Nationalpark Hohe Tauern: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | ====Geschichtliche Entwicklung des Nationalparks Hohe Tauern==== | + | Die "Geburtswehen" begannen [[1909]]. Damals schrieb der Salzburger Anwalt und Politiker [[August Prinzinger]] dem eben gegründeten ''Verein Naturschutzpark'', dass ''(...) jedes Zeitalter hat seine Einseitigkeit, seinen großen Irrtum, den die Nachkommen als solchen erkennen, bereuen und beklagen. Unsere Zeit krankt an der Missachtung und der Misshandlung der Natur. Die Naturschutzbewegung ist eine zeitgemäße Auflehnung gegen diesen Gang.'' |
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| − | Die "Geburtswehen" begannen [[1909]]. Damals schrieb der Salzburger Anwalt und Politiker [[August Prinzinger]] dem eben gegründeten ''Verein Naturschutzpark'', dass (...) | ||
Der Verein erwarb dann auf Initiative von Prinzinger [[1913]] im hintersten [[Stubachtal]] 1.100 Hektar Almen. Die Absicht war, ''charakteristische Landschaften in den Hochalpen als Naturschutzgebiete zu retten.'' Das war die Keimzelle des heutigen ''Nationalparks Hohe Tauern''. | Der Verein erwarb dann auf Initiative von Prinzinger [[1913]] im hintersten [[Stubachtal]] 1.100 Hektar Almen. Die Absicht war, ''charakteristische Landschaften in den Hochalpen als Naturschutzgebiete zu retten.'' Das war die Keimzelle des heutigen ''Nationalparks Hohe Tauern''. | ||
| − | [[1914]] kündige ein Rheinländer an, er wolle 41 km² Bergland um die [[Pasterze]] am [[Großglockner]] kaufen und ab [[1. August]] für den Touristenverkehr sperren. Er wollte Steinböcke zur Jagd ansiedeln. Drei Tage vor diesem Termin erledigte aber der Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] diese Sache von selbst. | + | [[1914]] kündige ein Rheinländer an, er wolle 41 km² Bergland um die [[Pasterze]] am [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] kaufen und ab [[1. August]] für den Touristenverkehr sperren. Er wollte Steinböcke zur Jagd ansiedeln. Drei Tage vor diesem Termin erledigte aber der Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] diese Sache von selbst. |
| − | Aber schon [[1918]] klärte der Villacher Holzindustrielle [[Albrecht Wirth]] die Verhältnisse für die Zukunft. Er kaufte um knapp € 4.000.-- (Geldwert 2006) 41 km² Ödland um die Pasterze und schenkte sie dem [[Alpenverein]] mit der Auflage, (...) | + | Aber schon [[1918]] klärte der Villacher Holzindustrielle [[Albrecht Wirth]] die Verhältnisse für die Zukunft. Er kaufte um knapp € 4.000.-- (Geldwert 2006) 41 km² Ödland um die Pasterze und schenkte sie dem [[Alpenverein]] mit der Auflage, ''(...) für ewige Zeiten als Naturschutzgebiet der spekulativen alpinen [[Fremdenverkehr|Fremdenindustrie]] zu entziehen...''. |
| − | Als dann [[1935]] die [[Großglockner Hochalpenstraße]] eröffnet wurde, tauchten Visionen auf: vom Wasserfallwinkel am Ende des [[Großglockner Hochalpenstraße#Beliebte Wanderwege ausgehend von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe#Gamsgrubenweg|Gamsgrubenweges]] sollte eine Seilbahn auf den | + | Als dann [[1935]] die [[Großglockner Hochalpenstraße]] eröffnet wurde, tauchten Visionen auf: vom Wasserfallwinkel am Ende des [[Großglockner Hochalpenstraße#Beliebte Wanderwege ausgehend von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe#Gamsgrubenweg|Gamsgrubenweges]] sollte eine Seilbahn auf den [[Fuscherkar-Kopf]] errichtet werden, ''(...) als österreichisches Gegenstück zur Bahn auf das Jungfraujoch (Schweiz)...''. Doch der Grundbesitzer, der Alpenverein, gewann vor dem Höchstgericht gegen dieses Vorhaben und legte strenge Auflagen für den Bau des Gamsgrubenweges fest. |
| − | Formal wurde die Errichtung des ''Nationalparks Hohe Tauern'' mit der Unterzeichnung der Dreiländer-Vereinbarung durch die drei Landeshauptleute von [[Kärnten]], Salzburg und [[Tirol]] in [[Heiligenblut]] am ([[21. Oktober]] [[1971]]) beschlossen. | + | Formal wurde die Errichtung des ''Nationalparks Hohe Tauern'' mit der Unterzeichnung der Dreiländer-Vereinbarung durch die drei Landeshauptleute von [[Kärnten]], Salzburg und [[Tirol]] in [[Heiligenblut]] am ([[21. Oktober]] [[1971]]) beschlossen. Die einzelnen Umsetzungsschritte dauerten in den drei Ländern unterschiedlich lang und zogen sich zum Teil über mehrere Etappen hin: |
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| − | 2008 waren rund 11 Prozent oder 180 km³ des Nationalparks mit [[Gletscher]] vom ewigen Eis bedeckt. 285 Fließgewässer und 136 Stillgewässer wurden gezählt<ref>Quelle ''Nationalpark Hohe Tauern Magazin'', Ausgabe Frühjahr 2009</ref>. | + | 2008 waren rund 11 Prozent oder 180 km³ des Nationalparks mit [[Gletscher]] vom ewigen Eis bedeckt. 285 Fließgewässer und 136 Stillgewässer wurden gezählt<ref>Quelle ''Nationalpark Hohe Tauern Magazin'', Ausgabe Frühjahr 2009</ref>. Er weist 551 Seen, 279 Bäche, 26 große Wasserfälle und zehn Klammen auf. |
| − | 63 Prozent der Fläche gehören Bauern und Waldbesitzern<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]], 10. Oktober 2009</ref> | + | In ihm gibt es 3.400 Kilometer Wanderwege und rund 60 Lehrwege. 63 Prozent der Fläche gehören Bauern und Waldbesitzern<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]], 10. Oktober 2009</ref> |
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Wenn vom Nationalpark gesprochen wird, wird damit ausschließlich das vom Gesetz verordnete Schutzgebiet mit einer Fläche von 1.836 km² gemeint. Der ''Regionsbegriff'' ist ungleich schwerer zu definieren und unterscheidet sich damit auch in den drei Nationalpark-Ländern: In Kärnten sind die Nationalparkgemeinden ident mit den Nationalparkregionsgemeinden: Grosskirchheim-Döllach (Verwaltungssitz), [[Heiligenblut]], [[Mallnitz]], Malta, Mörtschach, Obervellach und Winklern; | Wenn vom Nationalpark gesprochen wird, wird damit ausschließlich das vom Gesetz verordnete Schutzgebiet mit einer Fläche von 1.836 km² gemeint. Der ''Regionsbegriff'' ist ungleich schwerer zu definieren und unterscheidet sich damit auch in den drei Nationalpark-Ländern: In Kärnten sind die Nationalparkgemeinden ident mit den Nationalparkregionsgemeinden: Grosskirchheim-Döllach (Verwaltungssitz), [[Heiligenblut]], [[Mallnitz]], Malta, Mörtschach, Obervellach und Winklern; | ||
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| − | *[[Bad Gastein]], [[Bramberg]], [[Fusch an der Großglocknerstraße]], [[Hollersbach]], [[Hüttschlag]], [[Mittersill]], [[Kaprun]], [[Krimml]], [[Muhr]], [[Neukirchen am Großvenediger]], [[Rauris]], [[Uttendorf]] und [[Wald im Pinzgau]] | + | *[[Bad Gastein]], [[Bramberg]], [[Fusch an der Großglocknerstraße]], [[Hollersbach]], [[Hüttschlag]], [[Mittersill]], [[Kaprun]], [[Krimml]], [[Muhr]], [[Neukirchen am Großvenediger]], [[Rauris]], [[Uttendorf]] und [[Wald im Pinzgau]]; |
* und den Nationalparkregionsgemeinden: Nationalparkgemeinden plus [[Bruck an der Glocknerstraße]], [[Großarl]], [[Lend]], [[Niedernsill]], [[Piesendorf]], [[Stuhlfelden]] und [[Taxenbach]]; | * und den Nationalparkregionsgemeinden: Nationalparkgemeinden plus [[Bruck an der Glocknerstraße]], [[Großarl]], [[Lend]], [[Niedernsill]], [[Piesendorf]], [[Stuhlfelden]] und [[Taxenbach]]; | ||
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Die [[Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern GmbH]], welche neben dem Nationalparkfonds, dem Land Salzburg und der [[SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft]] ''SLT'' alle 19 Tourismusverbände der Nationalparkregion umfasst, hat vor sechs Jahren das touristische Regionsmarketing übernommen. Die erzielten Erfolge bestätigen die Notwendigkeit einer derart institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen Nationalpark und Tourismus. Kaum eine andere Nationalparkregion in Österreich und Europa hat eine vergleichbar optimale Organisationsform gefunden. | Die [[Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern GmbH]], welche neben dem Nationalparkfonds, dem Land Salzburg und der [[SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft]] ''SLT'' alle 19 Tourismusverbände der Nationalparkregion umfasst, hat vor sechs Jahren das touristische Regionsmarketing übernommen. Die erzielten Erfolge bestätigen die Notwendigkeit einer derart institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen Nationalpark und Tourismus. Kaum eine andere Nationalparkregion in Österreich und Europa hat eine vergleichbar optimale Organisationsform gefunden. | ||
Für [[2006]] soll an dieser Stelle nur ein kleiner Überblick über Initiativen und Veranstaltungen gegeben werden. Die zahlreichen Messeauftritte und Marketing-Aktivitäten der Ferienregion GmbH werden in einem eigenen Jahresbericht zusammengefasst. | Für [[2006]] soll an dieser Stelle nur ein kleiner Überblick über Initiativen und Veranstaltungen gegeben werden. Die zahlreichen Messeauftritte und Marketing-Aktivitäten der Ferienregion GmbH werden in einem eigenen Jahresbericht zusammengefasst. | ||
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* Glocknerrunde – in sieben Tagen um den höchsten Berg Österreichs | * Glocknerrunde – in sieben Tagen um den höchsten Berg Österreichs | ||
| − | :Das von Österreichischem Alpenverein, Ferienregion und den drei Nationalparkverwaltungen ausgearbeitete Trekking-Angebot wurde hinsichtlich Service und Kundenorientierung verbessert und wird weiter angeboten. | + | : Das von Österreichischem Alpenverein, Ferienregion und den drei Nationalparkverwaltungen ausgearbeitete Trekking-Angebot wurde hinsichtlich Service und Kundenorientierung verbessert und wird weiter angeboten. |
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: Ein mittlerweile bei allen Bergsteigern und Wanderern geschätztes Informationsmaterial zu allen wichtigen Details von rund 200 Hütten der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern. | : Ein mittlerweile bei allen Bergsteigern und Wanderern geschätztes Informationsmaterial zu allen wichtigen Details von rund 200 Hütten der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern. | ||
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Der [[Salzburger Almsommer]] und der [[Bauernherbst]] sind landesweit erfolgreiche touristische Initiativen. In der Nationalparkregion sind beide mit besonderer Authentizität ausgestattet und dementsprechend erfolgreich. Alle Angebote entsprechen dem Grundgedanken eines erlebnisreichen, jedoch ökologisch verträglichen und nachhaltigen Nationalparktourismus. | Der [[Salzburger Almsommer]] und der [[Bauernherbst]] sind landesweit erfolgreiche touristische Initiativen. In der Nationalparkregion sind beide mit besonderer Authentizität ausgestattet und dementsprechend erfolgreich. Alle Angebote entsprechen dem Grundgedanken eines erlebnisreichen, jedoch ökologisch verträglichen und nachhaltigen Nationalparktourismus. | ||
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* [[Großglockner Hochalpenstraße]] | * [[Großglockner Hochalpenstraße]] | ||
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* Harald Waitzbauer: Erlebnis Nationalpark Hohe Tauern. Kunst- und Kulturführer. Innsbruck 1993 | * Harald Waitzbauer: Erlebnis Nationalpark Hohe Tauern. Kunst- und Kulturführer. Innsbruck 1993 | ||
* Teile der Geschichte gefunden in ''Großglockner Magazin'' Frühling 2006, von der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG]] | * Teile der Geschichte gefunden in ''Großglockner Magazin'' Frühling 2006, von der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG]] | ||
| + | * Ergänzungen bei "Fakten" aus dem ''Nationalpark Hotel Tauern''-Magazin, Ausgabe 1/2011 | ||
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Version vom 1. April 2011, 15:07 Uhr
Der Nationalpark Hohe Tauern umfasst große Gebiete der der Zentralalpen im Bereich der Hohen Tauern im Bundesland Salzburg, Teile in Kärnten und Tirol. Es ist mit 1.836 Quadratkilometern das größte Schutzgebiet der Alpen
Zielsetzung und Geschichte
Geschichtliche Entwicklung des Nationalparks Hohe Tauern
Die "Geburtswehen" begannen 1909. Damals schrieb der Salzburger Anwalt und Politiker August Prinzinger dem eben gegründeten Verein Naturschutzpark, dass (...) jedes Zeitalter hat seine Einseitigkeit, seinen großen Irrtum, den die Nachkommen als solchen erkennen, bereuen und beklagen. Unsere Zeit krankt an der Missachtung und der Misshandlung der Natur. Die Naturschutzbewegung ist eine zeitgemäße Auflehnung gegen diesen Gang.
Der Verein erwarb dann auf Initiative von Prinzinger 1913 im hintersten Stubachtal 1.100 Hektar Almen. Die Absicht war, charakteristische Landschaften in den Hochalpen als Naturschutzgebiete zu retten. Das war die Keimzelle des heutigen Nationalparks Hohe Tauern.
1914 kündige ein Rheinländer an, er wolle 41 km² Bergland um die Pasterze am Großglockner kaufen und ab 1. August für den Touristenverkehr sperren. Er wollte Steinböcke zur Jagd ansiedeln. Drei Tage vor diesem Termin erledigte aber der Ausbruch des Ersten Weltkriegs diese Sache von selbst.
Aber schon 1918 klärte der Villacher Holzindustrielle Albrecht Wirth die Verhältnisse für die Zukunft. Er kaufte um knapp € 4.000.-- (Geldwert 2006) 41 km² Ödland um die Pasterze und schenkte sie dem Alpenverein mit der Auflage, (...) für ewige Zeiten als Naturschutzgebiet der spekulativen alpinen Fremdenindustrie zu entziehen....
Als dann 1935 die Großglockner Hochalpenstraße eröffnet wurde, tauchten Visionen auf: vom Wasserfallwinkel am Ende des Gamsgrubenweges sollte eine Seilbahn auf den Fuscherkar-Kopf errichtet werden, (...) als österreichisches Gegenstück zur Bahn auf das Jungfraujoch (Schweiz).... Doch der Grundbesitzer, der Alpenverein, gewann vor dem Höchstgericht gegen dieses Vorhaben und legte strenge Auflagen für den Bau des Gamsgrubenweges fest.
Formal wurde die Errichtung des Nationalparks Hohe Tauern mit der Unterzeichnung der Dreiländer-Vereinbarung durch die drei Landeshauptleute von Kärnten, Salzburg und Tirol in Heiligenblut am (21. Oktober 1971) beschlossen. Die einzelnen Umsetzungsschritte dauerten in den drei Ländern unterschiedlich lang und zogen sich zum Teil über mehrere Etappen hin:
- 1981 begann Kärnten mit der Ausweisung von Gebieten in der Schober- und der Glocknergruppe - er war damit der erste Nationalpark Österreichs
- 1984 folgte Salzburg mit dem Pinzgau von Krimml bis Rauris, weiters 1986 in Kärnten Mallnitz – Hochalmspitze
- 1991 in Salzburg von Badgastein bis Muhr
- 1992 der Osttiroler Teil
- 2001 in Kärnten Erweiterung um die Zirknitz
- 2005 in Kärnten Erweiterung Obervellach
Die teilnehmenden Länder und Gemeinden verpflichten sich, die uralte Natur- und Kulturlandschaft nachhaltig zu nützen und zu erhalten. Touristen sollen die Attraktionen des einzigartigen Naturraums näher gebracht werden.
Lage und Fakten
Fläche
Der Nationalpark Hohe Tauern ist mit 1.836 Quadratkilometern der zweitgrößte Nationalpark Europas. Er erstreckt sich über die Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten.
Die Gesamtfläche von 1.836 km² verteilt sich wie folgt:
- Kärnten: 420 km² (Kernzone: 277; Außenzone: 107; Sonderschutzgebiete: 36)
- Salzburg: 805 km² (Kernzone: 507; Außenzone: 266; Sonderschutzgebiete: 32)
- Tirol: 611 km² (Kernzone 347; Außenzone 264)
Fakten
In ihm befinden sich Österreichs höchste Berggipfel, 266 davon mit über 3.000 m ü. A., weite Gletscherflächen (130 Quadratkilometer, rund 250 Gletscher), alpine Rasen, Wasserfälle und Jahrhunderte alte Kulturlandschaften. Ein Drittel aller in Österreich vorkommenden Pflanzen und an die 10.000 Tierarten haben eine Heimat im Nationalpark Hohe Tauern.
Die Ost-West-Erstreckung beträgt 100 km und die Nord-Süd-Erstreckung 40 km. Der höchste Gipfel ist der Großglockner mit 3.798 Metern und der niedrigste Punkt im Schutzgebiet liegt auf 1.010 Metern.
2008 waren rund 11 Prozent oder 180 km³ des Nationalparks mit Gletscher vom ewigen Eis bedeckt. 285 Fließgewässer und 136 Stillgewässer wurden gezählt[1]. Er weist 551 Seen, 279 Bäche, 26 große Wasserfälle und zehn Klammen auf.
In ihm gibt es 3.400 Kilometer Wanderwege und rund 60 Lehrwege. 63 Prozent der Fläche gehören Bauern und Waldbesitzern[2]
Der Nationalpark wird seit 2006 vom gebürtigen Niederösterreicher Wolfgang Urban geleitet.
Sonderschutzgebiete
Solche gibt es in Kärnten zwei: Großglockner mit Pasterze und Gamsgrube und in Salzburg drei: Inneres Untersulzbachtal, Piffkar, Wandl;
Nationalparkgemeinden
Wenn vom Nationalpark gesprochen wird, wird damit ausschließlich das vom Gesetz verordnete Schutzgebiet mit einer Fläche von 1.836 km² gemeint. Der Regionsbegriff ist ungleich schwerer zu definieren und unterscheidet sich damit auch in den drei Nationalpark-Ländern: In Kärnten sind die Nationalparkgemeinden ident mit den Nationalparkregionsgemeinden: Grosskirchheim-Döllach (Verwaltungssitz), Heiligenblut, Mallnitz, Malta, Mörtschach, Obervellach und Winklern;
In Salzburg wird unterschieden zwischen den Nationalparkgemeinden:
- Bad Gastein, Bramberg, Fusch an der Großglocknerstraße, Hollersbach, Hüttschlag, Mittersill, Kaprun, Krimml, Muhr, Neukirchen am Großvenediger, Rauris, Uttendorf und Wald im Pinzgau;
- und den Nationalparkregionsgemeinden: Nationalparkgemeinden plus Bruck an der Glocknerstraße, Großarl, Lend, Niedernsill, Piesendorf, Stuhlfelden und Taxenbach;
Die Tourismusverbände der Regionsgemeinden sind Mitglieder in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern. Die Hauptregion als EU-Förderprogramm erstreckt sich über die Nationalparkregion.
In Tirol sind die Nationalparkgemeinden wieder deckungsgleich mit den Nationalparkregionsgemeinden: Dölsach, Hopfgarten in Defereggen, Iselsberg–Stronach, Kals, Matrei in Osttirol (Verwaltungssitz), Nussdorf–Debant, Prägraten, St. Jakob in Defereggen, St. Veit in Defereggen und Virgen.
Bevölkerungsentwicklung in den Nationalpark(regions)gemeinden
Nationalparkgemeinden:
- 2001: 61.113
- 1991: 58.937
- 1981: 56.288
- 1971: 53.266
Nationalparkregionsgemeinden:
- 2001: 78.592
- 1991: 74.593
- 1981: 71.292
- 1971: 67.280
Mehr als ein Drittel aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten finden sich und rund 10.000 Tierarten leben im Nationalpark. Sie trotzen extrem äußeren Bedingungen wie Höhenlage, großer Kälte über einen Großteil des Jahres und felsiger und eisiger Landschaft. Murmeltier, Steinadler, Steinbock, Bartgeier sowie Edelweiß, Arnika, Orchidee und Zirbe sind heimisch. Diese beeindruckende Biodiversität resultiert aus den vielfältigen klimatischen, geologischen, geomorphologischen und hydrologischen Standortbedingungen im Hochgebirge und den differenzierten Anpassungstrategien der Pflanzen und Tiere. Wer von den Tälern zu den höchsten Gipfeln des Nationalparks wandert, durchquert in den Höhenstufen gleichsam alle Klimazonen von Mitteleuropa bis in die Arktis.
Moore
Bis 2008 wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts die Moore im gesamten Nationalpark Hohe Tauern kartiert.
Es gibt mit Stand 2009 924 Moor-Verdachtsflächen, 756 Lebensräume mit unterschiedlich großen Mooranteil, 633 Silikat-Niedermoore, 83 Kalk-Silikat-Niedermoore, 18 Kalk-Niedermoore, elf Übergangsmoore und elf alpine Schwemmländer mit Mooranteil[3].
Vegetation und Tierwelt
Die im Nationalpark Hohe Tauern heimischen Pflanzen und Tiere werden in Publikationen des Nationalparkrates näher beschrieben. Einige darauf und auf anderen Quellen basierende Artikel finden sich auch im Salzburgwiki.
- Hauptartikel: Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern
- Hauptartikel: Bäume im Nationalpark Hohe Tauern
- Hauptartikel: Pilze im Nationalpark Hohe Tauern
- Hauptartikel: Tiere im Nationalpark Hohe Tauern
Fremdenverkehr
Die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern GmbH, welche neben dem Nationalparkfonds, dem Land Salzburg und der SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft SLT alle 19 Tourismusverbände der Nationalparkregion umfasst, hat vor sechs Jahren das touristische Regionsmarketing übernommen. Die erzielten Erfolge bestätigen die Notwendigkeit einer derart institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen Nationalpark und Tourismus. Kaum eine andere Nationalparkregion in Österreich und Europa hat eine vergleichbar optimale Organisationsform gefunden.
Für 2006 soll an dieser Stelle nur ein kleiner Überblick über Initiativen und Veranstaltungen gegeben werden. Die zahlreichen Messeauftritte und Marketing-Aktivitäten der Ferienregion GmbH werden in einem eigenen Jahresbericht zusammengefasst.
Routenvorschläge
- Glocknerrunde – in sieben Tagen um den höchsten Berg Österreichs
- Das von Österreichischem Alpenverein, Ferienregion und den drei Nationalparkverwaltungen ausgearbeitete Trekking-Angebot wurde hinsichtlich Service und Kundenorientierung verbessert und wird weiter angeboten.
- Von Hütte zu Hütte
- Ein mittlerweile bei allen Bergsteigern und Wanderern geschätztes Informationsmaterial zu allen wichtigen Details von rund 200 Hütten der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern.
- Wanderkartenset Nationalpark Hohe Tauern 1:50.000
- In Kooperation mit den Nationalparkverwaltungen von Kärnten und Tirol wurde über den Kompass Verlag ein Kartenset zum Nationalpark Hohe Tauern im Maßstab 1:50.000 aufgelegt. Drei Kartenblätter - Venediger, Großglockner und Ankogel – mit günstigen Blattschnitten entsprechen voll und ganz den Wünschen der BenutzerInnen.
Infopoints
Auf Initiative und unter Mitwirkung des Österreichischen Alpenvereins wurde mit den modernen Möglichkeiten der geografischen Informationsverarbeitung, wie sie in der Nationalparkverwaltung zur Verfügung steht, wurden 16 Schutzhütten mit einem attraktivem dreiteiligem Informationsmedium ausgestattet. Ein Element der Infopoints widmet sich der Schutzhütte und seiner Geschichte und eines dem Nationalpark Hohe Tauern als Schutzgebiet. Highlight ist ein digital verarbeitetes Panorama, welches die Bergwelt in der Umgebung der Schutzhütte samt eingetragenen Tourenmöglichkeiten zeigt.
Almsommer und Bauernherbst
Der Salzburger Almsommer und der Bauernherbst sind landesweit erfolgreiche touristische Initiativen. In der Nationalparkregion sind beide mit besonderer Authentizität ausgestattet und dementsprechend erfolgreich. Alle Angebote entsprechen dem Grundgedanken eines erlebnisreichen, jedoch ökologisch verträglichen und nachhaltigen Nationalparktourismus.
- siehe auch: Almwirtschaft
Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele
- Enzingerboden und Berghotel Rudolfshütte
- Gerlos Alpenstraße
- Großglockner Hochalpenstraße
- Kräutergarten Hollersbach
- Krimmler Wasserfälle
- WasserWunderWelt Krimml
- Tauernkraftwerke Kaprun
- Nationalpark Zentrum Mittersill
Karte
Fußnoten
- ↑ Quelle Nationalpark Hohe Tauern Magazin, Ausgabe Frühjahr 2009
- ↑ Quelle Salzburger Nachrichten, 10. Oktober 2009
- ↑ Quelle Magazin Nationalpark Hohe Tauern, Ausgabe Sommer 2009
Weblinks
Quellen
- Harald Waitzbauer: Erlebnis Nationalpark Hohe Tauern. Kunst- und Kulturführer. Innsbruck 1993
- Teile der Geschichte gefunden in Großglockner Magazin Frühling 2006, von der Großglockner Hochalpenstraßen AG
- Ergänzungen bei "Fakten" aus dem Nationalpark Hotel Tauern-Magazin, Ausgabe 1/2011