Benediktinerinnenabtei Nonnberg: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Benediktiner-Frauenstift Nonnberg''' ist das älteste, seit seiner Gründung [[713]] - [[715]] ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der Alpen.  
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[[Datei:Benediktinerinnenabtei Nonnberg Stadt Salzburg.jpg|thumb|Benediktinerinnenabtei Nonnberg, Ansicht vom [[Kapuzinerberg]].]]
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Das '''Stift Nonnberg Benediktinerinnenabtei''',<ref>Das ist der Wortlaut auf der Homepage, Stand September 2024</ref> auch Erin-Kloster nach der ersten [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Äbtissin]] [[Erentrudis]] genannt, ist das älteste, seit seiner Gründung [[713]]/[[715]] ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der [[Alpen]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der [[Stadt Salzburg]].
  
==Geschichte==
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== Lage ==
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[[Datei:Benediktinenstift Nonnberg, Ansicht vom Unipark Nonntal.JPG|mini|Die Benediktinerinnenabtei Nonnberg am Nonnberg, links die [[Festung Hohensalzburg]].]]
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Es befindet sich auf dem [[Nonnberg]], südlich unterhalb des [[Festungsberg]]es und südöstlich oberhalb der [[Salzburger Altstadt]]. Man erreicht die Abtei zu Fuß von der Altstadt über den [[Kapitelplatz]] und die [[Festungsgasse]], über die [[Nonnbergstiege]] von der [[Kaigasse]] im [[Kaiviertel]] oder von [[Nonntal]] über das [[Erhardgässchen]].
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[[Datei:Festung Hohensalzburg Nonnberg Altstadt Februar 2020.jpg|thumb|Die [[Festung Hohensalzburg]], am unteren Bildrand [[Nonntal]], darüber auf halber Höhe der [[Nonnberg]] mit der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und rechts die [[Altstadt]].]]
  
Um [[715]] gründete [[Rupert von Worms|Rupert]] am Nonnberg das Benediktinenstift Nonnberg, das heute weltweit älteste dauernd bestehende Frauenkloster. Einst war das Kloster begütert: Zu den Gütern gehörte im Frühmittelalter auch das Nonntal, dessen Kirche früher eine Filialkirche des Klosters war, und der Raum zwischen Salzach und Leopoldskroner Moor im Süden der Stadt.  
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== Geschichte ==
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[[Datei:Nonnberg mit Benediktinerinnenstift 1957 01.jpg|thumb|Die Klosteranlage im Oktober 1950.]]
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Um [[715]] gründete [[Rupert von Salzburg|Rupert]] am Nonnberg innerhalb der [[Salzpurch]] die Benediktinerinnenabtei als Damenstift. Zur Ausstattung des Klosters gehörten die Jagd in den Wäldern und Bergen vom [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] bis zu den [[Lammer]]stegen bei [[Golling an der Salzach]]. Ebenso erhielt das Kloster vier [[Alm]]en im Bereich von [[Schmittenstein]] und [[Trattberg]] sowie ein Drittel der [[Fischerei]] im [[Wolfgangsee]]. Es hatte Grundbesitz im [[Salzburggau]], [[Chiemgau]], Traungau und [[Attergau]].  
  
Um [[1006]] brannte die erste Klosterkirche ab. Eine neue Klosterkirche wurde mit Hilfe Heinrich II. im Jahr [[1009]] vollendet. Aus dieser Zeit sind der mächtige Kirchturm, Portalteile und unter das „Paradies“ mit seinen Fresken erhalten. Durch einen Brand [[1423]] zum Großteil zerstört, wurde die Klosterkirche in den Jahren [[1464]] bis [[1509]] auf den alten Gebäuderechten fußend neu aufgebaut (Spätgotischer Bau). Das mittige gotische Glasfenster hinter dem Altar ([[1480]]), gestiftet vom damaligen Bürgermeister [[Augustin Clanner]], der spätgotische Altar (mit neugotischem Beiwerk) aus der Filialkirche Scheffau/Lammer.Das Kloster beherbergt eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften, gotischer Figuren und Malerei (vor allem spätgotische Altäre). Besonders bemerkenswert ist das "Faldistorium" (ein Faltstuhl für die Äbtissin, nach [[1100]] entstanden mit figürlichen Reliefs und Figuren aus Walrossbein) und das Elfenbeinpastorale von [[1242]].  
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Ruperts Nichte [[Erentrudis]] war die erste [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Äbtissin]]. Um [[1006]] brannte die erste Klosterkirche ab.
  
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Zu den Gütern gehörte im Früh[[mittelalter]] das Nonntal, dessen [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Kirche]] früher eine Filialkirche des Klosters war, sowie das Gebiet zwischen [[Salzach]] und [[Leopoldskroner Moor]] im Süden der Stadt.
  
==Klosterkirche Nonnberg Mariae Himmelfahrt==
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[[1117]] bestätigte [[Erzbischof]] [[Konrad I.]] dem Stift den Grundbesitz in [[Arnsdorf in der Wachau]].
Um 715 gründete Hruodpert (Rupert) am Nonnberg das Benediktinenstift Nonnberg (heute das weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition), Ruperts Nichte Erentrudis war die erste Äbtissin. Um 1006 brannte die erste Klosterkirche ab. Eine neue Klosterkirche wurde mit maßgeblicher Unterstützung durch Heinrich I 1009 vollendet. Aus romanischer Zeit sind der mächtige Kirchturm, Portalteile und unter dem Nonnenchor das „Paradies“ mit seinen Fresken (um 1140) erhalten.  
 
  
Nach dem Brand 1423 wurde die Kirche ab 1464 spätgotisch wiedererrichtet. Das gotische Kirchenschiff besitzt filialengeschmückte Kirchenfenster, wobei das gotische "Claner-Fenster" hinter dem Altar besondere Bedeutung besitzt. Es wurde vom Salzburger Bürger und späteren Bürgermeister Augustin Claner 1473 gestiftet und von Hemmel von Andlau geschaffen.  
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[[1685]] waren die ersten Nonnen drei Chorfrauen und zwei Laienschwestern aus dem Stift Nonnberg nach Säben in [[Südtirol]] geschickt worden, um das zu errichtende [[Kloster Säben|Kloster zum Heiligen Kreuz auf Säben]] zu beleben.
  
Der gotische Flügelaltar (aus der Werkstatt des Hallstädter Meisters) stammt samt den neugotischen Ergänzungen aus der Abtenauer Kirche. Der stets sehr dunkle Kirchenraum mit dem erhöhten Chor über der Krypta verleiht der Kirche eine eigene Stimmung. An hohen Festtags-Gottesdiensten ist hier der zeitlos-meditative gregorianische Gesang des Nonnenchores zu hören.  
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Das Kloster beherbergte ursprünglich eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften, die seit dem [[19. Jahrhundert]] allerdings allesamt in der Bayrischen Staatsbibliothek in München liegen.
  
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=== Tochtergründungen ===
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Durch reiche Schenkungen von Kaisern, bayerischen Herzögen und Bischöfen konnte das Nonnberger Stift eine Reihe von Tochterklöstern gründen:<ref>[[Das Erzbistum Salzburg in seiner Geschichte]], Teil 2, Seite 28</ref>
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* [[Frauenkloster Göß]] in Tragöß in der Steiermark um 1020
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* Benediktinerinnenstift St. Georgen am Längsee in Kärnten um 1020
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* [[Frauenkloster Gurk]] in Kärnten 1042
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* Frauenkloster Sonnenburg im Pustertal 1029
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* [[Kloster Traunkirchen]] 1020/1040
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* Frauenkloster Erla in Niederösterreich 1050
  
==Die Geschichte im Überblick==
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=== Chronologie des Stifts ===
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[[Datei:Kostbare mittelalterliche Bildwerke aus der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und dem Franziskanerkloster 1938.jpg|thumb|Über kostbare mittelalterliche Bildwerke aus der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und dem [[Franziskanerkloster]], ein Artikel im "[[Salzburger Volksblatt]]" 1938.]]
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[[Datei:Stiftskirche Nonnberg 2018.jpg|thumb|Abteikirche Nonnberg]]
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[[Datei:Klosterpforte beim Stift Nonnberg.jpg|thumb|Klosterpforte der Benediktinerinnenabtei Nonnberg.]]
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* [[712]]/[[715|715]]: Gründung durch [[Rupert von Salzburg]] im Auftrag des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Theodo II.]], der das Kloster seiner Nichte (manchmal auch als seine Schwester bezeichnet) Erintrudis (auch ''Erentrudis'' geschrieben) als erster Äbtissin überantwortete.
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* [[9. Jahrhundert]]: Das Kloster übernimmt die Regel des hl. Benedikt von Nursia, Italien; vorher lebte man nach einer Mischregel;
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* [[1009]]: Weihe einer romanischen Basilika in Anwesenheit von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde (Heinrichsbasilika).
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* um [[1020]]: gründen die Benediktinerinnen das [[Kloster Traunkirchen]] im [[oberösterreich]]ischen Traunkirchen im [[Bezirk Gmunden]].
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* [[1242]]: Äbtissin [[Gertraud II. von Stein|Gertraud von Stein]] erhält die Pontifikalien (Äbtissinnenring, Äbtissinnenstab, [[Faldistorium]], Brustkreuz und Krone) für sich und ihre Nachfolgerinnen durch Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] im Namen des Papstes.
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* [[1423]]: Ein [[Brände Stadt Salzburg|Brand]], ausgelöst durch Blitzschlag, zerstört wesentliche Teile von Kirche und Kloster.
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* [[1426]]: Vollendung eines Notdaches über dem abgebrannten Kirchenschiff.
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* [[1464]]: Beginn des Wiederaufbaus und Errichtung der heutigen gotischen Kirche auf den romanischen Fundamenten.
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* [[1480]]: Einbau des [[Augustin Klaner|Klaner]]-Fensters.
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* [[1506]]: Weihe des fertig gestellten Kirchenschiffs.
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* [[1583]]: Die beiden letzten [[Petersfrauen]] übersiedeln nach Aufhebung ihres Klosters vom [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] auf den Nonnberg.
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* [[1624]]: Beginn der Barockisierung der Stiftskirche.
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* [[1853]]: Beginn der Regotisierung der Stiftskirche.
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* [[19. Jahrhundert]]: Bis zu dieser Zeit ist Nonnberg überwiegend ein Adeligenstift mit reichen Besitzungen. Von daher haben sich bedeutende Kunstwerke erhalten, u. a. der "''Nonnberger Faltstuhl''", [[1242]] (das ist eine zusammenklappbare, eben faltbare und daher leicht zu transportierende hockerartige Sitzgelegenheit)
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* [[20. Jahrhundert]]: bekannteste Lehrerin im Stift war [[Maria Augsta Kutschera|Maria von Trapp]], die durch den Film [[Sound of Music]] weltberühmt wurde
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*  Am [[12. August]] [[2023]] legte zum ersten Mal seit 17 Jahren am Samstagnachmittag in der Klosterkirche der Benediktinerinnen eine Nonne die Ewige Profess ab. Die 50-jährige gebürtige [[Südtirol]]erin Schwester Maria Gratia Waldner gab damit das Versprechen, sich dauerhaft an die Ordensgemeinschaft zu binden. Derzeit leben in der Gemeinschaft 15 Nonnen, die jüngste ist 34 Jahre alt. Schwester Maria Gratia kam vor zwei Jahren, als die Aufhebung der Südtiroler [[Kloster Säben|Benediktinnerinnenabtei Säben]] in Klausen feststand, auf den Nonnberg, um hier ihren geistlichen Weg fortzusetzen. Ihm Herbst [[2015]] trat sie in das Kloster Säben ein und wurde am [[14. August]] [[2016]] eingekleidet Von Nonnberg aus war einst [[1686]] die Abtei Säben gegründet worden.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/erste-ewige-nonne-im-salzburger-stift-nonnberg-seit-2006-143600083 www.sn.at], 13. und 14. August 2023</ref>
  
* [[712]]/[[715|15]]: Gründung durch [[Rupert von Worms|Hl. Rupert]] im Auftrag des Bayernherzogs Theodor, der das Kloster seiner Nichte (manchmal auch als seine Schwester bezeichnet) [[Erintrudis]] (auch ''[[Erentrudis]]'' geschrieben) als erster Äbtissin überantwortete.
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=== Die Äbtissinnen ===
* 9. Jahrhundert: Das Kloster übernimmt die Regeln des Hl. Bendikt von Nursia, Italien; vorher lebte man nach einer 'Mischregel'  
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: ''Hauptartikel [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]  
* [[1000]]:  Bau einer Romanischen Basilika durch Kaiser Heinrich II.
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Die Liste der Äbtissinnen der Benediktinerinnenabtei Nonnberg umfasst 92 Namen. Die Jahreszahlen der ersten Jahrhunderte sind anhand der aktuellen Quellenlage noch sehr ungewiss. [[Veronika Kronlachner]] ist seit Juli 2017 die 92. Nachfolgerin, Eva-Maria Saurugg Priorin.
* [[1242]]: Äbtissin [[Gertraud von Stein]] erhält ''die Pontifikalien'' (Bischofsring, Brustkreuz, Bischofsstab, Mitra und Pileous) für sich und ihre Nachfolgerinnen durch Fürsterzbischof [[Eberhard II.]] im Namen des Papstes und wird in den ''Prälatenstand'' (hochrangiger Geistlicher mit weitreichenden Befugnissen, so sprach man ja auch einer Grenze zum Nonnberg [markiert gewesen durch einen Grenzstein auf den zum Stift führenden Wegen]) erhoben.
 
* [[1423]]: ein Brand zerstört wesentliche Teile von Kirche und Kloster.
 
* [[1464]]: Wiederaufbau und Errichtung der heutigen gotischen Kirche und überwiegend gotischen Baulichkeiten.
 
* 19. Jahrhundert: Bis zu dieser Zeit ist Nonnberg überwiegend ein Adeligenstift mit reichen Besitzungen. Von daher haben sich bedeutende Kunstwerke erhalten, u. a. der "''Nonnberger Faltstuhl''", [[1242]] (das ist eine zusammenklappbare, eben faltbare und daher leicht zu transportierende hockerartige Sitzgelegenheiten
 
* 20. Jahrhundert: bekannteste Lehrerin im Stift war [[Maria Augsta Kutschera|Maria von Trapp]], die durch den Film [[Sound of Music]] weltberühmt wurde
 
  
==Güter==
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== Kirche und Kapellen des Konvents ==
* [[Erentrudishof]] in Salzburg [[Morzg]]
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* [[Kirche Mariae Himmelfahrt (Abtei Nonnberg)|Kirche Mariae Himmelfahrt]]  
* [[Erentrudisalm]] bei [[Elsbethen]]
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* [[Johanneskapelle (Nonnberg)|Johanneskapelle]]  
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* Annakapelle 
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* Meinradi-Kapelle
  
==Quelle==
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== Gebäude und Höfe des Konvents ==
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[[Datei:Benediktinerinnenabtei Nonnberg Eingang in den Garten.jpg|thumb|Rechts die Benediktinerinnenabtei. Bildmitte Eingang in den Klostergarten, links das Gebäude der Talstation des [[Reißzug]]es in die [[Festung Hohensalzburg]].]]
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* Das [[Beichtvaterstöckl]] befindet mit Adresse Nonnberggasse 1 über dem Torbogen, durch den man in die Altstadt gelangt.
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* Der [[Getreidekasten der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Getreidekasten]] wird auch Traunerkasten genannt.
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* Hofrichterhaus
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* Konventgebäude
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* Kreuzgang
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* Kleiner Küchenhof: Hier steht der Erentrudbrunnen.
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* Die Kustorei befindet sich zwischen der Stiftskirche und dem Mesnerhaus.
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* Das Mesnerhaus befindet sich an der [[Nonnberggasse]] mit Hausnummer 4.
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* Der Oberhof, auch Gaststöckel oder Kastnerstöckel genannt, trägt die Hausnummer 8 an der Nonnberggasse.
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* Die Pfisterei befindet sich an der Nonnbergasse mit Hausnummer 8.
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* Wirtschaftshof
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=== Innenräume des Konvents ===
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* Neue Abtei
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* Archiv
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* Bibliothek
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* An das Kapitelzimmer schließt sich das "rote (Heinrich) Museum", früher Richterstube, an.
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* Konventräume
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* Refektorium
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=== Nonnberger Hund ===
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Der [[Nonnberger Hund]] steht an der [[Festungsgasse]] und markiert das Ende der Abtei.
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== Besitzungen der Benediktinerinnenabtei ==
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* [[Erentrudishof]] in Salzburg-[[Morzg]]
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* [[Erentrudisalm]] in [[Elsbethen]]
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* Um [[1000]]: einige Zehenthöfe in Nußdorf am [[Attersee]]
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== Bildergalerie ==
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Datei:Salzburg Sattler-Panorama Stift Nonnberg.jpg|Salzburg Sattler-Panorama Benediktinerinnenabtei Nonnberg.
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Datei:Beweinung Christi Teppich Benediktinerinnenabtei Nonnberg.jpg|Bild oben rechts der Teppich "Beweinung Christi", niederländische Bildwirkerei um 1500 gehörte bis Dezember [[1930]] der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und war das bedeutendste Werk dieser Art in Österreich.
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=== weitere Bilder ===
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== Weblinks ==
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* [http://www.nonnberg.at/ www.nonnberg.at], Website der Benediktinerinnenabtei
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* [http://www.klostergeschichten.at/stift-nonnberg.php www.klostergeschichten.at], Geschichte mit Bildern
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* [http://www.uni-klu.ac.at/kultdoku/kataloge/11/html/1023.htm Faltstuhl (Faldistorium)]
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* [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021
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* [http://books.google.at/books?id=UWcXAAAAYAAJ&pg=PA39&lpg=PA39&dq=%C3%84btissinnen+von+Nonnberg&source=bl&ots=g1qzpYDgPp&sig=hfdFtROBfEYQLglpByGGIX5UWwQ&hl=de&sa=X&ei=2hiNUYaaBcjhPMz6gNAB&ved=0CGwQ6AEwCQ#v=onepage&q=%C3%84btissinnen%20von%20Nonnberg&f=false Chronik des adeligen Benediktinenstifts Nonnberg in Salzburg von Franz Esterl]
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* [http://www.salzburg-rundgang.at/sehenswuerdigkeiten/kirchen_und_kloester/kloster_nonnberg Kloster Nonnberg]
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* [https://www.sn.at/kultur/stift-nonnberg-oeffnet-sich-fuer-ein-festjahr-22030345 Stift Nonnberg öffnet sich für ein Festjahr ], ein Beitrag am 23. Dezember 2017 in den [[Salzburger Nachrichten]]
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== Quellen ==
 
* aus [[Altstadt]]-Beitrag
 
* aus [[Altstadt]]-Beitrag
*[[Salzburg stadtteilnamen|Salzburg Stadtteilnamen]]
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* [[Ortsnamen (Etymologie)]]
*[http://www.benediktinerinnen.de/nonnberg.html www.benediktinerinnen.de]
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* [http://www.benediktinerinnen.de/nonnberg.html www.benediktinerinnen.de]
 
* [http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_2734.html Kunstlexikon]
 
* [http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_2734.html Kunstlexikon]
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* [http://www.salzburg.com/wiki/images/3/3c/Nonnberg_Heimatbl%C3%A4tter.pdf Artikel über das Frauenkloster Nonnberg in den Reichenhaller Heimatblättern] Nr. 12, 2012 von [[Andreas Hirsch]] (pdf)
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* ''Abteikirche Nonnberg'', Kunstverlag Hofstätter, 1995, unter Mitwirkung von Dr. [[Adolf Hahnl]], Salzburg, Dr. phil. Verena Stähli-Lüthi, Schweiz und P. Gregor Brazerol OSB, Schweiz
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* [[Hans Tietze]]: [[Die Denkmale des Stiftes Nonnberg in Salzburg]] → [http://diglib.tugraz.at/die-denkmale-des-stiftes-nonnberg-in-salzburg-1911-7 diglib.tugraz.at]
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== Einzelnachweise ==
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<references/>
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{{Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg}}
  
[[Kategorie:Sehenswürdigkeit]]
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{{SORTIERUNG: Nonnberg, Benediktinerinnenabtei}}
[[Kategorie:Nonntal]]
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[[Kategorie:Stadt Salzburg|Benediktinerinnenabtei]]
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[[Kategorie:Altstadt|Benediktinerinnenabtei]]
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[[Kategorie:Stadtberg]]
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[[Kategorie:Nonnberg|Benediktinerinnenabtei]]
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[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
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[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
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[[Kategorie:Architektur]]
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[[Kategorie:Denkmalschutz]]
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[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
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[[Kategorie:Religion]]
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[[Kategorie:Erzdiözese]]
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[[Kategorie:Geschichte]]
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[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]]
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[[Kategorie:Katholische Kirche]]
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[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]]
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[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]]
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[[Kategorie:Kloster]]
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[[Kategorie:Abtei]]
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[[Kategorie:Stift]]
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[[Kategorie:Benediktinerinnenabtei Nonnberg|!|]]
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[[Kategorie:Orden (Kirche)]]
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[[Kategorie:Benediktinerorden]]

Aktuelle Version vom 26. März 2025, 20:44 Uhr

Benediktinerinnenabtei Nonnberg, Ansicht vom Kapuzinerberg.

Das Stift Nonnberg Benediktinerinnenabtei,[1] auch Erin-Kloster nach der ersten Äbtissin Erentrudis genannt, ist das älteste, seit seiner Gründung 713/715 ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der Alpen. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Lage

Die Benediktinerinnenabtei Nonnberg am Nonnberg, links die Festung Hohensalzburg.

Es befindet sich auf dem Nonnberg, südlich unterhalb des Festungsberges und südöstlich oberhalb der Salzburger Altstadt. Man erreicht die Abtei zu Fuß von der Altstadt über den Kapitelplatz und die Festungsgasse, über die Nonnbergstiege von der Kaigasse im Kaiviertel oder von Nonntal über das Erhardgässchen.

Die Festung Hohensalzburg, am unteren Bildrand Nonntal, darüber auf halber Höhe der Nonnberg mit der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und rechts die Altstadt.

Geschichte

Die Klosteranlage im Oktober 1950.

Um 715 gründete Rupert am Nonnberg innerhalb der Salzpurch die Benediktinerinnenabtei als Damenstift. Zur Ausstattung des Klosters gehörten die Jagd in den Wäldern und Bergen vom Gaisberg bis zu den Lammerstegen bei Golling an der Salzach. Ebenso erhielt das Kloster vier Almen im Bereich von Schmittenstein und Trattberg sowie ein Drittel der Fischerei im Wolfgangsee. Es hatte Grundbesitz im Salzburggau, Chiemgau, Traungau und Attergau.

Ruperts Nichte Erentrudis war die erste Äbtissin. Um 1006 brannte die erste Klosterkirche ab.

Zu den Gütern gehörte im Frühmittelalter das Nonntal, dessen Kirche früher eine Filialkirche des Klosters war, sowie das Gebiet zwischen Salzach und Leopoldskroner Moor im Süden der Stadt.

1117 bestätigte Erzbischof Konrad I. dem Stift den Grundbesitz in Arnsdorf in der Wachau.

1685 waren die ersten Nonnen drei Chorfrauen und zwei Laienschwestern aus dem Stift Nonnberg nach Säben in Südtirol geschickt worden, um das zu errichtende Kloster zum Heiligen Kreuz auf Säben zu beleben.

Das Kloster beherbergte ursprünglich eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften, die seit dem 19. Jahrhundert allerdings allesamt in der Bayrischen Staatsbibliothek in München liegen.

Tochtergründungen

Durch reiche Schenkungen von Kaisern, bayerischen Herzögen und Bischöfen konnte das Nonnberger Stift eine Reihe von Tochterklöstern gründen:[2]

Chronologie des Stifts

Über kostbare mittelalterliche Bildwerke aus der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und dem Franziskanerkloster, ein Artikel im "Salzburger Volksblatt" 1938.
Abteikirche Nonnberg
Klosterpforte der Benediktinerinnenabtei Nonnberg.
  • 712/715: Gründung durch Rupert von Salzburg im Auftrag des Baiernherzogs Theodo II., der das Kloster seiner Nichte (manchmal auch als seine Schwester bezeichnet) Erintrudis (auch Erentrudis geschrieben) als erster Äbtissin überantwortete.
  • 9. Jahrhundert: Das Kloster übernimmt die Regel des hl. Benedikt von Nursia, Italien; vorher lebte man nach einer Mischregel;
  • 1009: Weihe einer romanischen Basilika in Anwesenheit von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde (Heinrichsbasilika).
  • um 1020: gründen die Benediktinerinnen das Kloster Traunkirchen im oberösterreichischen Traunkirchen im Bezirk Gmunden.
  • 1242: Äbtissin Gertraud von Stein erhält die Pontifikalien (Äbtissinnenring, Äbtissinnenstab, Faldistorium, Brustkreuz und Krone) für sich und ihre Nachfolgerinnen durch Erzbischof Eberhard II. von Regensberg im Namen des Papstes.
  • 1423: Ein Brand, ausgelöst durch Blitzschlag, zerstört wesentliche Teile von Kirche und Kloster.
  • 1426: Vollendung eines Notdaches über dem abgebrannten Kirchenschiff.
  • 1464: Beginn des Wiederaufbaus und Errichtung der heutigen gotischen Kirche auf den romanischen Fundamenten.
  • 1480: Einbau des Klaner-Fensters.
  • 1506: Weihe des fertig gestellten Kirchenschiffs.
  • 1583: Die beiden letzten Petersfrauen übersiedeln nach Aufhebung ihres Klosters vom Benediktinerstift St. Peter auf den Nonnberg.
  • 1624: Beginn der Barockisierung der Stiftskirche.
  • 1853: Beginn der Regotisierung der Stiftskirche.
  • 19. Jahrhundert: Bis zu dieser Zeit ist Nonnberg überwiegend ein Adeligenstift mit reichen Besitzungen. Von daher haben sich bedeutende Kunstwerke erhalten, u. a. der "Nonnberger Faltstuhl", 1242 (das ist eine zusammenklappbare, eben faltbare und daher leicht zu transportierende hockerartige Sitzgelegenheit)
  • 20. Jahrhundert: bekannteste Lehrerin im Stift war Maria von Trapp, die durch den Film Sound of Music weltberühmt wurde
  • Am 12. August 2023 legte zum ersten Mal seit 17 Jahren am Samstagnachmittag in der Klosterkirche der Benediktinerinnen eine Nonne die Ewige Profess ab. Die 50-jährige gebürtige Südtirolerin Schwester Maria Gratia Waldner gab damit das Versprechen, sich dauerhaft an die Ordensgemeinschaft zu binden. Derzeit leben in der Gemeinschaft 15 Nonnen, die jüngste ist 34 Jahre alt. Schwester Maria Gratia kam vor zwei Jahren, als die Aufhebung der Südtiroler Benediktinnerinnenabtei Säben in Klausen feststand, auf den Nonnberg, um hier ihren geistlichen Weg fortzusetzen. Ihm Herbst 2015 trat sie in das Kloster Säben ein und wurde am 14. August 2016 eingekleidet Von Nonnberg aus war einst 1686 die Abtei Säben gegründet worden.[3]

Die Äbtissinnen

Hauptartikel Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg

Die Liste der Äbtissinnen der Benediktinerinnenabtei Nonnberg umfasst 92 Namen. Die Jahreszahlen der ersten Jahrhunderte sind anhand der aktuellen Quellenlage noch sehr ungewiss. Veronika Kronlachner ist seit Juli 2017 die 92. Nachfolgerin, Eva-Maria Saurugg Priorin.

Kirche und Kapellen des Konvents

Gebäude und Höfe des Konvents

Rechts die Benediktinerinnenabtei. Bildmitte Eingang in den Klostergarten, links das Gebäude der Talstation des Reißzuges in die Festung Hohensalzburg.
  • Das Beichtvaterstöckl befindet mit Adresse Nonnberggasse 1 über dem Torbogen, durch den man in die Altstadt gelangt.
  • Der Getreidekasten wird auch Traunerkasten genannt.
  • Hofrichterhaus
  • Konventgebäude
  • Kreuzgang
  • Kleiner Küchenhof: Hier steht der Erentrudbrunnen.
  • Die Kustorei befindet sich zwischen der Stiftskirche und dem Mesnerhaus.
  • Das Mesnerhaus befindet sich an der Nonnberggasse mit Hausnummer 4.
  • Der Oberhof, auch Gaststöckel oder Kastnerstöckel genannt, trägt die Hausnummer 8 an der Nonnberggasse.
  • Die Pfisterei befindet sich an der Nonnbergasse mit Hausnummer 8.
  • Wirtschaftshof

Innenräume des Konvents

  • Neue Abtei
  • Archiv
  • Bibliothek
  • An das Kapitelzimmer schließt sich das "rote (Heinrich) Museum", früher Richterstube, an.
  • Konventräume
  • Refektorium

Nonnberger Hund

Der Nonnberger Hund steht an der Festungsgasse und markiert das Ende der Abtei.

Besitzungen der Benediktinerinnenabtei

Bildergalerie

weitere Bilder

 Benediktinerinnenabtei Nonnberg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Bilder vom Benediktinerinnenabtei Nonnberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Karte

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Das ist der Wortlaut auf der Homepage, Stand September 2024
  2. Das Erzbistum Salzburg in seiner Geschichte, Teil 2, Seite 28
  3. www.sn.at, 13. und 14. August 2023
Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg