Mirabellgarten: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Ausblick von Rosenhügel zur Festung.jpg|thumb|Ausblick vom [[Rosenhügel]] über das Kleine Gartenparterre zur [[Festung Hohensalzburg]]]] | [[Datei:Ausblick von Rosenhügel zur Festung.jpg|thumb|Ausblick vom [[Rosenhügel]] über das Kleine Gartenparterre zur [[Festung Hohensalzburg]]]] | ||
[[Datei:Statue_im_Mirabellgarten.jpg|thumb|[[Susannabrunnen]] von [[Hans Waldburger]], 1610]] | [[Datei:Statue_im_Mirabellgarten.jpg|thumb|[[Susannabrunnen]] von [[Hans Waldburger]], 1610]] | ||
| − | Der '''Mirabellgarten''' ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der [[Stadt Salzburg | + | Der '''Mirabellgarten''' ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der [[Stadt Salzburg]]. |
== Beschreibung == | == Beschreibung == | ||
Der [[barock]]e Garten umgibt west- und südseitig das [[Schloss Mirabell]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]]. Zugänglich ist er im Osten vom Schloss Mirabell und vom [[Mirabellplatz]], im Norden vom [[Rosenhügel]] und vom [[Kurgarten]], sowie im Süden vom [[Makartplatz]] aus. | Der [[barock]]e Garten umgibt west- und südseitig das [[Schloss Mirabell]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]]. Zugänglich ist er im Osten vom Schloss Mirabell und vom [[Mirabellplatz]], im Norden vom [[Rosenhügel]] und vom [[Kurgarten]], sowie im Süden vom [[Makartplatz]] aus. | ||
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Der Mirabellgarten gliedert sich in mehrere Bereiche: | Der Mirabellgarten gliedert sich in mehrere Bereiche: | ||
| − | * das ''Große Gartenparterre'', ein großer nach Süden orientierter rechteckiger Teil mit dem südlich anschließenden | + | * das ''Große Gartenparterre'', ein großer nach Süden orientierter rechteckiger Teil mit dem südlich anschließenden [[Linde]]<nowiki>nhain</nowiki> |
| − | * das ''Kleine Gartenparterre'', ein kleinerer westlich des Mirabellschlosses gelegener Gartenteil mit dem südlich angrenzenden Bosquet <ref> ''Bosquet'', französisch : Wäldchen, Baumgruppe, Dickicht </ref>, (heute in Gestalt einer ''Lindenallee'' samt 'Laubengang'' | + | * das ''Kleine Gartenparterre'', ein kleinerer, westlich des Mirabellschlosses gelegener Gartenteil mit dem südlich angrenzenden ''Bosquet'' <ref> ''Bosquet'', französisch: Wäldchen, Baumgruppe, Dickicht</ref>, (heute in Gestalt einer ''Lindenallee'' samt 'Laubengang'' nach Süden verlaufend) |
| − | * der ''Orangeriegarten'' | + | * der ''Orangeriegarten'' vor der [[Orangerie Schloss Mirabell]] nach Osten gelegen |
| − | * der ''Rosengarten'' | + | * der ''Rosengarten'' an der Südseite von Schloss Mirabell gelegen |
| − | * das ''[[Heckentheater]]'', eine Freiluftbühne in Gestalt eines Hecken-Labyrinthes auf der einstigen Lodronschen Stadtmauer angelegt | + | * das ''[[Heckentheater]]'', eine Freiluftbühne in Gestalt eines Hecken-Labyrinthes auf der einstigen [[Befestigung der Stadt Salzburg#Die dritte Stadtbefestigung 1620 bis 1648|Lodronschen Stadtmauer]] angelegt |
* der ''[[Kleiner Bastionsgarten|Kleine Bastionsgarten]]'', heute zur Ausstellung der historischen Zwerge genutzter Bereich auf der [[Wasserbastei]] | * der ''[[Kleiner Bastionsgarten|Kleine Bastionsgarten]]'', heute zur Ausstellung der historischen Zwerge genutzter Bereich auf der [[Wasserbastei]] | ||
| − | * der ''[[Historischer Zwergelgarten|historische Zwergelgarten]]'', ein südlich der Wasserbastei gelegener Teil, heute | + | * der ''[[Historischer Zwergelgarten|historische Zwergelgarten]]'', ein südlich der Wasserbastei gelegener Teil, heute größtenteils als [[Zauberflötenspielplatz]] genutzt |
| − | + | * der [[Großer Bastionsgarten|''Große Bastionsgarten'']] - heute im Wesentlichen der [[Rosenhügel]] - | |
| − | + | * und der zum Mirabellgarten gehörende ''Ballmeistergarten'', ein Lindenhain an dessen Stelle heute randlich das [[Salzburger Landestheater]] steht; knapp die Hälfte des Ballmeistergartens ist in Form des Lindenhains weiter Teil des Gartens; | |
| − | Der Mirabellgarten steht samt dem zugehörigen Zwergelgarten seit dem Jahr [[2008]] | + | == Denkmalschutz == |
| + | Der Mirabellgarten steht samt dem zugehörigen Zwergelgarten seit dem Jahr [[2008]] wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter [[Denkmalschutz]].<ref>Quelle [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009184 Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung (Denkmalschutzgesetz - DMSG) StF: BGBl. Nr. 533/1923 (NR: GP I 1513 AB 1703 S. 209.)]</ref> Auch zuvor war aber bereits ein Ex-lege-Schutz nach dem Denkmalschutzgesetz gegeben.<ref>[http://www.bda.at/text/136/908/11524/Salzburger-Mirabellgarten-unter-Denkmalschutz_Die-beruehmte-Gartenanlage-ist-endlich-ein-echtes-Gartendenkm Bundesdenkmalamt/Homepage/Salzburger Mirabellgarten]</ref> | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
| − | Im Jahr [[1606]] wurde [[Schloss Altenau]] durch [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für seine Geliebte [[Salome Alt]], wohl auch heimliche Ehefrau des Fürsterzbischofs, errichtet und auch der weitläufige manieristische Schlossgarten angelegt. Der Garten besaß damals die Form eines lang gestreckten Rechteckes <ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref>, was heute nur teilweise zu erkennen ist. | + | Im Jahr [[1606]] wurde [[Schloss Altenau]] (ein Vorgängerbau des heutigen Schlosses Mirabell) durch [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für seine Geliebte [[Salome Alt]], wohl auch heimliche Ehefrau des Fürsterzbischofs, errichtet und auch der weitläufige manieristische Schlossgarten angelegt. Der Garten besaß damals die Form eines lang gestreckten Rechteckes<ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref>, was heute nur teilweise zu erkennen ist. |
| − | [[1631]] ließ Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] im Süden einen Zugang | + | [[1631]] ließ Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] im Süden einen Zugang vom heutigen [[Makartplatz]] errichten. |
| − | [[1689]] | + | [[1689]] erfolgte unter Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] eine grundlegende Umgestaltung des Gartens in barockem Stil. Die Gartenanlage wurde von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] angelegt, der auch die [[Marmor]]<nowiki>balustrade</nowiki> mit ihren Vasen entwarf, und mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt. Beteiligte Künstler waren [[Johann Fröhlich]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]] sowie [[Hanns Schwäbl]]. |
| − | [[1721]] bis [[1727]] | + | [[1721]] bis [[1727]] beauftragte Erzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] den Baumeister [[Lukas von Hildebrandt]] zu einem neuerlichen Umbau von [[ Schloss Mirabell]] zu einer Anlage mit vier Gebäudetrakten rund um einen Innenhof. Durch diese Erweiterung musste der Garten zwangsläufig verkleinert und neu gestaltet werden. |
Um [[1730]] wurde die Anlage vielleicht schon von [[Matthias Diesel]], sicher aber von [[Anton Danreiter]] verändert, die ihr damaliges Aussehen in mehreren kolorierten Kupferstichen darstellten.<ref>[http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Schlo%C3%9F_Mirabell_vom_S%C3%BCden_(Salzburg) austria-forum.org → Schloss Mirabell von Süden → Anton Danreiter → 1750] sowie [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/H5.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Johann Schimoußek: Plan der Anlage von Schloss Mirabell. Aquarellierte Federzeichnung, 1775, signiert und datiert]</ref> | Um [[1730]] wurde die Anlage vielleicht schon von [[Matthias Diesel]], sicher aber von [[Anton Danreiter]] verändert, die ihr damaliges Aussehen in mehreren kolorierten Kupferstichen darstellten.<ref>[http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Schlo%C3%9F_Mirabell_vom_S%C3%BCden_(Salzburg) austria-forum.org → Schloss Mirabell von Süden → Anton Danreiter → 1750] sowie [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/H5.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Johann Schimoußek: Plan der Anlage von Schloss Mirabell. Aquarellierte Federzeichnung, 1775, signiert und datiert]</ref> | ||
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Erst [[1854]] unter Kaiser [[Franz Joseph I.]] wurde der Mirabellgarten für die Öffentlichkeit allgemein zugänglich. | Erst [[1854]] unter Kaiser [[Franz Joseph I.]] wurde der Mirabellgarten für die Öffentlichkeit allgemein zugänglich. | ||
| − | [[1892]]/[[1893]] entstand durch den Neubau des [[Salzburger Landestheater|Stadttheaters]] die Öffnung zum | + | [[1892]]/[[1893]] entstand durch den Neubau des [[Salzburger Landestheater|Stadttheaters]] die Öffnung zum Makartplatz. Zuvor war dort eine hohe Mauer mit zwei Portalen. |
| − | Um [[1895]] wurden die Brunnenbecken saniert und in Beton ausgeführt. Damals entstand die Große Fontäne. Um diese Zeit gab es nahe dem Bosquet einen Musen-Hügel ([[Mozart-Denkmal]]) für [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]]. | + | Um [[1895]] wurden die Brunnenbecken saniert und in Beton ausgeführt. Damals entstand die 'Große Fontäne'. Um diese Zeit gab es nahe dem ''Bosquet'' einen Musen-Hügel ([[Mozart-Denkmal]]) für [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]]. |
| − | [[1955]] wurde | + | [[1955]] wurde der Garten nach den Kriegswirren in kleinen Teilen historisierend wiederhergestellt.<ref>Quelle [[Stadt Nachrichten]], 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen [[Fremdenführer|Salzburger Stadtführer]]in Renate Bauer</ref>. |
[[2008]] sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro. | [[2008]] sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro. | ||
== Großes Gartenparterre und Lindenhain == | == Großes Gartenparterre und Lindenhain == | ||
| − | Das ''Große Gartenparterre'' | + | Das ''Große Gartenparterre'' erstreckt sich südlich des Schlosses Mirabell. Ursprünglich als manieristische Garten mit der zentralen Gartenachse auf die Türme des [[Salzburger Dom|Domes]] hin ausgerichtet, wurde der Garten von Fischer von Erlach bei der Anlage des ''Bosquets'' seiltlich leicht nach Osten hin verschoben. |
=== Vier-Elemente-Brunnen und umgebende Skulpturen === | === Vier-Elemente-Brunnen und umgebende Skulpturen === | ||
[[Datei:Panoramaaufnahme Mirabellgarten Großes Gartenparterre Vier-Elemente-Brunnen 01.jpg|thumb|[[Panoramaaufnahme]]: Mirabellgarten <br/> Großes Gartenparterre, [[Vier-Elemente-Brunnen]]]] | [[Datei:Panoramaaufnahme Mirabellgarten Großes Gartenparterre Vier-Elemente-Brunnen 01.jpg|thumb|[[Panoramaaufnahme]]: Mirabellgarten <br/> Großes Gartenparterre, [[Vier-Elemente-Brunnen]]]] | ||
: ''Hauptartikel: [[Vier-Elemente-Brunnen]]'' | : ''Hauptartikel: [[Vier-Elemente-Brunnen]]'' | ||
| − | Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich ein Springbrunnen | + | Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich ein Springbrunnen, eine Fontäne, in einem großen flachen achteckigen Brunnenbecken. Im Viereck um den Brunnen angeordnet stehen vier große Skulpturen (paarweise Figuren), die in Mythologie und Ornamentik vor allem die ''vier Elemente'' versinnbildlichen, deren Symbolik im Detail aber bewusst vielschichtig bleibt: |
* Element Wasser: 'Paris raubt die schöne Helena und entflieht mit ihr über das Meer.' | * Element Wasser: 'Paris raubt die schöne Helena und entflieht mit ihr über das Meer.' | ||
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* Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt.' | * Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt.' | ||
| − | Die Figurenpaare werden z.T. auch als ''Raptusgruppen''<ref>Raptusgruppe | + | Die Figurenpaare werden z. T. auch als ''Raptusgruppen''<ref>Raptusgruppe, von ''raptus'', lateinisch "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” ([http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7410.html ''Das große Kunstlexikon'' von P.W. Hartmann]</ref> bezeichnet. |
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[[Datei:Mirabellgarten Ballustrade Vase 01.jpg|thumb|Balustrade mit Vase]] | [[Datei:Mirabellgarten Ballustrade Vase 01.jpg|thumb|Balustrade mit Vase]] | ||
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*Göttinnen auf der inneren Balustrade: | *Göttinnen auf der inneren Balustrade: | ||
| − | ** 1. Diana (Artemis) mit Jagdhund und mit Mondsichel im Haar; 2. Flora | + | ** 1. Diana (Artemis) mit Jagdhund und mit Mondsichel im Haar; 2. Flora mit zahlreichen Blumen; 3. Minerva (Athene) mit Brustharnisch und Schild samt Medusenhaupt und 4. Ceres (Demeter) mit Getreidegarbe, |
| − | ** 5. Pomona | + | ** 5. Pomona mit Weintraube und Früchten; 6. Venus (Aphrodite) nackt mit Amorknabe; 7. Vesta (Hestia) mit Fell und einem Topf mit Feuer und 8. Juno (Hera) mit Traube und einem Pfau. |
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Datei:Mirabellgarten-Diana.jpg|Diana (Artemis) | Datei:Mirabellgarten-Diana.jpg|Diana (Artemis) | ||
| − | Datei:Mirabellgarten-Flora.jpg|Flora | + | Datei:Mirabellgarten-Flora.jpg|Flora |
Datei:Mirabellgarten-Minerva.jpg|Minerva (Athene) | Datei:Mirabellgarten-Minerva.jpg|Minerva (Athene) | ||
Datei:Mirabellgarten-Ceres.jpg|Ceres (Demeter) | Datei:Mirabellgarten-Ceres.jpg|Ceres (Demeter) | ||
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| − | Datei:Mirabellgarten-Pomona.jpg|Pomona | + | Datei:Mirabellgarten-Pomona.jpg|Pomona |
Datei:Mirabellgarten-Venus mit Amor.jpg|Venus (Aphrodite) | Datei:Mirabellgarten-Venus mit Amor.jpg|Venus (Aphrodite) | ||
Datei:Mirabellgarten-Vesta.jpg|Vesta (Hestia) | Datei:Mirabellgarten-Vesta.jpg|Vesta (Hestia) | ||
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* [[Andreas Götzinger]] alle weiblichen Götterskulpturen (außer den vielleicht von Ottavio Mosto stammenden vier Göttern der Jahreszeiten) | * [[Andreas Götzinger]] alle weiblichen Götterskulpturen (außer den vielleicht von Ottavio Mosto stammenden vier Göttern der Jahreszeiten) | ||
| − | Die beiden Paare ''borghesischer Fechter'' beim südlichen Zugang vom [[Makartplatz]] sind historische Kopien einer antiken Skulptur <ref>Das innere Fechterpaar wurde von [[Andreas Götzinger]], das äußere von [[Michael Bernhard Mandl]] gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um [[1611]] gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen ''Villa Borghese'' aufgestellt war (seit 1807 im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im [[18. Jahrhundert]] eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike | + | Die beiden Paare ''borghesischer Fechter'' beim südlichen Zugang vom [[Makartplatz]] sind historische Kopien einer antiken Skulptur.<ref>Das innere Fechterpaar wurde von [[Andreas Götzinger]], das äußere von [[Michael Bernhard Mandl]] gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um [[1611]] gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen ''Villa Borghese'' aufgestellt war (seit 1807 im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im [[18. Jahrhundert]] eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike</ref> |
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=== Balustraden === | === Balustraden === | ||
| − | Das Große Gartenparterre ist praktisch allseitig | + | Das ''Große Gartenparterre'' ist praktisch allseitig von einer barocken marmornen Balustrade mit marmornen Postamenten und darauf stehenden Vasen eingefasst, die [[1689]] nach Plänen von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet worden sind. |
== Kleines Gartenparterre und Bosquet== | == Kleines Gartenparterre und Bosquet== | ||
| − | [[Bild:Mirabellgarten.jpg|thumb|Kleines Gartenparterre | + | [[Bild:Mirabellgarten.jpg|thumb|Kleines Gartenparterre vom [[Rosenhügel]] aus in Richtung Altstadt]] |
| − | Das ''Kleine Gartenparterre'' | + | Das ''Kleine Gartenparterre'' erstreckt sich westlich von Schloss Mirabell. |
=== Pegasusbrunnen === | === Pegasusbrunnen === | ||
: ''Hauptartikel: [[Pegasusbrunnen]]'' | : ''Hauptartikel: [[Pegasusbrunnen]]'' | ||
[[Datei:Pegasusbrunnen Mirabellgarten 01.jpg|thumb|Pegasusbrunnen im Mirabellgarten]] | [[Datei:Pegasusbrunnen Mirabellgarten 01.jpg|thumb|Pegasusbrunnen im Mirabellgarten]] | ||
| − | [[Bild:Neustadt-Mirabellgarten-Pegasus.jpg|thumb|Pegasus mit Blick auf die [[Festung Hohensalzburg]] | + | [[Bild:Neustadt-Mirabellgarten-Pegasus.jpg|thumb|Pegasus mit Blick auf die [[Festung Hohensalzburg]]]] |
| + | Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' war ursprünglich Teil der [[Kapitelschwemme]] am [[Kapitelplatz]], kam später auf den [[Mirabellplatz]] als Teil der [[Pferdeschwemme|''Mirabellschwemme'']] und ist seit [[1913]] als 'Pegasusbrunnen' am heutigen Standort. | ||
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Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll. | Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll. | ||
| − | + | === Einhörner und Löwen=== | |
| + | Das ''Kleine Gartenparterre'' ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiedeeisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden. | ||
| − | + | Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau. | |
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Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 04 Einhorn rechts.jpg |Einhorn, rechts der Prunkstiege | Datei:Prunkstiege Mirabellgarten 04 Einhorn rechts.jpg |Einhorn, rechts der Prunkstiege | ||
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[[Datei:Mirabellgarten Steinerne Löwen 01.jpg|thumb|Salzburger Wappentier, allegorisches Sinnbild: <br/> '': Geduld'' und ''Stärke'']] | [[Datei:Mirabellgarten Steinerne Löwen 01.jpg|thumb|Salzburger Wappentier, allegorisches Sinnbild: <br/> '': Geduld'' und ''Stärke'']] | ||
Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den [[Rosenhügel]] zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). <ref name="TUGraz">Quelle [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]</ref> | Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den [[Rosenhügel]] zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). <ref name="TUGraz">Quelle [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]</ref> | ||
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Der [[Susannabrunnen]] wurde von [[Hans Waldburger]] um [[1610]] geschaffen und stand lange an einem heute nicht mehr bekannten Ort. Im späten 19. Jahrhundert übersiedelte der Brunnen in den Mirabellgarten. | Der [[Susannabrunnen]] wurde von [[Hans Waldburger]] um [[1610]] geschaffen und stand lange an einem heute nicht mehr bekannten Ort. Im späten 19. Jahrhundert übersiedelte der Brunnen in den Mirabellgarten. | ||
| − | === Das Bosquet, heute | + | === Das ''Bosquet'', heute Lindenallee und Laubengang === |
| − | Das typische barocke Bosquet ist heute in Form einer Allee erhalten udn zeigt sich in einer Allee aus Winterlinden, die zu Würfeln in geometrische Form gebracht wurden und aus einem Laubengang mit einem Rundbogen-Spalier. | + | Das typische barocke ''Bosquet'' ist heute in Form einer Allee erhalten udn zeigt sich in einer Allee aus Winterlinden, die zu Würfeln in geometrische Form gebracht wurden und aus einem Laubengang mit einem Rundbogen-Spalier. |
== Auf der Lodronschen Wehrmauer: Heckentheater und Vogelhaus== | == Auf der Lodronschen Wehrmauer: Heckentheater und Vogelhaus== | ||
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: ''Hauptartikel: [[Heckentheater]]'' | : ''Hauptartikel: [[Heckentheater]]'' | ||
Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde vermutlich um [[1704]] (nach älteren Angaben aber erst [[1718]]) auf der [[Lodron]]schen Wehrmauer errichtet und wird bis heute gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet. | Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde vermutlich um [[1704]] (nach älteren Angaben aber erst [[1718]]) auf der [[Lodron]]schen Wehrmauer errichtet und wird bis heute gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet. | ||
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[[Datei:Mirabellgarten_Vogelhaus_02.jpg|thumb|right|Vogelhaus nach der Renovierung, 2011]] | [[Datei:Mirabellgarten_Vogelhaus_02.jpg|thumb|right|Vogelhaus nach der Renovierung, 2011]] | ||
: ''Hauptartikel: [[Vogelhaus im Mirabellgarten]]'' | : ''Hauptartikel: [[Vogelhaus im Mirabellgarten]]'' | ||
| − | Das | + | Das Vogelhaus am Rand des ''Kleinen Gartenparterre'' stammt vermutlich ebenfalls aus der Zeit Fischer von Erlachs. Es wurde um [[1730]] umgebaut oder weitgehend neu errichtet und dient seit [[1952]] als [[Museumspavillon]]. |
== Orangeriegarten und Rosengarten== | == Orangeriegarten und Rosengarten== | ||
[[Datei:Orangerie b. Schloss Mirabell.jpg|thumb|[[Orangerie Schloss Mirabell|Orangerie]] beim [[Schloss Mirabell]]]] | [[Datei:Orangerie b. Schloss Mirabell.jpg|thumb|[[Orangerie Schloss Mirabell|Orangerie]] beim [[Schloss Mirabell]]]] | ||
: ''Hauptartikel: [[Orangerie Schloss Mirabell]]'' | : ''Hauptartikel: [[Orangerie Schloss Mirabell]]'' | ||
| − | Die Orangerie (historische | + | Die Orangerie (historische kleine Orangerie) mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Im Garten der Orangerie befindet sich heute der [[Papagenabrunnen]] mit seiner Pagagena-Figur, die 1984 von [[Josef Magnus]] geschaffen wurde. |
| − | wurde. | + | |
| − | Der Rosengarten | + | Der Rosengarten (lat. ''rosarium'') schließt sich unmittlebar südlich des Schlosses Mirabell an. Historisch befand sich hier der große Garten der Orangerie. |
[[Datei:Papagenabrunnen Mirabellgarten 03.jpg|thumb|Papagenabrunnen in der [[Orangerie Schloss Mirabell]] ]] | [[Datei:Papagenabrunnen Mirabellgarten 03.jpg|thumb|Papagenabrunnen in der [[Orangerie Schloss Mirabell]] ]] | ||
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== Wasserbastei == | == Wasserbastei == | ||
: ''Hauptartikel: [[Wasserbastei]]'' | : ''Hauptartikel: [[Wasserbastei]]'' | ||
| − | Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen [[Stadtbefestigungen|Gürtels von Bollwerken]]. Fischer von Erlach hat diesen Bereich zu einem Garten ausgestaltet: | + | Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen [[Stadtbefestigungen|Gürtels von Bollwerken]]. Fischer von Erlach hat diesen Bereich zu einem Garten ausgestaltet: einen [[Kleiner Bastionsgarten|kleinen]] und einen [[Großer Bastionsgarten|großen Bastionsgarten]]. Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden, sodass nach Norden hin nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe [[Zwergelgarten]]) aufgestellt. |
| − | Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden, sodass nach Norden hin nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe [[Zwergelgarten]]) aufgestellt. | ||
| − | == | + | == Historischer Zwergelgarten, heute Zauberflötenspielplatz == |
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[[Datei:Zwergelgarten Mirabellgarten 01.jpg|thumb|[[Zwergelgarten]]]] | [[Datei:Zwergelgarten Mirabellgarten 01.jpg|thumb|[[Zwergelgarten]]]] | ||
| − | + | : ''Hauptartikel: [[Historischer Zwergelgarten]]'' | |
| − | ''Hauptartikel: [[Zwergelgarten]]'' | + | Der Garten ist der älteste Zwergelgarten Europas und hat eine besonders hohe kulturelle Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. An der Stelle des historischen Zwergelgartens befindet sich heute der [[Zauberflötenspielplatz]]. |
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| − | An der Stelle des historischen Zwergelgartens befindet sich heute der [[Zauberflötenspielplatz]]. | ||
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== Gebäude im Umfeld== | == Gebäude im Umfeld== | ||
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* Schloss Mirabell | * Schloss Mirabell | ||
* [[Villa Kast]] | * [[Villa Kast]] | ||
| − | * [[ | + | * [[Primogeniturpalast]] (altes [[Borromäum]]) |
* [[Salzburger Landestheater]] | * [[Salzburger Landestheater]] | ||
* [[Salzburger Marionettentheater]] und die [[Kammerspiele Salzburg]] im Gebäude des ehemaligen [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]] | * [[Salzburger Marionettentheater]] und die [[Kammerspiele Salzburg]] im Gebäude des ehemaligen [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]] | ||
| − | * die Gebäude | + | * die Gebäude des [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteums]] |
== Bilder == | == Bilder == | ||
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* Salzburgwiki-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]], [[Hanns Schwäbl]], [[Johann Frölich]] | * Salzburgwiki-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]], [[Hanns Schwäbl]], [[Johann Frölich]] | ||
Version vom 22. August 2018, 19:29 Uhr
Der Mirabellgarten ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Salzburg.
Beschreibung
Der barocke Garten umgibt west- und südseitig das Schloss Mirabell in der rechtsufrigen Altstadt. Zugänglich ist er im Osten vom Schloss Mirabell und vom Mirabellplatz, im Norden vom Rosenhügel und vom Kurgarten, sowie im Süden vom Makartplatz aus.
Der Mirabellgarten gliedert sich in mehrere Bereiche:
- das Große Gartenparterre, ein großer nach Süden orientierter rechteckiger Teil mit dem südlich anschließenden Lindenhain
- das Kleine Gartenparterre, ein kleinerer, westlich des Mirabellschlosses gelegener Gartenteil mit dem südlich angrenzenden Bosquet [1], (heute in Gestalt einer Lindenallee samt 'Laubengang nach Süden verlaufend)
- der Orangeriegarten vor der Orangerie Schloss Mirabell nach Osten gelegen
- der Rosengarten an der Südseite von Schloss Mirabell gelegen
- das Heckentheater, eine Freiluftbühne in Gestalt eines Hecken-Labyrinthes auf der einstigen Lodronschen Stadtmauer angelegt
- der Kleine Bastionsgarten, heute zur Ausstellung der historischen Zwerge genutzter Bereich auf der Wasserbastei
- der historische Zwergelgarten, ein südlich der Wasserbastei gelegener Teil, heute größtenteils als Zauberflötenspielplatz genutzt
- der Große Bastionsgarten - heute im Wesentlichen der Rosenhügel -
- und der zum Mirabellgarten gehörende Ballmeistergarten, ein Lindenhain an dessen Stelle heute randlich das Salzburger Landestheater steht; knapp die Hälfte des Ballmeistergartens ist in Form des Lindenhains weiter Teil des Gartens;
Denkmalschutz
Der Mirabellgarten steht samt dem zugehörigen Zwergelgarten seit dem Jahr 2008 wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz.[2] Auch zuvor war aber bereits ein Ex-lege-Schutz nach dem Denkmalschutzgesetz gegeben.[3]
Geschichte
Im Jahr 1606 wurde Schloss Altenau (ein Vorgängerbau des heutigen Schlosses Mirabell) durch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau als Landsitz für seine Geliebte Salome Alt, wohl auch heimliche Ehefrau des Fürsterzbischofs, errichtet und auch der weitläufige manieristische Schlossgarten angelegt. Der Garten besaß damals die Form eines lang gestreckten Rechteckes[4], was heute nur teilweise zu erkennen ist.
1631 ließ Fürsterzbischof Paris Graf Lodron im Süden einen Zugang vom heutigen Makartplatz errichten.
1689 erfolgte unter Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein eine grundlegende Umgestaltung des Gartens in barockem Stil. Die Gartenanlage wurde von Johann Bernhard Fischer von Erlach angelegt, der auch die Marmorbalustrade mit ihren Vasen entwarf, und mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt. Beteiligte Künstler waren Johann Fröhlich, Ottavio Mosto, Bartholomäus von Opstal, Andreas und Gregor Götzinger sowie Hanns Schwäbl.
1721 bis 1727 beauftragte Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach den Baumeister Lukas von Hildebrandt zu einem neuerlichen Umbau von Schloss Mirabell zu einer Anlage mit vier Gebäudetrakten rund um einen Innenhof. Durch diese Erweiterung musste der Garten zwangsläufig verkleinert und neu gestaltet werden.
Um 1730 wurde die Anlage vielleicht schon von Matthias Diesel, sicher aber von Anton Danreiter verändert, die ihr damaliges Aussehen in mehreren kolorierten Kupferstichen darstellten.[5]
Erst 1854 unter Kaiser Franz Joseph I. wurde der Mirabellgarten für die Öffentlichkeit allgemein zugänglich.
1892/1893 entstand durch den Neubau des Stadttheaters die Öffnung zum Makartplatz. Zuvor war dort eine hohe Mauer mit zwei Portalen.
Um 1895 wurden die Brunnenbecken saniert und in Beton ausgeführt. Damals entstand die 'Große Fontäne'. Um diese Zeit gab es nahe dem Bosquet einen Musen-Hügel (Mozart-Denkmal) für Mozart.
1955 wurde der Garten nach den Kriegswirren in kleinen Teilen historisierend wiederhergestellt.[6].
2008 sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro.
Großes Gartenparterre und Lindenhain
Das Große Gartenparterre erstreckt sich südlich des Schlosses Mirabell. Ursprünglich als manieristische Garten mit der zentralen Gartenachse auf die Türme des Domes hin ausgerichtet, wurde der Garten von Fischer von Erlach bei der Anlage des Bosquets seiltlich leicht nach Osten hin verschoben.
Vier-Elemente-Brunnen und umgebende Skulpturen
- Hauptartikel: Vier-Elemente-Brunnen
Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich ein Springbrunnen, eine Fontäne, in einem großen flachen achteckigen Brunnenbecken. Im Viereck um den Brunnen angeordnet stehen vier große Skulpturen (paarweise Figuren), die in Mythologie und Ornamentik vor allem die vier Elemente versinnbildlichen, deren Symbolik im Detail aber bewusst vielschichtig bleibt:
- Element Wasser: 'Paris raubt die schöne Helena und entflieht mit ihr über das Meer.'
- Element Feuer: 'Aeneas flieht seinen Vater Anchises tragend mit seinem Sohn Ascanius aus dem brennenden Troja.'
- Element Luft: 'Herkules ringt mit den Riesen Antaeus', der - in die Luft gehoben - keine Kraft aus der Berührung mit seiner Mutter Erde ziehen kann.
- Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt.'
Die Figurenpaare werden z. T. auch als Raptusgruppen[7] bezeichnet.
Götterstatuen und Borghesische Fechter um den Lindenhain
Die Statuen auf den Balustraden stellen acht männliche und acht weibliche römisch-griechische Gottheiten dar und wurden 1689 aufgestellt:
- äußere Balustrade: männliche Götter:
- 1. Saturn (Kronos), eines seiner Kinder verschlingend; 2. Bacchus (Dionysos) mit Weintraube; 3. Jupiter (Zeus) mit Krone und Adler und 4. Mars (Ares) in voller Rüstung,
- 5. Herkules (Herakles; Halbgott) mit Keule und Fell des Nemeischen Löwen; 6. Vulcanus (Hephaistos) mit Amboss; 7. Merkur (Hermes) mit Flügelhelm und 8. Apollo (Apollon) mit Lorbeer;
- Göttinnen auf der inneren Balustrade:
- 1. Diana (Artemis) mit Jagdhund und mit Mondsichel im Haar; 2. Flora mit zahlreichen Blumen; 3. Minerva (Athene) mit Brustharnisch und Schild samt Medusenhaupt und 4. Ceres (Demeter) mit Getreidegarbe,
- 5. Pomona mit Weintraube und Früchten; 6. Venus (Aphrodite) nackt mit Amorknabe; 7. Vesta (Hestia) mit Fell und einem Topf mit Feuer und 8. Juno (Hera) mit Traube und einem Pfau.
Flora, Ceres, sowie Pomona und Vesta stehen bei den Göttinnen für die vier Jahreszeiten, bei den Göttern Apollo, Merkur, Bacchus und Saturn. Die vier Jahreszeiten weisen - wie auch die Monatszwerge des Zwergengartens - als Vanitassymbole auf die Vergänglichkeit aller Dinge. Die Symbolik ist aber bewusst vielschichtig und soll zum Nachdenken anregen.
Die Bildhauer waren
- Bartholomäus von Opstal (Bacchus, Jupiter, Herkules, Merkur),
- Johann Frölich (Apoll)
- Michael Bernhard Mandl (Saturn, Mars, Vulcanos)
- Andreas Götzinger alle weiblichen Götterskulpturen (außer den vielleicht von Ottavio Mosto stammenden vier Göttern der Jahreszeiten)
Die beiden Paare borghesischer Fechter beim südlichen Zugang vom Makartplatz sind historische Kopien einer antiken Skulptur.[8]
- Borghesischer Fechter im Mirabellgarten 01.jpg
Balustraden
Das Große Gartenparterre ist praktisch allseitig von einer barocken marmornen Balustrade mit marmornen Postamenten und darauf stehenden Vasen eingefasst, die 1689 nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet worden sind.
Kleines Gartenparterre und Bosquet
Das Kleine Gartenparterre erstreckt sich westlich von Schloss Mirabell.
Pegasusbrunnen
- Hauptartikel: Pegasusbrunnen
Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' war ursprünglich Teil der Kapitelschwemme am Kapitelplatz, kam später auf den Mirabellplatz als Teil der Mirabellschwemme und ist seit 1913 als 'Pegasusbrunnen' am heutigen Standort.
Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll.
Einhörner und Löwen
Das Kleine Gartenparterre ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiedeeisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden.
Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau.
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Prunkstiege im Mirabellgarten, beidseits: das Einhorn
- Prunkstiege Mirabellgarten 02 Einhorn rechts.jpg
Einhorn, rechts der Prunkstiege
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Einhorn, links der Prunkstiege
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Einhorn, rechts der Prunkstiege
: Geduld und Stärke
Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von Schloss Klessheim stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den Rosenhügel zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). [9]
Die beiden Löwen sind ein aus der Antike stammendes allegorisches Sinnbild für die Tugenden Geduld (patientia) und Stärke (fortitudo). Vorrangig stehen sie aber für das Salzburger Wappentier.
Verborgene Frauen
In der Mauer an der Westseite des Kleinen Gartenparterres sind zwei stark verwitterte Frauenköpfe einfügt. Die beiden Frauenköpfe befinden sich etwa auf Augenhöhe und sind aus leicht verwitterbarem Sandstein gefertigt, einem Material, das im nächsten Umfeld der Stadt Salzburg nicht abgebaut wird. Warum die beiden Frauenköpfe, offensichtlich Reste von einstigen Statuen in diese Mauer eingefügt wurden, ist nicht bekannt. Die zwei verborgenen Frauen werden während des Jahres meist von Laub überdeckt; nur im Winter sind die zwei verborgenen Schönheiten zu sehen.
- Verborgene Frau 01 Mirabellgarten.jpg
'Verborgene Frau' Nr. 01 im Mirabellgarten
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Suchbild 'Verborgene Frau' Nr. 01
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'Verborgene Frau' Nr. 02 im Mirabellgarten
- Verborgene Frau 02 Mauer Mirabellgarten.jpg
Suchbild 'Verborgene Frau' Nr. 02
Susannabrunnen
Der Susannabrunnen wurde von Hans Waldburger um 1610 geschaffen und stand lange an einem heute nicht mehr bekannten Ort. Im späten 19. Jahrhundert übersiedelte der Brunnen in den Mirabellgarten.
Das Bosquet, heute Lindenallee und Laubengang
Das typische barocke Bosquet ist heute in Form einer Allee erhalten udn zeigt sich in einer Allee aus Winterlinden, die zu Würfeln in geometrische Form gebracht wurden und aus einem Laubengang mit einem Rundbogen-Spalier.
Auf der Lodronschen Wehrmauer: Heckentheater und Vogelhaus
- Hauptartikel: Heckentheater
Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde vermutlich um 1704 (nach älteren Angaben aber erst 1718) auf der Lodronschen Wehrmauer errichtet und wird bis heute gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet.
- Hauptartikel: Vogelhaus im Mirabellgarten
Das Vogelhaus am Rand des Kleinen Gartenparterre stammt vermutlich ebenfalls aus der Zeit Fischer von Erlachs. Es wurde um 1730 umgebaut oder weitgehend neu errichtet und dient seit 1952 als Museumspavillon.
Orangeriegarten und Rosengarten
- Hauptartikel: Orangerie Schloss Mirabell
Die Orangerie (historische kleine Orangerie) mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um 1725. Im Garten der Orangerie befindet sich heute der Papagenabrunnen mit seiner Pagagena-Figur, die 1984 von Josef Magnus geschaffen wurde.
Der Rosengarten (lat. rosarium) schließt sich unmittlebar südlich des Schlosses Mirabell an. Historisch befand sich hier der große Garten der Orangerie.
Wasserbastei
- Hauptartikel: Wasserbastei
Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen Gürtels von Bollwerken. Fischer von Erlach hat diesen Bereich zu einem Garten ausgestaltet: einen kleinen und einen großen Bastionsgarten. Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach 1860 stark eingeschüttet worden, sodass nach Norden hin nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe Zwergelgarten) aufgestellt.
Historischer Zwergelgarten, heute Zauberflötenspielplatz
- Hauptartikel: Historischer Zwergelgarten
Der Garten ist der älteste Zwergelgarten Europas und hat eine besonders hohe kulturelle Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. An der Stelle des historischen Zwergelgartens befindet sich heute der Zauberflötenspielplatz.
Gebäude im Umfeld
Folgende Gebäude grenzen an den Mirabellgarten:
- Schloss Mirabell
- Villa Kast
- Primogeniturpalast (altes Borromäum)
- Salzburger Landestheater
- Salzburger Marionettentheater und die Kammerspiele Salzburg im Gebäude des ehemaligen Hotels Mirabell
- die Gebäude des Mozarteums
Bilder
Mirabellgarten – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Mirabellgarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Salzburgwiki-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: Johann Bernhard Fischer von Erlach, Ottavio Mosto, Bartholomäus von Opstal, Andreas und Gregor Götzinger, Hanns Schwäbl, Johann Frölich
- Franz Martin: Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst, Verlag "Das Bergland-Buch", Salzburg, 1952
- Reinhard Medicus: Der Zwergelgarten und seine Geschichte. In Bastei, Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, Jahrgang 2010 Folge 2, Salzburg 2010.
Fußnoten
- ↑ Bosquet, französisch: Wäldchen, Baumgruppe, Dickicht
- ↑ Quelle Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung (Denkmalschutzgesetz - DMSG) StF: BGBl. Nr. 533/1923 (NR: GP I 1513 AB 1703 S. 209.)
- ↑ Bundesdenkmalamt/Homepage/Salzburger Mirabellgarten
- ↑ www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644
- ↑ austria-forum.org → Schloss Mirabell von Süden → Anton Danreiter → 1750 sowie www.ubs.sbg.ac.at/Johann Schimoußek: Plan der Anlage von Schloss Mirabell. Aquarellierte Federzeichnung, 1775, signiert und datiert
- ↑ Quelle Stadt Nachrichten, 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen Salzburger Stadtführerin Renate Bauer
- ↑ Raptusgruppe, von raptus, lateinisch "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” (Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
- ↑ Das innere Fechterpaar wurde von Andreas Götzinger, das äußere von Michael Bernhard Mandl gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um 1611 gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen Villa Borghese aufgestellt war (seit 1807 im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im 18. Jahrhundert eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike
- ↑ Quelle diglib.tugraz.at