Salzburger Automobil-, Motorrad- und Touring-Club
Der Salzburger Automobil-, Motorrad- und Touring-Club wurde 1907 als Salzburger Automobil Club (S.A.C.) (später SAMTC) gegründet.
Geschichte
Anfänge
Die konstituiernde Sitzung des Salzburger Automobil Clubs (S.A.C.) fand am 29. Oktober 1907 statt und man schloss sich an den 1898 in Wien gegründeten Österreichischen Automobil Club (ÖAC) an. Das Salzburger Volksblatt schrieb anlässlich der Gründung des S.A.C., dass es in Salzburg 13 Automobilisten und 43 Motorradfahrer gab. Erste Präsident des S.A.C. war Kunibert Graf Lamberg (der in der Emsburg wohnte).[1]
Im Jahrbuch des OEAC 1910 wird der S.A.C. als Kartellverein des Österreichischen Automobilclubs bezeichnet.
Vereinsstruktur 1910
- Präsident: Kunibert Graf Lamberg, Embsburg bei Salzburg
- Vizepräsident: Georg Kuhlmann, Schloß Urstein bei Hallein
- Schriftführer: Dr. Gustav Freytag, Morzg bei Salzburg
- Kassier:Georg Jung, Salzburg
- Ausschussmitglieder:
- Alexander Markgraf Pallavicini (Virgilstimme)
- Klemens Baron Preuschen, Salzburg
- Josef Klein, Salzburg
- Gustav Stuböck, Salzburg
Das Klublokal und die Klubgarage war des Grand Hotel de l'Europe (das Hôtel de l'Europe), die Klubabende fanden jeden Mittwoch statt[2]
Zwischenkriegszeit
1924 wurde er nach kriegsbedingter Unterbrechung unter dem Präsidenten Komm.-Rat Hermann Gessele und dem Vizepräsidenten Baron Mayr-Melnhof, dem Vater von Friedrich Mayr-Melnhof, sowie Komm.-Rat Josef Klein erneut ins Leben gerufen. Die Büroräume waren im Haus Schwarzstraße Nr. 7 in der Stadt Salzburg untergebracht, die Clubabende fanden abwechselnd im Hôtel de l'Europe am Hauptbahnhof oder im Hotel Münchnerhof statt.
Schon 1932 wurden an den Grenzstationen Walserberg, Steinpass, Rott (Freilassing) und Hangendenstein (Berchtesgaden) eigene Kioske eingerichtet, wo man Grenzdokumente und touristische Informationen bekam.
Durch den Kriegsausbruch kam es zu einer zwangsweisen Auflösung des S.A.C., der zu diesem Zeitpunkt, 1938 bereits 1 484 Mitglieder in Salzburg zählte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Im Februar 1946 erhielt dann der S.A.C. die Genehmigung von der Landesregierung zum Wiederbeginn. Am 30. November 1946 fand die erste Generalversammlung des S.A.C., der sich mit dem zweiten damals vorhandenen Club, dem Österreichischen Touring-Club, zusammengetan hatte, statt. Zunächst fand das winzige Büro am Makartplatz Nr. 7 Platz, ab 1950 in einem Neubau am Max-Ott-Platz Nr. 6.
Eine wichtige Aufgabe übernahm der Club dann ab August 1951 am Grenzübergang Walserberg. Es herrschte ja noch Visumspflicht nach Deutschland und ein Kiosk wurde dort zwecks Ausstellung und Information errichtet.
Am 3. Februar 1955 eröffnet der SAMTC in den ehemaligen Garagen des früheren Hôtel de l'Europe an der Kaiserschützenstraße in Salzburg ein mit modernsten Geräten ausgestattetes technisches Prüfzentrum für Kraftfahrzeuge. Am 27. August wurde dann das langjährige Clublokal in der Schrannengasse bezogen. 12 000 Mitglieder zählte mittlerweile der SAMTC. Die mobile Pannenhilfe startete am 1. August 1959 mit vier Puch 500 als die "Gelben Engel". Der Verkehrsübungsplatz an der Innsbrucker Bundesstraße wurde 1967 errichtet. In den 1970er Jahren übersiedelten dann das Büro nochmals in die Alpenstraße, wo sich der SAMTC noch heute befindet.
Jänner 2017 - Rekordeinsatz
Der kälteste Jänner seit 30 Jahren war der Jänner 2017. Er sorgte dafür, dass er auch beim SAMTC einen Rekord brachte. Insgesamt 10&nbps;611 Mal rückten die „Gelben Engel“ im Jänner aus, um Pannenhilfe zu leisten. Damit geht der Jänner 2017 als einsatzreichster Monat in die 110-jährige Geschichte des Salzburger Clubs ein. Zum Vergleich: 2016 gab es im Jänner 6&nbps;231 Einsätze, 2015 nur 5&nbps;238. Im Schnitt verzeichneten die Pannenhelfer 342 Einsätze pro Tag. Der einsatzstärkster Tag war der 8. Jänner 2017 mit insgesamt 757 Pannenhilfen und Abschleppungen.
Absoluter Spitzenreiter war die Landeshauptstadt mit 4&nbps;312 Panneneinsätzen, gefolgt vom Pongau (2&nbps;017), dem Pinzgau (1&nbps;521), dem Flachgau (1&nbps;291) und dem Lungau (822). Die wenigsten Einsätze verzeichnete der SAMTC im Tennengau (648).
In 40 Prozent aller Fälle war die Batterie betroffen, dicht gefolgt von Problemen mit der Kraftstoffzufuhr (32 Prozent) und defekten Startern (sechs Prozent).[3]
Sektionen
Zwischenkriegszeit: Der S.A.C. hatte einen Sportausschuss (Vorbereitung von motorsportlichen Veranstaltungen), Verkehrsausschuss (Tätigkeitsschwerpunkt: Verbesserung der Straßenverhältnisse, Erleichterungen im internationalen Grenzverkehr) und eine Nutzkraftwagen-Sektion.
Eine eigene Flug-Sektion, die Aero-Sektion, wurde dann 1930 gegründet und widmete sich dem Segelflug am Haunsberg. Eine der bekanntesten Mitglieder war Eduard Kuhn, der am Salzburger Flughafen eine Flugschule betrieb und 1932 bei einem Absturz ums Leben kam.
Die Präsidenten
- 1907 – 1922: Kunibert Graf Lamberg
- 1923 – 1924: Direktor Heinrich Kiener I.
- 1924: Friedrich Baron Mayr-Melnhof
- 1924 – 1930: Komm.-Rat Hermann Gessele
- 1930 – 1938: Franz Baron Preuschen
- 1946 – 1952: Hofrat Dipl.-Ing. Richard Hildmann
- 1952 – 1966: Dr. Walther Haupolter sen.
- 1966 – 1970: Dr. Wolf Kap-herr
- 1970 – 1972: Richard Klein
- 1972 – 1976: Ferdinand Fannenböck
- 1976 – 1986: Dr. Walther Haupolter jun.
- 1986 – 2000: Konsul Othmar Horwath
- seit 2000: Dr. Michael Pistauer
Veranstaltungen vom SAMTC organisiert
- Am Sonntag, dem 10. Mai 1925 organisierte der S.A.C. ein Bergrennen am Rennerberg auf der Wiener Bundesstraße, heute Bundesstraße Nr. 1;
- Ab 1929 Organisator der Gaisbergrennen.
- Im Frühjahr 1947, am 4. Mai, lockte das erste Sandbahnrennen der Nachkriegszeit in Salzburg 20.000 Zuschauer auf die Trabrennbahn in Salzburg - Parsch.
- Am 6. Juli 1947: das erste Autobahnrennen in Salzburg- Liefering auf einem Teil der Westautobahn. Zu diesem Ereignis kamen etwa 25.000 Zuschauer. Dieses Rennen organisierte der SAMTC auch noch 1948, 1949 und 1951.
- Am 7. Mai 1950 fand die Zwölf-Stunden-Fernfahrt auf der Strecke Salzburg - Pass Lueg - Bischofshofen - St. Johann - Zell am See - Wörgl - Innsbruck und weiter Richtung Arlberg statt.
- 1951 Skijöring (Automobile und Motorräder ziehen Skifahrer an einem Seil um den Rundkurs) auf der Trabrennbahn in Salzburg-Parsch.
- Nach 1948: Gaisberg-Wertungsfahrten, später als Gaisbergrennen in die Motorsportgeschichte von Salzburg eingegangen.
- 1956, am 5. Februar fand das erste Eisrennen am Zeller See statt.
- In den Jahren 1958, 1961 1963 und 1986 fanden Geschwindigkeitsrekordfahrten auf der Autobahn bei Anif-Grödig statt.
- In den 1960er Jahren organisierte der SAMTC Motocross-Rennen auf der Zistelalm am Gaisberg.
Ab 1974 Mitorganisator der Oldtimer Grand Prix am Salzburgring.
Sonstiges
2010 leistete der SAMTC in Stadt und Land Salzburg 40 872 Mal Pannenhilfe[4].
Quellen
- "Salzburger Automobil- und Motorradgeschichte", Verlag Anton Pustet, 1997, ISBN 3-7025-0363-3, die Autoren waren Helmut Krackowizer, Erich Marx, Guido Müller, Knut Rakus, Volker Rothschädl und Harald Waitzbauer;
- "70 Jahre Salzburger Automobilclub, 30 Jahre SAMTC 1907 - 1977" Jubiläumsbroschüre
Fußnote
- ↑ Quelle SAMTC 1907 - 1997, Chronik
- ↑ Handbuch des Oesterreichischer Automobil-Clubs 1910, zusammengestellt von Friedrich Cubasch, k.u.k. Rittmeister d. R., herausgegeben von Ingenieur Konrad & Bleyer, technisch-literarisches Bureau
- ↑ Quelle Salzburg24
- ↑ Quelle Salzburger Woche, 3. Februar 2011