Befestigung der Stadt Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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* Der ''Rote Turm'' (heute [[Freyschlösschen]]) und der [[Lambergturm]] am [[Mönchsberg]] (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg ([[Richterhöhe]]). | * Der ''Rote Turm'' (heute [[Freyschlösschen]]) und der [[Lambergturm]] am [[Mönchsberg]] (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg ([[Richterhöhe]]). | ||
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==Die Wehrmauern der 2. Stadtbefestigung (etwa [[1465]] - [[1490]])== | ==Die Wehrmauern der 2. Stadtbefestigung (etwa [[1465]] - [[1490]])== | ||
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| + | * Die [[Bürgerwehr]] auf dem Mönchsberg, ein achttürmiger Stadtmauerteil mit doppeltem Mauerzug samt aufgesetzten Wehrgängen (über [[Sigmundstor]]), [[2005]]/[[2006]] fanden erste Restaurierungsarbeiten unter Leitung von Ing. [[Rüdiger Schobersberger]] statt | ||
* Die Reste des [[Äußeres Nonntaler Tor|Äußeren Nonntaler Tores]] im Keller des Hauses [[Schanzlgasse]] 14 (Landeskindergarten) , erst verändert und wenig später aufgelassen unter Paris Lodron | * Die Reste des [[Äußeres Nonntaler Tor|Äußeren Nonntaler Tores]] im Keller des Hauses [[Schanzlgasse]] 14 (Landeskindergarten) , erst verändert und wenig später aufgelassen unter Paris Lodron | ||
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* Reste der Wehrmauer (Stadtmauer) in der [[Paris-Lodron-Straße]] als straßenseitige Begrenzungsmauer beim [[Loretokloster]] | * Reste der Wehrmauer (Stadtmauer) in der [[Paris-Lodron-Straße]] als straßenseitige Begrenzungsmauer beim [[Loretokloster]] | ||
* Die Bürgerwehr auf dem Mönchsberg | * Die Bürgerwehr auf dem Mönchsberg | ||
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| − | + | Dieses ''Lodronsche Verteidigungssystem'' war ein groß angelegtes System von bestückten Bastionen, Wällen, Gräben und Vorwerken. Zur Verteidigung ließ er 4.000 Kanonen, Mörser und Wallbüchsen gießen. | |
Er versetzte das Stadttor ("[[Mirabelltor]]"), durch das die Strasse nach [[Bergheim]] führte, in Richtung des heutigen [[Salzburg Congress|Kongresshaus]]/[[Franz-Josef-Straße]]. Auf der Fahrstraße Richtung Linz wurde den (damals als Wehrbauwerk aufgelassenen und abgerissenen [[Inneres Ostertor|Inneren Ostertor]] und dem von Markus Sittikus neu erbauten [[Inneres Linzertor|Inneren Linzertor]] ein [[Äußeres Linzertor]] (sowie unter Ernest Thun ein [[Äußerstes Linzertor]]) in [[Schallmoos]] vorgebaut. | Er versetzte das Stadttor ("[[Mirabelltor]]"), durch das die Strasse nach [[Bergheim]] führte, in Richtung des heutigen [[Salzburg Congress|Kongresshaus]]/[[Franz-Josef-Straße]]. Auf der Fahrstraße Richtung Linz wurde den (damals als Wehrbauwerk aufgelassenen und abgerissenen [[Inneres Ostertor|Inneren Ostertor]] und dem von Markus Sittikus neu erbauten [[Inneres Linzertor|Inneren Linzertor]] ein [[Äußeres Linzertor]] (sowie unter Ernest Thun ein [[Äußerstes Linzertor]]) in [[Schallmoos]] vorgebaut. | ||
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Dieser Teil der Stadtbefestigungen, an der man 26 Jahre baute, wurde etwa zeitgleich zum heute bestehenden [[Salzburger Dom]] errichtet. Innerhalb dieser erweiterten rechtsseitigen Stadt ließ Lodron auch Gebäude für seine Verwandten errichten, die er nach Salzburg holte und ihnen ausgezeichnete Stellungen verschaffte. Eines davon ist dem Namen nach noch erhalten geblieben - der Lodronsche Primogeniturpalast, auch als [[Borromäum|alte Borromäum]] bekaannt, in dessen teilweise neu errichteten Mauern sich heute ein Teil des [[Mozarteum]]s verbirgt. | Dieser Teil der Stadtbefestigungen, an der man 26 Jahre baute, wurde etwa zeitgleich zum heute bestehenden [[Salzburger Dom]] errichtet. Innerhalb dieser erweiterten rechtsseitigen Stadt ließ Lodron auch Gebäude für seine Verwandten errichten, die er nach Salzburg holte und ihnen ausgezeichnete Stellungen verschaffte. Eines davon ist dem Namen nach noch erhalten geblieben - der Lodronsche Primogeniturpalast, auch als [[Borromäum|alte Borromäum]] bekaannt, in dessen teilweise neu errichteten Mauern sich heute ein Teil des [[Mozarteum]]s verbirgt. | ||
Version vom 20. März 2016, 21:36 Uhr
Die Stadtbefestigungen rund um die Stadt Salzburg sicherten über Jahrhunderte die Bürger der Stadt.
Unter Einschluss der Festung Hohensalzburg führte ein geschlossener Ring von Stadtmauern um die Stadt (d.h. die heutige Altstadt.
Die Wehrmauern der 1. Stadtbefestigung im 11. - 13. Jahrhundert
Erhaltene Teile dieser BEfestigung sind
- Stadtmauerreste in Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des Rathauses) oder im Bereich des Großgasthofes Sternbräu
- Der Rote Turm (heute Freyschlösschen) und der Lambergturm am Mönchsberg (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg (Richterhöhe).
- Die Wehrmauern beim Benediktinenstift Nonnberg und
- verschiedene Stadttore
- (siehe Hauptartikel: Stadttore in Salzburg)
- Ein Stadtmauernrest in einem Hof der Lederergasse (Lederergasse 1 und 3)
- der gut erhaltene Wehrmauerteil westlich der Franziskuspforte samt erhaltenen Zinnen (Linzer Gasse 14)
Die Wehrmauern der 2. Stadtbefestigung (etwa 1465 - 1490)
DErhaltene Teile der Wehranlagen sind:
- Die Bürgerwehr auf dem Mönchsberg, ein achttürmiger Stadtmauerteil mit doppeltem Mauerzug samt aufgesetzten Wehrgängen (über Sigmundstor), 2005/2006 fanden erste Restaurierungsarbeiten unter Leitung von Ing. Rüdiger Schobersberger statt
- Die Reste des Äußeren Nonntaler Tores im Keller des Hauses Schanzlgasse 14 (Landeskindergarten) , erst verändert und wenig später aufgelassen unter Paris Lodron
- Reste der Wehrmauer (Stadtmauer) in der Paris-Lodron-Straße als straßenseitige Begrenzungsmauer beim Loretokloster
- Die Bürgerwehr auf dem Mönchsberg
Die 3. Stadtbefestigung (um 1620 - 1648 (Zeit des Dreißigjährigen Krieges
Der weitaus größte Teil der historischen Wehranlagen der Stadt sind nicht erhalten.
- Der alte Ring aus Bollwerken, bestehend aus dem St. Vital Bollwerk (heute Kurgarten), dem St. Virgil Bollwerk, dem St. Heinrich Bollwerk, dem St. Rupert Bollwerk und dem "halben" St. Sebastian Bollwerk, wurde 1866 und den Folgejahren geschliffen. Die einstige Ausdehnung der einstigen Bollwerke kann im ringförmigen Verlauf von Franz-Josef-Straße und Auerspergstraße noch nachempfunden werden. Hier lagen früher die mächtigen Bollwerke, die im Westen bis zur Hubert Sattlergasse reichten. Die vorgelagerten Vorwerke, die Ravelins und Hornwerke reichten einst viel weiter nach Nordne und Osten, im Westen reichten sie etwa bis zur heutigen Bahnlinie.
- Müllner Schanze als dreistufige Wehranlage mit Augustinerpforte und Monikapforte und nächstgelegen dem Klausen-Kavalier (Humboldtterrasse). Der vordere Wehrgraben ist heute zugeschüttet und durch einen serpentinenartigen Straßenneubau stark beeinträchtigt
- durchgehender Wehrmauernzug und skarpierte Felsen des Mönchsbergs
- das Torwächterhaus des Zwingers unterhalb der Richterhöhe
- Die „Katze“ (in der ersten Anlage aus der Zeit der 2. Stadtbefestigung)
- Stadtmauerrest am Rudolfskai, beidseits des ehemaligen Michaelstores gelegen, vgl. Wappen mit Jahr 1620
- Stadtmauerrest in der Basteigasse
- Das nur in Resten erhaltene Kajetaner Bollwerk (heute oft "Schanzl" genannt) mit dem Kajetanertor (1644), auch Erentrudistor genannt, als Ersatz für das abgebrochene Innere Nonntaler Tor.
- Das Gstättentor (1618, erste Anlage 1280)
- Das Klausentor (1612, erste Anlage um 1280)
Die Wehranlagen der Rechten Altstadt
Um in Kriegszeiten wie beispielsweise dem Dreißigjährigen Krieg dem Schloss Mirabell und den neu entstandenen Stadtteilen rechts der Salzach, genannt die rechtsseite Altstadt, ausreichend zu schützen, ließ Erzbischof Paris Graf Lodron im 17. Jahrhundert die ersten Befestigungsanlagen in diesem Gebiet errichten. Dieses Lodronsche Verteidigungssystem war ein groß angelegtes System von bestückten Bastionen, Wällen, Gräben und Vorwerken. Zur Verteidigung ließ er 4.000 Kanonen, Mörser und Wallbüchsen gießen. Er versetzte das Stadttor ("Mirabelltor"), durch das die Strasse nach Bergheim führte, in Richtung des heutigen Kongresshaus/Franz-Josef-Straße. Auf der Fahrstraße Richtung Linz wurde den (damals als Wehrbauwerk aufgelassenen und abgerissenen Inneren Ostertor und dem von Markus Sittikus neu erbauten Inneren Linzertor ein Äußeres Linzertor (sowie unter Ernest Thun ein Äußerstes Linzertor) in Schallmoos vorgebaut.
Dieser Teil der Stadtbefestigungen, an der man 26 Jahre baute, wurde etwa zeitgleich zum heute bestehenden Salzburger Dom errichtet. Innerhalb dieser erweiterten rechtsseitigen Stadt ließ Lodron auch Gebäude für seine Verwandten errichten, die er nach Salzburg holte und ihnen ausgezeichnete Stellungen verschaffte. Eines davon ist dem Namen nach noch erhalten geblieben - der Lodronsche Primogeniturpalast, auch als alte Borromäum bekaannt, in dessen teilweise neu errichteten Mauern sich heute ein Teil des Mozarteums verbirgt.
Aus der Zeit der 3. Stadtbefestigung (1621 - 1646, Zeit des Dreißigjährigen Krieges) stammen:
- Der erhaltene Teil des Wehrmauernzuges auf dem Kapuzinerberg mit der größtenteils erhaltenen zwei Kilometer langen Wehrmauer (randliche Teile davon gehen auf die Zeit der 2. Befestigung zurück)
- Die Felixpforte auf dem Kapuzinerberg
- Das Franziski-Schlössl auf dem Kapuzinerberg
- Die Hettwer-Bastei
- Das Innere Steintor
- Die Wasserbastei im Mirabellgarten und die das Heckentheater westlich begrenzende Wehrmauer, die sich - in der Basis ebenfalls stark eingeschüttet hinter dem Mozarteum (Stiftungsgebäude und Großer Saal) fortsetzt.
Die Schleifung der Wehranlagen im 19. Jahrhundert
Mit dem Anschluss ( des Landes Salzburgs an die Monarchie Österreich (bzw. der größten Teile Salzburgs) mit Jahresbeginn 1816 gelangten die Anlagen in den kaiserlichen Besitz. Im Jahr 1860 wurden die Statuten der Gesamtstadt als Festung aufgehoben. Die Festungsbauten entsprachen nicht mehr der Waffenentwicklung. Mit Allerhöchster Entschließung[1] wurden am 26. April 1866 die Festungswerke zwischen Schloss Mirabell und dem Linzer Tor anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Vereinigung von Salzburg mit dem Kaiserthum Österreich als Geschenk der Stadtgemeinde übergeben (nicht aber die Festung Hohensalzburg, die weiterhin im Besitz des Kaisers blieb!). Nun wurden die Festungswerke schrittweise abgerissen. Das Material wurde für die Salzachregulierung und für die Kanalisation verwendet.
Es taucht immer wieder die Meinung auf, der Salzburger Gemeinderat hätten in den folgenden Jahren einen Beschluss gefasst, nach der Schleifung dieser Befestigungsanlagen auch die Festung Hohensalzburg zu schleifen. Mit dem Begriff "Festung" wurde damals allerdings nicht nur Hohensalzburg verstanden, sondern die gesamte befestigte Stadt. Kaiser Franz Joseph I. schenkte nur große Teile der Befestigungsanlagen der Stadt, nicht jedoch die Festung Hohensalzburg. Diese blieb weiterhin Kaserne und Depot. Zudem blieb der Wert der Festung für die städtischen Gremien auch damals unbestritten.
Auf dem Kapuzinerberg
Die Bauten aus der Zeit der 3. Stadtbefestigungen (siehe oben) wurden unter Erzbischof Paris Graf Lodron errichtet. Er bezog auch das Kapuzinerkloster in die Befestigungsanlagen ein, weshalb die Imbergstiege aus der Steingasse, damals noch aus Holz, und der Prügelweg aus der Linzer Gasse mit wehrhaften Torbögen vor dem Kloster versperrbar waren.
Das klug angelegte Verteidigungssystem auf diesem Stadtberg besaß auch im Norden in den steilen Felsen hinein angelegte Verteidigungsstellungen, die, beiden sogenannte Cavalliere. Damit wurden die von Norden in die Stadt führenden Straßen überwacht. Weiters gab es auf dem Kapuzinerberg drei Pulvertürme, eine Roßmühle und verschiedene Ziehbrunnen. Das Franziski-Schlössl war von allen militärischen Anlagen die einzige gewesen, die durchgehend besetzt war.
Als Militärbezirk war der Kapuzinerberg für Zivilisten bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesperrt.
Siehe auch
Weblinks
Weblinks zu historischen Karten
Historisches Kartenmaterial über die Stadt Salzburg:
Fußnoten
- ↑ von Kaiser Franz Joseph I. ...
Quellen
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
- 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüro Salzburg, 1977
- Hauptartikel: Neustadt, Müllner Schanze;
- Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg, Verlag St. Peter, Erzabtei St. Peter, Salzburg, 2. überarbeitete Auflage 2001
- Salzburgwiki-Beitrag Altstadt