Salzburg-Tiroler-Bahn: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Salzburg-Tiroler-Bahn''', früher "Erzherzogin-Giselabahn" nennt man den Eisenbahnabschnitt, der von der [[Stadt Salzburg]] über [[Bischofshofen]] im [[Pongau]] und [[Zell am See]] im [[Pinzgau]] durch das [[Brixental]] in [[Nordtirol]] nach [[Wörgl]] verläuft. | '''Salzburg-Tiroler-Bahn''', früher "Erzherzogin-Giselabahn" nennt man den Eisenbahnabschnitt, der von der [[Stadt Salzburg]] über [[Bischofshofen]] im [[Pongau]] und [[Zell am See]] im [[Pinzgau]] durch das [[Brixental]] in [[Nordtirol]] nach [[Wörgl]] verläuft. | ||
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Dieser Bahnabschnitt wurde nach der zweiten Tochter von Kaiser [[Franz Joseph I.]], Erzherzogin Gisela Luise Marie von Österreich (* [[12. Juli]] [[1856]]; † [[27. Juli]] [[1932]]), benannt. | Dieser Bahnabschnitt wurde nach der zweiten Tochter von Kaiser [[Franz Joseph I.]], Erzherzogin Gisela Luise Marie von Österreich (* [[12. Juli]] [[1856]]; † [[27. Juli]] [[1932]]), benannt. | ||
| − | Ein Konsortium (Centralbank, Graf Gatterburg sowie Freiherren von Bartenstein u. a.) besaß bereits Vorkonzessionen für die Errichtung einer Bahn von Salzburg über [[St. Johann in Tirol]] bis [[Kundl]] sowie St. Johann im Pongau - <span style="color:green">Rottenmann</span><ref>siehe | + | [[Datei:P1080804 Eisenbahnbrücke beim Pass Lueg.jpg|thumb|Eisenbahnbrücke über die Salzach etwa 1,4 Kilometer südwestlich des [[Pass Lueg]]s]] |
| + | [[Datei:Pass Lueg Eisenbahnbrücke um 1875.jpg|thumb|[[Eisenbahnbrücke beim Pass Lueg|Eisenbahnbrücke]] südlich des [[Pass Lueg]] um 1875.]] | ||
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| + | Ein Konsortium (Centralbank, Graf Gatterburg sowie Freiherren von Bartenstein u. a.) besaß bereits Vorkonzessionen für die Errichtung einer Bahn von Salzburg über [[St. Johann in Tirol]] bis [[Kundl]] sowie St. Johann im Pongau - <span style="color:green">Rottenmann</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Rottenmann|Rottenmann]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> ([[Steiermark]]). Nun sollte die Giselabahn das Bindeglied zwischen der bereits bestehenden Kaiser-Franz-Josefs-<ref>von Wien über Gmünd nach Prag sowie über Budweis und Pilsen nach Eger</ref>, der [[Westbahnstrecke|Kaiserin-Elisabeth]]- und der <span style="color:green">Kronprinz-Rudolf-Bahn</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Rudolfsbahn|Kronprinz-Rudolf-Bahn]]</ref> werden. | ||
Erbaut wurde die Giselabahn von [[Karl Freiherr von Schwarz]]. Der [[Landespräsident#k.k. Landespräsidenten für das Kronland Salzburg|k.k. Landespräsident]] für das [[Kronland Salzburg]], [[Sigmund Graf von Thun-Hohenstein]], unterstützte die Errichtung dieser Eisenbahnlinie. Das erste Teilstück war die [[Salzburg-Halleiner-Bahn]], die am [[15. Juli]] [[1871]] eröffnet wurde. Am [[10. November]] [[1872]] wurde das Teilstück von Hallein bis [[Bischofshofen]] in Betrieb genommen. Am [[7. Juli]] [[1875]] erfolgte die erste Probefahrt von Bischofshofen bis [[Taxenbach]].<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apr&datum=18750708&seite=3&zoom=33&query=%22Giselabahn%22&ref=anno-search ANNO], "Die Presse", Ausgabe 8. Juli 1875, Seite 3</ref>, am [[30. Juli]] 1875 wurde sie dann offiziell eröffnet. Mit der Fertigstellung dieses Teilstückes gab es eine lückenlose Bahnverbindung zwischen den europäischen Weltstädten Paris, Zürich, Innsbruck, Salzburg, Wien und Budapest bis nach Istanbul im osmanischen Reich. | Erbaut wurde die Giselabahn von [[Karl Freiherr von Schwarz]]. Der [[Landespräsident#k.k. Landespräsidenten für das Kronland Salzburg|k.k. Landespräsident]] für das [[Kronland Salzburg]], [[Sigmund Graf von Thun-Hohenstein]], unterstützte die Errichtung dieser Eisenbahnlinie. Das erste Teilstück war die [[Salzburg-Halleiner-Bahn]], die am [[15. Juli]] [[1871]] eröffnet wurde. Am [[10. November]] [[1872]] wurde das Teilstück von Hallein bis [[Bischofshofen]] in Betrieb genommen. Am [[7. Juli]] [[1875]] erfolgte die erste Probefahrt von Bischofshofen bis [[Taxenbach]].<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apr&datum=18750708&seite=3&zoom=33&query=%22Giselabahn%22&ref=anno-search ANNO], "Die Presse", Ausgabe 8. Juli 1875, Seite 3</ref>, am [[30. Juli]] 1875 wurde sie dann offiziell eröffnet. Mit der Fertigstellung dieses Teilstückes gab es eine lückenlose Bahnverbindung zwischen den europäischen Weltstädten Paris, Zürich, Innsbruck, Salzburg, Wien und Budapest bis nach Istanbul im osmanischen Reich. | ||
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Am Freitag, den 30. Juli 1875, wurde um 06:30 Uhr die "Gebirgsbahn", die "Erzherzogin-Giselabahn", mit einer Festfahrt mit etwa 50 Personen eröffnet. Unter den Festgästen waren die Minister [[Auersperg]], [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim|Lasser]] und Handels[[minister]] Ritter von Chlumecký, Statthalter Graf Thun, Landespräsident Sigmund Graf Thun-Hohenstein, Baurat Baron Schwarz und der Salzburger [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] Dr. [[Ignaz Harrer]]. | Am Freitag, den 30. Juli 1875, wurde um 06:30 Uhr die "Gebirgsbahn", die "Erzherzogin-Giselabahn", mit einer Festfahrt mit etwa 50 Personen eröffnet. Unter den Festgästen waren die Minister [[Auersperg]], [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim|Lasser]] und Handels[[minister]] Ritter von Chlumecký, Statthalter Graf Thun, Landespräsident Sigmund Graf Thun-Hohenstein, Baurat Baron Schwarz und der Salzburger [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] Dr. [[Ignaz Harrer]]. | ||
| − | Die erste Fahrt führte von Salzburg über Hallein und Bischofshofen nach <span style="color:green">Selzthal</span><ref>siehe | + | [[Datei:Bischofshofen um 1875.jpg|thumb|[[Bischofshofen]] um 1875. Hier sieht man rechts das Gleis der Salzburg-Tiroler-Bahn mit der Eisenbahnbrücke und links das Gleis der [[Ennstalbahn]] hinauf ins [[Fritztal]].]] |
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| + | Die erste Fahrt führte von Salzburg über Hallein und Bischofshofen nach <span style="color:green">Selzthal</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Selzthal|Selzthal]]</ref> im [[Ennstal]], wo der Bahnknoten <span style="color:green">Bahnhof Selzthal</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Bahnhof Selzthal|Bahnhof Selzthal]]</ref> mit der Rudolfsbahn bestand. Nicht ganz klar ist in der Quelle, ob es sich um zwei Züge handelte oder ob jener von Selzthal wieder zurück über Bischofshofen weiter die Giselabahn befuhr. Jedenfalls schreibt die "[[Salzburger Chronik]]" von der Fahrt über [[Lend]], Taxenbach nach [[Zell am See]]. Dort fand ein ''Diner'' im Gasthof zur Post statt. | ||
Am Samstag, den [[31. Juli]], setzten die Festgäste ihre Fahrt über [[Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]], [[Hochfilzen]], [[Fieberbrunn]], St. Johann in Tirol nach [[Kitzbühel]] fort, wo der Zug um 08:30 Uhr eintraf. In Wörgl erreichte der Zug schließlich die Anschlussstelle an die "Nordtiroler-Linie". Die Rückfahrt führte wieder auf der Giselabahn-Strecke nach Salzburg, wo der Zug um 20 Uhr eintraf. Dort begaben sich die Gäste in den [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Salzburger Kursalon]], wo um 21 Uhr von Baron Schwarz ein Bankett eröffnet wurde. | Am Samstag, den [[31. Juli]], setzten die Festgäste ihre Fahrt über [[Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]], [[Hochfilzen]], [[Fieberbrunn]], St. Johann in Tirol nach [[Kitzbühel]] fort, wo der Zug um 08:30 Uhr eintraf. In Wörgl erreichte der Zug schließlich die Anschlussstelle an die "Nordtiroler-Linie". Die Rückfahrt führte wieder auf der Giselabahn-Strecke nach Salzburg, wo der Zug um 20 Uhr eintraf. Dort begaben sich die Gäste in den [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Salzburger Kursalon]], wo um 21 Uhr von Baron Schwarz ein Bankett eröffnet wurde. | ||
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| + | [[Datei:Lend Eisenbahnbrücke um 1875.jpg|thumb|Die [[Eisenbahnbrücke Lend-Taxenbach]] um 1875.]] | ||
Zitat aus der Quelle "Salzburger Chronik": <blockquote>''Sein'' [Anm.: Baron Schwarz'] ''Hoch galt dem Verleiher der Konzession, Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef. Ein dreimaliges Hoch brauste durch den Saal unter dem Klingen der Champagnergläser und den stets ergreifenden Tönen unserer Volkshymne. [...] Die Unterhaltung setzte sich hierauf in engeren Zirkeln gemüthlich fort, und endete das in allen Theilen gelungene Fest der Bahn-Eröffnung erst spät - oder früh, wie man's nehmen will.</blockquote> | Zitat aus der Quelle "Salzburger Chronik": <blockquote>''Sein'' [Anm.: Baron Schwarz'] ''Hoch galt dem Verleiher der Konzession, Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef. Ein dreimaliges Hoch brauste durch den Saal unter dem Klingen der Champagnergläser und den stets ergreifenden Tönen unserer Volkshymne. [...] Die Unterhaltung setzte sich hierauf in engeren Zirkeln gemüthlich fort, und endete das in allen Theilen gelungene Fest der Bahn-Eröffnung erst spät - oder früh, wie man's nehmen will.</blockquote> | ||
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| + | [[Datei:Westbahn Fahrpreistafel 1911 01.jpg|thumb|Fahrpreistafel aus dem Jahr 1911 der für die in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gelegenen [[Kurort]]e und [[Sommerfrische]]n.]] | ||
| + | [[Datei:Westbahn Fahrpreistafel 1911 02.jpg|thumb|Fahrpreistafel aus dem Jahr 1911 der für die in Salzburg gelegenen Kurorte und Sommerfrischen.]] | ||
=== Zweites Gleis === | === Zweites Gleis === | ||
Der Ausbau der der 125 Kilometer langen Strecke [[Schwarzach-St. Veit Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Schwarzach-St. Veit]]–Wörgl zur zweigleisigen Strecke durch Errichtung des zweiten Gleis wurde zwischen dem Frühjahr [[1913]] und dem Sommer [[1915]] ausgeführt.<blockquote>''Die kaum zweieinhalb jährige Bauzeit, mit welcher der Bautermin vollständig eingehalten wurde, bedeutete eine um so anerkennenswertere Leistung, als in die Bauperiode der Eintritt in [[Erster Weltkrieg|kriegerische Ereignisse]] fiel und der Bau vom Anfang an ohne Unterbrechung des Verkehres durchgeführt wurde. Die Schwierigkeiten, die sich daraus ergaben, sind von der Bauleitung durch geschickte Ausnützung der Kräfte überwunden worden, obwohl bedeutende technische Leistungen, wie der Bau der Moosbachbrücke, die Herstellungen in den [[Salzach]]-Engen, die Arbeiten im [[Ofenauer Tunnel (Salzburg-Tiroler-Bahn)|Ofenauer Tunnel]], der Bau neuer Tunnels im schwierigen Gelände, die Fundierung neuer Brückenpfeiler usw. zu vollbringen waren. Die Kosten, die der Bau des zweiten Geleises erforderte, beziffern sich auf 52 Millionen [[Krone]]n. Mit dem Ausbau des zweiten Geleises Schwarzach-St. Veit—Wörgl wurde die ganze Strecke Salzburg—Wörgl, bzw. Innsbruck zweigeleisig, was dem Verkehr insgesamt und Verbesserungen im Fahrplan zustatten kam.''<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vvb&datum=19150901&seite=4 ANNO], "Vorarlberger Volksblatt", 1. September 1915, Seite 4</ref></blockquote> | Der Ausbau der der 125 Kilometer langen Strecke [[Schwarzach-St. Veit Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Schwarzach-St. Veit]]–Wörgl zur zweigleisigen Strecke durch Errichtung des zweiten Gleis wurde zwischen dem Frühjahr [[1913]] und dem Sommer [[1915]] ausgeführt.<blockquote>''Die kaum zweieinhalb jährige Bauzeit, mit welcher der Bautermin vollständig eingehalten wurde, bedeutete eine um so anerkennenswertere Leistung, als in die Bauperiode der Eintritt in [[Erster Weltkrieg|kriegerische Ereignisse]] fiel und der Bau vom Anfang an ohne Unterbrechung des Verkehres durchgeführt wurde. Die Schwierigkeiten, die sich daraus ergaben, sind von der Bauleitung durch geschickte Ausnützung der Kräfte überwunden worden, obwohl bedeutende technische Leistungen, wie der Bau der Moosbachbrücke, die Herstellungen in den [[Salzach]]-Engen, die Arbeiten im [[Ofenauer Tunnel (Salzburg-Tiroler-Bahn)|Ofenauer Tunnel]], der Bau neuer Tunnels im schwierigen Gelände, die Fundierung neuer Brückenpfeiler usw. zu vollbringen waren. Die Kosten, die der Bau des zweiten Geleises erforderte, beziffern sich auf 52 Millionen [[Krone]]n. Mit dem Ausbau des zweiten Geleises Schwarzach-St. Veit—Wörgl wurde die ganze Strecke Salzburg—Wörgl, bzw. Innsbruck zweigeleisig, was dem Verkehr insgesamt und Verbesserungen im Fahrplan zustatten kam.''<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vvb&datum=19150901&seite=4 ANNO], "Vorarlberger Volksblatt", 1. September 1915, Seite 4</ref></blockquote> | ||
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| + | === Über einzelne Haltestellen === | ||
| + | Die [[Maishofen-Saalbach Bahnhof (Haltestelle)|Haltestelle Maishofen-Saalbach Bahnhof]] wurde für die [[Ski-WM 2025|FIS Alpine Ski-Weltmeisterschaften 2025]] in [[Saalbach-Hinterglemm]] um 18 Millionen umgebaut, aber es gibt keine Toiletten in absehbarer Zeit im Bereich des Bahnhofes. Die nächsten öffentlichen Toiletten könnten beim Sportplatz in den nächsten Jahren entstehen. Dieser befindet sich 100 bis 200 Meter Fußweg entfernt. Das Projekt befindet sich jedoch noch in der Planungsphase. Im Herbst 2025 solle es eingereicht werden. | ||
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| + | Mit Fahrplanwechsel Dezember 2025 werden die Haltestellen [[Gerling (Saalfelden am Steinernen Meer)|Gerling]] in [[Saalfelden am Steinernen Meer]] und [[Eschenau]] in [[Taxenbach]] aufgelassen. Für diesen Schritt nennen die ÖBB zwei Gründe. ÖBB-Sprecher [[Robert Mosser]]: "Wir beobachten seit längerer Zeit, dass die Nachfrage an den Haltestellen Eschenau und Gerling sehr gering ist. Das hat sich auch im Zuge der allgemein gestiegenen Nachfrage der vergangenen Jahre nicht gebessert." Es handle sich jeweils um höchstens zehn Fahrgäste pro Tag. Der zweite Grund für das Ende der Haltestellen ist ein betrieblicher und hängt mit der Fertigstellung der Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt zusammen. Mosser sagt, durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn sei ein neuer Ringverkehr innerhalb Österreichs möglich. Es werde zu einer großen Fahrplanumstellung kommen. Im Zuge der Umstellung werde es auch mehr Verbindungen von Saalfelden nach Salzburg geben. Die Fahrzeit werde sich um über fünf Minuten verkürzen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/die-oebb-haltestellen-pinzgau-179865487 www.sn.at], 13. Juni 2025</ref> | ||
=== Ereignisse === | === Ereignisse === | ||
| + | Am [[11. März]] [[1896]] passierte ein [[Zugunglück 1896 bei St. Johann im Pongau|Zugunglück bei St. Johann im Pongau]]. | ||
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Am [[4. Juli]] [[1947]] löste ein verheerendes Unwetter über [[Werfen]] in der [[Eugenklamm]] eine riesige Geröll- und Schlammlawine aus, die die Salzburg-Tiroler-Bahn und [[Salzachtal Straße]] zerstörte sowie Todesopfer forderte. Die Bahnlinie wurde auf 400 Meter unterbrochen, davon die Hälfte durch vier Meter hohes Geröll verschüttet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ill&datum=1947&page=460&size=24 ANNO], "Welt-Illustrierte", Ausgabe 1947, Heft 29, Seite 12</ref> | Am [[4. Juli]] [[1947]] löste ein verheerendes Unwetter über [[Werfen]] in der [[Eugenklamm]] eine riesige Geröll- und Schlammlawine aus, die die Salzburg-Tiroler-Bahn und [[Salzachtal Straße]] zerstörte sowie Todesopfer forderte. Die Bahnlinie wurde auf 400 Meter unterbrochen, davon die Hälfte durch vier Meter hohes Geröll verschüttet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ill&datum=1947&page=460&size=24 ANNO], "Welt-Illustrierte", Ausgabe 1947, Heft 29, Seite 12</ref> | ||
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| + | Am [[30. August]] [[1962]] ereignete um 19:05 Uhr im Bereich des [[Zell am See Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhofs Zell am See]] ein Zugunglück. Ein Güterzug und ein Personenzug stießen zusammen. Der Stellwerkswärter hatte dem Fahrdienstleiter das Gleis 2 für die Einfahrt des Personenzuges frei gemeldet und gleichzeitig auf demselben Gleis einer Verschubgarnitur den Weg freigegeben. Bei dem Zusammenstoß hatten die Lokomotiven eine Geschwindigkeit von 25 km/h. Dabei wurden 44 Personen verletzt, 21 davon konnten nach ärztlicher Versorgung in häusliche Pflege entlassen werden; sieben Menschen wurden schwer verletzt.<ref>* [https://www.sn.at/archivsn?img=3JtQlp5FV%2FO3QJAAue1%2BhAmOfH0ubgh%2B7FgXW3hQQWC5XXsguzibV8FsROzgt7OVYWt48FMqy1gt9OUU%2FMBVDEJTFvpRSvukd7BcocovPWpjWB0iuWOjLGNHuJ9Cnbbc&id1=19620901_07&q=%2522K%25C3%25BChne%2520Rettungsaktion%2520auf%2520dem%2520Watzmann%2522#slide7 sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 1. September 1962, Seite 7</ref> | ||
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| + | In der Nacht von Donnerstag, [[29. Oktober|29.]], auf Freitag, [[30. Oktober]] [[1981]], fuhr ein 606 Tonnen schwerer mit 33 Waggons 465 Meter langer Güterschnellzug auf einen eben abgestellten Bezirksgüterzug mit Lok und zwei Waggons im [[Bahnhof Bruck-Fusch (Haltestelle)|Bahnhof Bruck-Fusch]]. | ||
Am [[30. Oktober]] [[1991]] entgleiste in [[Mitterberghütten]] im Süden von [[Bischofshofen]] ein Güterzug. Infolge eines Schienenbruchs gerieten 13 von 27 Waggons aus den Gleisen. Als Ursache wurde Materialermüdung angenommen. Der 32-jährige Lokführer Anton H. aus [[Saalfelden]] blieb unverletzt.<ref>{{Quelle SN|2. November 1991, Seite 21}}</ref> | Am [[30. Oktober]] [[1991]] entgleiste in [[Mitterberghütten]] im Süden von [[Bischofshofen]] ein Güterzug. Infolge eines Schienenbruchs gerieten 13 von 27 Waggons aus den Gleisen. Als Ursache wurde Materialermüdung angenommen. Der 32-jährige Lokführer Anton H. aus [[Saalfelden]] blieb unverletzt.<ref>{{Quelle SN|2. November 1991, Seite 21}}</ref> | ||
{{#ev:youtube|pDRDheMACrg|280|right|Zugunfall Februar 2020, ein-Minuten-Video}} | {{#ev:youtube|pDRDheMACrg|280|right|Zugunfall Februar 2020, ein-Minuten-Video}} | ||
| − | Am Montagnachmittag, den [[3. Februar]] [[2020]], wurde ein Pkw von einem Zug im Bereich des Bahnübergangs [[Kuchl]]-[[Moos (Kuchl)|Moos]] rund 100 Meter mitgeschleift. Der Pkw-Lenker kam bei der Kollision ums Leben, die Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. Die Bahnstrecke zwischen [[Golling an der Salzach]] und Hallein musste für mehrere Stunden gesperrt werden. | + | Am Montagnachmittag, den [[3. Februar]] [[2020]], wurde ein Pkw von einem Zug im Bereich des Bahnübergangs [[Kuchl]]-[[Moos (Kuchl)|Moos]] rund 100 Meter mitgeschleift. Der Pkw-Lenker kam bei der Kollision ums Leben, die Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. Die Bahnstrecke zwischen [[Golling an der Salzach]] und Hallein musste für mehrere Stunden gesperrt werden. |
=== Brückenbauten === | === Brückenbauten === | ||
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* [[Eisenbahnbrücke nahe dem Bahnhof Schwarzach]] | * [[Eisenbahnbrücke nahe dem Bahnhof Schwarzach]] | ||
* [[Eisenbahnbrücke Lend-Taxenbach]] | * [[Eisenbahnbrücke Lend-Taxenbach]] | ||
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| + | [[Datei:Westbahnstrecke im Bereich Bad Vigaun in Richtung Hallein.jpg|thumb|Westbahnstrecke im Bereich [[Bad Vigaun]] in Richtung [[Hallein]].]] | ||
==Bahnhöfe und Haltestellen im Bundesland Salzburg== | ==Bahnhöfe und Haltestellen im Bundesland Salzburg== | ||
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| − | |[[Salzburg Sam (Haltestelle)| | + | |[[Salzburg Sam (Haltestelle)|Haltestelle Salzburg Sam]] |
| − | |[[ | + | |Stadt Salzburg, [[Sam]] |
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| − | |[[Salzburg Gnigl (Haltestelle)| | + | |[[Salzburg Gnigl (Haltestelle)|Bahnhof Salzburg Gnigl]] |
| − | |[[ | + | |Stadt Salzburg, [[Gnigl]] |
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| − | |[[Salzburg Parsch (Haltestelle)| | + | |[[Salzburg Parsch (Haltestelle)|Haltestelle Salzburg Parsch]] |
| − | |[[ | + | |Stadt Salzburg, [[Parsch]] |
|- | |- | ||
|7 | |7 | ||
| − | |[[Salzburg Aigen (Haltestelle)| | + | |[[Salzburg Aigen (Haltestelle)|Bahnhof Salzburg Aigen]] |
| − | |[[ | + | |Stadt Salzburg, [[Aigen]] |
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| − | |[[Salzburg Süd (Haltestelle)| | + | |[[Salzburg Süd (Haltestelle)|Haltestelle Salzburg Süd]] |
|[[Elsbethen]] | |[[Elsbethen]] | ||
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|10 | |10 | ||
| − | |[[Elsbethen (Haltestelle)| | + | |[[Elsbethen (Haltestelle)|Haltestelle Elsbethen]] |
| − | | | + | |Elsbethen |
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|13 | |13 | ||
| − | |[[Puch Urstein (Haltestelle)| | + | |[[Puch Urstein (Haltestelle)|Haltestelle Puch Urstein]] |
| − | |[[Puch]] | + | | [[Puch bei Hallein]], [[Urstein]] |
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| − | |[[Puch (Haltestelle)| | + | |[[Puch (Haltestelle)|Haltestelle Puch bei Hallein]] (früher: Puch-Oberalm) |
| − | | | + | |Puch bei Hallein |
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| − | |[[Oberalm (Haltestelle)| | + | |[[Oberalm (Haltestelle)|Haltestelle Oberalm]] |
|[[Oberalm]] | |[[Oberalm]] | ||
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| − | |[[Hallein Bahnhof| | + | |[[Hallein Bahnhof|Bahnhof Hallein]] |
|[[Hallein]] | |[[Hallein]] | ||
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| − | |[[Hallein Burgfried (Haltestelle)| | + | |[[Hallein Burgfried (Haltestelle)|Haltestelle Hallein Burgfried]] |
| − | |[[Hallein]] | + | |Hallein, [[Burgfried (Hallein)|Burgfried]] |
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| − | |[[Bad Vigaun (Haltestelle)| | + | |[[Bad Vigaun (Haltestelle)|Haltestelle Bad Vigaun]] |
|[[Bad Vigaun]] | |[[Bad Vigaun]] | ||
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| − | |[[Kuchl Garnei (Haltestelle)| | + | |[[Kuchl Garnei (Haltestelle)|Haltestelle Kuchl Garnei]] |
|[[Kuchl]] | |[[Kuchl]] | ||
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| − | |[[Kuchl (Haltestelle)| | + | |[[Kuchl (Haltestelle)|Haltestelle Kuchl]] |
| − | | | + | |Kuchl |
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|30 | |30 | ||
| − | |[[Golling-Abtenau (Haltestelle)| | + | |[[Golling-Abtenau (Haltestelle)|Bahnhof Golling-Abtenau]] |
| − | |[[Golling]] | + | |[[Golling an der Salzach]] |
|- | |- | ||
|44 | |44 | ||
| − | |[[Tenneck Bahnhof (Haltestelle)| | + | |[[Tenneck Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Tenneck]] |
| − | |[[Werfen]] | + | |[[Werfen]], [[Tenneck]] |
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| − | |'' [[Bahnhof Werfen Sulzau]] | + | |'' [[Bahnhof Werfen Sulzau]], aufgelassen |
| + | |Werfen, [[Sulzau]] | ||
|- | |- | ||
|47 | |47 | ||
| − | |[[Werfen Bahnhof (Haltestelle)| | + | |[[Werfen Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Werfen]] |
|[[Pfarrwerfen]] | |[[Pfarrwerfen]] | ||
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|48 | |48 | ||
| − | |[[Pfarrwerfen (Haltestelle)| | + | |[[Pfarrwerfen (Haltestelle)|Haltestelle Pfarrwerfen]] |
| − | | | + | |Pfarrwerfen |
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|54 | |54 | ||
| − | |[[Bischofshofen Bahnhof (Haltestelle)| | + | |[[Bischofshofen Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Bischofshofen]] |
|[[Bischofshofen]] | |[[Bischofshofen]] | ||
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|57 | |57 | ||
| − | |[[Mitterberghütten (Haltestelle)| | + | |[[Mitterberghütten (Haltestelle)|Haltestelle Mitterberghütten]] |
| − | |[[ | + | |Bischofshofen, [[Mitterberghütten]] |
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|63 | |63 | ||
| − | |[[St. Johann Bahnhof (Haltestelle)| | + | |[[St. Johann Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof St. Johann im Pongau]] |
|[[St. Johann im Pongau]] | |[[St. Johann im Pongau]] | ||
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|68 | |68 | ||
| − | |[[Schwarzach-St. Veit Bahnhof (Haltestelle)| | + | |[[Schwarzach-St. Veit Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Schwarzach-St. Veit]] |
| − | |[[Schwarzach | + | |[[Schwarzach im Pongau]] |
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|76 | |76 | ||
| − | |[[Lend Bahnhof (Haltestelle)| | + | |[[Lend Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Lend]] |
|[[Lend]] | |[[Lend]] | ||
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|80 | |80 | ||
| − | |[[Eschenau (Haltestelle)| | + | |[[Eschenau (Haltestelle)|Haltestelle Eschenau]] (aufgelassen<ref name="Dez2025">Mit Fahrplanwechsel Dezember 2025, [[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/war-schon-beschlossene-sache-gemeinde-taxenbach-will-um-erhalt-von-haltestelle-eschenau-kaempfen-art-298221 4. August 2025]</ref>) |
|[[Taxenbach]] | |[[Taxenbach]] | ||
|- | |- | ||
| | | | ||
|''[[Rauris-Kitzloch (Haltestelle)|Station Rauris-Kitzloch]] (aufgelassen) | |''[[Rauris-Kitzloch (Haltestelle)|Station Rauris-Kitzloch]] (aufgelassen) | ||
| + | | Taxenbach | ||
|- | |- | ||
|85 | |85 | ||
| − | |[[Bahnhof Taxenbach-Rauris (Haltestelle)| | + | |[[Bahnhof Taxenbach-Rauris (Haltestelle)|Bahnhof Taxenbach-Rauris]] |
| − | | | + | |Taxenbach |
|- | |- | ||
|90 | |90 | ||
| − | |[[Gries (Haltestelle)| | + | |[[Gries (Haltestelle)|Haltestelle Gries im Pinzgau]] |
| − | |[[Bruck an der | + | |[[Bruck an der Großglocknerstraße]] |
|- | |- | ||
|95 | |95 | ||
| − | |[[Bruck-Fusch | + | |[[Bahnhof Bruck-Fusch (Haltestelle)|Bahnhof Bruck-Fusch]] |
| − | | | + | |Bruck an der Glocknerstraße |
|- | |- | ||
|101 | |101 | ||
| − | |[[Zell am See Bahnhof (Haltestelle)| | + | |[[Zell am See Bahnhof (Haltestelle)|Bahnhof Zell am See]] |
|[[Zell am See]] | |[[Zell am See]] | ||
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Aktuelle Version vom 22. Dezember 2025, 20:01 Uhr
Salzburg-Tiroler-Bahn, früher "Erzherzogin-Giselabahn" nennt man den Eisenbahnabschnitt, der von der Stadt Salzburg über Bischofshofen im Pongau und Zell am See im Pinzgau durch das Brixental in Nordtirol nach Wörgl verläuft.
Geschichte
Dieser Bahnabschnitt wurde nach der zweiten Tochter von Kaiser Franz Joseph I., Erzherzogin Gisela Luise Marie von Österreich (* 12. Juli 1856; † 27. Juli 1932), benannt.
Ein Konsortium (Centralbank, Graf Gatterburg sowie Freiherren von Bartenstein u. a.) besaß bereits Vorkonzessionen für die Errichtung einer Bahn von Salzburg über St. Johann in Tirol bis Kundl sowie St. Johann im Pongau - Rottenmann[1][2] (Steiermark). Nun sollte die Giselabahn das Bindeglied zwischen der bereits bestehenden Kaiser-Franz-Josefs-[3], der Kaiserin-Elisabeth- und der Kronprinz-Rudolf-Bahn[4] werden.
Erbaut wurde die Giselabahn von Karl Freiherr von Schwarz. Der k.k. Landespräsident für das Kronland Salzburg, Sigmund Graf von Thun-Hohenstein, unterstützte die Errichtung dieser Eisenbahnlinie. Das erste Teilstück war die Salzburg-Halleiner-Bahn, die am 15. Juli 1871 eröffnet wurde. Am 10. November 1872 wurde das Teilstück von Hallein bis Bischofshofen in Betrieb genommen. Am 7. Juli 1875 erfolgte die erste Probefahrt von Bischofshofen bis Taxenbach.[5], am 30. Juli 1875 wurde sie dann offiziell eröffnet. Mit der Fertigstellung dieses Teilstückes gab es eine lückenlose Bahnverbindung zwischen den europäischen Weltstädten Paris, Zürich, Innsbruck, Salzburg, Wien und Budapest bis nach Istanbul im osmanischen Reich.
Über die Eröffnung 1875
Am Freitag, den 30. Juli 1875, wurde um 06:30 Uhr die "Gebirgsbahn", die "Erzherzogin-Giselabahn", mit einer Festfahrt mit etwa 50 Personen eröffnet. Unter den Festgästen waren die Minister Auersperg, Lasser und Handelsminister Ritter von Chlumecký, Statthalter Graf Thun, Landespräsident Sigmund Graf Thun-Hohenstein, Baurat Baron Schwarz und der Salzburger Bürgermeister Dr. Ignaz Harrer.
Die erste Fahrt führte von Salzburg über Hallein und Bischofshofen nach Selzthal[6] im Ennstal, wo der Bahnknoten Bahnhof Selzthal[7] mit der Rudolfsbahn bestand. Nicht ganz klar ist in der Quelle, ob es sich um zwei Züge handelte oder ob jener von Selzthal wieder zurück über Bischofshofen weiter die Giselabahn befuhr. Jedenfalls schreibt die "Salzburger Chronik" von der Fahrt über Lend, Taxenbach nach Zell am See. Dort fand ein Diner im Gasthof zur Post statt.
Am Samstag, den 31. Juli, setzten die Festgäste ihre Fahrt über Saalfelden, Hochfilzen, Fieberbrunn, St. Johann in Tirol nach Kitzbühel fort, wo der Zug um 08:30 Uhr eintraf. In Wörgl erreichte der Zug schließlich die Anschlussstelle an die "Nordtiroler-Linie". Die Rückfahrt führte wieder auf der Giselabahn-Strecke nach Salzburg, wo der Zug um 20 Uhr eintraf. Dort begaben sich die Gäste in den Salzburger Kursalon, wo um 21 Uhr von Baron Schwarz ein Bankett eröffnet wurde.
Zitat aus der Quelle "Salzburger Chronik":
Sein [Anm.: Baron Schwarz'] Hoch galt dem Verleiher der Konzession, Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef. Ein dreimaliges Hoch brauste durch den Saal unter dem Klingen der Champagnergläser und den stets ergreifenden Tönen unserer Volkshymne. [...] Die Unterhaltung setzte sich hierauf in engeren Zirkeln gemüthlich fort, und endete das in allen Theilen gelungene Fest der Bahn-Eröffnung erst spät - oder früh, wie man's nehmen will.
Zweites Gleis
Der Ausbau der der 125 Kilometer langen Strecke Bahnhof Schwarzach-St. Veit–Wörgl zur zweigleisigen Strecke durch Errichtung des zweiten Gleis wurde zwischen dem Frühjahr 1913 und dem Sommer 1915 ausgeführt.
Die kaum zweieinhalb jährige Bauzeit, mit welcher der Bautermin vollständig eingehalten wurde, bedeutete eine um so anerkennenswertere Leistung, als in die Bauperiode der Eintritt in kriegerische Ereignisse fiel und der Bau vom Anfang an ohne Unterbrechung des Verkehres durchgeführt wurde. Die Schwierigkeiten, die sich daraus ergaben, sind von der Bauleitung durch geschickte Ausnützung der Kräfte überwunden worden, obwohl bedeutende technische Leistungen, wie der Bau der Moosbachbrücke, die Herstellungen in den Salzach-Engen, die Arbeiten im Ofenauer Tunnel, der Bau neuer Tunnels im schwierigen Gelände, die Fundierung neuer Brückenpfeiler usw. zu vollbringen waren. Die Kosten, die der Bau des zweiten Geleises erforderte, beziffern sich auf 52 Millionen Kronen. Mit dem Ausbau des zweiten Geleises Schwarzach-St. Veit—Wörgl wurde die ganze Strecke Salzburg—Wörgl, bzw. Innsbruck zweigeleisig, was dem Verkehr insgesamt und Verbesserungen im Fahrplan zustatten kam.[8]
Über einzelne Haltestellen
Die Haltestelle Maishofen-Saalbach Bahnhof wurde für die FIS Alpine Ski-Weltmeisterschaften 2025 in Saalbach-Hinterglemm um 18 Millionen umgebaut, aber es gibt keine Toiletten in absehbarer Zeit im Bereich des Bahnhofes. Die nächsten öffentlichen Toiletten könnten beim Sportplatz in den nächsten Jahren entstehen. Dieser befindet sich 100 bis 200 Meter Fußweg entfernt. Das Projekt befindet sich jedoch noch in der Planungsphase. Im Herbst 2025 solle es eingereicht werden.
Mit Fahrplanwechsel Dezember 2025 werden die Haltestellen Gerling in Saalfelden am Steinernen Meer und Eschenau in Taxenbach aufgelassen. Für diesen Schritt nennen die ÖBB zwei Gründe. ÖBB-Sprecher Robert Mosser: "Wir beobachten seit längerer Zeit, dass die Nachfrage an den Haltestellen Eschenau und Gerling sehr gering ist. Das hat sich auch im Zuge der allgemein gestiegenen Nachfrage der vergangenen Jahre nicht gebessert." Es handle sich jeweils um höchstens zehn Fahrgäste pro Tag. Der zweite Grund für das Ende der Haltestellen ist ein betrieblicher und hängt mit der Fertigstellung der Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt zusammen. Mosser sagt, durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn sei ein neuer Ringverkehr innerhalb Österreichs möglich. Es werde zu einer großen Fahrplanumstellung kommen. Im Zuge der Umstellung werde es auch mehr Verbindungen von Saalfelden nach Salzburg geben. Die Fahrzeit werde sich um über fünf Minuten verkürzen.[9]
Ereignisse
Am 11. März 1896 passierte ein Zugunglück bei St. Johann im Pongau.
Am 4. Juli 1947 löste ein verheerendes Unwetter über Werfen in der Eugenklamm eine riesige Geröll- und Schlammlawine aus, die die Salzburg-Tiroler-Bahn und Salzachtal Straße zerstörte sowie Todesopfer forderte. Die Bahnlinie wurde auf 400 Meter unterbrochen, davon die Hälfte durch vier Meter hohes Geröll verschüttet.[10]
Am 30. August 1962 ereignete um 19:05 Uhr im Bereich des Bahnhofs Zell am See ein Zugunglück. Ein Güterzug und ein Personenzug stießen zusammen. Der Stellwerkswärter hatte dem Fahrdienstleiter das Gleis 2 für die Einfahrt des Personenzuges frei gemeldet und gleichzeitig auf demselben Gleis einer Verschubgarnitur den Weg freigegeben. Bei dem Zusammenstoß hatten die Lokomotiven eine Geschwindigkeit von 25 km/h. Dabei wurden 44 Personen verletzt, 21 davon konnten nach ärztlicher Versorgung in häusliche Pflege entlassen werden; sieben Menschen wurden schwer verletzt.[11]
In der Nacht von Donnerstag, 29., auf Freitag, 30. Oktober 1981, fuhr ein 606 Tonnen schwerer mit 33 Waggons 465 Meter langer Güterschnellzug auf einen eben abgestellten Bezirksgüterzug mit Lok und zwei Waggons im Bahnhof Bruck-Fusch.
Am 30. Oktober 1991 entgleiste in Mitterberghütten im Süden von Bischofshofen ein Güterzug. Infolge eines Schienenbruchs gerieten 13 von 27 Waggons aus den Gleisen. Als Ursache wurde Materialermüdung angenommen. Der 32-jährige Lokführer Anton H. aus Saalfelden blieb unverletzt.[12]
Am Montagnachmittag, den 3. Februar 2020, wurde ein Pkw von einem Zug im Bereich des Bahnübergangs Kuchl-Moos rund 100 Meter mitgeschleift. Der Pkw-Lenker kam bei der Kollision ums Leben, die Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. Die Bahnstrecke zwischen Golling an der Salzach und Hallein musste für mehrere Stunden gesperrt werden.
Brückenbauten
unvollständig
- Taggerbrücke
- Eisenbahnbrücke beim Pass Lueg
- Eisenbahnbrücke in Bischofshofen
- Eisenbahnbrücke nahe dem Bahnhof Schwarzach
- Eisenbahnbrücke Lend-Taxenbach
Bahnhöfe und Haltestellen im Bundesland Salzburg
Bilder
Salzburg-Tiroler-Bahn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Salzburg-Tiroler-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Weblink
- www.eisenbahntunnel.at, alle historischen Salzburger Eisenbahntunnels in Bildern
Quellen
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Salzburg-Tiroler-Bahn"
- "Salzburger Volksblatt", Jubiläumsausgabe 1970, Seite 20: "Als noch die 'Rote' und die 'Gelbe' fuhren"
- "Die Presse", Ausgabe 2. Februar 1870, Seite 7 in ANNO
- ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 3. August 1875, Seite 1ff
Einzelnachweise
- ↑ siehe EnnstalWiki → Rottenmann
- ↑ Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesterwiki des SALZBURGWIKIs
- ↑ von Wien über Gmünd nach Prag sowie über Budweis und Pilsen nach Eger
- ↑ siehe EnnstalWiki → Kronprinz-Rudolf-Bahn
- ↑ ANNO, "Die Presse", Ausgabe 8. Juli 1875, Seite 3
- ↑ siehe EnnstalWiki → Selzthal
- ↑ siehe EnnstalWiki → Bahnhof Selzthal
- ↑ ANNO, "Vorarlberger Volksblatt", 1. September 1915, Seite 4
- ↑ www.sn.at, 13. Juni 2025
- ↑ ANNO, "Welt-Illustrierte", Ausgabe 1947, Heft 29, Seite 12
- ↑ * sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 1. September 1962, Seite 7
- ↑ "Salzburger Nachrichten", 2. November 1991, Seite 21
- ↑ 13,0 13,1 Mit Fahrplanwechsel Dezember 2025, SALZBURG24 vom 4. August 2025