Geschichte des Landes: Unterschied zwischen den Versionen

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{{Geschichte des Landes Salzburg}}
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Für die Salzburger Landesgeschichte konnte Salzburgwiki wissenschaftliche Mitarbeiter gewinnen. Universitätsprofessor [[Heinz Dopsch]], der an der [[Universität Salzburg]] lehrte und zu den profiliertesten Kennern der Geschichte unseres Bundeslandes zählt, hat einen ersten Grundtext über die Landesgeschichte für Salzburgwiki verfasst.
Für die Salzburger Landesgeschichte konnte SALZBURGWIKI wissenschaftliche Mitarbeiter gewinnen. Universitätsprofessor [[Heinz Dopsch]], der an der [[Universität Salzburg]] lehrte und zu den profiliertesten Kennern der Geschichte unseres Bundeslandes zählt, hat einen ersten Grundtext über die Landesgeschichte für SALZBURGWIKI verfasst.


==Einleitung==  
==Einleitung==  
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===Die ersten Siedlungen===  
===Die ersten Siedlungen===  
''Hauptartikel [[ Anfänge (Überblick)]]  
''Hauptartikel [[Anfänge (Überblick)]]  


Bereits in der [[Altsteinzeit]] vor ca. 50 000 Jahren haben Menschen im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] gelebt. In der [[Schlenken-Durchgangshöhle]] bei [[Hallein]] und am [[Oberrainer Knogel]] in [[Unken]] im [[Pinzgau]] stieß man auf ihre Spuren.  
Bereits in der [[Altsteinzeit]] vor ca. 50 000 Jahren haben Menschen im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] gelebt. In der [[Schlenken-Durchgangshöhle]] bei [[Hallein]] und am [[Oberrainer Knogel]] in [[Unken]] im [[Pinzgau]] stieß man auf ihre Spuren.  
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: ''Hauptartikel [[Römer]]  
: ''Hauptartikel [[Römer]]  


Die Geschichte Salzburgs ist stark von der Landschaft geprägt worden, die das Land in zwei sehr unterschiedliche Gebiete teilt: Einerseits das kleinere, gut zugängliche und wirtschaftlich bedeutendere "Land vor dem Gebirg" ([[Außergebirg]]) mit der [[Stadt Salzburg]], dem [[Flachgau]] und dem [[Tennengau]] sowie dem heute [[Bayern|bayerischen]] [[Rupertiwinkel]]. Andererseits das "Land inner Gebirg" ([[Innergebirg]]) mit [[Pongau]], [[Pinzgau]] und[[ Lungau]], das nur dünn besiedelt und schlecht zugänglich war. Da dieses Gebiet schwer überwacht werden konnte, haben fast alle Aufstände und Protestbewegungen wie die [[Vor und nach den Salzburger Bauernaufständen im 16. Jahrhundert|Bauernkriege]] oder der [[Protestantenvertreibung]] ihr Zentrum in den Gebirgsgauen gehabt. Die Stadt Salzburg hat ihre politische und wirtschaftliche Ausnahmeposition ihrer Lage am "Wegekreuz der Ostalpen" zu verdanken, wo schon seit römischer Zeit die Straße über den [[Radstädter Tauern]] mit der Voralpenstraße nach Linz und Wien sowie der [[Salzach]] als schiffbarem Fluss zusammentraf.
Die Geschichte Salzburgs ist stark von der Landschaft geprägt worden, die das Land in zwei sehr unterschiedliche Gebiete teilt: Einerseits das kleinere, gut zugängliche und wirtschaftlich bedeutendere "Land vor dem Gebirg" ([[Außergebirg]]) mit der [[Stadt Salzburg]], dem [[Flachgau]] und dem [[Tennengau]] sowie dem heute [[Bayern|bayerischen]] [[Rupertiwinkel]]. Andererseits das "Land inner Gebirg" ([[Innergebirg]]) mit [[Pongau]], [[Pinzgau]] und[[Lungau]], das nur dünn besiedelt und schlecht zugänglich war. Da dieses Gebiet schwer überwacht werden konnte, haben fast alle Aufstände und Protestbewegungen wie die [[Vor und nach den Salzburger Bauernaufständen im 16. Jahrhundert|Bauernkriege]] oder der [[Protestantenvertreibung]] ihr Zentrum in den Gebirgsgauen gehabt. Die Stadt Salzburg hat ihre politische und wirtschaftliche Ausnahmeposition ihrer Lage am "Wegekreuz der Ostalpen" zu verdanken, wo schon seit römischer Zeit die Straße über den [[Radstädter Tauern]] mit der Voralpenstraße nach Linz und Wien sowie der [[Salzach]] als schiffbarem Fluss zusammentraf.


===Salz - das weiße Gold===
===Salz - das weiße Gold===
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==Erzbistum und Missionszentrum==
==Erzbistum und Missionszentrum==
Der Salzburger "Gründerheilige" und Landespatron [[Rupert von Worms|Rupert]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Theodo II.]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in Regensburg und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo II. die Reste der alten Römerstadt Iuvavum übertragen. Dort residierte auf dem Festungsberg der Herzogssohn und Mitregent [[Theudebert]] (''[[Salzpurch]]''), und im Bereich der Altstadt hatten sich [[Bajuwaren|bayerische Siedler]] niedergelassen.
Der Salzburger "Gründerheilige" und Landespatron [[Rupert von Salzburg|Rupert]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Theodo II.]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in Regensburg und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo II. die Reste der alten Römerstadt Iuvavum übertragen. Dort residierte auf dem Festungsberg der Herzogssohn und Mitregent [[Theudebert]] (''[[Salzpurch]]''), und im Bereich der Altstadt hatten sich [[Bajuwaren|bayerische Siedler]] niedergelassen.


===Die Geburtsstunde von St. Peter===
===Die Geburtsstunde von St. Peter===
[[Bild:Stift_nonnberg_1.jpg|thumb|300px|Die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg].]]]Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen [[Salzburger Dom|Doms stand]]. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das adelige Benediktinenstift Nonnberg auf dem Nonnberg, das der Herzog als "Hauskloster" seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Äbtissin]] setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte.
[[Datei:Stift nonnberg 1.jpg|thumb|Die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]].]]Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Benediktinererzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen [[Salzburger Dom|Doms stand]]. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das adelige Benediktinenstift Nonnberg auf dem Nonnberg, das der Herzog als "Hauskloster" seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Äbtissin]] setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte.


===Die Anfänge von Bischofshofen===
===Die Anfänge von Bischofshofen===
Als erster Stützpunkt für die [[Slawen]]mission entstand die [[Maximilianzelle]] in [[Pongau]], dem heutigen [[Bischofshofen]]. Die außerordentlich reiche Ausstattung, die Rupert von Worms von Herzog Theodo für seine Salzburger Kirche erhielt, war erstaunlich: Neben der alten Römerstadt Iuvavum gehörte dazu der Großteil der [[Saline Reichenhall|Solequellen]] von [[Reichenhall]], die eine Monopolstellung im Ostalpenraum besaßen, sowie ausgedehnte Ländereien samt den Eigenleuten, die sie bewirtschafteten.  
Als erster Stützpunkt für die [[Slawen]]mission entstand die [[Maximilianzelle]] in [[Pongau]], dem heutigen [[Bischofshofen]]. Die außerordentlich reiche Ausstattung, die Rupert von Worms von Herzog Theodo für seine Salzburger Kirche erhielt, war erstaunlich: Neben der alten Römerstadt Iuvavum gehörte dazu der Großteil der [[Saline Reichenhall|Solequellen]] von [[Reichenhall]], die eine Monopolstellung im Ostalpenraum besaßen, sowie ausgedehnte Ländereien samt den Eigenleuten, die sie bewirtschafteten.  


Offenbar verfolgte Theodo mit der Einladung Rupert von Worms einen konkreten Plan: Dieser Weltmann, der überall hohes Ansehen genoss, sollte von Salzburg als dem südlichsten Stützpunkt aus den Angriff des [[Herzogtum Bayern|Herzogtums Bayern]] über die [[Alpen]] nach Süden, in die einstige römische Provinz Binnennoricum vorbereiten. Rupert hat diesen Weg mit der Gründung der Maximilianzelle eröffnet, sein großer Nachfolger [[ Virgil]] konnte wenige Jahrzehnte später durch die erfolgreiche Slawenmission das heutige [[Kärnten]] für Bayern gewinnen. Nach dem Tod seines unangenehmsten Widersachers, des Hausmeiers Pippin des Mittleren, kehrte Rupert von Worms um [[715]]/[[716|16]] an seinen angestammten Bischofssitz Worms zurück, wo er bald darauf verstarb.
Offenbar verfolgte Theodo mit der Einladung Rupert von Worms einen konkreten Plan: Dieser Weltmann, der überall hohes Ansehen genoss, sollte von Salzburg als dem südlichsten Stützpunkt aus den Angriff des [[Herzogtum Bayern|Herzogtums Bayern]] über die [[Alpen]] nach Süden, in die einstige römische Provinz Binnennoricum vorbereiten. Rupert hat diesen Weg mit der Gründung der Maximilianzelle eröffnet, sein großer Nachfolger [[Virgil]] konnte wenige Jahrzehnte später durch die erfolgreiche Slawenmission das heutige [[Kärnten]] für Bayern gewinnen. Nach dem Tod seines unangenehmsten Widersachers, des Hausmeiers Pippin des Mittleren, kehrte Rupert von Worms um [[715]]/[[716|16]] an seinen angestammten Bischofssitz Worms zurück, wo er bald darauf verstarb.


===Name ''Salzburg'' taucht erstmals auf===
===Name ''Salzburg'' taucht erstmals auf===
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Erst nach dem Frieden von Venedig [[1177]] konnte [[Konrad III. von Wittelsbach]], der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen. Der [[1179]] - [[1198]] errichtete romanische [[Salzburger Dom|Dom]] zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der Alpen. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "[[Ministerialen]]kelch" aus [[Erzabtei St. Peter|St. Peter]] und das prachtvolle Antiphonar als Höhepunkt mittelalterlicher [[Salzburger Buchmalerei|Buchmalerei]].
Erst nach dem Frieden von Venedig [[1177]] konnte [[Konrad III. von Wittelsbach]], der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen. Der [[1179]] - [[1198]] errichtete romanische [[Salzburger Dom|Dom]] zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der Alpen. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "[[Ministerialen]]kelch" aus [[Erzabtei St. Peter|St. Peter]] und das prachtvolle Antiphonar als Höhepunkt mittelalterlicher [[Salzburger Buchmalerei|Buchmalerei]].


== Literaturtipps ==
== Literatur ==
* Buch [[Salzburgs Synchronik]]
* Siehe Übersicht [[Literaturquellen für SALZBURGWIKI-Artikel]]


== Quelle ==
== Quelle ==
{{Quelle Geschichte Salzburg}}
{{Quelle Geschichte Salzburg}}


[[Kategorie:Geschichte|!]]
[[Kategorie:Geschichte|!|]]
[[Kategorie:Landesgeschichte in drei Teilen (Geschichte)]]
[[Kategorie:Landesgeschichte in drei Teilen (Geschichte)]]