Kobler-Spängler-Briefe von 1873 bis 1874: Unterschied zwischen den Versionen

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==== Brief vom 28. Dezember 1873 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ====
 
==== Brief vom 28. Dezember 1873 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ====

Version vom 16. Mai 2023, 16:30 Uhr

In diesem Artikel werden die Kobler-Spängler-Briefe von 1873 bis 1874 aus einem Privatarchiv veröffentlicht.

Einleitung

Die Kobler-Spängler-Briefe bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von Franz II. Xaver Gregor Spängler (* 1839; † 1912).

Über die Korrespondenz

Über seine Tochter Johanna Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* 1917; † 2001), verheiratet Saska in Krems, an Otto Holzapfel (* 1941) in Freiburg im Breisgau in Deutschland.

Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen Franziska "Fanny" Kobler (* 1796; † 1886) und Franz Francesco Castelli (* 1796; † 1832). Deren Tochter Zäzilia Amalia Kobler wird 1821 geboren und heiratet 1846 Richard Franz Schlegel, stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes 1848. Diese Tochter, Franziska "Fanni" Schlegel (* 1848; † 1905), heiratet 1872 in der Stadt Salzburg den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".[1]

1873

Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer (* 1803; † 1882), an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler (* 1839; † 1912) aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler (* 1841; † 1919), zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 21. 4. 1873 bis 1874 und 4. 12. 1875; insgesamt 36 Briefe, 2 Umschläge 1873 nach Mödling.

12. Januar 1873, siehe: "Verlobung" Sept. 1871 [Theaterheftchen für die Goldene Hochzeit von Alois und Therese Spängler]

6. Februar 1873, Brief: "My dear Fanny [Spängler]! Are you not a little angry with me that I do not write?"... [nicht gelesen] Yours faithful Lida [Guttenberg; Freundin]"

11. Dezember 1873 und ff. siehe: Briefe 1872 bis 1887



Brief vom 28. Dezember 1873 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler

Brief von [Nr. 37[2]] Antonia Spängler an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler:
Salzburg 28. 12. 73: Meine innigstgeliebten Theuren! Gott zum gruß: Ihr habt mich schön lange warten lassen, auf einen Brief, ich glaubte schon, es sey der eine an Euch verloren gegangen, weil ich von 1[ten] wo ich geschrieben, bis 25[ten] nicht eine Zeile von Euch erhalten habe. Ich habe es den Rudolf Spängler schon aufgegeben, das sie Euch statt meiner einen kleinen Putzen giebt, - aber es eine Frage sein, ob ihr Euch sehen werdet. Sie sind am Dienstag von hier abgereist, und werden am Dienstag oder längstens Mitwoch Früh hier ankommen. Ich danke Euch beyden recht herzlich für die guten Wünsche zum Jahreswechsel, der liebe Gott wolle uns alle in seinen heilgen Schutz erhalten und in seiner Gnade, dan wird uns alles zum besten gereichen, ich bin nun schon sehr alt [70 Jahre] , es kann jeden Tag der letzte sein, wie gott will. Sein Wille sey auch der meine. – Meinen Lieben auch bringe Euch die herzlichsten gewiß auf[ch] n[w]ichtigen Wünsche zum Neuen Jahr möge Euer Glück immer so ungetrübt bleiben wie bis jetzt. Ist es zu Euren beßten, so wird der liebe Gott schon noch Euer Glück erhöhen, durch die Freude, ein Kindlein auf Euren Armen zu wiegen was nicht ist– kann werden, es ist noch nichts auß der Zeit. Behaltet mich immer in Euerer Liebe. Für das hübsche Jangerl danke ich dir recht herzlich lieber Franz, so was kann man immer brauchen. Den kleinen Otto geht es gottlob schon beßer und darf nun schon Vormittag und Nachmittag jedes mahl 2 Stund auf sein und auch mehreres essen, und etwas Wein oder Schoko zur Sterkung nehmen.

Lieber Franz ich denke schon das Ihr zu Ostern hierher kömmt, dan wollen wir von der Wienerreise reden. Die Feyertage sind nun auch wieder bald vorbey. Heil Abend und Weihnachtstag Mittag, war ich bey Duregger geladen Die Obrigen Tage gingen wie alle anderen Tage vorüber. Zum Christgeschenk bekam ich von Otto und Louise eine recht liebe Ha[u]be mit Kirsch rothen Bändern Stüzeln von Wolle und ein geldtascherl alles kann ich sehr gut brauchen. Otto sagte mir heute das er einen Brief von dir erhalten wo du so freundlich bist und mir etwas kauffen willst zum Christgeschenk- in diesen Augenblück ist mir noch nichts eingefallen, ich werde es ihm sagen wen mir etwas nöthiges einfällt. Bey Langer bitte ich mich beßtens zu Empfehlen. ich lasse alle Bekanten ein gutes neues Jahr wünschen. Wie ich auch von hier von vielen entrichten soll. Denkt Euch die F v Feusle [?] ist vor 3 Tagen mit einem Mädchen glücklich Entbunden worden welches den Nahmen Linna erhalten hat. Beide befinden sich wohl. Der Dommherr Schweiger ist am Weihnachtstag begraben worden. – Otto hat gesagt, er läßt Euch einsweilen ein recht gutes neues Jahr wünschen, er wird erst, wen alles geordnet ist schreiben. Die Frau von Pausing bedauere ich recht sehr, es läßt sich wohl denken wie leid ihr seyn wird. Gott gebe das es ein andermal beßer geht. Der Herr von Duregger war auch dieser Tage unwohl ist aber wider beßer aber mit den aufstehen vom Seßl und gehen da geht es oft so schlecht das 2 oder 3 zusammen helfen müßen um ihn aufzubringen. – Lebt recht wohl meine lieben Euch oft und oft im Gottes Schutz empfehlend verbleibe ich Eure Euch von ganzen Herzen lieben treue Mutter Spängler. Otto und Bekante grüßen Euch recht herzlich.

"Duregger": Die Duregger-Handelsgesellschaft gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das "Spängler & Trauner", 1870 "Carl Spängler" die Bank. Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in das ansehnliche Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verh. mit Carl Spängler, erbt dieses Haus. – "#Langer": Familie der Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer. Julius (Wien) ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz.


Brief von 1873 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler

Otto Spängler, Salzburg, an den Bruder Franz Spängler: [1873] ohne Datum: wünscht angenehme Weihnachten und ein glückliches Jahr 1874; "manche bitter Lehre" in diesem Jahr, "und hat mich auch gelehrt, mit kleinen Ersparnissen zufrieden zu sein"... "Gott erhalte mich gesund; dieses ist mein erster Wunsch hierzu"; folgt Abrechnung... Verlosung von Actien "2 vom Duregger wurde endlich gezogen" - ohne Datum: Dank für Brief und Wünsche zum Jahreswechsel; am Sylvesterabend alle mit der Mutter im 2.Stock zusammen, abends zur Casino Unterhaltung, Champagnerpartie, "dem bösen alten Jahr den Rücken" kehren, "herrliche friedvolle Winternacht die über Salzburg lag"; folgt Abrechnung, Einnahmen 123.36, Ausgaben 108.02; an Mutter wieder 10 fl. Wegen Geschenk an Mutter glaubt Louise, gut wäre ein Stoff zu einem Rock, zu der man verschiedene Joppen anziehen kann; der Stoff dürfte ca. 4 fl kosten.

1874

7. März 1874 und ff. siehe: Briefe 1872 bis 1887

Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer (* 1803; † 1882), an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler (* 1839; † 1912) aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler (* 1841; † 1919) , zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 21. 4. 1873 bis 1874 und 4. 12. 1875; insgesamt 36 Briefe, 2 Umschläge 1873 nach Mödling.

Brief vom 3. April 1874 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler

1874 Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:
Salzburg 3. 4. 74: Meine innigstgeliebten Theuren! Nun nahen sich Feste- an Feste am 8te wird es 2 Jahre das Ihr das ehliche Band geschloßen- ich denke immer schon zurük, an diese Zeit wie wir zu thun hatten um alles zu ordnen- wie wir schon von einen Tag auf den andern warteten bis du endlich gekommen bist, es sind dieß alles angenehme Erinnerungen. Gott gebe das Ihr meine Lieben in 25 Jahren noch eben so glücklich seid, wie heute. - - will der liebe Gott noch eine Zugabe Euch bescheren - - so wird es mich freuen,- wen nicht, so müßen wir uns ergeben, und denken, es wird so beßer sein. der Wille des Herrn gesche[he]. Es thut mir sehr leid das Ihr nicht auf Ostern kommt Es wäre so schön, Euern Hochzeitstag, und meines lieben Franz geburtstag [! nicht der Namenstag, wie sonst üblich] hierin gefallen, und wir hätten denselben mitsammen feyern können, was mich schon gefreut hätte, da man solche Feste immer am liebsten- und glücklichsten mit seinen Kindern feyert. Lieber Franz Gottes reichsten Segen sey mit dir, der liebe Gott möge dir alles geben, was dich beglücken kann, in jeder Richtung besonders wünsche ich Euch beiden imer die beste Gesundheit, nur behalte immer deine Liebe. Vielleicht kommt Ihr doch noch im Frühjahr ich würde mich herzlich darüber freuen. Otto Louise und die Kindlein wünschen dir herzlich Glück zu beyden Festen, nebst herzlichen Grüßen. - -

Das Unglück welches die Braunauer getroffen ist wohl sehr hart. Hoffrichter Katrin [?] ist mit Seiner Famil noch zimlich glücklich darauß gekommen, er har alles außgebracht es sind ihm auch 2 Zimmer und die Kanzlei geblieben, aber einige Hundert Gulden hat er doch Schaden gehabt, vielen ist alles verbrannt so auch der Bezirksrichter Gasner währens andern wie auß durch einen Brief erfahren, welche die Hofrichter i[nzwi]schen erhalten werden. Heute sind in Siehausen 3 Heuser und die Gazeln [Gasse] abgebrant wo die Gemeinde ihre Andachten hielt, eben um Mittag, es ist wohl sehr traurig, ich glaube, gewiß die Leute gehen zu leichtsinig um mit dem Licht. Es ist dieß so schrecklich das durch einen Menschen so viele Unglücklich werden, der Jamer in Braunau soll grenzenlos sein. Bey gattermeyer geht es immer so zimmlich gleich nicht beßer und auch nicht schlechter. - - Großmutter [Fanny Kobler] geht es gottlob gut, so auch bey Schlegl [Schlegel]. Franz Spängler mit seiner Frau ist hier, sie soll wider ganz gut außsehen. Die Marlin Weiß sieht sehr übel auß es scheint fast als ob sie die Außzehrung hätte, der Weiß will nun gehen sagt er und will in die Nähe von Wien Ziehen, die Leute wollen ihm nicht recht glauben schenken obwohl sie froh wären. Lebt recht wohl meine lieben, ich wünsche Euch gute Sonntage. bringt diese 2 Festtage [Ostern] gut zu seid herzlich gegrüßt und gesegnet von Eurer treuen Mutter Spángler.

"Franz Spängler" wohl: Franz Seraphin Spängler (* 1837; † 1913), Oberlandesgerichtsrat in Salzburg, ein Cousin von (Nr. 18) Franz Xaver Spängler.


Brief vom 28. Juni 1874 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler

Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:
Salzburg den 28. 6. [18]74: Meine inigst geliebten Theuren! [verkehrt herum: Otto Louise grüßen Euch recht herzlich.] Dießmal muß auch ich mich entschuldigen, wegen des langen Stielschweigen, aber es kamm immer so viel dazwischen, das ich nie zum schreiben kamm, doch heute bin ich von der Kirche nachhauße gegangen, ohne einen Besuch zu machen, und setze mich zum schreiben damit ich doch einmal zu recht komme. bey Otto oben [im selben Haus] gab es so viel unwohl sein, das ich in der that ihnen viel nützlich sein konnte, die kleine Louise war 2 mal sehr krank dan lag die Kleine über 4 Wochen zu Hause krank dan kamm sie ins Spital wo auch täglich jemand hinauß ging um zu fragen wie es geht, es nahm auch viele Zeit in Anspruch sie nahmen wohl eine Außhülfe, die eine alte Person konte es auch nicht lange dermachen, dan wurde die Marie krank an einer starken Halsentzündung mit geschwühr, nun ist die Klara nach St gilgen gefahren, aber es mußte jemmand mit fahren und ein Bett hiere [?], da fuhr die Marie mit und blieb 2 Tage weg da hatten sie oben schon eine ordentliche Köchin aufgenohmen aber es waren halt doch nun 2 Mägde zu Hauße und dieser Tage hatten sie Mauern Tapeziren, und eine Kleidermacherin also läßt es sich leicht denken das man bey solcher Arbeit vor allem sucht die Kinder fortzubringen, so ging ich bald mit den 2 größeren Kindern, oder mit allen 4 Kindern und der Pezi auß wie es kamm- dann hatte ich auch einige Glückwünsche auf Konti und so vergeht mir die Zeit schnel und angenehm vorbey. -

Bey Duregger bin ich auch gewöhnlich 3 mal in der Woche Abends geladen, da gehe ich gewöhnlich um 5 Uhr hinauß und genieße noch die herliche Luft in freyen. So sehr mich die Uhr als Geschenk freute so sehr bedaure ich, daß sie noch keinen Tag richtig gegangen ist, ich habe sie schon wider über 8 Tage dort [zur Reparatur] , es ist doch schade, wenn man so viel geld für eine Sag[ch]e hergiebt, und man kann keine Freude haben weil sie nie recht geht. Auch ist der Zweck nicht ereicht. Heute werde ich sie wider hollen, und ich gebe so acht darauf, und es bekömmt sie niemand anderes in die Hände. Für die Glückwünsche zu meinen Nammenstag meinen herzlichsten Dank, der liebe Gott möge sie erfüllen ich war zu Mittag bey Otto und Abends bey Duregger, und am Tag darauf bey der Toda. - Wir hatten für Euch recht bange da Otto in der Presse gelesen das in Mödling und Baden ein Wolkenbruch nidergegangen mit starken Hagel bekleidet so das in einer Seite der langen gaße, alle Fenster eingeschlagen wurden, aber Ihr habt ja doch meistens die Palcken [Fensterläden] geschloßen, so hoffe ich wird es Euch nicht so stark getroffen haben. Heute haben wir den 30te und ich komm erst dazu diesen Brief zu schließen, es kamm neulich als ich gerade im Schreiben war die [!] Anton Spängler von Braunau und, ich mußte diese 2 Tage fast immer mit ihnen zubringen, bis sie gestern Abend fort reisten, und wie ich nachhauße kamm war schon wieder die Post da, ich bin bey Duregger zum Spielen geladen. Gestern Abends traf ich Otto und Louise draußen, welche mir sagten das es dich auch mit den Fenstern getroffen hat, ich bedauere Euch sehr. Bey XXX geht es beßer, gottlob es haben alle die Flecken [!] [verkehrt:] Lebt wohl mit 1000 Küßen Eure euch herzlich küßende Mutter Spángler

"Toda" auch in einem Brief der Antonia Spängler vom 16. März 1872 und sonst mehrfach genannt; vergleiche Maria de Toda (* 1819; † 1900).

26. Juli 1874, siehe: "Verlobung" Sept. 1871 [Theaterzettel, Flugschrift]


Brief vom 27. Juli 1874 von Fanny Kobler an Fanni Spängler

Franziska "Fanny" Kobler (* 1796; † 1886) an Fanni Spängler: 27. Juli 1874, Brief ohne Umschlag aus Salzburg an:
Liebe Fanni! [darüber:] Alle Bekanten grüßen euch. Hast du die Laurey [?] nie besucht? Weis dein Mann nicht wo er angestellt ist. – Ich sollte dich ein wenig auszanken, weil ich seyd den 14ten Juni keine Nachricht auf meine zwey Briefe erhalten habe, und mir gar kein Hinternüß denken konnte. Ich hätte so gerne die mir zugeschückten Kleider in Ordnung gebracht; weil der Vater vom K.Beringer könnt mit deinem Bruder Karl in Schweiz gehn wird, und ich weder hörte, das er Verschiedenes zu der Reise benötiget, besonders ein Beinkleid. Du kannst dir denken das die Mutter [und] der Karl über Euer Geschänck erfreud warn. Auch den Vater hat es gefreud das du an Karl gedacht hast. Das schwarze Beinkleid hab ich für Hinterholzer behalten. [...] besonders ist dein Vater wie ich entschieden dagegen das du die Zimmer bürsten thust, er sagt, solche Arbeiten muß man gewöhnt seyn, es könnte für dich üble Folgen haben, da deine Brust nicht so stark ist. In Mödling gibt es gewiß einen Zimmerputzer, wenn du alle 14 Tage einen kommen läßt, der dir auch zu gleich die Teppiche ausstaubt ist es oft genug, und diese Auslage wird schon zu bestreiten sein, um sich der Gefahr XXX böse Folgen auszusetzen. Ich bitte dich, mich bald darüber zu beruhigen, das du dein Zimmer nicht mehr sebst bürsten wilst. So viel Geschück im Kleider machen hab ich dir fast nicht zugetraut das du dich auch über Männer Kleidungs-Stücke wagst. – Da muß dir dein Mann schon ein gutes Trinkgeld gegeben haben. – [...] und sträng dich nicht so sehr an. Dieß wünscht und erwarthet deine Großmutter Fanni.


Brief vom 15. und 17. August 1874 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler

Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:
Salzburg den 15. 8. [18]74: [verkehrt:] Sind sie bey Langer für ganz von Mödling weggekommen? Viele grüße von allen Bekannten. Lürzer Leopold von Hopfgarten ist am 3 dieses Monnaths an Lungenleiden gestorben. - Meine inigst geliebten Theuren! Es ist schon so lange, seit ich den letzten Brief erhalten von Euch, das, ich wen ich nicht zufällinger Weise, von dort, und da, etwas hörte, und mir auch die Versuchung [Versicherung] geben, das Ihr beide sehr gut außseht, so müßte mir bange werden, aber so denke ich mir, keines wird gerne schreiben, und so kömmt man ins [auf]schieben, ich weiß dieses von mir selbst. Wie mir Otto sagte so willst du mit Otto mir den Regenkragen [Wetterfleck] kauffen, ich traue dem Otto nicht recht, ich fürchte er hat dich aufgefordert die hälfte zu zahlen, ich habe ihm fest gesagt, ich zahle die hälfte davon, und nun sagte er auf einmal du wollest die Hälfte zahlen zum Nammenstag, was ich wohl nicht annehmen kann, da die Fanny auf wiederholtes bitten, sie möchte sich doch in meinem Nahmen etwas kauffen was sie freut und braucht, es nicht gethan hat. Ich bath sie, sie möge so gut sein, es dem Franz zu sagen, damit ich mit Otto dan abrechnen kann. - Wie geht es Euch meine Lieben geht Ihr recht viel spatzieren! Ich gehe halt sehr viel in Duregger Hof [Mozartplatz 4] . am Mittwoch gehen Otto Louise die 2 größeren Kinder ins Pußterthal nach Meystatt es ist inner Brunnecken [bei Bruneck/Südtirol] , die Fammile Duregger geht auch mit. Sie freuen sich schon alle, er will bis 8te Septemmber wider hier sein. Gott gebe das alles gut vorüber gehe.

– Heute den 17te bis hierher schrieb ich vorgestern mitlerweile wurde die kleine Louise wider an einer Halsentzündung krank, es ist daher wider unbestimmt ob sie so weit gehen, und wann sie gehen wie die Louise nicht beßer ist, kan davon nicht die Rede sein, sie will sich ja nichts anthun lassen, und nichts nehmen, sie hatte auch von einigen Tagen eine Halsentzündung es ging aber schnel vorüber. Dießmal scheint aber das Übel tiefer zu sitzen, wie wollen das beßere hoffen. - Gestern war ich bey der großmutter [Fanny Kobler] es geht ihr gottlob gut bis auf öfters Herzklopfen. Die Großmutter scheint doch so bald sie kan nach Mödling zu gehen; ihre Partey [Mieter] geht bis 1 September fort, dan muß sie erst den Maurer und anstreicher nehmen für die Küche, dan denke ich wird nicht mehr viel im Wege liegen, Wie mir scheint möchte sie mit Louise fahren. Ich denke gerade auf, wenn die Großmutter es mitnehmen könnte, so schücke ich Euch ein Glaß, schönster eingesottener Ribisel [Johannisbeeren] , ich werde schon die Großmutter darum bitten. Otto und Louise lassen Euch recht herzlich grüßen. Nun sind wider die Schissel beyde hier er war in Bad, in Baden, in der Schweitz, und hat ihm sehr gut gethan. Sie werden noch, einige Tage hier bleiben. die Frau direktor Reitlechner war vor ein paar Tagen auf besuch bey mir, bat mich aber nicht mehr zu ihr zu kommen in dem sie den volgenden Tag ziehen sie weiß nicht wohin da in ihrem Hauß in ein paar Tagen alles gepfändet wird, und so war mir sehr leid ihr keinen gegenbesuch machen zu können. die Späth ist schon längere Zeit an einen Magenkatahr [-katarrh] krank und oft sehr schwach. Lebt recht wohl meine lieben theuren lasset recht bald etwas von Euch hören Eure Euch treu liebende Mutter Spángler


Brief vom 24. Dezember 1874 von Fanny Kobler an Fanni Spängler

Franziska "Fanny" Kobler an Fanni Spängler: 24. Dezember 1874, Brief ohne Umschlag aus Salzburg an:
Liebe Fanni! Der 15te Dez: ist wie ich von Franzens: Mutter gehört habe, Gott lob glücklich überstanden, und wie ich hoffe werdet ihr ainhr auch schon zimmlich in Ortung seyn. Täglich, fast Stündlich hab ich mich mit euerer Wanderung [Umzug von Mödling, geplant nach Wien] beschäftigt. Euer jetztiges Schlafzimmer wird doch geheizt werden? Schläft die Rosi wieder in der Küche? Wie ist dein Mann mit Zimmer eintheilung zufrieden und sind deine gebräuchlichen Sachen unbeschätiget angelangt? Vor allem aber schreibe mir bald ob ihr beyd gesund geblieben seid. Ich Gott lob befinde mich wohl, euere Umgebung und wechslung der Luft hat mir recht gut gethan, ich bin sogar etwas dicker geworden. Ich war jetzt auf einige Tage viel beschäftiget. Wir haten groß Säuberei und ich Näher-nani die wie du weißt nimmermer im Athen hält, die Armme wußte keine Arbeit für wenige Tage, und ich suchte alles hervor um sie zu beschäftigen, sie dankte mir recht dafür, jetzt ist sie wieder bey der Baumman die schon drey Kinder hat. Die Nani läßt dir die Hand küßen. Schlegel [Vater Richard Schlegel, Arzt] ist nicht einverstanden das ihr in ein so kurz gebaudes Haus schon eingezogen seyd, es sind so gar Gesetze welche verbithen ein solches Lokal zu bewohnen, weil wenn es bewohnt ist nicht mehr austrocknen kann, und daher für die Gesundheit sehr nachtheilig ist. Gott gebe das ihr gesund bleibt. Was ich von der Mutter [Spängler] erfahren habe, habt ihr euere Sachen gut untergebracht, worüber ich sehr erfreud bin. Das es möglich war noch vor den Feyertagen hinein zu wandern ist sehr angenehm, ihr werdet doch aoch noch schöns Wetter gehabt haben. Schreibe mir doch was die Wanderung [Umzug] gekostet hat, ich bin schon mehrmals darum gefragt worden dein Vater möcht auch gerne wißen, warum du meinen Koffer wieder nach Mödling zurück bringen mußtest. Deinen Mann grüße ich herzlich, er wird recht froh seyn so nahe zu wohnen. Mit dem das dein Mann den ganzen Vormittag bis 3 Uhr nichts zu sich nimt bin ich nicht einverstanden, er könnte wahrhaftig krank werden.

Ich wünsche auch in diesem Brief zugleich alles Gute zum Neuenjahr. Mein tägliches Gebeth zu Gott besteht um Gesundheit, Zufriedenheit, die in unseren Jaren bestehn muß zu bitten, möge er meine Bitte erhören. Schänkt auch im kommenden Jahr euerer Großmutter euer Vertrauen, und euere Liebe. Mit [nehmt] folgendes Christgeschänk nun freundlich von mir an, möge euch alles gut bekommen. Die Spitzenbaret ist richtig bey den bewusten Sachen gelegen, zu den später gekauften Seidenkleid wird es vieleicht recht gut passen. Lebt beide recht wohl und bringt die Feyertage recht vergnügt zu; jedenfalls besser alls euere einsame Großmutter Fanni. - Schreibe ob die Attreße wenn ich einen Brief schreibe so recht ist Wie auf den Kistel. – Das sich das Christkind etwas verspätet hat ist die Ursache weil ich alles recht frisch schüken wollte. Die Zunge ist schon gesotten. Guten Appetit. – Von allen Bekante viele, viele Grüße. Grüße die Rosi, wie benihmt sie sich? wird sie sich doch entschließen bey euch zu bleiben, ich wäre würklich sehr froh. Schreibe mit bald wie du alles empfangen hast. Mit meinen Sachen hat es gar keine Eille.


Brief von 1874 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler

Otto Spängler, Salzburg, an den Bruder Franz Spängler: 1874, Umschlag ohne Brief an "Herrn Dr. Franz Spängler, k.k. Gerichtsadjunkt, k.k. Bezirksgericht Mödling bei Wien" - ohne Datum: "dienstag früh"; schickt die verlangten Bücher und gratuliert zur Professur [!?]; erzählt von Bekannten; das Salzburger Volksblatt "hat bis dato nicht viel rares gebracht", Drittelauslosung...; ausgelost wurden ... Rud. Spängler, Josef Spängler ... "Ich bin Vorsitzender der Walcomission des I. Wahlkörpers. Deine Geldangelegenheiten werde ich ganz nach Wunsch ordnen. Warum willst du Tante Therese nicht abzalen. Mir ist es gleich." [der kleine] Otto: "du sollst auch zur Großmutter kommen"... [liegt bei mit Bleistift:] "Lieber Onkel Franz! ...komm bald zu uns. dein kleiner Otto. Zur Großmutter sollst du auch kommen."


Brief von 1874 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler

Otto Spängler, Salzburg, an Franz Spängler: [1874] ohne Datum: "Freitag Abend", Dank für Glückwünsche zum Geburts- und Namenstag, eine Flecken- [Krankheit] bis jetzt an der Familie vorübergegangen, "Groß und Klein" hatten sie; geplante Rheinreise nicht angetreten; führt das "Lombardgeschäft u. Excompteigeschäft"; "alle Schäden des Jahres 1873 sind noch nicht geheilt"; Rudolf und Maria auf Reisen, haben Norddeutschland sehr teuer gefunden. Abrechnung. Geschenk für Mutters Namenstag? Wünscht sich einen Regenmantel, Louise macht ihn, die Hälfte des Stoffes kostet 4 fl 20 Xr [Gulden / Kreuzer].


Anmerkung

  1. Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].
  2. "Nr. 37" usw. bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei bei 'Geneanet oholzapfel' (de.geneanet.org).

Quelle

Korrespondenz der Familien Kobler und Spängler