Kobler-Spängler-Briefe von 1887 bis 1889
In diesem Artikel werden die Kobler-Spängler-Briefe von 1887 bis 1889 aus einem Privatarchiv veröffentlicht.
Einleitung
Die Kobler-Spängler-Briefe bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von Franz II. Xaver Gregor Spängler (* 1839; † 1912).
Über die Korrespondenz
Über seine Tochter Johanna Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* 1917; † 2001), verheiratet Saska in Krems, an Otto Holzapfel (* 1941) in Freiburg im Breisgau in Deutschland.
Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen Franziska "Fanny" Kobler (* 1796; † 1886) und Franz Francesco Castelli (* 1796; † 1832). Deren Tochter Zäzilia Amalia Kobler wird 1821 geboren und heiratet 1846 Richard Franz Schlegel, stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes 1848. Diese Tochter, Franziska "Fanni" Schlegel (* 1848; † 1905), heiratet 1872 in der Stadt Salzburg den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".[1]
1887
siehe auch Oktober bis Dezember 1871 "1871 und 1884, 1887" Briefe [...] Briefe von Kollegen, Salzburg 1887 mit Brief von Fanni in Pottenstein an Franz in Krems mit Umschlag "1887". Und ebendort Karten-Brief Pottenstein 6. 4. 1887 Fanni an Franz.
Brief vom 17. und 18. April 1887 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler
[Nr. 18[2]] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler am 17. und 18. April 1887:
Krems 17 April 1887/ Liebste Fanni! Ich habe dir heute nur eine Karte geschickt, da ich mit dem Brief aus verschiedenen Gründen nicht fertig zu werden glaube u ich dich nicht ohne Nachricht lassen will. Und nun zur Wohnungsfrage. Ich habe also gestern Abends mit Hauptmann Hartmann conferirt, u. das Resultat ist folgendes: Er behält mit Rücksicht darauf dß er möglicher Weise im Herbste wieder hierher transferirt wird die Wohnung als Miether, ist aber bereit vom Mai-Termin an die Wohnung bis Aug od[er] Nov 1887 zu überlassen; falls er nicht hierher zurückkäme, könnten wir dieselbe dann ganz übernehmen; falls er aber hierher zurückkäme, müßten wir dieselbe räumen. Das ist nun freilich keine angeneme Aussicht! Anderseits wurde mir von mehrer Seiten gesagt, dß, so empfehlenswerth die Wohnung für den Sommer sei, dieselbe doch im Winter wegen der einsamen Lage u des geringen Verkehrs in dieser Gegend der Stadt manches unangenehme habe; da wäre es also vielleicht doch nicht so böse, wenn wir im Herbste in eine andere Wohnung ziehen müßten.
Die gestrige Karte, in der ich dir von der Wohnung in der Alleegaße 25 schrieb, hast du hoffentlich erhalten; diese Wohnung hätte manches für sich; ich füge hier eine Skizze bei, mit f. sind die Fenster, mit t die Thüren bezeichnet, die Alleegasse ist durch die Anlagen von der Stadt getrennt, aber die Entfernung ist auch nicht groß. - [hier ist eine Skizze in den Text eingefügt: 3 Zimmer + Eßzimmer + Küche + Cabinet + Vorzimmer + Vorratsraum (?) + Abort] - Garten ist bei dieser Wohnung freilich keiner, wohl eben ein Hof, in dem sich die Kinder herumtummeln könnten/ Diese Herzog’schen Häuser sollen wie ich hörte auch 2 Unannehmlichkeiten haben, namlich einerseits dß die Wände u. Böden so dünn sind, dß man von einer Wohnung in die andere alles lautere Gespräch hören soll, u. dß die Kanäle dort nur sehr geringes Gefälle haben, u daher im Sommer ziemlich riechen.
Nun ist mir heute von einer Wohnung in der Stadt, in der Gasse zwischen Hirschen u Kreisgericht gesagt worden, die auch bis Mai frei werden soll; hierüber werde ich erst morgen näheres erfahren, u. dann dir gleich darüber schreiben/ Heute habe ich meine Besuche begonnen, u. war bei allen Advokaten (bis auf einen, zu dem ich morgen gehen werde) bei den 2 Notaren, dem Probste, der Frau Präsidentin u. der einen Familie Kreza, aber zufällig gerade bei jener, an welche der Brief nicht gerichtet war. Ich werde überall recht freundlich empfangen, u es haben mir auch die sämtlichen Herren einen ganz günstigen Eindruck gemacht. Die Frau Präsidentin ist eine lebhafte Frau von Anfangs 40, recht freundlich, u. so wie auch der Präsident, durchaus nicht stolz. Sie hat gesagt, dß ich dich gewiß ihr aufführen soll, - (was sich ja von selbst versteht.) Wie ich höre, ladet sie die Frauen der Räthe ab [gestrichen?] öfters zu einer Cafevisite, der Präsident mitunter die Herren für Abends zu einer Spielparthie ein. - Der Probst ist ein einfacher würdiger Herr mit dem sich vielleicht auch ein geselliger Verkehr entwickeln kann. Jene Frau Kreza, die ich besuchte, scheint sehr nobel zu sein, u. kennt Zieken [?] nur oberflächlich; wenn nicht die andere Familie Kreza entgegenkommender ist, wird sich kaum ein näherer Verkehr entwickeln. - Bei Tscheheer [?] war ich schon am Tage deiner Abreise; er ist im Gesundheitszustande besser, als ich erwartet hatte, u. erinnerte sich in freundlicher Weise deines sel. Vaters.
Auch im Gasthause habe ich durch Präsident Schreer [?] u Rath Vogel, welche donnerstags Abends zum Hirschen kommen, u. mit den ich auch gestern Abends in einem anderen Gasthause zusammen war, unsere Herren von hier kennen gelernt, darunter den hiesigen Bürgermeister/ den Gymnasial Direktor (Piarist)/ den Realschuldirektor u. den Bürgerschuldirektor, dann einen ehemaligen Kaufmann Schumacher, Bruder des verstorbenen Professors in Salzburg. Auch ist einer der Direktoren, Namens Eberle, ein Salzburger, u. mit Alexi verwandt. Daneben sich auch 2 Wiener Schulinspektoren hier, die neben mir wohnen u. mit denen ich ebenfalls bekannt wurde. Neulich war ich in Stein, das übrigens ein Nest ersten Ranges ist, u. wo ich mir nicht denken kann, dß ordentliche Wohnungen zu haben wären; ich habe daher dort auch gar nicht nachgefragt - Montag 18 April
Soeben habe ich die Wohnung/ von der ich dir gestern schrieb angesehen. Sie besteht aus einem großen 1 kleineren Zimmer 1 Cabinet 1 Vorzimmner eine finstere Kammer 1 Küche; hat Fußboden mit harten KrXXzen (wie Parquetten), aber mit weißer Füllung, daher ziemlich uneben, schlechte Öfen, in der Küche gehört der Sparherd der Parthei; es ist überhaupt ein altes Haus. Die Wohnung wäre uns jedenfalls zu klein; ob eine der XXßenden Wohnungen, von welchen die eine sich die an einen Professor in Wien verheiratete Hausbesizerin als AbsteigeQuartier vorbehalten hat/ und die andere der Hausmeister innehat, dazr [?] zu bekommen wäre, kann ich erst in einigen Tagen erfahren; da der Advokat D Frestl [?], deshalb an die Hausbesitzerin schrieb/ Uebrigens wäre auch diese Wohnung erst bis August zu haben. - Was soll ich also machen? Soll ich mit Hptm. [Hauptmann] Hartmann auch auf die Gefahr hin bis November ausziehen zu müßen, abschließen? od[er] willst du mit der Uebersiedlung bis August warten? Soll ich den Garten dazu nehmen od[er] nicht? Wenn wir die Hartmann’sche Wohnung nehmen, so müßte die Uebersiedlung in der Woche zwischen 1. u. 8. Mai geschehen, da am 8 Mai d[er] eine der Räthe auf Urlaub geht, u ich daher denselben zu suppliren habe, daher am 8. jedenfalls wieder her sein müßte. - Mit Neunherz [?] habe ich verhandelt, u ich werde ihm wohl die Spedition übertragen; er glaubt, dß wir mit 2 Waggons ausreichen u meint, wir sollen den etwaigen Rest der Sachen - Kisten - als gewöhnliche Fracht aufgeben.
Es ist hohe Zeit, dß wir über die Wohnungsfrage endlich schlüßig werden. Mir wäre es am liebsten, wenn du selbst die noch in Frage stehenden Wohnungen ansehen würdest u. ich mit dir die Sache mündlich besprechen könnte. Wenn es dir also möglich wäre, an einem der nächsten Tage etwa donnerstags hierher zu kommen, wäre es mir sehr angenehm; ich bitte nur in diesem Falle um briefliche, eventuell telegrafische Nachricht/ - NB. Auf dem Schreibtische muß meine Aufs(ch)tellung über die abgesendeten Dankschreiben liegen geblieben sein; vielleicht kannst du sie mir in einem Briefe schiken, od[er] du bringst mir selben mit; auch der Glückwunsch-brief od[er] Karte von Pf Wiegand von Furth fehlt mir; du hast mir denselben eingegeben/ darüber ob Bügelofen u Wäschwelle [Wäschemangel] in der Wehrmannschen Villa vorhanden sind, mag ich erst genau durch Augenschein mich überzeugen gehen, da ich eben wegen der Wohnung dort noch nichts definitives sagen könnte. Deine mir heute zugekommene Karte hast du offenbar im Halbschlaf geschrieben; ich konnte mehreres garnicht lesen.
Daß die beiden Franzeln brav sind, freut mich zu hören; dagegen bin ich mit Rosa sehr unzufrieden, dß sie gar strafweise in der Schule bleiben mußte; ich laße ihr sagen, dß das nicht mehr vorkommen darf. - Sei samt den Kindern herzlich gegrüßt u geküßt von deinem trauen Franz - Krems 18/4 1887
Dr. Spängler und Familie sind 1887 eben dabei, nach Krems umzuziehen; der erste von drei fortlaufenden Briefen innerhalb weniger Tage (siehe auch die folgenden beiden Briefe). Vor allem bei der Schreibung einiger Familiennamen bin ich unsicher. Insgesamt ist die Schrift reichlich flüchtig, häufig abgekürzt, vielfach sind mehrere Wörter zusammengeschrieben; oft scheinen Wörter für den Zusammenhang zu fehlen, manches ist auch angeschrieben und dann ausgestrichen (hier nicht vermerkt). - "die beiden Franzeln": Franziska, geb. 1877; Franz Xaver, geb. 1883; "Rosa" geb. 1880.
Brief vom 20. April 1887 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler am 20. April 1887:
Liebste Fanni! Ich habe dir heute morgen hierherkommend nicht telegrafirt, weil ich wegen der Linde’schen Wohnung mich noch umsehen u. dir darüber schreiben wollte. - Ich habe selbe nun angesehen, u. berichte dir folgendes. - Die Wohnung ist im 2.Stocke in der Nähe der Realschule in einem ziemlich neugebauten Hause, hoch, hell troken, u mit schöner Aussicht; die Stiegen sind jedoch von Holz, u. daher eventuell feuergefährlich. Die Wohnung selbst besteht aus einem großen 2fenstrigen Zimmer, 2 Cabineten welche als solche ziemlich geräumig sind, einem Vorzimmer, sehr geräumer [?] heller Küche, u. einem abgesonderten kleinen Cabinete, ist also wohl ziemlich klein, wäre aber sogleich zu beziehen u. kostet inclusive Zinskreuzer 220 fl. [Gulden] - Ich füge auch hier eine Planskizze bei. [hier Skizze] Jedes Cabinet ist heizbar. Es ist wohl beim Hause ein kleiner Garten aber nicht zur Benutzung. Dagegen ist gerade vom Hause gegenüber der Park, der zwischen Realschule u Turnhalle liegt. - Der Abort ist ein gewöhnlicher, ist außerhalb der Wohnung u. stinkt, wie ich mich heute überzeugte, sehr stark. Die Wohnung würde nur sehr knapp für uns ausreichen. - Ich soll innerhalb einiger Tage dem LGR Linde Antwort geben.
Wie es bezüglich der Möglichkeit der Vergrößerung der Wohnung am "täglichen Markte" von der ich dir auch schrieb, stehe, habe ich noch nichts erfahren. - Also was thun? Kanst du freitags kommen, so wäre es mir sehr recht; denn wenn die Uebersiedlung in der 1.Mai-Woche geschehen soll, muß die Wohnungsfrage baldigst erledigt werden u. die Vereinbarung mit dem Spediteur getroffen werden. - Ich bitte dich, mir morgen nach Erhalt dieses Briefes baldmöglich zu telgrafiren, ob du am Freitag kommst; dann würde ich, wenn du kommst, mit dem Abschluße mit dem Hauptmann bis Freitag warten; andernfalls würde ich morgen oder freitags also doch mit Hptm Hartmann od dessen Frau abschließen. Was den Preis betrifft, so wird wohl schwerlich etwas abzuhandeln sein, besonders da wir ja hinsichtlich der Wohnung im Gedränge sind. Wegen der Wohnung Alleegasse 25 muß dich noch aufmerksam machen, dß nicht ungewiß, sondern nur wahrscheinlich ist, dß sie bis August frei wird; ich kann also bezüglich dieser Wohnung vorläufig nicht abschließen, habe aber von der Hptmannsfrau u von der Hausverwaltung das Versprechen, dß ich sofort verständigt werde, wenn die Wohnung wirklich frei wird. - Noch muß ich beifügen, dß es mir auch hinsichtlich der Uebersiedlung selbst angenehm wäre, wenn ich mit dir u. Neueferz [?] die Sache besprechen könnte. Wenn es dir also möglich ist, so komm freitags. Fahrst du aber nicht lieber über St Pölten? Du könntest dann am Rückweg dich in Wien aufhalten u zu Mina gehen. - Nun lebe wohl für heute! Hoffentlich übermorgen auf Wiedersehen. Morgen habe ich die 1. Verhandlung als Vorsizender zu führen! Dich und die Kinder herzlich grüßend und küßend - dein treuer Franz - Krems 20/4 1887
Brief vom 27. April 1887 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler: 27. April 1887, Brief aus Krems an Fanni: "Heute habe ich gar keine Nachricht von dir erhalten, doch will ich hoffen, daß du sammt den Kindern wohl bist..." verschicken einer Kiste, Schlüssel, Koffer... "Was die Geldesendung betrifft, so möchte ich gerne dir am 1. aus meinem Gehalte den Betrag von 100 fl. schicken; ich glaube es wird ja auch früh genug sein, so brauche ich nicht vor dem 1.5. Geld aus dem Postsparkassenbuch herauszunehmen, u. verliere daher auch keine Zinsen. Solltest du aber das Geld früher und mehr benöthigen, so schreibe es mir." ... "Dieser Tage habe ich an Otto und auch an die Mutter Schlegel geschrieben u. ihr ausführlich berichtet." ... "Dich und die Kinder herzlichst grüßen u. küßend dein treuer Franz."
Brief vom 29. April 1887 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler am 29. April 1887:
Liebste Fanni! Auch deine Karte vom Mittwoch habe ich erst heute früh erhalten, war daher unmöglich in der Lage/ dir bis heute Nachm. noch Nachricht zukommen zu lassen in betreff der Concert-Eintrittskarten vom Fahnweihfeste. Wir haben dieselben bisher aufgehoben, um sie vielleicht ein anderes Mal wieder zu verwenden; bisher fanden sie keine Verwendung, u werden wahrscheinlich auch später keine mehr finden; von mir aus kann darüber nach Belieben verfügt werden; mir wäre es aber angenehm, wenn du noch den Steuereinnehmer des Vereinskassier fragen würdest, ob er Werth darauf legt, diese Karten noch weiter aufzuheben; in diesem Falle bitte ich sie ihm zu übergeben, andernfalls kannst du sie der Frau v ThXXten [?] ausfolgen, vielleicht ein Paar zur Erinnerung zurückbehalten/ den Einkauf des schwarzen Lüster [?] kann ich in Wien nicht besorgen, da ich mich keinen falls länger in Wien aufhalte, als vom Abendzuge bis zum 1. Zuge, der donnerstags früh nach Pottenstein geht.
Was von den Sachen packst du einstweilen schon? Mir wäre es angenem, wenn du die Sachen in dem Bücherkasten dann in den beiden oberen Laden meines Kastens mir zum Packen lassen würdest. - Bei Neueferz [?] war ich heute/ Karl [?] konnte ich aber nicht treffen/ weil er in Wien ist; vielleicht kommt er ohnehin heute od morgen nach Pottenstein. - Ich werde morgen wieder versuchen, mit ihm sprechen zu können. - Was machts du hinsichtl des Claviers? Ich bin schon mehr dafür, dß du dasselbe in die Kiste geben lassen sollst. Vergiß nicht, die Bücher, welche noch ausgeliehen sind, in Empfang zu nehmen. Auch wegen der noch versprochenen Photographien erinnere bei Gelegenheit die betreffenden Personen. - In betreff der Frage, in welche Schule wir die Kinder hier schiken sollen, habe ich noch nichts beschloßen. ich werde mich aber in diesen Tagen noch erkundigen, da wir doch, wenn wir halbwegs in Ordnung find[en]/ die Kinder sogleich wieder in die Schule schiken sollen, u. wollen/ Hast du mit dem Herr[n] Jerre [?] schon verhandelt? - Lebe wohl u. sei sammt den Kindern, die ich erinnern lasse brav zu sein, herzlich gegrüßt u. geküßt von - deinem treuen Franz/ Kems 29/4 1887
Foto der Familie mit den sechs Kindern, um 1888/89; Beschriftung hinten von Traudl Saska:
Karten-Brief vom 18. August 1887 von Fanni Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 18] an Franz Spängler: Krems, Kreisgericht, aus Salzburg Karten-Brief vom 18. August 1887:
Liebster Mann! [Briefmarke herausgeschnitten] ...sind Gott sei Dank glücklich und ohne Abentheuer [hier] angelangt. Vor der Hand konnten wir nur ein Zimmer mit 5 Betten bekommen. Hoffentlich wird morgen das 2te Zimmer frei. Wie bist du heim gekommen? Ich bin schon neugierig, zu hören wie es mit der Arbeit in der Wohnung steht? Bist du bei der Heimfahrt doch nicht recht naß geworden? Heute sah ich Vetter Julius und Rudolfine. Tante Lida mit Mann u. Kinder ist hier, ich traf sie auch schon. Die Kinder und ich haben jetzt geschlafen; die Nacht war zwar gut, wir konnten bis Salzburg I. Klasse fahren, aber müde waren wir doch. Du Liebster, wie ich mich freue, wenn du kommst, kann ich dir nicht sagen! Das Wetter ist unfreundlich, gebe Gott, daß es schöner wird. Behüt dich Gott, morgen hoffe ich von dir zu hören. Grüße Maria von uns allen und sei geküßt von deiner Alten.
Brief vom 20. August 1887 von Fanni Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler
20. August [1887]: Lieber Mann! [...] bitte dich um Vergebung, daß ich die erste [Karte] so spät schrieb, ich war gar so müde und schlief bis gegen 5 Uhr am Donnerstag. Heute ist wol schon der recommandierte Brief in deiner Hand, Maria wird gleichzeitig auch den Brief ihres Vaters bekommen haben, der schon einige Tage bei Otto lag. Ich schrieb auf dessen Außenseite, ob Maria vielleicht lieber für die Zeit unseres Hierseins nach Hause fahren will. Wenn die Arme recht traurig ist wegen des Todes ihrer Mutter, so soll sie allenfalls nach Hause fahren, das Reisegeld wird ziemlich gleich viel sein, und ich komme mit Anna ganz gut hier aus. Laß es also Maria wählen, wohin sie fahren will. Ob es gehen wird, die Böden der ganzen Wohnung zu streichen weiß ich doch nicht recht. Halte Maria nicht mehr zu lange auf, sonst steht es nicht dafür, daß sie weg fährt, und wenn sie hieher kommt habe ich es recht bequem. Sonst geht es uns gut, heute ist es schön, wir waren heute auf dem Friedhof von St:Sebastian am Grabe meiner guten Großmutter. Die Grabstätte sieht recht hübsch aus. Dann gingen wir in den Curpark, dort war Emma, Lina und Frau Leopoldine Gotter. Emma sieht sehr mager aus, Frau Gotter ist noch immer sehr hübsch, ihre jüngster Tochter sieht ihr ganz gleich, ihr Sohn hat schon die Matura gemacht und geht gänzlich zum Militair. Möglicher Weise fahren wir heute nach Hellbrunn oder gehen schwimmen. Für morgen ist großer Kinderausflug Schumacher Gantenberg Spängler in Kreuzbrückl. Gearbeitet habe ich noch nicht viel. Wie freue ich mich auf dein Kommen! Bis dahin sei 10 000 mal gegrüßt von den Kindern und deiner Alten.
Brief vom 21. August 1887 von Fanni Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler
21. August [1887]: [Lieb]er Mann! [...] trostloses Sauwetter könnte mich [...]tig machen. Es regnet, als wollte nie mehr die Sonne scheinen, die Kinder sind auch zuwider, ich kann nichts machen, als über das Wetter schimpfen und die Kinder prügeln. Besonders Toni ist unausstehlich. Wenn nur du dann die wenigen Tage welche du hier sein kannst, beßeres Wetter hast! O wie ich mich freue, wenn wir wieder Alle beisammen sein werden! Und wenn dann Ordnung sein wird bei uns. Ich bin schon neugierig, wann Maria kommt, denn jetzt, wo Anna allein bei den Kindern ist, bin ich natürlich ganz angehängt. Wir Alle grüßen Maria herzlich. Paula’s Vermählung ist am 12 Oktober. Otto u. Luis[e] sind ganz allein. Mittwoch kommen Otto jun. Paula u. Luise heim. So werden wir auch dießmal Otto’s Familie hier nicht sehen. Heute speiste Tante Pepi mit uns bei d. Hölle. Sie grüßt dich. Gestern waren wir in Leopoldskron. Das Bad war höchst erfrischend. Behüt dich Gott und behalte lieb deine Alte.
Postkarte vom 22. August 1887 von Fanni Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 1] Franz Spängler, Correspondenz-Karte, Marke herausgeschnitten, an Franz Spängler, Krems, aus Salzburg 22. August [1887]:
[...] hatte ich mehr Nachrichten gehofft. [...] [u]msonst. Hier ist große Überschwem[mung. D]ie Salzach ist ganz ausgetreten, bei der Hölle [ Höllbräu, Anm.] steht das Sudwerk [Brauerei, Anm.] , weil alles voll Wasser ist. Bei Taxenbach soll ein Wolkenbruch nieder gegangen sein. Der Bahnverkehr über Hallein ist unterbrochen, weil bei Glasenbach eine Brücke weggerissen wurde. Nonnthal sitzt im Wasser, die Localbahn verkehrt nicht. Soll ich dir Mittwoch Nachts einen Wagen zur Bahn schicken? Die Kellnerin sagt wol, daß ohnehin Wagen beim Eilzug seien. Uns geht es sonst gut nur Regen ohne Ende. Grüße Maria. Deine Alte.
Postkarte vom 23. August 1887 von Fanni Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler
dito 23. August [1887]:
[...]ter Mann! [...] [wa]ren heute den ganzen Tag mit [...] Schwester in Maria Plein, komme daher erst jezt 8 Uhr Abends zum Schreiben. Mir ist Leid, daß noch keine Ordnung zu hoffen ist. Die erste Nacht müßen wir halt allenfalls auf dem Boden schlafen. So Gott will übermorgen auf Wiedersehen bis dahin 1000 Grüße deine Alte.
Kartenbriefe vom 20. bis 23. August 1887 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler: 20. August 1887, Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten] aus Krems an Fanni in Salzburg, Gasthof zum Höllbräuer: Franz schreibt aus der Kanzlei, im Besuchszimmer [zu Hause] sind Arbeiten begonnen, die Küche ist fertig, Kammerl und Vorzimmer ebenso, Hofzimmer in Ordnung, ebenso im Abort die "Spänglerarbeiten" [!]. Marias [wohl Dienstmädchen] Mutter in Salzburg gestorben, will aber nicht nach Hause fahren. - - 22. 8., Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: [nicht gelesen] - - dito ohne Datum, Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: [nicht gelesen] - - 23. 8., Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: Franz reist morgen ab, Arbeiten langsam, der Mal hat das Zimmer "mehr chokolatfarb als XXgrün gemacht"; Eßzimmer, das Zimmer der Kinder und das Cabinet gestrichen; keinen Wagen zum Eilzug schicken, da er nicht bestimmt weiß, wann er ankommt, Eilzug oder Postzug, wird einen Hotelwagen draußen finden [der Bahnhof liegt etwas außerhalb der Innenstadt], dein treuer Franz
Verschiedene Korrespondenz 1887
Briefe und Postkarten von/an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 18. Juni 1877; † 1962): 1887, Mutter (und Vater) Spängler schreiben aus Gloggnitz an "Fräulein Franziska Spängler, Krems, Alleestraße Nr. 7" (Postkarte)
Kartenbrief, Marke herausgeschnitten, an Franz Spängler, Krems, aus Pottenstein 31. Dezember 1887: Sehr verehrter Herr Doktor! Besten Dank für Ihre u. Ihrer Frau Gemahlin freundliche Erinnerung. - ...Glückwünsche zum Jahreswechsel... Halsleiden, Spezialist in Wien, Arzt in Krems empfohlen, Namen vergessen... Photografien folgen demnächst... Wünsche, ihr ergebener XXX [unleserlich, kein Absender]
1888
Brief von 1888 von Katharina Arrigler an Fanni Spängler
ein Bogen, Brief von Katharina Arrigler an [Nr. 19] Franziska Schlegel, verheiratet Spängler, ohne Datum [erschlossen etwa 1888]:
Liebe Fani! Wenn ich mich auch allzeit herzlich freue, wenn ich deine Schrift sehe, so hatte ich bei den letzten Brief doch unendlich mehr Freude, wie ich den Inhalt las. die Nachricht, daß ich Euch doch heuer noch sehe, mit dir wieder plauschen kann u. meine Enkerl wieder sehe. ich hofe zu Gott, diese Wochen gehen so rüber, u. Euch hält nichts ab, u. ich bleibe so wohl wie jetzt, den[n] es gab jetzt oft Stunden, wo ich dachte der Abschied voriges Jahr war mir nicht umsonst so trübe, doch zu end klagen ich hofe auf ein frohes Wiederseh’n. Die 2 Zimmer habe ich bekommen, wohl im 3 Stock, wenn du dich erinnern kannst unser großes Wohnzimmer u. das Zimmer von Großmutter die hübschen Sachen hatte sie sind nicht umeinand aber neben einand u. nur ein ganz kleiner Gang, so weit wie wie [doppelt?] ein Zimmer lang ist, ist Euch zu wenig Platz, so ist noch ein kleines Zimmer daneben, in Einem sind 4 Betten u. ein Schlafdivan u. im Zweiten 3 Betten. Wie geht es Lonerl? [?] ich lasse sie grüßen u. ihr sagen, die Salzburger Luft macht sie schon wieder gesund. Daß du beide Mädchen mitnimmst, finde ich sehr vernüftig, den[n] mit Einem brächtest du es nicht zusamen, da müßtest du manches zurücklassen, oder extra zahlen u. die Zweite umsonst in Krems verkösten, ich glaube auch du kommst besser u. billiger dazu so. Frau Bräuerin hat es auch recht gefreut. Auf Otto’l sind wir schon neugierig[3]. in diesen Alter trägt ein Jahr viel aus, ob Bubi die Großmutter noch kennt, wenn er sie sieht? Roßl wird wohl schon groß sein. Grüße mir alle herzlich Handl [?] noch extra ein Bußerl. Leb wohl liebe Fani, bald plandern wir, das thut weder meinen Augen noch Kopf weh. auf ein frohes Wiederseh’n freut sich so sehr / deine Mutter. / Viele Grüße an Franz. Viele Grüße von Otto. Otto Spängler
Schreiben vom 9. Juli 1888 der Stadt Salzburg an Fanni Spängler
"Löbliche Stadt-Gemeinde-Vorstehung Salzburg. Gesuch der Franziska Spängler, Landesgerichtsrahs-Gattin in Krems, /:derzeit in Salzburg, Judengasse:/ um Eintragung ihres Eigenthumes an der Gruft im St. Sebastians Friedhofe Nr LXXX S. 159. Einfach mit Beil A ...bewilligt... der Bürgermeister-Stellvertreter Dr. Rudolf Spängler."
Brief vom 18. Juli 1888 von Katharina Arrigler an die Tochter Rosa
ein Bogen, Brief von Katharina Arrigler an die Tochter Rosa vom 18. Juli [ohne Jahr; eingeordnet unter 1888]:
Salzburg, am 18. 7. [oder "J." für Juli] / Liebe Rosa! Nun kommen auch an dich noch einige Zeilen. ich danke dir vielmals für deinen Brief u. die Neuichten die darin enthalten waren, daß du wohl bist u. glücklich, weiß ich gewiß, da du unten [nicht in Salzburg] bist, daß die Loni dich so brauchen kann bin ich froh, nun beneide ich dich, weil du die Kleine so haben kannst du weißt ja wie gern ich Kinder hab, u. mein Enkel desto mehr, vielleicht sehe ich es doch auf’s Jahr, die Wegscheider Jrannerl [?] herze ich halt dafür. die ist auch recht lieb, die Buben der Haagn werden immer kleiner, mir kommen sie wie Lichtl vor die immer kleiner werden bis sie verglimmen. / Vorgestern kamen die Hegenbarth an, alle sehen gut aus, der Be[r]tl [?] aber ist vertig, sie lassen dich grüßen, sie sind bei Liebl [?] ganz vergnügt, sind sie doch weniger bei den Gebauerl des Vaters, der wird schon furchtbar grandig, ich zittere täglich, wenn er in die Küche kommt er hat immer die fixe Idee, er muß furchtbar sparen, da die Familie so groß wird. der Vater hat bevor er nach Linz schrieb mit H. Seidl, Laber u. Hinsche gesprochen u. seit der Zeit ist er mit Wien recht gut, zankt aber mit Woni immer, daß sie mir oft erbarmt. Das Violin Consert ist Gottlob recht gut ausgefallen die zwei spielten mit der Woni ein Trio was auch hübsch war, Al[l]es wunderte sich, daß sie so kurz lernen. der Beifall den man ihnen zollte machte den Vater ganz stolz, ich hatte so Angst, weil Mina am Sontag unwohl war, es fällt schlecht aus. die Aua [?] ist schon ein Wasserteufel, gestern schwam sie eine ganze Stunde beinahe in einer Tour, dafür aber ist sie der Stolz des Schwimmeisters, weil Alles staunt über ihr Springen u. die Sicherheit mit der sie schwimmt, Ema ist nicht so flink u. viel eher müde.
Gerade fällt mir ein wenn du etwas sc[h]icken willst sc[h]icke färbige Strümpfe, ich kann aber das Muster heute nicht schicken sonst wird der Brief zu dick, aber ich bitte dich versäume bei Euch nichts, thu der Rosi einen Handgrif daß es dan nicht zu viel wird. du glaubst nicht wie viel sich noch immer erkundigen warum sie dich nicht mehr sehen besonders in der Schwimschule sogar Herren Mani [?]. / Lorinser Giesela war sehr hübsch bei den zwei Canierten, gestern Rosa heute blau, Seide natürlich, es waren überhaupt schöne Gaderoben, Mina war mit der Zimmerman schon beim Portal, wo sie alle gut sah, sonst ist es still man glaubt nicht, daß eigentlich Festtage sind, gut, daß Mutter gasselln ist, daß die Fremden nicht schimpfen dürfen. / Viele Grüße von der Maili die erholt sich etwas, letzten Sontag war sie sogar in Plain. / XX u. Kasserer sind Verlobte müssen aber ein Jahr warten, sonst gibt es gar nichts neues. Richard [Schlegel] geht es gut, er ist gern dort, er ist im gleichen Bet. / die junge Reitlechner ist recht lieb u. freundlich im Haus, ich bin recht froh, aber denke bei Wagner brachten sie es so weit, daß die Kathi aus dem Haus mußte. F. Hinterseer räumt auf, die läßt dir vielmahls die Hand küßen. / Nun leb wohl es grüßt dich vielmhls deine aufrichtige Mutter Kathi Sch.[legel] / Viele Grüße an Alle [unterstrichen] [mit anderer Schrift verschiedene Zahlenreihen]
Druck, August 1888: Festgedicht zum dreißigjährigen Jubiläum der Salzburger Maturanten vom Jahre 1858.
Einzelblatt[4] mit Liedtext, sieben achtzeilige Strophen; aus dem Besitz von Franz II. Xaver Gregor Spängler, Matura 1858; / = Seitenwechsel; Druck von R. Kiesel in Salzburg:
Nach der Melodie von J. V. v. Scheffel's "Veit von Staffelstein": "Wohl auf die Luft geht frisch und rein u. s. w. // Wir grüßen Dich zu tasendmal, Alt-Juvanum du feine, Heut murmeln die Wellen im Salzachthal Und reden die grauen Steine … Wie wir einst im Studentenkleid [… alte Bischofsschule, "die Zeit auf unserm Rücken und die der jähe Tod entrafft"… "Die Welt stand rings in Sturm und Krieg", "deutschen Fahnen ward der Sieg", "der Studentzeit wir gedenken", "Alt-Salizburg, die Hand zum Gruß", "die Gläser hoch"…] Heut sind wir wieder die Jungen! // Rudolf H. Greinz.
Brief des Erzbischofs Albert Eder vom 2. Dezember 1888 an Franz II. Xaver Gregor Spängler
Salzburg, 2. Dezember 1888 auf einem Briefbogen mit dem Bildchen von Salzburg und einem Prägedruck; Brief von Franz de Paula Albert Eder (Abbildung dort) an Franz II. Xaver Gregor Spängler:
Salzburg, 2. Dezember 1888 mit einem Briefbogen mit dem Bildchen von Salzburg, eingelegt Andachtsbildchen von der Wallfahrtsbasilika Maria Plain und vom Hl. Corbinian:
Hochwolgeborener Herr LandesgerichtsRath! Verehrtester Freund! Als Angebinde zum Namenstage übersende ich mit diesen Zeilen zugleich ein Bildchen, welches ich gestern von Maria Plain mir heimbrachte und meinem lieben Franz samt Frau Gemalin und Familie der Fürbitte und dem Schutze unserer liebreichsten himmlischen Mutter Maria empfehlend versetze ich mich im Geiste in den trauten Familienkreis und bedauere nur, daß durch die Verschiebung des Katholikentages etc auch meine beabsichtigte Excursion und zwar am 1. d. M. [des Monats] verschoben wurde. Mit herzlichem Grusse verharre ich in alter Liebe und Verehrung notus a manu + F. Al archiep. 2. XII. [18]88. – [Klein:] Das liebe Schreiben zum 16. v. M. [vorigen Monats] ist mir in München zugekommen wohin ich auf einige Tage mich begeben hatte. Gratias ago debitas. Beigelegt = Bildchen von Maria Plain, rückseitig handschriftlich: Nominis ad Festum precor optima dona salutis! + Franciscus Albertus archiepiscopus / ad 3. XII. [18]88.
1889
Besuch von Franz Spängler in Bayreuth, Nürnberg und München im Juli 1889
[den folgenden Postkarten und Kartenbriefen beiliegend:] Reklamezettel 22 x 15 cm für die "1889. Bühnenfestspiele in Bayreuth." mit Hinweisen auf die verschiedenen Aufführungen vom 21. Juli bis 18. August 889, Eintrittskarten für 20 Mk [Mark]. - "Mitglieds-Karte", "Allgemeiner Richard Wagner-Verein" für Franz Spängler, Franz II. Xaver Gregor Spängler, Krems, ausgestellt in Krems am 1. Juli 1889. - "Ankündigungsblatt. Bayreuther Festspiele 1889 [… 48 x 17 cm] Sonder-Zug am Samstag, 20. Juli 1889, ab Wien Westbahnhof 6 Uhr 20, Ankunft in Bayreuth 8 Uhr Abends", Haltestellen u.a. Linz, Wels, Passau, Regensburg jeweils mit Zeitangaben "Purkersdorf 6 Uhr 40 Prager Zeit, Passau 1 Uhr 05" [13 Uhr 05] "Münchner Zeit"; Rückfahrtmöglichkeiten innerhalb von 14 Tagen, von 40 Tagen" […], "direct" oder über Salzburg / über Wörgl mit unterschiedlichen Preisangaben; "blosse Fahrt" für 23 fl. [Gulden], mit "Billet" für "Parsifal", "Tristan und Isolde" oder "Die Meistersinger von Nürnberg" 15 fl., Nicht-Vereinsmitglieder 2 fl. Aufschlag; Hinweise auf Unterkünfte, auf einen Mittagstisch ("Suppe, Rindfleisch mit Beilage und Braten"); Anmeldung zum Festspielzug […] und so weiter. "Nachtrag": Sonderzüge aus Venedig, Triest usw.; "Bayreuth liegt in anmutig schöner Gegend, von Gebirgen rings umgeben" […] "Das Theater ist auf einer Anhöhe (mit prächtigem Blick auf die Stadt) erbaut" […] "Die Erholungspausen (fast eine Stunde nach jedem Acte) werden im Freien in den Gartenanlagen" […] "zugebracht. Eine Stunde nach Schluss des letzten Actes (10 Uhr Nachts) verkehren noch Eisenbahnzüge nach allen Richtungen." [… Veranstalter ist der] "Wiener akad. Wagner-Verein". – Postkarte aus Bayreuth vom 11. Juli 1889 an Dr. Franz Spängler, Reservierung eines Zimmers vom 20. bis 25 Juli bei Herrn Instrumentenmacher Stengel […], unterschrieben: "Das Wohnungs-Comité."
Postkarte vom 20. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an die Ehefrau Franziska Spängler; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; Poststempel "Wels 20 7 11 F 89" und "Salzburg-Stadt 20 7 4 A 89; An" [Bleistift:] Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Höllbräu:
[Bleistift:] Bahnhof Wels 20/7 1889 // Herzlichen Gruß an dich u die Kinder // von // deinem Franz
Postkarte vom 20. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
Postkarte von Franziska Spängler an den Ehemann Franz II. Xaver Gregor Spängler; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; Poststempel "Salzburg-Stadt 20 XX 89" [teils verwischt] und "Bayreuth II 21 Jul 3-4 Nm. 89"; "An" Herrn Doctor Franz Spängler // kk. Landesgerichtsrat, derzeit // Baireuth // Baiern // Abgabe bei Herrn Instrumentenmacher Steng[e]l, Ludwigstraße N. 13. I. Stock; [Ergänzung]:
Lieber Mann! Salzburg 20./7. 1889. // Ich eröffne hiemit unsern Kartenwechsel, indem ich dir meine und der Kinder beste Grüße sende. Heute regnete es hoffnungslos, sieht auch noch nicht sehr tröstlich aus. Tante Pepi, die dich auch grüßt, war so gut, mit ihrer bekannten Kunst die Kinder zu unterhalten, mir den langen Regennachmittag kürzen zu helfen. // Hoffentlich bist du sammt unsern Ehrennichten[5] wo[h]l und vergnügt in Baireuth angelangt und dürfte es in diesem Falle heute Abend recht heiter in der Kremser Colonie hergehen. Auf baldige Nachricht hoffend und mit besten Grüßen deine // Alte.
Postkarte vom 21. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "Bayreuth-Stadt 21 7 9 Vor 89" und "Salzburg-Stadt 22/7 4 F 89"; An" [Bleistift:] Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbräuer; [Ergänzung]:
[Bleistift:] Bayreuth 21/VII 89 // Liebe Fanni // Wir sind gestern Abends sehr wohlbehalten hier angekommen u. [unterstrichen:] gut untergebracht; ich hatte leider gestern Ab[en]ds nicht mehr Gelegenheit, dir eine Karte zu schreiben. Die aus Wels hast du hoffentlich erhalten. Gestern während der Fahrt hatten wir viel Regen, heut ist es wieder schön. Grüße an die Kinder u. Bruder Otto; ich bleibe dein treuer // Franz // Die Nichten grüßen die Frau Tante bestens
Postkarte vom 22. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "Bayreuth II 22 Jul Vor 10-11 89" und "Salzburg-Stadt 23/" [verwischt] "89; An" Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbräuer; [Ergänzung]:
Liebe Fanni! // Soeben habe ich zu meiner Freude deine Karte vom Samstag erhalten, u ich danke dir für deine Mittheilungen u freue mich dß Ihr wohl seid. Auch wir hatten in Passau u. Regensburg strömenden Regen, dagegen einen schönen Abend. // Die gestrige Parsifal-Aufführung war großartig schön, die künstlerischen Leistungen unübertrefflich. Wir sind alle wohl, auch die Nichten, Heute Vorm geht [es] in die Eremitage (à la Hellbrunn) // Mit herzlichem Gruße // Dein treuer // Franz // Bayreuth 22 / VII früh ½ 8 Uhr
Kartenbrief vom 22. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
Aufgerissener "Karten-Brief"[6] 5 kr. oliv[7] für Herrn Doctor Franz Spängler // kk Landesgerichtsrat derzeit in Baireuth // Baiern; Poststempel "Salzburg-Stadt 22 XX 89" [teils verwischt] und "Bayreuth II 23 Jul von 8-9 89"; mit Bleistift hinzugefügt Stengel, Ludwigstr. 13.; XX = unleserlich:
Krems [!][8] 22. Juli 1889 // Lieber Mann! Für deine Karte aus Wels, die ich Samstag noch erhielt, besten Dank! Heute hoffe ich zu hören, wie es dir in Baireuth geht und wie die Ehrennichten mit ihrem Adoptivonkel zufrieden sind. Hoffentlich sehr gut. – Wir mußten Samstag außer der hl Messe und den Gang zu Herrn Sauter hübsch daheim bleiben, doch gestern war es wunderschön. Wir verbrachten den ganzen Tag im Freien. Nach der hl. Messe um ¾ 9 Uhr wanderten wir nach Maria Plain, blieben dort zur Mittag. Nach Tisch wollte ich nach Radeck hinüber, trafen aber wieder auf den XX Weg, dann hielten wir uns bei dem Hause vor dem der Ziehbrunnen steht lange auf nahmen die Jause beim Wirt zur Plainer Brücke und kamen erst gegen 8 Uhr Abends heim. Otto ging sehr gut. Die Kinder waren brav. Heute regnet es leider wieder. Hast du schon einen Schirm? [Satz unterstrichen:] Mutterl, magst ein Käse? Ich freue mich, wenn du dich recht gut unterhälst. Wie gefiel dir Parsiwal? [!] Machen dir die Nichten keine Sorgen? Ich freue mich schon sehr, bis du wieder kommst. Behalte lieb deine Fanni Spängler. // Beste Grüße an alle Kremser Bekannten.
Postkarte vom 22. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
Postkarte von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; Poststempel "Salzburg-Stadt 22 XX 89" [teils verwischt] und "Bayreuth II 23 Jul 4 Nm. 89"; "An" Herrn Doctor Franz Spängler // kk Landesgerichtsrat derzeit // Bayreuth // Baiern // Abgabe bei Herrn Instrumentenmacher Steng[e]l, Ludwigstraße N. 13. I. Stock:
Lieber Mann! Salzburg 22. Juli 1889. // Heute früh erhielt ich mit Freude deine Karte, nachdem ich schon an dich geschrieben hatte. Eben kommt mir der Gedanke daß ich deine Adresse nicht vollständig ausgeschrieben habe, was sehr dumm wäre. Sag mir doch, ob du den Kartenbrief bekommen hast. Wir waren in der Schwimmschule Roserl wollte erst nicht springen, sprang aber 2 mal Nachtmittag gehen wir mit Tante Pepi auf den Mönchsberg. Das Wetter ist etwas zweifelhaft dabei sehr warm. Neffe Otto ist gestern gekommen ich sah ihn noch nicht. Uns geht es gut, hoffentlich auch dir und den Ehrennichten. Welche macht dir denn am meisten zu schaffen? // Deine Fanni
Postkarte vom 23. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "Bayreuth II 22 Jul Vor 10 89" und "Salzburg-Stadt 24/7 4 F 89"; An" [Bleistift:] Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbräuer; [Ergänzung]:
[Bleistift:] Bayreuth 23/VII 89 // Liebe Fanni! // Heute habe ich noch keine Nachricht von dir erhalten, doch will ich mich deßhalb nicht beunruhigen. Wir sind wohl; auch die gestrige Vorstellung war, einige fast ermüdende Länge einzelner Szenen abgerechnet, ausgezeichnet. Mit Gruß von mir u den Nichten an dich u die Kinder // Dein Franz
Kartenbrief vom 23. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
"Karten-Brief" 5 kr. oliv für Herrn Doctor Franz Spängler // kk Landesgerichtsrat derzeit in Bayreuth // Baiern // Abgabe bei Herrn Stengl Instrumentenmacher, Ludwigstr. N. 13; Poststempel "Salzburg-Stadt" [verwischt] "89" und "Bayreuth II 24 Jul 4 Nm. 89"; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:
Salzburg, 23. 7. 1889 // [alles Folgende mit Bleistift:] Liebster Mann! Trotz eines recht haltbaren Regens sind wir in Leopoldskron, Roserl schwimmt brav, aber springt nicht. Uns geht es gut, gestern waren wir zuerst in Leopoldskron, Nachmittag mit Tante Pepi auf dem Mönchsberge. Das Wetter war Vormittag unsicher, nach Tisch wurde es hübsch, der Abend war schön. Denke dir, Samstag fuhren Hitzinger nach Mondsee zur Taufe ihrer Enkelin [?], Papa Hitzinger war schon etwas unwo[h]l, durch die große Hitze bekam er einen Schlaganfall, linke Seite gelähmt, gestern kam ein Telegramm, daß große Schwäche vorhanden ist.[9] Pepi XX Frau v Siegfrieden [?] sind in Mondsee. – – Für deine Karte danke ich dir, bin sehr froh, daß es Euch gut geht, daß es Euch an Unterhaltung nicht fehlt, weiß ich auch, möchte nur wißen, wer mehr zu schaffen hat, du mit den 3 Ehrennichten, oder ich mit meinem Seiffenzeug? [?] Wer hat mehr G’frett? – Ich gehe mit den 3 Wienerspatzen früh nach Morzg, ich glaube es wird den Aigner nicht zuwider sein, wenn ihre Kinder Gesellschaft haben, auch meine Leute. Ein Glück, daß wir keine Zuckerstangeln sind, sonst müßten wir zergehn. Dir 10000 Küße den Kremsern besten Gruß. // Deine Fanni.
Postkarte vom 24. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "Bayreuth II 24 Jul Vor 11 89" und "Salzburg-Stadt 25/7 1 F." [verwischt?] "89; An" Frau Fanni Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbräuer; [Ergänzung]:
Bayreuth 24/VII 1889 // Liebe Fanni! // Gestern habe ich deinen Kartenbrief u dann die nächste Karte erhalten; auf ersterer fehlte Wohnungsangabe, darum kam er auf dem Umwege über das Wohnungscomité mir um einen Tag später zu. Uns geht es gut, doch vergeht kein Tag ohne etwas Regen. Den gestrigen Tag haben wir alle hier zugebracht, u. Nachm. Ausflüge unternommen. Heute Abends ist die letzte Vorstellung (Meistersinger) auf die ich mich sehr freue. Morgen geht es dann nach Nürnberg! Vergiß nicht für 26/VII die Glü[c]kwünsche an die verschiedenen Auer in Pottenst[ein], dann der Schwägerin Anna u. unserer A. Allen herzliche Grüße von deinem treuen Franz // Die N.[ichten] empfehlen sich dir; sie sind recht brav.
Kartenbrief vom 24. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
"Karten-Brief" 5 kr. für Herrn Doctor [unterstrichen:] Franz Spängler // k.k. Landesgerichtsrat derzeit // Postlagernd Hauptpostamt in Nürnberg.; Poststempel "Salzburg-Stadt 24 [... verwischt] und Nürnberg II 24.7 12 vm 89:
Salzburg, 24. 7. 1889 // Liebster Mann! // Hoffentlich hast du meine gestrige Karte erhalten, die ich noch nach Bayreuth schickte. Bei Hitzinger ist heute früh die Katastrophe eingetreten. Er wird nach Linz gebracht. Gestern war ich mit den 3 Größeren über Mittag in Morzg, sah Aigner’s und blieb dann bei meiner Mutter um mich gehörig auszusprechen. Die Mutter war ziemlich wohl, sie war im Freien. Gestern war es sehr regnerisch, früh ist es trüb und kühl. Nachmnittag bin ich mit den Wiener Spatzen bei Frau Emma Schumacher. Vormittag war ich in St. Sebastian, dann bei Schneeberger Emma und Frl. Fanni. Also sind die Nichten brav und folgsam? Das freut mich, sage ihnen Grüße von mir. Wenn nur das Wetter wieder hübscher würde, bis du sammt den Ehrennichten hieher kommst! Noch eine volle Woche, vielleicht länger muß ich hier auf dich warten. Nun unterhalte dich nur recht gut, ich freue mich schon, Eure verschiedenen Erlebnisse besprechen zu hören. Mit vielen Küßen // deine Alte. // Anna küßt dir die Hand // Grüße von den Kindern.
Postkarte vom 25. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
Postkarte von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; Poststempel "Salzburg-Stadt 25 7 12 M 89" und "Nürnberg 25 7 18 Nm. 89"[10]; "An" Herrn Doctor Franz Spängler // kk Landesgerichtsrat derzeit in Nürnberg // Postlagernd Hauptpost // [blau durchstrichen und oben blau:] Hotel Himmrereiter [?]:
Salzburg 25./7. 1889. [der Text ist kreisförmig geschrieben, rechts unten beginnend:] Lieber Mann! Sehr dankbar für deine Karte. Uns geht es gut. Sei aber daran, der Pottensteiner zu schreiben auch Karten an die Frau Bürgermeister. Gestern lernte ich unsern neuesten Neffen kennen, heute will ich mir die Großnichten ansehen. Das Wetter scheint sich zu bessern, doch ist es kühl. Über das Wo[h]lverhalten der Nichten bin ich erfreut, hätte mir leid gethan, wenn du nicht wenigstens diesen Theil des Urlaubs, wo du vom Hauskreuz frei bist, ohne Krieg verleben könntest. In wenigen Tagen heißt es ohnehin wieder zurück mit dir aus dem idealen Leben in die rauhe Wirklichkeit. Daß Ihr am Dienstag nichst Besonderes unternommen habt, dachte ich mir. Mit 1000 Grüßen deine Alte.
Postkarte vom 25. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; Postkarte, aufgeklebt 5 Pfennig Bayern, gestempelt "Bayreuth II 25 Jul Vor 10 89" und "Salzburg-Stadt 26" [verwischt]; An" [Bleistift:] Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof z. Höllbräu; Ansichtskarte "Gruss aus Bayreuth", Wagner- und Liszt-Zeichnungen, Szenen-Zeichnung "Mann mit Bogen und Wanderstock vor Bäumen"; schwache Schrift mit Bleistift; [?] = fraglich; XX = unleserlich:
Einen letzten Gruß in Begleitung einer frisch schwindenden [?] XX XX XX senden aus Beireut die verXX Ehrennichten s. Onkel [im Oval:] Mimi Freschl Elise Haimmerl XX Ertl
Postkarte vom 25. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig; Poststempel "Nürnberg II 25 7 9 Nm. 89" und "Salzburg-Stadt 26" XX [verwischt]; An" [Bleistift:] Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbräu:
[Bleistift:] Nürnberg 25/VII 1889 // Liebe Fanni! // Wir sind heute wohlbehalten in Nürnberg angekommen, u sind schon viel herumgegangen. Wahrscheinlich fahren wir schon morgen nach München weiter. // Wegen des Todes des OLGR Hitzinger bitte ich der Familie Angermayer mein Beileid auszusprechen Prof Holub mußte wegen Unwohlseins (Halsweh in Folge Verkühlung) in Bayreuth bleiben Herzliche Grüße von deinem Franz
Postkarte vom 26. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "Nürnberg II 26 7 4 Nm. 89" und "Salzburg-Stadt 27 7 4 F. 89"; "An" [Bleistift:] Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbrauer; XX = unleserlich:
[Bleistift:] Nürnberg 26/VII 1889 // Liebe Fanni! // Es ist fast die ganze Kremser Colonie nach Nürnberg gefahren, wo wir den gestrigen Nachm. u heutigen Vormittag zubrachten. Die beiden Nichten fahren schon heute Nachm. nach München, mich läßt das XX Museum nicht weg, u so bleibe ich bis Ab[en]ds hier u fahre über Nacht nach München // Deine Strudel-Karte habe ich soeben erhalten, besten Dank für die regelmäßige Correspondenz Da wir von hier früher wegkommen, so werden wir voraussichtlich früher nach Salzburg kommen entweder Dienstag od Mittwoch. Näheres hierüber erfährst du rechtzeitig // dein // treuer Franz
Kartenbrief vom 26. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
"Karten-Brief" 5 kr. für Herrn Doctor Franz Spängler // kk. Landesgerichtsrat // derzeit "in" München // Hauptpostamt [durchgestrichen:] Postlagernd // korrigiert Hotel Stachus; Poststempel "Salzburg-Stadt 26 XX 89" [verwischt] und "München 29. Juli vm. 12 89.", rückseitig Stempel vom gleichen Tag, München… 6-7 Nm. und 8-9 Nm.; XX = unleserlich:
Salzburg, 26 7. 1889. Früh 8 ½ Uhr. // Liebster Mann! // Sonst hatte ich jeden Tag um diese Zeit deine Karte, heute ging ich leer aus. Ich hoffe wo[h]l, daß kein unangenehmer Zwischenfall dich am Schreiben hinderte, doch bin ich unruhig bis ich deine Karte in Händen habe. Gestern kam eine Sendung an dich als dienstl. Sache. Ich kann nichts anderes thun als das mäßig große Couvert ruhig aufheben, doch wollte ich dir’s gleich schreiben. Wann wird der Hinreisetag für uns sein? Ich hoffe, daß es dir gut geht, grüße Alle und erinnere dich manchmal // deiner Alten. // Eben kam XX XX XX schönen Dank. Hofffentlich kehrt das Bewußtsein doch wieder?
Postkarte vom 27. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "München II 28 Vor 8-9 89." und "Salzburg-Stadt 28/7 8 A 89; An" Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbräuer:
München 27 Juli 1889 // Liebste Fanni! Wir sind seit gestern Ab[en]ds, beziehungsweise ich seit heute früh in München, wo das Wetter sehr regnerisch ist. Von der Kremser Gesellschaft sind heute Dir. Sacher u Prof. Sterkl, die bisher mit uns gewesen waren, von hier abgereist, u es ist nur mehr Prof Ried hier, der noch mit mir im nämlichen Zimmer wohnt; u. zw[ar] sind wir bei [unterstrichen:] Stachus, wo wir sehr gut, u verhältnißmäßig billig untergebracht sind. Das Turnerfest bringt viel Leben in die Stadt; doch wird es uns nicht viel in Anspruch nehmen Ich Grüße dich u die Kinder herzlichst, u. freue mich schon auf Euch. Hoffentlich Mittw auf Wiedersehen // Dein Franz.
Postkarte vom 27. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
Postkarte von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; mehrere Poststempel "Salzburg-Stadt 27 XX" [verwischt] und mehrfach "München" 28. und 29. "Jul […] 89"; "An" [Bleistift:] Herrn Doctor Franz Spängler // kk Landesgerichtsrat // [durchgestrichen:] Postlagernd Hauptpostamt // Hotel Stachus "in" München [kräftig mit blauem Stift:] 52:
[Bleistift:] Lieber Mann! Salzburg 27. 7. 1889. // Bin sehr erfreut, daß ich gestern Abend und heute früh eine Karte bekam, und sehe, daß Alles gut geht. Hoffentlich wird P: Hb. [11] bald Euch nachkommen. Gestern waren wir wieder bei meiner Mutter, es geht ihr ziemlich gut. Bei der Rückfahrt wurden wir pudelnaß, hat aber Nichts geschadet. Emma reiste gestern nach Brünn, meine Schwester Anna wird mit uns nach Krems fahren. Sie freut sich. Deßhalb muß die Zimmerputzerei doch stattfinden! Wenigstens haben die Kinder Gesellschaft. Ich erwarte also bald genaue Vorschrift wegen der Hinreisefahrt. Dich bald wohl begrüßen zu können hofft deine Alte.
Postkarte vom 27. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
Postkarte von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; mehrere Poststempel "Salzburg-Stadt 27 XX" [verwischt] und mehrfach "München" 28. und 29. "Jul […] 89"; "An" Herrn Doctor Franz Spängler // kk Landesgerichtsrat // [durchgestrichen:] Postlagernd Hauptpostamt // Hotel Stachus "in" München:
Lieber Mann! Salzburg 27. 7. 1889. 4 Uhr Nachmittag // Ich mache dir bekannt, daß heute unser Neffe Otto[12] nach München gereist ist. Er wohnt bei Scherer, Amalienstraße N. 50 A. Schwager Otto würde sich freuen, wenn du den Otto deine Anschrift in München bekannt geben würdest. Eben ist Frau Baronin Pittel[13] bei mir. Deine Alte.
Postkarte vom 28. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
Postkarte von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; mehrere Poststempel "Salzburg-Stadt 28 XX" [verwischt] und mehrfach "München 29 Jul […] 89"; "An" Herrn Doctor Franz Spängler // kk Landesgerichtsrat derzeit // Hotel Stachus // München; [mit blauem Stift, unterstrichen:] 52:
Lieber Mann! Salzburg 28./7. 1889. // Um in meiner Kartensendung keine Unregelmäßigkeit eintreten zu laßen, berichte ich, daß es uns gut geht und grüße dich. Heute habe ich keine Nachricht von dir; hoffentlich ist dann nichts Unangenehmes schuld. Du weißt, wie leicht ich mir Sorgen mache. Unterhalte dich nur recht gut dieß wünscht und hofft deine Alte, deine Begleitung beste Grüße. Das Wetter ist schändlich.
Postkarte vom 28. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "München I 28 Jul 7-8 Nm. 89" und "Salzburg-Stadt XX" [verwischt] "89; An" Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbräuer:
München 28 / VII. 1889 // Liebe Fanni! In Eile benachrichtige ich dich dß alles wohl ist; heute ist ein Leben in München, wie ich es nie gesehen – infolge des Turnerfestes Wir haben heute Nachm. Schranzhofer u. Schlattauer getroffen. // Herzliche Grüße! In Folge unseres früheren Wegreisens v Nürnberg, u. der Sonntagsruhe am Postamte bin ich gestern u heute ohne Nachrichten von dir. Dein Franz
Kartenbrief vom 29. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
"Karten-Brief" 5 kr. für Herrn Doctor Franz Spängler […] [durchgestrichen:] München // Postlagernd Hauptpostamt, korrigiert Hotel Stachus; verschiedene Poststempel Salzburg-Stadt 29. und München 29. und 30. Juli; [mit blauem Stift:] 52; rückseitig Absenderin Franziska // Spängler Salzburg // Höllbräu:
Salzburg, 29/7. 1889. // Lieber Mann! // Wenn nicht irgend etwas ganz Besonderes dich hindert, mir zu schreiben, so ist es unsagbar [unterstrichen:] grausam, mich solche Angst leiden zu laßen, Gestern hoffte ich umsonst auf eine Zeile und auch heute früh. Wenn bis Mittag nichts kommt, weiß ich mir keinen Rat vor Sorge. Deine Franziska Spängler
Postkarte vom 29. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler
Postkarte von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "München II Jul XX" [verwischt] "Vor 9-10 89" und "Salzburg-Stadt XX" [verwischt] "89; An" [Bleistift:] Frau Franziska Spängler // "in" Salzburg // Gasthof zum Höllbräu:
[Bleistift:] Liebe Fanni! München 29 / VII 89 // Heute sende ich dir voraussichtlich die vorletzte Karte, da wir Mittwochs nach Chiemsee u. Ab[en]ds nach Salzbburg zu kommen gedenken. Eure Abfahrt soll mit dem Zuge um 9 Uhr 15 Vorm geschehen; wir werden uns dann in Prien treffen; nimm für Euch die Rundtour biletten, mit denen die Dampfschiffahrt mit innbegriffen ist. Herzliche Grüße; hoffentlich fröhliches Wiedersehen übermorgen Dein D[r]Spängle[r] // [quer:] Morgen bekommst du noch ein Telegramm
Kartenbrief vom 29. Juli 1889 von Franziska Spängler an Franz Spängler
"Karten-Brief" 5 kr. für Herrn Doctor Franz Spängler […] [durchgestrichen:] München // Postlagernd Hauptpostamt, korrigiert Hotel Stachus; verschiedene Poststempel Salzburg-Stadt 29. und München 29. und 30. Juli; [mit blauem Stift, unterstrichen] 52:
Salzburg, 29.7. 1889. // Liebster Mann! // Aus meinen vor einer Stunde in ziemlichster Aufregung geschriebenen Karte kannst du sehen, wie sehr ich mich nach Nachricht von dir sehnte. Gott sei Dank ist meine Angst umsonst gewesen. Nun seid nur Alle recht vergnügt: Gott lohne dir deine pünktlichen Nachrichten. Sollen wir wirklich Euch entgegenkommen, so mußt du mir [unterstrichen:] genauestens Verhaltungsmaßregeln geben betreffs Abreise u. s. w. Hast du Otto schon gesehen: Gestern war ich mit Baronin Pittel im Cosmorama, vorgestern trotz Regens auf der Bürgerwehr. Pittels[14] laßen dich grüßen, es geht ihnen gut. Sie reisten gestern um 2 Uhr nach Linz. Das Wetter war gestern schändlich. Gegen Abend war ich bei Frau Wahl auf einen gehörigen Plausch. Es geht ihr und den Kindern gut. Heute ist das Wetter wieder erträglicher, sieht aber nicht aus nach dauernder Besserung. So lange wir hier allein sind, ist mir das Wetter ziemlich gleichgültig. Dir dagegen wünsche ich dann bessers Wetter, schon der Nichten wegen. Auf fröhliches Wiedersehen hoffen deine Alte.
Quelle
Einzelnachweise
- ↑ Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, Otto Holzapfel, zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].
- ↑ "Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' (de.geneanet.org).
- ↑ Da "Otto" genannt ist, geboren am 26. Mai 1886, müssten die "beiden Mädchen" seine älteren Schwestern sein: Johanna (* 1882) und Rosa (* 1880), hier "Roßl" genannt. Der Brief wäre dann etwa 1887 oder eher 1888 zu datieren. Von den ältesten Töchtern Franziska (* 1879) und Antonia (* 1879) ist offenbar nicht die Rede.
- ↑ Briefe und Dokumente verteilt auf die entspr. Jahre, gesammelt aber verblieben im Bündel "1868 im braunen Briefumschlag"
- ↑ Töchter von Otto Spängler; nach dem Kartenbrief vom 23. Juli 1889 sind es drei Töchter, also wahrscheinlich Aloisia (* 1871), Emilia (* 1874) und Berta (* 1877). Auf der Postkarte vom 26. Juli 1889 ist allerdings von den beiden Nichten die Rede.
- ↑ Gedruckter Hinweis: "Zu öffnen durch Abtrennung des durchlochten Randes"; Brief geöffnet: 16 x 13 cm
- ↑ Gedruckter Hinweis: "Bei Karten-Briefen nach dem Auslande ist die Ergänzungs-Briefmarke neben der eingedruckten beizukleben." Keine dieser Kartenbriefe hat ein zusätzliches Porto.
- ↑ Sie ist in Salzburg.
- ↑ Oberlandesgerichtsrat Johann Ritter von Hitzinger (* 1813; † Juli 1889); vgl. Kartenbrief vom 24. Juli 1889 und Karte vom 25. Juli 1889.
- ↑ Die Poststempel sind tatsächlich und deutlich vom selben Tag; "12 morgens" in Salzburg, "18 nachmittags" in Nürnberg.
- ↑ "Prof Holub", vgl. Postkarte vom 25. Juli 1889
- ↑ Otto Alois Spängler (* 1868; † 1922)
- ↑ vgl. Kartenbrief vom 29. Juli 1889
- ↑ Adolph Freiherr von Pittel (* 1838; † 1900); er wohnte seit 1870 in Pottenstein und daher stammt die Bekanntschaft mit der Familie von Franz Spängler. Vgl. die Briefe vom 2. August 1882, vom 7. August 1882 und vom 8. August 1885.
Hauptartikel Kobler-Spängler-Briefe
Die Korrespondenz im Detail
1792–1842 · 1843 · 1844 · 1845–1848 · 1850–1859 · 1860–1869 · 1870 · 1871 · 1872 · 1873–1874 · 1875 · 1876 · 1877 · 1878–1879 · 1880 · 1881 · 1882 · 1883–1884 · 1885 · 1886 · 1887–1889 · 1890–1894 · 1896 · 1897–1899 · 1900–1938
Literatur: Stammbaum und Geschichte der Familie Spängler