Kapuzinerberg
Der Kapuzinerberg ist ein Stadtberg in Salzburg, der sich östlich der Salzach erhebt. Er ist ein Landschaftsschutzgebiet und ein Teil-Landschaftsraum in der Salzburger Altstadt.
Geografie
Der Kapuzinerberg erhebt sich im Osten der rechtsufrigen Altstadt. Er erstreckt sich in West-Ost-Richtung von der Linzer Gasse in der rechtsufrigen Altstadt bis nach Inneres Parsch im Osten und Schallmoos Ost im Nordosten. Seinen höchsten Punkt hat der Stadtberg mit 637 m ü. A. unmittelbar westlich des Franziski-Schlössls, im Bereich des Platzls beginnt seine Erhebung um 430 m ü. A. (Salzach 414 m ü. A.).
Erreichbarkeit
Der Kapuzinerberg ist über drei Wege zu erreichen:
- über eine steile Zufahrt (nur für Berechtigte), den Stefan-Zweig-Weg, beginnend an der Franziskuspforte in der Linzer Gasse
- zu Fuß über die Imbergstiege von der Steingasse aus
- zu Fuß über den Doblerweg, beginnend hinter dem Einkaufszentrum Zentrum im Berg an der Fürbergstraße.
Name
Der ursprüngliche Name des Berges war Imberg, woran heute noch die Imbergstraße, die Imbergstiege und die Kirche St. Johannes am Imberg erinnern. Der Name Kapuzinerberg bürgerte sich ein, nachdem das sich auf dem Berg befindliche Kapuzinerkloster errichtet wurde.
Geologie
Der Berg besteht größtenteils aus grobgeschichtetem Dachsteinkalk mit steilen Flanken und einer breiten Bergkuppe. Die Nordflanke des Kapuzinerberges und sein (fast nicht erkennbarer) östlicher Ausläufer, der Fürberg, bestehend weitgehend aus einem kluftreichen und oberflächlich brüchigen Hauptdolomit. [1]
Für diese Gesteine wird eine Alter von 200 Millionen Jahren angenommen. Vor etwa 80 Millionen Jahren kam es am Nordrand der Alpen im Bereich von Salzburg zu einer West-Ost-Verschiebung, in deren Verlauf der Festungsberg und der Kapuzinerberg aus dem Gebiet des Gaisbergs in die jetzige Position verschoben wurden. Somit zählt er geologisch zum nördlichen Rand der Salzburger Kalkvoralpen und zur Osterhorngruppe.
Der benachbarte Mönchsberg hingegen besteht aus Konglomerat, ein Gestein, das durch den Salzachgletscher gebildet wurde.
Geschichte
An jener Stelle, wo sich heute das Kapuzinerkloster befindet, soll sich eine keltische Siedlung befunden haben.
Unter Erzbischof Gebhard (1060 - 1088) entstand dort eine erste Stadtbefestigung. Das später als Trompeterschlössl bezeichnete Verteidigungsanlage, dürfte am Ende des 13. Jahrhunderts angelegt worden sein. Unter Erzbischof Eberhard III. von Neuhaus erfolgte 1406 ein Ausbau. Das Trompeterschlössl oder der Trompeter-Turm bestand nach der älteste Ansicht der Stadt Salzburg um 1460 aus zwei mächtigen viereckige Türme mit einem Burgtor dazwischen und war durch Mauern mit dem Ostertor und dem inneren Steintor verbunden. [2]
Als militärischer Sperrbezirk war der Kapuzinerberg für Zivilisten bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesperrt. Bis 1938 war der Besuch des Berges gebührenpflichtig.
Bauten
- Hauptartikel: Kirche St. Johannes am Imberg
Die kleine Kirche, gelegen an der Imbergstiege, ist ein schlichter Bau. Die Kirche ist im Kern romanisch und wurde erstmals 1319 erwähnt. 1681 wurde die einschiffige Kirche unter Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg barockisiert, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm.
- Hauptartikel: Kapuzinerkloster mit Kapuzinerkirche
Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau holte 1596 die Kapuziner nach Salzburg und ließ das Trompeterschlössl zum Kapuzinerkloster umbauen, dessen Fertigstellung 1599 erfolgte. Auf dem Weg von der Linzer Gasse zum Kloster finden sich die im franziskanischen Geist geschaffenen und von den Kapuzinern initiierten elf Kalvarienbergkapellen samt zwei erhaltenen Begleitkapellen, die zwischen 1736 und 1744 erbaut worden sind, und eine Gedenkstätte für Wolfgang Amadeus Mozart.
- Hauptartikel: Franziski-Schlössl
Auf der Kuppe im Osten des Berges steht das schmucke Franziski-Schlössl. Es wurde 1629 errichtet und wird heute als Gasthaus genutzt.
Wehrmauern und Bastionen
Der Kapuzinerberg wurde in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zu einem strategisch wichtigen Ort für die militärische Verteidigung der Stadt. Die Wehrmauern entlang der gesamten Südseite des Kapuzinerberges, sie sind etwa zwei Kilometer lang, wurden in der Zeit der 3. Stadtbefestigung (1621 - 1646) unter Fürsterzbischof Paris Graf Lodron errichtet.
Die Basteien für Geschütze sind rund um den Berg verteilt. Den Zugang schützt ein Wehrturm, die Felixpforte. Die auf den skarpierten Felsen aufgesetzten langen Wehrmauern mit ihren kleinen Wächterhäuschen („Auslug“) sind größtenteils gut erhalten. Die große aus dem Fels herausgearbeitete Bastei im Norden, der Linzertor-Kavalier, ist derzeit nicht zugänglich, denn sie wird als Lagerplatz für Gamswild-Futterkrippen genutzt. Die Geschützbastei im Osten nächst dem Franziski-Schlössl verfällt zunehmend, eine Sanierung ist nicht in Sicht.
weitere Gebäude
Wasserspeicher
1992 wurde im Nordosten am Fuße des Kapuzinerberges ein Wasserspeicher mit 25 000 Kubikmeter fertig gestellt. Das dort gespeicherte Wasser stammt heute weitgehend aus den Grundwasserfeldern von St. Leonhard in der Marktgemeinde Grödig und Hallein. Zwei ältere und kleinere Speicher im Berg sind heute stillgelegt.
Schon während des Dreißigjährigen Krieges wurden an verschiedenen Stellen auf dem Berg Zisternen als Wasserspeicher angelegt.
Projekte
Die NS-Herrschaft plante ein riesiges Gauhforum und ein Sportstadion an Stelle des Kapuzinerklosters, sowie ein neues großes Festspielhaus neben dem Franziski-Schlössl. Aufgeschlossen werden sollten diese Bauten durch eine großen Auffahrtsrampe vom Äußeren Stein aus. Der weitere Kriegsverlauf und das Ende der NS-Zeit verhinderte die Ausführung der Planungen.
Die Errichtung eines Kultur-Lehrweges mit einer kurzgefassten Darstellung der reichen Geschichte des Berges bietet sich an. Diese Idee konnte bisher aber noch nicht umgesetzt werden.
Grünraum und Erholungsraum
Der Berg mit seinen ausgedehnten Waldflächen ist eine grüne Lunge der Stadt Salzburg.
Grünraum im Wandel der Zeit
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Kapuzinerberg 12. Oktober 2015 vom Rudolfskai Panorama Süd nach Nord
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Kapuzinerberg 21. Oktober 2015 von Sebastian-Stief-Gasse, Haus Nr. 2, 3. Obergeschoss Panorama Süd nach Nord
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Kapuzinerberg 28. Oktober 2015 vom Rudolfskai Panorama Süd nach Nord
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Kapuzinerberg 04. November b2015 von Sebastian-Stief-Gasse, Haus Nr. 2, 3. Obergeschoss Panorama Süd nach Nord
Der Berg bietet den Besuchern reizvolle Spaziermöglichkeiten auf mehreren Wanderwegen beidseits des Stefan-Zweig-Weges.
- Hauptartikel: Basteiweg
Der Basteiweg, der entlang der Wehrmauern und Wachtürme von Westen über Süden bis in den Osten des Berges verläuft, ist ein alpiner Steig, der Trittsicherheit erfordert und im Winter weder gestreut noch geräumt wird. Der Basteiweg befindet sich in schlechtem Zustand (Stand 2017). Der Basteiweg bietet sehr schöne Aussichtsmöglichkeiten auf die Altstadt, aber auch nach Süden und Osten, deren Ausblicke jedoch nicht ausreichend frei geschnitten sind.
Fauna und Flora
Biologische Besonderheiten des Berges sind verschiedene seltene alpine Pflanzen und Tiere in den kalten, unzugänglichen Nordfelsen (etwa Alpenaurikel und Almrausch). Auch der Kolkrabe brütet in den schroffen Kalkfelsen.
Auf dem Kapuzinerberg gibt es auch eine Gämsenkolonie. 1948 wanderte ein Gamsbock vom nahen Gaisberg über den Kühberg hierher, 1952 wurde dann eine Gamsgeiß ausgesetzt.
Im 17. und 18. Jahrhundert war der Imberg landesfürstliches Jagdgebiet, in dem bis etwa 1700 auch Schwarzwild (Wildschweine) gehegt wurden.
Teiche
Geht man den asphaltierten Weg, der vom Kapuzinerkloster zu den wenigen Häusern am Berg oberhalb des Äußeren Steins führt, kommt man an drei kleinen Teichen vorbei. Diese lieferten jahrhundertelang das Wasser für den Klostergarten der Kapuziner. Die Teiche werden von einer Sickerquelle, der Engelsquelle, gespeist. In unmittelbaren Nähe befindet sich ein Ziehbrunnen.
Die Teiche sind Laichplatz für Erdkröte und Grasfrosch. In kleinen Rinnsalen setzen Feuersalamande ihre Larven.
Persönlichkeiten
- Stefan Zweig kaufte 1918 das Paschingerschlössl (Kapuzinerberg 5) und lebte dort von 1919 bis 1934
- Papst Johannes Paul VI. wohnte im Kapuzinerkloster anlässlich seines ersten Papstbesuches 1988 in Salzburg
Bildergalerie
Stolpersteine am Kapuzinerberg
weitere Bilder
Kapuzinerberg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Kapuzinerberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Literatur und Quellen
- Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg, Verlag St. Peter, Benediktiner-Erzabtei St. Peter, Salzburg, 2. überarbeitete Auflage 2001
- Medicus, Reinhard: Die einstigen Stadttore der Linzergasse und die Nordfelsen des Kapuzinerberges. In: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54. Jahrgang, 4. Folge, S. 10−16, Salzburg 2005
- Medicus, Reinhard: Der Kalvarienberg und die Mozart-Gedenkstätte auf dem Kapuzinerberg. In: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 55. Jahrgang, 2. Folge, S. 14−20, Salzburg 2006
- Medicus, Reinhard: Die Wehrbauten Paris Lodrons am Kapuzinerberg, 1. und 2. Teil. In: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 58. Jahrgang, 1. Folge, S. 11−17, und 2. Folge, S. 25-19, Salzburg 2008
- Medicus, Reinhard: Der Imberg, heute auch Kapuzinerberg genannt, in Natur- und Kulturgeschichte. In: Der Gardist − Jahresschrift der Bürgergarde der Stadt Salzburg, 26. Jahrgang, Salzburg 2006
- Medicus, Reinhard: Gutshöfe und Steinbrüche am Kapuzinerberg In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 58. Jahrgang 4. Folge, Salzburg 2008
- Medicus, Reinhard: Der Imberg und sein Wasser In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 59. Jahrgang 1. Folge, Salzburg 2008
- Medicus, Reinhard: Der Kapuzinerberg als Erholungsraum In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 60. Jahrgang 3. Folge, S. 11-17, Salzburg 2010
- Medicus, Reinhard: Über den Wald auf dem Kapuzinerberg In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 61. Jahrgang 1. Folge, S. 19-24, Salzburg 2011
- Schautafeln am Kapuzinerberg
Fußnoten
- ↑ Quelle stadt-salzburg.at, abgefragt am 24. Dezember 2016
- ↑ www.stadt-salzburg.at/historischeratlas
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