Kobler-Spängler-Briefe von 1900 bis 1938: Unterschied zwischen den Versionen
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''22.VI.[19]17. Liebe Hansl! Deine Nachricht hat mich sehr erfreut, besonders daß alles gut vorbei ist. Aber überrascht hat sie mich nicht, da ich schon seit längerer Zeit von dem bevorstehenden Ereignis weiß.<ref>Gertraud (Traudl) Holzapfel, verh. Saska, * 18. Juni 1917 in Wien<ref> Wenn auch von der Ringstraße'' [Krems] ''aus, keine Mitteilung gemacht wurde, so erfuhr man doch so manches. Nur dieses Ereignis speziell, durch einen Kremser, vielmehr Wiener, der mit Rudi [!] in Süd Tirol zusammentraf. Du siehst, die Welt ist eurer! Auch Gristl sprach darüber, die vergangene Woche in Salzburg war, mit Otto'' [Spängler]. ''Nur erwartete ich die Nachricht, / nach deren Angaben für etwas später. Ihr werdet jedenfalls sehr erfreut sein, daß es ein Mäderl ist. Wie wird sie heißen? Ist sie auch so blond und blauäugig? Wie ist es dir ergangen? Nachdem du die Karte selbst geschrieben hast, dürftest du ja sehr gut beisammen sein. Wie haben deine Buben die Nachricht aufgenommen? Besonders der große? Rupert wird schon nicht mehr ganz ahnungslos geblieben sein? Meine beiden haben sich sehr verschieden geäußert. Rudl'' [Rudolf, * 1907] ''sagte: 4 Jahre fahre ich nicht mehr nach Krems, den[n] solange Kinder nicht 4 Jahre alt sind, kann man nichts damit anfangen. Trudl'' [Gertraud, * 1908] ''will lieber heute als morgen hinfahren, und das kleine Mäderl / zu sehen. dann möchte sie baldmöglichst Kinderpflege lernen, und meint, es wäre passende Gelegenheit. Vielleicht bist du derselben Meinung? Natürlich wurde der Wunsch laut, auch noch ein Geschwisterl zu bekommen, Trudl möchte ein kleines, Rudl ein Größeres, damit man gleich raufen und spielen kann. Wie lange wirst du in der Beuna'' [? Klinik?] ''bleiben? Lasse bald näheres höre und besonders wie es dir und der Kleinen geht und wie sie heißt. Nun schone dich recht und gehe nicht zufrüh heim, damit du ganz gesund wirst. Mit den herzlichsten Wünschen / für dich und die Kleine grüße ich Euch alle herzlichst. Wann und wo findet die Taufe statt? Herzliche Grüße von der Schwester Toni.'' | ''22.VI.[19]17. Liebe Hansl! Deine Nachricht hat mich sehr erfreut, besonders daß alles gut vorbei ist. Aber überrascht hat sie mich nicht, da ich schon seit längerer Zeit von dem bevorstehenden Ereignis weiß.<ref>Gertraud (Traudl) Holzapfel, verh. Saska, * 18. Juni 1917 in Wien</ref> Wenn auch von der Ringstraße'' [Krems] ''aus, keine Mitteilung gemacht wurde, so erfuhr man doch so manches. Nur dieses Ereignis speziell, durch einen Kremser, vielmehr Wiener, der mit Rudi [!] in Süd Tirol zusammentraf. Du siehst, die Welt ist eurer! Auch Gristl sprach darüber, die vergangene Woche in Salzburg war, mit Otto'' [Spängler]. ''Nur erwartete ich die Nachricht, / nach deren Angaben für etwas später. Ihr werdet jedenfalls sehr erfreut sein, daß es ein Mäderl ist. Wie wird sie heißen? Ist sie auch so blond und blauäugig? Wie ist es dir ergangen? Nachdem du die Karte selbst geschrieben hast, dürftest du ja sehr gut beisammen sein. Wie haben deine Buben die Nachricht aufgenommen? Besonders der große? Rupert wird schon nicht mehr ganz ahnungslos geblieben sein? Meine beiden haben sich sehr verschieden geäußert. Rudl'' [Rudolf, * 1907] ''sagte: 4 Jahre fahre ich nicht mehr nach Krems, den[n] solange Kinder nicht 4 Jahre alt sind, kann man nichts damit anfangen. Trudl'' [Gertraud, * 1908] ''will lieber heute als morgen hinfahren, und das kleine Mäderl / zu sehen. dann möchte sie baldmöglichst Kinderpflege lernen, und meint, es wäre passende Gelegenheit. Vielleicht bist du derselben Meinung? Natürlich wurde der Wunsch laut, auch noch ein Geschwisterl zu bekommen, Trudl möchte ein kleines, Rudl ein Größeres, damit man gleich raufen und spielen kann. Wie lange wirst du in der Beuna'' [? Klinik?] ''bleiben? Lasse bald näheres höre und besonders wie es dir und der Kleinen geht und wie sie heißt. Nun schone dich recht und gehe nicht zufrüh heim, damit du ganz gesund wirst. Mit den herzlichsten Wünschen / für dich und die Kleine grüße ich Euch alle herzlichst. Wann und wo findet die Taufe statt? Herzliche Grüße von der Schwester Toni.'' | ||
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Version vom 17. November 2023, 19:17 Uhr
In diesem Artikel werden die Kobler-Spängler-Briefe von 1900 bis 1938 aus einem Privatarchiv veröffentlicht.
Einleitung
Die Kobler-Spängler-Briefe bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von Franz II. Xaver Gregor Spängler (* 1839; † 1912).
Über die Korrespondenz
Über seine Tochter Johanna Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* 1917; † 2001), verheiratet Saska in Krems, an Otto Holzapfel (* 1941) in Freiburg im Breisgau in Deutschland.
Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen Franziska "Fanny" Kobler (* 1796; † 1886) und Franz Francesco Castelli (* 1796; † 1832). Deren Tochter Zäzilia Amalia Kobler wird 1821 geboren und heiratet 1846 Richard Franz Schlegel, stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes 1848. Diese Tochter, Franziska "Fanni" Schlegel (* 1848; † 1905), heiratet 1872 in der Stadt Salzburg den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".[1]
1900
Brief vom 30. Dezember 1900 von Oswald Grill an Franziska Spängler
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962) von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 30. Dezember 1900, Döbling [Wien]: erinnert an das Fest und bittet Franzi daran teilzunehmen, und wer von "Ihren Schwestern" an diesem Frühlingsvergnügen teilnehmen wird; beschreibt das "Costum" [für das Frühlingsfest] genau und legt farbige Skizze dazu bei [in diesem Kleid hat er dann Franzi mit Aquarell gemalt, datiert 1903; hängt bei uns], den Stoff dazu will er bei Herzmansky besorgen, bei dem sie "den Stoff für alle unsere Gruppen" beziehen; auch Familie Kaserer nimmt teil
1901
Brief vom 19. Januar 1901 von Oswald Grill an Franziska Spängler
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962) von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 19. Januar 1901: Frühlingsfest; "das Costüme ist sehr leicht selbst zu machen", Preis höchstens 9 Gulden, Schnitt und Stoff bekommt sie - 25. 1. 1901: erinnert an das Fest - 30. 1. 1901: Er freut sich, dass sie zum Fest kommen will; beschreibt eingehend Teile des Costums, den Haarkranz aus Sumpfdotterblumen usw.; Schnittmuster liegt bei [nicht vorhanden]; sie soll mit im "Reigen" teilnehmen, also auch dringend mit zur letzten Probe (vor der Generalprobe) nach Wien kommen - 8. 2. 1901: Er fragt, ob das Costum bereits fertig ist - 19. 2. 1901: Er berichtet vom jährlichen Künstlerfest mit verschiedenen Gruppen, "Frühlingsgruppe war 28 Mädchen stark", "die besten Costume, die auf diesem Feste zu sehen waren"... "wäre es ganz nett gewesen, wenn sie auch gekommen wären"; lädt sie ein zu einem "Concert" in die Pokornygasse 6.
Brief vom Mai bis Juli 1901 von Oswald Grill an Franziska Spängler
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962): Briefe von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 6. Mai 1901: Kirschblütenfest in Wien (Rotunde, drei Tage lang); Schulausstellung wird im Museum eröffnet, "in der ich auch einige Sachen habe"; 5. 6. 1901: war in der Ausstellung; lädt sie ein, Vater Spängler bekommt eine Einladung von der "Antropologischen Gesellschaft aus Wien", die nach Krems kommt und eine "Parthie" nach Göttweig macht. Kommen Sie mit? "Mein Onkel [Dr. Hein] ist nämlich Veranstalter dieses Ausflugs..." - 20.[6.] 1901: hofft auf Besuch in Wien; "Wie ist Ihnen denn die Göttweiger Parthie bekommen?" "Mir persönlich ist Krems eines der sympathischesten Fleckchen Erde, die ich kenne." - 26. 6. 1901: planen Besuch in Spitz (Wachau) - 4. 7. 1901: Loblied auf den Stiefelknecht "Ein Lobenslied, das will ich jetzt erheben..." 5 Str.; fährt mit Edi Kaserer, beide mit dem Rad, nach Straß; baden in der Kamp; will über Salzburg nach München fahren und möchte die Adresse von "Frl. Rosl"; von Franzi erbittet er deren Adresse in Pressburg
Briefe vom 27. und 29. August 1901 von Oswald Grill an Franziska Spängler
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962): Briefe von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 27. August 19[01]: Franzi also aus Pressburg zurück; er lädt sie ein, Mama wird sich freuen; er hat die Schwester Rosl [seine spätere Ehfrau] in Salzburg besucht; er plant Besuch in Straß bei Familie Kaserer. "Handküsse und Empfehlungen an Ihre werten Eltern!" - 29. 8. 1901: verabredet sich mit Franzi, die in Heiligenstadt ist; Oswald Grills Mama freut sich auch auf ihren Besuch
Brief vom 8. Oktober 1901 von Oswald Grill an Franziska Spängler
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962) von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 8. Oktober 1901: Er plant die Abreise nach München; er hat einen Fächer von Franzi, auf den er etwas zeichnen will; in Straß [Kaserer] was es sehr gemütlich und nett, "Hanna [die er unterrichtet] und ich haben sehr viel gemalt"... "Handküsse und Grüße! Oswald Grill". - München 26. 10. 1901: dankt für das "Schriftstück", Brief mit Reisebericht; "Jeder Ort hat seine Reize... [doch] Kein Ort möchte mich befriedrigen, kein Fleckchen Erde mich dauern fesseln... [dass] das wahre Glück nur in der ruhigen Häuslichkeit zu suchen ist. Und da ists gleich an welchem Orte. Die Natur ist überall gleich schön. Wer sie zu verstehen weiß, der hört ihre Sprache, in der Ebene, wie im Hochgebirge... was ich mir eben denke, so möchten Sie mich für trübsinnig halten. So etwas lässt sich auch besser auf einem Spaziergang nach Dürnstein oder am Heiligenstädter Bahnhof besprechen, vorausgesetzt daß der Zug mit dem man fahren will die nöthige Verspätung hat, oder man sich über die Kleinigkeit hinwegsetzt wenn er einem davonfährt." Erzählt von München, vom Museum ("die Schule wo ich bisher war"); arbeitet in der Akademie; sucht Wohnung, nach 24 Zimmern gefällt ihm eines "so halbwegs"; geht in der Stadt spazieren; der Stil der Gebäude "ist ein ausgeprägterer und schönerer als in Wien", rote Dächer, gelbe Bäume "geben jetzt eine wunderbare Farbharmonie"; erzählt von der reinen Harmonie bei Friedrik van Eden und seinem empfehlenswerten Buch." Dieses Buch ist mir förmlich ein Mittel zur Menschenbeurtheilung geworden... solche die sich hineinleben können, und solche die das Märchen gar nicht verstehen."
Korrespondenz von 1901 an Franziska Spängler
an Franziska Spängler (* 1877; † 1962): 1901, Lieut[enant] Rudolf Widerhofer [ein Sohn der Schwester Toni Spängler (* 1879; † 1918, Nr. 9 b; verh. von Widerhofer] "ihr aufrichtig ergebener Regimentsneffe", schreibt aus Wien an Franzi, Krems, Alleestr. 7; berichtet vom Krankenbett des Vaters; er bezeichnet Franzi als seine "Regimentstante"
an Franziska Spängler (* 1877; † 1962): 1901, Postkarte aus Krems an Franzi in Genf; Grüße von einer Kellerjause, unterschrieben u. a. von Oswald Grill, "Vater" und den Schwestern Toni und "Hansl", dem Bruder Franzl
1902
Brief vom 13. Januar 1902 von Oswald Grill an Franziska Spängler
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962) von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 13. Januar 1902: Er war zwischendurch in Wien; erzählt liebevoll von seiner Mutter; "... hinaus [nach München] meiner Arbeit, meinem Felde, meiner Zukunft entgegen, nur mit dem einen Gedanken, ich will, und muß in der Kunst etwas erreichen. [aber... hat trübsinnige Gedanken] Und was habe ich dann auf der Welt, wenn ich an meiner Kunst verzweifle". Mutter alt und krank, bietet kein Zuhause. "Was gibt es da für eine Zukunft!" Franzi hatte nach ‚Heimweh’ gefragt. Nein..., "denn da sehe ich die öde Wirklichkeit vor mir". Fragt nach der Schwester Rosl.
Als ich letzhin von Ihnen fortging hatte ich den Zug noch sehr bequem erreicht. Schwips hatte ich keinen, und so habe ich die ganze Fahrt gelesen statt geschlafen. In der Pokornygasse [Döbling] kamen mir mein Bruder und Gerkauer entgegen, die einstweilen statt meiner einen Schwips bekommen hatten, und schrecklich schön sangen. Sie waren nämlich mit einem bekannten Herrn beim Heurigen in Grinzing. Wir hatten über beide an diesem Abende noch riesig zu lachen. Barto war melancholisch, und Erwin [wohl der Bruder] übertrieben lustig. Beide sind aber sonst gerade das Gegentheil davon. Freitag darauf hatten wir Besuch. Auch Barto Czeck [Czeckauer] war wieder bei uns. Da wurde heftig Tischgerückt. Unter den Anwesenden war eine Collegin von mir, die ich spaßweise hypnotisieren wollte. Als ich aber sah, daß sie es ernst zu nehmen anfing und trotz fortwährendem Sträuben schon wirklich in einem hypnotischen Zustand sich befand, mußte ich den Spaß natürlich aufgeben. Man hätte damals leicht ernste Versuche anstellen können, aber ich wollte das nicht riskieren; dann war auch die Zeit nicht mehr dazu.
Brief vom 22. Mai 1902 von Oswald Grill an Franziska Spängler
an Franziska Spängler (* 1877; † 1962) von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 22. Mai 1902: Er kommt Anfang August wieder nach Wien. "Aus derselben Quelle [Mama Grill, die die Post nachsendet] habe ich auch so etwas von einer Verlobung in Ihrem Hause gehört. Wußte aber nicht auf wen sich das bezieht, habe daher der Einfachheit halber Ihnen gratuliert." Berichtet von der Reise München – Rosenheim – Senbach – Achensee – Innsbruck (Martinswand) – "Landeg [Landeck]" – St.Anton [am Arlberg] "ganz verschneit" – Konstanz – "Schafhausen" (Rheinfall) – Friedrichshafen – Ulm – "Studtgard" (Großstadtgetriebe) – Heidelberg (Schloss großartig) – "Nekarthal" Heilbronn (ein schreckliches Fabriksnest) – Ansbach – Rothenburg o.d.Tauber (das reizendste Städtchen das ich kenne; Studien und 4 Tage Aufenthalt) – Nürnberg (enttäuscht) – Harburg ([Donauwörth] das mir riesig gefiel, Schloss äußerst malerisch und interessant; 4 Tage, Studien) – Augsburg (das liebe) – München. "Vor 3 Tagen ist mein Onkel (Dr. Hein [hat das Altarbild in Unterach am Attersee gemalt und das Glasfenster in der Kirche dort entworfen]) von seiner Forschungsreise aus Arabien" nach Wien zurückgekehrt, zwei Araber mitgebracht. "Bin neugierig wie diese aussehen."
Korrespondenz vom September 1902 an Fanni Spängler
an Fanni Spängler [Nr.19]: X. 9. 1902, Ansichtskarte "Illbrücke", Feldkirch an Franziska Spängler [und Toni], Krems: "Von unserer ersten Station...", Franz, Franzi, Hansl - 4. 9., Ansichtskarte "Taminaschlucht, Ragaz" aus Pfäffers-Bad, Schweiz: "Wetter prachtvoll, Befinden sehr gut. Viele Grüße! Franz, Hansl, Franzi" - 4. 9., Ansichtskarte "Kloster Einsiedeln": Franz, Hansl, Franzi - 5. 9., Doppelkarte "Panorama vom Rigi", "Dr. Spängler, Hansl, Franzi - 6. 9., Ansichtskarte "Bellinzona": wegen Regen mit der Bahn hierher, Franz, Hanls, Franzi - 7. 9., Postkarte Luzern: Karte erhalten, Reise bisher folgende... Feldkirch, Ragaz, Pfäffers, Einsiedeln, Rigi, Altdorf, "wo es zu gießen anfing". Göschenen, Bellinzona "bei strömenden Regen", "Die zwei Mädchen sind ins Bad gegangen". - 9. 9., Ansichtskarte "Schynige Platte...": Franz und Franzi - X. 9., Ansichtskarte "Salève... Haute-Savoie": "Rosl ist nicht mit uns, weil sie noch einiges zu XXX hat"; [sie haben vielleicht Rosl in Genf besucht; die Schwester Franzi ist 1901 in Genf] Franz und Hansl
1903
Korrespondenz von 1903 an Fraziska Spängler
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962) von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 7. März 1903, Kondolenzbrief [halb durchgerissen] an Franzi, Krems, Alleestr. 7, aus Wien; Dank für Mitgefühl [Tod der Mutter?], Gruß zum bevorstehendem Namensfest; "Handküsse und Empfehlungen, Ihr Oswald Grill"
an Franziska Spängler (* 1877; † 1962): 1903, "TruXXX" schreibt aus Znaim an Franzi, Krems, Alleestr. 7; sie kommt zur Anprobe zur Schneiderin und bittet Franzi dabei zu sein und einen kritischen Blick darauf zu werfen, in Wien "Salon Salito", Ecke Mariahilferstr. / Ringstr. Sie will auch nach Krems kommen; "vielleicht bekommt Rudi nach der Hochzeit Urlaub. "Trudl" (?) ist vielleicht die Frau vom Vater Widerhofer, dessen Enkelin wiederum Trudl heißt (verh. Widerin).
28. August 1903 Ansichtskarte St. Gilgen [liegt bei Nr. 19] an: Wolgeboren Fanny Spängler, Landesgerichtsraths-Gattin aus Krems a. D., derzeit in Salzburg, Gasthof z. Höllbräu. – d. 28. Aug. 1903. Liebe Fanny! Durch Anna Fahrner hörten wir von der Verlobung deiner lieben Tochter Hansi [Johanna Holzapfel] u. sage Dir u. Deinem Mann, sowie der l[ieben]. Braut meinen u. meiner Angehörigen verXXste Glückwünsche. Würde mich sehr freuen Euch hier einmal zu sehen. Mit vielen herzlichen Grüßen, deine alte Freundin Maria StXX.
1903, 28. August [Krimml- ZXX], 29. 8. [Salzburg], Ansichtskarte an Wohlgeboren Fräulein (Nr. 9) Hansl [Johanna] Spängler, Lehrerin dz. Salzburg, Gasthof zur Hölle. Bildseite: 3 x klein "Venedigergruppe mit Sulzbachtälern, "Rosental (Ober Pinzgau)" und "Gruß aus Huber’s Gasthof, Rosenthal"; [handschriftlich:] 28. Aug. Aus unserem Ferienheim senden die herzlichsten Glückwünsche nebst besten Grüßen A Prosch Tante Mina.
1903, 29. August, Ansichtskarte an (Nr. 9) Fräulein Hansl Spängler Salzburg Höllbräu Krems, bei Herrn Lehrer Wohofsky, Heinzstraße. Bildseite "Gruss aus Schönberg am Kamp", [handschriftlich:] 29. August 1903 Herzlichen Glückwunsch und beste Grüsse! Berta.
1903, 10. September [Poststempel Pottschach], Ansichtskarte an [Nr. 9] Fräulein Johanna Spängler Salzburg Gasthof zur Hölle Lehrerin in Pottschach Südbahn [Niederösterreich]. Bild: Kötschach mit Poliklinik; [handschriftlich:] Wir freuen uns sehr über die Nachricht Deiner Verlobung und gratulieren herzlichst. Tante Lida. Onkel Hermann. Mizl [und andere]
1903, 10. September, Ansichtskarte an [Nr. 9] Fräulein Hansi Spängler Lehrerin / Pottschach Nieder-Österreich. Bild: Salzburg von Maria Plain; [handschriftlich:] Also auch Du willst in den sauren (?) (Holz-)Apfel der Ehe beißen? Glückauf dazu! Heili Dir! Familie Fritsch / 10/9 1903.
Brief vom 29. August 1903 von Rudl [Rudolf von] Widerhofer an Rupert Holzapfel
Ein Blatt, 17 x 11 cm:
Znaim, den 29. Aug. 1903. Mein lieber Holzapfel! Als wir vor vielen Jahren Bruderschaft tranken beim „Hirsch“, dachten wir wo[h]l keiner noch daran, daß wir einst uns so nahe treten werden. Nun haben wir uns ein feierliches „Du“ erspart, aber ein Busserl bekomme ich doch von dir, wenn Hansl[2] nicht dabei ist. Empfange auch du meine innigsten und herzlichsten Glückwünsche u sei auch du überzeugt, daß diese, wenn sie auch erst heute erfolgen, so doch nicht minder aus den tiefsten Tiefen des Herzens kommen. In der Hoffnung, dich u Hansl einmal ./. [Seitenwechsel] bei uns in Znaim begrüßen zu dürfen, bleibe ich mit den herzlichsten Grüßen dein alter ergebener Rudl Widerhofer
Brief vom 13. September 1903 von Johanna Spängler an Rupert Holzapfel
Johanna Holzapfel, geb. Spängler [Nr. 9[3]] (* 1882; † 1973) an [Nr. 8] Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940; verh. 1904):
Mein liebster Rupert! Bis Du diesen Brief erhälst, sind meine Angehörigen wahrscheinlich schon in Krems. Nach einer Bemerkung in Vaters Brief vermute ich, daß sie Montag 14. Sept., heim kommen. Bestimmte Nachricht habe ich selbst nicht. – Also, ich kann Dir mitteilen, daß ich am Mittwoch nach Krems komme u. zw[ar]. mit dem Zug, der um 9 ¼ h abends von Wien her eintrifft. Ich freue mich schon sehr auf ein baldiges Wiedersehen. Den heutigen Nachmittag verbrachte ich in der Familie des Oberlehrers. Wegen des heftigen Regens mußten wir im Zimmer bleiben. Erst gegen Abend konnten wir einen kleinen Spaziergang machen. – Morgen ist es gerade ein Monat, daß wir hinaufgestiegen sind gegen den Braunsdorfer [nach einer Weinlage dürfte das in Niederösterreich sein; ein Brief 1912 nennt "Braunstorfer" bei Sandl/Krems]! Als ich dem Oberlehrer mein Anliegen wegen des Samstags mitteilte, sagte er: "Aber natürlich, bleiben Sie nur aus." Auf recht frohes Wiedersehen! Herzliche Grüße und Küsse von deiner Hansi. Pottschach [Niederösterreich] , 13. Sept. 1903.
Brief vom 21. September 1903 von Johanna Spängler an Rupert Holzapfel
Mein liebster Rupert! So, nun bin ich wieder gut in Pottschach angekommen. Während der Fahrt habe ich viel geschlafen, denn ich bin sehr müde. Als ich ankam, hatte ich gerade noch Zeit zum Essen u. dann mußte ich gleich in die Schule gehen. Bezüglich meiner Enthebung [wohl Entlassung aus dem Schuldienst] ist noch keinerlei Nachricht hier. – Nach der Schule habe ich gleich die Bücher für Elsa Sacher angeguckt, damit sie heute noch fortgehen. – Ich werde mich heute sehr bald zu Bett begeben. – Hast du schon mit Eurem Religionslehrer gesprochen? Was sagt er? Das waren wieder selige Tage! Wenn nur solche nicht gar so schnell vergingen! Und diese Tage der Einsamkeit sind oft anders. – Mein Liebster, ich hoffe auf günstige Nachricht wegen des nächsten Samstags. Entrichte Grüße an deine Mutter u. deine Schwestern. Sie tausendmal gegrüßt und geküßt von Deiner Hansi. P[ottschach]. 21. 9. 1903.
Postkarte vom 12. November 1903 an Ida Pichler
12. November 1903, Postkarte an Frau Ida Pichler, k. k. Ingenieursgattin, Krems, Parkstr. 16 [Freundin der Familie, besonders von Franzi Spängler; sie liegt mit im Spänglergrab in Krems; sie war Nachbarin in Krems] aus Stift Zwettl: My dearest Ida, yesterday evening I arrived here. But what a terrible weather!! It rains and snows, all pêle-mêle!! So that I heardly can visit the monastery (which is distant 3/4 h from the town!! And I was so very curious to see this interessant‘ building with its renXXned church and gothic Kreuzgang! Be embraced from yours very XXX Ro[XX ?]– I come merely saturday...
Brief vom 28. Dezember 1903 von Toni [Antonia] und Rudl [Rudolf von] Widerhofer an Rupert Holzapfel
Ein Blatt, 15 x 13,5 cm; [?] = fragliche Stelle:
Znaim, den 28. December 1903. Lieber Holzapfel! Anläßlich des Jahres wechsels bitte ich dich meine herzlichsten u[nd] innigsten Glückwünsche entgegenzunehmen für das Jahr, das dich „auf den Galgen der Ehe“ knüpfen wird. Werdet glücklich, so glücklich als wir sind. – das ist Alles, was ich dir von ganzem, aufrichtigem Herzen wünschen kann. Indem ich mich sehr freue, durch meine turnus herierung [?] mit dir öfters zusammenkommen zu können, hoffe ich, daß du dich bald in meinem Hause, wenn HanslReferenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag. Wenn auch von der Ringstraße [Krems] aus, keine Mitteilung gemacht wurde, so erfuhr man doch so manches. Nur dieses Ereignis speziell, durch einen Kremser, vielmehr Wiener, der mit Rudi [!] in Süd Tirol zusammentraf. Du siehst, die Welt ist eurer! Auch Gristl sprach darüber, die vergangene Woche in Salzburg war, mit Otto [Spängler]. Nur erwartete ich die Nachricht, / nach deren Angaben für etwas später. Ihr werdet jedenfalls sehr erfreut sein, daß es ein Mäderl ist. Wie wird sie heißen? Ist sie auch so blond und blauäugig? Wie ist es dir ergangen? Nachdem du die Karte selbst geschrieben hast, dürftest du ja sehr gut beisammen sein. Wie haben deine Buben die Nachricht aufgenommen? Besonders der große? Rupert wird schon nicht mehr ganz ahnungslos geblieben sein? Meine beiden haben sich sehr verschieden geäußert. Rudl [Rudolf, * 1907] sagte: 4 Jahre fahre ich nicht mehr nach Krems, den[n] solange Kinder nicht 4 Jahre alt sind, kann man nichts damit anfangen. Trudl [Gertraud, * 1908] will lieber heute als morgen hinfahren, und das kleine Mäderl / zu sehen. dann möchte sie baldmöglichst Kinderpflege lernen, und meint, es wäre passende Gelegenheit. Vielleicht bist du derselben Meinung? Natürlich wurde der Wunsch laut, auch noch ein Geschwisterl zu bekommen, Trudl möchte ein kleines, Rudl ein Größeres, damit man gleich raufen und spielen kann. Wie lange wirst du in der Beuna [? Klinik?] bleiben? Lasse bald näheres höre und besonders wie es dir und der Kleinen geht und wie sie heißt. Nun schone dich recht und gehe nicht zufrüh heim, damit du ganz gesund wirst. Mit den herzlichsten Wünschen / für dich und die Kleine grüße ich Euch alle herzlichst. Wann und wo findet die Taufe statt? Herzliche Grüße von der Schwester Toni.
1919
Postkarte von 7. September 1919 an Rupert Holzapfel [junior]
1919, 7. September, Ansichtskarte "Schellenberg", abgestempelt Berchtesgarden/ Bayern, an [Nr. 4]: Rupert Holzapfel, dzt. Maxglan b. Salzburg, Schlüsselbergweg 2. / Viele Bussi dir u. Walter v. Mutter! / Vater [Nr. 8 Rupert Holzapfel] / Großvater [Spängler] / Tante Toni [Spängler]. – Vgl. Postkarte 12. 9. 1911: "Schliesselberger ist eine Salzburger Unternehmerfamilie", auch in Salzburg-Maxglan ansässig. [Salzburgwiki.at].
1933
Brief von 1933 von Johanna und Rupert Holzapfel an Otto Holzapfel
[Datierung "1933" oben rechts von Traudl Saska] [Nr. 9]: Johanna Holzapfel, geb. Spängler (* 1882; † 1973), und [Nr. 8] Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940) an [Nr. 4 c] Otto Holzapfel (* 1920; † 1943): [...fehlt wohl ein erstes Blatt]
Gestern war Frohnleichnam bei recht gutem Wetter. Die Beteiligung war sehr groß. Die Einteilung war anders als sonst. Der Zug ging Kirchengasse, Landstraße, Moserplatz, Gögelstraße, Garlandg. [?], Ringstraße [Krems] , Süd-Tirolerplatz, Steinertor, Schmidtgasse, Körnermarkt, Theaterplatz Schlüsselamtsgasse. Altäre standen: Moserplatz, Karlschule, Südtirolerplatz und Körnermarkt. Es war sehr schön und viel Platz zur Entfaltung. In Seckau war jedenfalls auch Prozession; seid Ihr mitgegangen? [Otto, 13 Jahre alt, ist dort im Internat] Die Buben von der Kongregation waren unter Peyerls [?] Führung weiter in weißen Hemden mit den blauen Kravatten. Habt Ihr sie auch getragen? Bist du in S. bei der Kongre.? Beiliegend sende ich dir das botanische Besteck; für die Rasierklingen mußt du dir wieder einen Halter machen. – Kekserln findest du auch in der Schachtel und einige Zuckerln; sie sind noch aus der Kassette, die Vater damals anläßlich seiner Auszeichnung [Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich, April 1933] erhalten hat; du siehst, wie sparsam wir sind. Vielleicht machen sie dir eine kleine Freude. – Hoffentlich bist du durch meinen langen Brief für das lange Warten entschädigt. Schreibe mir recht bald; wenn du alle meine Fragen beantwortest, so wird es ein ganz langer Brief. – Sage den Hw. Herrn beste Empfehlungen und Grüße von mir; besonders Pater Rektor u P. Pius. Nun, lieber Otto, sei dem Schutze Gottes empfohlen und sei recht herzlich gegrüßt u geküßt von deiner Hansimutti.
Lieber Otto! Mutter hat Dir soviel geschrieben, daß ich mich kurz fassen kann. In Lilienfeld war es sehr schön. Der Hw. Abt des Stiftes führte uns persönlich, so daß wir alles Sehenswerte sahen. Die Führung dauerte fast 3 Stunden. Ich kam erst um ½ 10 h abends heim. Hat dir Rupert [der älteste Bruder, mein Vater; O. H.] geschrieben? Er sagte nämlich, er werde Dir selber auch schreiben. Auch Walter [der andere, ältere Bruder] wird Deinen Brief bald beantworten. Hoffentlich fühlst du dich schon wohler und ist Dein Kopfweh gut. Wir haben jetzt warmes Wetter. Mir geht es ziemlich gut. Wann ich an den Attersee fahre, weiß ich noch nicht. Jedenfalls aber werde ich trachten, so bald als möglich abzudampfen. Nun sei recht brav und fleißig! Daß das Lernen jetzt etwas schwerer geht, ist begreiflich. Du mußt Dich erst wieder daran gewöhnen, aber es wird schon gehen, wenn du den guten Willen dazu hast. Richte wieder Empfehlungen an die Hw. Herren aus. Viele Bussi sendet Dir Vater. 2 Krankenkassenzettel liegen bei, hoffentlich brauchst du sie nicht.
1934
Postkarte vom 14. Juni 1934 von Rupert Holzapfel an Johanna Holzapfel
Postkarte [Nr. 8] Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940) an [Nr. 9] Johanna Holzapfel, geb. Spängler (* 1882; † 1973):
Frau Hansi Holzapfel, Ring 43 / Krems/Donau N-Ö [Bleistift:] Liebe Hansi! Unsere Briefe und Karten kreuzen, meinen Brief hast Du wohl schon. Ich habe heute 200 S [Schilling] durch Postsparkasse gesendet. Das Wetter ist noch immer unbeständig, gestern früh 8 o C, aber es regnete nicht mehr. Heute etwas wärmer (früh 12 o C), grau trüb, doch dürfte es schöner werden. Mir geht es gut, ich gehe täglich spazieren. Recht herzl. Grüße Euch allen! Rupert [Abs.:] Holzapfel, Hochzirl, Tirol / 14. 6. 34 vorm.
1936
Postkarte vom 16. Februar 1936 an Rupert Holzapfel
1936, 16. Februar [Poststempel Garmisch-Partenkirchen] Ansichtskarte an: Fam. Schulrat [Nr. 8] Rupert Holzapfel, Krems a. D. Ring 43 Österreich:
Garmisch-Partenkirchen 16. 2. 36. So etwas erlebt ein Mensch nur einmal. Es waren ca. 250.000 Menschen hier. Hoff auf die Österreicher, herzlichst Euer Rudi [wohl Widerhofer] / SchXXX. Bildseite "Olympia-Sprungschanze […]
1937
Brief vom 10. Oktober 1937 von Johanna Holzapfel an Rupert Holzapfel
Johanna Holzapfel [Nr. 9] (* 1882; † 1973), "Hansimutti", schreibt von einem Besuch beim Sohn Rupert in Lindenberg [Beeskow, Brandenburg] nach Hause an ihren Mann [Nr. 8] Rupert Holzapfel:
Lieber Rupert! Meine letzte Erzählung reichte nur bis zur Ankunft in Lindenberg. Das war um 1 h nachts und wir waren beide so müde, daß wir beinahe Lindenberg verschlafen hätten. 10 Minuten von der Bahn liegt die Wohnung. Trotz Müdigkeit und NachtXX sah ich, daß es für mich hier Arbeit genug gibt, nur größere Möbelstücke standen wohl an ihren Plätzen, aber XXX gab es eine Fülle von Koffern, Kisten, etc. 2 große Haufen von kl. Gegenständen, alle in Papier gut eingewickelt, lagen da und Rupert erklärte sie mir als Porzellan u Glasgegenstände. Am Morgen schon kam das Mädchen, das Rupert schon aufgenommen hatte. Wir machten uns zuerst daran, diese gebrechlichen Gegenstände in Sicherheit zu bringen. Nun und dann gings weiter mit Auspacken und Einräumen und Putzen u Ordnung machen u so weiter die ganze Woche hindurch. Mitlerweile kamen auch die Teppiche, die Rup. mitgebracht hatte, aus der Putzerei. Und so haben wir die Wohnung so im Gröbsten jetzt fertig. Das Mädchen, das zur Hilfe für Else aufgenommen ist, ist sehr nett, intelligent u. macht einen sehr guten Eindruck. Ich bin für Else darüber sehr froh, denn es wird für sie gar nicht leicht sein, sich hier einzuleben. Lindenberg ist ein ganz kleines Dorf aus wenigen Häusern bestehend. ‚Hervorragend‘ sind nur die 5 je 100 m hohen Funktürme, die mich immer zum Besteigen reizen, doch geht es leider nicht, denn man müsste die 100 m auf eisernen Leitern erklettern. Außer den Funktürmen gibt es noch ein paar Häuser die zum Observatorium gehören. In einer Entfernung von Lindenberg von etwa 10 Min. liegt Herzberg, wo es sogar einen Kaufmann, einen Fleischer und eine Kirche gibt. Dorthin gehen wir, die täglichen kl. Besorgungen zu machen.
Etwa 10 Km entfernt liegt Beeskow, ein Stadl mit 6000 Einwohnern, das ist die ‚Großstadt‘ wo man sich das meiste besorgt. Es ist mit der Bahn in ca ½ St. zu erreichen. Ich war schon 2 mal dort einkaufen; das geht mit der Bahn recht gut, so daß man 1 ½ - 2 Stunden Zeit dort hat. Berlin ist 60 Km entfernt. Ruperts Wohnung ist recht lieb; viel Licht, Luft u Sonne 3 Zimmer, 2 Kabinette, Küche u. Speise, Vorzimmer, Badezimmer, Glasveranda. Hochparterre. Es ist alles hell tapeziert, die Küche u Bad mit weißer Ölfarbe gestrichen. Gestern ist aus Berlin ein Gitterbett u Badewanne für Bambi [Christian Holzapfel] angekommen und morgen soll ein elektischer Herd kommen. Ein Warmwasserspeicher, der durch Nachtstrom geheizt wird, ist schon da. Morgen muß noch der Herd u Wasserspeicher montiert werden, dann sind die Handwerker fertig. Ich werde am Dienstag nach Hamburg fahren, einen Tag dort bleiben und am Mittwoch abends in Haderslev [bei den Eltern der Schwiegertochter Else geb. Lundbye] ankommen. Rupert meint, daß wir am 20. Okt. von Dänemark zurückkommen werden. Den nächsten Brief, bitte, schreibe mir nach Haderslev. Unsere Tageseinteilung ist: Aufstehen um ½ 7 h. Rupert geht ½ 8 h ins Obs[ervatorium]. Dort wird gearbeitet und um ¾ 9 Uhr kommen die Junggesellen zu einer Arbeiterfrau zum Frühstück; dort gehen wir jetzt auch hin. Was Otto [Holzapfel; der Bruder war zur Ausbildung in Berlin] über die Arbeiter im Werk schrieb, bestätigt sich auch da wieder. Nett, intelleg[ent]. und Lebenshaltung wie unser besserer Mittelstand. Zu dieser Frau gehen wir auch meistens zum Abendessen. Mittags essen wir gewöhnlich zu Hause, weil wir die Zeit gewinnen u ich mit Rupert zusammen verschied[enes]. machen kann. Tee, Butterbrot, Wurst, Obst. Rupert ist vormittags u nachmittags im Obs. und kommt hier und da auf einen kurzen Besuch zu mir herüber.
Über uns wohnt Dr Kopp, bei dem waren wir am Freitag zum Abend eingeladen. Du, Traudl ich habe mir schon 2 x den Klips [?] gesteck[t] ganz ohne Ruperts Hilfe und zu Ruperts Zufriedenheit. Die Richtigkeit wird bestätigt!!! R [Schrift meines Vaters] Kannst es auch Hilde sagen! -!- Die Landschaft hier ist ziemlich eben. Doch immer wieder kl. Hügel rd. Höhe 20-30 m. Große Felder, unterbrochen durch kl. Waldbestände - Kiefern u Lärchen. Es ist durchaus nicht fad, wie man dachte, sondern wirklich lieblich und manchmal gibt es recht schöne BeXXingen. Das Wetter ist na, so-so, morgens meist neblig bis gegen 11 h, dann kommt die Sonne. Am Abend um 6 h ist es schon finster. Ein paarmal hat’s auch schon geregnet, aber das dauert nie länger. Na und wie geht es Euch? Hoffentlich geht alles in Ordnung. Ich bin froh, daß es der Traudl [sie ist 20 Jahre alt] mit dem Einkaufen gut geht, ich hab es gar nicht anders erwartet. Habt Ihr im Garten schon etwas gemacht? Hilft die Hildi dabei? Kann Hildi draußen [demnach ist der Brief nach Unterach geschrieben worden] bleiben, wenn O [Oswald Grill] . u R [rosl; Hansimuttis Schwester] . wegfahren [nach Wien; im Sommer sind sie ebenfalls am Attersee] ? Bitte, Vater, schreibe an d. Volkspresse eine Karte. Man soll an Erna Adensamer, Adresse bei Grill zu erfragen) Probeblätter v. d. Volkspresse schicken. Ich hab ihr versprochen und habe darauf vergessen. Ferner zahle für Okt.-Dez die Volkspresse für Rupert; man soll sie ihm hierher schicken.
Was gibt es bei uns Neues. Ist Walter [der Bruder von Rupert und Traudl, verheiratet Saska] eigentlich in Krems od. in Wien? – An meinem gestrickten Jankerl habe ich noch gar nichts gearbeitet, ich hatte nicht Zeit dazu. Wegen Ilse [? nicht Else] habe ich schon am vorigen Sonntag mit Krebs [?] gesprochen. Es wird ganz leicht sein, unterzukommen. Ich werde, wenn ich wieder zu Krebs [?] komme, die Anschrift des Blattes erfahren, wohin sich Ilse wenden soll. – Um was soll ich mich für Dich erkundigen? Hat Traudl schon an Emmerl W. geschrieben? Und was hat sie erfahren? Habt ihr vom Otto [17 Jahre alt] u Christl [könnte sein Christl Avanzo, zu Nr. 9 e, sein] schon etwas erfahren od. gesehen? Nun muß ich schließen, den Rup. geht noch mit den Briefen an Euch u. von Else zur Post. Es ist schon 10 h abends. Ich freue mich, bald wieder von Euch Nachricht zu erhalten. Rupert läßt Euch und alle anderen herzlich grüßen. Ich grüße Euch beide etc. etc. recht herzlich. Alles Liebe Eure Hansimutti. / Lindenberg 10. 10. 37.
Postkarte vom 18. Oktober 1937 von Emma Lundbye an Familie Holzapfel
1937, 18. Oktober, Ansichtskarte "Lillebæltsbroen" [1935 eingeweiht] an [Nr. 8] Herrn Schulrat Rupert Holzapfel, Buchenort 25, Unterach am Attersee, Ob. Österreich von [Nr. 9] Hansi [Johanna] Holzapfel:
Meine Lieben! Heute haben wir wieder eine schöne Autofahrt gemacht. Ich habe schon so viel Schönes gesehen. Es kommt mir immer wie im Märchen vor. Am 21 fahre ich mit Else [und] Bubi [Nr. 2 a Christian] nach Lindenberg. Hoffentlich geht es Euch gut. Seid recht herzlich gegrüßt Hansimutti. 18. X. 37. Viele Grüsse Emma Lundbye.
Brief vom 24. Oktober 1937 von Johanna Holzapfel nach Krems
Meine Lieben daheim! Sonntag früh [ohne Datum, 24. Oktober 1937] Nun sind wir Donnerstag abends (21.) wohlbehalten in Lindenberg angekommen. Es war viel für Bambi, denn wir fuhren in Haderslev um 9 h früh mit dem Auto weg und kamen erst gegen 9 h in Lindenberg an, waren also fast 12 Std. unterwegs. Bambi war sehr brav und hat auch den Wechsel von Hadersleben nach hier sehr gut vertragen. Hamburg Berlin ging es mit dem FD-Zug ohne Aufenthalt. In Berlin holte uns Rupert ab, da ging es noch mit der Bahn nach Fürstenwalde und von da mit seinem Auto ½ stündige Fahrt nach L. Rupert hatte die ganze Wohnung geputzt u alles mit Blumen geschmückt. Else hat große Freude mit der Wohnung nur kam sie sich in den ersten Tagen als Gast in ihrem eigenen Heim vor. Noch gibt es viel zu ordnen, einzuräumen etc. Vorhänge müssen wir erst nähen etc. Bis jetzt haben wir noch von Tee u. Wurst gelebt und das Mädchen mittags heimgeschickt. Von Montag an wollen wir regelrechten Haushalt beginnen. Rupert erhält die Volkspresse richtig und hat große Freude damit. – Euren Brief erhielt ich hier und freue mich, daß alles so gut geht daheim. Besonders freuen mich Traudls Erfolge in Haus u Küche; das ist sehr gut für Traudl; auf diese Weise lernt sie am meisten. Ich freue mich auch, daß Ihr manche Wanderungen miteinander machen könnt. Solange das Wetter gut ist, tut ihr gut, am Attersee zu bleiben. – Montag früh. Wir haben hier noch schöne Tage u Bambi kann stundenlang im Garten stehen. Gestern machten wir einen "Familien-Spaziergang" in der Umgebung des Obervatoriums. Die Gegend ist recht hübsch hier, viel schöner als ich es erwartet hätte. Über mein Heimkommen kann ich noch nichts sagen, ich denke, ich werde noch ca 1 Woche hier bleiben, möchte mich auf der Heimfahrt in Nürnberg u. München aufhalten. Es werden wohl die ersten Novembertage werden.
Von Walter u Otto erhielt ich einen Brief, den sie gemeinsam in Hütteldorf geschrieben haben. Otto scheint heuer das Internat besser zu gefallen als im Vorjahr, worüber ich sehr froh bin. Jetzt weiß ich nichts mehr zu berichten, das heißt, es gäbe so viel zu erzählen daß ich gar nicht fertig werden kann. Das hebe ich mir aber für mündl. Bericht auf. Noch eines: Hat Vater wegen meiner Anmeldung zu V.F. etwas veranlaßt? Ich kann die Verhältnisse nicht beschreiben von hier aus, aber vielleicht wäre es doch gut, wenn Vater an den VF schriebe, daß ich verreist bin nach "Dänemark" zu meiner Schwiegertochter u meinem Enkel, daher ich mich nicht selbst anmelden kann und er es für mich besorgt. Wenn er es nicht tut macht es mir nichts. Es wäre vielleicht nur ein Akt der Klugheit im Interesse der Kinder, besonders Otto. Was meint Walter dazu? Ich schreibe jetzt einen Brief an Walter und werde ihm auch darüber schreiben, was er meint. Nun wirklich Schluß! Seid recht herzlich gegrüßt von Eurer Hansimutti. Von Rupert, Else u Bambi viele herzl. Grüße. – Else hat in ihrem Koffer in Buchenort einen Malkasten, den sie gerne hier hätte. Traudl, sei so lieb, nimm den Malkasten, fülle den leeren Raum mit Holzwolle aus, wickle den Malkasten in Wellenkarton und in ein festes Packpapier und schick ihn hierher. Du wirst eine Zolldeklaration ausfüllen müssen, da schreibst du nur "gebrauchter Malkasten".
1938
Korrespondenz von 1938
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962): Rosl Grill [Nr. 9 c] schreibt 1938 an ihre Schwester "Franzi Spängler, Musikpädagogin, Krems/Donau, Adolf Hitlerstr. 43" u. a. sie waren auf Besuch bei "Halle", und der Sohn Heribert [1945 gefallen] war auch mit; "ich bin mit ihm auf der Maschine [Motorrad] heim – Oswald mit Hund auf d. Elektrischen. Und du warst lange bei Christl [Dafert ?] u kamst spät nach Krems?"
1938, 5. September, Ansichtskarte "Reichsparteitag Nürnberg 5.-12. 9. 1938" an Frl. Franzi Spängler, Musik Pädagogin, Krems a/Donau, Nieder-Donau: Besten Dank für Olympiabuch und alles. Bin wunschlos glücklich und vollens begeistert / Heil Hitler / Franzl [Nr. 9 d Franz Spängler, * 1883; † 1964]
Einzelnachweise
- ↑ Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].
- ↑ Johanna Spängler, 1904 verheiratet Holzapfel
- ↑ "Nr. 9" usw. bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' (de.geneanet.org).
Quelle
Hauptartikel Kobler-Spängler-Briefe
Die Korrespondenz im Detail
1792–1842 · 1843 · 1844 · 1845–1848 · 1850–1859 · 1860–1869 · 1870 · 1871 · 1872 · 1873–1874 · 1875 · 1876 · 1877 · 1878–1879 · 1880 · 1881 · 1882 · 1883–1884 · 1885 · 1886 · 1887–1889 · 1890–1894 · 1896 · 1897–1899 · 1900–1938
Literatur: Stammbaum und Geschichte der Familie Spängler