In diesem Artikel werden die Kobler-Spängler-Briefe von 1883 bis 1884 aus einem Privatarchiv veröffentlicht.

Brief 21. Oktober 1883.
Brief 21. Oktober 1883.
Brief 21. Oktober 1883.

Einleitung

Die Kobler-Spängler-Briefe bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von Franz II. Xaver Gregor Spängler (* 1839; † 1912).

Über die Korrespondenz

Über seine Tochter Johanna Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* 1917; † 2001), verheiratet Saska in Krems, an Otto Holzapfel (* 1941) in Freiburg im Breisgau in Deutschland.

Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen Franziska "Fanny" Kobler (* 1796; † 1886) und Franz Francesco Castelli (* 1796; † 1832). Deren Tochter Zäzilia Amalia Kobler wurde 1821 geboren und heiratete 1846 Richard Franz Schlegel, starb aber bei der Geburt des ersten Kindes 1848. Diese Tochter, Franziska "Fanni" Schlegel (* 1848; † 1905), heiratete 1872 in der Stadt Salzburg den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".[1]

1883

Brief des Erzbischofs Franz Albert Eder vom 16. Jänner 1883 an Franz Spängler

Brief des Erzbischofs vom 16. Jänner 1883 an Franz Spängler; Salzburg 16. Januar 1883 [zusammengebunden mit den Briefen von 1853; siehe dort] Erzbischof Franz de Paula Albert Eder, Briefbogen mit Bildchen von Maria Plain; Salzburg 30. 11. 1886 Briefbogen mit Bildchen von Salzburg und Prägedruck, (Erzbischof) F. A.; Salzburg 2. 12. 1888 mit Umschlag [darin liegen beiden anderen Briefe ebenfalls] und Siegel, Briefbogen mit Bildchen von Salzburg, beigefügt Andachtsbildchen, (Erzbischof) F. A. Gerichtet ist der Brief an Franz II. Xaver Gregor Spängler, ebenso die beiden folgenden Schreiben vom 30. November 1886 und vom 2. Dezember 1888. [Ergänzung]; [?] = fragliche Stelle:
Hochwolgeborenem Herrn Bezirksrichter! Verehrtester Freund! Nun bin ich nach zwei lieben Briefchen dir eine Antwort schuldig geworden. Praeteriere dies omni novus appulit annus: Det Deus Omnipotens optima quaeque Tibi! [Die vergangenen Tage des Jahres... [?]: Möge der allmächtige Gott dir das Beste geben!] Dieß mein herzlichster Segenswunsch für dich, Frau Gemalin und Kindern. Für deine freundlichste Begrüßung und Beglückwünschung aus Anlaß der jüngst (3.d.M. [des Monats]) von Sr.Majestät unserem Kaiser allergnädigst mir verliehenem GeheimenRaths-Würde dir geziemendst dankend benachrichtige ich dich zu gleich, daß ich nach Wien mich begeben werde, sobald die Schulgesetz-Novelle auf die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung im Herrenhause gesetzt sein wird und um jene Zeit freue ich mich also aufs frohe Wiedersehen in Wien. Dich samt Frau Gemalin und Kindern herzlichst grüssend und Gottes Schutze anflehend Dein ergebenster alter Freund + Franz Albert Erzbischof. Salzburg 16. I. [18]83.


Dilectissime mi Francisco! Der Namenstag rückt heran und da muß ich wenigstens auf brieflichem Wege nach Pottenstein mich begeben, um im Anschlusse an dem trauten Familiekreis meinen herzlichen Segenswunsch darzubringen. Det Deus Omipotens Tibi quae pia corda prevantur. Contigit ecce binas mihi visere Virginis Aulas, Obtuli Tegne domumque Tuam sine lobe Parenti, Quae cum Prole Tibi clemens, pia, dulcis adesto! [Möge der allmächtige Gott dir geben, was du mit frommem Herzen wünscht...]! Mit herzlichen Grüßen an Frau Gemalin und Kindern Vobis in Xto addictamus + F. Al 30. XI. [18]86.


Hochwolgeborer Herr LandesgerichtsRath! Verehrtester Freund! Als Angebinde zum Namenstage übersende ich mit diesen Zeilen zugleich ein Bildchen, welches ich gestern von Maria Plain mir heimbrachte und meinem lieben Franz samt Frau Gemalin und Familie der Fürbitte und dem Schutze unserer himmlischen Mutter Maria empfehlend versetze ich mich im Geiste in den trauten Familienkreis und bedauere nur, daß durch die Verschiebung des Katholikentages etc auch meine beabsichtigte Excursion und zwar am 1. d.M. verschoben wurde. Mit herzlichem Grusse verharre ich in alter Liebe und Verehrung notus a manu + F. Al archiep. 2. XII. [18]88. [Klein:] Das liebe Schreiben zum 16. v. M. [vorigen Monats] ist mir in München zugekommen wohin ich auf einige Tage mich begeben hatte. Gratias ago debitas. Beigelegt = Bildchen von Maria Plain, rückseitig handschriftlich: Nominis ad Festum precor optima dona salutis! + Franciscus Albertus archiepiscopus / ad 3. XII. [18]88.


Andachtsbildchen von St.Corbinian, rückseitig handschriftlich: Freising bei München am St.Corbinias Translationsfesttage den 20. Nov. 1889 [soll wohl "1888" heißen]. + F. Al. Papierspitzchenbildchen mit einem Jesusknaben. – Bei den anderen Briefen [siehe: 19. 11. 1871] liegen ein Partezettel für Peter Paul Eder († 1851), Hallein, und Maria Th. Eder († 1865) und Benediktiner P. Albert Eder gratuliert "Zum XVI. Geburtstage" [für Franz Spängler * 1855].


Brief vom 17. Jänner 1883 von Fanni Spängler an Franziska Kobler

Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; XX = unleserlich:
Pottenstein, 17/1 1883 // Liebe Großmutter! // Ich komme schon wieder mit einer Bettelei, und gebe mich der sichern Hoffnung hin, du werdest auch dießmal wieder meine Bitte erfüllen, wie du es schon öfters getan hast. // Es gibt nämlich der hiesige Männergesangs-Verein, deßen Vorstand mein Mann ist, wie du weißt, ein Kränzchen, bei welchem die Mehrzahl der Damen in Kostüm erscheinen sollen // Nun will mein Mann daß auch ich in Kostüm komme und zwar soll ich nach seinem Wunsche dich / recht inständig bitten, mir das schöne grüne Seidenkleid von deiner Mutter zu leihen, welches du mir schon einmal nach Wien geschi[c]kt hast, daß ich sorgfältig Acht geben werde, daß nichts an dem so schönen Gewande geschieht, ist natürlich Auch werde ich sorglich Alles wieder zurückschicken. // Du wirst dich erinnern, daß du mir vor fünf Jahren beide Seidenkleider geschi[c]kt hast samt der Goldhaube und der Pelzhaube.[2] Dießmal bitte ich nur um folgende Gegenstände: // Das grüne Kleid Rock u Jacke die Pelzhaube, das weiße Halstuch die schönere der beiden weißen Schürzen, den alten Fächer die gelbe seidene Tasche, ferners die Goldspitzen für Leib u Ärmel / die Granaten Schnüre um den Hals, und die lange Haarnadel mit dem großen Kopfe, welche du in deiner Schmuckschatulle hast. //

Ich bitte dich recht herzlich mache mir die Freude, und send[e] mir die erbetenen Gegenstände ich möchte wieder einmal meinem Gema[h]l ein wenig gefallen, und hierzu hilft mir die schöne, reiche Tracht. // Du wirst begreifen, daß ich weder Zeit noch Geld habe, um mir ein Kostüm herzustellen und wenn du, was ich aber von deiner Güte durchaus nicht voraussetze, meine Bitte abwischt, so besuche ich das Kränzchen nicht mit Lust. Ich bin so frei, dir diesen Brief durch Rosa zu senden, damit / du ihr die Sachen übergiebst, sie wir so gütig sein, das Einpa[c]ken und Schi[c]ken zu besorgen. // Nachdem ich meine Bitte vorgebracht habe, komme ich erst dazu dir für deinen le[t]zten Brief zu danken und dir zu berichten, daß unsere vier Dirndln gesund sind und auch schlimm. Franzi stri[c]kt übrigens recht ordentlich an einem Strumpf für Roserl sie ist recht geschickt. Hanna bekommt gerade die beiden oberen Zähne, ist aber recht brav. Sie steht schon bei den Seßeln auf und kriecht recht flink. Ich hoffe, sie wird bald laufen. Roserl lernt nach und nach reden Toni ist ein lieber guter dicker Würstl. Meine Bitte wiederholend schließe ich mit 1000 Grüßen von Franz u den Kindern // deine bettelnd[e] Enkelin Fanni.


Brief vom 19. Jänner 1883 von Fanny Kobler an Fanni Spängler

Brief vom 19. Jänner 1883 von (Nr. 79) Franziska "Fanny" Kobler[3]] an (Nr. 19) Fanni / Franziska Spängler; [Ergänzung]:
Salzburg 19te Januar 1883/ Liebe Fanni! Unser Briefwechsel ist ins Stocken geworden, fast einen ganzen Monat hab ich von Euch und euren Beidenn nichts mehr gehört. Ich hoffe ihr werdet euch alle wohl befinden? mir Gott sey dank, geht es auch so ziemlich gut. Die 84 Jahren drüken oft recht schwer. - Ich muß mir oft recht Gewalt an thun mich in der frischen Luft längere Zeit aufzuhalten. Deine 4 Dirndel werden dir Bewegung genug verschaffen. Aber Gott sey dank sie sind Gesund und gedei[he]n/ las dich keine Stunde reuen, die du für sie Verwendest. Wir haben einen schlechten Winter. Schnee fast gar keinen, Regen genug. - Grüße mir deinen Mann vielmals. Im Herbst hoffe ich euch alle bey mir zu seh’n. Die Rosa welche euch alle herzlich grüßt, ist immer etwas kränklicht. Lebt alle recht wohl und bleibt gesund. Dieß wünscht Eure Großmutter Fanni. - Von der Lisi einen Handkuß.


Brief vom 4. Februar 1883 von Fanni Spängler an Franziska Kobler

Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; XX = unleserlich:
Pottenstein, 4. Febr: 1883. // Liebe Großmutter! // Mit großem Dank sende ich dir hiemit alle die schönen durch ihr Alter sowo[h]l, als durch ihre Ausführung so wertvollen Sachen zurück, und hoffe, daß auch dein genauestes Durchsuchen keinen erlittenen Schaden entde[c]ken laßen wird. Ich habe Halstuch und Schürze eigenhändig mit größter Sorgfalt gewaschen und gebügelt, damit Staub und Tabakrauch vollständig daraus entfernt werden, das Kleid habe ich mit einem reinen weißen Tuch abgewischt und aus der Mütze durch vorsichtiges Schütteln den Staub entfernt. Du kannst also die Sachen nur in den Kasten legen, wie sie sind. / Das kostümi[e]rte Kränzchen war sehr hübsch, die Frauen und Mädchen waren fast Alle in Landestracht erschienen und sahen Alle allerliebst aus. Es kamen bei diesem Anlaße allerlei alte Schätze ans Tageslicht. Mein Anzug hat allseitig sehr gefallen, man war erstaunt, wie kleidsam und reich die alten Salzburger Bürgersfrauen sich getragen haben. // Wir alle haben uns sehr gut unterhalten. Nun also nochmals meinen und meines Mannes besten Dank für die Güte, mit welcher du uns die Kleider geschi[c]kt hast. Ich pa[c]ke ein wenig Bä[c]kerei bei, vielleicht magst du sie naschen. Es ist aber nicht mein Fabrikat.

Noch habe ich dir nicht für den lieben Brief gedankt, den ich vor zwei Wochen von dir bekommen habe. / Es freut mich jedesmal sehr, von dir zu hören. // Uns geht es Gott sei Dank, recht gut. Wir und die Kinder sind gesund. Hanna wird recht kräftig, ich hoffe daß sie früher läuft, als sie ein Jahr alt sein wird. // Franzi muß alle Tage ein wenig stri[c]ken, es geht ihr dabei recht gut. Wie oft denke ich an die Zeit, wo ich so vor dir saß und stri[c]ken lernte. Das war wo[h]l eine rechte Geduldprobe für dich. // Mit großem Bedauern hörte ich daß du einen starken Katarrh hast, wie geht es dir denn? Hoffentlich ist dein Unwo[h]lsein wieder vorbei. // Franzi, Toni und Rosi schi[c]ken dir viele Bußerl. Mein Mann grüßt dich bestens. Mit herzlichem Dank und tausend Grüßen deine Fanni.


Brief vom 27. Februar 1883 von Therese von Lürzer an Franz Spängler

Brief vom 27. Februar 1883 von Therese von Lürzer an Franz II. Xaver Gregor Spängler; ein Briefbogen; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; vgl. den Brief vom 1. Dezember 1881 mit weiteren Hinweisen.
Hall 27 ten Februar 1883 Meine Lieben Theuren Franz u Frau Franziska[.] Schon lange wollte ich Euch meine lieben schreiben, zu danken für Eure Briefe u Neujahr wünsche, was mich immer so herzlich freut, doch da ich weis das es dir mehr Vergnigen macht, wen ich selbst schreibe so habe ich es gelassen, den ich hätte müssen schreiben lassen. Ihr seid doch überzeigt, daß ich Euch immer das beste von ganzen [Herzen] wünsche, so wie auch der lieben Fani zum kommenden Namensfest taufe und Glück u Segen, Gott erhalte / Sie gesund u All Ihre lieben Angehörigen. Ich war so Gicht leidend, u dan ist auch immer die rechte Hand sehr unfähig zu schreiben. Nun kommt der Sterbe Tag meiner lieben lieben Schwester Toni[4], die ist mir unvergeslich, ich hatte Sie so herzlich gerne, wir werden uns jenseits wieder sehen was bei mir nicht gar so lange hergehen wird, wen man so alt ist, u doch auch mit ver- / schiedene Leiden hat ist es oft gleich um [einen] ges[ch]ehen, je nun wen es des Höchsten Wille ist. Es würde mich ja ungemein freuen, wen mir das große Vergnügen zutheil würde Euch zu sehen ich sehe wohl ein das es schwer thunlich ist, jedoch freuen würde es mich ungemein. Von den Payerischen [Payer, Anm.] sehe u höre ich nichts, die komen nicht herab, u ich hinauf nicht, das erlauben meine Gicht leiden nicht, sonst wäre ich lange schon hinauf gefahren, alle zu sehen den die alt bekanten sind alle sind alle gestorben, u auss[er] diese / auch [euch] habe ich niemand, u so gehe ich nirgens hin, auser in die Kirche zu einer Heiligen Messe u am Abend in Rosenkranz, wo ich auch imer für Euch meine lieben bete, doch bei ungünstiger Witterung gehe ich nicht. Es freut mich herzlich das Ihr Euch in Familienkreis so glücklich, fühlt, man lebt ruhig, u kann sein ganzes Augenmerk auf die Kinder haben, die Toni hat auch nur für Ihre Kinder gelebt. Und meine lieben wiederhole ich die besten Wünsche zum neu Jhar [gestrichen] Jahr als auch der lieben Frau Fani, u bitte behaltet immer lieb Eure alte Tante u schreibt mir wieder ein mal. Lebt recht wohl u denkt manchmal an eure Euch liebende Tante Theres v Lürzer.


Brief vom 7. April 1883 von Fanni Spängler an Franziska Kobler

Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Pottenstein, 7/4 1883. // Liebe Großmutter! // Für deinen lieben Brief zu meinem Namenstage danke ich dir bestens. Es freut mich, zu hören, daß du wo[h]l bist. Auch uns geht es Gott sei Dank, recht gut, wir sind heiter und gesund und die Kinder gedeihen. Doch komme ich heute wieder mit einer großen Bettelei. Sei mir aber ja nicht böse und laß mich nicht umsonst auf deine Güte zählen. // Es steht uns nämlich eine große Ausgabe unabweisbar vor der Thüre. Der [!] alte Sofa im Speisezimmer ist nämlich nun gänzlich hin und wir müßen als Ersatz hiefür etwas Anders kaufen. / Seit ich verheiratet bin, habe ich den Wunsch, einen Schlafdivan zu besitzen und nachdem die kleine Hanna bald wird aus ihrem Korb heraus und in ein größeres Bett kommen müßen, so muß Franzi eine andere Liegestätte bekommen und die Andern nachrücken. Mein Fremdenbett mag ich nicht hergeben, denn es trifft doch öfter daß Jemand zu uns kommt, und so bleibt keinde andere Auskunft als einen Schlafdivan anzuschaffen. Das ist aber eine Ausgabe von 50 bis 60 fl, und da dieß für uns eine große Summe ist, so habe ich gedacht, ich thue vielleicht keine Fehlbitte, wenn ich mich an deine Güte wende und um einen Beitrag zur Anschaffung eines Schlafdivans recht innig bitte. /

Es ist wahr, wir verdanken deiner Güte schon sehr viel, und gewiß sind wir auch herzlich dankbar dafür, aber so eine Anschaffung kommt halt schwer an. Laß dich also von meinem Flehen erweichen, und öffne deine milde Hand. // Die Hoffnung, dich heuer mit den Kindern in Salzburg besuchen zu dürfen, erfreut uns sehr. Gott gebe, daß uns nichts daran hindert Auch meinem Mann würde ein Urlaub sehr wo[h]l thun. // Anliegend sende ich dir Mitgliedskarte und Rechenschaftsbericht ferner die Einladung zur Generalversammlung des hiesigen Frauen-Wo[h]lthetigkeitsvereines. Den Jahresbetrag für 1883 per 2 fl habe ich [für] dich geleistet und werde mir erlauben, dieß gelegentlich zu verrechnen. / [zum Teil Kinderschrift oder imitierte Kinderschrift:] Liebe Großmutter! // Wir freuen uns schon sehr, heuer nach Salzburg reisen zu dürfen. Bis dahin, küßen wir dich herzlich. Deine dankbaren // Urenkelinen // Franzi Spängler // Toni Spängler // Rosa u Hanna. // Von Franzl herzliche Grüße. Er sagt, ich sei ein Bettelsack. Allen Bekannten Grüße


Brief vom 1. August 1883 von Fanni Spängler an Fanny Kobler

Brief vom 1. August 1883 von Fanni / Franziska Spängler an Fanny / Franziska Kobler; [...] = Auslassung; Inhalt zum Teil referiert:
Pottenstein 1. August 1883 // Liebe Großmutter! [...]; sie kündigt Ankunft in Salzburg mit dem Postzug für den 7. 8. an; wir freuen uns sehr auf den Aufenthalt in der lieben Heimat; der Mann freut sich über die kleine Erholung, hat mit der Anlegung der neuen Grundbücher viel zu tun, die Kinder spielen stundenlang "Reise nach Salzburg", 15 Stunden Reise, davon 3 Stunden Warten in St. Pölten; Kathi (Magd) begleitet sie. Zugleich bitte ich dich, für Dienstag Nachmittag 3 Seitel Milch und 1 Seiten Obers [Sahne, Anm.] zur Jause zu besorgen, da ich weiß, daß man nur in der Frühe Milch bekommt. Eben so viel brauche ich zum Frühstück. Roserl u. Hanna ["Johanna", genannt "Hansimutti", geb. 16. Mai 1882] bekommen nämlich zur Jause und Abends Cacao. [...] Sonntag oder Montag wird meine Kiste kommen, die ich nur in’s Zimmer zu stellen bitte. [...]


Briefe und Postkarten Franz Spängler und Tochter Franziska Spängler, August 1883

Briefe und Postkarten von / an Franziska Spängler (* 18. Juni 1877; † 1962) [nicht alle notiert]: August 1883 und 1884; der Vater Spängler schreibt aus Pottenstein eine Postkarte an "Fräulein Franziska Spängler, Bezirksrichterstochter, in Salzburg, Mozartplatz 10" und dankt für einen Brief. "Sei recht brav und folgsam, und mache dadurch der Mutter und mir Freude... dein dich liebender Vater"


Brief vom 7. September 1883 von Fanni Spängler an Franziska Kobler

Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Pottenstein, 7/9 1883. // Liebe Großmutter! // Verzeih, daß ich dir erst heute für all’ die Güte und Liebe danke, die du mir und den Meinen erwiesen hast in den drei Wochen, welche wir bei dir verlebten. Du wirst dir vorstellen, daß ich Manches zu thun hatte, ehe einige Ordnung bei uns war, und nun wartete ich schon bis ich dir die beifolgende Fotografie mitsenden konnte. Bitte, nimm die kleine Gesellschaft, welche sich hier auffallend ruhig hält, freundlich auf. // Und nun laß dir danken von ganzem Herzen für Alles, was ich mit den Meinen bei dir genoßen habe. Es war mir eine große Freude und Erholung, daß ich wieder / einmal in der lieben Heimat war. Sehr freuten wir uns, daß du so gut aussiehst und so wo[h]l bist. Möge der kommende Winter wieder gut vorbei gehen! // Dienstag, den 4. September ist Franzi in die Schule eingetreten und besucht nun mit großer Lust die zweite Klaße. // Ich freue mich, daß es mir gelungen ist, Franzi für die zweite Klaße vorzubereiten. // Talent hat sie Gott sei Dank genug, eher möchte es an Fleiß und Ausdauer fehlen. // Vor der Hand nimt sie den Schulbesuch sehr ernsthaft und hoffentlich wird es uns gelingen, sie in dieser Anspannung zu erhalten. //

Wenn du die Theres besuchst, so sage ihr, daß ich sie vielmals grüßen / laße, und daß es mir leid thut, sie nicht gesehen zu haben, aber ich kam leider nicht dazu. // Indem ich dir nochmals bestens für Alles danke bleibe ich deine dankbare Enkelin Fanni. Die Kinder schicken viele Bußerl. Von Anna u Kathi Handküße Wie geht es Luise. Wir grüßen sie. // Liebe Großmutter! // Auch ich sage dir herzlich Dank für alle Liebe und Güte, die du uns während unseres Aufenthaltes in Salzburg erwiesen hast. Du wirst auch wieder froh sein, daß du wieder deine gewohnte Ruhe und Ordnung hast, und / du den Lärm der 4 Plagegeister nicht mehr um dich hören mußt. // Wir hoffen, dß du dich wo[h]lbefindest u. freuen uns von dir bald Nachricht zu erhalten. // Lebe recht wohl [!]; es grüßt dich herzlich // Dein // dankbarer Enkel // Franz


Brief vom 13. September [ohne Jahr] von Fanny Kobler an Fanni Spängler

 
Brief ohne Datum, ca. 1883/1885, Seite 1.
 
Brief ohne Datum, ca. 1883/1885, Seite 2.

Brief vom 13. September [ohne Jahr; erschlossen; nach 1882/83] von Franziska "Fanny" Kobler an Fanni / Franziska Spängler; [Ergänzung]; [?] fragliche Stelle:
Salzburg am 13. September // Liebe Fani. Du wirst nicht wißen warum auf dein Brief so lange keine Antwort bekommst, wir hatten das schöne Wetter benuzen müßen um die Betten in die Sonn zu bringen, du weist ja wie groß und schwer sie sind. Morgen wird der Bodenzezer [-setzer] kommen um die Böden einzulassen und zu beüsten [? beizen]. Wie geht es dir, deinem Mann und die Kinde/ Mit dem Pottografie [! Photo-] der kleinen Gesellschaft hast du mir eine große Freunde gemacht, ich danke dir vilmals dafür, sie sind alle gut getroffen. Mir Gott sey dank geht es so zimmlich gut. Ihr werdet woll oft von Salzburg und den schönen Bergen sprächen. - Du würst wohl nicht lange herumgehn? Gott gebe das alles gut vorübergeht/ Vor einigen Tagen hat sich die Feurwache hier Protezirt. d Lostin [?] ist recht schön. Von Linz, Wien, Tirol und Bömmen. Auch die Maschinen sehr zwekmeßig. Die Franzi sollte ja in der Schulle recht fleißig sein. Deinem Mann sage viele Grüße von mir. Lebt alle rech wohl dieß wünscht und bleibt gesund dieß wünscht euere Urgroßmutter Fani. - Meine Augen werden sehr schwach. Grüß Anna und Lotti. Die Liese küß die dir Hand. - Herr und Frau von König [?] haben mich vor einigen Tagen besucht, und haben mich ersucht wenn du einmal nach Wien hinein Fahren würdest sie zu besuchen. Sie sieht recht gut aus, hat einen kleinen Buben. Es scheind ihnen gut zu gehn. Ich denke er muß in Wien in der Akademi angestellt sein Aderweiße [?]. Sie wohnen den Zellfitur [?] gegenüber No 56.

"Die Kinder" werden gegrüßt, und offenbar wird wieder eines erwartet: Rosa, das dritte Kind, wird 1880 geboren, Johanna 1882; Franzi, geb. 1877, ist bereits bzw. soll offenbar in die Schule.


Brief vom 2. Oktober 1883 von Fanny Kobler an Fanni Spängler

Brief vom 2. Oktober 1883 von Fanny / Franziska Kobler an Fanni / [[Franziska Spängler; Briefbogen aus Seidenpapier, datiert Salzburg 2. 10. 1882 [richtig: 1883] von "Urgroßmutter Fanni" an "Fani" (Spängler): XXX Mir Gott lob geht es ja zimlich gut. XXX Wan wirst du entbinden XXX Wochenbett XXX grüße Mann und Kinder [schwer zu lesen, da durchscheinend] – ein Sohn Franz Spängler wurde am 20. Oktober 1883 geboren. [nicht gelesen]


Brief vom 21. Oktober 1883 von Fanny Kobler an Fanni Schlegel

ein Bogen mit Zierschnitt, Brief von Franziska "Fanny" Kobler, Salzburg, 21. Oktober 1883[5], an Fanni Schlegel, verheiratet Spängler (Franziska Schlegel):
Salzburg am 21ten Oktober 1883. [unterstrichen] / Liebe Fanni! / Wie freidig bin ich heute Ue[be]rrascht von der Nachricht das du glücklich von einem Knaben entbunden wurdest. der liebe Gott schänke ihm Gesundheit und ein gutes Herz. Deinen Mann grüße ich vielmals; ihm würd es auch recht freun das ers doch einmal ein Bube ist.[6] Mir geht es Gott lob so zimmlich gut. meine Augen werden immer etwas schwächer; wen[n] man über 84 Jahre alt ist kommen die Gebrächen immer mehr und größer. Die Lisi ist meine treue Füherin. Sie will sich im Spital Operirn lassen, ich fürchte das würd woll ihr Leben kosten. – Es ist mir so leid um sie. – Ich kann sie aber nicht davon abhalten. Nächtens werde ich woll erfahren wie euer Bub heist. Halte dich in deinen Wochen-Bett gut Grüß mir alle deine Kinder, so auch die Schlegl Mari bestens. Lebe recht wohl und gesund das wünscht / deine / Urgroßmutter Fanni. / Der Kö[c]hin und der Kathi viele Grüße.

Drei Fotos des Briefes ganz oben.


Brief vom 1. November 1883 von Fanni Spängler an Franziska Kobler

Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Pottenstein, 1./11. 1883. // Liebe Großmutter! // Gott sei Dank, seit Montag bin ich wieder außer Bett, und fühle mich wieder wo[h]l und kräftig, als ob schon mehrere Wochen seit der Ankunft unsers Buberls vergangen wären. Heute ist der dreizehnte Tag; auch der kleine Franz sieht gut aus und scheint ein kräftiges, gesundes Kind zu sein.[7] Daß ich eine große Freude habe, endlich auch einen Knaben zu haben, kannst du dir denken. Ich will mir nun auch alle Mühe geben, ihn gut zu pflegen, damit er recht stark wird. Er erfreut sich eines sehr gesunden Hungers, / und da ich ihn selbst stille, so läßt auch mein Hunger nichts zu wünschen übrig. // Ich habe dir noch nicht gedankt für den Taufdukaten und die geschenkten 30 fl, welche uns höchst willkommen waren. Zehn Gulden davon haben wir gleich für unsern Sohn in die Postsparkasse gelegt als Samen für künftige Ersparnisse. Wir danken dir von Herzen für deine großmütige Gabe. Bei uns ist es je[t]zt recht lebhaft, die fünf Kinder machen schon Arbeit. Sehr froh bin ich, daß Marie bei uns ist, ohne ihre Hilfe ginge es mir sehr schwer.

Die vier größeren Kinder geben ihr genug Arbeit, Franzi muß / rechtzeitig in die Schule kommen und ihre Hausaufgaben müßen ordentlich gemacht werden. // In der Schule ist Franzi recht brav, gebe Gott, daß unser Buberl einst so leicht lerne, wie Franzi. Zu Hause ist Franzi freilich desto schlimmer, je ruhiger sie in der Schule ist. // Vor einigen Tagen brachte sie aus der Arbeitsschule ein von ihr gehäkeltes Borterl, es ist recht ordentlich gearbeitet. Ich habe je[t]zt sehr viel Handarbeit, und komme wenig dazu; bis alle Kinder täglich in Ordnung sind, hat man schon zu thun. Auch das Stillen nimmt viel Zeit in Anspruch, besonders solange das Kind so klein ist. Wenn nur das Buberl recht gedeiht, dann / will ich gerne Zeit und Kraft an seine Pflege wenden. Und nun, liebe Großmutter, bleib nur recht gesund besonders im Winter, der nun wieder vor der Thür steht. Heute ist es wunderbar schön, ich weiß wenige Allerheiligenfeste, wo es noch so hübsch und warm war. // Mit der Bitte, du mögest deinen kleinen Urenkel lieb haben, bleibe ich deine dankbare Enkelin // Fanni Spängler. // Von Franz und Marie viele Grüße. Die Kinder küßen dir die Hand. Handkuß von Anna u. Kathi Allen Bekannte[n] die besten Grüße.


Brief vom 22. November [?] 1883 von Therese von Lürzer an Franz Spängler

Brief vom 22. November [?] 1883 von Therese von Lürzer an Franz II. Xaver Gregor Spängler; ein Briefbogen; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = unsichere Lesart; vgl. den Brief vom 1. Dezember 1881 mit weiteren Hinweisen.
Hall 22 ten 11 M[onat] 1883 Lieber Theurer Franz u Frau Fani[.] Zu deinen komenden Namensfest[8], wünsche ich dir von herzen alles gute, Gott erhalte dich gesund u zufrieden u Segne dich, in All deinen Handlungen, ich bitte bewahre mir immer dein freundliches Wohlwollen. Für deinen lieben Brief u fotografhien deiner lieben Kinderln danke ich dir recht herzlich u / ich gratuliere dir zu deinen buberl[9], Gott möge dir deine lieben Kinder recht gesund u stark heranbliehen lassen daß Ihr viele Freuden an Ihnen erlebt. Gottlob das alles gut vorüber ging. Ja ja die liebe Toni würde sich sehr freuen, wen Sie noch am leben wäre, wie ich mich jnnig freue, das Bild ist doch herzig von deinen lieben Mäderln / u freut mich sehr, ich schaue sie oft an. Gottlob no[c]h bin ich möglichst gesund, wie es ein so ho[h]es Alter erlaubt, den jeder Tag hat seine Plage, doch so lange ich auf sein kann bin ich glücklich, u in die Kirche gehen kan mit Hielfe meiner Dienerin. Bei Euch wird es recht lebhaft sein mit den lieben lebhaften Kinderln da möchte ich sehr gerne [?] da zu / den ich habe die Beiden sehr gerne u spiele gerne mit ihnen[.] von meinen Haußherr hat 2 Kinder 2 Buberln 1 ist wohl erst ein Monat u eines ist ein jahr u 3 Monat alt das kommt öfters zu mir, er ist so lustig, ich mache oft späße u er will bei mir bleiben[.] Lieber Franz grüße mir deine Liebe Frau recht herzlich, u deine Kinderln, u sei versichert das ich täglich für Euch alle bete. Lebt nun alle recht wohl, ich empfälle Euch in den Schutz Gottes u ich verbleibe deine treue alte Tante Theres v Lürzer


Brief ohne Datierung [ca. 1883/1885] von Katharina Arrigler an Franziska Spängler

Briefbogen mit Klebebildchen Mädchen und Junge, ohne Datum [ca. 1883/1885], von Katharina Arrigler an Franziska Spängler (* 1877); [Ergänzung]; [?] = fragliche Lesung:
Liebe Franzl! Ich muß dir ein paar Zeilen schreiben u. danken für die Freude die du mir mit den Strumpfbändern gemacht hast, hättest du nur mein überraschtes Gesicht gesehen, du hättest gelacht. Allen zeige ich sie u. bin stolz, daß ich eine so fleißige Enkelin habe. sie sind recht schön gestrickt gehäkelt u. auch sehr schön mas[c]hen kriegst du, du wußtest schon, daß ich sie recht nothwendig brauche. die Meinen waren schon recht schlecht u. das Eine verlor ich neulich im Minnbel [Mirabell-?] Garten. denkst du noch an Salzburg, wir wünschen sehr oft, daß du wieder bei der Küchenthür herein kämmst. und freuen uns schon wieder auf Euch, dan[n] kannst du deine Schwestern zu uns führen. Gib der Toni, Roserl u. Hannile[10] Bußerl von mir ich lasse ihnen danken für ihre Wünsche. so wie ich auch noch dir danke, für deine liebe Gratulation, die habe ich mir aufgehoben, ja liebe Franzl, du hast mir eine große [unterstrichen] Freude gemacht, wenn ich dir nur auch eine Freude machen könnte. Jetzt mußt du dich wohl auf das Christkind freuen, und es hat für dich vielleicht bestellt. Nun leb wohl liebe Franzl es grüßt dich / deine / dich liebende Großmutter. / Viele Grüße von den Tanten.

Zwei Fotos oben.


1884

Brief vom 6. März 1884 von Franziska Spängler an die Urgroßmutter Fanny Kobler

Brief von Franziska Spängler, * 18. Juni 1877, älteste Tochter von Franz II. Xaver Gregor Spängler; ein Bogen mit Linien und einer bunten Rose; große, exakte Schulschrift; / = Seitenwechsel; // = Absatz:
Liebe Urgroßmutter! Die besten Wünsche zum Namenstag! Ich wünsche, daß du recht gesund bleibst und noch / recht oft deinen Namenstag erlebst. Behalte lieb deine Urenkelin // Franziska. // Pottenstein. 6./3. 1884.


Brief vom 6. Mai 1884 von Fanni Spängler an Franziska Kobler

Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; Leseabsatz eingefügt:
Pottenstein, 6. May 1884. // Liebe Großmutter! // Seit Empfang deines le[t]zten lieben Briefes ist wieder eine ziemliche Zeit verstrichen und mehrmal habe ich dir schreiben wollen, doch finde ich hiezu gar so schwer die notwendige Ruhe. // Heute aber sende ich dir aus freudigem Herzens [!] meine und der Meinigen beste Wünsche zum Namenstag. Möge der liebe Gott dich recht gesund sein laßen, damit uns auch dieß Jahr wieder die Freude werde, dich im Sommer in Salzburg zu sehen und unsere Kinder zu zeigen. // Für all das Gute, welches wir von dir empfangen haben, segne dich Gott. / Anliegend erlaube ich mir, dir etwas selbstgemachte Bäckerei zu senden, möchte sie dir gut schmecken, wie derartige Sachen meinen 4 Dirndln schmecken! Die Kinder bekommen nur sehr selten süße Sachen, deßhalb sind sie jedesmal so entzückt, wenn ein derartiges Stückchen abfällt. Franzi wird dir selbst einen kleinen Brief schreiben. Es geht ihr sehr gut in der Schule, anfangs März brachte sie den Schulausweis nach Hause. Zu unserer Freude hatte sie durchaus erste Klaße nur beim Singen hat sie zweite Klaße. Es ist aber ihr Wunsch und Bestreben, auch die erste Klaße zu erringen. Franzi scheint nicht ohne Musikgehör zu sein, denn sie kann schon da und dort etwas nachsingen, / was man ihr vorsingt. Natürlich fehlt ihr hiebei die Übung.

Mein Mann und ich wünschen, daß in unserm Hause Musik gelernt und gepflegt würde, und bald wird Franzi Unterricht im Klavierspiel bekommen müßen. Und da hätte ich schon wieder eine große Bitte: da wir nämlich nicht versäumen wollen, rechtzeitig Musikunterricht den Kindern zu geben, so müßen wir natürlich auf Anschaffung eines Klaviers bedacht sein. Nun haben wir ein gutes, überspieltes Klavier in Aussicht, welches hier verkäuflich sein wird, und dessen Preis nicht zu hoch sein dürfte. Immerhin aber ist der Ankauf eine für uns große Ausgabe und da wende ich mich dann abermals vertrauend an deine Großmut, / und bitte dich recht herzlich, sende mir eine Beisteuer. Ich mag das alte Lied nicht wiederholen von den vielen großen Ausgaben, welche unser Haushalt erfordert, du kannst dir selbst denken, wie unsere Einna[h]men auch immer vollständig aufgehen. Beiliegend sende ich dir die Jahreskarte vom Frauenwo[h]ltätigkeitsverein. Ich habe die 3 fl schon gezahlt und bitte dich, dieselben meiner Mutter zu übergeben, da ich ihr etwas schuldig bin und mich mit ihr auf diese Weise ausgleichen möchte. // Franz und meine Schwester Marie senden dir nebst vielen Grüßen die besten Wünsche. Auch Anna u. Kathi küßen dir die Hand und gratuli[e]ren. / Es umarmt dich deine // sehr geldsüchtige Enkelin // Fanni.


Brief vom 1. August 1884 von Fanni Spängler an Franz Spängler

Brief von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler, ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:
Salzburg 1./8. 1884. // Liebster Mann! // Allem voraus den herzlichsten Dank für deine Karte; ganz leise hatte ich gehofft, heute schon von dir zu hören. // Durch mein Telegramm hast du von unsrer glücklichen Ankunft hier gehört, nachdem die Fahrt ein Vergnügen mit Hindernissen war. // Anstatt gestern um 11 Uhr Nachts, kamen wir heute um 5 ¾ Uhr früh hieher, denn in Wels, wo wir den sog: Blitzzug abwarten sollten, entgleiste dieser, fuhr eine Strecke außerhalb der Schienen noch fort, und dann stür[t]zte der Küchenwagen um, und legte sich quer über das Gleis, so daß der / Verkehr für alle Züge gehemmt war. Anfangs hieß es, man würde 2 bis drei Stunden warten, dann aber wurden 7 Stunden daraus wo Kathi und ich mit den Kindern und allerlei Cirkus genossen bald im Wartesaal bald auf dem Perron uns aufhielten. Tante Wessely war auf die Bahn gekommen, und hatte Maria für die gestrige Nacht und den heutigen Tag zu sich geladen. Wir waren somit allein, und ich war damit zufrieden, da Maria sicher heute heftige Kopfschmerzen hätte. Die Kinder waren während der langen Zeit wunderbar brav, so daß die Leute staunten, daß es keinen Lärm gab. Der Bubi schlief fast unaufhörlich auf Kathis Arm. Wir Alle sind heute todmüde, und verschlafen aber ganz wo[h]l Von der Fahrt schreibe ich dir nächstens. //

Großmutter sieht gut aus, sie erscheint mir geistig frischer als vor 1[e]m Jahr. Auch Rosa sieht gut aus. Ich hatte wo[h]l gesehen, daß dir der Zug davon fuhr, und war besorgt, daß du so wenig Geld mit hattest. // Sie nicht böse, daß ich schließe, es geht nicht mehr, sobald ich ausgeschlafen habe, hörst du mehr. Mit inniger Liebe / deine sehr müde // Fanni. // Die Kinder küße[n] dich


Brief vom 2. und 3. August 1884 von Fanni Spängler an Franz Spängler

Brief von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler, ohne Umschlag. Zwei Bögen und ein Blatt (Halbbogen); / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:
2./8. 2 ½ Nachm. // Du Lieber! Du böser Mann! // Umsonst hoffte ich auf eine Karte, so Gott will, werde ich doch morgen von dir hören. // Heute bin ich wieder so viel ausgeruht und ausgeschlafen, daß ich mit einiger Ordnung schreiben, und dir von meiner Reise erzählen kann. Ich habe noch gesehen, wie du den Zug versäumtest, obwo[h]l ein gewisser Mann /: Störenfried :/ ganz kurz zuvor versichert hatte, daß [unterstrichen:] "Züge versäumen seine Sache nicht sei." // Anfangs war es mir peinlich, da ich glaubte, du habest keinen Zug mehr und ich doch wußte, daß du wenig "Moos" bei dir hattest. / Wir fuhren ganz vergnügt bis Linz wo Cousine Marie und die sog: kleine Marie waren. Vetter Franz kam auch auf etliche Minuten. Sie laßen dich herzlichst grüßen. In Linz traf ich Bez. R: Heller und Frau, die von einer 14 tägigen Reise heimkamen. Sie grüßen dich bestens. Die Fahrt ging bis Wels recht angenehm. Schon glaubten wir die Fahrt ohne Störung vollenden zu können. Da kam die Geschichte mit dem Blitzzug. // Fortse[t]zung folgt. //

3/8 Wie froh begrüßte ich deine Karte, ich hatte schon wieder Angst um dich. 1000 Küße. Wir waren also in Wels, wo Tante Wessely u. 2 Töchter erschienen und Marie einluden, bei ihnen zu bleiben Ich erkundigte mich ob es wegen der Fahrkarten gehe und somit blieb Marie / Einstweilen kam der Blitzzug und fuhr nach kurzem Aufenthalt wieder weg, doch hatte er kaum die Station verlaßen, als er stehen blieb und wir hörten, daß er entgleist u daß der Restaurationswagen quer über die Geleise gefallen sei. Nun hieß es, wir müßten 2 bis 3 Stunden warten. Ich überlegte, ob ich die Nacht in einem Gasthause zubringen solle, doch war Hoffnung, daß wir in nicht zu langer Zeit fortkommen würden. So blieben wir und konnten die Kinder durch die Gunst eines Condukteurs in einem Coupé unterbringen, waren also zufrieden. Als wir etwa eine Stunde darin waren hieß es, dieser Waggon müße geräumt werden. Wir weckten die 4 Mädchen, / Kathi hatte den Bubi schlafend auf dem Arm[11], ich raffte in Eile unsere Effekten zusammen, die ich alle im Plaid einband und wir stiegen aus, da man sagte, wir müßten zu Fuß die Unglück[s]stelle passi[e]ren dort einsteigen und so weiter kommen Wir standen nun eine geraume Zeit zum Einsteigen bereit, umher, doch war kein Zug zu erwarten. Endlich gingen wir in die Restauration wo wir mit vielen Schicksalsgenossen abermals lange warteten. Indeß war der Zug von Salzburg gekommen, und ehe wir hinauf expedi[e]rt wurden, ließ man 2 od. 3 Züge nach Wien u Passau abgehen. Da hieß es wieder man könne wenigstens in den Salzburger Zug einsteigen, um die Kinder /

[zweiter Bogen:] zur Ruhe zu bringen. // Wir eilten wieder hinaus und ein Kondukteur sagte uns, dort steht der Zug; daß aber kein Licht dabei war, mußten wir erst erfahren als ich/und [korrigiert] mit Toni über einen Wechsel [Weiche, Anm.] fielen. Also abermals zurück! Nun warteten wir auf einen Laut auf dem Perron, bis endlich, endlich die Erlösung kam. Wehrend [!] der ganzen Zeit waren die Kinder wirklich musterhaft brav. Kathi hatte den Lieben fast 7 Stunden lang schlafend auf dem Arm, und ich hatte die Aufgabe, drei Andere bei gutem Mut zu erhalten. // Das größte Glück war, daß die Nacht so milde war, ein Gewitter hätte uns wo[h]l die Gesundheit kosten können. / Zu Allem quälte mich noch der Gedanke daß wir mit großer Angst erwartet würden. // So froh war ich wo[h]l noch nie, von der Stelle zu kommen als den 1. Aug. 1884 um 2 ½ Uhr früh! Im Herfahren schliefen wir Alle ein wenig, waren aber den ganzen Tag ganz müde und verschlafen. Gott sei Dank, wir sind Alle wo[h]l und werden der Station Wels zeitlebens ein freundliches Andenken wahren.[12] /: Ein Gesammtausflug nach Hellbrunn unterbricht für je[t]zt. :/ //

 
Beilage zum Welser Anzeiger vom 2. August 1884 (Ausschnitt).

Montag 4/8. 2 ½ Uhr Nachm. // Hier erwarteten uns Emma u Minna, die auch für einen Wagen gesorgt hatten. // Gegen 6 Uhr kamen wir in die / Wohnung. Großmutter begrüßte uns freundlich, von Tomaselli[13] wurde Kafe geholt und wir erquikten uns Alle daran. Nachdem der meiste Eisenbahnruß abgeputzt war, pa[c]kten Kathi und ich gleich Alles aus, und richteten uns häuslich ein. Nach Tisch ging ich gleich zu Otto (Otto Spängler; Anm.). Alle grüßen herzlich[.] Sonntag war in der Mirabell-Kapelle (Mirabellkapelle; Anm.) die Trauung der Anna Stielitz [?] [.] Durch Lida’s Güte kam ich auch in die Kirche. Anna sah allerliebst aus. Lida[14] ist mit den Kindern allein hier, doch wird Hermann nachkommen. Sie bleiben bis Ende August. Wir freuen uns sehr, daß wir heuer wieder zusammen sind. Das Wetter ist herrlich. / Samstag Nachmittag ging ich mit den Schwestern und 3 Kindern nach Leopoldskron. Dort sah ich Tante Pepi /: so rund wie immer :/ und Vetter Julius sammt seinen Kindern. Gestern fuhr ich mit Kathi und den Kindern nach Hellbrunn, Mutter u Schwestern[15] kamen zu Fuß nach. Herunter mußte Alles zu Fuß gehen, da nur sehr wenige Stellwägen fuhren. Denke dir, Hanna[16] ist mit uns zu Fuß von Hellbrunn gegangen, es waren kaum 5 Minuten, daß ich sie trug. Sie kam ganz lustig an und ist heute gar nicht müde. //

Heute Vormittag war ich mit allen 4 Mädchen im Curhausener Kultur Bad[17]. Die Bäder thun meinen Füßen sehr gut. / [drittes Blatt:] Soweit wäre Alles schön und gut, wenn nur du auch hier wärest. Wie sehr freue ich mich auf dein Kommen! Denkst du doch manchmal an mich? Die Kinder und viele Bekannte grüßen dich, Hanna schickt Bußerl. Hanna war anfangs scheu, wird aber schon zutraulich. // Der Bub ist das beliebteste Spielwerk meiner Schwestern. Die 3 Großen wollen immer bei [unterstrichen:] der Tante stricken. // Heute habe ich zwei Karten auf einmal bekommen, dafür keine am Samstag. Plage dich nur nicht zu sehr, grüße Alle, die um uns fragen bestens und behalte mich lieb! / Wenn ich nur für die wenigen Tage deines Urlaubes dir so schönes Wetter sichern könnte, wie ich je[t]zt habe! // Ich schließe diesen etwas länglichen Brief mit der Bitte behalte lieb deine Alte.


Brief vom 2. bis 7. August 1884 von Fanni Spängler an Franz Spängler

Brief von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler; wahrscheinlich dazugehöriger Umschlag, Briefmarke abgelöst, Stempel "[Salzburg] Stadt…" [Rest ehemals auf der Briefmarke]; rückseitig Stempel "Wien 8/8 8 F[rüh] 84" und "Pottenstein 9/8" [schwach erkennbar]; mit Bleistift rückseitig neu bezeichnet Aug. 1884[18]. - Wo[h]lgeboren // Herrn Doctor Franz Spängler // kk. Bezirksrichter // Pottenstein a. d. Triesting. Ein Bogen und ein Blatt (Halbbogen); / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:
[ruhige, saubere Kinderschrift:] Salzburg den 2/8 1884 // Lieber Vater! // Gestern waren wir sehr müde weil wir 7. Stunden in Wels auf unsern Zug warten mußten. Heut Nacht haben wir aööe sehr gut geschlafen. Ich war schon beim Onkel Otto. Die beiden ältesten Kinder, Otto und Paula sind in Innsbruck. Nach der Jause ging die Mutter mit uns vier Mädchen zur Tante Lieda die Nachmittag mit ihren Kindern angekommen ist. // 5/8 1884 // Am Sonntag war ich beim Onkel Otto zum Speisen / eingeladen. Nach 3. Uhr fuhren wir nach Hellbrunn, sahen die Wasserkünste an und muß[t]en dann alle zu Fuße nach Hause geh[e]n. Wir freuen uns schon sehr wenn du wieder kommst, bis dahin behalte lieb deine Franzi // Mutter und Schwestern grüßen und küssen dich. //

[Fanni:] 5/8 1884. // Mein lieber Franz! // Mit großer Freude na[h]m ich deine lieben Zeilen im Empfang und freue mich sehr, daß es dir wo[h]l geht. Auch uns geht es gut. / Meinen Brief hast du hoffentlich bekommen, und daraus unsere Reiseerlebnisse erfahren Franzi hat mit einigem Zaudern den Brief an dich geschrieben, sie zu einer Arbeit zu verhelfen, geht bei dem wunderschönen Wetter wirklich schwer. Wir waren auch heute wieder in Leopoldskron im Bade, es thut mir sehr gut. Daß das Conzert etc: so hübsch war, freut mich, morgen singt hier Fräulein Bicareki [?] in einem Conzert, doch gehe ich nicht. // Bei Otto geht es ihnen gut, das Fräulein gefällt mir recht gut. Durch Luise hörte ich, daß Anna Lanser[19] nach Innsbruck ziehen soll und daß die Verhältnisse doch nicht so gar trostlos seien. Bei seinem Tod fand sich ein Brief an seine Frau und einer an Otto / ein Beweis, daß die traurige That – doch überlegt worden war. // Bei den Geschwistern geht es gut, nur Karl[20] hat immer an seinem Zustand zu leiden. Großmutter ist wenig geändert, sie hat ihre Marotten, doch ist sie sehr lieb mit mir. Gestern schenkte sie mir 8 fl. [Gulden; Anm.] weil ich sagte, daß ich nur wenig Geld bei mir habe und doch gerne baden ginge. Auch von dem bewußten Dukaten habe ich ihr schon erzählt. Ich schließe für heute, indem ich dich, du lieber, lieber Mann innigst umarme. Gute Nacht. //

7./8. // Wie herzlich danke ich dir, daß du so gewissenhaft an mich schreibst! Wenn ich deine Schrift sehe, ist mir jedesmal zu Mute, als dürfte ich / [beiliegender Halbbogen:] deine Hand drücken, wonach ich mich schon herzlich sehne. Ich freue mich schon so auf dich, du Lieber, und wie gerne werde ich wieder bei dir sein! Wir befinden uns ausgezeichnet. Der Bub hat wieder einen Zahn bekommen und der nächste wird bald durch sein. // Otto macht diese Woche eine kleine Reise, kommt Samstag zurück. // Gestern war ich mit den Mädchen am Grabe unserer guten Mutter; ich meine, wir bringen einen Kranz wenn du auch da bist. Wenn ich dir nur das herrliche Wetter, welches wir je[t]zt haben, aufheben könnte! Ich würde je[t]zt gerne einigen Regen mit in Kauf nehmen. // Die Kinder grüßen dich, Hanna sendet dir viele Bußerl.


Brief vom 12. August 1884 von Fanni Spängler an Franz Spängler

Brief von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler, ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:
Salzburg 12/8 1884. // Liebster Mann! // Sei nur nicht bösem daß ich so selten einen Brief an dich schreibe, aber wir führen hier ein so liederliches Leben, daß ich fast nie zu Hause bin. Manchmal soll man doch auch was nähen, wenigstens die laufenden Flickereien besorgen. Unser Lebenslauf ist hier folgender. Zwischen 6 u 7 früh wird aufgestanden, Frühstück gegen 7 ½ dann sobald die Dirndln fertig sind, gehe ich mit ihnen fort, meistens auf den Kai alleen später Kathi mit dem Buben nachkommt. Dort treffe ich meist Lida mit ihrer Mama und den Kindern und wir bleiben bis nach 12 Uhr dort dann gehts‘ in die Hölle[21], sodann / kommt ein kleiner Plausch bei den Geschwistern. Kathi mit dem lieben Kleinen geht nach Hause die drei Größeren bleiben bei den Schwestern und ich gehe gewöhnlich auf eine Stund zur Großmutter, oder schreibe, wie eben je[t]zt. Nach 4 Uhr gehe ich mit den Kindern wieder fort, bis gegen 7 ½ Uhr alsdann wird wieder begonnen die Kinder ins Bett zu legen. Abends bin ich gewöhnlich bald faul und lege mich nieder, wenn nicht die Mutter zu mir kommt. Während du Liebster dich plagen mußt, führe ich hier so ein leichtsinniges Leben! Die Kinder sind selig bei den Tanten. Einige Spielsachen habe ich ihnen als schwache Mutter auch schon gekauft, es ist ja hier Ausnahmezustand. /

Neulich habe ich Großmutter angebettelt, da schenkte sie mir 8 fl [Gulden; Anm.] dann als ich damit fertig war, verlegte ich mich wieder auf’s Betteln, da bekam ich [unterstrichen:] "ein für allemal" 50 fl. Du siehst also, daß ich noch immer die edle [unterstrichen:] Fechtkunst verstehe. Und nun freue ich mich schon [unterstrichen:] so sehr auf dich, wenn nur dein Urlaub nicht gar so kurz wäre!!! Wie danke ich dir, daß du so gewissenhaft täglich schreibst, es ist mir jedesmal eine solche Beruhigung deine Schriftzüge zu sehen. Gott schütze dich du Lieber, Gurter. // Allen Bekannten beste Grüße, ich freue mich auch wieder nach Hause, und auf ein geregeltes Leben. Mama Plachetka sieht ganz unverändert aus, sie hat auch ein glückliches Alter, wie unsere liebe Mutter hatte. / Heute war ich auch am Kai, da suchte der alte Baron Weiß Lida auf und erkundigte sich auch nach dir. Er wird recht alt. Mit seiner Gema[h]lin sprach ich zwei Tage nach unserer Ankunft. Für 15/8 wird hier die Ankunft eines Dampfschiffes erwartet, die Landungsbrücke ist schon aufgestellt. Mit Julius sprach ich heute, sie leben sehr unsolid, sagte er mir. Und nun du Liebster gib nur recht Acht auf dich, und plage dich nicht zu sehr. // Hoffend, daß es dir recht gut geht, und daß du mich und die Kinder lieb hast, bin ich deine // alte Fanni. // Eben kam deine Karte an Franzi sie ist bei den Tanten, sie wird gewiß sehr stolz sein, daß du ihr schreibst.


Postkarte vom 13. August 1884 von Franzi Spängler an Franz Spängler

 
Postkarte vom 13. August 1884.

Correspondenz-Karte von Franziska Spängler an den Vater Franz II. Xaver Gregor Spängler; An Herrn Doktor Franz Spängler // kk Bezirksrichter in Pottenstein // a. d. Triesting.; Stempel Salzburg Stadt und Pottenstein verwischt; "Gruss aus Salzburg" [Ansicht von Altstadt und Festung]:
[flüchtige Kinderschrift der siebenjährigen Franzi[22]:] Salzburg den 13/8 84[23] // Lieber Vater! // Deine Karte hat mich sehr gefreut und ich freue mich schon sehr, dich wieder zu sehen. Es geht uns allen sehr gut. Es grüßt dich herzlich deine Franzi [Fanni Schrift:] Von der Mutter viele Grüße.


Brief vom 15. August 1884 von Franz Spängler an Fanni Spängler

Brief von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Franziska Spängler. Ein Bogen und ein beigelegtes Blatt; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt; [Ergänzung]; [?] = fraglich:
Pottenstein 15/8 1884 // In[n]igsgeliebte Fanni! // Heute endlich komme ich dazu Dir wieder einen Brief zu schreiben, u zugleich Deinen le[t]zten zu beantworten. // Vor allem die Nachricht, dß ich mich wohl befinde, u. dß auch in der Wohnung alles in Ordnung ist. Tischler Böhme hat den Kasten noch nicht geholt; ich habe heute der Frau Steinmayer gesagt, dß sie ihn daran erinnern soll; es wäre unangene[h]m, wenn er bis zu unserer Rü[c]kkunft nicht fertig wäre. Soll ich vor meinem Weggehen noch Wäsche ausgeben? Doch genug von diesen Wirtschafts-Angelegenheiten, mit denen ich mich bisher während meines Alleinseins glü[c]klicher Weise nicht viel zu beschäftigen hatte. // Franzi’s Karte habe ich erhalten; ich danke ihr dafür; sie darf sich aber mit schreiben recht zusammenne[h]men, u fleißig / üben; ihre Schrift dürfte u könnte leicht besser sein; es wäre mir übrigens erwünscht wenn sie mir nochmals schreiben würde. Wie ich aus Deiner Tagesordnung entne[h]me, bleibt für die 2 größeren sehr wenig Zeit für Arbeit od[er] Lernen, außer wenn dieselben bei den Tanten etwas thun, u. dort nicht bloß sich unterhalten. Denken die Kinder doch manchmal an mich? Von Dir hoffe ich sicher dß Du meiner oft gedenkst wie auch ich sehr oft Deiner liebend gedenke, u mich schon auf baldiges Wiedersehen u. Zusammensein freue.

Je[t]zt sind es schon volle 14 Tage, dß Du von mir weg bist; heute über 8 Tage hoffe ich von hier abzureisen. Wenn ich nicht tagsüber sehr beschäftigt wäre, wüßte ich wohl nicht, wie ich die Einsamkeit ertragen würde. So aber habe ich Arbeit übergenug u. habe daher nicht Zeit, das Alleinsein schwer zu ne[h]men. // Um also auf meine Reise zurü[c]kzukommen, so beabsichtige ich, am Freitag 22/8 um ¾ 6 Uhr hinab- / zureisen, so dß ich Samstags den 30. [! soll heißen 23. Anm.] in Salzburg um ¾ 9 Uhr früh ankomme. Unsere Rü[c]kreise würde ich am liebsten so einrichten, dß wir am Freitag 29./8 Abends 7 Uhr von Salzburg abreisen, u wobei wir am Samstag um ½ 4 früh in St Pölten ankommen würden u. um 6 Uhr früh hieher weiterfahren könnten, und um ¾ 9 Uhr hier ankämen. Auf diese Art kann ich volle 7 Tage in Salzburg bleiben. Die Zeit von 2 Stunden in St. Pölten am frühen Morgen wird auch zu ertragen sein. Schreibe mir in Deinem nächsten Briefe, ob Du so einverstanden bist. Denn dann kann ich gleich wegen des Wagens den erforderli[chen] Auftrag für Samstag den 30/8 früh geben. //

Von meinem Leben hier kann ich Dir nur berichten, dß ich Mittwoch mit Gernerth u Frl Hanika bei Thereten [?] eingeladen war, u dß wir dann mit beiden Frl Thereten [?] das Frl Hanika nach Berndorf begleiteten. Heute Abends gehe ich in den Pfarrhof. Die Witterung war bis heute ziemlich günstig; / heute aber hat es schon früh etwas geregnet, u je[t]zt strömt schon bald nach Mittag ein heftiger Regen nieder. Heute werden wohl Dem. u Cam. Mertens[24] in Salzburg angekommen sein. Grüße sie bestens vor mir; ich ne[h]me an, dß sie wieder bei der Hölle [Höllbräu wohnen, u. dß Du sie daher öfters zu Mittag dort sehen wirst. Von unseren Bekannten in Wien habe ich seit Deiner Abreise kein Lebenszeichen erhalten. // Frl Pepi geht es ein klein wenig besser, aber es wird jedenfalls sehr lange sich herumziehen, bis sie wieder ganz hergestellt ist. Alle Bekannten insbes. Dechant, Carl Zumfeuer, Familie Thereten [?] lassen sich Dir empfehlen. // Heute früh habe ich alle Deine Briefe u Karten seit den le[t]zten 14 Tagen wieder durchgelesen, u. mich an denselben erfreut; nochmals für jedes einzelne Blatt u jedes Liebeswort in denselben meinen Dank u im Geiste einen herzlichen Kuß. Es ist doch etwas ganz wunderbar schönes, mit einem geliebten Menschen sich so ganz eines zu wißen u. zu fühlen. Gott erhalte uns dies Glü[c]k! /

[beigelegtes Blatt:] Vor 13 Jahren um diese Zeit zählten u rechneten wir auch schon, wann ich werde nach Salzburg kommen können zur – Verlobung. Nun freuen wir [uns] schon lange (u. es ist doch die Zeit so rasch vergangen) dies glü[c]klichen Besitzes; aber das Zählen der Tage bis zum Wiedersehen hat seinen Reiz u. seinen Werth für mich nicht gemindert! Ich hoffe, auch bei Dir dasselbe! // Hast Du in Salzburg irgend welche Besuche gemacht? Falls Du damit erst überh[au]pt wartest bis ich komme, so vergiß Sauter nicht! // Nun wird Präsident Schwaiger [?] in Salzburg sein; ich mache Dich speziell darauf aufmerksam, damit du Dich eher seiner erinnerst u. ihn kennst, falls er Dir begegnen sollte. Wenn du mit ihm / zu sprechen kommen solltest, sage ihn meine Empfehlung sowie dß ich demnächst kommen werde, u dß das OLG Präsid[ium] die einstweilige Gerichtsleitung dem Eust [?] Gernerth zu übertragen bewilligt habe. Nun schließe ich mit der Bitte, die Großmutter, die Kinder u alle Verwandte u Bekannte, die sich meiner erinnern, bestens zu grüßen u verbleibe Dein treuer Franz // Deine Karte habe ich soeben, wie ich den Brief aufgeben will, erhalten. // DrS


Brief vom 17. August 1884 von Fanni Spängler an Franz Spängler

Brief von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler, ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; Leseabsatz eingefügt:
Salzburg 17/8 1884. // Mein lieber Franz! // Die so liebevollen Zeilen von dir machten mir große Freude. Gott lohne dir, daß du mich so lieb hast und beschütze unser Familienglück. Wie sehr ich mich freue, dich wieder umarmen zu dürfen ist nicht zu sagen, und daß ich in steter Liebe deiner gedenke, brauche ich wo[h]l nicht auszusprechen. Mit deinem Reiseplan bin ich vollkommen einverstanden, ich denke wir werden die zwei Stunden in St Pölten schon aushalten, sind ja die sieben Nachtstunden in Wels[25] auch vergangen. Wir können da frühstücken, und bei günstigem Wetter ein wenig umhergehen. // Vor allem nun Wirtschaftliches. // Erstens, wann wird der Wohnungs und Hausschlüßel während deiner Abwesen- / sen [doppelt] heit übergeben? Es handelt sich hi[e]rbei [?] um unsere Köchin, welche wo[h]l Freitag Abend von Wien, wo sie die le[t]zten Tage sein wird in Pottenstein ankommen dürfte. Ich meine es wäre das Einfachste Haus u Wohnungsschlüßel zu Handl zu geben, so dürfte Anna einfach anläuten, da sie eben sicherlich mit dem le[t]zten Zuge kommt. Bei Handl ist doch im[m]er Jemand da.

Bei Frl Zemhauser ist es dießmal schwer wegen der Krankheit des Frl. Pepi. und dann ist dort keine Glocke. Ich bitte um sofortige [unterstrichen:] Beantwortung dieser Frage, weil dann darüber der Anna durch Kathi geschrieben wird. Wegen der Wäsche bitte ich dich, an [mehrere Wörter unterstrichen:] Hemden, Krägen u Manschetten alles in die Wäsche zu geben. Hast du wegen Toni’s Schulgehen schon Schritte gethan. // Ich glaube, sie wird ganz gut in der ersten Klasse fortkommen, denke dir, auch sie zeigt ziemlich Geschi[c]k / zum Rechnen, und scheint etwas mehr denken zu lernen. // Zu einer ernsten Arbeit kommen die Beiden wo[h]l wenig unter den hier waltenden Verhältnissen, doch werden sie stets beschäftigt. Zu Hause bei mir kann ich sie mit bestem Willen nicht haben, dazu ist unser Raum zu beschränkt. In Pottenstein, wo auch ich wieder meine Pflichten als Hausfrau und Mutter angebrachter zu versehen hoffe, wird auch bei Lernen und Arbeit mehr Ernst sein. // Franzi wird dir jedenfalls noch schreiben. Hanna trug mir gestern besonders auf, dir ein Bußerl zu schicken, auch Roserl freut sich auf dich. Der Bubi kann je[t]zt schon flink kriechen und ist stets lustig und hungrig. Wie freue ich mich, dir unsere Schar wieder gesund vorführen zu können! /

Besuche zu machen erspare ich mir auf deine Anwesenheit, sonst müßte ich zweimal gehen. Ich glaube meine 5 Kinder sind genug Entschuldigung für mich. Auch unsere alljährliche Fahrt nach Maria-Plain[26] will ich erst mit dir machen. Wenn uns nur das Wetter treu bleibt! Mertens[27] treffe ich täglich in der Hölle[28]. Meine Mädchen stehen auf sehr gutem Fuße mit Demeter [Mertens; Anm.] . Es gibt manchmal einen Höllenlärm. Gestern fuhren Mertens nach Golling. Das Wetter heiterte sich auf heute ist’s ganz schön. Am 14. war ein Gewitter und am 15/8. regnete es fast immer. // Mit Lida bin ich oft am Quai zusammen. Roserl und Franzi sich [sind] dicke Freundin[n]en. // Allen, die mein gedenken, sage Grüße und Empfehlungen. Auch dir senden Großmutter u Geschwister viele Grüße. Ich befinde mich recht wohl hier, aber mit tausend Freuden werde ich wieder im lieben Heim schalten u walten. Auf solches Wiedersehen du liebster Mann. Bewahre in Liebe // deine treue Fanni. – [auf der ersten Seite oben, auf dem Kopf:] Die Zeit vor 13 Jahren[29] war sehr schön, je[t]zt ists noch schöner. Gott schütze dich.


Brief vom 17. August 1884 von Franzi Spängler an Franz Spängler

Brief von Franziska Spängler an den Vater Franz II. Xaver Gregor Spängler, ohne Umschlag. Ein Blatt; // = Absatz:
[Kinderschrift:] Salzburg den 17/8 1884 / Liebster Vater! // Die Tanten [Schlegel; Anm.] gehen heute nach Fürstenbrunn, wir sind daher heute ausnahmsweise nach Tisch daheim. Wir kommen hier zu wenig Arbeit, in Pottenstein wollen wir aber wieder fleißig sein. Die Mutter sagt, daß du bald kommen wirst. Wir freuen uns sehr auf dich und küssen dich. Behalte lieb deine Franzi. // [Fannis Schrift:] Besten Dank für deine mir heute zugekommene Karte. Deine Fanni.


Brief vom 20. August 1884 von Fanni Spängler an Franz Spängler

Brief von Franziska Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler, ohne Umschlag. Ein Blatt; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; […] Textstellen übersprungen:
Salzburg 20./8. 1884. // Liebster Mann! // In aller Eile will ich dir für deinen lieben Brief danken, und wegen der Schlüßelfrage schreiben. Da wir voraussichtlich Vormittags ankommen, so hat es keine Schwierigkeit, die verschiedenen Kastenschlüßel dem Frl Zemsaume [?] zu geben, ebenso den einen Wohnungsschlüßel. […] Also mache es, wie du willst[,] ich, als ergebene Ehegattin bin mit [mehrfach unterstrichen:] Allem einverstanden. / Ich freue mich nun schon so sehr auf dich du Geliebter, wie schön wird es wieder sein, wenn du, Liebster, bei mir bist. Salzburg ist nur halb so schön, wo du nur üb[e]rall fehlst. Doch nun genug. Morgen früh habe ich vor das Ehepaar Babitsch zu verfolgen, durch dem M: weiß ich daß sie hier sind. Er wohnt bei Horn [?], scheint mir u. sie bei Bekannten da sie kein Zimmer für Beide zusammen bekommen. Denke dir am Montag war Präsident Babitsch[30]ganz allein auf dem Gaisberg[31]. Er selbst erzählte es Demeter. Er braucht gerne bis zu Zist[e]l[32] 3 Stunden doch ist diese Leistung mit 70 u etlichen Jahren sehr erkennenswert. Allen meine Grüße, die Kinder küßen dich ebenso wie deine böse // Alte. // Babitsch fru[ü]hstu[ü]ck[t] jeden Morgen in dem neuen Kafehaus im Bazar.[33]


Brief vom 7. September 1884 von Fanni Spängler an Franziska Kobler

Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Pottenstein 7/9 1884. // Liebe Großmutter! // Es ist nun eine ganze Woche verstrichen, seit wir wieder daheim sind, und erst heute komme ich dazu dir für all’ das Liebe und Gute zu danken, was wir während unseres Aufenthaltes in Salzburg bei dir genossen haben. Gott segne dich für Alles, was du mir und den Meinen getan hast! // Ich freute mich sehr, dich so wo[h]l zu finden, gebe uns Gott im künftigen Jahr ein frohes Wiedersehen! // Die Kinder schicken dir viele Grüße, und danken dir auch für Alles, ebenso mein Mann. / Am Montag hat die Schule angefangen, nun geht auch Toni. Es ist eine große Erleichterung für mich, daß die zwei größeren Kinder täglich einige Stunden außer Haus sind. Toni ist ganz stolz, daß sie schon Schülerin ist. Wir befinden uns wieder recht wo[h]l daheim; man geht gerne fort und noch lieber wieder heim.

Ich denke, es wird auch dir wieder wo[h]l thun, daß die große Unruhe wieder auf dem Hause ist. // Ich bitte dich, grüße alle Bekannten von mir. // Ich erlaube mir noch zum Schluß an das Bügeleisen zu erinnern, welches der Theres / gehört, damit die Luise es ihr gelegentlich überbringe. // Indem ich dich herzlich umarme wiederhole ich meinen Dank und bitte dich, laß wieder von dir hören deine // dankbare Enkelin // Fanni Spängler.


Brief vom 26. November 1884 von Therese von Lürzer an Franz II. Xaver Gregor Spängler

 
Der Brief vom 26. November 1884.

ein Briefbogen; / = Seitenwechsel; [?] unsicher Lesart; vgl. den Brief vom 1. Dezember 1881 mit weiteren Hinweisen.
Hall den 26 November 1884 Theurer Lieber Franz Es hat mich wirklich sehr erfreut von dir ein Briefchen erhalten zu haben, mit den herzlichen Glückswünschen zum Namenstag, ich wünsche sie dir eben so jnnig zurük zu deinen komenden hohen Namensfest, möge Gott mir die Kraft in die Henden legen, dir / das zu sagen, alle diese freundlich wünschen mit welchen deine Seelige liebe Mutter, aber Sie wird mit Mutte[r] in [?] Liebe auf dich lieber Franz u All deine Lieben herab blicken. Gott erhalte dich u All deine lieben Angehörigen gesund u zufrieden, u Gottes reichen [Segen] möge Euch / zu theil werden[.] Beware mir ein freundliches andenken. Es freut mich daß Ihr Euch alle wohl befindet, auch mir geht es so ziemlich gut wie es ein so hohes Alter erlaubt, u dazu noch Gicht leidend, wo man leider jede witterungs Änderung fühlen muß, wo ich dan bald da bald dort Schmerzen fühle, doch so lange ich in die Kirche gehen kann danke / ich meinen guten Gott. Es würde mich wohl recht herzlich freuen, wen du einmal herein herein kämest auch mich ein mal besuchest u alle in Insbruck. Ich wünsche Euch ein gutes Neujahr, weil meine Hand so zittert kömmt mich das schreiben hart an, um auf Neujahr wieder zu schreiben. Wie werden sich deine lieben Kinder auf den schönen Cristbaum freuen. Lieber Franz lebe nun recht wohl u bleibe deiner alten treuen Tante immer freundlich, wie auch deine liebe Frau, ich bete Täglich für Euch. Ich küsse Euch im Geist [auf der Seite oben umgekehrt:] Eure Euch liebende Theres[e] von Lürzer

Es ist der letzte Brief, den sie selbst geschrieben hat (vgl. Foto der vierten Seite); den folgenden Brief vom 1. Dezember 1885 hat sie wegen ihrer Gicht diktiert und schreiben lassen. Es gibt noch eine Nachricht von ihr vom 30. November 1894 [siehe dort].


Brief vom 30. Dezember 1884 von Fanni Spängler an Franziska Kobler

Brief von Franziska Spängler an Franziska Kobler ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]:
Pottenstein, 30/12. 1884. // Liebe Großmutter! // Zum Jahreswechsel spreche ich dir mein und der Meinen beste Glückwünsche aus. Gott erhalte dich recht gesund und wo[h]l, und segne dich und vergelte dir all das Gute was du mir und Andern gethan hast. // Von Mutter höre ich, daß du Gottlob wo[h]l bist, so Gott will wird auch dieses Jahr ein Wiedersehen in Salzburg möglich sein, wenn du uns nämlich sehen willst. // Die Kinder reden noch immer von Salzburg und freuen sich schon wieder auf die Fahrt dahin. / Die Weihnachtsfeiertage haben wir gut zugebracht. Die Kinder waren sehr glücklich. // Sie bekommen außer dem Christbaum allerlei von Kleidungsstücken Puppen u s. w. // Franzi und Toni lernen fleißig in der Schule. Der Bubi kann auch schon allein gehen. // Gottlob sind Alle gesund und munter. // Zu thun habe ich natürlich genug. // Bis nur ta[ä]glich fünf Kinder gewaschen, angezogen und / gefüttert sind! //

Wenn die Kinder auch sehr einfach gekleidet sind habe ich doch immer für sie zu arbeiten. Nähen und stricken und flicken darf ich gar nie aufhören. Aber ich habe auch viele Freude an den Kindern Wenn sie Gott nur immer Alle gesund sein läßt, dann geht Alles gut. // Franzi stellt sich ganz geschi[c]kt zum Klavierspielen. // Je[t]zt bedaure ich daß ich es nie gelernt habe. Wie gut könnte ich das je[t]zt brauchen. / So viel es meine Arbeiten gestatten, lerne ich in meinen Tagen noch mit; doch bringe ich es natürlich zu nichts Rechten. Ich will und darf ja meine anderen Arbeiten deßhalb nicht hinten laßen. // Indem ich dir meines Mannes und meiner Kinder beste Wünsche und Grüße entrichte, bitte ich dich alle Bekannten schön zu grüßen und bleibe deine // dankbare Enkelin // Fanni Spängler


Einzelnachweise

  1. ↑ Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, Otto Holzapfel, zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].
  2. ↑ vgl. Briefe vom 24. Februar 1878 und vom 6. und 7. März 1878
  3. ↑ "Nr. 79" usw. bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' (de.geneanet.org).
  4. ↑ Antonia Lürzer von Zechenthal, Toni, * 1803; † 15. März 1882 in Salzburg, Mutter von Franz II. Xaver Gregor Spängler
  5. ↑ Franziska Kobler ist 1886 gestorben
  6. ↑ Franz Spängler, * 20. Oktober 1883 in Pottenstein an der Triesting
  7. ↑ Franz Spängler (* 20. Oktober 1883). Eine Geburtsurkunde liegt mir, Otto Holzapfel, nicht vor. Nach meinen Unterlagen ist der Geburtstag der 20. Oktober; für den Brief wäre das der zwölfte Tag.
  8. ↑ Einer der Namenstage für "Franz" ist der 3. Dezember; das stützt die Datierung dieses Briefes, vgl. "11 M".
  9. ↑ Franz Spängler, * 20. Oktober 1883
  10. ↑ Johanna Spängler (* 1882); damit ergibt sich eine Datierung des Briefes vor der Geburt von Otto (* 1886)
  11. ↑ Franz Spängler ist neun Monate alt.
  12. ↑ Vgl. den Bericht in der Beilage zum "Welser Anzeiger" Nr. 31 vom Samstag, 2. August 1884 (Abbildung), und einen weiteren Bericht ebendort vom Mittwoch, 6. August 1884. Dank an das Stadtarchiv Wels, Mag. Michael Kitzmantel, für die Überlassung.
  13. ↑ Café Tomaselli; die Großmutter Franziska Kobler wohnte zu dieser Zeit, spätestens seit Juli 1881, im Nachbarhaus, Alter Markt Nr. 10, wo sie auch 1886 starb.
  14. ↑ "Lida", verheiratet Guttenberg, ist eine enge Freundin von Fanni, auch eine frühe Spängler-Bekanntschaft, und wird häufig in den Briefen seit 1860 genannt.
  15. ↑ Fannis Halbgeschwister aus der zweiten Ehe von Richard Franz Schlegel
  16. ↑ Johanna (* 16. Mai 1882; verheiratet Holzapfel)
  17. ↑ Kurhaus Salzburg (historisch)
  18. ↑ Alle Briefe vom 1. August 1884 bis zum 20. August 1884 waren in diesem Umschlag gesammelt. Ich, Otto Holzapfel habe den Umschlag mit Aug. 1884 markiert.
  19. ↑ Über die Familie Lanser / von Lanser mehrfach im Briefwechsel; vgl. den Brief vom 2. August 1882. Näheres ist nicht bekannt.
  20. ↑ Carl Albert Schlegel (* 1859; † 1921), ein Sohn von Richard Franz Schlegel.
  21. ↑ Höllbräu
  22. ↑ Im Gegensatz zu dem Brief Franzis vom 2. August und, weniger auffällig, vom 17. August istr diese Karte offensichtlich in Eile mit der Stahlfeder hingekratzt worden.
  23. ↑ Die "13" wurde von der Mutter ergänzt.
  24. ↑ Camilla von Mertens, Fannis Freundin, verheiratet mit Demeter Ritter von Mertens, dem Sohn von Heinrich Ritter von Mertens (* 1811; † 1872)
  25. ↑ vgl. die Briefe vom 1. August 1884 und vom 2. und 3. August 1884
  26. ↑ Maria Plain
  27. ↑ vgl. Bürgermeister Heinrich Ritter von Mertens
  28. ↑ Höllbräu
  29. ↑ Am 8. September 1871 war ihre Verlobung.
  30. ↑ Das Salzburg Museum weist einen Partezettel nach für Dr. Franz Jakob Ritter von Babitsch († in Krems am 1. Juni 1887 [ohne Altersangabe]), k.k. Landesgerichtspräsident i. P., "Geneanet" seinen Sohn Dr. Jakob Ritter von Babitsch (* 21. August 1850 in der Stadt Salzburg; † 21. Dezember 1915 in St. Pölten), "Vicepraesident des k.k. Kreisgerichtes in St. Pölten."
  31. ↑ Gaisberg (Berg)
  32. ↑ Zistel
  33. ↑ Café Bazar

Quelle

Korrespondenz der Familien Kobler und Spängler