Karolinenbrücke: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Karolinenbrücke''' ist die südlichste Autobrücke im [[Salzburg|Stadtgebiet]] von Salzburg und verbindet den [[Äußerer Stein|Äußeren Stein]] mit [[Nonntal]] und [[Kaiviertel]].
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[[Datei:Karolinenbruecke Justizgebäude Nonnberg.jpg|thumb|Die Karolinenbrücke, im Hintergrund von Links: die [[Polizeikaserne]], das [[Justizgebäude Salzburg]] und darüber die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]].]]
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Die '''Karolinenbrücke''', auch ''Nonntaler Brücke'' genannt, ist eine [[Brücke über die Salzach]] in der [[Stadt Salzburg]].
  
[[Bild:Karolinenbruecke.jpg|thumb|250px|die Karolinenbrücke, im Hintergrund das [[Salzburger Landesgerichtsgebäude|Landesgerichtsgebäude]], über den man den Salzburger Gipfel des [[Untersberg]]s erkennen kann sowie rechts das [[Stift Nonnberg]]]]
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== Geografie ==
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Sie ist die südlichste Straßenbrücke, die zur Gänze<ref>Die südlicher gelegene [[Hellbrunner Brücke]] gehört je zur Hälfte der [[Stadtgemeinde Salzburg]] und der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Elsbethen]]. Quelle [[Digitaler Stadtplan von Salzburg]].</ref> innerhalb der Grenzen der Stadt Salzburg steht. Sie verbindet die Stadtteile [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrige Altstadt]] ([[Äußerer Stein]]) und [[Nonntal]] und ist sowohl für Autoverkehr, Radfahrer als auch Fußgänger benutzbar.
  
==Geschichte==
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[[Datei:Karolinenbrücke-Durchblick.jpg|thumb|Karolinenbrücke-Durchblick.]]
Die erste Brücke wurde unter [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Rudolf Biebl]] errichtet und am [[2. Februar]] [[1884]] eröffnet.
 
  
Das Tragwerk mit zwei Hauptträgern der zweiten, zwischen [[1936]] und [[1937]] errichteten Brücke, ist als reines Stahltragwerk ausgelegt. Bei einer routinemäßigen Brückenprüfung wurden Risse an Schweißnähten festgestellt. Diese sind auf die erhöhter Verkehrsbeanspruchung und zu geringe Festigkeit der Werkstoffeigenschaften zurück zuführen. Man entschied sich für eine Tragwerksverstärkung. Eine übliche Verstärkung der Ober- und Untergurte der Hauptträger schied jedoch aus wirtschaftlichen und fertigungstechnischen Gründen aus (stark eingeschränkte Schweißeignung des Altbestandes), so dass eine über der Fahrbahn liegende eigenständige Verstärkungskonstruktion in Form von zusätzlichen Hauptträgern angeordnet wurde.  
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== Geschichte ==
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Im Raum der heutigen Brücke bestand bereits seit [[1722]] eine [[Überfuhr (Begriff)|Überfuhr]].
  
Diese Verstärkungsmaßnahmen wurden im Oktober [[2004]] begonnen und waren nach sechs Wochen abgeschlossen.  
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=== Erste Brücke ===
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[[1858]]–[[1859]] wurde die erste Brücke aus Holz errichtet. Diese stand etwa 60&nbsp;m weiter flussaufwärts als die heutige Brücke. Benannt wurde diese nach der in Salzburg sehr beliebten Mäzenin [[Karoline Auguste von Bayern]] (* [[1792]]; † [[1873]]), [[Österreich#Kaisertum Österreich bis 1867|Kaiserin von Österreich]], welche nach dem Tod ihres Mannes [[Franz I.]] auch in der Stadt Salzburg und in der Gemeinde [[Aigen (Gemeinde)|Aigen]] gelebt hatte. An der Eröffnung der Brücke am [[23. Juli]] 1859 hatte sie persönlich teilgenommen.  
  
==Weblinks==
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Für die Überquerung der Brücke war eine [[Brückenmaut]] zu entrichten. Das Mauthaus stand im Bereich des [[Kaiviertel]]s. Die Einhebung wurde jährlich verpachtet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18600928&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], "[[Salzburger Zeitung]]", 28. September 1860, Seite 5</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18601003&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=3 ANNO], "Salzburger Zeitung", 3. Oktober 1860, Seite 3</ref> Mit der Brückenmaut wurden die Kosten der Errichtung und Instandhaltung, die von der Stadtgemeinde getragen wurden, auf alle Nutzer (nicht nur die Stadtbewohner) umgelegt.  
* [http://www.stadt-salzburg.at/historischeratlas/br2.htm historische Ansichten]
 
  
==Quellen==
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[[Datei:Karolinenbrücke vor 1905.jpg|thumb|(Zweite Brücke) Karolinenbrücke vor 1905.]]
* Internet
 
  
[[Kategorie:Salzburg]]
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[[1896]] erwarb der bisherige "Gruberwirt" Benedikt Trautmann († [[24. Juli]] [[1899]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18990726&query=%22Benedikt+Trautmann%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 26. Juli 1899, Seite 3</ref>) den an der Straße nach [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] gelegenen [[Gasthof zum Noisternig|Gasthaus zur Kassupp'n]]. Trautmann bewirkte [[1875]] die Versetzung der vom bedeutenden Salzburger [[Barock]]<nowiki>bildhauer</nowiki> [[Josef Anton Pfaffinger]] (* [[1684]]; † [[1758]]) geschaffene [[Heiliger Nepomuk auf der Glanbachrücke|Statue]] des "Brückenheiligen", des hl. [[Johannes Nepomuk]] (Schutzpatrons vor Wassergefahren) von der alten Karolinenbrücke an die steinerne [[Nepomukbrücke]].<ref>Artikel "[[Gasthof_zum_Noisternig#Geschichte|Gasthof zum Noisternig]]", beruhend auf [[Peter Kramml]], [[Franz Lauterbacher]], [[Guido Müller]] (Hrsg.): ''Maxglan. Hundert Jahre Pfarre 1907–2007. Salzburgs zweitgrößter Stadtfriedhof. Mit 120 Biographien bekannter, bemerkenswerter und berühmter Persönlichkeiten.'' Salzburg 2007.</ref> 
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[[1884]] wurde die alte hölzerne Brücke abgetragen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18831229&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=10 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", 29. Dezember 1883, Seite 10</ref>
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=== Zweite Brücke ===
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Die zweite Brücke, gelegen an der heutigen Stelle, wurde [[1883]]–1884 unter [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Rudolf Biebl (Bürgermeister)|Rudolf Biebl]] als Eisenkonstruktion<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18831107&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=2 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", 7. November 1883, Seite 2</ref> errichtet und am [[2. Februar]] 1884 eröffnet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18840129&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], "Salzburger Volksblatt", 29. Jänner 1884, Seite 5</ref> Die Fachwerkkonstruktion bestand aus drei hintereinander liegenden Brückenteilen, je 33,32 m lang und in Verbundbauweise aus Stahlprofilen zusammengesetzt.<ref>[http://www.brueckenweb.de/2content/datenbank/bruecken/3brueckenblatt.php?bas=13140 www.brueckenweb.de]</ref>
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[[Datei:Karolinenbrücke 1906.jpg|thumb|(Zweite Brücke) Karolinenbrücke 1906.]]
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Vor und während der Errichtung gab es erhebliche Zweifel an der Fundamentierungsmethode der Brücke.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18831115&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=1 ANNO], "Salzburger Chronik", 15. November 1883, Seite 1</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18831116&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=1 ANNO], "Salzburger Chronik", 16. November 1883, Seite 1</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18831122&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=1 ANNO], "Salzburger Volksblatt", 22. November 1883, Seite 1</ref> Tatsächlich erwies sich die Tragfähigkeit und Stabilität später für das Gewicht der damals hier darüber führenden [[Salzburger Lokalbahn]], die [[Salzburger Dampftramway]], die 1886 eröffnet wurde, als nicht ausreichend. Bis [[2. Oktober]] [[1938]]  führten über die Karolinenbrücke noch die Straßenbahnschienen der zunächst noch [[Salzburger Dampftramway]], später dann der [[Rote Elektrische|Roten Elektrischen]].
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[[1908]] wurde die Brücke verstärkt.
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[[Datei:Karolinenbrücke um1908 Stadtarchiv Salzburg.jpg|thumb|Die Karolinenbrücke um 1908.]]
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Für die Überquerung wurde wiederum eine Brückenmaut für die nächsten 20 Jahre einhoben.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18831111&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=2 ANNO], Salzburger Chronik, 11. November 1883, Seite 2</ref> [[1885]] wurde die Maut für Zug-, Trag- und Triebvieh ermäßigt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18850509&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=15 ANNO], "Salzburger Volksblatt", 9. Mai 1885, Seite 15</ref> [[1889]] wurde die Mautpflicht auf eine [[Krone]] pro Person eingeschränkt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18890205&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=4 ANNO], "Salzburger Chronik", 5. Februar 1889, Seite 4</ref>
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=== Dritte Brücke ===
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[[1914]] stimmte der [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] einer Neuerrichtung der Karolinenbrücke zu.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19140310&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=6 ANNO], "[[Salzburger Wacht]]", 10. März 1914, Seite 6</ref>
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Um die Belastung zu verringern, mussten die Passagiere der "[[Rote Elektrische|Roten Elektrische]]", der ersten elektrisch betriebene [[Salzburger Lokalbahn|Stadt- und Lokalbahn]], ab [[3. Mai]] [[1937]] zum Überqueren der Brücke aussteigen. Auf diesen kuriosen Eintrag unter zwei historischen Fotos von der Karolinenbrücke stieß im Sommer [[2025]] die Archivarin des [[ÖAMTC Salzburg]], Aloisia Gurtner, beim Stöbern in einem alten Fotoalbum. Die Fotos vom 3. Mai 1937 zeigen die Straßenbahn, die damals noch über die Brücke fuhr. Die Waggons der Roten Elektrischen sind leer, daneben gehen Leute zu Fuß über die Brücke. Unter den Bildern ist vermerkt: "Infolge Gebrechlichkeit der Karolinenbrücke dürfen die Züge keine Personen befördern. Die Passagiere müssen vor der Brücke den Zug verlassen und dürfen nach der Brücke wieder einsteigen."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/auch-karolinenbruecke-salzburg-strassenbahnfahrgaeste-fuss-bruecke-181013530 www.sn.at], 7. Juli 2025, mit den beiden Bildern</ref>
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Erst am [[7. März]] [[1938]] wurde dann mit der dringend notwendigen Erneuerung der Karolinenbrücke tatsächlich begonnen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19380307&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=9 ANNO], Salzburger Chronik, 7. März 1938, Seite 9</ref> Während der Bauzeit der neuen Brücke musste eine Notbrücke zur Aufrechterhaltung des Verkehrs über die Salzach errichtet werden. Die bisherige Karolinenbrücke wurde deshalb am [[12. April]] 1938 um 16,5 Meter flussaufwärts verschoben, dort auf Holzjoche gelagert und diente nach einer Belastungsprobe dann als Notbrücke während der Neubauphase.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19371229&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=9 ANNO], Allgemeiner Tiroler Anzeiger, 29. Dezember 1937, Seite 9</ref> Der durch den [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] bedingte Mangel an Arbeitskräften verzögerte den Bau. Im Herbst [[1939]] wurde die neue Brücke dem Verkehr übergeben.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19390909&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], "Salzburger Volksblatt", 9. September 1939, Seite 8</ref>
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Die neue Brücke wurde als Stahlbetonbalkenbrücke gebaut und erhielt unter Beibehaltung der bisherigen Brückenachse zwei Flusspfeiler, die neben den alten errichtet wurden. Mit den Stützweiten von 30, 45 und 30 Metern sollte die Brücke eine Gesamtlänge von 105 Metern erreichen. Die Fahrbahn erhielt eine lichte Breite von zehn Metern, an die sich beiderseits 2,20 Meter breite Gehwege anschlossen. Das Längsgefälle auf der Brücke betrug in den Endfeldern 1,5 Prozent. Im Mittelfeld wurde zwischen den beiden Gefällerichtungen ein parabelförmiger Übergang geschaffen. Fahrbahn und Gehsteig wurden mit einem seitlichen Gefälle von zwei Prozent ausgeführt. Zum Schutz gegen den Eisstoß wurden flussaufwärts die Pfeilervorköpfe mit Granitquadern verkleidet. Alle übrigen Sichtflächen der Flusspfeiler und Widerlager wurden in Vorsatzbeton mit Hartgestein hergestellt und fein gespitzt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19380115&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], Salzburger Chronik, 15. Jänner 1938, Seite 5</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19380115&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=8 ANNO], "Salzburger Volksblatt", 15. Jänner 1938, Seite 8</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19380131&query=%22karolinenbr%c3%bccke%22&seite=3 ANNO], "Salzburger Chronik", 31. Jänner 1938, Seite 3</ref><ref>[http://de.structurae.de/structures/data/index.cfm?id=s0043453 Karolinenbrücke auf structurae.de]</ref>
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[[1979]] kam es zu einer Sanierung der Brücke.
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[[1990]]–[[1991]] wurde die Karolinenbrücke um weit auskragende [[Radweg|Rad]]- und Gehwege erweitert. Bei einer routinemäßigen Brückenprüfung wurden Risse an Schweißnähten festgestellt. Diese sind auf die erhöhte Verkehrsbeanspruchung und zu geringe Festigkeit der Werkstoffeigenschaften zurückzuführen. Man entschied sich für eine Tragwerksverstärkung. Eine übliche Verstärkung der Ober- und Untergurte der Hauptträger schied aus wirtschaftlichen und fertigungstechnischen Gründen aus (stark eingeschränkte Schweißeignung des Altbestandes), so dass eine über der Fahrbahn liegende eigenständige Verstärkungskonstruktion in Form von zusätzlichen Hauptträgern angeordnet wurde. Diese Verstärkungsmaßnahmen wurden im Oktober [[2004]] begonnen und waren nach sechs Wochen abgeschlossen.
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[[Datei:Karolinenbrücke Gedenktafel.jpg|thumb|Karolinenbrücke Erbaut [[1936]] und Relief Wappen der [[Stadt Salzburg]] am Brückenkopf [[Rudolfskai]].]]
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[[2005]]–[[2006]] wurden die Brückenkonstruktion durch neue Brückenbögen verstärkt (Stabbogenbrücke). Der durch Sprödbruchgefahr bedrohte Stahlhauptträger der Verbundkonstruktion wurde mit je drei hintereinanderliegenden Bögen in zwei Ebenen oberhalb der Fahrbahn verstärkt und Fehlstellungen der Stelzenlager und des ausgerissenen Brückenfestpunktes saniert. Die Karolinenbrücke ist nun eine dreifedrige Balkenbrücke mit obenliegender nicht im Verbund mit den beiden stählernen Hauptträgern mitwirkender Betonfahrbahnplatte.<ref>[https://www.tugraz.at/institute/isb/drittmittelprojekte/karolinenbruecke-salzburg/ www.tugraz.at/karolinenbruecke-salzburg]</ref><ref>[https://www.sbv-ztgmbh.at/referenzen/sanierung.php www.sbv-ztgmbh.at]</ref>
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=== Vierte Brücke ===
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Die Karolinenbrücke muss neu gebaut werden. Eine Sanierung komme nicht mehr in Frage. Zu dieser Einschätzung kamen im Frühjahr [[2025]] Fachleute von [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt]] und [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]]. Gefahr sei nicht in Verzug, doch bis zum Jahr [[2030]] sollte die neue Brücke stehen. Ein Neubau der Brücke sei alternativlos. Die größte Sorge bereiten die Brückenpfeiler - genauer gesagt ihr Untergrund, der berüchtigte Seeton. Schon das nächste Hochwasser könnte schwerwiegende Folgen haben. Der Neubau der Brücke soll ohne Pfeiler auskommen. Die Bautätigkeit wird zwei Jahre dauern.  Die Überlegungen sehen vor die bestehende Nonntaler-Brücke flussabwärts zu verschieben. Sie würde dann während der Bauarbeiten als provisorische Querung der Salzach dienen. Erste Kostenschätzungen für eine neue Karolinenbrücke belaufen sich auf 20 Millionen Euro.<ref name="StaN2025">[https://www.sn.at/salzburg/chronik/karolinenbruecke-salzburg-hochwassergefahr-pfeiler-179355121 www.sn.at], "[[Stadtnachrichten]]" vom 2. Juni 2025</ref>
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== Daten ==
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Rund 36&nbsp;000 Fahrzeuge fuhren 2012 täglich über die Nonntaler Brücke.<ref>[https://salzburg.orf.at/v2/news/stories/2567345/ salzburg.orf.at, 16.01.2013]</ref> 2025 waren es täglich 27&nbsp;000 Fahrzeuge, 2&nbsp;600 Radfahrer und 1&nbsp;400 Fußgänger, die die Brücke benutzten.<ref name="StaN2025" />
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== Plätze an den Brückenköpfen ==
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* [[Rudolfsplatz]] im Südwesten
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* [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] im Nordosten
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== Bilder ==
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* {{Commonscat|Karolinenbrücke (Salzburg)}}
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== Weblinks ==
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* [http://www.stadt-salzburg.at/historischeratlas/br2.htm www.stadt-salzburg.at], Historische Atlas, Bilder der verschiedenen Karolinenbrücken
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* [https://kulturerleben.salzburgresearch.at/poi/karolinenbruecke-2/ www.kulturerleben.salzburgresearch.at/Karolinenbrücke/historische Ansichten]
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== Quellen ==
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* [[Thomas Weidenholzer |Weidenholzer, Thomas]]; [[Guido Müller|Müller, Guido]]: ''Salzburgs alte und neue Brücken über die Salzach'', [[Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg]] Nr. 15, 2001 {{Quelle Franz Martin}}
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* "[[Salzburger Volksblatt]]", 9. April 1938, S. 8. und 12.April 1938, S. 10., Zeitungsdokumentation von [[Siegfried Göllner|Göllner, Siegfried]] über das Jahr 1938, Seite 279
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== Einzelnachweise ==
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<references />
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Nonntal]]
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[[Kategorie:Altstadt]]
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[[Kategorie:Altstadt (rechtes Salzachufer)]]
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[[Kategorie:Äußerer Stein]]
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[[Kategorie:Architektur]]
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[[Kategorie:Infrastruktur]]
 
[[Kategorie:Brücke]]
 
[[Kategorie:Brücke]]

Aktuelle Version vom 14. Januar 2026, 08:29 Uhr

Die Karolinenbrücke, im Hintergrund von Links: die Polizeikaserne, das Justizgebäude Salzburg und darüber die Benediktinerinnenabtei Nonnberg.

Die Karolinenbrücke, auch Nonntaler Brücke genannt, ist eine Brücke über die Salzach in der Stadt Salzburg.

Geografie

Sie ist die südlichste Straßenbrücke, die zur Gänze[1] innerhalb der Grenzen der Stadt Salzburg steht. Sie verbindet die Stadtteile rechtsufrige Altstadt (Äußerer Stein) und Nonntal und ist sowohl für Autoverkehr, Radfahrer als auch Fußgänger benutzbar.

Karolinenbrücke-Durchblick.

Geschichte

Im Raum der heutigen Brücke bestand bereits seit 1722 eine Überfuhr.

Erste Brücke

18581859 wurde die erste Brücke aus Holz errichtet. Diese stand etwa 60 m weiter flussaufwärts als die heutige Brücke. Benannt wurde diese nach der in Salzburg sehr beliebten Mäzenin Karoline Auguste von Bayern (* 1792; † 1873), Kaiserin von Österreich, welche nach dem Tod ihres Mannes Franz I. auch in der Stadt Salzburg und in der Gemeinde Aigen gelebt hatte. An der Eröffnung der Brücke am 23. Juli 1859 hatte sie persönlich teilgenommen.

Für die Überquerung der Brücke war eine Brückenmaut zu entrichten. Das Mauthaus stand im Bereich des Kaiviertels. Die Einhebung wurde jährlich verpachtet.[2][3] Mit der Brückenmaut wurden die Kosten der Errichtung und Instandhaltung, die von der Stadtgemeinde getragen wurden, auf alle Nutzer (nicht nur die Stadtbewohner) umgelegt.

(Zweite Brücke) Karolinenbrücke vor 1905.

1896 erwarb der bisherige "Gruberwirt" Benedikt Trautmann († 24. Juli 1899[4]) den an der Straße nach Reichenhall gelegenen Gasthaus zur Kassupp'n. Trautmann bewirkte 1875 die Versetzung der vom bedeutenden Salzburger Barockbildhauer Josef Anton Pfaffinger (* 1684; † 1758) geschaffene Statue des "Brückenheiligen", des hl. Johannes Nepomuk (Schutzpatrons vor Wassergefahren) von der alten Karolinenbrücke an die steinerne Nepomukbrücke.[5]

1884 wurde die alte hölzerne Brücke abgetragen.[6]

Zweite Brücke

Die zweite Brücke, gelegen an der heutigen Stelle, wurde 1883–1884 unter Bürgermeister Rudolf Biebl als Eisenkonstruktion[7] errichtet und am 2. Februar 1884 eröffnet.[8] Die Fachwerkkonstruktion bestand aus drei hintereinander liegenden Brückenteilen, je 33,32 m lang und in Verbundbauweise aus Stahlprofilen zusammengesetzt.[9]

(Zweite Brücke) Karolinenbrücke 1906.

Vor und während der Errichtung gab es erhebliche Zweifel an der Fundamentierungsmethode der Brücke.[10][11][12] Tatsächlich erwies sich die Tragfähigkeit und Stabilität später für das Gewicht der damals hier darüber führenden Salzburger Lokalbahn, die Salzburger Dampftramway, die 1886 eröffnet wurde, als nicht ausreichend. Bis 2. Oktober 1938 führten über die Karolinenbrücke noch die Straßenbahnschienen der zunächst noch Salzburger Dampftramway, später dann der Roten Elektrischen.

1908 wurde die Brücke verstärkt.

Die Karolinenbrücke um 1908.

Für die Überquerung wurde wiederum eine Brückenmaut für die nächsten 20 Jahre einhoben.[13] 1885 wurde die Maut für Zug-, Trag- und Triebvieh ermäßigt.[14] 1889 wurde die Mautpflicht auf eine Krone pro Person eingeschränkt.[15]

Dritte Brücke

1914 stimmte der Gemeinderat einer Neuerrichtung der Karolinenbrücke zu.[16]

Um die Belastung zu verringern, mussten die Passagiere der "Roten Elektrische", der ersten elektrisch betriebene Stadt- und Lokalbahn, ab 3. Mai 1937 zum Überqueren der Brücke aussteigen. Auf diesen kuriosen Eintrag unter zwei historischen Fotos von der Karolinenbrücke stieß im Sommer 2025 die Archivarin des ÖAMTC Salzburg, Aloisia Gurtner, beim Stöbern in einem alten Fotoalbum. Die Fotos vom 3. Mai 1937 zeigen die Straßenbahn, die damals noch über die Brücke fuhr. Die Waggons der Roten Elektrischen sind leer, daneben gehen Leute zu Fuß über die Brücke. Unter den Bildern ist vermerkt: "Infolge Gebrechlichkeit der Karolinenbrücke dürfen die Züge keine Personen befördern. Die Passagiere müssen vor der Brücke den Zug verlassen und dürfen nach der Brücke wieder einsteigen."[17]

Erst am 7. März 1938 wurde dann mit der dringend notwendigen Erneuerung der Karolinenbrücke tatsächlich begonnen.[18] Während der Bauzeit der neuen Brücke musste eine Notbrücke zur Aufrechterhaltung des Verkehrs über die Salzach errichtet werden. Die bisherige Karolinenbrücke wurde deshalb am 12. April 1938 um 16,5 Meter flussaufwärts verschoben, dort auf Holzjoche gelagert und diente nach einer Belastungsprobe dann als Notbrücke während der Neubauphase.[19] Der durch den Krieg bedingte Mangel an Arbeitskräften verzögerte den Bau. Im Herbst 1939 wurde die neue Brücke dem Verkehr übergeben.[20]

Die neue Brücke wurde als Stahlbetonbalkenbrücke gebaut und erhielt unter Beibehaltung der bisherigen Brückenachse zwei Flusspfeiler, die neben den alten errichtet wurden. Mit den Stützweiten von 30, 45 und 30 Metern sollte die Brücke eine Gesamtlänge von 105 Metern erreichen. Die Fahrbahn erhielt eine lichte Breite von zehn Metern, an die sich beiderseits 2,20 Meter breite Gehwege anschlossen. Das Längsgefälle auf der Brücke betrug in den Endfeldern 1,5 Prozent. Im Mittelfeld wurde zwischen den beiden Gefällerichtungen ein parabelförmiger Übergang geschaffen. Fahrbahn und Gehsteig wurden mit einem seitlichen Gefälle von zwei Prozent ausgeführt. Zum Schutz gegen den Eisstoß wurden flussaufwärts die Pfeilervorköpfe mit Granitquadern verkleidet. Alle übrigen Sichtflächen der Flusspfeiler und Widerlager wurden in Vorsatzbeton mit Hartgestein hergestellt und fein gespitzt.[21][22][23][24]

1979 kam es zu einer Sanierung der Brücke.

19901991 wurde die Karolinenbrücke um weit auskragende Rad- und Gehwege erweitert. Bei einer routinemäßigen Brückenprüfung wurden Risse an Schweißnähten festgestellt. Diese sind auf die erhöhte Verkehrsbeanspruchung und zu geringe Festigkeit der Werkstoffeigenschaften zurückzuführen. Man entschied sich für eine Tragwerksverstärkung. Eine übliche Verstärkung der Ober- und Untergurte der Hauptträger schied aus wirtschaftlichen und fertigungstechnischen Gründen aus (stark eingeschränkte Schweißeignung des Altbestandes), so dass eine über der Fahrbahn liegende eigenständige Verstärkungskonstruktion in Form von zusätzlichen Hauptträgern angeordnet wurde. Diese Verstärkungsmaßnahmen wurden im Oktober 2004 begonnen und waren nach sechs Wochen abgeschlossen.

Karolinenbrücke Erbaut 1936 und Relief Wappen der Stadt Salzburg am Brückenkopf Rudolfskai.

20052006 wurden die Brückenkonstruktion durch neue Brückenbögen verstärkt (Stabbogenbrücke). Der durch Sprödbruchgefahr bedrohte Stahlhauptträger der Verbundkonstruktion wurde mit je drei hintereinanderliegenden Bögen in zwei Ebenen oberhalb der Fahrbahn verstärkt und Fehlstellungen der Stelzenlager und des ausgerissenen Brückenfestpunktes saniert. Die Karolinenbrücke ist nun eine dreifedrige Balkenbrücke mit obenliegender nicht im Verbund mit den beiden stählernen Hauptträgern mitwirkender Betonfahrbahnplatte.[25][26]

Vierte Brücke

Die Karolinenbrücke muss neu gebaut werden. Eine Sanierung komme nicht mehr in Frage. Zu dieser Einschätzung kamen im Frühjahr 2025 Fachleute von Stadt und Land Salzburg. Gefahr sei nicht in Verzug, doch bis zum Jahr 2030 sollte die neue Brücke stehen. Ein Neubau der Brücke sei alternativlos. Die größte Sorge bereiten die Brückenpfeiler - genauer gesagt ihr Untergrund, der berüchtigte Seeton. Schon das nächste Hochwasser könnte schwerwiegende Folgen haben. Der Neubau der Brücke soll ohne Pfeiler auskommen. Die Bautätigkeit wird zwei Jahre dauern. Die Überlegungen sehen vor die bestehende Nonntaler-Brücke flussabwärts zu verschieben. Sie würde dann während der Bauarbeiten als provisorische Querung der Salzach dienen. Erste Kostenschätzungen für eine neue Karolinenbrücke belaufen sich auf 20 Millionen Euro.[27]

Daten

Rund 36 000 Fahrzeuge fuhren 2012 täglich über die Nonntaler Brücke.[28] 2025 waren es täglich 27 000 Fahrzeuge, 2 600 Radfahrer und 1 400 Fußgänger, die die Brücke benutzten.[27]

Plätze an den Brückenköpfen

Bilder

 Karolinenbrücke – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Karolinenbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Die südlicher gelegene Hellbrunner Brücke gehört je zur Hälfte der Stadtgemeinde Salzburg und der Flachgauer Gemeinde Elsbethen. Quelle Digitaler Stadtplan von Salzburg.
  2. ANNO, "Salzburger Zeitung", 28. September 1860, Seite 5
  3. ANNO, "Salzburger Zeitung", 3. Oktober 1860, Seite 3
  4. ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 26. Juli 1899, Seite 3
  5. Artikel "Gasthof zum Noisternig", beruhend auf Peter Kramml, Franz Lauterbacher, Guido Müller (Hrsg.): Maxglan. Hundert Jahre Pfarre 1907–2007. Salzburgs zweitgrößter Stadtfriedhof. Mit 120 Biographien bekannter, bemerkenswerter und berühmter Persönlichkeiten. Salzburg 2007.
  6. ANNO, "Salzburger Volksblatt", 29. Dezember 1883, Seite 10
  7. ANNO, "Salzburger Chronik", 7. November 1883, Seite 2
  8. ANNO, "Salzburger Volksblatt", 29. Jänner 1884, Seite 5
  9. www.brueckenweb.de
  10. ANNO, "Salzburger Chronik", 15. November 1883, Seite 1
  11. ANNO, "Salzburger Chronik", 16. November 1883, Seite 1
  12. ANNO, "Salzburger Volksblatt", 22. November 1883, Seite 1
  13. ANNO, Salzburger Chronik, 11. November 1883, Seite 2
  14. ANNO, "Salzburger Volksblatt", 9. Mai 1885, Seite 15
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  16. ANNO, "Salzburger Wacht", 10. März 1914, Seite 6
  17. www.sn.at, 7. Juli 2025, mit den beiden Bildern
  18. ANNO, Salzburger Chronik, 7. März 1938, Seite 9
  19. ANNO, Allgemeiner Tiroler Anzeiger, 29. Dezember 1937, Seite 9
  20. ANNO, "Salzburger Volksblatt", 9. September 1939, Seite 8
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  22. ANNO, "Salzburger Volksblatt", 15. Jänner 1938, Seite 8
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  24. Karolinenbrücke auf structurae.de
  25. www.tugraz.at/karolinenbruecke-salzburg
  26. www.sbv-ztgmbh.at
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