Stadtviertel Gstätten

Aus SALZBURGWIKI
Version vom 8. Januar 2019, 18:26 Uhr von Peter Krackowizer (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „Salzburger Landstände“ durch „Hohe Salzburger Landschaft“)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gstätten war im 17. und 18. Jahrhundert eine Bezeichnung für einen Teil (Stadtviertel) der Salzburger Altstadt.

Beschreibung

Es handelt sich dabei etwa um den Raum der nördlichen Hälfte der heutigen Griesgasse bis zum Anton-Neumayr-Platz, zur Gstättengasse und zum Klausentor.

Name

Es ist sprachlich richtig, den Begriff Stadtviertel Gstätten (seit 1608) zu verwenden. Der Name Gstättenviertel ist dagegen in der historischen Literatur weitgehend unüblich und unbekannt. Niemand würde in Salzburg z. B. vom Müllnviertel bzw. vom Nonntalviertel sprechen. Gebräuchlicher war der Name "In der Gstätten".

Die Gstätten war bis zur Einbeziehung in die Lodronsche Stadtmauer eine typischer Vorort. Er gehörte aber, ähnlich wie Mülln, stets zum Weichbild der Stadt. Es galt damit hier das strengere Stadtrecht und galt somit in der frühen Neuzeit bereits als eigenes Viertel. Noch 1523 bildeten die Tragasse mit der Gstätten und mit Mülln zusammen ein Viertel.

Das Stadtviertel

Seit 1608, (also noch vor derLodronschen Stadtbefestigung) umfasste, wie Franz Valentin Zillner (Band 1 S. 174/175) in seiner "Geschichte der Stadt Salzburg" schreibt, die Steuerbeschreibung der Stadt bereits zwölf Viertel:

Die Viertel und Bezirke des frühen 19. Jahrhunderts

Im frühen 19. Jahrhundert war die innere Stadt dann in acht Viertel bzw. Bezirke eingeteilt; die Vorstädte bildeten weitere acht Viertel (Bezirke):

  • 1. Bezirk: Marktviertel (67 Häuser)
  • 2. Bezirk: Kaiviertel- Wasserseite (70 Häuser)
  • 3. Bezirk: Kaiviertel Bergseite samt Nonnberg und St. Peter (80 Häuser)
  • 4. Bezirk: Tragassenviertel, Bergseite halbe Tragasse samt halber Kirchgasse (Sigmund-Haffner-Gasse) und samt dem Inneren Mönchsberg (48 bis 50 Häuser)
  • 5. Bezirk: Tragassenviertel, Wasserseite, d. h. Gstätten, Gries und halbe Tragasse (76 bis 96 Häuser)
  • 6. Bezirk: Innere Steingasse samt Linzer Gasse bis zum alten Inneren Ostertor und samt dem Imberg (70 bis 72 Häuser)
  • 7. Bezirk: Berggasse und Teile der äußeren Linzer Gasse (70 Häuser)
  • 8. Bezirk: Teile der Linzer Gasse, Lederergasse und Umgebung bis zum Lodronbogen (Perckstraßtor) (69 bis 72 Häuser)
  • 9. Bezirk: Äußerer Mönchsberg mit 34 Häusern
  • 10. Bezirk: Vorstadt Mülln mit 60 Häusern
  • 11. Bezirk: Riedenburg mit 60 Häusern
  • 12. Bezirk: Lehen mit 40 Häusern
  • 13. Bezirk: Vorstadt Nonntal mit 105 Häusern
  • 14. Bezirk: Die Vorstadt Äußerer Stein mit 49 Häusern
  • 15. Bezirk: Schallmoos etwa bis zum später erbauten Bahnhof mit 106 Häusern
  • 16. Bezirk: Froschheim mit 85 Häusern

Die Gstätten als Viertel in seiner mutmaßlichen Ausdehnung

Zur Salzach war das Viertel durch die Stadtbefestigung gesichert: von der Staatsbrücke her beginnend mit der Alte Thürnitz und der Ursulinenmauer mit Sternschanze (1641 bis 1860).

An Gebäuden und Einrichtungen befanden sich (von der heutigen Staatsbrücke her kommend):

Quellen

Österreichischer Städteatlas Salzburg → diese Quelle erweist sich allerdings vielfach als wenig verlässlich, siehe dazu Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg - Fehlerhaftigkeit des Österreichischen Städteatlas Salzburg