Salzburger Kommunalfriedhof: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Salzburger Kommunalfriedhof''' liegt an der Grenze der Stadtteile [[Gneis]] und [[Morzg]] und ist mit etwa 20.000 Grabstellen der größte [[Friedhof]] der [[Salzburg|Stadt]] und des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]]. Er wurde am [[1. Jänner]] [[1879]] eröffnet und seither kontinuierlich erweitert.  
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[[Datei:Kommunalfriedhof, Hauptportal mit Stiege Eingangstor des Salzburger Kommunalfriedhofes.jpg|thumb|Das [[Hauptportal des Salzburger Kommunalfriedhofes|Hauptportal]]  mit Stiege. Eingangstor des Salzburger Kommunalfriedhofes mit kunstvoll schmiedeeisern ausgeführtem Eingangstor]]
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[[Datei:Salzburg Morzg Gneis Kommunalfriedhof.jpg|thumb|Blick über den Süden der [[Stadt Salzburg]] über die Gemeinde [[Morzg (Gemeinde)|Morzg]] und heutige Teile von [[Gneis]], am unteren Bildrand ist der Kommunalfriedhof zu sehen.]]
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[[Datei:Grabstein_Anna_Bahr-Mildenburg.jpg|thumb|Grabstein für [[Anna Bahr-Mildenburg]].]]
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[[Datei:Grab_Haslauer_Wilfried.JPG|thumb|Grab von [[Wilfried Haslauer senior]], [[Landeshauptmann]] von Salzburg.]]
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[[Datei:Grab-Jakob-Ceconi.jpg|thumb|Grab von [[Jakob Ceconi]] und von [[Karl Ceconi]], zwei bekannte Baumeister.]]
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[[Datei:Grab-Franz-Wallack.jpg|thumb|Grab von [[Franz Wallack]], dem Erbauer der [[Großglockner Hochalpenstraße]].]]
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[[Datei:Eichhörnchen im Salzburger Kommunalfriedhof.jpg|thumb|Eichhörnchen im Kommunalfriedhof.]]
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[[Datei:Grab-Hanna-Reitsch.jpg|thumb|Grab von [[Hanna Reitsch]], eine der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Fliegerinnen des 20. Jahrhunderts.]]
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[[Datei:Denkmäler von Gefallenen vom I. Weltkrieg am Kommunalfriedhof.JPG|thumb|Denkmäler von Gefallenen des [[Erster Weltkrieg|1. Weltkriegs]] östlich des großen Kriegerdenkmals.]]
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[[Datei:DSC00307.jpg|thumb|Der Kommunalfriedhof wurde als Park angelegt.]]
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Der '''Salzburger Kommunalfriedhof''' im südlichen [[Salzburger Stadtteil]] [[Gneis]] ist der größte [[Friedhöfe der Stadt Salzburg|Friedhof der Stadt Salzburg]].  
  
Jedes Jahr finden dort etwa 1.300 Menschen ihre letzte Ruhestätte, etwa ein Drittel davon in einer Feuerbestattung. Der Friedhof verfügt über eine Fläche von 25 ha und dient vielen Salzburgern auch als Naherholungsgebiet. Neben den eigentlichen Gräberanlagen finden sich am Kommunalfriedhof ein anonymes Urnenfeld, Kriegsgräberanlagen, ein niederländischer Soldatenfriedhof, eine Anlage mit Ehrengräbern und ein moslemischer Friedhof.  
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== Allgemeines ==
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Der Salzburger Kommunalfriedhof wurde am [[1. Jänner]] [[1879]] eröffnet und seither mehrfach erweitert. Der Friedhof dient vielen Salzburgern auch als Naherholungsraum. Hier stehen 1&nbsp;600 teils sehr alte Bäume. Bis [[2005]] wurden am Kommunalfriedhof rund 150&nbsp;000 Menschen beigesetzt. Er ist mit einer Fläche von rund 25 Hektar und rund 22&nbsp;000 Grabstellen, einem [[Gruft der Vergessenen (Kommunalfriedhof)|anonymem Urnenfeld]], Kriegsgräberanlagen, dem [[Islam|moslemischen]] Friedhof und dem Soldatenfriedhof der [[Niederlande|Niederländer]] der größte Friedhof der [[Salzburg|Stadt]] und des [[Salzburg (Bundesland)|Landes]] Salzburg mit jährlich rund 1&nbsp;300 Bestattungen. Davon sind bereits zwei Drittel Feuerbestattungen.<ref name="SNOkt2023">[https://www.sn.at/salzburg/chronik/kommunalfriedhof-salzburg-leben-toten-147776803 www.sn.at], 31. Oktober 2023</ref> Auch die Formen der Urnenbestattung sind vielfältig. So gibt es Urnengräber in Nischen, in Säulen, auf dem anonymen Urnenfeld oder im Rahmen der halbanonymen Baumhain-Bestattung.  Auch Grabfelder mit Sonderwidmungen gibt es, etwa für geistliche Orten wie die "Schwestern Christi", die "Schwestern vom Guten Hirten" im [[Kloster St. Josef]] oder der "[[Kongregation der Barmherzigen Schwestern]]" u. a..
  
Für den Betrieb und die Gestaltung zeichnet sich die Städtische Friedhofsverwaltung zuständig, die neben dem Kommunalfriedhof auch die Stadtteilfriedhöfe in [[Gnigl]], [[Maxglan]], [[Aigen]] und [[Morzg]] betreut. Im Gegensatz zu den Stadtteilfriedhöfen verfügt der Kommunalfriedhof über Öffnungszeiten und zwar in der Regel zwischen 08:00 und 16:30 Uhr. Der Friedhof ist gut an das öffentlich Verkehrsnetz angeschlossen und mit den [[Stadtbus|StadtBus]]-Linien {{Symbol-Obuslinie|5}} (Haltestelle Kommunalfriedhof) und {{Symbol-Buslinie|22}} ([[Georg-von-Nissen-Straße]]) zu erreichen.  
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Für den Betrieb und die Gestaltung ist die [[Städtische Friedhofsverwaltung]] des [[Städtisches Gartenamt Salzburg|Gartenamtes der Stadt]] zuständig, die neben dem Kommunalfriedhof auch die Stadtteilfriedhöfe [[Friedhof Gnigl|Gnigl]], [[Stadtfriedhof Maxglan|Maxglan]], [[Waldfriedhof Aigen|Aigen]] und [[Friedhof Morzg|Morzg]] betreut.  
  
==Geschichte==
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Die [[Feuerhalle Salzburg|Feuerhalle]], [[Alte Aussegnungshalle auf dem Salzburger Kommunalfriedhof|alte]] und [[Neue Aussegnungshalle auf dem Salzburger Kommunalfriedhof|neue Aussegnungshalle]], Figurenbildstock sitzender Engel, [[Ehrenmal im Salzburger Kommunalfriedhof]], sowie das [[Hauptportal des Salzburger Kommunalfriedhofes|Hauptportal]] und die [[Ummauerung des Salzburger Kommunalfriedhofs|Ummauerung]] zählen zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.
Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s wurden die kleinen Stadtteilfriedhöfe aufgrund des Bevölkerungswachstums zu klein. Als Erweiterungspläne bestehender Friedhofsanlagen am Widerstand der Anrainer scheiterten erwarben die Stadtväter in der damals noch eigenständigen, südlichen Nachbargemeinde [[Morzg]] das [[Sandbichlgut]] mit den dazugehören Feldern für die geplante neue Friedhofsanlage. Der Kommunalfriedhof fand sein Vorbild im [[1877]] eröffneten Ohlsdorfer Waldfriedhof in Hamburg und wurde bereits im Vorfeld als Teil der Stadtdurchgrünung und neben einem Ort des Gedenkens auch als Erholungsraum für die Bevölkerung konzipiert.  
 
  
Der Ausbruch einer Cholera-Epidemie machte [[1873]] die ersten Bestattungen noch vor der Errichtung des Friedhofsgeländes notwendig. Erst ein Jahr darauf erfolgte die Vermessung des Grundstücks samt Einteilung der Grabfelder. Durch Auseinandersetzungen über die Reihenbeerdigung ohne Ansehen der Konfession der Verstorbenen verzögerte sich die Fertigstellung um weitere Jahre.  
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Der Kommunalfriedhof ist von Anfang November bis Ende März von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr, im Oktober von 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr und im Sommer von 07:00 Uhr bis 21:00 Uhr geöffnet.
  
Nach der Eröffnung am [[1. Jänner]] [[1879]] wurden im ersten Jahr seines Bestehens 378 Beerdigungen abgehalten. [[1914]] folgte die Errichtung der von [[Jakob Ceconi]] geplanten Leichenhalle und [[1931]] der Bau des von [[Karl Ceconi]] konzipiertzen ersten Salzburger Krematoriums, womit das Ausweichen bei Feuerbestattungen in die oberösterreichischen Städte Linz und Steyr ein Ende fanden. Bis zum Jahr [[2005]] fanden am Salzburger Kommunalfriedhof rund 150.000 Menschen ihre letzte Ruhestätte.
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==== Stadtteil- und Landschaftszuordnung  ====
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Der Kommunalfriedhof befindet sich zwischen dem alten Ortskern von [[Morzg]] (der zu seiner Entstehungszeit noch zur selbständigen Gemeinde [[Morzg (Gemeinde)|Morzg]] gehörte) und dem alten (einst locker bebauten) Siedlungsraum von Gneis. Der Kommunalfriedhof ist heute jedoch dem Stadtteil Gneis zuzuordnen und nicht zu jenem von Morzg. Wie fast der gesamte Bereich von Gneis gehört er zur [[Katastralgemeinde Morzg]] und hier zur Abteilung Gneis.<ref>Dr. [[Reinhard Medicus]] sowie der [[Digitaler Stadtplan von Salzburg|digitale Stadtplan von Salzburg]].</ref>
  
==Gestaltung==
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== Erreichbarkeit ==
Von der Friedhofsanlage aus sind die [[Festung Hohensalzburg]] und im Süden die Gebirgsketten [[Tennengebirge]], [[Hagengebirge]] und der [[Untersberg]] an der Stadtgrenze zu sehen. Geprägt wird der Friedhof, der seit seiner Eröffnung seinen ursprünglichen Charakter erhalten konnte, von etwa 1.600 teils sehr alten und imposanten Bäumen im inneren des Geländes und rund 200 Bäumen die als Umrandung der Anlage dienen. Die reichliche Verwendung von Laubhölzern und -bäumen sorgt im Einklang mit der künstlerischen und gärtnerischen Gestaltung der Anlage für ein farbenfrohes Bild eines Naherholungsgebietes, das einzig die wenigen Nadelhölzer noch als Stätte der Trauer erkennen lassen.
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Der Friedhof ist durch das öffentlich Verkehrsnetz mit den [[Stadtbus|StadtBus]]-Linien {{Symbol-Obuslinie|5}} und {{Symbol-Buslinie|22}} (Haltestelle [[Kommunalfriedhof (Haltestelle)|Kommunalfriedhof]] oder [[Georg-von-Nissen-Straße (Haltestelle)|Haltestelle Georg-von-Nissen-Straße]]) erreichbar.
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[[Datei:Aussegnungshalle im Kommunalfriedhof.jpg|thumb|[[Neue Aussegnungshalle auf dem Salzburger Kommunalfriedhof|Neue Aussegnungshalle]] des Kommunalfriedhofes von Eduard Wiedemann]]
  
Von kulturhistorischem Interesse sind das noch im Originalbestand erhaltene Hauptportal, das Mauerwerk aus roh behauenen Konglomeratsteinsockel und geschlemmten Wienerbergziegeln und die Arkaden. Das Torgitter des Hauptportals wurde [[1885]] von [[Josef Salb]] entworfen und von Karl Fiedler aus Rundeisen geschmiedet. Es weist getriebene Ornamente auf und wird noch heute als ein hervorragendes Werk der Salzburger Schlosserkunst bezeichnet. In Zusammenarbeit mit Christoph Obermair und der [[Halleiner Fachschule für Steinmetze]] entstand [[2003]] der Friedhofsbrunnen dessen Rundweg mit vier Abgängen aus Kopfsteinpflaster die Wandlung vom Leben zum Tod symbolisieren sollen und zu den vier Elementen Wasser, Erde, Feuer und Luft führen.  
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== Geschichte ==
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Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s wurden wegen des Bevölkerungswachstums die kirchlichen Friedhöfe in der [[Altstadt]] ([[Friedhof von St. Peter|St. Peter]], bei der [[Bürgerspitalskirche St. Blasius]], [[Sebastiansfriedhof]]) und in den umgebenden Vororten (z. B. [[Friedhof Nonntal]], [[Friedhof Mülln]]) zu klein. In der Stadt war kein Platz für eine Erweiterung von Friedhöfen vorhanden, auch schienen Voraussetzungen für Bestattungen z. T. problematisch. In Vororten scheitere eine Erweiterung teilweise am Widerstand von Anrainern. So erwarben die Stadtväter in der damals noch eigenständigen südlichen Nachbargemeinde [[Morzg (Gemeinde)|Morzg]] das [[Sandbichlgut]] mit den dazugehörigen Feldern für die geplante neue Friedhofsanlage. Das Vorbild für den Salzburger Kommunalfriedhof war der im Jahr [[1877]] eröffnete Ohlsdorfer Waldfriedhof bei Hamburg. Er sollte mit seiner norddeutschen Backstein-Architektur wie in Ohlsdorf nicht nur ein Ort des Gedenkens sein, sondern auch ein wichtiger Erholungsraum für die Bevölkerung und sollte zudem einen Beitrag für die Stadtdurchgrünung leisten. Alle anderen Friedhöfe in der Stadt Salzburg wurden mit der Öffnung des Kommunalfriedhofes geschlossen. Erst viele Jahre später konnten einzelne Friedhöfe wieder geöffnet werden.  
  
==Persönlichkeiten==
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Der Ausbruch einer [[Cholera-Epidemie]] machte [[1873]] die ersten Bestattungen noch vor der Eröffnung des Friedhofsgeländes notwendig. Erst ein Jahr darauf erfolgte die Vermessung des Grundstücks samt Einteilung der Grabfelder. Durch Auseinandersetzungen über die Reihenbeerdigung ohne Ansehen der Konfession der Verstorbenen verzögerte sich die Fertigstellung um weitere Jahre.
  
===Ehrengräber der Stadt Salzburg===
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Nach der Eröffnung am [[1. Jänner]] [[1879]] wurden im ersten Jahr seines Bestehens 378 Beerdigungen abgehalten. Das erste Begräbnis, von Theresia Mayr, Nonntalwirtin, war am [[4. Jänner]]. 1893–1895 wurde die [[Alte Aussegnungshalle auf dem Salzburger Kommunalfriedhof|erste Aussegnungshalle]] von [[Franz Drobny]] errichtet, die heute Verwaltungsgebäude ist. [[1914]] folgte die Errichtung der [[Neue Aussegnungshalle auf dem Salzburger Kommunalfriedhof|neuen]] von [[Eduard Wiedemann]] geplanten Leichenhalle und [[1931]] der Bau des ebenfalls von Eduard Wiedemann geplanten [[Feuerhalle Salzburg|Salzburger Feuerhalle]], womit das Ausweichen bei Feuerbestattungen in die [[oberösterreich]]ischen Städte [[Linz]] und Steyr ein Ende fand.
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[[1929]] wurde das [[Ehrenmal im Salzburger Kommunalfriedhof|"Heldendenkmal"]] (heute "Ehrenmal") geweiht und feierlich enthüllt.
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== Gestaltung ==
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Von der Friedhofsanlage aus sind die [[Festung Hohensalzburg]] im Norden und die Gebirgsketten des [[Tennengebirge]]s und des [[Hagengebirge]]s im Süden sowie der [[Untersbergstock]] im Südwesten zu sehen. Geprägt wird der Friedhof, der seit seiner Eröffnung seinen ursprünglichen Charakter erhalten konnte, von etwa 1&nbsp;600 teils alten und eindrucksvollen Bäumen im Inneren des Geländes und rund 200 Bäumen, die als Umrandung der Anlage dienen. Die reichliche Verwendung von Laubhölzern und Laubbäumen sorgt im Einklang mit der künstlerischen und gärtnerischen Gestaltung der Anlage für ein farbenfrohes Bild eines Naherholungsgebietes, das die wenigen Nadelhölzer auch gut als Stätte der Trauer zur Geltung bringen.
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Von hohem kulturhistorischem Wert sind auch heute noch das [[Hauptportal des Salzburger Kommunalfriedhofes|Hauptportal]], die [[Hallengänge auf dem Salzburger Kommunalfriedhof|Arkaden]] und das gesamte Mauerwerk. Man verwendete roh behauene [[Konglomerat]]steinsockel und geschlemmte Wienerbergziegel. Das mächtige Torgitter des Hauptportals mit seinen kunstvoll getriebenen Ornamenten ist im neobarocken Stil aus Rundeisen geschmiedet. Es wurde vom Schlossermeister Karl Fiedler [[1885]] hergestellt und wird trotz der barocken Stilvorlagen als ein herausragendes Werk der Salzburger Schlosserkunst bezeichnet. Der Entwurf für dieses neobarocke Tor stammt von [[Josef Salb]], einem Professor der damaligen [[Gewerbeschule Salzburg|Gewerbeschule]].   
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In Zusammenarbeit mit [[Christoph Obermair]] und der [[Bildhauerschule Hallein|Halleiner Fachschule für Steinmetze]] entstand [[2003]] der Friedhofsbrunnen, dessen Rundweg vier Abgänge aus Kopfsteinpflaster hat, die die Wandlung vom Leben zum Tod symbolisieren sollen und zu den vier Elementen Wasser, Erde, Feuer und Luft führen.
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== Tierwelt ==
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Seit [[2013]] bewohnen dort zwischen zehn und 40 Bienenvölker ihre Stöcke des Imkers Daniel Pfeifenberger vom Verein Bienenlieb.
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Die Salzburger Biologin und Ornithologin [[Christine Medicus]] nutzt den Friedhof schon seit ihrer Kindheit als Stätte für Vogelbeobachtungen. So hört sie bei ihren Besuchen den [[Buntspecht]], den Waldbaumläufer und den Zaunkönig aus dem bunten Vogelgesang heraus. Für Vögel biete der Friedhof mit seinen zum Teil sehr alten und stattlichen Bäumen im Inneren des Geländes, den 200 Bäumen, die als Umrandung dienen, und den verwachsenen Grabsteinen eine hervorragende Struktur. "Da gibt es viele Baumhöhlen oder Blumenkränze, wo die Tiere wunderbar nisten und brüten können." Um die 40 Brutvogelarten seien nachgewiesen. Samt durchziehenden Arten und Wintergästen ergibt sich eine Zahl von etwa 60 Arten. "Da sind dann aber auch Vögel dabei, die hier auf dem Weg in den Süden kurz Pause machen." Eine Besonderheit unter den Brutvögeln ist der österrreichweit im Bestand stark rückläufige Girlitz.
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Unbeliebt machen sich [[Krähe]]n hin und wieder bei den Beschäftigten der Friedhofsverwaltung. Franz Anglberger, Leiter der Friedhofspflege, sagt: "Gerade wenn ein Grab neu bepflanzt ist, kann es passieren, dass die Krähen nach kurzer Zeit wieder alles ausreißen." Ein paar sehr findige würden auch die Grablaternen öffnen, die brennenden Kerzen umwerfen und das warme pflanzliche Wachs dann als Nahrung mitnehmen.
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Für Unruhe sorgen hin und wieder auch [[Eichhörnchen]] - dann, wenn Meldungen von Menschen bei Anglberger einlangen, die auf den Gräbern der Angehörigen größere Erdlöcher vorfinden. "Ich hab mich auf die Lauer gelegt und herausgefunden, dass das Eichhörnchen sind." Er vermutet, dass sie auf der Suche nach ihren Futtervorräten auch einmal an der falschen Stelle graben. Ansonsten würden die pelzigen Tierchen kaum für Ärger sorgen. "Hier am Kommunalfriedhof sind sie eher scheu."  So wie die Goldfische, die sich in dem kleinen Teich in der Nähe des Urnenhains angesiedelt haben. "Die wurden angesiedelt", betont Anglberger. Die habe wohl jemand loswerden wollen und darum den Teich als passende Stelle auserkoren. Heimisch fühlen sich auch drei Feldhasen sowie ein Reh, das sich auf der Suche nach Eicheln ab und zu blicken lasse.
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Straßen-[[Tauben]] sucht man auf dem Kommunalfriedhof derzeit hingegen vergeblich. Was auch an den vielen Informationstafeln liegen dürfte, die auf das Fütterungsverbot hinweisen.<ref name="SNOkt2023"></ref>
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== Persönlichkeiten ==
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=== Ehrengräber der Stadt Salzburg ===
 
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* [[Hermann Bahr]]
 
* [[Hermann Bahr]]
 
* [[Anna Bahr-Mildenburg]]
 
* [[Anna Bahr-Mildenburg]]
* [[Rudolf Biebl]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
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* [[Rudolf Biebl (Bürgermeister)|Rudolf Biebl]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
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* [[Karlheinz Böhm]]
 
* [[Jan Brandts-Buys]]  
 
* [[Jan Brandts-Buys]]  
 
* [[Hans Donnenberg]]
 
* [[Hans Donnenberg]]
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* [[Eberhard Fugger]]
 
* [[Eberhard Fugger]]
 
* [[Ignaz Harrer]]
 
* [[Ignaz Harrer]]
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* [[Franz von Hueber]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
 
* [[Franz von Hueber]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
 
* [[Georg Jung]]
 
* [[Georg Jung]]
 
* [[Franz Ledwinka]]
 
* [[Franz Ledwinka]]
 
* [[Hans Lepperdinger]]
 
* [[Hans Lepperdinger]]
* [[Josef August Lux]]  
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* [[Joseph August Lux]]  
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* [[Josef Mayburger junior|Josef Mayburger]]
* [[Josef Mayburger]]
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* [[Anton Neumayr senior|Anton Neumayr]]
* [[Anton Neumayr]]
 
 
* [[Max Ott]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
 
* [[Max Ott]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
 
* [[Stanislaus Pacher]]
 
* [[Stanislaus Pacher]]
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* [[Franz von Pausinger]]
 
* [[Franz von Pausinger]]
 
* [[Franz Peyerl]]
 
* [[Franz Peyerl]]
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* [[Erich Schenk]]
 
* [[Erich Schenk]]
 
* [[Hans Schmid]]
 
* [[Hans Schmid]]
* [[Alois Taus]]
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* [[Alois Taux]]
* [[Franz Wallack]]
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* [[Franz Friedrich Wallack|Franz Wallack]]
 
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<div id="1"><sup>'''1'''</sup> Private Grabanlage mit Ehrengrabstatus
  
===Private Grabanlagen===
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=== Weitere Gräber bekannter Persönlichkeiten ===
 
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* [[Karl Adrian]]
 
* [[Karl Adrian]]
 
* [[Anton Aicher]]
 
* [[Anton Aicher]]
* [[Ladislaus Almásy|Laszlo Ede Almásy]]
+
* [[László Ede Almásy]]
 
* [[Oscar Baumann]]
 
* [[Oscar Baumann]]
 
* [[Werner Berg]]
 
* [[Werner Berg]]
* [[Franz Berger]]
+
* [[Franz Berger (Bürgermeister)|Franz Berger]]
 +
* [[Franz Josef Binder]]
 +
* Karl Ewald Böhm (* 1913; † 1977)<ref>Schriftsteller, Leiter Hauptverwaltung Verlagswesen der [[DDR]], nicht zu verwechseln mit [[Karl Böhm]] (* 1894; †1981) Vater von [[Karlheinz Böhm]]</ref>
 
* [[Alice Brandl]]  
 
* [[Alice Brandl]]  
 
* [[Gustav Canaval]]
 
* [[Gustav Canaval]]
 +
* [[Franziska Casagranda]]
 
* [[Jakob Ceconi]]
 
* [[Jakob Ceconi]]
 
* [[Karl Ceconi]]
 
* [[Karl Ceconi]]
 
* [[Valentin Ceconi]]
 
* [[Valentin Ceconi]]
* [[Max Dasch senior|Max Dasch sen.]]
+
* [[Max Dasch senior]]  
 
* [[Helmut Eder]]
 
* [[Helmut Eder]]
* [[Igo Etrich]]
+
* [[Ignaz Etrich]]
 
* [[Cornelia Fischer]]
 
* [[Cornelia Fischer]]
 
* [[Paul Fürst]]
 
* [[Paul Fürst]]
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* [[Siegfried Gmelin]]
 
* [[Siegfried Gmelin]]
 
* [[Robert Ritter von Greim]]
 
* [[Robert Ritter von Greim]]
 +
* [[Hans Ernst Jäger]]
 
* [[Julius Haagn]]
 
* [[Julius Haagn]]
 
* [[Sophie Haibel]]
 
* [[Sophie Haibel]]
* [[Wilfried Haslauer sen.]]
+
* [[Wilfried Haslauer senior]]
 +
* [[Michael Hofinger]]
 
* [[Ernst von Karajan]]
 
* [[Ernst von Karajan]]
 +
* [[Erwin Kerber]]
 
* [[Reinhold Kiesel]]
 
* [[Reinhold Kiesel]]
 
* [[Rudolf Krammer]]
 
* [[Rudolf Krammer]]
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+
* [[Stefan Kruckenhauser]]
 
* [[Julius Leisching]]
 
* [[Julius Leisching]]
* [[Georg Lienbacher]]
+
* [[Georg Lienbacher (Politiker)|Georg Lienbacher]]
 
* [[Frank Linke-Crawford]]
 
* [[Frank Linke-Crawford]]
 +
|
 
* [[Joseph Messner]]
 
* [[Joseph Messner]]
 
* [[Oskar Meyer]]
 
* [[Oskar Meyer]]
 +
* [[Albin Müller-Rundegg]]
 
* [[Otto Müller (Verleger)|Otto Müller]]
 
* [[Otto Müller (Verleger)|Otto Müller]]
 
* [[Franz Muxeneder]]
 
* [[Franz Muxeneder]]
 +
* [[Matthäus Noppinger]]
 +
* [[Werner Otte]] 
 +
* Georges Ourth (* um [[1942]]; † [[1988]])<ref>Leiter d. [[Elisabethbühne]] (heute [[Schauspielhaus Salzburg]])</ref>
 
* [[Josef Preis]]
 
* [[Josef Preis]]
 
* [[Alja Rachmanowa]]
 
* [[Alja Rachmanowa]]
 
* [[Rudolf Ramek]]
 
* [[Rudolf Ramek]]
* [[Hanna Reitsch]]
+
* [[Hanna Reitsch]]<ref>Nicht nur Frau Reitsch liegt dort begraben, sondern auch ihre Eltern und ihre Geschwister.</ref>
 +
* Peter Trauner-Sabranski (* [[1943]]; † [[1998]])<ref>Schauspieler an der [[Elisabethbühne]]</ref>
 +
* [[Viktoria Savs]]
 +
* [[Heinrich Schönberg]]
 
* [[Oscar Fritz Schuh]]
 
* [[Oscar Fritz Schuh]]
 
* [[Albert Schumacher]]
 
* [[Albert Schumacher]]
 
* [[Levin Graf Schaffgotsch]]
 
* [[Levin Graf Schaffgotsch]]
 
* [[Adolf Schemel]]
 
* [[Adolf Schemel]]
 +
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 +
* [[Carl Spängler]]
 
* [[Manfred Stengl]]
 
* [[Manfred Stengl]]
 
* [[Sebastian Stief]]
 
* [[Sebastian Stief]]
* [[Sigmund Graf von Thun-Hohenstein]]
+
* [[Sigmund Graf von Thun-Hohenstein|Sigmund Ignaz Graf von Thun und Hohenstein]]
 +
* [[Tomaselli|Familie Tomaselli]]
 
* [[Eduard Paul Tratz]]
 
* [[Eduard Paul Tratz]]
 
* [[Irma von Troll-Borostyáni]]
 
* [[Irma von Troll-Borostyáni]]
 +
* [[Christian Wallner]]
 
* [[Friedrich Welz]]
 
* [[Friedrich Welz]]
* [[Alois Winkler]]
+
* [[Margot Werner]]
 +
* [[Josef Wessicken]]
 +
* [[Margareta Wilberger]]
 +
* [[Alois Winkler (Priester)|Alois Winkler]]
 
* [[Anton Wintersteiger]]
 
* [[Anton Wintersteiger]]
 
* [[Joseph Freiherr von Weiß]]
 
* [[Joseph Freiherr von Weiß]]
 +
* [[Gerhard Zemann]]
 
|}
 
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==Quellen==
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[[Datei:2025_11_10_Salzburg_Gneis_Kommunalfriedhof_Plan_01.jpg|thumb|Plan des Kommunalfriedhofes.]]
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== Bilder ==
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{{Bildkat}}
 +
== Weblinks ==
 +
* [http://www.salzburgervolkskultur.at/uploads/hype/store/product/files/Kammerhofer_ZVSVK_2011-2.pdf  Der Salzburger Kommunalfriedhof,]  Publikation von Frau Dr. [[Ulrike Kammerhofer-Aggermann]]
 +
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/leben_in_salzburg/gesellschaft_soziales/todesfall_friedhoefe_339620/staedtische_friedhoe_338957/kommunalfriedhof_338959/oeffnungszeiten_kommunalfriedhof_349741.htmStadt Salzburg Online: Kommunalfriedhof]
 +
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/leben_in_salzburg/gesellschaft_soziales/todesfall_friedhoefe_339620/bestattung/graeberarten_339921/anonyme_urnenwiesen_bestattung_337915.htm Stadt Salzburg Online: Anonymes Urnenfeld im Kommunalfriedhof]
 +
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/leben_in_salzburg/gesellschaft_soziales/todesfall_friedhoefe_339620/staedtische_friedhoe_338957/kommunalfriedhof_338959/oeffnungszeiten_kommunalfriedhof_349741.htm Stadt Salzburg Online: Öffnungszeiten]
 +
* [[Salzburg24]]: [https://web.archive.org/web/20181101113347/https://www.salzburg24.at/teurer-tod-die-finanziellen-folgen-eines-schmerzlichen-verlusts/3750758 "Teurer Tod": Die finanziellen Folgen eines schmerzlichen Verlusts]; Übersicht, welche Kosten für ein Begräbnis entstehen (Stand Oktober 2018)
 +
== Quellen ==
 
* Homepage der Stadt Salzburg
 
* Homepage der Stadt Salzburg
* Friederike Zaisberger, Reinhard R. Heinisch (Hg.): ''Leben über den Tod hinaus. Prominente im Salzburger Kommunalfriedhof''. Verlag der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg 2006
+
* {{Quelle Leben über den Tod hinaus}}
 
+
* {{Quelle SN|23. Juni 2015}}
==Weblinks==
+
== Einzelnachweise ==
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/stadtverwaltung/betriebsverwaltung/t2_85218/t2_85216/t2_94542/t2_85427/t2_85433/p2_152972.htm Stadt Salzburg Online: Kommunalfriedhof]
+
<references/>
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/stadtverwaltung/betriebsverwaltung/t2_85218/t2_85216/t2_94542/t2_85427/t2_85433/p2_39015.htm Stadt Salzburg Online: Anonymes Urnenfeld im Kommunalfriedhof]
+
{{Absatz}}
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/stadtverwaltung/betriebsverwaltung/t2_85218/t2_85216/t2_94542/t2_85427/t2_85433/p2_42251.htm Stadt Salzburg Online: Öffnungszeiten]
+
{{Salzburger Kommunalfriedhof}}
  
 +
{{SORTIERUNG: Kommunalfriedhof, Salzburger}}
 +
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 +
[[Kategorie:Gneis]]
 +
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
 +
[[Kategorie:Architektur]]
 +
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
 +
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
 +
[[Kategorie:Infrastruktur]]
 
[[Kategorie:Friedhof]]
 
[[Kategorie:Friedhof]]
[[Kategorie:Salzburg]]
 
[[Kategorie:Morzg]]
 

Aktuelle Version vom 27. Dezember 2025, 17:36 Uhr

Das Hauptportal mit Stiege. Eingangstor des Salzburger Kommunalfriedhofes mit kunstvoll schmiedeeisern ausgeführtem Eingangstor
Blick über den Süden der Stadt Salzburg über die Gemeinde Morzg und heutige Teile von Gneis, am unteren Bildrand ist der Kommunalfriedhof zu sehen.
Grabstein für Anna Bahr-Mildenburg.
Grab von Jakob Ceconi und von Karl Ceconi, zwei bekannte Baumeister.
Eichhörnchen im Kommunalfriedhof.
Grab von Hanna Reitsch, eine der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Fliegerinnen des 20. Jahrhunderts.
Denkmäler von Gefallenen des 1. Weltkriegs östlich des großen Kriegerdenkmals.
Der Kommunalfriedhof wurde als Park angelegt.

Der Salzburger Kommunalfriedhof im südlichen Salzburger Stadtteil Gneis ist der größte Friedhof der Stadt Salzburg.

Allgemeines

Der Salzburger Kommunalfriedhof wurde am 1. Jänner 1879 eröffnet und seither mehrfach erweitert. Der Friedhof dient vielen Salzburgern auch als Naherholungsraum. Hier stehen 1 600 teils sehr alte Bäume. Bis 2005 wurden am Kommunalfriedhof rund 150 000 Menschen beigesetzt. Er ist mit einer Fläche von rund 25 Hektar und rund 22 000 Grabstellen, einem anonymem Urnenfeld, Kriegsgräberanlagen, dem moslemischen Friedhof und dem Soldatenfriedhof der Niederländer der größte Friedhof der Stadt und des Landes Salzburg mit jährlich rund 1 300 Bestattungen. Davon sind bereits zwei Drittel Feuerbestattungen.[1] Auch die Formen der Urnenbestattung sind vielfältig. So gibt es Urnengräber in Nischen, in Säulen, auf dem anonymen Urnenfeld oder im Rahmen der halbanonymen Baumhain-Bestattung. Auch Grabfelder mit Sonderwidmungen gibt es, etwa für geistliche Orten wie die "Schwestern Christi", die "Schwestern vom Guten Hirten" im Kloster St. Josef oder der "Kongregation der Barmherzigen Schwestern" u. a..

Für den Betrieb und die Gestaltung ist die Städtische Friedhofsverwaltung des Gartenamtes der Stadt zuständig, die neben dem Kommunalfriedhof auch die Stadtteilfriedhöfe Gnigl, Maxglan, Aigen und Morzg betreut.

Die Feuerhalle, alte und neue Aussegnungshalle, Figurenbildstock sitzender Engel, Ehrenmal im Salzburger Kommunalfriedhof, sowie das Hauptportal und die Ummauerung zählen zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Der Kommunalfriedhof ist von Anfang November bis Ende März von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr, im Oktober von 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr und im Sommer von 07:00 Uhr bis 21:00 Uhr geöffnet.

Stadtteil- und Landschaftszuordnung

Der Kommunalfriedhof befindet sich zwischen dem alten Ortskern von Morzg (der zu seiner Entstehungszeit noch zur selbständigen Gemeinde Morzg gehörte) und dem alten (einst locker bebauten) Siedlungsraum von Gneis. Der Kommunalfriedhof ist heute jedoch dem Stadtteil Gneis zuzuordnen und nicht zu jenem von Morzg. Wie fast der gesamte Bereich von Gneis gehört er zur Katastralgemeinde Morzg und hier zur Abteilung Gneis.[2]

Erreichbarkeit

Der Friedhof ist durch das öffentlich Verkehrsnetz mit den StadtBus-Linien  5  und 22 (Haltestelle Kommunalfriedhof oder Haltestelle Georg-von-Nissen-Straße) erreichbar.

 
Neue Aussegnungshalle des Kommunalfriedhofes von Eduard Wiedemann

Geschichte

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden wegen des Bevölkerungswachstums die kirchlichen Friedhöfe in der Altstadt (St. Peter, bei der Bürgerspitalskirche St. Blasius, Sebastiansfriedhof) und in den umgebenden Vororten (z. B. Friedhof Nonntal, Friedhof Mülln) zu klein. In der Stadt war kein Platz für eine Erweiterung von Friedhöfen vorhanden, auch schienen Voraussetzungen für Bestattungen z. T. problematisch. In Vororten scheitere eine Erweiterung teilweise am Widerstand von Anrainern. So erwarben die Stadtväter in der damals noch eigenständigen südlichen Nachbargemeinde Morzg das Sandbichlgut mit den dazugehörigen Feldern für die geplante neue Friedhofsanlage. Das Vorbild für den Salzburger Kommunalfriedhof war der im Jahr 1877 eröffnete Ohlsdorfer Waldfriedhof bei Hamburg. Er sollte mit seiner norddeutschen Backstein-Architektur wie in Ohlsdorf nicht nur ein Ort des Gedenkens sein, sondern auch ein wichtiger Erholungsraum für die Bevölkerung und sollte zudem einen Beitrag für die Stadtdurchgrünung leisten. Alle anderen Friedhöfe in der Stadt Salzburg wurden mit der Öffnung des Kommunalfriedhofes geschlossen. Erst viele Jahre später konnten einzelne Friedhöfe wieder geöffnet werden.

Der Ausbruch einer Cholera-Epidemie machte 1873 die ersten Bestattungen noch vor der Eröffnung des Friedhofsgeländes notwendig. Erst ein Jahr darauf erfolgte die Vermessung des Grundstücks samt Einteilung der Grabfelder. Durch Auseinandersetzungen über die Reihenbeerdigung ohne Ansehen der Konfession der Verstorbenen verzögerte sich die Fertigstellung um weitere Jahre.

Nach der Eröffnung am 1. Jänner 1879 wurden im ersten Jahr seines Bestehens 378 Beerdigungen abgehalten. Das erste Begräbnis, von Theresia Mayr, Nonntalwirtin, war am 4. Jänner. 1893–1895 wurde die erste Aussegnungshalle von Franz Drobny errichtet, die heute Verwaltungsgebäude ist. 1914 folgte die Errichtung der neuen von Eduard Wiedemann geplanten Leichenhalle und 1931 der Bau des ebenfalls von Eduard Wiedemann geplanten Salzburger Feuerhalle, womit das Ausweichen bei Feuerbestattungen in die oberösterreichischen Städte Linz und Steyr ein Ende fand.

1929 wurde das "Heldendenkmal" (heute "Ehrenmal") geweiht und feierlich enthüllt.

Gestaltung

Von der Friedhofsanlage aus sind die Festung Hohensalzburg im Norden und die Gebirgsketten des Tennengebirges und des Hagengebirges im Süden sowie der Untersbergstock im Südwesten zu sehen. Geprägt wird der Friedhof, der seit seiner Eröffnung seinen ursprünglichen Charakter erhalten konnte, von etwa 1 600 teils alten und eindrucksvollen Bäumen im Inneren des Geländes und rund 200 Bäumen, die als Umrandung der Anlage dienen. Die reichliche Verwendung von Laubhölzern und Laubbäumen sorgt im Einklang mit der künstlerischen und gärtnerischen Gestaltung der Anlage für ein farbenfrohes Bild eines Naherholungsgebietes, das die wenigen Nadelhölzer auch gut als Stätte der Trauer zur Geltung bringen.

Von hohem kulturhistorischem Wert sind auch heute noch das Hauptportal, die Arkaden und das gesamte Mauerwerk. Man verwendete roh behauene Konglomeratsteinsockel und geschlemmte Wienerbergziegel. Das mächtige Torgitter des Hauptportals mit seinen kunstvoll getriebenen Ornamenten ist im neobarocken Stil aus Rundeisen geschmiedet. Es wurde vom Schlossermeister Karl Fiedler 1885 hergestellt und wird trotz der barocken Stilvorlagen als ein herausragendes Werk der Salzburger Schlosserkunst bezeichnet. Der Entwurf für dieses neobarocke Tor stammt von Josef Salb, einem Professor der damaligen Gewerbeschule.

In Zusammenarbeit mit Christoph Obermair und der Halleiner Fachschule für Steinmetze entstand 2003 der Friedhofsbrunnen, dessen Rundweg vier Abgänge aus Kopfsteinpflaster hat, die die Wandlung vom Leben zum Tod symbolisieren sollen und zu den vier Elementen Wasser, Erde, Feuer und Luft führen.

Tierwelt

Seit 2013 bewohnen dort zwischen zehn und 40 Bienenvölker ihre Stöcke des Imkers Daniel Pfeifenberger vom Verein Bienenlieb.

Die Salzburger Biologin und Ornithologin Christine Medicus nutzt den Friedhof schon seit ihrer Kindheit als Stätte für Vogelbeobachtungen. So hört sie bei ihren Besuchen den Buntspecht, den Waldbaumläufer und den Zaunkönig aus dem bunten Vogelgesang heraus. Für Vögel biete der Friedhof mit seinen zum Teil sehr alten und stattlichen Bäumen im Inneren des Geländes, den 200 Bäumen, die als Umrandung dienen, und den verwachsenen Grabsteinen eine hervorragende Struktur. "Da gibt es viele Baumhöhlen oder Blumenkränze, wo die Tiere wunderbar nisten und brüten können." Um die 40 Brutvogelarten seien nachgewiesen. Samt durchziehenden Arten und Wintergästen ergibt sich eine Zahl von etwa 60 Arten. "Da sind dann aber auch Vögel dabei, die hier auf dem Weg in den Süden kurz Pause machen." Eine Besonderheit unter den Brutvögeln ist der österrreichweit im Bestand stark rückläufige Girlitz.

Unbeliebt machen sich Krähen hin und wieder bei den Beschäftigten der Friedhofsverwaltung. Franz Anglberger, Leiter der Friedhofspflege, sagt: "Gerade wenn ein Grab neu bepflanzt ist, kann es passieren, dass die Krähen nach kurzer Zeit wieder alles ausreißen." Ein paar sehr findige würden auch die Grablaternen öffnen, die brennenden Kerzen umwerfen und das warme pflanzliche Wachs dann als Nahrung mitnehmen.

Für Unruhe sorgen hin und wieder auch Eichhörnchen - dann, wenn Meldungen von Menschen bei Anglberger einlangen, die auf den Gräbern der Angehörigen größere Erdlöcher vorfinden. "Ich hab mich auf die Lauer gelegt und herausgefunden, dass das Eichhörnchen sind." Er vermutet, dass sie auf der Suche nach ihren Futtervorräten auch einmal an der falschen Stelle graben. Ansonsten würden die pelzigen Tierchen kaum für Ärger sorgen. "Hier am Kommunalfriedhof sind sie eher scheu." So wie die Goldfische, die sich in dem kleinen Teich in der Nähe des Urnenhains angesiedelt haben. "Die wurden angesiedelt", betont Anglberger. Die habe wohl jemand loswerden wollen und darum den Teich als passende Stelle auserkoren. Heimisch fühlen sich auch drei Feldhasen sowie ein Reh, das sich auf der Suche nach Eicheln ab und zu blicken lasse.

Straßen-Tauben sucht man auf dem Kommunalfriedhof derzeit hingegen vergeblich. Was auch an den vielen Informationstafeln liegen dürfte, die auf das Fütterungsverbot hinweisen.[1]

Persönlichkeiten

Ehrengräber der Stadt Salzburg

1 Private Grabanlage mit Ehrengrabstatus

Weitere Gräber bekannter Persönlichkeiten

 
Plan des Kommunalfriedhofes.

Bilder

  Salzburger Kommunalfriedhof – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 www.sn.at, 31. Oktober 2023
  2. Dr. Reinhard Medicus sowie der digitale Stadtplan von Salzburg.
  3. Schriftsteller, Leiter Hauptverwaltung Verlagswesen der DDR, nicht zu verwechseln mit Karl Böhm (* 1894; †1981) Vater von Karlheinz Böhm
  4. Leiter d. Elisabethbühne (heute Schauspielhaus Salzburg)
  5. Nicht nur Frau Reitsch liegt dort begraben, sondern auch ihre Eltern und ihre Geschwister.
  6. Schauspieler an der Elisabethbühne
Salzburger Kommunalfriedhof