Mirabellgarten: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Mirabellgarten_Altstadt.jpg|thumb|Blick über den Mirabellgarten, im Hintergrund die Salzburger [[Altstadt]] mit der [[Festung Hohensalzburg]]]]
[[Bild:Mirabellgarten_Altstadt.jpg|thumb|Blick über den Mirabellgarten, im Hintergrund die Salzburger [[Altstadt]] mit der [[Festung Hohensalzburg]].]]
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[[File:Salzburg Sattler-Panorama Mirabell.jpg|thumb|Der Mirabellgarten auf dem [[Sattler-Panorama]] 1829]]
[[File:Salzburg Mirabellgarten Plan 1775.jpg|thumb|Der Mirabellgarten, Plan 1775.]]
[[File:Salzburg Mirabellgarten Plan 1775.jpg|thumb|Der Mirabellgarten, Plan 1775]]
[[File:Salzburg Sattler-Panorama Mirabell.jpg|thumb|Der Mirabellgarten auf dem [[Sattler-Panorama]] 1829.]]
[[Datei:Ausblick von Rosenhügel zur Festung.jpg|thumb|Ausblick vom [[Rosenhügel]] über das Kleine Gartenparterre zur [[Festung Hohensalzburg]]]]
[[Datei:Stadtansicht von Kulstrunk 1916 Altstadt linksufrig rechtsufrig.jpg|thumb|Auf der [[Stadtansicht von Kulstrunk]] [[1916]] im linken unmteren Bildteil der Mirabellgarten.]]
[[Datei:Statue_im_Mirabellgarten.jpg|thumb|[[Susannabrunnen]] von [[Hans Waldburger]], 1610]]
[[Datei:Mirabellgarten_Salzburg_Grenzen.jpg|thumb|Die Grenzen des Mirabellgartens.]]
Der '''Mirabellgarten''' ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der [[Stadt Salzburg]] und steht wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter [[Denkmalschutz]].<ref>Quelle [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009184 Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung (Denkmalschutzgesetz - DMSG) StF: BGBl. Nr. 533/1923 (NR: GP I 1513 AB 1703 S. 209.)]</ref>
[[Datei:Mirabellgarten Dachsteinkalk Salzburg 2021.jpg|thumb|Der Mirabellgarten vom [[Rosenhügel]]: Von Anfang Mai bis Mitte Juli 2021 wurden die Wege generalsaniert. Dieser Teil strahlt gerade mit neuem Sand aus [[Dachsteinkalk]].]]
[[Datei:Ausblick von Rosenhügel zur Festung.jpg|thumb|Ausblick vom [[Rosenhügel]] über das Kleine Gartenparterre zur [[Festung Hohensalzburg]] (2010).]]
[[Datei:Statue_im_Mirabellgarten.jpg|thumb|[[Susannabrunnen]] von [[Hans Waldburger]], 1610.]]
Der '''Mirabellgarten''' ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der [[Stadt Salzburg]] und zählt zu den [[denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Der [[barock]]e Garten umgibt west- und südseitig das [[Schloss Mirabell]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]]. Zugänglich ist er im Osten vom Schloss Mirabell und vom [[Mirabellplatz]], im Norden vom [[Rosenhügel]] und vom [[Kurgarten]], sowie im Süden vom [[Makartplatz]] aus.
Der [[barock]]e Garten schließt im Süden und im Westen an das [[Schloss Mirabell]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]]. Zugänglich ist er im Osten vom Schloss Mirabell und vom [[Mirabellplatz]], im Norden vom [[Rosenhügel]] und vom [[Kurgarten]], sowie im Süden vom [[Makartplatz]] aus.
 
Der Mirabellgarten gliedert sich in mehrere Bereiche:
Der Mirabellgarten gliedert bzw. gliederte sich in mehrere Bereiche:
* das ''Große Gartenparterre'', ein großer nach Süden orientierter rechteckiger Teil mit dem südlich anschließenden Lindenhain
* das ''Große Gartenparterre'', ein großer nach Süden orientierter rechteckiger Teil mit dem südlich anschließenden [[Linde]]<nowiki>nhain</nowiki>
* das ''Kleine Gartenparterre'', ein kleinerer westlich des Mirabellschlosses gelegener Gartenteil mit dem südlich angrenzenden Bosquet <ref> ''Bosquet'', französisch : Wäldchen, Baumgruppe, Dickicht </ref>, (heute in Gestalt einer ''Lindenallee'' samt 'Laubengang'', nach Süden verlaufend)   
* das ''Kleine Gartenparterre'', ein kleinerer, westlich des Mirabellschlosses gelegener Gartenteil mit dem südlich angrenzenden ''Bosquet'' <ref> ''Bosquet'', französisch: Wäldchen, Baumgruppe, Dickicht</ref>, (heute in Gestalt einer ''Lindenallee'' samt 'Laubengang'' nach Süden verlaufend)   
* der ''Orangeriegarten'', vor der [[Orangerie Schloss Mirabell]] nach Osten gelegen
* der ''Orangeriegarten'' vor der [[Orangerie Schloss Mirabell]] nach Osten gelegen
* der ''Rosengarten'', an der Südseite von Schloss Mirabell gelegen  
* der ''Rosengarten'' an der Südseite von Schloss Mirabell gelegen  
* das ''[[Heckentheater]]'', eine Freiluftbühne in Gestalt eines Hecken-Labyrinthes auf der einstigen Lodronschen Stadtmauer angelegt
* das ''[[Heckentheater]]'', eine Freiluftbühne in Gestalt eines Hecken-Labyrinthes auf der einstigen [[Befestigung der Stadt Salzburg#Die dritte Stadtbefestigung 1620 bis 1648|Lodronschen Stadtmauer]] angelegt
* der ''[[Kleiner Bastionsgarten|Kleine Bastionsgarten]]'', heute zur Ausstellung der historischen Zwerge genutzter Bereich auf der [[Wasserbastei]]
* der ''[[Kleiner Bastionsgarten|Kleine Bastionsgarten]]'', heute zur Ausstellung der historischen Zwerge genutzter Bereich auf der [[Wasserbastei]]
* der ''[[Historischer Zwergelgarten|historische Zwergelgarten]]'', ein südlich der Wasserbastei gelegener Teil, heute großteils als [[Zauberflötenspielplatz]] genutzt
* der ''[[Historischer Zwergelgarten|historische Zwergelgarten]]'', ein südlich der Wasserbastei gelegener Teil, heute größtenteils als [[Zauberflötenspielplatz]] genutzt
* der [[Großer Bastionsgarten|''Große Bastionsgarten'']] - heute befindet sich dort im Wesentlichen der [[Rosenhügel]] -
* der der zum Mirabellgarten gehörende ''Ballmeistergarten'', ein Lindenhain an dessen Stelle heute randlich das [[Salzburger Landestheater]] steht;
* und zuletzt der einstige Schießstand an der Salzach


Der [[Großer Bastionsgarten|''Große Bastionsgarten'']] - heute im Wesentlichen der Rosenhügel - und der zum Mirabellgarten gehörende ''Ballmeistergarten'' ein Lindenhain an dessen Stelle heute randlich das [[Salzburger Landestheater]] steht. Knapp die Hälfte des Ballmeistergartens ist in Form des Lindenhains weiter Teil des Gartens.   
== Denkmalschutz ==
Der Mirabellgarten steht samt dem zugehörigen Zwergelgarten seit dem Jahr [[2008]] wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter [[Denkmalschutz]].<ref>Quelle [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009184 Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung (Denkmalschutzgesetz - DMSG) StF: BGBl. Nr. 533/1923 (NR: GP I 1513 AB 1703 S. 209.)]</ref> Auch zuvor war aber bereits ein Ex-lege-Schutz nach dem Denkmalschutzgesetz gegeben.<ref>[http://www.bda.at/text/136/908/11524/Salzburger-Mirabellgarten-unter-Denkmalschutz_Die-beruehmte-Gartenanlage-ist-endlich-ein-echtes-Gartendenkm Bundesdenkmalamt/Homepage/Salzburger Mirabellgarten]</ref>


Der Mirabellgarten steht samt dem zugehörigen Zwergelgarten seit dem Jahr [[2008]] ausdrücklich unter [[Denkmalschutz]]. Auch zuvor war aber bereits ein Ex-lege-Schutz nach dem Denkmalschutzgesetz gegeben. <ref>[http://www.bda.at/text/136/908/11524/Salzburger-Mirabellgarten-unter-Denkmalschutz_Die-beruehmte-Gartenanlage-ist-endlich-ein-echtes-Gartendenkm Bundesdenkmalamt/Homepage/Salzburger Mirabellgarten]</ref>
== Geschichte ==
Im Jahr [[1606]] wurde [[Schloss Altenau]] (ein Vorgängerbau des heutigen Schlosses Mirabell) durch [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für seine Geliebte und wohl auch heimliche Ehefrau  [[Salome Alt]],  errichtet und auch der weitläufige manieristische Schlossgarten angelegt. Der Garten besaß damals etwa die Form eines lang gestreckten Rechteckes<ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.pg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref>, was heute nur teilweise zu erkennen ist.


== Geschichte ==
[[1631]] ließ Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] im Süden einen Zugang vom heutigen [[Makartplatz]] (früher Hannibalplatz) errichten.  
Im Jahr [[1606]] wurde [[Schloss Altenau]] durch [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für seine Geliebte [[Salome Alt]], wohl auch heimliche Ehefrau des Fürsterzbischofs, errichtet und auch der weitläufige manieristische Schlossgarten angelegt. Der Garten besaß damals die Form eines lang gestreckten Rechteckes <ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref>, was heute nur teilweise zu erkennen ist.  


[[1631]] ließ Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] im Süden einen Zugang zum Garten, heute [[Makartplatz]], errichten.  
[[1689]] erfolgte unter Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] eine grundlegende Umgestaltung des Gartens in barockem Stil. Die Gartenanlage wurde von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] angelegt, der auch die [[Marmor]]<nowiki>balustrade</nowiki> mit ihren Vasen entwarf, und mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt. Beteiligte Künstler waren [[Johann Fröhlich]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]] sowie [[Hanns Schwäbl]].


[[1689]] ließ [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], nachdem er zum Fürsterzbischof gewählt worden war, den Garten im barocken Stil grundlegend umgestalten. Die Gartenanlage wurde von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] angelegt, der auch die [[Marmor]]<nowiki>balustrade</nowiki> mit ihren Vasen entwarf. Der Garten wurde auch mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt; beteiligte Künstler waren [[Johann Fröhlich]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]] sowie [[Hanns Schwäbl]].
Erzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] beauftragte den Baumeister [[Lukas von Hildebrandt]] mit der Umgestaltung des Schlosses, der um [[1712]]/[[1713]] eine [[Sala Terrena (Mirabell)|Sala terrena]] (heute nicht mehr bestehend) als Abschluss der kleinen Gartenachse errichtete. 1713 bis 1717 war [[Matthias Diesel]] fürsterzbischöflicher Garteninspektor. Er veröffentlichte [[1717]] die ersten sechs Ansichten aus dem Inneren des Gartens.<ref>[https://www.google.at/search?tbm=isch&q=matthias+diesel+stich&chips=q:matthias+diesel+stich,online_chips:1717+mirabellgarten&sa=X&ved=0ahUKEwjzzcCo6-fdAhWBhywKHbj5BKAQ4lYIKygE&biw=1231&bih=592&dpr=1.3 www.google.at/Bilder/Matthias Diesel]</ref> Welchen Anteil er an der Gestaltung des Gartens hatte, ist nicht bekannt.


[[1721]] bis [[1727]] erfolgte im Auftrag von Erzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] durch den Baumeister [[Lukas von Hildebrandt]] ein Umbau von [[ Schloss Mirabell]] zu einer Anlage mit vier Gebäudetrakten rund um einen Innenhof. Durch diese Erweiterung musste der Garten zwangsläufig verkleinert und neu gestaltet werden.
[[1721]] bis [[1727]] beauftragte Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach den Baumeister Lukas von Hildebrandt mit einem neuerlichen Umbau von [[Schloss Mirabell]], der Haupttrakt des Schlosses wurde wesentlich erweitert, der Innenhof mit seinen drei Nebentrakten wurde erhöht und einheitlich ausgestaltet. Hildebrandt gestaltete [[1725]] auc hdie beiden [[Orangerie Schloss Mirabell|Orangerien]] und den Orangeriegarten östlich des großen Parterre neu.


Um [[1730]] wurde die Anlage von [[Matthias Diesel]] und von [[Anton Danreiter]] verändert, die ihr damaliges Aussehen in mehreren kolorierten Kupferstichen darstellten.<ref>[http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Schlo%C3%9F_Mirabell_vom_S%C3%BCden_(Salzburg) austria-forum.org Schloss Mirabell von Süden → Anton Danreiter 1750] sowie [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/H5.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Johann Schimoußek: Plan der Anlage von Schloss Mirabell. Aquarellierte Federzeichnung, 1775, signiert und datiert]</ref>  
Um [[1730]] wurde die Anlage von [[Anton Danreiter]] neuerlich verändert und das damalige Aussehen in mehreren kolorierten Kupferstichen dargestellt. <ref>[http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Schlo%C3%9F_Mirabell_vom_S%C3%BCden_(Salzburg) austria-forum.orgSchloss Mirabell von Süden, Anton Danreiter, 1750]</ref> <ref>[https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Grundri%C3%9F_von_Schlo%C3%9F_Mirabell_%28Salzburg%29 austria-forum.org Grundriß von Schloß Mirabell (Salzburg), Anton Danreiter, 1750]</ref> <ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/H5.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Johann Schimoußek: Plan der Anlage von Schloss Mirabell. Aquarellierte Federzeichnung, 1775, signiert und datiert]</ref>  


Erst [[1854]] unter Kaiser [[Franz Joseph I.]] wurde der Mirabellgarten für die Öffentlichkeit allgemein zugänglich.  
Als Belustigungsort zum allgemeinen Vergnügen des Publikums erstmals offen großteils zugänglich gemacht wurde der Mirabellgarten an Sonntagen in der Regierugnszeit Colloredos, und dann im damals k.u.k. Hofgarten teilweise durch Entschließung des k.k. Kreisamt Salzburg vom [[6. Mai]] [[1817]]. Gleichzeitig erlassen wurde ein Betretungsverbot für Hunde. <ref>[https://books.google.at/books?id=9vdEAAAAcAAJ&printsec=frontcover&dq=Kaiserlich-k%C3%B6niglich+%C3%B6sterreichisches+Amts-+und+Intelligenz-Blatt&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiw15S-wY3dAhWOCuwKHaYsBNQQ6AEIKDAA#v=onepage&q=Hofgarten&f=false kaiserlich-königlich österreichisches Amts- und Intelligenz-Blatt für das Jahr 1817, Seite 506-507]</ref> [[1866]] überließ Kaiser [[Franz Joseph I.]] den Mirabellgarten der Stadtgemeinde Salzburg.


[[1892]]/[[1893]] entstand durch den Neubau des [[Salzburger Landestheater|Stadttheaters]] die Öffnung zum [[Makartplatz]]. Zuvor war dort eine hohe Mauer mit zwei Portalen.
[[1892]][[1893]] entstand durch den Neubau des [[Salzburger Landestheater|Stadttheaters]] und durch die Entfernung der dortigen Arkadenmauer die Öffnung zum Makartplatz. Der südliche Teil des Gartens wurde durch den Bau des Stadttheaters und des Hotels um etwa 30 Meter in der Länge verkürzt. Zuvor war der Mirabellgarten vom Hannibalplatz (heute Makartplatz) durch eine hohe Mauer mit zwei Portalen getrennt.


Um [[1895]] wurden die Brunnenbecken saniert und in Beton ausgeführt. Damals entstand die Große Fontäne. Um diese Zeit gab es nahe dem Bosquet einen Musen-Hügel ([[Mozart-Denkmal]]) für [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]].
1893–[[1894]] wurde die große Marmortreppe vom Mirabellgarten zum [[Kurgarten]] errichtet und der vorhandene Springbrunnen saniert<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19230602&query=%22Pegasus%22+%22Mirabellgarten%22&ref=anno-search&seite=5 Salzburger Volksblatt, 2. Juni 1923, Seite 3]</ref>. Das große Brunnenbecken ist in Kunststein ausgeführt, bis heute besitzt es die typische 'Große Fontäne'. Um diese Zeit gab es nahe dem ''Bosquet'' einen Musen-Hügel mit einem [[Mozart-Denkmal|Denkmal]] für [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]].  


[[1955]] wurde er nach den Kriegswirren in kleinen Teilen historisierend wiederhergestellt.<ref>Quelle [[Stadt Nachrichten]], 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen [[Fremdenführer|Salzburger Stadtführer]]in Renate Bauer</ref>.  
[[1955]] wurden die Zierbeete im Garten nach den Kriegswirren wiederhergestellt.<ref>Quelle [[Stadt Nachrichten]], 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen [[Fremdenführer|Salzburger Stadtführer]]in Renate Bauer</ref>. [[2008]] sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro. Von Anfang Mai bis Mitte Juli [[2021]] wurden die Wege generalsaniert. Dabei wurden die alten Wege entfernt und an selber Stelle neue Wege aus [[Dachsteinkalk]] errichtet. Die Breite der Wege wurde dabei nicht verändert werden, die Höhe musste jedoch angepasst werden, um ein Abfließen von Regenwasser in die Wiesen zu gewährleisten. Bis Mitte Juli dauerte die Sanierung, die in Abschnitten vorgenommen wurde. So waren jeweils nur Teilbereiche des Gartens gesperrt, die restlichen Bereiche blieben zugänglich. Insgesamt kostete die Sanierung die Stadt etwa 200.000 Euro.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/mirabellgarten-wird-saniert-103159417 30. April 2021]</ref>


[[2008]] sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro.
Am Mittwoch, den [[18. Mai]] [[2022]], befand sich ein [[Steinbock]] aus der Kolonie auf dem [[Kapuzinerberg]] im Mirabellgarten. Die [[Berufsfeuerwehr Salzburg]] rückte aus. Mit der Hilfe eines Jägers konnte das Wildtier schließlich arretiert und in sein Revier zurücküberstellt werden.<ref>[[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-gams-im-blumenbeet-salzburger-berufsfeuerwehr-auf-pirsch-im-mirabellgarten-121505371 18. Mai 2022]</ref>


== Großes Gartenparterre ==
== Großes Gartenparterre und Lindenhain ==
Das ''Große Gartenparterre'' liegt südlich von Schloss Mirabell. Ursprünglich als manieristische Garten mit der zentralen Gartenachse auf die Türme des Domes hin ausgerichtet, wurde der Garten von Fischer von Erlach bei der Anlage des Bosquets seltlich leicht nach Osten hin verschoben.   
Das ''Große Gartenparterre'' erstreckt sich südlich des Schlosses Mirabell. Ursprünglich als manieristische Garten mit der zentralen Gartenachse auf die Türme des [[Salzburger Dom|Domes]] hin ausgerichtet, wurde der Garten von Fischer von Erlach bei der Anlage des ''Bosquets'' seiltlich leicht nach Osten hin verschoben.   


=== Vier-Elemente-Brunnen und Skulpturen ===
=== Vier-Elemente-Brunnen und umgebende Skulpturen ===
[[Datei:Panoramaaufnahme Mirabellgarten Großes Gartenparterre Vier-Elemente-Brunnen 01.jpg|thumb|[[Panoramaaufnahme]]: Mirabellgarten <br/> Großes Gartenparterre, [[Vier-Elemente-Brunnen]]]]
[[File:Salzburg Mirabell 02.jpg|thumb|Der Vier-Elemente-Brunnen im Großen Gartenparterre.]]
: ''Hauptartikel: [[Vier-Elemente-Brunnen]]''
: ''Hauptartikel [[Vier-Elemente-Brunnen]]  
Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich ein Springbrunnen oder eine Fontäne in einem großen flachen achteckigen Brunnenbecken. Im Viereck um den Brunnen angeordnet stehen vier große Skulpturen (paarweise Figuren), die in Mythologie und Ornamentik vor allem die ''vier Elemente'' versinnbildlichen, deren Symbolik im Detail aber bewusst vielschichtig bleibt:
Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich ein Springbrunnen, eine Fontäne, in einem großen flachen achteckigen Brunnenbecken. Im Viereck um den Brunnen angeordnet stehen vier große Skulpturen (paarweise Figuren), die in Mythologie und Ornamentik vor allem die ''vier Elemente'' versinnbildlichen, deren Symbolik im Detail aber bewusst vielschichtig bleibt:


* Element Wasser: 'Paris raubt die schöne Helena und entflieht mit ihr über das Meer.'
* Element Wasser: 'Paris raubt die schöne Helena und entflieht mit ihr über das Meer.'
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* Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt.'
* Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt.'


Die Figurenpaare werden kunstgeschichtlich t.T. auch als ''Raptusgruppen''<ref>Raptusgruppe: von ''raptus'', lateinisch: "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” ([http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7410.html ''Das große Kunstlexikon'' von P.W. Hartmann]</ref> bezeichnet.
Die Figurenpaare werden z. T. auch als ''Raptusgruppen''<ref>Raptusgruppe, von ''raptus'', lateinisch "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und "Nessus raubt Dejanira" ([http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7410.html ''Das große Kunstlexikon'' von P.W. Hartmann]</ref> bezeichnet.


'''Raptusgruppen - Bildergalerie'''
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[[Datei:Mirabellgarten Ballustrade Vase 01.jpg|thumb|Balustrade mit Vase]]
File:Hades entführt Persephone.jpg|Hades entführt Persephone (Erde)
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File:Aeneas rettet Anchises.jpg|Aeneas rettet Anchises (Feuer)
Datei:Mirabell-Raptusgruppe 'Hades entführt Persephone'.jpg|Hades entführt Persephone in die Unterwelt (Erde)
File:Herkules ringt mit Anthaeus.jpg|Herkules ringt mit Anthaeus (Luft)
Datei:Mirabell-Raptusgruppe 'Flucht des Äneas aus Troja'.jpg|Äneas flieht den Anchises tragend aus dem brennenden Troja (Feuer)
File:Paris raubt Helena.jpg|Paris raubt Helena (Wasser)
Datei:Mirabell-Raptusgruppe 'Herkules erwürgt den Riesen Antäus'.jpg|Herkules ringt mit dem Riesen Antäus (Luft)
Datei:Mirabell-Raptusgruppe 'Raub der schönen Helena'.jpg|Paris raubt die schöne Helena (Wasser)
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=== Borghesische Fechter===
Die beiden Paare ''borghesischer Fechter'' beim südlichen Zugang vom [[Makartplatz]] sind historische Kopien einer antiken Skulptur <ref>Das innere Fechterpaar wurde von [[Andreas Götzinger]], das äußere von [[Michael Bernhard Mandl]] gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um [[1611]] gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen ''Villa Borghese'' aufgestellt war (seit 1807 im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im [[18. Jahrhundert]] eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike (vgl. den [http://de.wikipedia.org/wiki/Borghesischer_Fechter Wikipedia-Artikel „Borghesischer Fechter“.] </ref>.


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=== Götterstatuen und Borghesische Fechter um den Lindenhain===
Datei:Borghesischer Fechter im Mirabellgarten 01.jpg
Die Statuen auf den Balustraden stellen acht männliche und acht weibliche römisch-griechische Gottheiten dar und wurden [[1689]] geschaffen:
 
*äußere Balustrade: männliche Götter:
** 1. Saturn (Kronos), eines seiner Kinder verschlingend; 2. Bacchus (Dionysos) mit Weintraube; 3. Jupiter (Zeus) mit Krone und Adler und 4. Mars (Ares) in voller Rüstung,
** 5. Herkules (Herakles; Halbgott) mit Keule und Fell des Nemeischen Löwen; 6. Vulcanus (Hephaistos) mit Amboss; 7. Merkur (Hermes) mit Flügelhelm und 8. Apollo mit Lorbeer;
 
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File:1 Apoll.jpg|Apollo (Apollon), Sonne
File:2 Merkur1.jpg|Merkur (Hermes), Sommer
File:3 Vulkanos.jpg|Vulkanus (Hephaistos)
File:4 Herkules.jpg|Herkules (Herakles)
File:5 Mars.jpg|Mars (Ares), Frühling
File:6 Jupiter.jpg|Jupiter (Zeus)
File:7 Bacchus.jpg|Bacchus (Dionysos), Herbst
File:8 Saturn.jpg|Saturn (Kronos), Winter
</gallery>
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=== Statuen ===
*Göttinnen auf der inneren Balustrade:
Die Statuen auf den Balustraden stellen acht männliche und acht weibliche römisch-griechische Gottheiten dar und wurden [[1689]] aufgestellt:
** 1. Diana (Artemis) mit Jagdhund und mit Mondsichel im Haar; 2. Flora mit zahlreichen Blumen; 3. Minerva (Athene) mit Brustharnisch und Schild samt Medusenhaupt und 4. Ceres (Demeter) mit Getreidegarbe,
** 5. Pomona mit Weintraube und Früchten; 6. Venus (Aphrodite) nackt mit Amorknabe; 7. Vesta (Hestia) mit Fell und einem Topf mit Feuer und 8. Juno (Hera) mit Traube und einem Pfau.


*männliche:
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** 1. Saturn (Kronos), eines seiner Kinder verschlingend; 2. Bacchus (Dionysos) mit Weintraube; 3. Jupiter (Zeus) mit Krone und Adler und 4. Mars (Ares) in voller Rüstung,
File:1 Diana.jpg|Diana (Artemis), Jagd (Mond)  
** 5. Herkules (Herakles; Halbgott) mit Keule und Fell des Nemeischen Löwen; 6. Vulcanus (Hephaistos) mit Amboss; 7. Merkur (Hermes) mit Flügelhelm und 8. Apollo (Apollon) mit Lorbeer;
File:2 Flora.jpg|Flora (Frühling)  
 
File:3 Minerva.jpg|Minerva (Athene), Weisheit
*weibliche:  
File:4 Ceres.jpg|Ceres (Demeter), Sommer 
** 1. Diana (Artemis) mit Jagdhund und mit Mondsichel im Haar; 2. Flora (---) mit zahlreichen Blumen; 3. Minerva (Athene) mit Brustharnisch und Schild samt Medusenhaupt und 4. Ceres (Demeter) mit Getreidegarbe,  
File:5 Pomona.jpg|Pomona (Herbst)  
** 5. Pomona (---) mit Weintraube und Früchten; 6. Venus (Aphrodite) nackt mit Amorknabe; 7. Vesta (Hestia) mit Fell und einem Topf mit Feuer und 8. Juno (Hera) mit Traube und einem Pfau.
File:6 Venus.jpg|Venus ( (Aphrodite, Planet, und Amor
File:7 Hestia.jpg|Hestia (Vesta), Winter
File:8 Hera.jpg|Juno (Hera), Ehe und Unsterblichkeit
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Flora, Ceres, sowie Pomona und Vesta stehen für die vier Jahreszeiten.
Flora, Ceres, sowie Pomona und Vesta stehen bei den Göttinnen für die vier Jahreszeiten, bei den Göttern Apollo, Merkur, Bacchus und Saturn. Die vier Jahreszeiten - auf den Podesten jeweils symmetrisch angeordnet - weisen - wie auch die Monatszwerge des Zwergengartens - als Vanitassymbole auf die Vergänglichkeit aller Dinge hin. Die Symbolik der Statuen ist aber bewusst vielschichtig und soll zum Nachdenken anregen.  


Die Bildhauer waren
Die Bildhauer waren
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* [[Michael Bernhard Mandl]] (Saturn, Mars, Vulcanos)
* [[Michael Bernhard Mandl]] (Saturn, Mars, Vulcanos)
* [[Andreas Götzinger]] alle weiblichen Götterskulpturen (außer den vielleicht von Ottavio Mosto stammenden vier Göttern der Jahreszeiten)
* [[Andreas Götzinger]] alle weiblichen Götterskulpturen (außer den vielleicht von Ottavio Mosto stammenden vier Göttern der Jahreszeiten)
[[File:Mirabellgarten Salzburg 01.jpg|thumb|Borghesischer Fechter im Mirabellgarten]]
Die beiden Paare ''[[Borghesische Fechter (Mirabellgarten)|borghesischer Fechter]]'' beim südlichen Zugang vom [[Makartplatz]] sind historische Kopien einer antiken Skulptur.


'''Die Gottheiten auf den Balustraden - Bildergalerie'''
=== Balustraden ===
''Innere Balustrade (weibliche Gottheiten)''
Das ''Große Gartenparterre'' ist praktisch allseitig von einer barocken marmornen Balustrade mit marmornen Postamenten und darauf stehenden Vasen eingefasst, die [[1689]] nach Plänen von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet worden sind. Die Vasen bieten eine künstlerisch hochwertige und vielfältige Gestalt und zeigen verschiedene verschiedene in der Renaissance und Barockzeit wiederbelebte alte Symbole. Der größere Teil der Vasen und die ursprüngliche Balustradenanordnung ist heute nicht mehr erhalten.
 
<gallery>
Datei:Mirabellgarten-Diana.jpg|Diana (Artemis)
Datei:Mirabellgarten-Flora.jpg|Flora (---)
Datei:Mirabellgarten-Minerva.jpg|Minerva (Athene)
Datei:Mirabellgarten-Ceres.jpg|Ceres (Demeter)
</gallery>
<gallery>
Datei:Mirabellgarten-Pomona.jpg|Pomona (---)
Datei:Mirabellgarten-Venus mit Amor.jpg|Venus (Aphrodite)
Datei:Mirabellgarten-Vesta.jpg|Vesta (Hestia)
Datei:Mirabellgarten-Juno.jpg|Juno (Hera)
</gallery>
''Äußere Balustrade (männliche Gottheiten)''
<gallery>
Datei:Mirabellgarten-Saturn.jpg|Saturn (Kronos)
Datei:Mirabellgarten-Bacchus.jpg|Bacchus (Dionysos)
Datei:Mirabellgarten-Jupiter.jpg|Jupiter (Zeus)
Datei:Mirabellgarten-Mars.jpg|Mars (Ares)
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Datei:Mirabellgarten-Herkules.jpg|Herkules (Herakles)
Datei:Mirabellgarten-Vulkanus.jpg|Vulkanus (Hephaistos)
Datei:Mirabellgarten-Hermes.jpg|Merkur (Hermes)
Datei:Mirabellgarten-Apollo.jpg|Apollo (Apollon)
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* [[Papagenabrunnen]] von [[Josef Magnus]], [[1984]] geschaffen
== Kleines Gartenparterre und Bosquet==
 
[[Bild:Mirabellgarten.jpg|thumb|Kleines Gartenparterre vom [[Rosenhügel]] aus in Richtung Altstadt]]
=== Balustrade ===
Das ''Kleine Gartenparterre'' erstreckt sich westlich von Schloss Mirabell.
Das Große Gartenparterre ist beidseits von einer barocken Balustrade mit Vasen eingefasst, die [[1689]] nach Plänen von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet worden ist.
 
== Kleines Gartenparterre und das Bosquet==
[[Bild:Mirabellgarten.jpg|thumb|Kleines Gartenparterre <br/> vom [[Rosenhügel]] aus in Richtung Altstadt]]
Das ''Kleine Gartenparterre'' liegt westlich von Schloss Mirabell.


=== Pegasusbrunnen ===
=== Pegasusbrunnen ===
: ''Hauptartikel: [[Pegasusbrunnen]]''
: ''Hauptartikel [[Pegasusbrunnen]]''
[[Datei:Pegasusbrunnen Mirabellgarten 01.jpg|thumb|Pegasusbrunnen im Mirabellgarten]]
[[Datei:Pegasusbrunnen Mirabellgarten.JPG|thumb|Pegasusbrunnen im Mirabellgarten]]
[[Bild:Neustadt-Mirabellgarten-Pegasus.jpg|thumb|Pegasus mit Blick auf die [[Festung Hohensalzburg]]]]
[[Bild:Neustadt-Mirabellgarten-Pegasus.jpg|thumb|Pegasus mit Blick auf die [[Festung Hohensalzburg]]]]
Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' war ursprünglich Teil der [[Kapitelschwemme]] am [[Kapitelplatz]], kam später auf den [[Mirabellplatz]] als Teil der [[Pferdeschwemme|''Mirabellschwemme'']] und ist seit [[1913]] als 'Pegasusbrunnen' am heutigen Standort.
Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll.
Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll.


Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' war ursprünglich Teil der [[Kapitelschwemme]] am [[Kapitelplatz]], kam später auf den [[Mirabellplatz]] als Teil der [[Pferdeschwemme|''Mirabellschwemme'']] und ist seit [[1913]] als 'Pegasusbrunnen' am heutigen Standort.  
=== Einhörner und Löwen===
Das ''Kleine Gartenparterre'' ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiedeeisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden.  


=== Einhörner ===
Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau.
Das ''Kleine Gartenparterre'' ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiede-eisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau. Diese dezent gesetzte Symbolik wird heute meistens übersehen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden.


'''Einhörner - Bildergalerie'''
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File:Salzburg Mirabellgarten Einhorn 1.jpg|Einhorn links der Prunkstiege.
Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 01 Einhorn.jpg |Prunkstiege im Mirabellgarten, beidseits: das Einhorn  
File:Salzburg Mirabellgarten Einhorn 2.jpg|Einhorn rechts der Prunkstiege.
Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 02 Einhorn rechts.jpg |Einhorn, rechts der Prunkstiege
Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 03 Einhorn links.jpg |Einhorn, links der Prunkstiege
Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 04 Einhorn rechts.jpg |Einhorn, rechts der Prunkstiege
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[[File:Salzburg - Altstadt - Mirabellgarten Stiege - 2012 11 23 - 2.jpg|thumb|Salzburger Wappentier, allegorisches Sinnbild: <br/> '': Geduld'' und ''Stärke'']]
Die um [[1670]]/[[1680]] für den Mirabellgarten geschaffenen und hier aufgestellten beiden [[Wappen der Grafen Lodron|Löwen mit dem Brezelschweif]] aus Stein wurden schließlich [[1840]] von Konstantin Graf [[Lodron]] von Salzburg nach [[Kärnten]] die das Neue Schloss nach  [[Gmünd]] gebracht und befinden sich seither dort. <ref>[http://www.kleindenkmaeler.at/detail/steinerne_loewen kleindenkmaeler.at]</ref>


=== Verborgene Frauen ===
Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von [[Schloss Kleßheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den [[Rosenhügel]] zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). <ref name="TUGraz">[[Hans Tietze]] in [[Österreichische Kunsttopographie]]: [[Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg]], im Internet als pdf [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]</ref>
In der Mauer an der Westseite des ''Kleinen Gartenparterres'' sind zwei stark verwitterte Frauenköpfe einfügt. Die beiden Frauenköpfe befinden sich etwa auf Augenhöhe und sind aus leicht verwitterbarem Sandstein gefertigt, einem Material, das im nächsten Umfeld der Stadt Salzburg nicht abgebaut wird. Warum die beiden Frauenköpfe, offensichtlich Reste von einstigen Statuen in diese Mauer eingefügt wurden, ist nicht bekannt. Die zwei verborgenen Frauen werden während des Jahres meist von Laub überdeckt; nur im Winter sind die zwei verborgenen Schönheiten zu sehen.  
 
''''Verborgenen Frauen''''
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Datei:Verborgene Frau 01 Mirabellgarten.jpg|'Verborgene Frau' Nr. 01 im Mirabellgarten
Datei:Verborgene Frau 01 Mauer Mirabellgarten.jpg|Suchbild 'Verborgene Frau' Nr. 01
Datei:Verborgene Frau 02 Mirabellgarten.jpg|'Verborgene Frau' Nr. 02 im Mirabellgarten
Datei:Verborgene Frau 02 Mauer Mirabellgarten.jpg |Suchbild 'Verborgene Frau' Nr. 02
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=== Löwen ===
Die beiden Löwen sind ein aus der Antike stammendes allegorisches Sinnbild für die Tugenden ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo). Vorrangig stehen sie aber für das Salzburger Wappentier.
[[Datei:Mirabellgarten Steinerne Löwen 01.jpg|thumb|allegorisches Sinnbild: <br/> ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo)]]
Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den [[Rosenhügel]] zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). <ref name="TUGraz">Quelle [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]</ref>


Die beiden Löwen sind ein aus der Antike stammendes allegorisches Sinnbild für die Tugenden ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo).
=== Verborgene Gesichter ===
In der Mauer an der Westseite des ''Kleinen Gartenparterres'' sind etwa in Augenhöhe zwei leicht verwitterte jugendliche steinerne Köpfe (es ist nicht erkennbar ob männlich oder weiblich) einfügt. Sie sind wohl Reste von jenen 28 Sandstein-Figuren, die 1818 beim Brand des Mirabellschlosses beschädigt und nachfolgend von dort entfernt worden waren. 1823 wurden sie im Zuge der Erneuerung der dortigen Wehrmauer in dieselbe eingebaut. Während der Vegetationszeit werden sie z.T. von Laub überdeckt.  


===Susannabrunnen===  
=== Das ''Boskett'', heute Lindenallee und Laubengang ===
Der [[Susannabrunnen]] wurde von [[Hans Waldburger]] um [[1610]] geschaffen und stand lange an einem unbekannten Ort. Im späten 19. Jahrhundert übersiedelte der Brunnen in den Mirabellgarten.  
Das typische barocke ''Bosquet'' (von französisch le bosquet = Wäldchen, oder Gehölz) war ein kunstvoll geschnittenes "Wäldchen" im barocken Mirabellgarten des Fischer von Erlachs. Das Boskett folgte auch hier dem für barocke Schlossgärten typischen Anordnung seitlich neben dem Gartenparterre. Der Baum- und Heckenbestand war von einer geradlinigen Achse mit saalartigen Aufweitungen durchzogen und wurde von hohen kunstvoll geschnittenen Hecken gesäumt. Das Boskett bildet so ein Gegenstück zum Schlossgebäude mit seinen Gängen, Treppen und Sälen und wurde auch ähnlich wie die Innenräume des Schlosses genutzt: Es diente für Aufführungen von kleinen Kammerkonzerten oder für andere kleine Vergnügungen. Ursprünglich besaß das (westliche) Boskett von Schloss Mirabell fünf kleine Säle sowie einen Durchgangssaal zum Heckentheater. Die Heckensäle besaßen mittig jeweils einen kleinen Brunnen, der südlichste Brunnen war als Springbrunnen ausgebildet. 
Heute besteht das westliche Boskett aus einer dreireihigen "Allee" aus Winterlinden, die durch regelmäßigen Schnitt in geometrisch würfelige Form gebracht wurden sowie aus einem Laubengang mit einem Rundbogen-Spalier. Das mirabellplatzseitige östliche Boskett neben der kleinen Orangerie besteht heute nicht mehr.


=== Das Bosquet, heute in Form  von Lindenallee und Laubengang ===
=== Susannabrunnen ===  
Das typische barocke Bosquet ist heute in Form einer Allee aus Winterlinden, zu Würfeln in geometrische Form gebracht und der Laubengang aus einem Rundbogen-Spalier gestaltet.
Der [[Susannabrunnen]] wurde von [[Hans Waldburger]] um [[1610]] geschaffen und stand lange an einem heute nicht mehr bekannten Ort. Im späten 19. Jahrhundert übersiedelte der Brunnen an den heutigen Standort des Mirabellgartens.


== Heckentheater ==
== Auf der Lodronschen Wehrmauer: Heckentheater und Vogelhaus==
[[Datei:Heckentheater.jpg|thumb|[[Heckentheater]]]]
[[Datei:Heckentheater.jpg|thumb|[[Heckentheater]]]]
: ''Hauptartikel: [[Heckentheater]]''
: ''Hauptartikel [[Heckentheater]]  
Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde vermutlich um [[1704]] (nach älteren Angaben aber erst [[1718]]) auf der [[Lodron]]schen Wehrmauer errichtet und wird bis heute gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet.
Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde vermutlich nach [[1691]] auf der [[Lodron]]schen Wehrmauer errichtet und wird bis heute gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet. Das Heckentheater ist das österreichweit einzige erhaltene barocke Heckentheater und eine der ältesten erhaltenen barocken Freiluftbühnen Europas. Es schließt westlich an das Boskett an, und entwickelt diesen Gartenraum architektonisch weiter.


== Orangeriegarten ==
[[Datei:Mirabellgarten_Vogelhaus_02.jpg|thumb|right|Vogelhaus nach der Renovierung, 2011]]
[[Datei:Orangerie b. Schloss Mirabell.jpg|thumb|[[Orangerie Schloss Mirabell|Orangerie]] beim [[Schloss Mirabell]]]]
: ''Hauptartikel: [[Vogelhaus im Mirabellgarten]]''
: ''Hauptartikel: [[Orangerie Schloss Mirabell]]''
Das Vogelhaus am Rand des ''Kleinen Gartenparterre'' stammt vermutlich ebenfalls aus der Zeit Fischer von Erlachs. Es wurde um [[1730]] umgebaut oder weitgehend neu errichtet und dient seit [[1952]] als [[Museumspavillon]].
Die Orangerie mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Im Orangeriegarten befindet sich der Papagenabrunnen mit seiner Pagagena-Figur, 1984 geschaffen von [[Josef Magnus]].


== Rosengarten ==
== Orangeriegarten und Rosengarten==
Der Rosengarten oder ''rosarium'' genannt liegt unmittlebar südlich des Schloss Mirabell. Historisch befand sich hier der große Orangeriegarten.
[[File:Statue samt Brunnen, Orangerie, Mirabellgarten.jpg|thumb|[[Papagenabrunnen]] in der Orangerie]]
: ''Hauptartikel [[Orangerie Schloss Mirabell]]
Die Orangerie (historische kleine Orangerie) mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Im Garten der Orangerie befindet sich heute der [[Papagenabrunnen]] mit seiner Pagagena-Figur, die 1984 von [[Josef Magnus]] geschaffen wurde.


== Vogelhaus ==
Der Rosengarten (lat. ''rosarium'') schließt sich unmittlebar südlich des Schlosses Mirabell an. Historisch befand sich hier der große Garten der Orangerie.
[[Datei:Mirabellgarten_Vogelhaus_02.jpg|thumb|right|Vogelhaus nach der Renovierung, 2011]]
: ''Hauptartikel: [[Vogelhaus im Mirabellgarten]]''
Das "Vogelhaus" am Rand des Kleinen Gartenparterre stammt vermutlich ebenfalls aus der Zeit Fischer von Erlachs. Es wurde um [[1730]] umgebaut oder weitgehend neu errichtet und dient seit [[1952]] als [[Museumspavillon]].  


== Wasserbastei ==
== Wasserbastei ==
: ''Hauptartikel: [[Wasserbastei]]''
: ''Hauptartikel [[Wasserbastei]]  
Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen [[Stadtbefestigungen|Gürtels von Bollwerken]]. Fischer von Erlach hat diesen Bereich zu einem Garten ausgestaltet:den [[Kleiner Bastionsgarten|kleinen Bastionsgarten]] und einen [[Großer Bastionsgarten|großen Bastionsgarten]].
Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen [[Stadtbefestigungen|Gürtels von Bollwerken]]. Fischer von Erlach hat diesen Bereich zu einem Garten ausgestaltet: einen [[Kleiner Bastionsgarten|kleinen]] und einen [[Großer Bastionsgarten|großen Bastionsgarten]]. Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden, sodass nach Norden hin nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe [[Zwergelgarten]]) aufgestellt.
Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden, sodass nach Norden hin nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe [[Zwergelgarten]]) aufgestellt.


== historischer Zwergelgarten (heute Zauberflötenspielplatz)==
== Historischer Zwergelgarten, derzeit noch Raum um Zauberflötenspielplatz ==
Der Garten ist der älteste Zwergelgarten Europas und hat eine besonders hohe kulturelle Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt
[[File:Salzburg Schloss Mirabell Zwergerlgarten Zwerg 04.jpg|thumb|Zwerg mit dem Spaten]]
[[Datei:Zwergelgarten Mirabellgarten 01.jpg|thumb|[[Zwergelgarten]]]]
: ''Hauptartikel [[Historischer Zwergelgarten]]  
 
Der Garten ist der älteste Zwergelgarten Europas und hat eine besonders hohe kulturelle Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. An der Stelle des historischen Zwergelgartens befindet sich derzeit noch der [[Zauberflötenspielplatz]] und die Ausstellungshalle (einst für Joseph Thorak erbaut), sowie der Parkplatz für verschiedene Politiker im Mirabellschloss.
''Hauptartikel: [[Zwergelgarten]]''
Der [[Historischer Zwergelgarten|historische Zwergelgarten]] lag südlich der Wasserbastei und war ein Teil der Gartenanlage, die nach dem Ende der Türkengefahr Johann Ernst Graf Thun unter Leitung von Fischer von Erlach ausgestalten ließ. Die ersten Zwerge entstanden vermutlich 1691/1692. Der Garten war dann um [[1695]] weitgehend fertiggestellt. Er wurde in der barocken Formgebung Ende des [[18. Jahrhundert]]s zerstört, weil der maßgeblich von der Aristokratie [[Frankreich]]s geförderte [[Barock]]stil damals als hoffnungslos veraltet galt und auch an diesem Ort einem englischen Landschaftsgarten weichen musste, der heute ebenfalls nicht mehr besteht. Die Zwerge des Gartens wurden spätestens [[1811]] entfernt.
An der Stelle des historischen Zwergelgartens befindet sich heute der [[Zauberflötenspielplatz]].'
Der Zauberflötenspielplatz befindet sich südlich unterhalb der Wasserbastei. Seit [[1955]] befindet sich hier ein Ausstellungspavillon und seit etwa 1890 ein Kinderspielplatz. Der Kinderspielplatz wurde [[2006]] als "Zauberflötenspielplatz" neu gestaltet.<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/altstadt_und_tourismus/schloss_mirabell_areal/mirabellgarten_343151/zauberfloetenspielplatz_314726.htm www.stadt-salzburg.at/Bastionsgarten]</ref> Historisch befand sich hier der Zwergelgarten.


== Gebäude im Umfeld==
== Gebäude im Umfeld==
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* Schloss Mirabell
* Schloss Mirabell
* [[Villa Kast]]
* [[Villa Kast]]
* [[Universität Mozarteum]]
* [[Primogeniturpalast]] (altes [[Borromäum]])
* [[Salzburger Landestheater]]
* [[Salzburger Landestheater]]
* [[Salzburger Marionettentheater]] und die [[Kammerspiele Salzburg]] im Gebäude des ehemaligen [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]]  
* [[Salzburger Marionettentheater]] und die [[Salzburger Kammerspiele]] im Gebäude des ehemaligen [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]] (ebenfalls im Eigentum der Stiftung Mozarteum)
* die Gebäude der Stiftung [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]]
* die Gebäude der Stiftung [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteums]]
* Die gründerzeitlichen Häuser Schwarzstraße 30 - [[Villa Vicina]] und 32 - [[Villa Eleonore]]


== Bilder ==
== Bilder ==
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== Weblinks ==
== Weblink ==
* [http://salzburg.cityful.com/de/Sehenswuerdigkeiten/Park/Mirabellgarten Infos und Fotos zum Mirabellgarten auf dem online-Stadtführer cityful.com]
* [https://webtv.feratel.com/webtv/?cam=5281&design=v3&c0=0&c2=1&c27=1&c3=0&c5=0&c8=0&c12=0&c13=0&lg=de&pg=121E2E32-862A-4791-8936-B41853615FB6&s=0 Webcam vom Schloss Mirabell]
 
== Quellen ==
== Quellen ==
* Salzburgwiki-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]], [[Hanns Schwäbl]], [[Johann Frölich]]
* [[Franz Martin|Martin, Franz]]: ''[[Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst#Die Ausgaben im Überblick|Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt]]'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], Salzburg, [[1952]]  
* [[Franz Martin]]: ''Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], Salzburg, [[1952]]  
* [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021
* [[Reinhard Medicus]]: ''Der Zwergelgarten und seine Geschichte''. In [[Bastei]], Zeitschrift des [[Salzburger Stadtverein|Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft]], Jahrgang 2010 Folge 2, Salzburg 2010.
* Medicus, Reinhard: ''Der Zwergelgarten und seine Geschichte''. In [[Bastei]], Zeitschrift des [[Salzburger Stadtverein|Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft]], Jahrgang 2010 Folge 2, Salzburg 2010.
* [[Hans Tietze|Tietze, Hans]], in [[Österreichische Kunsttopographie]]: [[Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg]], im Internet als pdf [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]
* SALZBURGWIKI-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]], [[Hanns Schwäbl]], [[Johann Frölich]]


== Fußnoten ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Tourismus]]
[[Kategorie:Tourismus]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Altstadt (rechtes Salzachufer)]]
[[Kategorie:Altstadt (rechtes Salzachufer)]]
[[Kategorie:Sehenswürdigkeit]]
[[Kategorie:Gartenanlage]]
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[[Kategorie:Park]]
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[[Kategorie:Architektur]]
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[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
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[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
[[Kategorie:Mirabellgarten|!]]
[[Kategorie:Mirabellgarten|!|]]

Aktuelle Version vom 16. Januar 2025, 20:46 Uhr

Blick über den Mirabellgarten, im Hintergrund die Salzburger Altstadt mit der Festung Hohensalzburg.
Karte
Der Mirabellgarten, Plan 1775.
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Der Mirabellgarten auf dem Sattler-Panorama 1829.
Auf der Stadtansicht von Kulstrunk 1916 im linken unmteren Bildteil der Mirabellgarten.
Die Grenzen des Mirabellgartens.
Der Mirabellgarten vom Rosenhügel: Von Anfang Mai bis Mitte Juli 2021 wurden die Wege generalsaniert. Dieser Teil strahlt gerade mit neuem Sand aus Dachsteinkalk.
Ausblick vom Rosenhügel über das Kleine Gartenparterre zur Festung Hohensalzburg (2010).
Susannabrunnen von Hans Waldburger, 1610.

Der Mirabellgarten ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Salzburg und zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Beschreibung

Der barocke Garten schließt im Süden und im Westen an das Schloss Mirabell in der rechtsufrigen Altstadt. Zugänglich ist er im Osten vom Schloss Mirabell und vom Mirabellplatz, im Norden vom Rosenhügel und vom Kurgarten, sowie im Süden vom Makartplatz aus.

Der Mirabellgarten gliedert bzw. gliederte sich in mehrere Bereiche:

  • das Große Gartenparterre, ein großer nach Süden orientierter rechteckiger Teil mit dem südlich anschließenden Lindenhain
  • das Kleine Gartenparterre, ein kleinerer, westlich des Mirabellschlosses gelegener Gartenteil mit dem südlich angrenzenden Bosquet [1], (heute in Gestalt einer Lindenallee samt 'Laubengang nach Süden verlaufend)
  • der Orangeriegarten vor der Orangerie Schloss Mirabell nach Osten gelegen
  • der Rosengarten an der Südseite von Schloss Mirabell gelegen
  • das Heckentheater, eine Freiluftbühne in Gestalt eines Hecken-Labyrinthes auf der einstigen Lodronschen Stadtmauer angelegt
  • der Kleine Bastionsgarten, heute zur Ausstellung der historischen Zwerge genutzter Bereich auf der Wasserbastei
  • der historische Zwergelgarten, ein südlich der Wasserbastei gelegener Teil, heute größtenteils als Zauberflötenspielplatz genutzt
  • der Große Bastionsgarten - heute befindet sich dort im Wesentlichen der Rosenhügel -
  • der der zum Mirabellgarten gehörende Ballmeistergarten, ein Lindenhain an dessen Stelle heute randlich das Salzburger Landestheater steht;
  • und zuletzt der einstige Schießstand an der Salzach

Denkmalschutz

Der Mirabellgarten steht samt dem zugehörigen Zwergelgarten seit dem Jahr 2008 wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz.[2] Auch zuvor war aber bereits ein Ex-lege-Schutz nach dem Denkmalschutzgesetz gegeben.[3]

Geschichte

Im Jahr 1606 wurde Schloss Altenau (ein Vorgängerbau des heutigen Schlosses Mirabell) durch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau als Landsitz für seine Geliebte und wohl auch heimliche Ehefrau Salome Alt, errichtet und auch der weitläufige manieristische Schlossgarten angelegt. Der Garten besaß damals etwa die Form eines lang gestreckten Rechteckes[4], was heute nur teilweise zu erkennen ist.

1631 ließ Fürsterzbischof Paris Graf Lodron im Süden einen Zugang vom heutigen Makartplatz (früher Hannibalplatz) errichten.

1689 erfolgte unter Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein eine grundlegende Umgestaltung des Gartens in barockem Stil. Die Gartenanlage wurde von Johann Bernhard Fischer von Erlach angelegt, der auch die Marmorbalustrade mit ihren Vasen entwarf, und mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt. Beteiligte Künstler waren Johann Fröhlich, Ottavio Mosto, Bartholomäus von Opstal, Andreas und Gregor Götzinger sowie Hanns Schwäbl.

Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach beauftragte den Baumeister Lukas von Hildebrandt mit der Umgestaltung des Schlosses, der um 1712/1713 eine Sala terrena (heute nicht mehr bestehend) als Abschluss der kleinen Gartenachse errichtete. 1713 bis 1717 war Matthias Diesel fürsterzbischöflicher Garteninspektor. Er veröffentlichte 1717 die ersten sechs Ansichten aus dem Inneren des Gartens.[5] Welchen Anteil er an der Gestaltung des Gartens hatte, ist nicht bekannt.

1721 bis 1727 beauftragte Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach den Baumeister Lukas von Hildebrandt mit einem neuerlichen Umbau von Schloss Mirabell, der Haupttrakt des Schlosses wurde wesentlich erweitert, der Innenhof mit seinen drei Nebentrakten wurde erhöht und einheitlich ausgestaltet. Hildebrandt gestaltete 1725 auc hdie beiden Orangerien und den Orangeriegarten östlich des großen Parterre neu.

Um 1730 wurde die Anlage von Anton Danreiter neuerlich verändert und das damalige Aussehen in mehreren kolorierten Kupferstichen dargestellt. [6] [7] [8]

Als Belustigungsort zum allgemeinen Vergnügen des Publikums erstmals offen großteils zugänglich gemacht wurde der Mirabellgarten an Sonntagen in der Regierugnszeit Colloredos, und dann im damals k.u.k. Hofgarten teilweise durch Entschließung des k.k. Kreisamt Salzburg vom 6. Mai 1817. Gleichzeitig erlassen wurde ein Betretungsverbot für Hunde. [9] 1866 überließ Kaiser Franz Joseph I. den Mirabellgarten der Stadtgemeinde Salzburg.

18921893 entstand durch den Neubau des Stadttheaters und durch die Entfernung der dortigen Arkadenmauer die Öffnung zum Makartplatz. Der südliche Teil des Gartens wurde durch den Bau des Stadttheaters und des Hotels um etwa 30 Meter in der Länge verkürzt. Zuvor war der Mirabellgarten vom Hannibalplatz (heute Makartplatz) durch eine hohe Mauer mit zwei Portalen getrennt.

1893–1894 wurde die große Marmortreppe vom Mirabellgarten zum Kurgarten errichtet und der vorhandene Springbrunnen saniert[10]. Das große Brunnenbecken ist in Kunststein ausgeführt, bis heute besitzt es die typische 'Große Fontäne'. Um diese Zeit gab es nahe dem Bosquet einen Musen-Hügel mit einem Denkmal für Mozart.

1955 wurden die Zierbeete im Garten nach den Kriegswirren wiederhergestellt.[11]. 2008 sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro. Von Anfang Mai bis Mitte Juli 2021 wurden die Wege generalsaniert. Dabei wurden die alten Wege entfernt und an selber Stelle neue Wege aus Dachsteinkalk errichtet. Die Breite der Wege wurde dabei nicht verändert werden, die Höhe musste jedoch angepasst werden, um ein Abfließen von Regenwasser in die Wiesen zu gewährleisten. Bis Mitte Juli dauerte die Sanierung, die in Abschnitten vorgenommen wurde. So waren jeweils nur Teilbereiche des Gartens gesperrt, die restlichen Bereiche blieben zugänglich. Insgesamt kostete die Sanierung die Stadt etwa 200.000 Euro.[12]

Am Mittwoch, den 18. Mai 2022, befand sich ein Steinbock aus der Kolonie auf dem Kapuzinerberg im Mirabellgarten. Die Berufsfeuerwehr Salzburg rückte aus. Mit der Hilfe eines Jägers konnte das Wildtier schließlich arretiert und in sein Revier zurücküberstellt werden.[13]

Großes Gartenparterre und Lindenhain

Das Große Gartenparterre erstreckt sich südlich des Schlosses Mirabell. Ursprünglich als manieristische Garten mit der zentralen Gartenachse auf die Türme des Domes hin ausgerichtet, wurde der Garten von Fischer von Erlach bei der Anlage des Bosquets seiltlich leicht nach Osten hin verschoben.

Vier-Elemente-Brunnen und umgebende Skulpturen

Datei:Salzburg Mirabell 02.jpg
Der Vier-Elemente-Brunnen im Großen Gartenparterre.
Hauptartikel Vier-Elemente-Brunnen

Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich ein Springbrunnen, eine Fontäne, in einem großen flachen achteckigen Brunnenbecken. Im Viereck um den Brunnen angeordnet stehen vier große Skulpturen (paarweise Figuren), die in Mythologie und Ornamentik vor allem die vier Elemente versinnbildlichen, deren Symbolik im Detail aber bewusst vielschichtig bleibt:

  • Element Wasser: 'Paris raubt die schöne Helena und entflieht mit ihr über das Meer.'
  • Element Feuer: 'Aeneas flieht seinen Vater Anchises tragend mit seinem Sohn Ascanius aus dem brennenden Troja.'
  • Element Luft: 'Herkules ringt mit den Riesen Antaeus', der - in die Luft gehoben - keine Kraft aus der Berührung mit seiner Mutter Erde ziehen kann.
  • Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt.'

Die Figurenpaare werden z. T. auch als Raptusgruppen[14] bezeichnet.

Götterstatuen und Borghesische Fechter um den Lindenhain

Die Statuen auf den Balustraden stellen acht männliche und acht weibliche römisch-griechische Gottheiten dar und wurden 1689 geschaffen:

  • äußere Balustrade: männliche Götter:
    • 1. Saturn (Kronos), eines seiner Kinder verschlingend; 2. Bacchus (Dionysos) mit Weintraube; 3. Jupiter (Zeus) mit Krone und Adler und 4. Mars (Ares) in voller Rüstung,
    • 5. Herkules (Herakles; Halbgott) mit Keule und Fell des Nemeischen Löwen; 6. Vulcanus (Hephaistos) mit Amboss; 7. Merkur (Hermes) mit Flügelhelm und 8. Apollo mit Lorbeer;
  • Göttinnen auf der inneren Balustrade:
    • 1. Diana (Artemis) mit Jagdhund und mit Mondsichel im Haar; 2. Flora mit zahlreichen Blumen; 3. Minerva (Athene) mit Brustharnisch und Schild samt Medusenhaupt und 4. Ceres (Demeter) mit Getreidegarbe,
    • 5. Pomona mit Weintraube und Früchten; 6. Venus (Aphrodite) nackt mit Amorknabe; 7. Vesta (Hestia) mit Fell und einem Topf mit Feuer und 8. Juno (Hera) mit Traube und einem Pfau.

Flora, Ceres, sowie Pomona und Vesta stehen bei den Göttinnen für die vier Jahreszeiten, bei den Göttern Apollo, Merkur, Bacchus und Saturn. Die vier Jahreszeiten - auf den Podesten jeweils symmetrisch angeordnet - weisen - wie auch die Monatszwerge des Zwergengartens - als Vanitassymbole auf die Vergänglichkeit aller Dinge hin. Die Symbolik der Statuen ist aber bewusst vielschichtig und soll zum Nachdenken anregen.

Die Bildhauer waren

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Borghesischer Fechter im Mirabellgarten

Die beiden Paare borghesischer Fechter beim südlichen Zugang vom Makartplatz sind historische Kopien einer antiken Skulptur.

Balustraden

Das Große Gartenparterre ist praktisch allseitig von einer barocken marmornen Balustrade mit marmornen Postamenten und darauf stehenden Vasen eingefasst, die 1689 nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet worden sind. Die Vasen bieten eine künstlerisch hochwertige und vielfältige Gestalt und zeigen verschiedene verschiedene in der Renaissance und Barockzeit wiederbelebte alte Symbole. Der größere Teil der Vasen und die ursprüngliche Balustradenanordnung ist heute nicht mehr erhalten.

Kleines Gartenparterre und Bosquet

Kleines Gartenparterre vom Rosenhügel aus in Richtung Altstadt

Das Kleine Gartenparterre erstreckt sich westlich von Schloss Mirabell.

Pegasusbrunnen

Hauptartikel Pegasusbrunnen
Pegasusbrunnen im Mirabellgarten
Pegasus mit Blick auf die Festung Hohensalzburg

Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' war ursprünglich Teil der Kapitelschwemme am Kapitelplatz, kam später auf den Mirabellplatz als Teil der Mirabellschwemme und ist seit 1913 als 'Pegasusbrunnen' am heutigen Standort.

Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll.

Einhörner und Löwen

Das Kleine Gartenparterre ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiedeeisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden.

Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau.

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Salzburger Wappentier, allegorisches Sinnbild:
: Geduld und Stärke

Die um 1670/1680 für den Mirabellgarten geschaffenen und hier aufgestellten beiden Löwen mit dem Brezelschweif aus Stein wurden schließlich 1840 von Konstantin Graf Lodron von Salzburg nach Kärnten die das Neue Schloss nach Gmünd gebracht und befinden sich seither dort. [15]

Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von Schloss Kleßheim stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den Rosenhügel zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). [16]

Die beiden Löwen sind ein aus der Antike stammendes allegorisches Sinnbild für die Tugenden Geduld (patientia) und Stärke (fortitudo). Vorrangig stehen sie aber für das Salzburger Wappentier.

Verborgene Gesichter

In der Mauer an der Westseite des Kleinen Gartenparterres sind etwa in Augenhöhe zwei leicht verwitterte jugendliche steinerne Köpfe (es ist nicht erkennbar ob männlich oder weiblich) einfügt. Sie sind wohl Reste von jenen 28 Sandstein-Figuren, die 1818 beim Brand des Mirabellschlosses beschädigt und nachfolgend von dort entfernt worden waren. 1823 wurden sie im Zuge der Erneuerung der dortigen Wehrmauer in dieselbe eingebaut. Während der Vegetationszeit werden sie z.T. von Laub überdeckt.

Das Boskett, heute Lindenallee und Laubengang

Das typische barocke Bosquet (von französisch le bosquet = Wäldchen, oder Gehölz) war ein kunstvoll geschnittenes "Wäldchen" im barocken Mirabellgarten des Fischer von Erlachs. Das Boskett folgte auch hier dem für barocke Schlossgärten typischen Anordnung seitlich neben dem Gartenparterre. Der Baum- und Heckenbestand war von einer geradlinigen Achse mit saalartigen Aufweitungen durchzogen und wurde von hohen kunstvoll geschnittenen Hecken gesäumt. Das Boskett bildet so ein Gegenstück zum Schlossgebäude mit seinen Gängen, Treppen und Sälen und wurde auch ähnlich wie die Innenräume des Schlosses genutzt: Es diente für Aufführungen von kleinen Kammerkonzerten oder für andere kleine Vergnügungen. Ursprünglich besaß das (westliche) Boskett von Schloss Mirabell fünf kleine Säle sowie einen Durchgangssaal zum Heckentheater. Die Heckensäle besaßen mittig jeweils einen kleinen Brunnen, der südlichste Brunnen war als Springbrunnen ausgebildet. Heute besteht das westliche Boskett aus einer dreireihigen "Allee" aus Winterlinden, die durch regelmäßigen Schnitt in geometrisch würfelige Form gebracht wurden sowie aus einem Laubengang mit einem Rundbogen-Spalier. Das mirabellplatzseitige östliche Boskett neben der kleinen Orangerie besteht heute nicht mehr.

Susannabrunnen

Der Susannabrunnen wurde von Hans Waldburger um 1610 geschaffen und stand lange an einem heute nicht mehr bekannten Ort. Im späten 19. Jahrhundert übersiedelte der Brunnen an den heutigen Standort des Mirabellgartens.

Auf der Lodronschen Wehrmauer: Heckentheater und Vogelhaus

Heckentheater
Hauptartikel Heckentheater

Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde vermutlich nach 1691 auf der Lodronschen Wehrmauer errichtet und wird bis heute gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet. Das Heckentheater ist das österreichweit einzige erhaltene barocke Heckentheater und eine der ältesten erhaltenen barocken Freiluftbühnen Europas. Es schließt westlich an das Boskett an, und entwickelt diesen Gartenraum architektonisch weiter.

Vogelhaus nach der Renovierung, 2011
Hauptartikel: Vogelhaus im Mirabellgarten

Das Vogelhaus am Rand des Kleinen Gartenparterre stammt vermutlich ebenfalls aus der Zeit Fischer von Erlachs. Es wurde um 1730 umgebaut oder weitgehend neu errichtet und dient seit 1952 als Museumspavillon.

Orangeriegarten und Rosengarten

Datei:Statue samt Brunnen, Orangerie, Mirabellgarten.jpg
Papagenabrunnen in der Orangerie
Hauptartikel Orangerie Schloss Mirabell

Die Orangerie (historische kleine Orangerie) mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um 1725. Im Garten der Orangerie befindet sich heute der Papagenabrunnen mit seiner Pagagena-Figur, die 1984 von Josef Magnus geschaffen wurde.

Der Rosengarten (lat. rosarium) schließt sich unmittlebar südlich des Schlosses Mirabell an. Historisch befand sich hier der große Garten der Orangerie.

Wasserbastei

Hauptartikel Wasserbastei

Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen Gürtels von Bollwerken. Fischer von Erlach hat diesen Bereich zu einem Garten ausgestaltet: einen kleinen und einen großen Bastionsgarten. Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach 1860 stark eingeschüttet worden, sodass nach Norden hin nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe Zwergelgarten) aufgestellt.

Historischer Zwergelgarten, derzeit noch Raum um Zauberflötenspielplatz

Datei:Salzburg Schloss Mirabell Zwergerlgarten Zwerg 04.jpg
Zwerg mit dem Spaten
Hauptartikel Historischer Zwergelgarten

Der Garten ist der älteste Zwergelgarten Europas und hat eine besonders hohe kulturelle Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. An der Stelle des historischen Zwergelgartens befindet sich derzeit noch der Zauberflötenspielplatz und die Ausstellungshalle (einst für Joseph Thorak erbaut), sowie der Parkplatz für verschiedene Politiker im Mirabellschloss.

Gebäude im Umfeld

Folgende Gebäude grenzen an den Mirabellgarten:

Bilder

 Mirabellgarten – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Datei:Commons-logo.svg Mirabellgarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. Bosquet, französisch: Wäldchen, Baumgruppe, Dickicht
  2. Quelle Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung (Denkmalschutzgesetz - DMSG) StF: BGBl. Nr. 533/1923 (NR: GP I 1513 AB 1703 S. 209.)
  3. Bundesdenkmalamt/Homepage/Salzburger Mirabellgarten
  4. www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644
  5. www.google.at/Bilder/Matthias Diesel
  6. austria-forum.org, Schloss Mirabell von Süden, Anton Danreiter, 1750
  7. austria-forum.org → Grundriß von Schloß Mirabell (Salzburg), Anton Danreiter, 1750
  8. www.ubs.sbg.ac.at/Johann Schimoußek: Plan der Anlage von Schloss Mirabell. Aquarellierte Federzeichnung, 1775, signiert und datiert
  9. kaiserlich-königlich österreichisches Amts- und Intelligenz-Blatt für das Jahr 1817, Seite 506-507
  10. Salzburger Volksblatt, 2. Juni 1923, Seite 3
  11. Quelle Stadt Nachrichten, 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen Salzburger Stadtführerin Renate Bauer
  12. SALZBURG24 vom 30. April 2021
  13. Salzburger Nachrichten vom 18. Mai 2022
  14. Raptusgruppe, von raptus, lateinisch "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und "Nessus raubt Dejanira" (Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
  15. kleindenkmaeler.at
  16. Hans Tietze in Österreichische Kunsttopographie: Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg, im Internet als pdf diglib.tugraz.at