Kobler-Spängler-Briefe von 1880: Unterschied zwischen den Versionen

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Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
 
Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
  
Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
  
 
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27. Januar 1880, Brief ohne Umschlag [Salzburg] von [Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) an [Nr. 18]<ref>"Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Franz Spängler (* 1839; † 1912):<br />
 
27. Januar 1880, Brief ohne Umschlag [Salzburg] von [Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) an [Nr. 18]<ref>"Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Franz Spängler (* 1839; † 1912):<br />
 
''Lieber Schwiegersohn! Mich freut es sehr, daß ich mit deinem Briefe sehe, daß diese Abhandlung über ein so großes Vermögen ihrem Ende entgegen geht. Daß der Vormund Weihs so dumm war mit seinem Streben wenigstens noch einige Zeit nicht warten zu wollen, ist wieder eine kleine Abwechslung. So viel ich weiß, ist die Mutter dieser beiden Mädchen auch schon vor mehreren Jahren gestorben, u. werden diese Mädchen sicher noch in Traismauer leben, ich stehe mit ihnen in keiner Corespondenz. Ich fühle mich zu einem Vormund gar nicht geeignet, u. weiß auch Niemanden, den ich für diese Stelle vorschlagen könnte. - Daß die Schwiegermutter<ref>wohl Rosina Pump (* 1804; † 1883), verheiratet mit Johann Arrigler (* 1798; † 1885)</ref> recht krank war, hat Euch die Kathi'' [Katharina Arrigler, † 1911, Richard Schlegels zweite Frau] ''geschrieben, es geht ihr jetzt ganz gut; die hatte eine Lungenentzündung linkerseits, u. es ist merkwürdig, daß dieser Prozeß bei dem hohen Alter so schnell u. günstig abgelaufen ist, als Anfang zu dieser Krankheit hatte ich mit ihrem Gehirn zu thun, sie war die letzten 8 Tage ganz wie eine Irrsinnige u. ist ihr Gehirn erst seit zwei Tagen wieder frei. – Mich freut es sehr, daß Euere Kinder so gut gedeihen u. daß es Euch gut geht, ich hoffe daß Ihr im Herbst wieder einen Ausflug nach Salzburg machen werdet, nach Wien werde ich wohl schwerlich mehr kommen, ich brauche das Geld zu anderen Auslagen, denn meine Einnamen'' [als Arzt, 69 Jahre alt] ''werden immer kleiner u. meine Ausgaben immer größer. Lebet wohl u. bleibt gesund. Die herzlichsten Grüße von Allen Euer Vater Richard 27/1 [1]880.'' – "Abhandlung" siehe übernächsten Brief.
 
''Lieber Schwiegersohn! Mich freut es sehr, daß ich mit deinem Briefe sehe, daß diese Abhandlung über ein so großes Vermögen ihrem Ende entgegen geht. Daß der Vormund Weihs so dumm war mit seinem Streben wenigstens noch einige Zeit nicht warten zu wollen, ist wieder eine kleine Abwechslung. So viel ich weiß, ist die Mutter dieser beiden Mädchen auch schon vor mehreren Jahren gestorben, u. werden diese Mädchen sicher noch in Traismauer leben, ich stehe mit ihnen in keiner Corespondenz. Ich fühle mich zu einem Vormund gar nicht geeignet, u. weiß auch Niemanden, den ich für diese Stelle vorschlagen könnte. - Daß die Schwiegermutter<ref>wohl Rosina Pump (* 1804; † 1883), verheiratet mit Johann Arrigler (* 1798; † 1885)</ref> recht krank war, hat Euch die Kathi'' [Katharina Arrigler, † 1911, Richard Schlegels zweite Frau] ''geschrieben, es geht ihr jetzt ganz gut; die hatte eine Lungenentzündung linkerseits, u. es ist merkwürdig, daß dieser Prozeß bei dem hohen Alter so schnell u. günstig abgelaufen ist, als Anfang zu dieser Krankheit hatte ich mit ihrem Gehirn zu thun, sie war die letzten 8 Tage ganz wie eine Irrsinnige u. ist ihr Gehirn erst seit zwei Tagen wieder frei. – Mich freut es sehr, daß Euere Kinder so gut gedeihen u. daß es Euch gut geht, ich hoffe daß Ihr im Herbst wieder einen Ausflug nach Salzburg machen werdet, nach Wien werde ich wohl schwerlich mehr kommen, ich brauche das Geld zu anderen Auslagen, denn meine Einnamen'' [als Arzt, 69 Jahre alt] ''werden immer kleiner u. meine Ausgaben immer größer. Lebet wohl u. bleibt gesund. Die herzlichsten Grüße von Allen Euer Vater Richard 27/1 [1]880.'' – "Abhandlung" siehe übernächsten Brief.
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==== Brief vom 21. Juli 1880 von Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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==== Brief vom 21. Juli 1880 von Fanni Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
 
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 18] Franz Spängler:
 
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 18] Franz Spängler:
 
<br />''Salzburg 21. Juli 1880.'' [darüber, verkehrt:] ''Dank für deine Karte / Lieber Mann! Ich hatte dir gestern eine Karte schreiben wollen, damit du schon heute Näheres über unsere Reise erfahren hättest, doch war es mir nicht möglich, da ich doch meine Sachen so viel als möglich in Ordnung bringen wollte, was mir auch ziemlich gelungen ist. Unsere Fahrt ist ganz außerordentlich gut von Statten gegangen, das Coupé wurde nicht weiter besezt und von Linz an hatte ich das Glück, mit den beiden Kindern allein zu bleiben bis hierher, so war ich also sehr bequem dran, habe mich auch hingelegt zum Schlafen. Die Kinder waren sehr brav, Toni erwachte in Breiten/schützing, Franzi erst in Attnang, dann hielten wir fröhlich Frühstück, und kamen wohlbehalten mit 1/2 stündiger Verspätung in Salzburg an, wo uns Rose u Minna in Empfang namen. Hier wurden wir sehr freundlich empfangen, Großmutter welche sehr gut aussieht, hat heuer große Freude an den Kindern; deine Mutter, die dich herzlich grüßt, findet Franzi sehr groß, Toni gefällt ihr aber besonders gut. Heute war ich bei deiner Mutter und wollte auch Schwägerin Luise'' [Louise Spängler] ''besuchen, traf sie aber nicht daheim. Franzi befindet sich sehr wol, besonders bei den Tanten, die auch ganz glücklich über die Kinder sind. - Dem Vater geht es Gott sei dank, wieder recht gut, er sieht wunderbar gut aus, und machte mir gestern die Freude, mich zu besuchen. Die Kinder sind recht freundlich, Franzi ist auch gar nicht scheu, nur nimmt sie weder von deiner Mutter noch vom Großpapa etwas zu essen an. - Als wir gestern ankamen, wollte Großmutter einen Kafe machen laßen, doch bat ich statt dessen um Würstel und Bier, was den Kindern ganz köstlich schmeckte. War in Wien auch in der Nacht auf gestern so ein starkes Gewitter? Wir hatten in Enns, und bis wir nach Linz kamen ein sehr heftiges Gewitter, und furchtbar Regen, doch darauf einen herrlichen Morgen. Es thut mir schon sehr wol, hier eine reine, kühlere Luft zu genießen.''
 
<br />''Salzburg 21. Juli 1880.'' [darüber, verkehrt:] ''Dank für deine Karte / Lieber Mann! Ich hatte dir gestern eine Karte schreiben wollen, damit du schon heute Näheres über unsere Reise erfahren hättest, doch war es mir nicht möglich, da ich doch meine Sachen so viel als möglich in Ordnung bringen wollte, was mir auch ziemlich gelungen ist. Unsere Fahrt ist ganz außerordentlich gut von Statten gegangen, das Coupé wurde nicht weiter besezt und von Linz an hatte ich das Glück, mit den beiden Kindern allein zu bleiben bis hierher, so war ich also sehr bequem dran, habe mich auch hingelegt zum Schlafen. Die Kinder waren sehr brav, Toni erwachte in Breiten/schützing, Franzi erst in Attnang, dann hielten wir fröhlich Frühstück, und kamen wohlbehalten mit 1/2 stündiger Verspätung in Salzburg an, wo uns Rose u Minna in Empfang namen. Hier wurden wir sehr freundlich empfangen, Großmutter welche sehr gut aussieht, hat heuer große Freude an den Kindern; deine Mutter, die dich herzlich grüßt, findet Franzi sehr groß, Toni gefällt ihr aber besonders gut. Heute war ich bei deiner Mutter und wollte auch Schwägerin Luise'' [Louise Spängler] ''besuchen, traf sie aber nicht daheim. Franzi befindet sich sehr wol, besonders bei den Tanten, die auch ganz glücklich über die Kinder sind. - Dem Vater geht es Gott sei dank, wieder recht gut, er sieht wunderbar gut aus, und machte mir gestern die Freude, mich zu besuchen. Die Kinder sind recht freundlich, Franzi ist auch gar nicht scheu, nur nimmt sie weder von deiner Mutter noch vom Großpapa etwas zu essen an. - Als wir gestern ankamen, wollte Großmutter einen Kafe machen laßen, doch bat ich statt dessen um Würstel und Bier, was den Kindern ganz köstlich schmeckte. War in Wien auch in der Nacht auf gestern so ein starkes Gewitter? Wir hatten in Enns, und bis wir nach Linz kamen ein sehr heftiges Gewitter, und furchtbar Regen, doch darauf einen herrlichen Morgen. Es thut mir schon sehr wol, hier eine reine, kühlere Luft zu genießen.''
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==== Brief von ca. 1880 von Richard Schlegel an Franz Spängler ====
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==== Brief von ca. 1880 von Richard Franz Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
 
[Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]] an den Schwiegersohn [Nr. 18] Franz Spängler:
 
[Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]] an den Schwiegersohn [Nr. 18] Franz Spängler:
 
<br />[Salzburg, ca. 1880]''Lieber Franz! Ich danke dir herzlich für deine freundlichen u. gründlichen Mittheilungen über den Stand der Verlassenschafts-Angelegenheiten, u. freue mich, daß du bereits an End[e] dieser lästigen Arbeit angelangt bist, ich danke dir auch für deine Einladung nach Wien zu kommen, leider aber werde ich diese Reise nicht machen, denn es kostet Geld, u. das wird bei mir immer weniger, während die Auslagen immer steigen, meine Prax[is] ist auf ein Minimum reduziert, mit Ausname der kranken Füsse sind es nur noch einige alte anhängliche Familien, die mich manchmal beschäftigen. Nun, ich bin 69 Jahre, hätte sicher [?] lange genug gearbeitet, u. die Kraft nimmt sehr schnell bei mir in letzter Zeit ab, das Asthma plagt mich sehr, ich muß sehr langsam gehen, und häufig stehen bleiben um tief einathmen zu können, daraus wirst du sehen, daß Wien für mich nicht mehr paßt. Wir freuen uns alle auf Euch, u. die Fanni wird es schon so einrichten, daß Ihr hier seyn könnt. Wegen der 43 se [?] brauchst du dir kein graues Haar wachsen zu lassen, u. auch keine Postporto deshalb auszugeben, du brauchst dirselben nur der Rosa zu geben, der [die] wird sie schon brauchen können. Ich danke dir nochmals herzlich, grüße Euch alle u. bleibe Euer alter Vater Richard''
 
<br />[Salzburg, ca. 1880]''Lieber Franz! Ich danke dir herzlich für deine freundlichen u. gründlichen Mittheilungen über den Stand der Verlassenschafts-Angelegenheiten, u. freue mich, daß du bereits an End[e] dieser lästigen Arbeit angelangt bist, ich danke dir auch für deine Einladung nach Wien zu kommen, leider aber werde ich diese Reise nicht machen, denn es kostet Geld, u. das wird bei mir immer weniger, während die Auslagen immer steigen, meine Prax[is] ist auf ein Minimum reduziert, mit Ausname der kranken Füsse sind es nur noch einige alte anhängliche Familien, die mich manchmal beschäftigen. Nun, ich bin 69 Jahre, hätte sicher [?] lange genug gearbeitet, u. die Kraft nimmt sehr schnell bei mir in letzter Zeit ab, das Asthma plagt mich sehr, ich muß sehr langsam gehen, und häufig stehen bleiben um tief einathmen zu können, daraus wirst du sehen, daß Wien für mich nicht mehr paßt. Wir freuen uns alle auf Euch, u. die Fanni wird es schon so einrichten, daß Ihr hier seyn könnt. Wegen der 43 se [?] brauchst du dir kein graues Haar wachsen zu lassen, u. auch keine Postporto deshalb auszugeben, du brauchst dirselben nur der Rosa zu geben, der [die] wird sie schon brauchen können. Ich danke dir nochmals herzlich, grüße Euch alle u. bleibe Euer alter Vater Richard''

Version vom 1. Juni 2023, 13:07 Uhr

In diesem Artikel werden die Kobler-Spängler-Briefe von 1792 bis 1842 aus einem Privatarchiv veröffentlicht.

Einleitung

Die Kobler-Spängler-Briefe bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von Franz II. Xaver Gregor Spängler (* 1839; † 1912).

Über die Korrespondenz

Über seine Tochter Johanna Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* 1917; † 2001), verheiratet Saska in Krems, an Otto Holzapfel (* 1941) in Freiburg im Breisgau in Deutschland.

Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen Franziska "Fanny" Kobler (* 1796; † 1886) und Franz Francesco Castelli (* 1796; † 1832). Deren Tochter Zäzilia Amalia Kobler wird 1821 geboren und heiratet 1846 Richard Franz Schlegel, stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes 1848. Diese Tochter, Franziska "Fanni" Schlegel (* 1848; † 1905), heiratet 1872 in der Stadt Salzburg den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".[1]

1880

Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, * 1839; † 1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler, * 1841; † 1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 25. 2. 1879 bis 1880 und 23. 10. 1881; insgesamt 20 Briefe (3 aus Baumkirchen).


Brief vom 27. Januar 1880 von Richard Franz Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler

27. Januar 1880, Brief ohne Umschlag [Salzburg] von [Nr. 38] Richard Franz Schlegel (* 1811; † 1881) an [Nr. 18][2]] Franz Spängler (* 1839; † 1912):
Lieber Schwiegersohn! Mich freut es sehr, daß ich mit deinem Briefe sehe, daß diese Abhandlung über ein so großes Vermögen ihrem Ende entgegen geht. Daß der Vormund Weihs so dumm war mit seinem Streben wenigstens noch einige Zeit nicht warten zu wollen, ist wieder eine kleine Abwechslung. So viel ich weiß, ist die Mutter dieser beiden Mädchen auch schon vor mehreren Jahren gestorben, u. werden diese Mädchen sicher noch in Traismauer leben, ich stehe mit ihnen in keiner Corespondenz. Ich fühle mich zu einem Vormund gar nicht geeignet, u. weiß auch Niemanden, den ich für diese Stelle vorschlagen könnte. - Daß die Schwiegermutter[3] recht krank war, hat Euch die Kathi [Katharina Arrigler, † 1911, Richard Schlegels zweite Frau] geschrieben, es geht ihr jetzt ganz gut; die hatte eine Lungenentzündung linkerseits, u. es ist merkwürdig, daß dieser Prozeß bei dem hohen Alter so schnell u. günstig abgelaufen ist, als Anfang zu dieser Krankheit hatte ich mit ihrem Gehirn zu thun, sie war die letzten 8 Tage ganz wie eine Irrsinnige u. ist ihr Gehirn erst seit zwei Tagen wieder frei. – Mich freut es sehr, daß Euere Kinder so gut gedeihen u. daß es Euch gut geht, ich hoffe daß Ihr im Herbst wieder einen Ausflug nach Salzburg machen werdet, nach Wien werde ich wohl schwerlich mehr kommen, ich brauche das Geld zu anderen Auslagen, denn meine Einnamen [als Arzt, 69 Jahre alt] werden immer kleiner u. meine Ausgaben immer größer. Lebet wohl u. bleibt gesund. Die herzlichsten Grüße von Allen Euer Vater Richard 27/1 [1]880. – "Abhandlung" siehe übernächsten Brief.


4. März 1880 und ff. siehe: Briefe 1872 bis 1887


Brief vom 7. März 1880 von Betti Kobler an Fanni Spängler

Betti Kobler, verheiratet mit Leopold Katzinger, Tante und Herzensfreundin der 1848 verstorbenen Zäzilia Amalia Kobler, Grein, an deren Tochter Franziska Schlegel, verheiratet Spängler, Wien; beigebunden den Briefen "mit Banderole" von 1845 bis 1848 an Amalie Kobler-Castelli; ein Bogen mit blauem Prägedruck "B K"; 3 Seiten beschrieben, das untere Drittel der S. 4 abgeschnitten, Schluss fehlt:
Grein am 7. März 1880. Liebe gute Fanni. Nim zu Deinem Nahmensfeste meine und meines Mannes besten herzlichsten Glückwünsche freundlich auf; möge Gottes Segen auf Dir und allen Deinen Lieben ruhen, und ihr Alle mitsamen stets gesund froh und glücklich sein! Meine aufrichtig innige Liebe und Freundschaft für Dich heißt mich täglich für Dein und der lieben Deinen Wohl beten, den es ist zu meinem eigenen Zufriedenheit durchaus nothwendig, daß ich Dich meinen Liebling glücklich weis! [Absatz] Deiner herzig lieben guten Franzi[4] sende ich einen innig warmen Kuß mit den besten Glück und Segens Wünschen, wie oft denke ich mit unsagbarer Liebe an dieses liebliche Kind, wie glücklich machte es mich wenn ich sie in meinen Armen hielt, und sie mich liebkoste und mit ihren herrlichen blauen Augen so freundlich ansah, dieß bleibt meine schönste angenehmste Erinnerung. Und was macht Deine kleine Toni?[5] jetzt wird sie auch schon bald 1 Jahr alt nicht wahr? gewiß ist sie auch ein liebes gutes Kind, daß Dir viel Freude macht, wie gerne möchte ich sie auch einmahl sehen, lieb habe ich sie auch so und sende ihr viele Bußerl. ./. [Zeichen zum Seitenwechsel und Absatz]

Von der Großmutter [ Fanny Kobler, Anm.] erhielt ich zu meiner größten Beruhigung einen Brief daß sie sich wieder ganz wohl befindet, Gott Lob und Dank daß sie auch diese schwere Krankheit wieder glücklich überstanden. Sie schrieb mir auch, daß es Dir samt Hr. Gemahl und den lieben Kindern ganz gut geht und das Ihr Eure Versetzung von Wien erwartet[6] was mich sehr überraschte; Großmutter drückte auch ihr Bedauern aus, daß sie dich vielleicht deßhalb heuer nicht zu sehen bekömmt; aber ich denke Du wirst es schon möglich machen können, und Dir und Deinen lieben Mädis eine Sommerfrische gönnen, und der Großmutter die Freude des Wiedersehens! Die Theres wird im Juli wieder nach Gastein gehen und da ist es der Großmutter Wunsch das ich während der Zeit zu ihr auf Besuch komme, was ich auch schon zugesagt habe, den bis dahin hoffe ich doch etwas gesünder zu werden, den diesen Winter ging es mir wirklich schlecht, diese fort währende Kränkeln machte mich schon ganz verzagt, besonders meine kranken Augen; jetzt geht es mir wohl etwas beßer, aber meinen Katahrr kann ich gar nicht los werden, ich bin schon viele Wochen nicht mehr ausgegangen der Hr. Doktor sagt bei schlechten Wetter und besonders ./. [Zeichen zum Seitenwechsel] wenn der Wind geht soll ich nicht ausgehn, wegen den Augen, du kannst dir denken liebe Fanni wie traurig mich das oft macht – Nun mit Gottes Hilfe und wenn die beßere Jahreszeit kommt wird es ja doch wieder gut werden! Ob wir dieses Jahr noch in Grein zu verbleiben haben, ist noch unbestimmt, wenn mein Mann nicht einen beßern Post bekommt, so wäre es mir wohl lieber wenn wir hier bleiben könnten, den ich fürchte das Wandern weil es immer so viel Geld kostet und auch sonst viele Unannehmlichkeiten im Gefolge hat. – Mein Mann ist Gottlob doch immer so ziemlich gesund, worüber ich sehr froh bin, er läßt dir achtungsvoll die Hand küßen und beyde empfehlen wir uns deinen guten Gemahl [Rest der Seite abgeschnitten, kaum erkennbar:] vielmals […] grüße ich herzlichst[7]


Brief vom 21. Juli 1880 von Fanni Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler

[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 18] Franz Spängler:
Salzburg 21. Juli 1880. [darüber, verkehrt:] Dank für deine Karte / Lieber Mann! Ich hatte dir gestern eine Karte schreiben wollen, damit du schon heute Näheres über unsere Reise erfahren hättest, doch war es mir nicht möglich, da ich doch meine Sachen so viel als möglich in Ordnung bringen wollte, was mir auch ziemlich gelungen ist. Unsere Fahrt ist ganz außerordentlich gut von Statten gegangen, das Coupé wurde nicht weiter besezt und von Linz an hatte ich das Glück, mit den beiden Kindern allein zu bleiben bis hierher, so war ich also sehr bequem dran, habe mich auch hingelegt zum Schlafen. Die Kinder waren sehr brav, Toni erwachte in Breiten/schützing, Franzi erst in Attnang, dann hielten wir fröhlich Frühstück, und kamen wohlbehalten mit 1/2 stündiger Verspätung in Salzburg an, wo uns Rose u Minna in Empfang namen. Hier wurden wir sehr freundlich empfangen, Großmutter welche sehr gut aussieht, hat heuer große Freude an den Kindern; deine Mutter, die dich herzlich grüßt, findet Franzi sehr groß, Toni gefällt ihr aber besonders gut. Heute war ich bei deiner Mutter und wollte auch Schwägerin Luise [Louise Spängler] besuchen, traf sie aber nicht daheim. Franzi befindet sich sehr wol, besonders bei den Tanten, die auch ganz glücklich über die Kinder sind. - Dem Vater geht es Gott sei dank, wieder recht gut, er sieht wunderbar gut aus, und machte mir gestern die Freude, mich zu besuchen. Die Kinder sind recht freundlich, Franzi ist auch gar nicht scheu, nur nimmt sie weder von deiner Mutter noch vom Großpapa etwas zu essen an. - Als wir gestern ankamen, wollte Großmutter einen Kafe machen laßen, doch bat ich statt dessen um Würstel und Bier, was den Kindern ganz köstlich schmeckte. War in Wien auch in der Nacht auf gestern so ein starkes Gewitter? Wir hatten in Enns, und bis wir nach Linz kamen ein sehr heftiges Gewitter, und furchtbar Regen, doch darauf einen herrlichen Morgen. Es thut mir schon sehr wol, hier eine reine, kühlere Luft zu genießen.

- Wegen deiner Stiefel habe ich es der Mutter gesagt, doch sie behauptet, du habest sie mitgenommen. Wenn die Stiefel in unserer Wohnung sind, so sind sie kaum anderswo, als in dem Kleiderkasten in Anna’s Zimmer, frage Anna, ich weiß nicht was mit den Stiefeln geschehen ist. - Hier bin ich untergebracht wie gewöhnlich/ daß ich einiges durchzusezen haben werde, wußte ich, doch bekomm ich, was ich will und brauche, nur mit einigen höchst überflüßigen Umständlichkeiten, übrigens befinde ich mich sehr wol, der Reiß hat mir ganz gut angeschlagen, nur war ich gestern sehr schläfrig und müd. Heute bin ich vollständig ausgeruht. Meine Schwestern helfen mir sehr fleißig bei den Kindern, was mir recht wol thut. - Und nun, du Lieber, wie geht es denn dir? ich freue mich schon sehr auf dich, Franzi schickt die viele Bußerl. Grüße Anna von mir und Franzi. Heute scheint es regnen zu wollen, dann werde ich fleißig nähen. - Nun lebe recht wol, und behalte lieb deine alte Fanni. Grüße alle Bekannten. - Von der Wahl’schen Geschichte scheint hier viel gesprochen zu werden, gestern soll er von hier fort sein. Herr von Zeller, gibt ihm monatlich 40 fl. [Florin: Gulden] Unterstützung. Ein recht angenehmer Schwiegersohn. Die neuen goldenen Knöpfe fand ich nicht, sollten sie dir unterkommen so nimm sie mit. Großmutter und Betti grüßen dich.

"eine reine, kühlere Luft": das Salzburger Klima gilt traditionell als gesund; dieser Ruf ist mitbegründend für den Tourismus in der Stadt (vgl. Dopsch, 1996, S. 469). "Toni" * 1879; "Franzi" * 1877; "Schwägerin Luise": Aloisia/Louise, geb. Duregger, verh. Otto Spängler; "Großmutter": wohl Fanny Kobler; der Mann, Franz Xaver Gregor Spängler, ist bereits 1852 gestorben (oder Schwiegermutter Antonia Spängler, geb. Lürzer, † 1882; vgl. ihren Brief oben und Erwähnung unten). Fanni ist im dritten Monat, Rosl wird im Dezember 1880 geboren.


Brief von ca. 1880 von Richard Franz Schlegel an Franz II. Xaver Gregor Spängler

[Nr. 38] Richard Franz Schlegel an den Schwiegersohn [Nr. 18] Franz Spängler:
[Salzburg, ca. 1880]Lieber Franz! Ich danke dir herzlich für deine freundlichen u. gründlichen Mittheilungen über den Stand der Verlassenschafts-Angelegenheiten, u. freue mich, daß du bereits an End[e] dieser lästigen Arbeit angelangt bist, ich danke dir auch für deine Einladung nach Wien zu kommen, leider aber werde ich diese Reise nicht machen, denn es kostet Geld, u. das wird bei mir immer weniger, während die Auslagen immer steigen, meine Prax[is] ist auf ein Minimum reduziert, mit Ausname der kranken Füsse sind es nur noch einige alte anhängliche Familien, die mich manchmal beschäftigen. Nun, ich bin 69 Jahre, hätte sicher [?] lange genug gearbeitet, u. die Kraft nimmt sehr schnell bei mir in letzter Zeit ab, das Asthma plagt mich sehr, ich muß sehr langsam gehen, und häufig stehen bleiben um tief einathmen zu können, daraus wirst du sehen, daß Wien für mich nicht mehr paßt. Wir freuen uns alle auf Euch, u. die Fanni wird es schon so einrichten, daß Ihr hier seyn könnt. Wegen der 43 se [?] brauchst du dir kein graues Haar wachsen zu lassen, u. auch keine Postporto deshalb auszugeben, du brauchst dirselben nur der Rosa zu geben, der [die] wird sie schon brauchen können. Ich danke dir nochmals herzlich, grüße Euch alle u. bleibe Euer alter Vater Richard

Richard Franz Schlegel, * 3. April 1811, Dr. med., Stadtarzt in Salzburg, † 1881 in Salzburg, an seinen Schwiegersohn Dr. jur. Franz Spängler. Der Brief ist nach dem 3. April 1880 geschrieben worden (und wohl bevor Franz Spängler ebenfalls 1880 Bezirksrichter in Pottenstein wird) und weniger als ein Jahr vor dem Tod von Richard Schlegel am 1. März 1881. – "Verlassenschaft", siehe auch vorstehenden Brief vom 27. Januar 1880; es ist unbekannt, um welche es sich handelt (wohl nicht Familie, sondern vielleicht ein "Fall" des Schwiegersohns).


Brief vom 25. Oktober 1880 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg

Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."[8] Ein Bogen mit rotem Prägestempel "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen
Grein am 25. Okt. 880. Liebe Großmutter! Von Deiner Hand ein Briefchen zu erhalten war für mich eine recht freudige Ueberraschung, ich danke Dir herzlichst dafür. Gott sei Dank, daß es Dir mit Deiner Gesundheit wieder besser geht; hast Du nun doch keine Schmerzen mehr im Rücken, und ist dieser lästige Gürtelausschlag nun doch ganz gut? ich bitte Dich liebe Großmutter nimm Dich nur vor Verkühlung stets recht in Acht, damit Du nicht wieder krank wirst; […] / […] / (Medikamente) theurer wie in Salzburg, dieses Grein wird mir so zuwieder [!], weil alles theurer ist wie in einer Großstadt. Denk‘ Dir nur liebe Großmutter der Metzen Erdäpfel von der besten Gattung kostet bey uns 2 f 40 kr [florin = Gulden, Kreuzer] und so ist Alles und Jedes theurer als anderswo; […] seit ich von Salzburg zurück bin, heißt es immer ein paar Gulden zusetzen, daß macht mich oft ganz traurig. […] / […] Jetzt bleibt er [der Ehemann] auch wieder gerne zu Hause, und hat sich das Gasthausgehen mehr abgewöhnt, es muß auch sein, denn es heißt sparen, daß Winterholz kostet 18 f einen neuen Mantel Hose und Gilet hat er bekommen kostet 32 f das sind große Ausgaben für unser kleines Einkommen, doch wenn wir nur gesund bleiben und keinen Doktor brauchen, wird mit Gotteshilfe alles recht werden! Wilhelm [Kobler, ihr Bruder] hat das Bräuhaus von Hr. Greisenegger in Harrachsthal[9] gekauft, die Schwägerin schrieb mir es wäre Alles in Richtigkeit und sie haben es zu vortheilhaften Bedingnissen bekommen, aber jetzt ist die Sorge ob sie bald einen Pächter für Steyeregg bekommen den sonst können sie nicht fort[10] […] Bitte die Familie Schlegel, dan Frau v. Spängler die Theres Frau v Klausnitz […] zu grüßen. Dich küßt im Geiste Deine dankbare Betti Katzinger


Brief vom 21. Dezember 1880 von Betti Katzinger an Fanny Kobler, Salzburg

Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."[11] Ein Bogen mit blauem Prägestempel "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen; [?] = unsichere Lesart
Grein am 21. Dezb. 880. Liebe Großmutter! Heute habe ich Deinen lieben Brief sammt Einschluß per [?] 30 f [Gulden] erhalten, ich und mein Leopold sagen Dir tausendmahl Dank für dieses reiche Christgeschenk, möge das liebe Christkind Dir vergelten, und auch Dir noch recht viele Freuden schenken, ich bete ja täglich so innig für Dich. Um Dir ja keine Sorgen zu machen schreibe ich heute sogleich damit Du weist, daß wir Geld und Brief richtig erhalten, und heute ist auch mein Kopf ziemlich gut, aber das rechte Auge ist wieder schlechter, […] Auch sehr erfreut war ich über die Nachricht, daß Fanni am 12tn d. M. [des Monats] glücklich mit einem gesunden, starken Mädchen ./. [Zeichen für Seitenwechsel] / entbunden wurde[12], Gott sey Dank das es gut verüber ist […] und wenn auch kein Bub so wird doch ihr guter Mann über dieses Christgeschenk sehr erfreut sein, und die kleine Rosa ebenso lieb haben, wie Franzi und Toni.[13] Auch Fanni hoffe ich wird sich zu trösten wißen, daß ihr Wunsch einen Buben dießmal zu bekommen nicht erfüllt wurde […] Das Dr. Schlegels Krankheit sich so sehr in die Länge zieht hätte ich nicht gedacht, und bedauere ihn seine Frau und Kinder von ganzen Herzen […] / Auch an Frau Mutter Spängler bitte ich Dich viele Empfehlungen zu entrichten, und wünsche vom Herzen das sich ihre Gesundheit bald bessere. […] (an die Großmutter) in jeden Brief bewundere ich Deine gute Schrift, bei Deinen so hohen Alter, ich freue mich immer herzlich ./. [Zeichen für Seitenwechsel] / wenn ich ein Schreiben von Dir erhalte, und jeder Brief von Dir wird aufbewahrt als theures Andenken, auch Deine früheren Briefe habe ich alle noch! Nun lebe wohl gute Großmutter und nochmals meinen herzlich wärmsten Dank für die große Wohlthat die Du uns alljährlich erweisest […] Es küßt Dich in Gedanken Deine dankbare Betti. Die Schneeburger u. Klausnitz bitte auch vielmals zu grüßen.

Hochgeehrte Frau Tante! Ich vereine mit meinen Wünschen den tiefgefülten Dank für den überschickten Betrag, wünsche Ihnen glückliche Feiertage, u ein frohes neues Jahr, mit der Bitte mir auch hinfüro Ihre Gewogenheit nicht zu entziehen, zeichne mich mit Handkuß Ihr dankbarster Leopold Katzinger


Einzelnachweise

  1. Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].
  2. "Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' (de.geneanet.org).
  3. wohl Rosina Pump (* 1804; † 1883), verheiratet mit Johann Arrigler (* 1798; † 1885)
  4. Franziska Spängler, die älteste Tochter von Franz Xaver Gregor Spängler, geboren 1877
  5. Antonia Spängler, die Schwester von Franzi, geboren 1879
  6. Franz Xaver Gregor Spängler war ab November 1874 am Landesgericht in Wien, bevor er im November 1880 Bezirksrichter in Pottenstein, Niederösterreich, wurde.
  7. Betti Katzinger starb am 9. August 1881 in Grein, Oberösterreich.
  8. Vergleiche Brief vom 27. August 1879
  9. Harrachstal, Ortsteil von Weitersfelden, Oberösterreich. Zum "Schloss Harrachstal" gehörte im Ort als Haus Nr. 5 seit 1802 das "Brauhaus" (vgl. Wikipedia.de). Ein Karl Greisenegger war 1864 bis 1873 und wieder bis 1880 Gemeindevorstand in Weitersfelden. Vgl. Brief vom 10. April 1881.]
  10. Im "Welt-Adressenbuch", Band 2 für Nieder-Österreich, Ober-Österreich und Salzburg, 4. Ausgabe, Wien 1879, S. 200, steht Wilhelm Kobler weiterhin als Brauer in Steyregg.
  11. Vergleiche Brief vom 27. August 1879
  12. Rosa Spängler, * 1880 in Wien; † 1967; 1907 verheiratet mit Oswald Grill
  13. Antonia Spängler, * 1879 in Wien; † 1918; verheiratet mit Rudolf Freiherr von Widerhofer

Quelle

Korrespondenz der Familien Kobler und Spängler