten neuen Borromäum an der Gaisbergstraße untergebracht.

Geschichte

Beginn im "Alten Borrromäum"

Erzbischof Kardinal Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg holte 1836 etwa zehn talentierte Buben aus den Gebirgsgauen in die Stadt Salzburg. Er ließ sie in Privathäusern der Stadt Salzburg auf eigene Kosten unterbringen und verpflegen. Die Ausbildung erfolgte noch an verschiedenen Schulstandorten. Erstmals 1840 wurden die bis dahin verstreut wohnenden Buben in einer Wohngemeinschaft im Berchtesgadener Hof an der Ecke Kaigasse-Krotachgasse gesammelt untergebracht.

Spendenaufrufe von Kardinal Schwarzenberg seit 1842 für die weiterhin private Unterstützung ermöglichte 1843, dass das "Archiepiscopale Collegium puerorum" (Erzbischöfliches Knabenseminar) die staatliche Anerkennung als "autorisiertes Privatconvict" erhielt. Der Berchtesgadener Hof erwies sich für die schulische Ausbildung und Vorbereitung künftiger Priesterkandidaten rasch als zu klein.

Kardinal Schwarzenberg erwarb daher 1846 den Lodronschen Primogenitur-Palast zwischen Mirabellgarten, Mirabellplatz und Makartplatz. Das monumentale Gebäude gegenüber dem Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg an der Dreifaltigkeitsgasse wurde ursprünglich als Palast der Lodronschen Primogenitur 1631 für die Familie des Fürsterzbischofs von Santino Solari erbaut. Hier war nun das erste Borromäum untergebracht, eine katholische Privatschule, die zunächst vor allem für Priesterkandidaten bestimmt war und erst später ein allgemeines Gymnasium wurde.

Als Patron für die hauseigene Kirche bot sich dabei der Mailänder Erzbischof Carlo Borromeo an. Die alte Borromäuskirche, nach Plänen Georg Pezolts 1848–1853 im byzantinischen Stil errichtet, ließ Architekt Eugen Wörle nach 1972, trotz heftiger Proteste, abreißen. Um 1900 gingen im Alten Borromäum etwa 200 Knaben zur Schule. 1972 wurde das Haus total verändert, um der damals so genannten Hochschule Mozarteum Platz zu machen.

Das neue Borromäum

1905 bot sich die Gelegenheit, von der Herzoglich Arenbergischen Domänenverwaltung Grund in Parsch zu kaufen und am heutigen Platz einen Neubau zu planen. 1910 bis 1912 wurde dann das neue fürsterzbischöfliche Knabenseminar Borromäum erbaut[2].

Matthäus Schlager zeichnete gemeinsam mit Weihbischof Balthasar Kaltner die Baupläne der neuen Schule. Erzbischof Johannes Kardinal Katschthaler weihte 1912 Schule und Kirche. Schwere Zeiten bestand das Privatgymnasium in der Zeit des Ersten und noch mehr des Zweiten Weltkrieges. 1938 musste das Gymnasium nach Bischofshofen ins dort bestehende Privatgymnasium St. Rupert übersiedeln, da es in Parsch enteignet wurde. 1939 musste unter dem großen Druck der nationalsozialistischen Machthaber geschlossen werden. Das "Fürsterzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum in St. Rupert" – so die damals offizielle Bezeichnung – wurde in die "NS-Erziehungsanstalt Kreuzberg" umgewandelt.

Nach Ende des Krieges – das Haus in Parsch war von Bomben verschont geblieben – konnte man das völlig geplünderte und von den Besatzungstruppen genutzte Gebäude nicht benutzen. Der Unterrichtsbetrieb wurde also zunächst wieder in St. Rupert in Bischofshofen aufgenommen. Erst am 10. Oktober eröffnete das Borromäum wieder seinen Schul- und Internatsbetrieb im Stammhaus in Parsch.

Nach 1950 kam es verschiedenen Sanierungsmaßnahmen und Neubauten, 1953-1954 entstand der Fest- und Theatersaal, 1967-1968 die Turnhalle und Neubauklassen und 1990-2000 die Sportanlage.

Ab Herbst 2020 sollen erstmals auch Mädchen die Schule besuchen dürfen.[3]

Bis heute ist das Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum eine katholische Privatschule mit angeschlossener Tagesbetreuung. Schulerhalter ist die Erzdiözese Salzburg.

Regentes

Die Funktion eines Regens des Knabenseminars hatten inne:

Direktoren

Als Direktoren des Gymnasiums waren bisher tätig:

Persönlichkeiten

Weblinks

Quellen

u. a. → Geschichte und Entstehung

Einzelnachweise

  1. www.lsr-sbg.gv.at
  2. Quelle Foto in Salzburg Vorstädte Album 1860–1930, Verlag für Photografie, Wien, 1998
  3. "Salzburger Nachrichten", 12. April 2019