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| + | : Das große Deckengemälde zeigt die ''Hochzeit der Atalante'' und stammt von [[Franz Anton Ebner]], etwa um 1740. | ||
| + | : Die beiden Bilder, die Übergabe des Fideikommiss von Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian an seinen Neffen Franz Laktanz Graf von Firmian, gegengezeichnet durch Pallas Athene und überbracht durch Hermes, mit dem Schloss im Bildhintergrund, sowie von Franz Laktanz Graf von Firmian mit Familie, stammen von [[Andreas Rensi]], etwa 1740. | ||
| + | : Links und rechts der Bilder befinden sich edle Stuckmedaillons in weiß, die die vier Elemente (Wasser, Erde, Feuer, Luft) darstellen. In den Ecken zu sehen sind vier farbige Stuckmedaillons, die vier Künste (Musik, Dichtung, Malerei und Baukunst) darstellen. Die Stuckarbeiten wurden von Johann Kleber gefertigt. | ||
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: die große Bibliothek von Max Reinhardt mit 96 m<sup>2</sup> ist ein verkleinerter Nachbau der Klosterbibliothek St. Gallen. Über eine verborgene Stiege gelangt man auf ihre Galerie. | : die große Bibliothek von Max Reinhardt mit 96 m<sup>2</sup> ist ein verkleinerter Nachbau der Klosterbibliothek St. Gallen. Über eine verborgene Stiege gelangt man auf ihre Galerie. | ||
Version vom 22. März 2018, 01:11 Uhr
Das Schloss Leopoldskron befindet sich im Stadtteil Riedenburg im Südwesten der Stadt Salzburg und steht unter Denkmalschutz.
Lage
Schloss Leopoldskron liegt in der nordöstlichen Uferzone am Leopoldskroner Weiher, die Teil des etwa sieben Hektar großen Schlossparks ist. Der Weiher wird vom vorbeifließenden Almkanal gespeist. Heute liegt das Schloss im Grünraum zwischen den Stadtteilen Gneis-Moos und Riedenburg.
Der Stadtteil Leopoldskroner Moos wurde nach dem Schloss benannt.
Der zum Schloss gehörige "Meierhof" wird heute als Hotel Schloss Leopoldskron geführt und befindet sich etwa 50 Meter nordwestlich vom Schloss.
Geschichte
Schloss Leopoldskron wurde in den Jahren 1736 bis 1740 von Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian an einem vorher schon bestehenden Weiher als Familiensitz im Wege eines Fideikommiss [1] errichtet. Die Pläne stammen von Benediktinerpater Bernhard Stuart. Die Stuckdecken im Stil des Rokoko, die zu den schönsten ihrer Zeit gehören, fertigte Johann Kleber. Diese zeigen farbige und vergoldete Rocailles (muschelförmige Ornamente) in Verbindungen mit Blatt- und Rankendekorationen, Vasen mit Blumendekor, Medaillons, Allegorien, Vögel, ... und vieles andere.
Der Name des Schlosses wurde gebildet aus „Leopold“, dem Vornamen des Fürsterzbischof als Erbauer und aus „Mezzocorona“ (Trentino), dem Geburtsort seines Neffen Franz Laktanz Graf von Firmian, also „-corona“ = Krone[2].
1744 starb der Fürsterzbischofs und vermachte das Schloss seinem Neffen Franz Laktanz Graf von Firmian. Laktanz bewohnte das Schloss mehr als vierzig Jahre. Laktanz war ein großer Kunstkenner und Kunstsammler. Das Schloss blieb bis 1828 im Besitz der Grafen von Firmian. Mit dem Ende des Erzstifts bot Leopold Anton Graf Firmian, Laktanz' Sohn, die Kunstwerke seines Vaters zum Verkauf an.
1824 verkaufte Firmian den Besitz an Karl Graf von Wolkenstein, der es 1837 an den Bäckermeister und Schießstättenwirt Georg Zierer verkaufte. Dieser überließ Schloss Leopoldskron 1845 einem gewissen Dietz. Dieser baute das Schloss zu einem Hotel um, musste es aber bereits drei Jahre später an seine Gläubiger abtreten.
Es folgte Heinrich Ritter von Mertens, Bürgermeister der Stadt Salzburg, der es 1851 an König Ludwig I. von Bayern verkaufte. Dieser machte das Schloss zu einem vielbeachteten Mittelpunkt aristokratischen Lebens machte.
1869 erwarb es Alexander Julius Schindler, ein in Salzburg heimisch gewordener Schriftsteller und Politiker, um 40.000 Gulden[3]. Unter Schindler wurde es zu einem Treffpunkt verschiedener Künstler. Auch Theodor Storm brachte von Ende Juli bis Mitte August 1872 im Rahmen einer größeren Reise einen Aufenthalt im Schloss [4].
Später gehörte es dem Salzburger Bankier Carl Spängler. Am 22. Dezember 1903 verkaufte Baronin Natalie Rüdt an den Privatier Paul Wolf aus Frankfurt a. M. um 200.000 Mark.[5]
1918 erwarb es Max Reinhardt, ein in ganz Europa berühmter Theater-Intendant und Mitbegründer der Salzburger Festspiele. In den nächsten 20 Jahren führte er umfangreiche Renovierungen durch und war darum bemüht, den ursprünglichen Glanz wiederherzustellen. Er lies das die große Halle, das Stiegenhaus und den Marmorsaal restaurieren. Seiner Kreativität sind die heute so bekannte Bibliothek, das Venezianische Zimmer, sowie die Veränderungen in anderen Räumen zu verdanken. Max Reinhard belebte Schloss Leopoldskron mit Theaterproduktionen, wobei das Publikum von einem Raum in den nächsten zog und die prachtvollen Zimmer zur Bühne wurden. Wahrend dieser Jahre war Schloss Leopoldskron ein wichtiger Treffpunkt für Theaterproduzenten, Schriftsteller, Komponisten und Schauspieler aus ganz Europa und dem Ausland.
Der britische Premierminister Sir Winston Churchill besuchte Reinhardt Anfang der 1930er Jahre auf seinem Schloss und war von der hier servierten Ente so begeistert, dass er sich das Rezept geben ließ[6].
1937 emigriert Max Reinhardt in die USA. Er kehrt nicht mehr nach Schloss Leopoldskron zurück und stirbt 1943 in New York.
1938 wurde das Schloss durch die Nationalsozialisten enteignet und als Sommerresidenz und Gästehaus genutzt. Stéphanie zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst gelang es nach 1938, das Schloss für sich zu nutzen und gestaltete es auf Kosten der Partei großzügig um. Sie plante eine Begegnungsstätte für das internationle Festspielpublikum.[7] Für kurze Zeit bewohnte dann aber der bekannte, politisch opportunistische Dirigent Clemens Krauss das Schloss.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es an die Erben Reinhardts restituiert. 1947 ermöglichte Helene Thimig, die Witwe Max Reinhardts, Clemens Heller, damals Student in Harvard, USA, und einer der Gründer von Salzburg Global Seminar, das Schloss für ein erstes Seminar zu verwenden.
Im Sommer 1950 veranstaltete das Salzburg Seminar in American Studies vier Wochen lang Internationale Jugendtheater-Festspiele im Studio des Senders Radio Rot-Weiß-Rot im Franziskanerkloster und im Gartentheater des Schlosses Leopoldskron. Nach einer Idee von Helene Thimig traten dabei Schauspielschüler aus Italien, England, Irland, Deutschland, Frankreich und Österreich auf; einen der künstlerischen Höhepunkte bildete Marcel Marceaus „Pantomimes de Bip“. Das Salzburger Schauspielseminar führte Friedrich Schillers Lustspiel „Der Parasit oder die Kunst sein Glück zu machen“ mit Hilde Esterhazy, Therese Stangl, Günther Bauer, Herbert Fux u. a., in der Inszenierung von Rudolf E. Leisner, auf.
1955 verhandelten Stadt und Land Salzburg über den Ankauf von Schloss Leopoldskron samt den weitläufigen umgebenden Grünflächen, dessen Kaufpreis bei sechs Millionen Schilling liegen sollte (ca. € 440.000.--). Nach dem Verkauf von Schloss, den umgebenden Grünflächen samt dem Weiher an die Stadt Salzburg verkaufte diese das Schloss und den engeren Bereich des Schlossparks 1959 an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“.
Seit 1959 ist Schloss Leopoldskron im Besitz der internationalen Non-Profit-Organisation "Salzburg Global Seminar".
1973 kam der benachbarte Meierhof zum Besitz hinzu.
2013 finanzierte die amerikanische Samuel. H. Kress Stiftung ein mehrjähriges Projekt zur Katalogisierung der großen Kunstsammlung in Schloss Leopoldskron.
Schloss Leopoldskron und der Schlosspark sind Privatbesitz. Der Park ist nur den Gästen von Hotel Schloss Leopoldskron exklusiv zugänglich. Im November findet jährlich ein "Tag der Offenen Tür" statt, der das gesamte Areal der Salzburger Bevölkerung öffnet (Stand:2017).
Bauteile von Schloss Leopoldskron
Schloss Leopoldskron
Erdgeschoss
- Große Halle
- Die Große Halle mit 102 m2 ist exklusiv ausgestattet und bietet Zugang zur Terrasse mit einem großzügigen Garten und der herrlicher Aussicht auf den Weiher und das Bergpanorama.
- Marmorstiege
- Die marmorne Stiege ist ähnlich kunstvoll ausgestattet wie sein berühmtes Vorbild in Schloss Mirabell
- Schlosskapelle
- In der Mitte der Kapelle wurde das Herz von Fürsterzbischof Leopold Firmian beigesetzt. Über eine private Kanzel, zugänglich vom Marmorsaal, nahmen die Grafen von Firmian am Gottesdienst teil.
1. Obergeschoss
- Venezianisches Zimmer
- Das Venezianische Zimmer mit 61 m2 bezaubert mit vergoldeten Spiegeln und Wandpanelen. Es wurde von Max Reinhardt eingerichtet. Auf den Ölgemälden dargestellt ist das bunte Treiben der Masken während der Karnevals in Venedig. Die Ölgemälde in den Wandpanelen wurden teils käuflich erworben, teils von Bühnenkulissenmalern eigens angefertigt.
- Weißes Zimmer, mit 58,12 m2
- Veduten-Raum
- dieser kleine Raum, gelegen vor dem Venezianischen Zimmer, zeigt eine Sammlung von Kunststichen über barocke Lustgärten und Wasserspiele in Europa.
- ein Prunksaal mit 172,5 m2 und zwei Kaminen, sowie Gemälden an Wänden und Decke, sowie aufwändigen Stuckarbeiten. Zwei Balkone eröffnen beeindruckende Ausblicke, einerseits zur Festung Hohensalzburg und andererseits zum berühmten Panorama auf Untersberg und Leopoldskroner Weiher.
- Das große Deckengemälde zeigt die Hochzeit der Atalante und stammt von Franz Anton Ebner, etwa um 1740.
- Die beiden Bilder, die Übergabe des Fideikommiss von Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian an seinen Neffen Franz Laktanz Graf von Firmian, gegengezeichnet durch Pallas Athene und überbracht durch Hermes, mit dem Schloss im Bildhintergrund, sowie von Franz Laktanz Graf von Firmian mit Familie, stammen von Andreas Rensi, etwa 1740.
- Links und rechts der Bilder befinden sich edle Stuckmedaillons in weiß, die die vier Elemente (Wasser, Erde, Feuer, Luft) darstellen. In den Ecken zu sehen sind vier farbige Stuckmedaillons, die vier Künste (Musik, Dichtung, Malerei und Baukunst) darstellen. Die Stuckarbeiten wurden von Johann Kleber gefertigt.
- Max Reinhardt Bibliothek
- die große Bibliothek von Max Reinhardt mit 96 m2 ist ein verkleinerter Nachbau der Klosterbibliothek St. Gallen. Über eine verborgene Stiege gelangt man auf ihre Galerie.
- Büro Max Reinhardt
- Das Büro des Theater-Intendanten Max Reinhardt ist original.
- Chinesisches Zimmer
- Das Chinesische Zimmer mit 67 m2 wurde von Max Reinhardt nach historischen Vorbildern eingerichtet. Die großformatigen Bilder wurden von Bühnenkulissenmalern eigens angefertigt. An einigen Stellen sind Löcher in den Bildern herhalten, die durch eine amerikanische Fliegerbombe, die im Schlosspark einschlug, verursacht wurden.
- McGowan Zimmer
- Dieses Zimmer mit 67 m2 wurde von Max Reinhardt neu möbliert.
2. Obergeschoss
- Parker Halle
- die Parker Halle hat eine Fläche von 163 m2 und eine breite Fensterfront mit Blick auf den Leopoldskroner Weiher. Hier befand sich bis um 1830 ein großer Teil der Gemälde-Sammlung von Franz Laktanz Graf von Firmian, ins besondere die Portraits, darunter die Selbstportraits von Rembrand, Tizian, Rubens und Poussin.
- Robison Galerie
- ein geschichtsträchtiger Konferenzraum mit Aussicht auf die Festung Hohensalzburg.
- Seminarraum 1-3
3. Obergeschoss
- Suiten
- 2017 wurden die 12 historischen Suiten einer Renovierung unterzogen.
Meierhof
1763 wurde der Meierhof von Schloss Leopoldskron erbaut.[8] 1973 kam der benachbarte Meierhof zum Besitz hinzu. Anfang 2014 wurden 50 Zimmer im Meierhof unter Berücksichtigung des historischen Charakters vollständig renoviert und werden als Hotel Schloss Leopoldskron touristisch vermarktet.
Vor dem Meierhof, am Ufer des Leopoldskroner Weihers, stand lange Zeit der weiße Pavillon aus dem The Sound of Music (Film). Aufgrund des starken Besichtigungstourismus wurde der Pavillon in den Schlosspark Hellbrunn gebracht. Zurückgeblieben ist ein Paar borghesischer Fechter[9], wahrscheinlich je eine Replik der im Mirabellgarten befindlichen zwei Skulpturen.
Schlosspark
- Hauptartikel: Schlosspark Leopoldskron
Die Erhaltung der besonderen Umgebung bedarf besonderer Pflege und regelmäßiger Renovierungen. 2012 wurde ein elfjähriges Restaurationsprojekt im Schlosspark fertiggestellt. Neben etwa ein Duzend Skulpturen wurde auch Max Reinhardts versunkenes Gartentheater wieder hergestellt.
Bilder
Schloss Leopoldskron – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Schloss Leopoldskron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Literatur
- Die Akte Leopoldskron. Max Reinhardt – Das Schloss – Arisierung & Restitution, Verlag Anton Pustet 2011, ISBN 978-3-7025-0509-7.
- Herrin auf Schloss Leopoldskron. In: Martha Schad: Hitlers Spionin. Das Leben der Stephanie von Hohenlohe, München 2002, S. 104-118, ISBN 3-453-21165-0.
Weblink
Quellen
- Salzburger Volksblatt, Sonderausgabe anlässlich der 100-Jahr-Feier am 29. Dezember 1970
- Informationsblatt, Tag der offenen Tür, 2017
- Offizieller Webauftritt "Schloss Leopoldskron"
- ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 17. April 1918, Seite 3: Besitzerwechsel im 19. Jahrhundert
Weblinks
Fußnoten
- ↑ Fideikommiss ist eine auf rechtsgeschäftlicher Stiftung beruhende Bindung des Familiengutes. Adeliges Familienvermögen (meist Grund und Boden) sollte ungeteilt in der Hand eines Familienmitglieds bleiben, der Inhaber des Fideikommiss bei Verfügungen unter Lebenden oder von Todes wegen beschränkt sein. Ziel war die Sicherung der sozialen Stellung und der vermögensrechtlichen Grundlage für die Familie über Generationen hinweg. Das Fideikommiss wurde in Österreich 1919 beseitigt. Quelle: www.aeiou.at
- ↑ Quelle: www.schloss-leopoldskron.com
- ↑ eine andere Quelle Salzburger Volksblatt, 10. Mai 1919, nennt die Summe von 50.000 Gulden
- ↑ Buch Die Welt zu Gast in Salzburg, Beitrag Theodor Storm
- ↑ Quelle ANNO Salzburger Chronik, Ausgabe vom 23. Dezember 1903, Seite 5
- ↑ Quelle www.salzburg-rundgang.at
- ↑ Herrin auf Schloss Leopoldskron. In: Martha Schad: Hitlers Spionin, München 2002, S. 104-118.
- ↑ mapire.eu
- ↑ Bezeichnung der berühmten Statue eines wahrscheinlich gegen einen Reiter ankämpfenden Kriegers, Quelle www.retrobibliothek.de → Meyers Konversationslexikon