Italienische Republik

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Flagge von Italien

Die Italienische Republik, amtlich: Repubblica Italiana, ist ein südwestliches Nachbarland des Bundeslandes Salzburg. Es gibt eine nur wenige Kilometer lange gemeinsame Grenze im Westen des Pinzgaus am Krimmler Tauern sowie geschichtliche Verbindungen mit Salzburg.

Geografische Übersicht

Wappen von Italien

Der Staat ist in 20 Regionen unterteilt, die wiederum in insgesamt 108 Provinzen mit 8 094 Gemeinden gegliedert sind. Knapp 60 Millionen Einwohner leben bei einer durchschnittlichen Dichte von 196 Einwohnern pro Quadratkilometer auf rund 301 000 Quadratkilometern, größtenteils dem auch sogenannten "Stiefel", wie das Festland Italiens aufgrund seiner Form bezeichnet wird (Daten 2024).

Die Hauptsprache ist Italienisch. Daneben sind regionale Amtssprachen: Sardisch, Deutsch (Südtirol), Franko-Provenzalisch (Aostatal), Ladinisch (teilweise Schulsprache in Südtirol) sowie Slowenisch im Küstenland um Triest und Gorizia (Friaul-Julisch Venetien). Außerdem werden gesprochen: Albanisch (im Süden), Griechisch (Apulien), Katalanisch auf Sardinien, Zimbrisch (ein dem mittelalterlichen Deutsch entstammendes Idiom) im westlichen Venetien, Furlan (Friaul), Molise-Slawisch (eine Mundart der kroatischen Sprache in der Region Molise). In einigen Alpentälern wird zudem ein alemannischer Dialekt gesprochen, der Walser-Dialekt.

Salzburgbezüge

Rombezüge zu Salzburg

Petersdom in Rom.

Die Hauptstadt Rom mit 2,75 Millionen Einwohnern im Stadtgebiet bzw. rund vier Millionen Einwohnern in der Agglomeration (Umgebungsgemeinden) ist die größte Stadt Italiens sowie die drittgrößte der Europäischen Union.

Rom hatte in der Geschichte des Erzstifts Salzburg und des heutigen Bundeslands Salzburg Bedeutung und vielfältige Beziehungen. Noch heute weisen römische Meilensteine im Land Salzburg auf Straßenverbindungen mit Rom hin. Salzburger Erzbischöfe begleiteten deutsche Kaiser auf diplomatischen Reisen in den Vatikan in Rom, und unter anderem studierte der Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau am Collegium Germanicum.

Heute sind Salzburger Priester wie MMag. Dr. Michael Max im Päpstlichen Institut S. Maria dell'Anima tätig. Auch ein weiterer Salzburger hat eine enge Beziehung zu diesem Institut: der Neumarkter Künstler Johann Weyringer. Für die zum Institut gehörende Kirche Santa Maria dell'Anima schuf der Künstler zwei Engel sowie ein im Frühjahr 2013 von Papst Benedikt XVI. gemaltes Porträt.

Übersicht über bestehende und ehemalige Territorien mit Salzburgbezügen

Im Folgenden werden bestehende und ehemalige Gliederungen samt allfälligem (meist historischem) Salzburg‑Bezug, ungefähr von Norden nach Süden geordnet, angeführt; die ehemaligen Territorien nach dem Stand von 1815 bis 1847 (mit gelegentlichen Hinweisen auf ältere oder jüngere Zustände) werden in kursiver Schrift dargestellt.

Zum Kaisertum Österreich gehörend:

  • Lombardo‑Venetianisches Königreich: zu Österreich gehörend. Der Kaiser von Österreich war auch König der Lombardei und Venetiens; das Königreich war jedoch im staatsrechtlichen Sinne nicht Teil des Kaisertums Österreich, mit dem es außer dem Kaiser keine gemeinsamen Institutionen hatte (der Kaiser wurde durch einen Vizekönig vertreten). Erst im Jahr 1849 wurde es durch die Oktroyierte Märzverfassung zu einem Kronland des Kaisertums Österreich degradiert.[1]
    • Lombardei (Hauptstadt: Mailand); bis 1797 weitgehend deckungsgleich mit dem habsburgischen Herzogtum Mailand
    • Venetien (Region Veneto; Hauptstadt: Venedig)
    • Friaul (Provinz Udine); bis 1797 zur Republik Venedig gehörig, heute Teil der autonomen Region Friaul‑Julisch Venetien
    • beide Regionen unterhielten Handelsbeziehungen mit Salzburg, dem sogenannten Venedigerhandel
  • Königreich Piemont‑Sardinien:
    • Piemont (Hauptstadt: Turin); ursprünglich Teil des Herzogtums Savoyen
    • Aostatal (Hauptstadt: Aosta); ursprünglich Teil des Herzogtums Savoyen; frankoprovenzialisches Sprachgebiet
    • Ligurien (Hauptstadt: Genua); bis 1797 Republik Genua
    • Sardinien (Hauptstadt: Cagliari)
  • Emilia‑Romagna:
    • umfasst die historischen Landschaften
      • Emilia (Teil der Region Emilia‑Romagna, umfassend die Provinzen Piacenza, Parma, Reggio Emilia, Modena, Ferrara sowie einen Teil der Provinz Bologna)
      • Romagna (Zentrum: Bologna; Teil der Region Emilia‑Romagna, umfassend die Provinzen Ravenna, Forlì‑Cesena und Rimini sowie einen Teil der Provinz Bologna)
    • war bis 1860 aufgeteilt in
      • das Herzogtum Parma; 1868 heiratete Ferdinand IV. von Toskana in erster Ehe die Prinzessin Alice von Bourbon‑Parma
      • das Herzogtum Modena
      • den Kirchenstaat, siehe unten
  • Kirchenstaat (von Norden nach Süden):
    • Romagna und Teil der Emilia, siehe oben
    • Marken (Hauptstadt: Ancona)
    • Umbrien (Hauptstadt: Perugia)
    • Latium (Hauptstadt: Rom)
      Salzburgbezüge siehe oben sowie durch Rom als Sitz des Papsttums und Blütestätte der Barockkultur

Geschichtliche Salzburgbezüge

Die Österreicher in der Toskana

Die Toskana kam 1737 an Franz Stephan von Lothringen (den späteren Kaiser Franz I., Ehemann von Maria Theresia) und durch ihn 1765 an seinen Sohn – an Leopold II. (Großherzog 1765 bis 1790). Dieser musste 1790 widerwillig die Nachfolge seines Bruders Joseph II. als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation antreten – wer käme schon gern aus der Toskana nach Schönbrunn – und starb unerwartet 1792. Sein Sohn Franz, bereits in Florenz geboren, wurde noch römisch-deutscher Kaiser Franz II./I., gab diesen Titel aber 1806 unter dem Eindruck der Erfolge Napoleons (siehe Koalitionskriege) auf und fasste die österreichischen Länder zum Kaisertum Österreich zusammen. Als Kaiser von Österreich wurde er Franz I. und regierte ab 1804.

Seine Tochter Maria Luise heiratete Napoleon I. und wurde nach der Verbannung Napoleons Herzogin von Parma (in der heutigen Emilia-Romagna). Berühmt wurde durch sie der Veilchenduft von Parma und ihre morganatische Ehe mit dem Grafen Adam Neipperg. Nach dem Tod Neippergs heiratete sie nochmals und starb in Wien, wo sie in der Kaisergruft begraben liegt.

Florenz, Hauptstadt der Toskana

Ein Bruder von Franz II., nämlich Ferdinand III. von Toskana, ebenfalls in Florenz in der Toskana geboren, war von 1790 bis 1801 Großherzog der Toskana. 1801 spürte er bereits die Auswirkungen der Französischen Revolution. Er verließ das Land, obwohl er bei den Toskanern sehr beliebt gewesen war, da er einige Reformen der Französischen Revolution vorweggenommen hatte. Daher gerieten die Toskaner auch nicht in Revolutionsstimmung. Ferdinand III. kam als Kurfürst nach Salzburg und wohnte im später unter Ferdinand IV. von Toskana so genannten "Toskanatrakt" neben der Alten Residenz in der Salzburger Altstadt, der heute als Universitätsgebäude genutzt wird. Von 1803 bis 1805 war Ferdinand III. Kurfürst von Salzburg und erhielt dann beim Wiener Kongress 1814 / 15 die Toskana wieder zurück.

Das Ende k. k. Österreichs in Italien

König Karl Albert von Sardinien hatte sich an die Spitze der nationalen Bewegung zur Einigung Italiens gestellt. Es begannen Schlachten mit den Österreichern in Oberitalien, u. a. bei Custozza (südwestlich von Verona am 25. Juni 1848) und bei Novara (westlich von Mailand am 23. März 1849). Österreich blieb dank Feldmarschall Radetzky siegreich. Doch dann wurden die Österreicher 1859/1860 aus Mailand und 1866 auch aus Venetien verdrängt. Mit Hilfe des französischen Kaisers Napoleon III. gelang es dem neuen König von Piemont-Sardinien, Viktor Emanuel II. (König von 1849 bis 1878), und seinem Minister Camillo Benso von Cavour, die Österreicher endgültig aus Oberitalien zu vertreiben: Am 4. Juni 1859 kam es zur Schlacht bei Magenta, westlich von Mailand, und am 24. Juni 1859 zur Schlacht bei Solferino (südlich des Gardasees) – beide Schlachten verloren die Österreicher. Allerdings erhielt Viktor Emanuel im Frieden von Zürich (10. November 1859) nur die Lombardei; das historische Venetien (heute: Veneto und Friaul-Julisch Venetien) blieb bis 1866 noch bei Österreich. Eine Welle nationaler Begeisterung führte schließlich zur Gründung des Königreichs Italien unter dem Haus Savoyen.

Einige Jahre später versuchte es König Viktor Emanuel abermals mit einem Krieg gegen Österreich, diesmal an der Seite Preußen. Italien verlor die Schlachten bei Custozza (24. Juni 1866) und zur See bei Lissa (20. Juli 1866). Da aber Österreich gegen Preußen in der Schlacht von Königgrätz unterlag, erhielt Italien im Wiener Frieden trotzdem Venetien. Österreich blieben somit weiterhin die aus italienisch-nationaler Sicht "unerlösten" Besitzungen Trentino und Küstenland (Julisch Venetien mit Triest und Istrien). Diese Teile musste Österreich nach dem Ersten Weltkrieg im Frieden von Saint-Germain (10. September 1919) an Italien abtreten. In den Dolomiten kämpfte im Ersten Weltkrieg das Salzburger Rainerregiment.

Personen aus dem heutigen Gebiet Italiens mit Salzburgbezügen

Neben den erwähnten Wurzeln des Salzburger Kurfürstentums in der Toskana und den in eigenen Artikeln beschriebenen Beziehungen zu Südtirol, Trentino, der Republik Venedig und dem Küstenland um Triest stammten viele Künstler aus Italien, die in Salzburg lebten oder arbeiteten. Unter anderem:

Weitere Salzburgbezüge

Am 17. Oktober 1771 fand die Uraufführung von Ascanio in Alba in Mailand statt, ein erneuter Triumph für Mozart.

Der italienische Präsident Sergio Mattarella am 2. Juli 2019 am Salzburger Flughafen.

Bei der von der jüdischen Organisation Bricha organisierten sogenannten Krimmler Judenflucht überquerten im Sommer 1947 5 000 jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa den Krimmler Tauern nach Italien.

Im Bundesland Salzburg gibt es "Italienische Tage" (z. B. Italienische Tage Hallein) und "Italienische Nächte" (z. B. Italienische Nacht Hallein), bei denen italienische Marktfahrer italienische Produkte sowie italienische Musik anbieten. Die Sprachschule Società Dante Alighieri Salzburg bietet italienische Sprachkurse in der Stadt Salzburg an.

Seit 2001 bemüht sich ein Team aus Salzburg, die bei uns ausgestorbenen Waldrappe in einem Zuchtprojekt aufzuziehen und mittels Ultraleichtflugzeug über die Alpen in ihr Winterquartier in der Maremma in der südlichen Toskana zu führen.

Am 2. Juli 2019 kam der italienische Präsident Sergio Mattarella zu einem Staatsbesuch in die Stadt Salzburg. Mag. Eduard Mainoni ist Honorarkonsul der Republik Italien in Salzburg.

Weiterführend

Für Informationen zum Thema Italienische Republik, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.

Quellen

Einzelnachweis

  1. vgl. den Wikipedia‑Artikel "Lombardo-Venetien"