Salzburg Hauptbahnhof: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Salzburg Hauptbahnhof vom Mönchsberg.jpg|thumb|der Hauptbahnhof vom [[Mönchsberg]]]]
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{{Dieser Artikel|informiert über die Geschichte und Infrastruktur des Salzburger Hauptbahnhofs. Über den Hauptbahnhof als Haltestelle für Buslinien und Züge informiert der Artikel [[Salzburg Hauptbahnhof (Haltestelle)]], in der Funktion als Verkehrsknoten siehe [[Salzburg Hauptbahnhof (Bahnhof)]].}}
[[Datei:Bahnhofsperspektive.jpg|thumb|nach Fertigstellung der Umbauarbeiten im Oktober 2014]]
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[[Datei:Salzburger Hauptbahnhof.jpg|mini|rechts|Salzburger Hauptbahnhof Hauptgebäude.]]
[[Bild:Hauptbahnhof_1.jpg|thumb|Zentralgebäude vor Umbau]]
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[[Datei:Salzburg Hauptbahnhof vom Mönchsberg.jpg|thumb|Der Hauptbahnhof vom [[Mönchsberg]].]]
[[Datei:Kulstrunk Salzburg Stadtansicht 1916 Detail Hauptbahnhof.jpg |thumb| [[Stadtansicht von Kulstrunk]] 1916, Detail, [[Hauptbahnhof]]]]
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Der '''Salzburg Hauptbahnhof''' am [[Südtiroler Platz]] in der Salzburger [[Elisabeth-Vorstadt]] ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des [[Salzburg  (Bundesland)|Bundeslandes Salzburg]]. Über 440 Reisezüge ([[Meridian]], [[Westbahnstrecke]], [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] [[railjet]], EC, [[ICE]], [[IC]] sowie [[REX]] und [[S-Bahn]]<nowiki>züge</nowiki>) und mehr als 300 Güterzüge fahren innerhalb von 24 Stunden über den Hauptbahnhof.
[[Datei:Marmorsaal Hauptbahnhof 2002.jpg|thumb|der [[Marmorsaal Bahnhofsrestaurant|Marmorsaal]] im alten Restaurant des Hauptbahnhofs vor Umbau]]
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[[Datei:Bahnsteigimpression.jpg|thumb|Salzburger Hauptbahnhof 2012: die neuen Bahnsteige sind barrierefrei]]
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[[Datei:Salzburg Hauptbahnhof Elisabeth Vorstadt.jpg|thumb| Der Hauptbahnhof im Februar 2021 aus Nordosten.]]
[[Datei:Salzburger Hauptbahnhof neu, viele Fahrkartenautomaten.jpg|thumb|Salzburger Hauptbahnhof 2012 neu - mit Fahrkartenautomaten]]
 
Der '''Salzburger Hauptbahnhof''' am [[Südtiroler Platz]] in der [[Salzburg]]er [[Elisabeth-Vorstadt]] ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des [[Salzburg  (Bundesland)|Bundeslandes Salzburg]]. Über 440 Reisezüge ([[Meridian]], [[Westbahn (Bahn)|Westbahn]], [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] [[railjet]], EC, [[ICE]], [[IC]] sowie [[REX]] und [[S-Bahn]]<nowiki>züge</nowiki>) und mehr als 300 Güterzüge fahren innerhalb von 24 Stunden über den Hauptbahnhof.
 
  
 
== Artikel ==
 
== Artikel ==
 
* Dieser Artikel behandelt die Geschichte des Gebäudes sowie verkehrsrelevante Aspekte
 
* Dieser Artikel behandelt die Geschichte des Gebäudes sowie verkehrsrelevante Aspekte
* [[Salzburg Hauptbahnhof (Bahnhof)]] befasst sich mit den Bahnlinien
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* [[Salzburg Hauptbahnhof (Bahnhof)]] befasst sich mit dem Hauptbahnhof als Verkehrsknoten
* [[Salzburg Hauptbahnhof (Haltestelle)]] befasst sich mit den Buslinien, die vor dem Gebäude ihre Haltestellen haben
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* [[Salzburg Hauptbahnhof (Haltestelle)]] befasst sich mit den Buslinien und Zugverbindungen
  
 
== Geschichte ==  
 
== Geschichte ==  
Der ''Salzburger Bahnhof'' wurde vom Bauunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] nach Plänen des Architekten Franz Rudolf Bayer im damaligen Vorort [[Froschheim]] errichtet. Das ''Bahnhofsgebäude'' und die Strecke ''Salzburg–Wien'', von der [[Kaiserin-Elisabeth-Westbahn|''k.k. priv. Kaiserin Elisabeth-Westbahn'']]-Gesellschaft errichtet, wurden am [[12. August]] [[1860]] im Beisein des österr. Kaisers [[Franz Joseph I.]] und des bayerischen Königs [[Maximilian II. von Bayern|Maximilian II.]] eröffnet. „''Mit dem ersten Dampfkolosse erschließt sich unserem Lande ein neues Leben''“, schrieb damals die [[Salzburger Zeitung]]. Tatsächlich gab die Eröffnung des Bahnhofs den Impuls zur gründerzeitlichen Stadterweiterung. Als Grenzbahnhof wurde er gemeinsam von der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn und der [[Bayerische Maximiliansbahn|Bayerischen Maximiliansbahn]] verwaltet.
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Der Salzburger Hauptbahnhof wurde vom Bauunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] nach Plänen des Architekten Franz Rudolf Bayer im damaligen Vorort [[Froschheim]] errichtet. Das Bahnhofsgebäude (früher Aufnahmegebäude genannt) und die Strecke Salzburg–Wien, von der [[Kaiserin-Elisabeth-Westbahn|k.k. priv. Kaiserin Elisabeth-Westbahn]]-Gesellschaft errichtet, wurden am [[12. August]] [[1860]] im Beisein des österreichischen Kaisers [[Franz Joseph I.]] und des [[Königreich Bayern|bayerischen]] Königs [[Maximilian II. von Bayern|Maximilian II.]] eröffnet. "Mit dem ersten Dampfkolosse erschließt sich unserem Lande ein neues Leben", schrieb damals die "[[Salzburger Zeitung]]".<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18600813&seite=1&zoom=33 ANNO], "Salzburger Zeitung", Ausgabe vom 13. August 1860, Seite 1</ref> Tatsächlich gab die Eröffnung des Bahnhofs den Impuls zur gründerzeitlichen Stadterweiterung. Als Grenzbahnhof wurde er gemeinsam von der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn und der [[Bayerische Maximiliansbahn|Bayerischen Maximiliansbahn]] verwaltet.
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Aus dieser Zeit stammt der heute größtenteils erhaltene Bahnsteig 1 mit seinen 40 Gusseisenstehern (auch als Hausbahnsteig bekannt). Das [[Aufnahmegebäude des Salzburger Hauptbahnhofs|Bahnhofsgebäude]] war in fünf Teile gegliedert. Im Mittelrisalit war das "Amts- und Aufnahme-Gebäude" mit Schalter für Fahrten innerhalb Österreichs. Im Nordpavillon befanden sich die Räume des Österreichischen Kaiserhofs. Im Südpavillon waren die Einrichtungen für den Verkehr in das [[Königreich Bayern]] untergebracht. Wartesäle und Restaurants befanden sich im südlichen Zwischenbau, Bahnhofsverwaltung und Post im nördlichen Zwischentrakt. Das Mittelgebäude war ursprünglich von einem Uhrturm gekrönt. Nach zwei Bränden im Bahnhofsgebäude (so etwa der große Brand in der Nacht des [[29. Jänner]] [[1880]])<ref>Vgl. den Bericht über diesen Brand in den [[Kobler-Spängler-Briefe von 1880#Brief vom 7. Februar 1880 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien|Kobler-Spängler-Briefen 1880]], Briefe vom 7. Februar 1880 und vom 29. Februar 1880.</ref> wurde es in der heutigen, vereinfachten Form ohne den Uhrturm wieder instand gesetzt.
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[[Datei:Kulstrunk Salzburg Stadtansicht 1916 Detail Hauptbahnhof.jpg |thumb| [[Stadtansicht von Kulstrunk]] 1916, Detail Hauptbahnhof.]]
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[[Datei:Marmorsaal Hauptbahnhof 2002.jpg|thumb|Der [[Marmorsaal Bahnhofsrestaurant|Marmorsaal]] des alten Restaurants im Hauptbahnhof vor dem Umbau.]]
  
Aus dieser Zeit stammt der heute größtenteils erhaltene ''Bahnsteig 1'' mit seinen 40 Gusseisenstehern (auch als ''Hausbahnsteig'' bekannt). Das [[Aufnahmsgebäude des Salzburger Hauptbahnhofs|Bahnhofsgebäude]] war in fünf Teile gegliedert. Im Mittelrisalit war das ''Amts- und Aufnahms-Gebäude'' mit Schalter für Fahrten innerhalb Österreichs. Im Nordpavillon befanden sich die Räume des Österreichischen Hofs. Im Südpavillon waren die Einrichtungen für den Verkehr nach [[Bayern]] untergebracht. Wartesäle und Restaurants befanden sich im südlichen Zwischenbau, Bahnhofsverwaltung und Post im nördlichen Zwischentrakt. Das Mittelgebäude war ursprünglich von einem Uhrturm gekrönt. Nach zwei Bränden im Bahnhofsgebäude (so etwa der große Brand in der Nacht des [[19. Jänner]] [[1880]]) wurde es in der heutigen, vereinfachten Form ohne den Uhrturm wieder instand gesetzt.  
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Über den Brand am 29. Jänner 1880 berichtete die "[[Salzburger Chronik]]":<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18800129&query=%22Brand%22+%221880%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 29. Jänner 1880, Seite 2 sowie [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18800129&query=%22Brand%22+%221880%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 29. Jänner 1880, Seite 2</ref>
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<blockquote>''Bahnhof-Brand. Heute nach ½3 Uhr früh entstand im Mitteltrakte des Westbahnhofes in Salzburg Feuer, welches ungeachtet der raschen Hilfeleistung von Seite der freiwilligen Feuer­wehr und unter Zuziehung von ca. 300 Mann des hier garnisonirenden [[k.u.k. Infanterieregiment "Erzherzog Rainer" Nr. 59|Regimentes Erzherzog Rainer]], erst nach mehr als sechsstündiger strenger Arbeit gelöscht werden konnte, nachdem der er­wähnte Trakt von oben abwärts ganz durchgebrannt war. Außer dem besagten Gebäude sind auch sehr viele Akten der Verkehrsinspektion, ein bedeutender Theil der Kanzleieinrichtungs­stücke, sämmtliche Fahrbillets für die [[Giselabahn]] sowie die Einrichtungsstücke des österreichischen Zollkontrolszimmer ec. verbrannt. Zum größten Glücke wurde der Brand auf den fraglichen Trakt lokalisirt und doch dürfte nach einem bei­ läufigen Ueberschlag der der Westbahn zugefügte Schade 50 bis 60.000 [[Gulden|fl]]. öst. Währg. betragen.</blockquote>
  
Von [[1906]] bis [[1908]] wurde ein seit [[1898]] geplanter Um- und Ausbau von [[Ladislaus Friedrich von Diószeghy]], Architekt und Inspektor der k. k. Staatsbahnen, geleitet und der Bahnhof [[1909]] neu eröffnet. In der Mitte des Aufnahmegebäudes wurde die Eingangs- bzw. Schalterhalle im Jugendstil geschaffen und in die neuen Außenmauern auf Straßen- und Bahnsteigseite je drei hohe Segmentbogenfenster eingebaut. Die Eingänge wurden mit verzierten, heute noch vorhandenen Vordächern markiert. Außergewöhnlich ist der nach dem Prinzip der Kuppel aus Stahl konstruierte Dachstuhl über der Eingangshalle. Der Jugendstil-Originalzustand der Halle wurde erst wieder im Rahmen der Umbauten und Restaurierungen im Jahre [[2011]] wiederhergestellt. Dazwischen waren Wanddekor, die Jugendstilelemente und die gleisseitig gelegenen Fenster durch Gipskartonplatten aus den [[1960er]]-Jahren und Werbeflächen verdeckt gewesen. Fast alle zwischen 1906 und 1909 von Salzburger und Wiener Künstlern geschaffenen zehn Bilder aus Keramikfliesen mit Motiven aus Salzburg (Landeswappen, Stadtwappen, [[Hellbrunn]], [[Gastein]] u.a.) konnten wieder restauriert werden. Nur das Bild der [[Festung Hohensalzburg]] war völlig zerstört und musste nach Fotos rekonstruiert werden. Nach alten Fotos wurden auch die alten Hängelampen aus Messing und die originalen, durchsichtigen Jugendstilfenster rekonstruiert (und ersetzen graue Scheiben aus Industrieverglasung der [[1970er]]-Jahre).
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[[Bild:Hauptbahnhof_1.jpg|thumb|Das Zentralgebäude vor Umbau 2010 bis 2014.]]
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[[Datei:Salzburg Hauptbahnhof Zentralgebäude Februar 1989.jpg|thumb|Das Zentralgebäude im Februar 1989.]]
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Von [[1906]] bis [[1908]] wurde ein seit [[1898]] geplanter Um- und Ausbau von Ladislaus Friedrich von Diószeghy, Architekt und Inspektor der [[Österreichische Bundesbahnen|k.k. Staatsbahnen]], geleitet und der Bahnhof [[1909]] neu eröffnet. In der Mitte des Aufnahmegebäudes wurde die Eingangs- bzw. Schalterhalle im Jugendstil geschaffen und in die neuen Außenmauern auf Straßen- und Bahnsteigseite je drei hohe Segmentbogenfenster eingebaut. Die Eingänge wurden mit verzierten, heute noch vorhandenen Vordächern markiert. Außergewöhnlich ist der nach dem Prinzip der Kuppel aus Stahl konstruierte Dachstuhl über der Eingangshalle. Der Jugendstil-Originalzustand der Halle wurde erst wieder im Rahmen der Umbauten und Restaurierungen im Jahre [[2011]] wiederhergestellt. Dazwischen waren Wanddekor, die Jugendstilelemente und die gleisseitig gelegenen Fenster durch Gipskartonplatten aus den [[1960er]]-Jahren und Werbeflächen verdeckt gewesen. Fast alle zwischen 1906 und 1909 von Salzburger und Wiener Künstlern geschaffenen zehn Bilder aus Keramikfliesen mit Motiven aus Salzburg (Landeswappen, Stadtwappen, [[Hellbrunn]], [[Gastein]] u. a.) konnten wieder restauriert werden. Nur das Bild der [[Festung Hohensalzburg]] war völlig zerstört und musste nach Fotos rekonstruiert werden. Nach alten Fotos wurden auch die alten Hängelampen aus Messing und die originalen, durchsichtigen Jugendstilfenster rekonstruiert (und ersetzen graue Scheiben aus Industrieverglasung der [[1970er]]-Jahre).
  
 
Um den Bahnhof zu erweitern und insbesondere den neuen Anforderungen durch die Inbetriebnahme der [[Tauernbahn]] gerecht zu werden, wurde 1906 bis 1909 der 52 Meter breite [[Mittelbahnsteig des Salzburger Hauptbahnhofs|Mittel- bzw. Inselbahnsteig]] (damals: "Mittelperron") gebaut und von einer Bahnsteighalle, bestehend aus einem dreischiffigen Stahlfachwerk (164,5 Meter mal 52 Meter), überspannt. Zudem wurde 1907 der Zugang zum Mittelbahnsteig über drei Tunnel erschlossen und eine [[Fußgängerbrücke am Salzburger Hauptbahnhof|Fußgängerbrücke]] gebaut, die den Bahnhof mit dem Stadtteil [[Schallmoos]] verband. Im Mittelschiff der stählernen Bahnsteighalle wurde ein Verkehrspavillon integriert, in welchem der originale [[Marmorsaal des Salzburger Hauptbahnhofs|Marmorsaal]] zu finden war. Die Stahlhalle wird von einem doppelköpfigen Adler und - als Symbol für die Eisenbahn - von zwei geflügelten Rädern geziert (letztere finden sich auch in den Ecken der Aufnahmehalle).  
 
Um den Bahnhof zu erweitern und insbesondere den neuen Anforderungen durch die Inbetriebnahme der [[Tauernbahn]] gerecht zu werden, wurde 1906 bis 1909 der 52 Meter breite [[Mittelbahnsteig des Salzburger Hauptbahnhofs|Mittel- bzw. Inselbahnsteig]] (damals: "Mittelperron") gebaut und von einer Bahnsteighalle, bestehend aus einem dreischiffigen Stahlfachwerk (164,5 Meter mal 52 Meter), überspannt. Zudem wurde 1907 der Zugang zum Mittelbahnsteig über drei Tunnel erschlossen und eine [[Fußgängerbrücke am Salzburger Hauptbahnhof|Fußgängerbrücke]] gebaut, die den Bahnhof mit dem Stadtteil [[Schallmoos]] verband. Im Mittelschiff der stählernen Bahnsteighalle wurde ein Verkehrspavillon integriert, in welchem der originale [[Marmorsaal des Salzburger Hauptbahnhofs|Marmorsaal]] zu finden war. Die Stahlhalle wird von einem doppelköpfigen Adler und - als Symbol für die Eisenbahn - von zwei geflügelten Rädern geziert (letztere finden sich auch in den Ecken der Aufnahmehalle).  
  
Aus geschichtlichen Gründen ist auch wichtig zu erwähnen, dass in der Zeit des [[Nationalsozialismus]] viele Menschen größtenteils mittels des Schienenverkehrs deportiert wurden. Im Jahre 1934 lebten laut Volkszählung in Salzburg 239 Menschen mit jüdischem Religionsbekenntnis. Die Nationalsozialisten ermordeten nachweislich über 80 Menschen, die als jüdisch oder als „Mischlinge“ galten und ihren Wohnsitz in Salzburg hatten.<ref>siehe [https://ansichtssache.at/ansichten/abschied_in_den_tod.html ansichtssache.at/ansichten/abschied_in_den_tod.html]</ref>
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[[Datei:Bahnsteigimpression.jpg|thumb|Salzburger Hauptbahnhof 2012: Die neuen Bahnsteige sind barrierefrei.]]
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[[Datei:Salzburger Hauptbahnhof neu, viele Fahrkartenautomaten.jpg|thumb|Salzburger Hauptbahnhof 2012 neu - mit Fahrkartenautomaten.]]
  
[[1944]]/[[1945]] wurden der Hauptbahnhof und das Bahnhofsviertel bei [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriffen]] arg beschädigt. Vor allem der Nordtrakt sowie der Mittelbahnsteig, samt dem Marmorsaal, wurden am [[17. November]] 1944 zerstört und danach neu gebaut. Erst [[1949]] wurde als Nachfolger des originalen Marmorsaals die ''Marmorhalle'' (später oft weiter als ''Marmorsaal'' bezeichnet) gebaut. Deren Bedeutung gilt aus der Perspektive des Denkmalschutzes als umstritten, der Saal selbst hat aber in Salzburg zahlreiche Fans und Liebhaber gefunden, die gegen den geplanten Abriss [[2009]] eine eigene Bürgerinitiative<ref>Quelle [http://www.rettetdenbahnhof.at/beweggruende.php www.rettetdenbahnhof.at]</ref> gebildet hatten. In dieser Halle aus [[Adneter Marmor|Adneter Korallenmarmor]] war das [[[[Marmorsaal Bahnhofsrestaurant|Bahnhofsrestaurant]] (zuletzt vor dem Abbruch "Quo Vadis") untergebracht. Besonders beliebt war der Kaisersaal.
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Aus geschichtlichen Gründen ist auch wichtig zu erwähnen, dass in der Zeit des [[Nationalsozialismus]] viele Menschen größtenteils mittels des Schienenverkehrs deportiert wurden. Im Jahre 1934 lebten laut Volkszählung in Salzburg 239 Menschen mit jüdischem Religionsbekenntnis. Die Nationalsozialisten ermordeten nachweislich über 80 Menschen, die als jüdisch oder als "Mischlinge" galten und ihren Wohnsitz in Salzburg hatten.<ref>siehe [https://ansichtssache.at/ansichten/abschied_in_den_tod.html ansichtssache.at/ansichten/abschied_in_den_tod.html]</ref>
  
In den [[1970er]]-Jahren wurde durch die Korridorzüge, die Salzburg über Rosenheim mit Innsbruck verbanden und in Deutschland nicht halten durften, und auch durch verstärktes Güteraufkommen der Platz wieder eng und so entschied man sich 1972 für den Bau eines vierten durchgehenden Bahnsteigs, 1991 folgte ein fünfter. Die historische Bausubstanz des Bahnhofs wurde dabei zumeist unbedacht angegriffen. Bis in die 1970er Jahre war der Bahnhof auch einer der Hauptstandplätze der [[Salzburger Dienstmann|Salzburger Dienstmänner]].
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[[1944]]/[[1945]] wurden der Hauptbahnhof und das Bahnhofsviertel bei [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriffen]] arg beschädigt. Vor allem der Nordtrakt sowie der Mittelbahnsteig, samt dem Marmorsaal, wurden am [[17. November]] 1944 zerstört und danach neu gebaut. Erst [[1949]] wurde als Nachfolger des originalen Marmorsaals die [[Marmorsaal Bahnhofsrestaurant|Marmorhalle]] (später oft weiter als ''Marmorsaal'' bezeichnet) gebaut. Deren Bedeutung gilt aus der Perspektive des Denkmalschutzes als umstritten, der Saal selbst hat aber in Salzburg zahlreiche Fans und Liebhaber gefunden, die gegen den geplanten Abriss [[2009]] eine eigene Bürgerinitiative<ref>[http://www.rettetdenbahnhof.at/beweggruende.php www.rettetdenbahnhof.at]</ref> gebildet hatten. In dieser Halle aus [[Adneter Marmor|Adneter Korallenmarmor]] war das [[Restaurant des Salzburger Hauptbahnhofs|Bahnhofsrestaurant]] (zuletzt vor dem Abbruch "Quo Vadis") untergebracht. Besonders beliebt war der Kaisersaal.
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In den [[1970er]]-Jahren wurde durch die Korridorzüge, die Salzburg über Rosenheim mit Innsbruck verbanden und in Deutschland nicht halten durften, und auch durch verstärktes Güteraufkommen der Platz wieder eng und so entschied man sich 1972 für den Bau eines vierten durchgehenden Bahnsteigs, 1991 folgte ein fünfter. Die historische Bausubstanz des Bahnhofs wurde dabei zumeist unbedacht angegriffen. Bis in die 1970er-Jahre war der Bahnhof auch einer der Hauptstandplätze der [[Salzburger Dienstmann|Salzburger Dienstmänner]].
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Am [[2. Oktober]] [[2024]] gab es nach Bombendrohungen in Graz gestern, Montag, [[1. Oktober]], und heute in [[Linz]] nun am späteren Nachmittag auch am [[Salzburger Hauptbahnhof]] einen größeren Polizei-Einsatz. Grund dafür war eine "gefährliche Drohung", wie die Polizei informiert. Die Hintergründe waren noch unklar, betont die Polizei. An den Bahnsteigen warnten die Anzeigetafeln: "ALARM! Bitte verlassen Sie sofort das Gebäude!" Das Gelände wurde evakuiert, der Zugverkehr eingestellt, bestätigte die [[ÖBB]] auf [[SALZBURG24|S24]]-Anfrage. Laut Radio Salzburg fuhren noch bis 18:45 Uhr keine Züge. Die Polizei durchsuchte mit Spezialkräften und Sprengmittelspürhunden routinemäßig das Bahnhofsgelände, wie Polizeisprecher Hans Wolfgruber gegenüber der APA erklärte. Der Einsatz war um 17.00 Uhr noch im Gange.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburger-hauptbahnhof-wegen-gefaehrlicher-drohung-evakuiert-166054234 2. Oktober 2024], abgefragt um 18:30 Uhr</ref>
  
 
=== Bilder des alten Hauptbahnhof‎s===
 
=== Bilder des alten Hauptbahnhof‎s===
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[[Datei:Bahnhofshalle neu.jpg|thumb|Empfangshalle neu]]
 
[[Datei:Bahnhofshalle neu.jpg|thumb|Empfangshalle neu]]
 
[[Datei:Hauptbahnhof neu A.JPG|thumb|Rolltreppenanlage zum Bahnsteig 1]]  
 
[[Datei:Hauptbahnhof neu A.JPG|thumb|Rolltreppenanlage zum Bahnsteig 1]]  
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[[Datei:2023_05_13_Hauptbahnhof_Salzburg_Stiegenaufgänge_3.jpg|thumb|Der Salzburg Hauptbahnhof Mai 2023.]]
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[[Datei:2023_05_13_Hauptbahnhof_Salzburg_Stiegenaufgänge_4.jpg|thumb|Der Salzburg Hauptbahnhof Mai 2023.]]
 
Der Salzburger Hauptbahnhof verfügt, bedingt durch seine Funktion als einstiger Grenzbahnhof, über Kopf- und Durchgangsbahnsteige. Mit dem bis [[2014]] dauernden Umbau durch die Österreichischen Bundesbahnen wird der Hauptbahnhof als internationale Verkehrsdrehscheibe zum reinen Durchgangsbahnhof mit neun Bahnsteigen umgestaltet. Der offizielle Spatenstich zum Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs erfolgte am [[7. November]] [[2008]]. Verantwortlich für Planung und Bau des neuen Salzburger Hauptbahnhofs ist [[Hans Wehr]].
 
Der Salzburger Hauptbahnhof verfügt, bedingt durch seine Funktion als einstiger Grenzbahnhof, über Kopf- und Durchgangsbahnsteige. Mit dem bis [[2014]] dauernden Umbau durch die Österreichischen Bundesbahnen wird der Hauptbahnhof als internationale Verkehrsdrehscheibe zum reinen Durchgangsbahnhof mit neun Bahnsteigen umgestaltet. Der offizielle Spatenstich zum Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs erfolgte am [[7. November]] [[2008]]. Verantwortlich für Planung und Bau des neuen Salzburger Hauptbahnhofs ist [[Hans Wehr]].
  
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Mitte 2014 war der Um- bzw. Neubau des Bahnhofes im Prinzip abgeschlossen, es wurde aber noch für ein halbes Jahr im Bereich der Güter-Gleise und dem [[Salzburg Hauptbahnhof - Zugang Schallmoos|Aufgang nach Schallmoos]] gearbeitet. Am [[7. November]] [[2014]] - und damit auf den Tag genau sechs Jahre nach Baubeginn - fand die offizielle Neueröffnung des Hauptbahnhofs statt.
 
Mitte 2014 war der Um- bzw. Neubau des Bahnhofes im Prinzip abgeschlossen, es wurde aber noch für ein halbes Jahr im Bereich der Güter-Gleise und dem [[Salzburg Hauptbahnhof - Zugang Schallmoos|Aufgang nach Schallmoos]] gearbeitet. Am [[7. November]] [[2014]] - und damit auf den Tag genau sechs Jahre nach Baubeginn - fand die offizielle Neueröffnung des Hauptbahnhofs statt.
[[Datei:Hauptbahnhof panorama.jpg|miniatur|zentriert|800px|Der Salzburger Hauptbahnhof in der Abenddämmerung von der [[Lastenstraße]] aus gesehen]]
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[[Datei:Großstadtbahnhof Salzburg.JPG|miniatur|zentriert|800px|südliches Hauptbahnhofpanorama nach dem Umbau, 28.3.2013]]
 
 
[[Datei:Salzburg Gleisplan neu.svg|miniatur|zentriert|800px|Gleisplan nach dem Umbau]]
 
[[Datei:Salzburg Gleisplan neu.svg|miniatur|zentriert|800px|Gleisplan nach dem Umbau]]
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=== Panoramaaufnahmen des Hauptbahnhof‎s===
 
=== Panoramaaufnahmen des Hauptbahnhof‎s===
 
{{Bildkat|Panoramaaufnahmen Salzburg Hauptbahnhof‎|Panoramaaufnahmen Salzburg Hauptbahnhof‎}}
 
{{Bildkat|Panoramaaufnahmen Salzburg Hauptbahnhof‎|Panoramaaufnahmen Salzburg Hauptbahnhof‎}}
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[[Datei:Hauptbahnhof panorama.jpg|miniatur|zentriert|800px|Der Salzburger Hauptbahnhof in der Abenddämmerung von der [[Lastenstraße]] aus gesehen]]
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[[Datei:Großstadtbahnhof Salzburg.JPG|miniatur|zentriert|800px|südliches Hauptbahnhofpanorama nach dem Umbau, 28.3.2013]]
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=== Bilder vom Umbau des Hauptbahnhof‎s===
 
=== Bilder vom Umbau des Hauptbahnhof‎s===
 
{{Bildkat|Salzburg Hauptbahnhof Umbau 2010 - 2014|Salzburg Hauptbahnhof Umbau 2010 - 2014‎‎}}
 
{{Bildkat|Salzburg Hauptbahnhof Umbau 2010 - 2014|Salzburg Hauptbahnhof Umbau 2010 - 2014‎‎}}
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==Bildergalerie==
 
==Bildergalerie==
 
Bilder vom Salzburger Hauptbahnhof vor seinem Umbau 2009
 
Bilder vom Salzburger Hauptbahnhof vor seinem Umbau 2009
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Bild:Hauptbahnhof_3.jpg|Mittelbahnsteig. Die Dachkonstruktion wurde im Herbst 2009 abgetragen]]
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Bild:Hauptbahnhof_3.jpg|Mittelbahnsteig. Die Dachkonstruktion wurde im Herbst 2009 abgetragen.
Bild:Hauptbahnhof 6.jpg|Der zentrale Bereich mit Gleisanlagen
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Bild:Hauptbahnhof 6.jpg|Der zentrale Bereich mit Gleisanlagen.
Datei:Haesslich.jpg|Blick nach Süden
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Datei:Haesslich.jpg|Blick nach Süden.
Datei:Salzburg Hauptbahnhof 021.jpg|Salzburger Hauptbahnhof, in der Denkmalgeschützten Haupthalle auf Gleisniveau  
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Datei:Salzburg Hauptbahnhof 021.jpg|Salzburger Hauptbahnhof, in der Denkmalgeschützten Haupthalle auf Gleisniveau.
Datei:Fußgängerüberführung Lastenstraße-Hauptbahnhof.jpg|Fußgängerüberführung Lastenstraße-Hauptbahnhof
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Datei:Fußgängerüberführung Lastenstraße-Hauptbahnhof.jpg|Fußgängerüberführung Lastenstraße-Hauptbahnhof.
Datei:BB Streik 4.11.2003 005 m.jpg|Bahnhofsteil vor Umbau
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Datei:BB Streik 4.11.2003 005 m.jpg|Bahnhofsteil vor Umbau.
Datei:Remise und Drehkreuz B.jpg|Remise und Drehkreuz am Salzburger Hauptbahnhof
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Datei:Remise und Drehkreuz B.jpg|Drehscheibe vor der [[ÖBB Remise]]
Datei:Auf der Drehbühne, aus hinten wird vorne.jpg|Auf der Drehbühne vor der Remise, aus hinten wird vorne
 
 
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== Bildergalerie des neuen Hauptbahnhof‎s (Auszug) ==
 
== Bildergalerie des neuen Hauptbahnhof‎s (Auszug) ==
 
'''Fertigstellung, I. Teilabschnitt ab November 2011'''
 
'''Fertigstellung, I. Teilabschnitt ab November 2011'''
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Datei:Neue Bahnsteige 1 und 2, Ansicht in Richtung Linz, Aufn. 26.7.2012.jpg|Neue Bahnsteige 1 und 2, Ansicht in Richtung Linz, Aufn. 26.7.2012
 
Datei:Neue Bahnsteige 1 und 2, Ansicht in Richtung Linz, Aufn. 26.7.2012.jpg|Neue Bahnsteige 1 und 2, Ansicht in Richtung Linz, Aufn. 26.7.2012
Datei:Salzburger Hauptbahnhof, Panoramaaufnahme vom Bahnsteig I aus, rechte Seite nach Freilassing.jpg|Salzburger Hauptbahnhof, Panoramaaufnahme vom Bahnsteig I aus, rechte Seite nach Freilassing
 
 
Datei:Hauptbahnhof neu Bahnsteig 3 u. 4 wurde überdacht, Aufn. 26.7.2012.jpg|Hauptbahnhof neu;  Bahnsteig 3 u. 4 wurde überdacht, Aufn. 26.7.2012
 
Datei:Hauptbahnhof neu Bahnsteig 3 u. 4 wurde überdacht, Aufn. 26.7.2012.jpg|Hauptbahnhof neu;  Bahnsteig 3 u. 4 wurde überdacht, Aufn. 26.7.2012
 
Datei:Sparmarkt am Salzburger Hauptbahnhof.jpg|neuer Sparmarkt am Salzburger Hauptbahnhof mit Öffnungszeiten auch am Sonntag
 
Datei:Sparmarkt am Salzburger Hauptbahnhof.jpg|neuer Sparmarkt am Salzburger Hauptbahnhof mit Öffnungszeiten auch am Sonntag
Datei:Die renovierte Dachkonstruktion der Bahnsteige.jpg|Die renovierte Dachkonstruktion der Bahnsteige
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Datei:Die renovierte Dachkonstruktion der Bahnsteige.jpg|Die renovierte Dachkonstruktion des ehemaligen [[Mittelbahnsteig des Salzburger Hauptbahnhofs]]
Datei:Bahnsteig neu mit Wappen, Aufn. 26.9.2012.jpg|Bahnsteig neu mit Wappen, Aufn. 26.9.2012
 
 
Datei:DSC04158.JPG|Zuganzeige in der erneuerten Bahnhofshalle  
 
Datei:DSC04158.JPG|Zuganzeige in der erneuerten Bahnhofshalle  
 
Datei:Radparade.jpg|Radständer beim Salzburger Hauptbahnhof nach dem Umbau (12.12.2013)
 
Datei:Radparade.jpg|Radständer beim Salzburger Hauptbahnhof nach dem Umbau (12.12.2013)
Datei:Deutscher Meridian- Zug in Salzburg.jpg|Deutscher Meridian-Nahverkehrszug in Salzburg
 
 
Datei:Bahnhof- Fußgängerzugang Schallmoos.JPG|Bahnhof-Fußgängerzugang Schallmoos (5.9.2014)
 
Datei:Bahnhof- Fußgängerzugang Schallmoos.JPG|Bahnhof-Fußgängerzugang Schallmoos (5.9.2014)
Datei:Südtiroler Platz in der Morgensonne.jpg|Bahnhofsgebäude nach dem Umbau mit dem Südtiroler Platz in der Morgensonne (9.10.2014)
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Datei:Rex fährt ein.jpg|REX mit Dieseltriebwagen 5047 fährt ein
Datei:Rex fährt ein.jpg|REX fährt ein
 
 
Datei:DSC08655.JPG|Salzburger Hauptbahnhof, Bahnsteig 5, Aufnahme November 2016
 
Datei:DSC08655.JPG|Salzburger Hauptbahnhof, Bahnsteig 5, Aufnahme November 2016
Datei:Gedenktafel in der Eingangshalle vom Salzburger Hauptbahnhof an die Bahnbediensteten, die in den Jahren 1939-1945 im Kampfe gegen des Faschismus ihr Leben verloren haben..jpg|Gedenktafel in der Eingangshalle vom Salzburger Hauptbahnhof an die Bahnbediensteten, die in den Jahren 1939-1945 im Kampfe gegen des Faschismus ihr Leben verloren haben
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* [[Wolfgang Kauer|Kauer, Wolfgang]]: ''Der Code der Schnabelkanne.'' Roman über das originelle Leben und Treiben im alten Hauptbahnhofgebäude. Verlag Edition Innsalz, Ranshofen, 2012
 
* [[Wolfgang Kauer|Kauer, Wolfgang]]: ''Der Code der Schnabelkanne.'' Roman über das originelle Leben und Treiben im alten Hauptbahnhofgebäude. Verlag Edition Innsalz, Ranshofen, 2012
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* [[Salzburger Nachrichten]]
 
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* Presseseiten der [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] im Internet
 
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* [[Ronald Gobiet|Gobiet, Ronald]] (Hrsg.): "''Der neue Salzburger Hauptbahnhof. Stationen seiner Geschichte von 1860 bis 2014. Salzburger Beiträge zur Kunst und Denkmalpflege Bd. VI''",  [[Verlag Anton Pustet]], 2012
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* [[Ronald Gobiet|Gobiet, Ronald]] (Hrsg.): "Der neue Salzburger Hauptbahnhof. Stationen seiner Geschichte von 1860 bis 2014. Salzburger Beiträge zur Kunst und Denkmalpflege Bd. VI",  [[Verlag Anton Pustet]], 2012
  
 
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Aktuelle Version vom 17. Januar 2025, 16:12 Uhr

Begriffsklärung
Dieser Artikel informiert über die Geschichte und Infrastruktur des Salzburger Hauptbahnhofs. Über den Hauptbahnhof als Haltestelle für Buslinien und Züge informiert der Artikel Salzburg Hauptbahnhof (Haltestelle), in der Funktion als Verkehrsknoten siehe Salzburg Hauptbahnhof (Bahnhof).
Salzburger Hauptbahnhof Hauptgebäude.
Der Hauptbahnhof vom Mönchsberg.

Der Salzburg Hauptbahnhof am Südtiroler Platz in der Salzburger Elisabeth-Vorstadt ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des Bundeslandes Salzburg. Über 440 Reisezüge (Meridian, Westbahnstrecke, ÖBB railjet, EC, ICE, IC sowie REX und S-Bahnzüge) und mehr als 300 Güterzüge fahren innerhalb von 24 Stunden über den Hauptbahnhof.

Der Hauptbahnhof im Februar 2021 aus Nordosten.

Artikel

Geschichte

Der Salzburger Hauptbahnhof wurde vom Bauunternehmer Karl Freiherr von Schwarz nach Plänen des Architekten Franz Rudolf Bayer im damaligen Vorort Froschheim errichtet. Das Bahnhofsgebäude (früher Aufnahmegebäude genannt) und die Strecke Salzburg–Wien, von der k.k. priv. Kaiserin Elisabeth-Westbahn-Gesellschaft errichtet, wurden am 12. August 1860 im Beisein des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. und des bayerischen Königs Maximilian II. eröffnet. "Mit dem ersten Dampfkolosse erschließt sich unserem Lande ein neues Leben", schrieb damals die "Salzburger Zeitung".[1] Tatsächlich gab die Eröffnung des Bahnhofs den Impuls zur gründerzeitlichen Stadterweiterung. Als Grenzbahnhof wurde er gemeinsam von der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn und der Bayerischen Maximiliansbahn verwaltet.

Aus dieser Zeit stammt der heute größtenteils erhaltene Bahnsteig 1 mit seinen 40 Gusseisenstehern (auch als Hausbahnsteig bekannt). Das Bahnhofsgebäude war in fünf Teile gegliedert. Im Mittelrisalit war das "Amts- und Aufnahme-Gebäude" mit Schalter für Fahrten innerhalb Österreichs. Im Nordpavillon befanden sich die Räume des Österreichischen Kaiserhofs. Im Südpavillon waren die Einrichtungen für den Verkehr in das Königreich Bayern untergebracht. Wartesäle und Restaurants befanden sich im südlichen Zwischenbau, Bahnhofsverwaltung und Post im nördlichen Zwischentrakt. Das Mittelgebäude war ursprünglich von einem Uhrturm gekrönt. Nach zwei Bränden im Bahnhofsgebäude (so etwa der große Brand in der Nacht des 29. Jänner 1880)[2] wurde es in der heutigen, vereinfachten Form ohne den Uhrturm wieder instand gesetzt.

Stadtansicht von Kulstrunk 1916, Detail Hauptbahnhof.
Der Marmorsaal des alten Restaurants im Hauptbahnhof vor dem Umbau.

Über den Brand am 29. Jänner 1880 berichtete die "Salzburger Chronik":[3]

Bahnhof-Brand. Heute nach ½3 Uhr früh entstand im Mitteltrakte des Westbahnhofes in Salzburg Feuer, welches ungeachtet der raschen Hilfeleistung von Seite der freiwilligen Feuer­wehr und unter Zuziehung von ca. 300 Mann des hier garnisonirenden Regimentes Erzherzog Rainer, erst nach mehr als sechsstündiger strenger Arbeit gelöscht werden konnte, nachdem der er­wähnte Trakt von oben abwärts ganz durchgebrannt war. Außer dem besagten Gebäude sind auch sehr viele Akten der Verkehrsinspektion, ein bedeutender Theil der Kanzleieinrichtungs­stücke, sämmtliche Fahrbillets für die Giselabahn sowie die Einrichtungsstücke des österreichischen Zollkontrolszimmer ec. verbrannt. Zum größten Glücke wurde der Brand auf den fraglichen Trakt lokalisirt und doch dürfte nach einem bei­ läufigen Ueberschlag der der Westbahn zugefügte Schade 50 bis 60.000 fl. öst. Währg. betragen.

Das Zentralgebäude vor Umbau 2010 bis 2014.
Das Zentralgebäude im Februar 1989.

Von 1906 bis 1908 wurde ein seit 1898 geplanter Um- und Ausbau von Ladislaus Friedrich von Diószeghy, Architekt und Inspektor der k.k. Staatsbahnen, geleitet und der Bahnhof 1909 neu eröffnet. In der Mitte des Aufnahmegebäudes wurde die Eingangs- bzw. Schalterhalle im Jugendstil geschaffen und in die neuen Außenmauern auf Straßen- und Bahnsteigseite je drei hohe Segmentbogenfenster eingebaut. Die Eingänge wurden mit verzierten, heute noch vorhandenen Vordächern markiert. Außergewöhnlich ist der nach dem Prinzip der Kuppel aus Stahl konstruierte Dachstuhl über der Eingangshalle. Der Jugendstil-Originalzustand der Halle wurde erst wieder im Rahmen der Umbauten und Restaurierungen im Jahre 2011 wiederhergestellt. Dazwischen waren Wanddekor, die Jugendstilelemente und die gleisseitig gelegenen Fenster durch Gipskartonplatten aus den 1960er-Jahren und Werbeflächen verdeckt gewesen. Fast alle zwischen 1906 und 1909 von Salzburger und Wiener Künstlern geschaffenen zehn Bilder aus Keramikfliesen mit Motiven aus Salzburg (Landeswappen, Stadtwappen, Hellbrunn, Gastein u. a.) konnten wieder restauriert werden. Nur das Bild der Festung Hohensalzburg war völlig zerstört und musste nach Fotos rekonstruiert werden. Nach alten Fotos wurden auch die alten Hängelampen aus Messing und die originalen, durchsichtigen Jugendstilfenster rekonstruiert (und ersetzen graue Scheiben aus Industrieverglasung der 1970er-Jahre).

Um den Bahnhof zu erweitern und insbesondere den neuen Anforderungen durch die Inbetriebnahme der Tauernbahn gerecht zu werden, wurde 1906 bis 1909 der 52 Meter breite Mittel- bzw. Inselbahnsteig (damals: "Mittelperron") gebaut und von einer Bahnsteighalle, bestehend aus einem dreischiffigen Stahlfachwerk (164,5 Meter mal 52 Meter), überspannt. Zudem wurde 1907 der Zugang zum Mittelbahnsteig über drei Tunnel erschlossen und eine Fußgängerbrücke gebaut, die den Bahnhof mit dem Stadtteil Schallmoos verband. Im Mittelschiff der stählernen Bahnsteighalle wurde ein Verkehrspavillon integriert, in welchem der originale Marmorsaal zu finden war. Die Stahlhalle wird von einem doppelköpfigen Adler und - als Symbol für die Eisenbahn - von zwei geflügelten Rädern geziert (letztere finden sich auch in den Ecken der Aufnahmehalle).

Salzburger Hauptbahnhof 2012: Die neuen Bahnsteige sind barrierefrei.
Salzburger Hauptbahnhof 2012 neu - mit Fahrkartenautomaten.

Aus geschichtlichen Gründen ist auch wichtig zu erwähnen, dass in der Zeit des Nationalsozialismus viele Menschen größtenteils mittels des Schienenverkehrs deportiert wurden. Im Jahre 1934 lebten laut Volkszählung in Salzburg 239 Menschen mit jüdischem Religionsbekenntnis. Die Nationalsozialisten ermordeten nachweislich über 80 Menschen, die als jüdisch oder als "Mischlinge" galten und ihren Wohnsitz in Salzburg hatten.[4]

1944/1945 wurden der Hauptbahnhof und das Bahnhofsviertel bei Bombenangriffen arg beschädigt. Vor allem der Nordtrakt sowie der Mittelbahnsteig, samt dem Marmorsaal, wurden am 17. November 1944 zerstört und danach neu gebaut. Erst 1949 wurde als Nachfolger des originalen Marmorsaals die Marmorhalle (später oft weiter als Marmorsaal bezeichnet) gebaut. Deren Bedeutung gilt aus der Perspektive des Denkmalschutzes als umstritten, der Saal selbst hat aber in Salzburg zahlreiche Fans und Liebhaber gefunden, die gegen den geplanten Abriss 2009 eine eigene Bürgerinitiative[5] gebildet hatten. In dieser Halle aus Adneter Korallenmarmor war das Bahnhofsrestaurant (zuletzt vor dem Abbruch "Quo Vadis") untergebracht. Besonders beliebt war der Kaisersaal.

In den 1970er-Jahren wurde durch die Korridorzüge, die Salzburg über Rosenheim mit Innsbruck verbanden und in Deutschland nicht halten durften, und auch durch verstärktes Güteraufkommen der Platz wieder eng und so entschied man sich 1972 für den Bau eines vierten durchgehenden Bahnsteigs, 1991 folgte ein fünfter. Die historische Bausubstanz des Bahnhofs wurde dabei zumeist unbedacht angegriffen. Bis in die 1970er-Jahre war der Bahnhof auch einer der Hauptstandplätze der Salzburger Dienstmänner.

Am 2. Oktober 2024 gab es nach Bombendrohungen in Graz gestern, Montag, 1. Oktober, und heute in Linz nun am späteren Nachmittag auch am Salzburger Hauptbahnhof einen größeren Polizei-Einsatz. Grund dafür war eine "gefährliche Drohung", wie die Polizei informiert. Die Hintergründe waren noch unklar, betont die Polizei. An den Bahnsteigen warnten die Anzeigetafeln: "ALARM! Bitte verlassen Sie sofort das Gebäude!" Das Gelände wurde evakuiert, der Zugverkehr eingestellt, bestätigte die ÖBB auf S24-Anfrage. Laut Radio Salzburg fuhren noch bis 18:45 Uhr keine Züge. Die Polizei durchsuchte mit Spezialkräften und Sprengmittelspürhunden routinemäßig das Bahnhofsgelände, wie Polizeisprecher Hans Wolfgruber gegenüber der APA erklärte. Der Einsatz war um 17.00 Uhr noch im Gange.[6]

Bilder des alten Hauptbahnhof‎s

 alter Salzburg Hauptbahnhof‎ – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Umbau 2010–2014

Gleisplan bis zum Jahr 2012

Start der Bauarbeiten

Stand des Umbaus im Bereich zwischen Hauptgebäude und ehemaligem Mittelbahnsteig im Juni 2010
Die zunächst zerlegte Stahlkonstruktion des Mittelbahnsteiges beim Wiederaufbau im Februar 2011 nach ihrer Restaurierung in einer Spezialwerkstätte in Polen
Empfangshalle neu
Rolltreppenanlage zum Bahnsteig 1
Der Salzburg Hauptbahnhof Mai 2023.
Der Salzburg Hauptbahnhof Mai 2023.

Der Salzburger Hauptbahnhof verfügt, bedingt durch seine Funktion als einstiger Grenzbahnhof, über Kopf- und Durchgangsbahnsteige. Mit dem bis 2014 dauernden Umbau durch die Österreichischen Bundesbahnen wird der Hauptbahnhof als internationale Verkehrsdrehscheibe zum reinen Durchgangsbahnhof mit neun Bahnsteigen umgestaltet. Der offizielle Spatenstich zum Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs erfolgte am 7. November 2008. Verantwortlich für Planung und Bau des neuen Salzburger Hauptbahnhofs ist Hans Wehr.

2009 begann der tatsächliche Umbau des Hauptbahnhofs. Da dieser bei laufendem Betrieb stattfand, erforderte es von den Planern zusätzliche Maßnahmen:

So wurden im August 2009 die Schalterhalle, das Servicecenter, das Reisecenter der ÖBB, die Trafik, die Infobox inklusive einer Ausstellung zum Bahnhofsumbau, die Schließfächer, Buch&Presse, der Salzburger Tourismus und das Bahnhofsrestaurant in Container auf dem Bahnhofsvorplatz übersiedelt.

Ab 27. Oktober 2009 galt am Bahnhofsvorplatz eine neue Verkehrsregelung. Der Individualverkehr kann seither nur noch eingeschränkt zum Bahnhof zufahren. So sollte die Sicherheit der Bauarbeiter während des Umbaus gewährleistet werden. Für den öffentlichen Verkehr ist die neue Verkehrsregelung eine Erleichterung.

Geplant war, den neuen Bahnhof 2012 im Teilbetrieb und den gesamten neuen Kundenbereich bis Ende 2013 komplett in Betrieb zu nehmen. 2014 würden dann nur noch Gleisanlagen im Güterbereich erneuert werden.

In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt entsteht in Salzburg einer der modernsten Bahnhöfe Österreichs, wobei die historische Dachkonstruktion über dem alten Mittelbahnsteig erhalten bleibt. Die Dachträger wurden abgebaut, zwischengelagert, restauriert und werden in den neuen Bahnhof wieder integriert.

Der Komplettumbau des Bahnhofs ist mit einem Budget von 270 Millionen Euro veranschlagt. Errichtet werden neben den neuen Gleisanlagen auch eine unterirdische Passage, dem Zugang Schallmoos, vom Südtiroler Platz zur Lastenstraße. Die beiden Salzburger Stadtteile Schallmoos und Elisabeth-Vorstadt werden so neu verbunden.

Erste Bauphase

In der ersten Bauphase wurden die Bahnsteige 1 und 2 sowie der ehemalige Mittelbahnsteig abgetragen. Zwischen Hauptgebäude und Bahnsteig 3 entstand eine große Baugrube, in der im Sommer 2010 der Rohbau der zukünftigen Shoppassage und der Beginn des Tunnels nach Schallmoos betoniert wurden. Im November 2010 wurde mit der Restaurierung des Hauptgebäudes begonnen. Seit dem 14. Juli 2011 erreichen die täglich 25.000 Fahrgäste die Abfahrtsbahnsteige der Züge wieder über die zentrale, neue Bahnhofshalle. Als optisches Highlight wurden die restaurierten Jugendstilbilder aus dem Jahre 1906 bis 1909 in der Kassenhalle wieder sichtbar gemacht. Baustellenbedingt erhielten die bisherigen Bahnsteige 3, 4 und 5 die neue Bezeichnung 33, 34 und 35. Diese Abänderung war notwendig, da ab Anfang November 2011 die neuen Bahnsteige in Betrieb gingen und es ansonsten zu Doppelnummerierungen gekommen wäre.

Von Juli bis Anfang November 2011 wurden die Bahnsteige 1 bis 3 neu errichtet. Darüber hinaus entstand ein neues Durchfahrgleis für Güterzüge. Insgesamt wurden rund 2 900 Meter Gleisanlagen nach modernsten Vorgaben gebaut. So sorgen Unterschottermatten auf einer Fläche von 3 000 m² für den wichtigen Erschütterungsschutz auf dem Passagetragwerk. Anrainer und Gebäude profitieren von geringerem Luftschall und weniger Erschütterungen. Die Passage als helles und freundliches Verbindungselement zwischen den Stadtteilen Elisabeth-Vorstadt und Schallmoos war im Sommer 2011 im Rohbau zu 70% fertig. Mitte des Jahres 2012 werden dort die ersten Shops und Kundeneinrichtungen eröffnet.

Am 7. Februar 2011 begann der Wiederaufbau der 300 Tonnen schweren Stahlhallenkonstruktion des ehemaligen Mittelbahnsteigs. Am 20. April wurde die Rohkonstruktion komplettiert. Die Halle wurde Ende August 2011 fertiggestellt und noch mit einem Membrandach überzogen. Die Größe der Halle ist beträchtlich, mit dem neuen Mittelteil knapp 80 Meter lang und mehr als 24 Meter breit. Das Stahlgerüst besteht aus 2 500 Einzelteilen.

Zweite Bauphase

Seit der Öffnung der Bahnsteige 1 bis 3 am 6. November 2011 steht die Hallenkonstruktion wieder den Reisenden zur Verfügung. Seit Ende 2011 führt eine Rolltreppe aus dem Bahnhofsgebäude zur Lokalbahn.

Am 1. Juni 2012 eröffnete SPAR das erste Geschäft in der Passage unter dem Bahnhof. In dem 385 m² großen Lebensmittelmarkt kann an sieben Tagen in der Woche bis 23 Uhr eingekauft werden. Am selben Tag wurde eine moderne Erdwärmeanlage in Betrieb genommen, die künftig etwa 80 Prozent der Kühl- und 55 Prozent der Heizenergie liefern wird.

Mitte Juni übersiedelte das ÖBB Reisezentrum vom Container am Bahnhofsvorplatz in die Passage, die nun auch bereits einen Buch- und Zeitschriftenhandel, eine Trafik, ein Café, diverse Imbissstände und die neuen Toilettenanlagen beherbergt.

Am 13. Juli 2012 wurden die Bahnsteige 4 und 5 mit einem Festakt feierlich eröffnet. Seit diesem Zeitpunkt ist der Bahnhof im Personenverkehr praktisch wieder baustellenfrei zu benutzen, da sich die verbleibende Baustelle (Bahnsteige 6-9, Durchstich der Passage nach Schallmoos) im Osten an den bereits fertiggestellten Teil anschließt.

Dritte Bauphase

Tags darauf begann der Abriss der letzten verbliebenen alten Bahnsteige (34, 35). Wieder wurde eine, diesmal deutlich kleinere, Baugrube ausgehoben und im Herbst/Winter 2012/13 darin der restliche Teil der unterirdischen Passage nach Schallmoos betoniert. Am 21. Dezember 2012 wurde das Nelböck-Viadukt wieder für den Verkehr freigegeben.

Ende Februar 2013 begann man mit dem Aufstellen der Träger für die Dachkonstruktion der Bahnsteige 6-9. Am 25. März 2013 wurde die Passage in die Lastenstraße provisorisch ihrer Bestimmung übergeben. Im Sommer 2013 wurden die Flächen links und rechts der Unterführung an die Shop-Betreiber übergeben, die dann mit dem Innenausbau begannen. Im August 2013 folgten die Bahnsteige 6 und 7 und am 19. Oktober 2013 wurden die Bahnsteige 8 und 9 inklusive dem Abgang ins Nelböck-Viadukt eröffnet.

Mitte 2014 war der Um- bzw. Neubau des Bahnhofes im Prinzip abgeschlossen, es wurde aber noch für ein halbes Jahr im Bereich der Güter-Gleise und dem Aufgang nach Schallmoos gearbeitet. Am 7. November 2014 - und damit auf den Tag genau sechs Jahre nach Baubeginn - fand die offizielle Neueröffnung des Hauptbahnhofs statt.

Gleisplan nach dem Umbau

Panoramaaufnahmen des Hauptbahnhof‎s

 Panoramaaufnahmen Salzburg Hauptbahnhof‎ – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Der Salzburger Hauptbahnhof in der Abenddämmerung von der Lastenstraße aus gesehen
südliches Hauptbahnhofpanorama nach dem Umbau, 28.3.2013

Bilder vom Umbau des Hauptbahnhof‎s

 Salzburg Hauptbahnhof Umbau 2010 - 2014‎‎ – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Beim Umbau geschah Ungewöhnliches

Die geplanten Kosten von 246,7 Millionen Euro wurden um 13,4 Millionen Euro unterschritten: 233,3 Millionen kostete der Umbau.

Eine Kostenexplosion gab es bei den Architektenkosten. Diese stiegen um das etwa Sechsfache von budgetierten 830.000 Euro auf 4,8 Millionen Euro. Die ÖBB Infrastruktur AG hatte vor der Durchführung des Wettbewerbs den Umfang der Umbauarbeiten nicht ausreichend festgelegt und stimmte das Projekt nur mangelhaft mit dem Bundesdenkmalamt in der Planungsphase ab.

Der ursprünglich geplante Baubeginn verschob sich von September 1999 auf Februar 2009.

Besonders außergewöhnlich vervielfachte sich die Menge für den Mehrverbrauch des Materials für das Verpressen im Tiefbau: von 5 000 auf 4,3 Millionen Kilogramm. Der dafür anerkannte Einheitspreis von 1,26 Euro pro Kilo war überhöht[7].

Bildergalerie

Bilder vom Salzburger Hauptbahnhof vor seinem Umbau 2009

Bildergalerie des neuen Hauptbahnhof‎s (Auszug)

Fertigstellung, I. Teilabschnitt ab November 2011

alle Bilder des neuen Hauptbahnhof‎s

 neuer Salzburg Hauptbahnhof‎‎‎ – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

alle Bilder des Hauptbahnhof‎s

 Salzburg Hauptbahnhof – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Literatur

  • Kauer, Wolfgang: Der Code der Schnabelkanne. Roman über das originelle Leben und Treiben im alten Hauptbahnhofgebäude. Verlag Edition Innsalz, Ranshofen, 2012

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, "Salzburger Zeitung", Ausgabe vom 13. August 1860, Seite 1
  2. Vgl. den Bericht über diesen Brand in den Kobler-Spängler-Briefen 1880, Briefe vom 7. Februar 1880 und vom 29. Februar 1880.
  3. ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 29. Jänner 1880, Seite 2 sowie ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 29. Jänner 1880, Seite 2
  4. siehe ansichtssache.at/ansichten/abschied_in_den_tod.html
  5. www.rettetdenbahnhof.at
  6. SALZBURG24 vom 2. Oktober 2024, abgefragt um 18:30 Uhr
  7. "Salzburger Nachrichten", 20. November 2015